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6.1.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 4

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Mittel und durch die svrlschreitenbe Entwicklung der Tecl;uik leicht wird ausgeglichen werben. können- Jnsoesonbere war an-uerlenneu, |

Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntag».

DieSiehener ZamMenblStter" werden bem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das *Krei$blatt für de« Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen SeU- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

ES holgt die Beratung zur

Adresse auf die Thr^rede.

Der Vorstand der Mainuiei schwer wüt folgenden Wvrt-

DeuL^ches Ueich.

Berkaus der königlichen Schlösser. Die von Berlin aus verbreitete Nachricht von dem angeblich beab­sichtigten Verlaus des Osnabrücker Königlichen Schlosses wird durch das Hausministerium dementiert.

Gegen die Schmutz- und Schundliteratur. Die Hamburger Polizeibehörde hat den üssentlichen Zei­tungshändlern den Berkaus von Schmutz- und Schund-Lite­ratur verboten. Von diesem -Verbot wurde auch der Sim- pli^'ssimus betroffen.

Die Arbeitslosen in Leipzig. Vor dem neuen Rathause in Leipzig versammelten sich gestern gegen 12 Uhr etwa 200 Arbeitslose, durch die eine Deputation an den Oberbürgermeister Dr. Dittrich entsandt wurde mit der Bitte unr Beschästigung und Arbeit. Dr. Dittrich erklärte, daß in den nächsten Tagen dtotstandsarbeiten in Angriff ge­nommen werden sollen, durch welche einigen hundert Ar- beitslosen Beschäftigung gewährt wird.

Ausiand.

Ein geplantes Attentat aus den König von Dänemark. Politiken will wissen, daß König Freden? an Sylvester einen anonymen Drohbrief erhalten habe, worin es hieß, daß er das Neujahr 1909 nicht überleben werde. Aus Drängen seiner Umgebung hielt sich der Könrg während des Festes im Schloß auf. Für ein geplantes Atten­tat fehlt indessen bis jetzt jedes Anzeichen. Wahrscheinlich handelt es sich nur um einen niederträchtigen Streich.

Zur Bombenexplosiou in St. Petersburg. Die Petersburger Polizei hat einen jungen Menschen ver­haftet, der, wie nunmehr sestgestellt ist, das im Cafe Zentral explodierte Geschoß hingebracht hat. Bekanntlich hatte diese Bombenaffäre Veranlassung zu dem Geriicht von einem Attentat gegen den Zaren gegeben.

Rotationsdruck und Verlag bet VrühNch« UnwersnätS Brech- und ©teinbrudeteL R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition and Druckerei: Scbu>- strotze 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. TeU-Adru AnzeigerGretzen.

hc. Zur Bekämpfung deS Nebels hat, derUmschau" zufolge, Sir Oliver Lodge eine Erfindung gemacht, mittelst acr ee die Nebelwotten durch elekrrifäze Entladungen vertreibt. Die Elettrizität wird in die NeoLbttnwiphäre durch eine Anzahl von Scljciben geleitet, die sich am oberen Ende langer Masten bc- findcn. Der Strom lvirkt direkt auf den Nebel, der unter der elektrischen Eimvirkung durchcmandergcwirbelt wird und schließlich zur Erde nieüersintt. Bei einem Experiment im Freien in Liver­pool erreichte man nun mit einem dieser elektrischen Masten eine Klärung der Atmosphäre in einem Umkreis von Über 20 Meter Durchmesser. Für Den Eisenbahnverkehr sollen die außerordent­lichen Vorteile dieser Art liebelbekämpfung schon jetzt erwiesen sei«.

