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4.3.1909 Erstes Blatt
 
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Krcbitverorbnung es ist jetzt im ganzen Aich- nmb von Darlehen, von flre- igt wirb; diese Verordnung /ich früher entsimdene Ser« ?6en; aber ich bin doch nicht tutet für bic Eingeborenen. nicht, baf, ich bie Ehen eit unb Seiten; fie nett Missionare Lauen ja :u diese Ehen immer mehr eine Waste Ehen, ein gan^ verMche's, W Kn Mädchen tommt zn uns I \ 2ie ÄerbiAinisie bessern ebait. rSeiiati.) Tie Land« ssctreiär ja schon ertlart, m

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Erstes Blatt

159. Jahrgang

Donnerstag 4. März 1909

bin »°müLA"s'u'h7 «otatiensörn» undDetlag der vrühl'schen Unio.vuch- and Steindruckerei R. Lange.

Bezugspreis: ntorteHkfo 75 M., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePosr Mk. 2. viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPs^ auswärts 20 Pfennig.

Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuille­ton und , Vermischtes * K. Neurath; fürStabt u. Land" undGerichts­

Redaktion, Expedition und Druckerei! Schuiftraße r.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Nr. 53

Ter Slehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SlehenerZamilienblSNer; zweimal wöchentl.XeeiL- blaltsür-enUrtisSiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wtrtschaftllche Seitsragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschenr

Anzeiger Sieben.

Annahme van Anzeigen

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

prafidenlschaslrwechsel in Amerika-

Für die Vereinigten Staaten von Nordamerika ist der heutige 4. März ein bedeutsamer Tag. Präsident N o o s e - deit, der 7/2 Jahre hindurch daS höchste Amt des Landes verwaltet hat, tritt heute zurück, um dem neugewählten Prä­sidenten Taft Platz zu machen.

Die Machtmittel der nordamerikanischen Präsidenten sind nicht groß, sie können auf die Gesetzgebung des Landes nicht einwirken, sie können nur die Ausübung der Gesetze kon­trollieren und müssen sich im übrigen mit bloßen unverbind­lichen Anregungen zu neuen Gesetzen begnügen. Innerhalb dieser durch die Verfassung fcstulngrenzten Schranken seiner Befugnisse bleibt dem Oberhaupte dieses Landes kein allzu- welter Spielraum zu besonderer Betätigling. Es bedarf da schon einer sehr großen und starken Individualität, um trotz­dem Hervorragendes zu leisten. Eine solche Individualität ist Theodor Roosevelt, und eS gibt neben unserem Kaiser zur Zeit wohl keinen populäreren Mann an der Spitze eines Staates als ihn. Als Roosevelt nach der Ermordung Mc KinleyS die Präsidentschaft übernahm, da jauchzten ihm in Amerika Aller Herzen zu. Dieser ehemalige Führer der Rauhen Reiter, der sich so schlicht und natürlich zu geben wußte und der so unerschrocken für alles von ihm einmal als Rechterkannte eintrat, mußte gefallen. Man hat Roose­velt, wohl nicht mit Unrecht, den echten Typus des heutigen Anierikanerß genannt. Alle die neuen kulturellen Strömungen in den Vereinigten Staaten haben in ihm ihren besten Re­präsentanten gefanden. Aus einer dieser Strömungen heraus ist der Kampf gegen die Allgewalt und Uebermacht des ame­rikanischen Kapitalismus erwachsen, und Roosevelt hat diesen Kampf während seiner ganzen Präsidentschaftszeit unbeirrt fortgesetzt. Wenn ihm der endgültige Sieg auch nicht be- schteden war, so lag die Schuld wahrlich nicht an ihm, sondern an der Gesetzgebung, die eS ihm nicht erlaubte fester zuzupacken. Der nackteste Egoismus, wie er sich in den Trusts verkörpert, ist bisher siegreich geblieben und er hat sogar gedroht, Vergeltung zu üben, sobald Roosevelt erft die schützenden Mauern des Weißen Hauses verlassen habe. Man will Beleidigungsklagen gegen ihn anstrengen, weil er als Präsident das Verhalten der Trusts aufs schärfste gemiß- billigt hat. Nun Roosevelt ist wohl nicht der Mann, sich hierdurch irgendwie schrecken zu lasten. Ist es ihm nicht vergönnt gewesen, seinen Feldzug gegen die Trusts glücklich zu Ende zu führen, so wird aller Voraussicht nach sein Nach­folger Taft der geeignetste Mann sein, diesen Kampf fortzu­setzen. Vor allem scheint auch Roosevelts politische Tätigkeit mit seinem jetzigen Scheiden aus dem Amte noch keineswegs beendet zu sein.

