Ausgabe 
4.9.1909 Zweites Blatt
 
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Samstag 4» September 1909

Zweites Blatt

krlchetnl täglich mit Ausnahme des Sonntag-.

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irutrr 1909, an dem wiederum

IZit fast vollkommen neuer Aus-

ISO. Jahrgang

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^nn 1. Januar,

Rotation-druck und Verlag der Brühl'ichen Unwerstläts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

DieGießener Kamilienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS ^reirblatt für den Kreis Stehen" zweunal wöchentlich. DieLandwirtichaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:«^ 112. Tel.-2ldr.:AnzeigerTreßen.

* LandeSuniversität. Unferm 26. August ist, tote schon berichtet wurde, der a. o. Professor Dr. jur. HanS Albrecht Fischer in Rostock vom 1. Oktober 1909 ab zum außerordentlichen Professor für römisches und deutsches bürgerliches Recht an der Universität Gießen als Rach« folger von Prof. Paul Kretschmar ernannt worden. Tr. Fischer (geb. 1874 zu Schönberg in Mecklenburg-Strelitz) ist Schüler von Max Rumelin (Tübingen) und Franz Bernhöft (Rostock). Er bestand 1896 die erste juristische Staats­prüfung und promovierte 1897 in Rostock. Dann war er bis Dezember 1898 als Referendar im Justizdienst tätig und suchte darauf dre Tübinger Universität zwecks weiterer juristi­scher Studien auf. 1901 wurde Fischer Assessor. Im Mai 1903 erwirkte er seine Zulassung als Privatdozent in der Rostocker Juristenfakultät und wurde im Dezember desselben Jahres zum außerordentlichen Profesior ernannt. Seit einigen Jahren bearbeitet Profesior Fischer kritische Literaturberichte für die Zeitschrift für Handelsrecht.

Zur Pflege des Kunstsinnes auf dem Lande veranstaltet der .Künstlerbund' in Karlsruhe Wander-AuS- ftedungen für künstlerischen Wandschmuck, die mit Beginn des nächsten Monats ihren Anfang nehmen. Die Auswahl der Bilder ist dem Zweck der Ausstellung entsprechend getroffen. 'Dian will mit diesen Bildern namentlich den Landbewohnern zeigen, wie sie ihre Wohnungen schön und freundlich schmücken können durch eine Kunst, die, allem unechten Schein feind, wahr fein will, die als Heimatkunst ihnen ihr Heim und ihre Heimat lieb macht und nebenbei als religiöse Kunst, aller Sentimentalität abhold, em wahres, tiefes und ernstes Christentum zum Ausdruck bringt, daran sich ein frommes Gemüt wirklich erbauen kann. Es soll damit den Leuten Gelegenheit gegeben werden, anstelle deS jetzt vielfach auf dem Lande herrschenden schlechten und dabei teueren Wand- schmuckes gute, originelle Bilder tüchtiger Meister zu sehen und auch zu kaufen. Die Bilder sind zumeist auf Pappe aufgezogen und mit einer Schnur zum Aufhängen versehen. Wer näheres erfahren will, wende sich noch im Laufe dieses Monats an Pfarrer Meisinger in Fränkisch-Crumbach.

" Siebener Bolksbad. Im August wurden 9866 Bäder verabreicht gegen 12 522 im Juli 1909 und 8820 im August 1908 oder im Durchschnitt täglich 318 Bäder gegen 410 iin Juli 1909 und 285 im August 1908. Der Besuch hat sich im einzelnen wie folgt verteilt:

Schwimmbad; 3157 Männer, darunter 774 zu 10 Psg., 1199 Frauen, , 274 , 10

Wannenbäder 1. Klasse 261 Männer, 186 Frauen, 2. 827 , 590

Brausebäder 1. Klasse 1015 Männer, 305 Frauen, 2. 1577 431 ,

Dampi- u. Heißluftbäder, sowieMassage zus. l98Männer, 119grauen. Die Perfonemvage wurde von 280 Persönen benutzt und das Bad von 5 Personen besichtigt.

