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160. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 128
Erscheint tSgllch mit Ausnahme deS Sonntags.
Redakiion, Expedition und Druckerei: Schul-
Expedition und Vertag: 51.
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Tel.-Adr.:AuzeigerGießen.
Redaktion:e-^112.
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nicht mitkochen, erst beim Anrichten beifügen. Würze ist
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..MAGGI’6 gute, sparsame Küche“.
Die ^Otetzeuer Zamillenblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da- „Kieisblatt für ben Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Der Ruf der deutfcheu Frau im Auslaude
ist nicht zum wenigsten auf ihre allgemein anerkannte Tüchtigkeit im Haushalte zurückzuführen. Sauberkeit ist ihr Stolz, sie rft nicht früher zufrieden, als bis Alles blinkt und bktzt. Um ihr Haus stets so in Ordnung zu haben, wie sie eS wünscht, muß sie, Im Gegensatz zu den Frauen der meisten anderen Völker, persönlich tüchtig mitschaffen. Aber nicht allein ihrem Fleiß verdankt sie ihren Ruf, sondern auch ihrem Sinn für das Praktische. Jedes neue Mittel für Küche und Haus probiert sie, erkennt schnell seine Vorteile und macht es sich sofort dienstbar. Es wird aus diesem Grunde auch nicht wundernehmen, daß sich oas neue flüssige Metallputzmittel „Gaga" so überaus schnell in der deutschen Küche einführte, trotzdem die Zahl der schon vorhandenen Putzmittel keine kleine ist. Das neue Putzmittel „Gaga" vereinigt alle nur denkbaren guten Eigenschaften in sich. Es ist sparsam im Gebrauch und billig im Einkauf, es schont die Kräfte der Hausfrau und ruft dennoch einen befferen und haltbareren Glanz hervor, als andere Putzmittel. Richtig gebraucht, leistet es nahezu wunderbares, so daß eine Hausfrau, die v(3agafl einmal verwendet hat, es sicher unter die unentbehrlichen Mittel ihrer Küche einreiht. ss7/s
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Samstag 4. Juni 1910
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Gießener Strafkammer.
) ( Gießen, 3. Juni.
Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit
wurde gegen den Privatier A. R. in Friedberg wegen widernatürlicher Unzucht aus 8 175 verhandelt Ter Angeklagte, welcher die Handlungen an einem 16 jährigen Metzgerlehrllng aus Dcfftabt begangen hat, wurde zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt, wobei hervorgehoben wurde, daß an dem Jungen in sittlicher Hinsicht nicht mehr viel zu verderben war.
Wegen Diebstahls im Rückfall
stland der S chv r n st e i n fe g e r g echi l f e F. K aus Fürfeld unter Anllage. Er war von seinem Meister in Groß-Felda nach Lehnheim geschickt worden, wo er sich eine Pferdedeck: aneignete die er später zu Geld machte. Diese Tat trug ihm 8 Monate Gefängnis ein, worauf 1 Monat Untersuchungshaft in Anrechnung kommt. Ferner wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre abgesprochen.
Eine große Anzahl Diebstähle,
die vor einem Jahr in der WeLlerau verübt wurden, legte man dem Schweizer M. M. aus Boreczak zur Last. In der Zeit vom 4—11. Juli, in den Rächten zum 27. Juli und zum 4. und 11 August wurden auf den Gulshofen Beinhards bei Friedberg dem v Helmolt sch en, in Ossenheim, Torte! - weil und Ober-Erlenbach Einbrüche verübt. Tic Täter drangen nachts in die Gefindcstuben und zwar so vorsichtig, daß nie jemand etwas davon merkte. In Dortelweil wurden dem Personal 34 Mark Bargeld, Portemonnaies mit geringerem Inhalt, eine Uhr und holländisches Geld, ein goldener Ring sowie Wäsche und Kleider gestohlen: in Friedberg wurden ebcn- salls mehrere Portemonnaies, etwa 15 Mark Geld, eine Uhr und ein goldener Trauring, sowie ein Anzug mitgenommen. An einer anderen Stelle ebenfalls einige Portemonnaies mit zusammen 14,50 Mark, eine Uhr, Revolver und 40 Patronen, Zigarren und Wäsche. In Ober-Erlenbach fehlten zwei Uhren, einige Portemonnaies mit etwa 35 Mark, Kleider und ein Fahrrad und verschiedenes andere. Als der Angeklagte wegen ahn-
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Französische Eifersucht aus Deutschianv.
O Paris, 3. Juni.
