Ausgabe 
4.11.1909 Erstes Blatt
 
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auch alle Nlchttnohannnedoner und Chatten beteiligt sind, bc:, so wird aus Konstantinopel gemeldet, em für diele Be- völkerungSklassen recht wenig schmeichelhafte» Ergebnis gezeitigt Da jeder Nichttnohammedanet oder Christ, der seiner xienfhnlidH im türkischen Heere nitht genügen will, 50 türkische Pfund zahlen muh, sind in den letzten Tagen Christen und andere Nichttnoham- medaner zu Hunderten a u S .? e w a n de r t oder aus gut Deutsch auSgerückt. Die Haferrdehorden sind mfolgebef'cn rail strengen Anweisungen versehen worden, um dieser Mai emlucht Militärv'liclniger Einhalt zu tun. Der griechische und b-r arm^ nische Zatriarch haben gegen das Deriähren der türfischen Be­hörden Protest eingelegt urrd verlangt, daß die ihnen unter­stehenden Christen in besonderen Kasernen unter gebracht würden und in eigene für Christen Vorbehalten n Regimentrm dienen können. Davon will aber die türkische Regierung mchrS wissen

AuS Konstantinopel wird gemeldet: Die Legung eines zweiten GeleiseS für den Lokaldienst der Orient, bahnen, wozu die Pforte vertragmähig vier Fünftel der Bau­kosten beizukragen hat, wurde mu Rücksicht auf die finanzielle Lage vorläufig aufgegeben Die Orientbahngesellfchas^ gedenkt die Verhandlungen sväter wieder aufzunehmen.

Tie Verhandlungen zwischen der türkischen und b u l g a» rischen Regierung über den Abschluß des Konsu l a t S - Vertrages sind beendigt. Der Vertrag wird in den nächsten Tagen unterzeichnet.

AuS Athen kommen folgende Meldungen: Die Kammer, deren Arbeiten ohne Zwischenfälle vor sich gehen, bat ben Gesetz­entwurf über die Ei n kommensteuer in dritter Lesung an­genommen. Sie wird sich voraussichtlich in der nächsten Woche nach Annahme des Budgets vertagen. In der Nacht zum Mittwoch verhafteten Gendarmen in Kakolesi bei ChalkiS tner mit TypaldoS geflüchtet Marine-Offiziere, alS diese unter einem Baum schliefen. Jetzt sind alle Teilnehmer der Revolte bis auf Ty- valdoS und dem nächst ihm am meisten tätig gewesenen Marine- ossizier Domesulica fest genommen.

Der serbische Minister deS Auswärtigen Mile - wano witsch i-st <fm Mittwoch in R o m eingetroffcn und von dem italienischen Minister deS Auswärtigen Tittoni empfangen worden.

AuS Teheran wird gemeldet: Der Polizeimeister Efrem rückte mit einer Truppeiunachl zum Schutze ArdebilS aus, das von Lchahsewennen besetzt ist. Satt ar Khan, der aus Ardebil nach Serab geflüchtet ist, traf in Täbris ein und wurde trotz seines vollständigen Mißerfolges feierlich begrüfjt.

2ht» SlnOt itttöanÖ.

Gießen, 4. November 1909.

Tageskalender für Donnerstag, 4. Noo. Vortrag von W. 91 e u n b e r - Hannover: .Deutschlands Kolonien' <2. öffeutlicher Vortrag des JRmihn. und des OrtSgewerbevereinS. Aicuds 81/, Uhr in der neuen UniversitätSaula.

'Beitrag von Prof, epcngcl: lieber Variationen der F l ü g e l z e i ch n ii n g bei 2 ch io a l b e u s ch w ä n z e n. (Ober- hessische Gelellichast für Vlahir- und Heilkunde). Abends 8'/, Ubr Im Hörsaal des anatomischen Instituts.