Längs des Meeresufers ist der Weg mit Leichen bedeckt, in den schreckt iästten Stellungen, den Ausdruck der Todesangst noch m den verzerrten Mienen, die erstarrten Augen wett geöffnet uns glanzlos ins Leere glotzend. Die meisten sind furchtbar verstummLlr und zerschmettert. In Sbarre Superiore umringt uns lammerno die Bevölkerung:wir hungern, wir lMNgern, Hilse, Hilfe! Aber sie verharren auf der UnglückSftütte, inmitten der halbver- >ocften Leichen, deren Geruch lvie eine ekelhafte Wälke üver allem lngt." In Palmi hat man ein paar üoriggeblredene Mauern mit einem Zelttuch irbcrspaimt und hier die Verwundeten gebettet. Den meisten sind Arnre oder Berne zerschmettert, dre Gesichter durch Quetschungen entstellt; unzählige Lttnputatwnen waren notig und viele der Verwundeten werden wohl kaum dem ^de entrissen rverdcn können.Eine weinende Frau packte mich beim Stock und zog mich zu den Ruinen chres Hauses. Alle Angehörigen, n-aren zugrunde gegangen. Ich folgte ihr mit einem Ooerst durch eine enge Straße bis zu einem Haufen zusammengLstürster Mauern. Dort blieb die Alre sttl-en und starr und ausdruckslos murmelte sie: sieben Tote. Ein dumpfes Schweigen herrschte und als wir naher traten, sahen wir Mischen Balken und Sternen erstarrte Körperteile hervorragen, eine Faau, ein Kind, und ein Mann. Als wir wieder aus der Gasse herausttettern, begegnet uns ein un­endlich langer schweigsamer Zug von Karren und Tragbahren; auf ihnen ruhten gräßlich zerschmctterre menschliche Ueverreste, Lerchen, einzelne Körperteile; verzweifelte Angehörige sckstcpptcü hier die letzten Reste i fiter wieder gefundenen Lieben davon."

Art her Selbstverwaltung niederzuriugeu. Ware er boshaft ver­anlagt so würde er sich über die Wirkung der Maßnahme tm Mühlheimer Kreise nur freuen können. Es sei nicht loahr, daß sich die Sozialdemokratie außerhalb der -Staatsordnung stelle. Sie b-kämpfe freüich die heutige Staatsordnung und hoffe deren Umsturz aber auf friedlichem Wege. Selbst der Abg. Wasserburg habe sich nicht gesck)eut, in diesem Hause seinen revolutionären Standpunkl offen kundzugeben. Wenn man von seiner Wartet Die Erfüllung der staatsoürgerlichen Pftickstcn oerlanZe, müsse man ihr auch die staatsoürgerlichen Rechte zugestehen. Die Fort­setzung der bisherigen Politik des hessischen Ministeriums bedeutet eine offene Gefahr für das Land.

Abg. Dr Schmitt entgegnet, eine bessere Rechtfertigung oeS Standpunktes des Vorstandes, als die eben gehörte Rede Ulrichs, Kitte es kaum geben können.

Al'g. Orb sucht die Ausführungen Ulrichs zu reckstserttgen.

Da sich niemand wetter zum Worte meldete, erfolgte die Abstimmung. Die Adresse wird mit allen gegen die -stimmen Der Sozialdemokraten und der Freisinnigen angenommen.

Dos Haus vertagt sich gegen L Uhr auf unbestimmte Zeit.

Der Finanzausschuß der Zweiten Ständekammer hat heute, Mittwoch, vorm. 10 Uhr feine Etatsbera- tungen begonnen. Der Finaltzausschuß der. Ersten Kammer gedenkt seine Ltatsberatmigeu gegen Ende dieses "Monats abzuhaUen. __________________

Die Anfrage lautet:

Bei der starken Opposttion, welche nicht allein feilens der Städte, sondern auch seitens der Landorte, welche mit Gas und Elektrizität bereits verseljen sind, gegen die Gas- uni> ElertrizitatS- Ueuer besteht, fragen wir bei der Regierung an, welche Stellung ne hinsichtlich dieser Steuer im Bundesräte eingenommen hat."