Die Verstimmung über die Haltung des Königs ( von Belgien in Berlin, besonders über seinen Trinkspruch, ' tritt in den maßgebenden Pariser Zerrungen nur sehr dis- , Tret hervor, wird hingegen von einigen anderen recht deutlich bekundet. Man wW' jedenfalls den Beweis in den Worten Königs Albert erblicken, daß unter seiner Herrschaft ein Umschwung in der belgischen Politik zugunsten Deutschlands sich vorbereitet. Die Interessen Frankreichs ständen dabei zu sehr auf dem Spiele, als daß man gelassen dieser Entnncklung zuschauen könnte. Sehr erstaunlich ist es, daß der sonst in den Fragen der äußeren Politik sachlichere Leiter der „Action'", Henry Vereng er, in die Alarmposaune stößt und von einer deutschen Gefahr spricht:
„Die Franzosen, alle Franzosen, müssen sich mit der Rede beschäftigen, die der neue K'önig der Belgier bei seinem Empfange gehalten hat. Sie müssen sich aus zwei Gründen mit ihr beschäftigen, erstens, weil dieser Trinkspruch ausgesprochen deutsch-enthusiastisch ist, und dann, weil der Herrscher, der ihn gehalten, auf diese Weise den ihm bereits vorausgegangenen Ruf eines Deutschland günstigen Fürsten rechtfertigt. Es wird also eine neue auswärtige Politik in Belgien mit seinem neuen Könige eingeleitet, da Leopold II. sich stets als Frankreich freundlicher und seiner Zivilisation sympathischer Fürst betätigt hatte. Albert I. dagegen läßt schon dte erste Gelegenheit nicht vorübergehen, die er übrigens selbst herbeigeführt hat, um dem Quasi-Vasallentum auf der Ausdehnungs- und Produktionskraft Deutschlands und dem Hohenzollern-Hause eine Huldigung darzubringen. Die Germanisierung Belgiens, die in Antwerpen, Brüssel und sogar Lüttich begonnen hat, wird sich also ttäglich unter der Herrschaft des Königs Albert verstärken und vielleicht in vollem Frieden eine Vollendung erreichen, die Deutschland durch einen Krieg nicht hätte wünschen können. DaS ist Sache der Belgier, wendet man etn, aber es ist auch ünfere. Wir Franzosen wurden einfältig, ja toll sein, wenn wir nicht einsähen, daß ein germanisiertes Belgien für Frankreich und die Republik die furchtbarste und dringendste Gefahr werden muß. Wir wissen ja schon längst, daß es auf unser Land abgesehen ist, weil Deutschland auf der See an England sich noch nicht heranwagen kamt. Es ist unbestreitbar, daß der Kieler Kanal, die Truppen-Ein- schiffungskais von Emden, die dreißig Schlachtschiffe der deutschen Flotte, seine vier Millionen Soldaten nicht zu dem Zwecke ausgerüstet und instand gehalten werden, um einen schönen Traum des Weltfriedens in einer chimören- haften europäischen Föderation zu verwirklichen. Cljne .die Worte des neuen Königs der Belgier tragisch zu nehmen, muß man sie aber doch ernst nehmen. Das germanisierte Belgien bedeutet für Frankreich mehr als eine verlorene Provinz. Es stellt die Bedrohung der Existenz
der Nationen selbst dar."
Man sieht auch aus solchen Aeußerungen wieder, daß die französische Ueberhebung Deutschland gegenüber überhaupt nicht aus der Welt z'u 'schaffen ist. Wenn man in Frankreich so von uns spricht, haben wir dann Mftaß immer wieder die Freundschaftsschalmei hinüber zu richten?