** Hessische Standes Herren Prinz Viktor zu Erbach-Schönberg, Leutnant im (ßarde Regiment zu Fuß, ist zur deutschen Botschaft in Wien kommandiert. Er wird sich am Dienstag mit der Komtesse Elisabeth Szechenyi, der Tochter des verstorbenen Magnatenhaus-Mitgliedes vereho lichcn.

Pfarrdienst-Nachrichten. Ernannt wurden: Pfarrvikar Döring zu Oder-Ingelheim zum Pfarrverwaller; Pfarrvikar Stadler zu Wald-Uelvershemi zum Pfarr- Verwalter; Pfarrassistent Diff zu Groh-Rohrheim zum Pfarr- verivalter in Oppenheim; Psarrassistent Thaer, zuletzt in Affoldeidach, zum Pfarrassistenlen in Groß-Rohrheim. ® c - florben ist Pfarrer Christian Bernhard zu Nieder-Weisel. Zur Wiede rbefetzung werden ausgeschrieben die Pfarr- stelle zu Rohrbach (Tcf. Büdingen), dem Fürsten zu Isen- dlirg und Büdingen steht daS Präsentationsrecht zu; die 2. Pfarrstelle zu Beerfelden, dem Grafen zu Erbach- Fiirilenau steht daS PräsentatwnSiecht zu; die 1. Pfarritellc zu Babenhausen; die Pfarrslelle zu Villingen, dem Fürsten zu Solms-BraunfelS steht daS Präsentationsrecht zu; die Pfan' ell zu Lber-Ingelheim.

T ie Probefahrt der elektrischen Bahn findet voraussichtlich morgen vormittag statt.

** Schiller-Feier der Volksschulen. Zur Feier des 150. Geburtstages von Friedrich Schiller veran­staltet unser Stadttheater Aufführungen vonWil- Helm Tell" und vonDon Carlos". Die Reche derTell"- Auffichrungctl beginnt am Sar.tstag, 6. November, mit yvei Voistellungeu für Kinder der Volksschulen, und ztvar findet die Morgenvorstellung um 10* j Ul)r für die Schulen einiger Orte in' der Umgebung, die Nachmittagsvorstellung um 1 Hbr für die Kinder der Gießener Volksschulen statt. Diesen beiden schließen sich weitere Vorstellungen für die Volks- sthüler des Kreises Gießen und anderer oberhessischer Kreise am Montag, H. 9kov, Samstag, 13. Nov, usw an, die jedesmal morgens ihre» Anfang nehmen, damit die Kinder noch vor Dunkelheit wieder zuhause sind. Im ganzen sind es bis fetzt über 4000 Kinder der oberen VolkösckuilNafsen, die zum Teil mit Eisendatrnsonder^ügen nach hier kominen werden, um eine eindrucksvolle Setnllerfeier zu begehen. Für diese Vorstellungen frnb alle gesperrten Sitte vergeben, nur die Logenplätze tverden nicht von den Kindern besetzt iinb bleiben Aum Verkauf an der Kasse zum 'Preise von 1 Mk frei Für die Sh aber der höheren 3d>ulcn von Gießen und Umgegend tvird eine besondere Aufführung vonWil­helm Tell" sttrttsiiiden.

Wegen deS EtadtkirchlurmeS und der alten FriedbofSkapelle am NahnmgSberg, die beide seit iibet 100 Jahren im Besitz der Stadt sind, hat die evangelische Kirchengemeinde EigentumSansprüche erhoben und auf Grund deS Gesetzes vom 6. August 1902, betr. daS Eigentum an Kirchen, Pfarrhäusern :c., deren Uebcrfdjreibimg auf ihren Namen in daS m der Anlegung begriffene ©ninb- Und) verlangt. Die Stadtverordneten hatten seinerzeit Stadto. Iultizrat Grünewald damit betraut, auf Grund der Akten sich gutachtlich über die derzeitige Rechtslage zu äußern, de- sonders darüber, ob der Besitz der beiden altehrwürdigen Baudenkmäler gegenüber den Ansprüchen der Kirchengemeinde und gegenüber dem Gesetz vom 6. August 1902 von der Stodtgememde aufrecht erhalten werden kann. Stadto. olrüneiunlb hat fern Gutachten der lurrstiichen STomnufhon unterbreitet und auf Grund eme5 Antrages hat die Stadt- verorSneten-Versammlung vor Monaten beschlossen, den EigentumSanspnich der Kirchengemeinde auf Staöttunn und Totenkapelle nicht anzuerkennen und gegen die Ein­tragung der Kircheugemeindc als Eigentümerin der Bauwerke tnS Grundbuch Widerspruch zu erheben. bAach dem Gesetz mußte das KreiSamt für den Fall, daß du