Staatsminister Ewald erklärt sich zur Beantwortung dteser Frage sofort bereit und verliest eine längere Erklärung der Regie­rung, in der es unter anderem heißt:

Die Einführung einer Lleuer auf Gas- und Elettn^itats- Vcrbraud) wurde den verbündeten Regierungen von der Rcichs- leitung in Zusammenhang mit dem Gesetzeittwurs bett. Verbrauch und Besitz vvrgelegt als einer der maßgebenden Vorschläge, die zur Gesundung der Reichssinanzen beitragen sollen. Wenn schon die Absicht, die Produktionsmittel einseitig mit einer Steuer z-u belegen, grundsätzlich bedenklich erschien, ,o nötigten bas^unab- weislick)e Bedürfnis des Reick)es nach Erschließung neuer Steuer- quellen und der völlige Mangel an geeignetem Ersatz, den Vor­schlag der Gas- und Elektrizitätssteuer nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen. Zugunsten dieser Steuer spricht wetter der Umstand, daß die verhältnismäßig niedere Belastung de- Einzelnen durch die Zunahme der Verbrauchs der in riiede stehenden

hat sich aller bemäckstigt: angesichts der Furchtoarkett des Un­glücks scheint man die Sprache zu verlieren, aoer dies« dumpfe Ruhe wird grauenvoll Unterorock)en durch die halberstickten Hilfe­rufe und das Stöhnen der Verwundeten, die irgendwo unter den Trümmern begraben noch mit dem Tode ringen. . . Aus der Umgegend sind allerlei Landstreicher Heron gestromt, die die noch umherliegenden Leichen piunderli. Gestern wurden 24 dieser Burschen standreckstlich erschossen." Unter dem strömenden Rcgcn (tat man versucht, für die Verivundeterl Hvspttäler zu improvisieren, aber wie es an Nahrung uiti> an Brot fehlt, so fehlt es lwch an Heilmitteln und Verbandzeug. .Durch die Rumen sästeichendie Gestalten Halboeil-ungerter, die verzäueifelt im Saiutte wühlen, um eine Brotkruste oder einen Knoä>en M erhaschen. Jhc Un- gludlidien sind fast alle kaum bekleidet, tm Schlafe hat bve Kata­strophe sie überrascht. Draußen in den Gärten haben die Truppen bereits begonnen, die Leichen zu bestatten, ^ast alle, die die furchtbare 'Rächt überlebt haben, sind völlig gebwchen, und mit oumpfer Apathie hocken sie aus den Ueberrcsten ihrer Häu,er und starren gleichgiltig den Truppen nach, ohne eine Hand zu rühren.Ich sah eine Frau wie rasend ui den Trummewi graben", so erMhtt em englischer Korrespondent;als em Geist­licher sie ansprackd sagte sie, sie müsse die Leiche ihres Kindes finden. In Wickliästett war das Kiiw in einem ganz anderen Stadtteil verschüttet. Die Rettungsarbetten Itotien bet den Be­troffenen ans völlige Gleichgiltigleit. Zn ihrer -oerzweislung ludjen jic bei bet Ällutocbt ~ro|t und taugt »wfflW » Büßern durch-icl-en jammernd und klagend das Rumeiiseld. Als ich nadi Neapel zucückfuhr, sah ich einen Zug von 200 zerlumpten plmntastisck) verhüllten Gestalten, die hinter einem halbzerstörten Abbild der Zungsrau einl-ersck)ritten, das aus den Rumen des Lomes gereitet worden war." Und wie in Messma, w ist es auch ui allen anderen Städten, die dem Erdoeoen zum Opfer ge­fallen find. In der Umgegend von Reggio sind ganze Land- itiidw ui Sümpfe und)raste uutgeiuanocLt und die Topographie 0C5 Landes hat sich völlig verändert. Längs der Küste sind alle Häuser von den Erdstößen zertriimmert und von den Flutwelten iveggejdstvemutt.Als ich durch die Pellaro Lun,z so schildert cm Korrespondent seine Reise nach äieggio,sand ich statt der blühenden Ortschaft nur wirres Gerümpel. Unbecröigt lagen Hunderte W Leichen auf der Straße und zlvijchen den Trümmern.