Wie Roosevelt aus sozialpolitischem Gebiete anregend und fördernd gewirkt hat, wie er der Ueberanspannung der Hoch- schutzzollpolitik entgegengearbeitet hat, so ist er auch den Aus­wüchsen des Rassen- und Nationalitätenhastes entgegengetreten. Indem er bemüht war, die Vereinigten Staaten nach außen hin durch starke Rüstungen zu schützen, hat er aber doch nichts unterlassen, um den Frieden zu sichern. Die Ein-

berusung der zweiten Haager Konferenz war sein Werk, und der Friedensschluß im russisch-japanischen Kriege hauptsächlich sein Verdienst. Insbesondere wir Deutsche haben allen Grund, anzuerkennen, daß Roosevelt und alle Zeit ein warmer und ehrlicher Freund gewesen ist, der immer bemüht gewesen ist, an der Besterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen mitzuarbeiten. Man weiß, wie hoch auch unser Kaiser Roose­velt schätzt, und wie er ihm bei jeder Gelegenheit Beweise dieser Hochschätzung gegeben hat. ES ist wohl daS Gefühl einer gewissen Geistesverwandtschaft, daS eine hohe gegen­seitige Wertschätzung erzeugt hat. Was die Geschichte auch immer mit Theodor Roosevelt vorhaben mag, heute steht schon fest, so meint dieKölnische Zeitung', daß sie ihn unter die großen Präsidenten der Vereinigten Staaten einreiben wird. Aehnlich äußern sich auch andere Zeitungen; alle gedenken sie mit Worten der größten Sympathie des scheidenden Prä- sidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika. E. A.

Die Kommiffionsberatung über bie ginnnjrcform.

Auch gestern ist noch keine Entscheidung über die Vorschläge der Unter kommt, sion gefallen. Die links.iberale Fraktionsgemeinschaft war gestern abend zu einer erneuten Beratung über die Vorschläge zusammengetreten.

Man ist hierbei zu dem Beschlüße gekommen, den zur Beratung gestellten Entwurf betreffend die Besitz st euer als Grundlage zu weiteren Verhandlungen über di­rekte Reichs steuern in der ersten Lesung in der Kommission unter ausdrücklichem Vorbehalte späterer Entschließungen vor-- läusig anzunehmen. Es ist somit zu hoffen, daß die heutige Sitzung der Finanzkommission eine Klärung der Lage bringen wird.

In der gestrigen Sitzung der Kommission waren die Aus siihrungen des Bundesbevvllwächtigten von besonderem Interesse. Zunäckyt trat gestern die Finanzkommission wieder in die Beratung oer Anträge Gamp und Herold ein. Die einzelnen Par teien vertraten noch einmal in längeren Ausführungen ihren bereits früher eingenommenen Standpunkt. Ter Abg. Tr. Weber (Natl.) erklärte, daß seine Freunde gegen beide Anträge stimmen würden. Ter Antrag Hervlo sei aus mehreren Gründen unannehmbar. Er sei weiter nichts als eine nochmalige Kodifizierung des be­stehenden Zustandes; stelle vielmehr noch einen Rückschritt dar, da er die letzigen unbegrenzten Matrikularbeiträge auf 150 Mil­lionen begrenze. Ter in ihm enthaltene NameBesitzsteuer" sei eine Phrase, da der Antrag keine Bestimmung über die Art der Heranziehung dis Besitzes und über bie notwendigen Minimal­grenzen enthalte. Der Antrag Gamp enthalte einige Gedanken, die vielleicht eine brauchbare Grundlage für eine weitere Beratung ab geben könnten, sei aber in anderen wichtigen Teilen gleichfalls unannehmbar.