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
22 zwei-, 2 brei-/ 2 vier- und eine 10 tlaiiig. Am. 1. Oktober d. I. kommt eine weitere einklassige Schule zu Alsdorf bmzu. In den 116 Schulklassen werden unterrichtet 6220 Schuler gegen 6191 int Vonabre. Auf eine Lehrkraft entfallen durchschnittlich 53,6 Schüler gegen 53,8 im Vorjahre. Die ^chülerzahl befiehl aus 3076 Knaben und 3144 Mädchen. T-en verschiedenen Religionsbekenntnissen gehören an: 5795 evang., 326 ckath., 97 israeL und 2 anderer Konfession. Tie Zahl der Fortbildungsichuler betrug im vorigen Winter 949 gegen 935 in der vorausgegangenen Unterrichtsperiode. Davon waren 883 evang., 56 kath. und 10 israelitisch. Die 116 Lehrerstellen sind gegenwärtig sämtlich besetzt, cm Lehrer ist wegen Krankheit beurlaubt. Bon den 116 Lehrkräften sind 107 evang., 7 kath. und 2 israelitisch. Deftnrtw angestellt sind 81 Lehrkräfte, 35 sind provisorisch verwendet. An diese Uebersicht knüpfte Schulrat Eck verschiedene Mitteilungen und Winke, unter denen er besonders bic rechte Art des Lesens in der Volksschule betonte. Dann gab er die Verteilung der im Kreise demnächst stattfindenden Lehrproben kund. Aus der Tagesordnung stand als erster Dortrag: I u g e nd | p i e 1 e und u gendfeste, Redner Lehrer Dollinger zu Ober-Gleen, als zweiter: Jugend- und V o 1 k s bi b 1 i o t h e ke n, Vortragende die Lehrer R a u zu Bleidenrod und schmoll zu Elpenrod. Beide Aufgaben gehörten zu dem auf der vorjährigen KreiSkonserenz gestellten .Hauptgegenstand, die „ländliche Jugendpflege . An der von Schulrat Eck geleiteten Besprechung beteiligten sich -vaupt- lebrer Rudolf-Alsfeld und Lehrer Neeb-Groß-Felda An den zweiten Vortrag schloß sich die Rechnungsablage über die KreiS- lehrerbibliothek und die Mitteilung über die geplante Neuanschaffung von Büchern. Schulrat Eck empfahl nochmals warm die Schaffung von Volksbibliotheken, beleuchtete deren Führung und wies aus die Mittel hin, die zur Gründung solcher Volksbibliothekep bereitstehen. Mit dem Hinweis, datz der beste Dank für btc Referenten wohl der sei, wenn ihre trefflichen Anregungen nun auch Ausführung im praktischen Leben fanden, schloß der Vorsitzende den amtlichen Teil der Konferenz. Im oberen Saale des Deutschen Hauses versammelte sich die Konfermz zur gemeinsamen Mittagstafel. In zündenden Worten brachte Kreisrat Dr. H e t n- richs das Hoch auf Sr. Königl. Hoheit den Grotzherzog aus. Stehend sang die Versammlung die Hessenhymne. Hauptleyrer Rudolf feierte die Kreisschulkommission und ihren neuen Vorsitzenden Schulrat Eck gedachte rühmend des Bolkslchulwesens. Musikvorträge eines neugegründeten Lehrerorchesters würzten den Verlauf der Tafel.
geschmack mit einigen Tropfen
IA08I8 Würze
Kirche und Schule.
-a-. Alsfeld, 3. Juni. Im Saale des Deutschen Hauses sand gestern hier die K r c i 5 1 e h r e r f o n i treu z Itatt ~ie Worte, mit denen der neue Kreisrat Dr. Heinrichs die Lehrerschaft begrüßte, berührten die Versammlung auf das angenehmste. Im Anschluß daran gedachte der Vorsitzende der Dienste der aus dem Berufe geschiedenen Lehrer Hofsmann zu Alsfeld und Lehrer Löffler zu Gleimenhain. Kreisschulinspektor Sc^ilrat Eck gab hiernach statistische Mitteilungen über die Schulen wi Kreise. In ihm bestehen zurzeit 75 Vollsfchulen. Hiervon und 48 ein-.
Hd.cr Diebstähle m Frankfurt a. M. verurteilt wurde, lenkte sich der Verdacht aus ihn und die Aussagen einiger Zeugen, die Gegenstände, die bei dem Angeklagten gesunden^wurden, alt ihn"n gestohlen anerkannten, führten zur Anklage, ^or Angeklagte bestritt sämtliche Diebstähle, er will Nick, einmal die Gegend f-nnen; die von Zeugen anerkannten machen will er Iich selbst angeichatft haben. Ta die Kennzeichen nicht absolut lieber waren — es handelte sich um drei Hemden, zwei £>tude Seife und ein Taschenmesser —, fehlte es dem Gericht an eurer rät® Grundlage zur Verurteilung, wenn auch der Angeklagt». eme Persönlichkeit ist, dem die Tat wohl zuzutrauen ist. Es mutzte Freisprechung cintretcn, trotzdem dem Angeklagten lern Glauben geschenkt' werden konnte. __
Märkte.^
fc. Frankfurt a. M., 3. Juni. Heu- und St rahm ar! t. Angesahren waren 8 Wagen Heu unö 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4,40-4,60 Alk., ^troh (fiornlangftroh) 0,00 bis 0 00 Mk., Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles per oO Kilo. Geschah schleppend. — Die Zufuhren waren aus Oberhessen und dem Kreis Dieburg.
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Eber-Verkauf.
Montag den 6. Juni, nachmittags V/2 Uhr, soll ein de Gemeinde Ruttershausen gehöriger, abgängiger Fasel-Eber auf der unterzeichneten Bürgermeisterei versteigert werden.
Ruttershausen, den 2. Juni 1910. 3121
Großh. Bürgermeisterei Ruttershausen.
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