Allerdurchlauchtigster Großherzog, Allergnädigster Großher­zog und Herr! Euer König!. Hoheit haben bei der feierlichen Er- öünung bu? 34. Landtages d-n Landessdänd-n des Grobherzogtums Fhren Landesherrlichen Gruß entböten und w allerhochstdew Thronrede erwähnt, daß Euer SgL Hoheit mit Vertrauen deni Verlaufe und den Ergebnissen und den Beratungen der totanbe entgegenseyen. Indem wir Euer Konigl. Hoheit für diesen Be­weis landesherrlichen Vertrauens unseren ehrerbiettgst»-n Dink aussprcchen, erklären wir uns bereit, zu unserem Teste Die landes^ ständiscben Arbeüen ziclbewußt -u fördern und sie zum Wohle und Gedeihen des geliebten Heimatlandes -nm Abschiutz bringen -u helfen. Die Aujgaoen, die dem Landtag gesteckt wecoen, betreten Diesmal überaus wichtige Gebiete und Snterefjen des staatlichen Lebens, so daß cs der Anspannung aller Kräfte Der gqebgebeiiixn Faktoren bedürfen wird, nm sie zum Segem des Lanöcs zu Gfeu

Mit besonderer Freube begrüßen wir die Zusage, vag Die Wiedervorlage eines Gesetzentwurses über Die Sie form des LaiwtagS- wahlrechts erfolgen wird. Die Zweite Stammet wird das aus- richtigste Besttcben zeigen, den dieSbezüglicl-en Äibsichten der Re- giermig entgegen zu Euncincn und mit Hingeoung auf erneii end- [jmen Abschluß der Rcfvrniarbctt hinzuwirken. Möge diese uon Oer gesamten Bevölkerung Des Lalwes so DrmgaiD geivunschie gesetzgeberische Form unter strengster Aufrechterhaltung Der Volks- rechte ihre Erledigung finden. Nicht muiDer loerbcn >mr es be- grüßen, wenn die Reform des Gemeindelä-uerlmfenS und der Veilralttmgsgesetzgebung auf diesem Landtag zu einem gedeihlichen Ende geführt werden kann. Wir geben uns gerne der voffnung hm, daß auch üi dicfer, für das Lau» jo bedeutungsvollen Frage ein befriedigendes Ergebnis erzielt werde.

9Jiit Euer JtonigL Hoheit beklagen nur die augenblickttche un- günstige aUgemcine Wirlfd-astslage, welche ihre Rückunrkung auch auf die Vorgänge im ösfenttichen Leben uiSbesonSett auf Re jinaiizicllen Verhälttiisse des Rcickses und Staates äußert. Mu Alleihöchstdemselben hoffen wir mit Zuoersichl auf eine oalUgt Gejuudung der Fulanzwirtfd-aft des Reia/es aus Dem zöcge Dti Duichfuhrung der gepwnten tzleicksssinarizreiorm, lvelche eine Reu- ordnung Der finanziellen Angelegenheiten des Grotzherzogtums ermöglichen und namentlich eine stärkere Verminderung Der Staats- sckiuld, sowie Die BesiieDchung i-cgiunoeiec, aus Den Kreisen der Beamten, Lehrer unö Hinterbliebenen von solck)en erhobener An­sprüche auf Be,strunz chcer Lage zulassen wird.