Hierauf erklärten nacheinander Vertreter Bayerns, Sachsens, Württembergs, Badens und Hessens, daß die beiden Anträge Herold und Gamp, besonders der erstere, für ihre Regie­rungen unannehmbar sei. Sie bedeuteten einen schweren Eingriff in die Finanzkraft und die Finanzhvheit der Einzel­staaten, die dadurch gezwungen würden, alle ihre Steuergesetze umzuändern. Auch sei zweifellos eine Verfassungsänderung in den Anträgen enthalten, die überall die Zustimmung der Land­tage erforderlich machen würde. Wenn der Bundcscat eine Reichs­vermögenssteuer als unannehmbar bezeichnet habe, dann gälten gegen die beiden Anträge, die im Grunde auch nur auf eine Vermögenssteuer binausliefen, die gleichen schwersten Bedenken. Zu diesen staatsrechtlichen Bedenken kamen solche finanzieller Natur. Es würde, was doch die Aufgabe bei her Finanzrewrm sei, mit diesen Vorschlägen kein neues Geld geschahen. Interessant war die Feststellung des bayerisck-en Bevollmächtigten, daß durch die Nachlaßsteuer höchstens 15 Prozent der Bevölkerung in Bayern gtrofsen würden, ein Prozentsatz, der in an> deren süddeutschen Staaten sich noch geringer stelle. Der

bayerische Bevollmächtigte erklärte, daß seine Regierung nach wie vor eine Besteuerung der Erbschaften als den gangbarsten Weg erachte, um eine reinliche Scheidung zwischen Reick)s- und Landes­finanzen und damit eine wirklich brauchbare Finanzreform zu- stände zu bringen. Er konnte ebenso wenig wie die anderett Bundesitaatsvcrtreter eine Aenderung des festen Standpunktes seiner Regierung gegenüber den vorliegenden Anträgen in Aus­sicht stellen.

Ein Vertreter desZentrums nahm gegen diese Aeußerungen sehr scharf Stellung und betonte gegenüber einem sozialdemv- fratifefen Mitgliede, daß die Stellung des Kanzlers gegen irgend eine einzelne Partei für die Lösung der Finanzreform ganz gleich­gültig sei. Tas Zentrum werbe hierbei seine Pflicht aus nationalem Interesse tun. Gegenüber den Ausführungen Tr. Webers hielt das Zrntrumsinitglied den Antrag Herold ausiecht, erklärte sich aber tercit, einigen berechtigten Bedenken durch Abänderungen stattzu­geben. Insbesondere erklärte er sich mit einer einheitlichen Fest­setzung der Bestimmungen über die Art der Heranziehung des Besitzes in den Einzelstaaten durch den Bundesrat einverstanden. Eine Minimalgrenze sei nicht erforderlich, da schon wegen der Kostspieligkeit der Erhebungen eine Besteuerung geringer Ein­kommen wohl ausgeschlossen sei. Ter Vorzug des Antrages Herold vor dem Anträge Gamp beruhe darin, daß er keinen Eingriff in Die Finauzhoheck bedeute, sondern für die Einzelstaaten g u r eine Direktive" gebe. Tie verbündeten Regierungen wurden daran erinnert, wie viele und wie bedeutende Eingriffe in die Hoheit der Einzelstaaten mit der Einführung des Bürgerlichen Gesetze bud)c3 verbunden waren.

Ter Schatzsekretär hielt seine neulichen Erklärungen zu den beiden Anträgen aufrecht, betonte aber, daß sie nur seiny persönliche Ansicht darstellten, da der Bundesrat -bisher noch nicht dazu Stellung genommen hätte. Ein Mitglied der ReichS- vartei stellte gegenüber dem Zentrum fest, daß doch eins große Annäherung der Ansichten in der Kom­mission alljährlich tfattgefunben habe. Die Re- gierungen so llteneinse he n, daß süreineNach lab­st euer keine Mehrheit vorhanden sei, und sollten ge­meinsam mit der Kommission einen anderen praktischen Weg suchen. Ten vielfaäten Bedenken Tr. Webers gegen den Antrag Gamp versprach der Redner in mehreren Punkten Rech­nung zu tragen. Ein freisinniges Mitglied konstatierte, wie gestern Tr. Weber, die vollzogene Aenderung des Standpunktes des Zentrums in bezug auf die Höhe des Bedarfs und die Art Der Aufbringung der Mittel und wies bezüglich der nunmehr aucki vvm.Z 'ntrum geforderten direkten Heranziehung des Besitzes durch das Reich auf Andeutungen in der Subwrnmission hin, die zu erkennen gegeben hätten, daß das Zentrum eine Besitz­steuer vorzuschlagcn gedächte, die für die Linke unannehmbar sei. Aus eine Zwischenfrage des Abg. v. Gamp an Tr. Spahn, ob daS die Diiüibenten ft euer fei, schwieg Tr. Spahn lächelnd. Tas freisinnige Mitglied erklärte, daß feine Freunde beide Anträge ablehnten, sie wollten eine direkte Heranziehung des Besitzes, wobei die Frage, ob durch Nachlaß­oder Erbsckwfts^ oder Vermögens-Steuer, für sie nur untergeordnete Bedeutung habe. Ein konservatives Mitglied ko n |t a4 tierte gleichfalls die starke Annäherung der Än-- schauungenderMehrheitder Kommission. Es handie «ich jetzt nur noch darum, eine Formel zu finden, die ohne An­tastung dcs Budgetrechts der Lairdtage eine Besteuerung des Be­litzes darstelle. Er zweifie nicht, daß diese Formel zu finden wäre. Tie gleiche Anschauung vertrat ein Mitglied der Wirtscha ft- lichen Vereinigung, das an den Bundesrat noch Die Auf­forderung richtete, eine neue Vorlage über eine Wehr st euer! in einer anderen als der vorgeschlagenen Form der Immission vvrzulegen. Hierauf vertagte sich die Kommisiion auf morgen.