Kirchengemeinde ihren Rechtsanspruch weiter verfolgen will, die Paneien laden, um eine Emiaung zu verbuchen. Tieiei Vorschrift ist nunmehr genügt worben. Am Montag haben Oie Vertreter der Stadt und der Kirche auf dem KreiSamk verhandelt. ES kam zu einer Einigung auf der Grundlage, daß der Stadtturm unter gewißen Beomgungen an die Kirchen- lemembe übergehen und die alte Totenkapelle auf den 9lamcr der Stadt in das neue Grundbuch eingetragen werden soll. Selbstverständlich ist die Einigung zustande gekommen unter dem Vorbehalt, daß Stabtoerordnete und Kirchenoarstand ihre Zustimmung dazu erteilen.

* Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, daß die morgige Aufführung des Lum viele-C diese Leutnant-" die unbdnngt letzte de- heiteren Lerkes ist

" Gießener Voiksvad. 3m Cf tobet wurden 8968 Bäder verabreicht gegen H/ZO int ceptcmber 1909 und 9*66 int Cftober 1908 oder im Durchschnitt täglich 289Bäder gegen 274 im ceptember 19-9 und dl8 tin Ctuber 1908. Ter Besuch hat sich wie folgt »erteilt:

Schwimmbad: 4039 Männer, darunter 1036 zu 10 Pfg^

, 919 Frauen, , 172 ,10 ,

Wannenbäder I. RI.: 197 Männer, 101 Frauen,

, IL , 697 , 475 ,

Brausebäder I. , H60 , 207 ,

, II. , 1047 , 256

Tampf- und £>ei6hifibäber loioie Massage rusammen 142 Männer. 28 Frauen. Tie Personenwage rouvöe von 240 Personen benutzt, da- Bad von 10 Personen beitcbttgt.

Da- Ende der Bach. Da- Tiesbauamt ist jetzt mit dem Anschluß der Gerbereien am Tiefenweg an die Kanalisation beschäftigt. Sind biefe Arbeiten beendet, bann wird der Reu der bet Den ältesten Chronisten unserer Stadt wegen ihrer gerade nicht angenehmen Gerüche berüchtigten Bach verschwinden^ Es handelt »ich pur noch um das Sluck, das hinter Den Häuiern der Bahnhofsttaße, die Schonzcnstraß- burrfwucrenb, nrf) hinzu:ht

Von den Wandernden. In der Herberge zur Heimat lehrten im Oktober 1326 Gäste gegen 1786 im gleichen Monat bc? Vorjahr- em, davon nahmen 616 gegen Arbeits­leistung (970 im Lotiahr) und 710 gegen Zahlung (816 im Vor­jahre- die Herberge in Anspruch. Im Arbeitsnachweis waren 117 offene Stellen zu besetzen. (dl gemeldete Stellen waren teils zurückgezogen, tells durch Fristablaus erledigt.') Unter kamen 115 Personen, darunter 45 .vanbioerfer und 70 Arbeiter Von den untrrgebrachlcn Arbettskrasien blieben ui Gießen 72 und nach außerhalb gingen 43.