Nicht minder stimmen wir damit uuereui, daß bis dahin m allen Fragen, ivelche die finanzielle Leistungssähigkett des Laiides Anspruch nehmen, größere Zurück!)altung und autzerftt Spar- lkeit zu üben ist. Bei der Prüfung aller weiteren Vorlagen

famteit zu üben ist. Bei der Prüfung aller weiteren noriageu wird die Zweite Kammer die ihr pflichtgemäß obliegende .-sorg,alt anwenden und stets bestrebt sein, im Einvernehmen mit Eurer König!. Hoheit Liegiervng dieselben zum Wohle ulw Gedeihen deS engeren Vaterlandes zu einem ersprießlichen Absästutz^i bringen. In tiefster Ehrfurcht Eurer Kömgl Hoheit allenutter- tänigste tteugehorfamste Zweite Kammer f^r Stande

Dr Schmitt (Vizepräsident) begründet kurz den Wortlaut der Mrefje unö betont, daß sich dieselbe im allgemeinen als eine oirette Beanttoortung der in der Thronrede berührten Punkte darstelle. Es feien nur einige Zusätze gemacht worden, die nach der Lage der Sache geboten waren. Den von Abg Ulrich gestelttm Zusatzantrag zur Adresse hat der Vorstand einstimmig abgelehnt, weil er sich aus Verlstiltnisje bezieht, die aussastießlich den vorigen Landtag berühren und mit der L-Hronrede Nichts zu tun haben. Der Vorstand war der Meimuig, daß die Anstvort mu aus Den Iiil>alt der Thronrede sich beziehen solle und er beantrage Die unveränderte Annahme des vorgeschlagenen Entwurss.

Abg. Ulrich spricht sein Bedauern darüber aus, daß der Vor­stand seinen Zusatzantrag abgelehnt hat. Er könne die Ablehnungs- Qtünbe nicht sur stichl>altig anerEcimeiL Zudem könne ihm Der Kurialstil der Adresse nicht gefallen. Bei der Adreßoeratung fei Geleacuyeit gegeben, die Klagen des Landes dem Gwtzhcrzog vorzubringen. Die sozialdemokratische Weltanschauung werde in Hessen durch die Regierung vergewaltigt, indem dieselbe den durch daS Vertrauen des Volk.s gewählten Beigeordneten chre Bestätigung versage. Der Redner zählt eine Reihe von Fällen aus, in denen Dies geschehen sei, darunier den bau Eißnert in Offenbach und cutdere Fälle in Mühlheim, in Hechtsheim usw. Dies iei eine jortaefetzte Vergewaltigung der Wählersckwst durch bie Regierung, hierzu komme noch die Bestrafung -non 11 Mühlheimer Gemeuide- rdten zu je 50 Mk. Geldstrafe. Der Aiedner hält dafür, daß Derartige Vergewaltigungen zur Kenntnis des, Landessur,ten ge­bracht werden müssen. Die 550 Mk. Geldstrafen genierten seine Partei durchaus nicht, aber die Meinung, daß man für ferne lieber- zeugung bestraft werde, und der Haß Der dadurch in die Reihen bet Wählerschaft getragen wird, werden mächtiger wirken als alle seine (des Rebners) Reden im Landtag. Er.erhebe namens der 79 000 Wöhler entschieden Protest gegen diese Behandlung und sei überzeugt, daß seine Partei Mittel finden werde, um diese

Lagc»jcyarr.

Neve Kämpfe in Persten.

Die Sage in P«.rsicn verichlimmeit fich von TaQ M Tag. Dieser Tagr hauen nun vor iLSpal^in heiße Lümpse stattgesuu- ten Am Soiitiiag umcde in Ispahan mit ^ltiveiligen Unter­brechungen gekämpft. Bis -ut Ankunft der Verstärkungen der Bachtiaicn hat Die Partei der UnzusneDeuen ein »ssenoares Ueber- gewicht. Eine Anzalft von Soldaten suchte im englischen Kon­sulat Zuflucht- Der Palast des Gouverneur» wurde von den Einwohnern geplüiidert. Der Gouverneur ist zurückgctteten. An feinet Stelle proklamierte sich der Anführer der Bachtiareu »tun Gouverneur von Zspahom. Die Bachtiaren, ein ürrdlscher Nv- madenslamm, haben schon mehr als einmal in der Geschickte Peifiens eine Rolle gespielt, und loenn auch ]oga£ die ^ewgarde dcö Schaho aus Bachliaccn besteht, so hat der Lchah sich twch nicht immer aus sie verlassen können.