Die Balfanfrifis.

Die einzelnen Meldungen über die Haltung Serbiens gehen auch heute weit auseinander. Nach einer Meldung des Wien. Korr-Bur. aus Belgrad vom 3. März wurde' dort an maßgebender Stelle erklärt, daß die serbische Negierung im Laufe des Nach­mittags die Antwort auf die vom russischen Gesandten im Namen

IClcitw» Feuilleton.

Aus Wilhelm Buschs Nachlaß erscheint, wie wir neulich schon mitgeteilt haben, demnächst bei Lothar Joachim in München ein neuer Band Gedichte. Der Bant führt den TitelSchein und Sein" und umfaßt 75 jugendfrische Gedichte, die in dem stillen Pfarrhause zu Mechtshausen während der letzten Lebenszeit des Meisters entstanden sind. Wir können aus der Sammlung heute schon das folgende Gedicht wiedergeben, das den Band in Faksimile schmückt:

Verzeihlich.

Er ist ein Dichter, also eitel, Unb, bitte, nehmt es ihm nicht krumm, Zieht er aus seinem Lügenbeutel allerlei Brimborium.

Juwelen, Gold und stolze Namen, Ein hohes Schloß im Mondenschein Und schöne, höchstoerliebte Tarnen, Dies alles nennt der Dichter sein.

Indessen ist ein enges Stübchen Sein ungeheizter Aufenthalt.

Er hat kein Geld, er hat kein Liebchen, Und seine Füße werden falt.

Gastspiel deutscher Künstler in Paris. Die Mitglieder des Düsseldorfer Schauspielhauses er­öffneten Samstag im Marigny-Theater in Paris ihre Gastvorstellungen mit GrillparzersMedea" und erweckten durch ihr stimmungsvolles Spiel und die eigenartige Szenerie lebhaftes Interesse. Der Vorstellung wohnte der Minister des Aeußern Pichon mit mehreren höheren Be­amten seines Ministeriums, der deutsche Botschafter Fürst R a d o l i n mit Gemahlin, Botschaftsrat Frhr. v. Lancken, mehrere Mitglieder der österreichisch-ungarischen Botschaft, l'owie ein zahlreiches, zumeist den Pariser Kunst- und Schrift- stellerkreisen angehöriges Publikum bei.

TerZarven u". Ferdinand von Bulgarien ^at glücklich einen Spitznamen weg. Er hat ihn den Eng­ländern zu verdanken, die sich darüber ärgern, daß er beim Begräbnis des Großfürsten Wladimir vom Zaren mit könig­lichen Ehren empfangen wurde. Das bekannte Londoner AitzblattPunch" hat den fürstlichenParvenü" nun in

einer KarikaturZarvenu" genannt, und die Tageszeitungen griffen den nicht üblen Scherz mit großem Hallo auf.