* Der Gesangverein Harmonie beging am SamStag und Sonntag die Feier seines 63. Stiftung-- feste -. Samstag abend vereinigte ein Kommers die Sänger im Verein-lokal bei Bänlke, Brandgasse: mit ihm war ein Essen verbunden. Aach einem Frühschoppen am Sonntag vormittag folgte die auf nachmittag- festgesetzte und bestens verlaufene Unterhaltttng im Fclsenkeller. Neben Konzert, lnunoristischen und Gesangsvorträgen wur­den Theaterstücke zur Aufführung gebrackit, woran sich ein Tgnz schloß. Sämtliche Darbietungen wurden dankbar ent­gegen genommen. (Verspätet eingegangen.)

= Lollar, 3. Nov. Recht rege setzt das De re ins- leben mit Beginn des Wititerlsalbjahr- in unserem Gc sangverem Liedertafel ein. '2üu 19. Oktober galt es, das silberne El/c-Zubiläurn des Mitgliedes und Mitoegrün- ders der Liebertaiel, Fabrikant Schic man g k, yu feiern. Dem Ständchen am Ehrentage folgte am Samstag danach eine Nachfeier im Berein-lokalzur Linde", bei welcher Gelegenheit bas Lieblingslied de- Jubilars alsStunden- dM>r" vorgetragen wurde, da das Lies von Herrn Schiemangk gewünfcht, aber feit Iahr^hnten nicht im Verein mehr ge­lungen worden war. Am :1O. Oktober beging Mitglied Rohrbach fein 25jährigeS Iubilänm im Pvstdienst Ein Ständchen derLiedertafel" mit iiaa-folgeubem gemütlichem Beisammenseinzur schönen Aussicht" krönte den Tag, der auch diesem Jubilar zahlreiche Etzriingen und Ausmerk samkeiten, besonders von feiten ferner Borgesetzten, Kollegen, Freunde und Bekannten, brachte. Nunmehr sind die Borbereituilgen ^um Stiftungsfeste im Gang, das cnn Sonntag den 14. November in Lollarzur Linde" stattfindet.

X Ulrichstein, 7. Nov. Von der geplanten Ohmtal- Bahn, von der ganz still geworben war, fommt endlich wieder einmal ein Lebenszeichen. Zn jüngster Zeit war rin Vertreter der Eisenbahnbausinua Lenz u. Co. zu Berlin in der Gemarkung Ruppertenrod. Er besichtigte dort bie ge­plante UeberführungSlinic, die mittelst Zahnradbahn aufi dem Ohm- in daS ZlSbachtal führen fall, unb nahm eine Bobcn- pcobe auS ben bort gegrabenen Probeschächten mit. Die Ohmtal-Bahn soll nach ben neuesten Absichten nicht auf Station Mücke auslaufen, sondern hieran vorbei nach Grün, berg führen unb bort sich mit der neuen Licher Stinte ver- binden. Dieser Plan ist keinesfalls zu verwerfen unb würde der neuen Lmie entfchicben größere 'Jlcntabilität sichern. In diesem Falle soll auch auf bie noch ausstehenden 80000 Mk. der Bausumme Verzicht geleistet und bie Bahn in zwei Zähren dem Verkehr übergeben werben.

w. Mainz, 3. Nov. DaS GroßherzvgSpaar traf in Begleitung bcr Prinzessin Heinrich von Preußen, im Automobil von Schloß Wolfsgarten fommenb, um 3l/4 Uhr hier ein unb nahm im Schlosse Wohnung. Um 51/> Uhr traf auch Prinz Heinrich von Preußen ein. Der Aufenthalt bet Fürstlichkeiten ist auf einige Tage berechnet.

W. Frankfurt a M., 3. Nov. Zn einer heute abge- iwltenni AussichtSrcUsfitzuiig der Mitteldeutschen Kredit» bank benduett Die Tircltwn über die trorgclommenc Verun treuung, berat Gesamtbetrag auf 700000 Mark festgestellt ist. ES wurde baba Der Auffassung Ausdruck gegeben, daß die gegebenen strengen Instruktionen und die Kontrollmaßregeln au 11ch alS ausreichend angefeben werden tonnun, wenn auch bai letzige Vorkommnis zu roeiteren scharfen Maßnahmen bezüglich der Kvntrvllc und zu Äcnderungen der inneren Organisation Anlaß gibt Der Schaden, welcher die Bonk trifft, wirb noch Abzug der Versicherungssumme unb derjenigen Werte, die bei dem Iciraubantru beicblawuihmt sind, 01 ' O Mark geschätzt