daß von ixn vorgeschlagenen Verbrauchssteuern die in Rebe stehende am meisten die in sic Letzten Erwartungen erfüllen unb -u dem tzuc Gesundung der Reichsfinanzen erfvrderlickien Ertragnis bei­tragen wird. Diesen Erwägungen gegenüber muß auch die Rück­sicht auf bie bestehenden kommunalen Gas- und Elektrizitaisiverke hintangestellt weiten. Schließlich mußte, in Betracht gezogen werden, daß für die Gas- und Elektrizitätssteuer im, Gegensatz zur WeiNsbeuer besondere Interessen unserer Landwirtschast nidjt in Frage kommen. Unter Berücksichtigung aller dieser Geiichtspuntte sind im Bundesräte unsere Stimmen für den Entwurf Der Gas- unö Elettrizttätssteuer abgegeben worden."

Die Besprechung bet Interpellation wirb vertag t.

Zweites Blatt ISN.Jahrgang Mittwoch «. Januar

Gießener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für Gderhesjen

BC»

Sin Sang durch die siziiifchen Trümnierstäiten.

MLuö Sizilien kommen jetzt uie eilten Scyliöerungen derer, dre unmittelbar noch dem Belanntwerden der sck-recklichen Katastroplzc an die Stätten des Unglücks geeilt sind; sie entrollen em grauen­volles Bild von der Furchtbarkeit der Venvüstung und von Der Verzweiflung der wenigen Ueverlebenden, die in hilfloser Ohnmacht ihrem Jammer in fajsnngsloser.l Weinen einen Austveg suckM oder tn stumpfer Gleichgiltigkeit gebrochen auf den Schutthaufen da- hinbrüten, unter bem ihre Sieben verschüttet hegen. öWWii ben Öiuinen wüten Flammen uno das Rcitl.ngsroerk muß sich baraui beschränlen, bie Ueberledenden durch die Uusteilung von Brol vor dem Hungertod zu bewahren. Hier unb bürt ragen noch einige halogcboistene Mauern uoer das wette Trüntmerfcfb; vo>1 bem oielöerühmten Palazzo Municipale in Messina stcyr rioch die Fassade, aber der Bau ist völlig ausgebrannt, der Dom ist em Sclmtthaufen, mit den Privathaujcrn sind auch die Kasernen eulgestürzt nnb das Hospital uegrub unter äetnen Mauern bie unglücklichen Kranken.Als ich von Cacania koimnend bie Zturnen- ftatie betrat", so erzählt Der Marquis bi Rivoluto,übermannte mich der Einbruck des Entsctzenvollen. .Das schauerliche Mld überttifft die wildesten Borsteliiingen einer Jules Bernesckxm Phantasie. Der Eorjo Eavour ist nichts als ein wüster ettut- Haufen; mehr haben bie Flammen davon nicht übrig gelassen. Es begann schon zu dunkeln, als ich nachmittags im Regen nut entern italienischen Deputierten in die Ungtücksstätte einzudringen suchte. Seiiivärts voni einstigen Wege hockte auf einem Lchutt^ lzaufm eine obdachlose Familie. Sie war fast unbekleidet und zitternd drängte sic sich unter einem einzigemxxfyirm zusammen. Wir forderten sie auf, uns zu folgen, uni eine Zuslucyt zu finden. Müde schüttelten sie das Haupt: sic wollten aus den biumen ihres Heimes sterben. Eine atme verhärmte Greisin mit weißen Haaien liegt vor jtälte fd)auernb auf dem Boden, nur mit einem Leinen- ruch bedeibet und fleht um Hilfe. Sie fei Uün|Leiui_am Pelo- thcater gewesen. Barsuß liegt sie da und seit drei Lagen hat sie keinen Bissen Nahrung genossen. Wir wollen ihr Helsen mitzukouimcu, doch jic weigert sich unb verlangt nur em Paar 1 Schuhe. Es ist unmöglich, diese Bitte zu erfüllen. . . ~ann l begegnet uns ein Italiener, der einzig tteoerleoenoe ,einer <yu- müie; er trägt ein krankes Stint schaukelnd auf iXit_ Armen, Irrsinn hat ihn ergriffen. Ern trostloses dumpfes schweigen

hejsijche Zweire Kammer«

Am Regierungstisch: Staatsminister Ewald.