Das Paradies am Nordpol. Der amerika­nische Geistliche Reverend William F. Warren behauptet in einem von derMethodist Review" veröffentlichten Ar­tikel, unter Anführung zahlreicher Argumente, daß das Paradies der Bibel sich nur am. . . Nordpol befunden haben könne. Der originelle Theologe beginnt mit der Aus­scheidung aller gegnerischen Hypothesen, wonach das Pa­radies in Jerusalem, im Somaliland, an den Ufern des Rheins, auf den Scilly-Jnseln, in England und wer weiß wo sonst noch zu suchen wäre. Nicht minder töricht sind nach seiner Ansicht die Theorien, die die Ehre, die Wiege des Menschengeschlechts gewesen zu sein, an Aequatorialaftika, Australien oder Kleinasien zedieren wollen. Ausgeschaltet werden muß endlich die Erzählung des letzten Buches Mose, da sie einer historischen oder wissenschaftlichen Basis er­mangelt. Wenn man als richtig annimmt, daß die Erde sich nach und nach, sozusagen stufenweise abgekühlt hat, müssen die Polarländer die ersten gewesen sein, in denen sich Leben zeigte: diese Ansicht wird ja auch durch die Geologie und durch die Paläontologie bestätigt. Der Urmensch hatte keine Schiffe: die Eroberung der Erde durch ihn läßt sich also nur dann erklären, wenn wir annehmen, daß die arktischen Länder den Ausgangspunkt feiner Invasion bildeten. Die Tradition der ältesten Völker bestätigt diese Theorie: die Veden sprechen wiederholt von einerMitternachtssonne" und enthalten Anspielungen und Vergleiche, die für ein halbtropisches Klima, wie es das Klima Indiens ist, gar nicht passen würden. Nach der ägyptischen Mythologie be­fand sich die Sonnenstadt On.am Nordpol. Ist das nun klar?

Ausrottung der Seehunde? Nachfolgenden Mahnruf veröffentlicht die Stuttgarter Monatsschrift der Gesellschaft der NaturfreundeKosmos", die auch dem Heimat- und diaturschutz besondere Beachtung widmet. Durch die Tageszeitungen geht eine Notiz, laut der zwischen Schweden, Deutschland und den übrigen Ostseestaaten ge­meinsame Maßregeln zur Ausrottung der Seehunde an= gestrebt werden. Das wäre im Interesse des Naturschutzes

außerordentlich zu bedauern, und es ist deshalb zu wünschen, daß alle naturfreundlichen Vereine und Körperschaften bei­zeiten ihre Stimme gegen diese neue Vergewaltigung unserer ohnehin schon so verödeten Natur erheben. Anlaß zu diesem Vorgehen haben wohl die Klagen der Fischer über den ihnen durch die Seehunde zugefügten Schaden gegeben. Ist es damit wirklich so schlimm? Nun, es läßt sich nicht leugnen, daß der Seehund ein arger Fischräuber ist und täglich 5 Kilogramm Fische verzehren kann, wenn er sie hat. Aber im Sommer wenigstens bilden doch allerlei Krebstiere, Mollusken, Seesterne und dergleichen für den Menschen gleichgültige Meeresgeschöpfe die Hauptnahrung. Die berühmtesten Seehundsjäger der Nordsee, Altmanns, Vater und Sohn, haben über 500 Seehundsmagen geöffnet und darin überwiegend Krabben und Garneelen, nur nebenbei auch Schollen und Butten gefunden. Ebenso ist der bekannte Zoologe Nehring auf Grund eingehender Unter­suchungen zu dem Schlüsse gekommen, daß der der Fischerei durch die Seehunde zugefügte Schaden nicht groß genug sei, um ihre unnachsichtliche Verfolgung zu rechtfertigen. Und dann darf gerade bei den Verhältnissen am und im Meere am allerwenigsten ein kleinlicher Maßstab angelegt werden. Die weite Salzflut birgt ja solch unendliche Reich­tümer, daß all ihre Kinder fast mühelos ihre Nahrung finden, ohne sich gegenseitig zu beeinträchtigen. Auch der unersättliche Mensch wird in der Ostsee nicht weniger Flun­dern und Lachse fangen, wenn dort noch ein paar tausend Seehunde ihr Dasein fristen, die ja ohnedies oft genug mit ihrem schönen wasserdichten Fell für ihre Fischräube­reien büßen müssen. Ob es wohl überhaupt noch so viele sind? Die anziehenden Tiere dürften doch schon ziemlich selten geworden sein. Ich wenigstens habe bei einem mehr­jährigen Aufenthalte am Ostseestrand kaum ein Dutzend zu Gesichte bekommen. Ein Grund mehr, ihrer planmäßigen Ausrottung mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten."

Rleme (£bronil an» n i« it u n D W l l i e n s ch a s t. Im Befinden des tzo^chauspielers Matkowski, der in einem Sanatorium bei Berlin weilt tft eine Derartige Verschlimmer­ung emgetreten, das mit der Möglichkeit seines Ablebens gerechnet werden muß.