Tie Dividende sür daS lausende GefchäftSjahr, die unter dem üblichen Vorbehalt auf 6>: Prozent taxiert war, bürite durch das tetzige Vorkommnis einen Rückgang von einem halben Prozent erfahren, ohne daß ine Reserven m Anvruch genom­men roerbat

L Frankfurt a. M, 3. Nvv Zn der Kapelle des Israelitischen FnebbofeS fand heute vormittag unter Überaus icUstreicher Setrilmung die Leichenfeier für Leopold Sonnemann statt. Der Sarg stand auf fturm Katafalk, um q?ben von einem Lvrbeerhain und brbctft mit lablrritben vrockn vollen fträiticn. Ein Okbct des 0^ ,glichen und eineiQrtrtie" vorgetragai von Solisten der Frankfurter Cptt. leitete dw ,feier ein. Sodann hielt Der Geistliche die Gedächtnis re de, in der cr die segensreiche Lebensarbat des Venkvrbenen fdrübrrte Nock abermaligem Gbcrgeianq wurde der Sarg unter den weibcoollen <; längen ancs PoiaunenchorS jur Grabstätte netrogen. wo zahl reiche v iibrcben jcbaltra wurden. Ter Pri'ttxnt der Zweiten

Türttanbergifcben Kammer, v Payer, idxlbate die volitische Bedeutung Leoovld Sonnemanns. Namen- des Verlag- unb Redaktion derFrankfurter Zeitung" wrach Direkwr Eurti. der stell vertret ende Borützende der Stadkverc'rdneten-Drr'ammlung Tr. Haa- gedcchtc der edolgretdxn Tätigkeit Sonnemann- im D'.-n-e der Stadl Frankfurt. Unzählige ÄTär.je wurden auch am ünabe Rclfach mit kurzen Ansprachen nieder gelegt, darunter im Awtr^ de» hessischen freisinmichen Landesvereins von Sradtv. Sang. Darmstadt. Mit einem weihevollen Chorgesang schloß tat tx> greifenbe Feier.

Hanau, 3 Nov. Im Balde bei Mittesbuchen hotte der landgräiltche Jagdaufseher Müller gemeinsam mit tarn Iagdauncher schreibet ben Weißbinder Fleischmann aui Hanau beim Wildern verhaftet unb beide wollten ihn nach Hanau in- Landgericht-gefängni» führen. Bei dem Gong durch den Wald hörten sie plötzlich Tritte hinter sich, moraef 1 Müllet den Nachkommenden anrifi. Al- Antwort he; .edoch eti Schuß. Zniolgedessen schoß Müller, der glaubte, daß der Schuß von einem Wilderet komme, ebenfalls unb streckte ben HeraM» kommenden ju Boden. Bei näherem Zusehen gewohnt er, daß et den Jagdaufseher Webet niedergeschossen batte. Man verbrachte den Schwerverletzten in da- Krankenhau- nach Hanau. Ter Schuß ist ihm in die Lunge gegangen. Der Bilde­tet war, den Vorgang benutzend, entflohen.

X Fulda, 3. Nov. Der Ktei-au-schuß beschloß, dem Ämi* tage eine Vorlage zu unterbreiten über ben Bau einer neben- bohnäbnlichen normal lpuiigen Kleinbahn zur Erschließ img des westlichen Teiles de- Ärrije» Fülda. Es sollen nach dem Vorsdilage ausführliche Vorarbeiten über ernt Linie von Großenlüder ober Cbetbimbad) nach dem Logel-derg vorgenommen werden.

- > - . - 1 - " 2<ircbc ttnö Schule.