Die um 10Va Uhr vorn Präsidenten Haas eroffiiete Sitzung beschäftigt fick- zunäcksst mit den zur oorlaufigen Berattrns tm Plenum gestellten Anträge und Borftellungen. Der Antrag U^cel, betreffend Einführung der Proporlionalwahlerr, der Antrag Dr. Osann, bette sfend die Berwaisung-sgesctzgebung, bie Vor­stellung der Oberlehrer, betreffenb Regelung chrcs BesolduNgs- Dienstatters, die Eingabe der Lehrer an der Gewerbeschule zu Worms unb der Deutschen Turner schuft, W»ne eine Reihe langst bekannter Anträge aus dem Hause, werden bat zuständigen Aus­schüssen ohne Debatte überwiefen.

Der Antrag Köhler-Bähr, den Haupworanschlag für 1909, jtzaptte! 75, Titel 7,

Staatszuschuffe fnr LandvirLschaftskammer betr., wird auf Antrag des Abg. Bal-r b.-m Finanzausschuß

Avg. Haas (natlib.) stellt fest, daß 031

Antrag in derFrankfurter Zeitung" euw vollständig unzutrefsende Darstelluiig der ftaalLidyen Zuschüsse für die Lalwwirtschaft m den einzelnen Pwvtiitzen gcgeoeii lvorden fei. Die Bemessung der Zuschüsse richtet sich nach ber jeweiligen Umlage in ben eiujelneii Pwouizen. einer Beaünstigung der einen oder, anberai Pwvuiz könne dabei keine Me sern. Ebaisv falsch sei ine Sumtuiia, daß sich die Landioirtschafts^aurmer der Swmrolle über dec Verteilung der Zuschüsse etitziehai rvolle. 2Xe Umlagen stellten sich in Rheinhessen, auf 37, ui Obctbeiicn auf 31 und in Starkenburg aus 30 Prozent, nx)l>ei etwa 2o 000 ^-teuetpftichttge in Reinhart (natlib.) unb Molthan

(Rente.) hoben aeueu die Ueberweisung des Antrages au den Aus schuß nichts einzuiveuden, erheben aber Bedenken gegen die Ab- sicht deS Antrages: Durch denselben würbe eine Kontrolle iwrch ixn Landtag ousgehoben und teure Gewahr für die richtige Ver- tciluna der Zuschüsse geboten werden. Das von derF-rankfuriei Zeitung" geb rauchte Bild öon der hessischen Kuh, die in Rhern- b-iieu ftitzl und üi Obeihijirm ihreo Mist oblcgt und in Dnrui- ükbt gemolken wird, fei doch sehr wenig zutreffend.

Aba. Bähr (wild) führt gegen ben Vorredner aus, durch den Antrag solle die StüiitroUe über die Zuschüße nickst ausgeschaldtt nerden, denn der Voransckstag ber LcrndwiitschastsEammcrn nutcr- heflc ber Genehinigung ber StändeLuimer.

Aba. Ulrich (Soz.) betoitt, dap bei Antrag tn der ^.at eine Entziehung der Kvrttrolle bezwecke. Wir müssen entschieden da- 1 gegen pwteftierm, daß die Svontwlle der Kammer über die zu beroilligenlKU Staatszuschüsse irgendwie bceiiiträchttgt wird.

Nach weiterer, unwesentlicher Debatte wird oer Antrag dem Finanzausschuß überwiesen. Zur Beratung kommt darauf die Anfrage des Abg. Dr. P a g e n ste che r (natlib.), betr. bie

Gas« unb Elekirizitatssleuer.