Ter neue preußische Kultusminister gegen b i c gemeinsame Erziedu ng ?kach einer Blliiifr Meldung hat sich brr neue preußische stultu-ministcr kürzlich anläßlich einer Enticheidung energtid1 gegen die Zulassung Der Mäochen »um Unh-TTidit an bvbereu ü nahemdmlm ousgespeochen, zumal bie Madchrnichulrevriii unb die neuen Vestintmungai über das Ftoue» ftubmm allen Wünschen von Frauenvrreuien gerecht geworde» feit*n unb üjrlöuiig Die barau» zu folgernden Erfahrungen abgo» wartet iverven müßten, ehe man den Frauen nme Rechte em- räume. Im Interesse der Knaben sei vom gemiiniamnt Unter* richt beider itzeschlccküer abzusehen. Tie Mädckren, gewissermaßen die Pionlere der neuen Richtung )ur Erkämpfung gleichet Rechte mit den Männern, entwickeln fast immer einen emsigen Fleiß und spornen die Knaben zu emrm übertriebenen und unge­sund en Eifer ah. der schließlich zu einem heißen ii^Uvewerh rüLrr, unb in unserer nervösen Zeit in Den oberen Klaffen vov- jtitig zu einer nicht wiiilsdiensioerlen Ersdllaffung führt. Auch Der Verkehr beider Gescküechter lasse bei dem Mon^l nn 'lutuwlle Bedenken auftoninmi. Wimn man auch denr aesteigeNrn VirdungS- bcbürfitii? der Mädchen entgegen kommen wolle, so dirrie man aber nutü das Trängeri der Modttvii zum Unioersitäisshioium zu iehr begünstigen. Dieienigen Länder, die seit Jahren (Kmeiniomm Unten id)l zugelasien haben, irügen sich bereit» mit Dem G» danken, ihn nnedcc einzuschränken.

(ßcridit*faal.

Krefeld. 3 Nov Die ffd.t.igifr Verhandlung gegen M Naturbeilluiidigen Pastor Felke endete heute ma Der Frei­sprechung des Angeklagten Felke, war der sahrlässigen ro'ung eine- Bäckergehilfen, verursacht durch falsche T tainoit. an geklagt. Ter Staatsatin«lt hotte einen Monat i^fängnis beantragt.

Die Kieler Werftaffäre.

-- Kiel. 3 Nvv.

Ter ziveüe Derbanblungston in bet Mieter Werstassäre, übe, deren Beginn wir berichtet haben, bradne bie ivnirren Ber> nehmungen bet A »geklagten Die meisten An leNagtea bestreiten iebc Schuld In ousfiihrlicher Weise .inßen sich der AnqeNagtr Frankenthal uixe den <^efchästsv<rkehr mit der Werst. ES sei nchtig. daß Käufer von Altniaterialien auf Der Werit Svrtedc haben, wie sie sonst in ordnmigsniäßigen C-k didtee nicht uorvommen dürfen Diese Itorteile werden I>,rvorgerufen durch den Kolossalen SckKcndrian idid durch nnr >>rnbdabung der Geschäfte, umc man sie rannt für möglich halten lollle Um d»is Altmaterial kümmere sich fast nicminb. Es sei iedoch nicht richtig, daß icber JUiufa von Altmaterial mehr an <Gewicht bek'mmrit habe, als er bezahlle, wenngleich wie überall bei derartigen t^idwfte« gut gewogen wurde Die Vorteile hätten auf anderem i^kbie« gdegett, fo » B. in dem Zusamnnnwi neu von Materialien aller Art. Tie Tierkaufsdedmgungrn Der Werft seien naiv Es tei häufig oorgekonnnen, daß cnudur Posten doppelt verkmiit nmrd«. fooaü ixe Werft gar nicht in der Lage war, das zu fr fern, ivas ftc verkauft hatte Jeder Käufer suchte sich miv tarn Materialie», Ixmien das beste ans, rote die- auch seine Arbeiter taten Wetm bas gcmerlt wurde, tarn Direkwr Heinrich mib saate: DaS unter­läge ich Er ging bann aber wieder weg und die Arbeiter machte« e- fo wie zuvor, zumal der Direkwr kein Verständnis für das Material habe Er könne ntdu einmal Rotguß von Mesnngguß unterscheiden Die von der Werft aufgn'tefhen Mindest taten ipr.idx« jeher Veriumst Hohn. Sic wurden von emem Cbermvu'ter aus ge­stellt, der keine Ahnung r-on den Preisen hatte uiid sich bei nm Lieferanten erfunbigte, welche Taren er machen tolle. Diese Tarnt buten dann nwi Vorteile: Ersten» waren sie nicht zu teuer und iroeitmo wurden den Lieferanten die Preise bcfannL sodaß sie nicht mehr zu bieitu-hraxnhtrn, als die Taxe roor. Die Läufer von großen Cuiaiitilätcti iorglen auch durch einen Ring dafür, daß bie Konkurrenz au-gefchallel trnrhe Die im Rma Beteiligten haben dann die gemcinjara gebotenen Lost unter sich versteigert Auch lwi den Iiwentarstn ist oft nat * gehandelt wurden. Bettdecken airo Leinaoond wurden für 30 Pfa von bcr Werstl uerfauit und sväter als alte Letnewond von Der Werft für 2^°0 Mk tattber zurückgekauft. Für einen grofum Fockmast erhielt die Berit' 76 Mk., zunickgrkauft wurde er für 1000 Mk Toran« wurde txr Periwndlung auf morgen vormittag vertagt.

Am brittm Vorhandlung-lage schilderte Frankenthal die Vorteile, die den Käufern von Alimaterial infolge bei '<fXen* drianS auf der Kicker Werft enkstonden. Er habe z. B unter tat alten .stonfenswbren viele kupferne gefimbnt, wovon die Ver- walttmg ferne Adnung hotte 3d»n 190.3 habe er an die Werft gcfdntdm, daß die Händler burdi dos Hm tu tun befferrr Sorten auf die einzelnen Haufen großeZ^ruilc hätten Buchmäßig sei Die Kontrolle geradezu aroßartig gewesen So wurde t iimal rot Posten Allmatmol an.zevuicn, bcr 53000 Kilo und 91 ibraarm rortgen fvlllr Zn entern anderen Falle feien ihm Stahl roh« als Altmaterial verkauf', wurden Der Sachverständige, Ber- waltungssekrerär Müller gibt zu. es sei Pütgefommcn. daß bir Ausschreibungen nach Gewicll: erfolgten, das Material banr. aber auf Bitten der Lieferanten nach Haufen verkautt worden lei Der Angetlagte Franlemhalrflärte iiwiter. ooß das r.cinai auf bet - iit eine An Lon ricsptel war. Man bnnie^H

kaufen, ab r auch schlecht, deshalb mutzte man am passen und )uti das beste herausfuchen. Jetzt baue man io bei der Werft neue Lstdm.nnigen ausgestellt. ledocv aua> biefe seien ganz im kaufmännische obwohl man die geätzten Fehler beseitigt habe. Er babr nie mehr bekommen, als er zu beanspruchen hatte ©tun nach ietnen Buchern festgestellt worden fei, daß er nn größeres Quantum be- bnmrrn habe, fo habe b:<*> daran gelegen daß n wec wolle Noteeiafrn gegen geringwertige unig^ tausch: habe. Die vet- t tbtger L<baiuncn, daß die r nzelnen Reiiorls irunet ndihfl ge- Troacn hätten. b«c Anklamtupr «ich bei ihren ander: lonkeuta» Behauptungen nur auf Vennutunoen. Es werden bann eine Reihe von Briefen oerlrfcn, in denen die Schreiber Geiälligkeiten rvn .Frankenthal beanspruchen, wofür sie ihm ErfrnnUichkriten in Ans- licht steilen Ter 9lngcfui-i!e bestrettet, daß <> nch hier um nn- .auirr'- .kuwendungen bar>"u* Ter Bor'tzen>- bespricht bami das Aboandenk. mmrn von Br^fat und 3d)rnüäidat irobtenb der