" Preußische K l a s s e n - L o t t e r i e. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse der 221. Lotterie muß mit Vorlegung der

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amilien-« nach Heuchel^ «o«rad ShuM *

»ier waren . ~ .

die letzten Spuren fester Erde, Q . ten da ab alles unter uns wankend, keine Spiw ^n ^tewe,en, selbst unter dem Mikroskop nicksts Lebendes wahr^unehmen, .Im April bewunderten wir die RritternachtSionne über .

beren weißen Einöde. Am 8. April befanden wir uns t

Breite, 94 Grad 2. Länge. Wir hatten m

1<iO Seemeilen zurückgelegt, leider aber von unserem ch^ material viel verloren. Nun trennten uns nur noch eee*

und Mieten darin bis zum 18. Feb die Mitternachtssonne aufging. Mu ....

rüfhmg machten wir dann einen gradlinigen Vormarsch aus Annoo- tof zu und erreichten endlich die Küste (Ä:önl<oibs am 15. April.

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Kaifermanöoer 1909.

Die diessährigen Kaiscrmanöver der Flotte und des k ceres erhalten ihre besondere militärische Bedeutung dadurch. Iloß bisher noch niemals so starke Schiffs- und Truppenverbändr L j den Hebungen zusammcngezogen worden sind. Ater sie er Ij alten auch cm politisches Moment dadurch, daß an den Manövcru ItS Heercs nicht nur, wie sonst, eine ganze Anzahl Deutschland |l; rcunteter Gäste teilnimmt, sondern auch hervorragende Staats» Ir^nner anderer Staaten zu ihnen hirrzugezogen sind, und das; I,nser Kaiser in der . Zeit zwisck>en der Kviserparade und tert I fcntiidien Kaisermanövem an den österreichischen Kaisermanövem Ijr Mähren als Gast Kaiser Franz Josess teilnehmen wird.

Die Flottenmanöver sind bereits feit dem 18. August Ihn Gange und dauern bis zum 12. September. Ihr Schauplatz j>t diesmal, was in England ganz besonders freundlich ausge­nommen werden muß, ausschließlich die Ostsee, und zwar dienen i) -id, Saßnitz und Apenrate der Flotte als Operationsbasis. Der 's riser hat bereits am 30. August an ter Flottenparate in Binz Rügen) teilgenommen, seine weitere Anwesenheit steht, wenn auch l Riweife unterbrochen, bis zum 5. September in Aussicht, an ,! «schein Tage er sich zu ter in Stuttgart ftattfintenten Kaiser- j'arabe begibt. Jedenfalls aber hat er dann ein vom Mar ine - siandpunkt aus äußerst glänzendes Schauspiel im westlichen Becken |b-r Oftfcc genossen. Nahm doch an den diesjährigen Seemanöoern . unter dem Kommando des Prinzen Heinrich neben der eigent- ghd)tm Hochseeflotte das Überdies noch durch Küstenpanzer verstärkic 'i tservegeschwader der Ostsee, sowie das Schulschiffgesclpvader teil

Während die taktischen Hebungen der Flotte sich der ganzen Aochlage nach in das Dunkel des Geheimnisses hüllen, so daß auch | diesmal, abgesehen von dem anscheinend in Apenrate geplanten k l>roßen Landungsmanöver, fast nichts darüber in der Oesfent- Ilichleit bekannt wurde, so kann man bei den Kaisermanövem des R ßeeres dem Leser schon genauere Einzellieiten bieten. Wie durch Nid Armeeverordmoigsblatt vom 20. Februar d I. bekannt ist, liinb an diesen Manövern unter dem Armeeinspekteur und General­oberst Ptinzen Leopold von Bayern beteiligt: das 1. bayerische rmeekorps unter dem Prinzen Ruprecht, die 4. bayerische Division unter dem Grafen Eckbrecht v. Türklieim-'Monmartin, das 13. riürttemtergisckie) Armeekorps unter dem Herzog Albrecht von I Württemberg und ein Kavalleriekorps unter dem Generalinspekteur b.-r Kavallerie v. Kleist. Die Gegner setzen sich unter dem Kom- Irr cnte des Armeeinspekteurs und Generaloberst v. Bock und Polach luiiainnien aus: dem 3. bäuerischen Armeekorps (General Frhr. In d. Tann), dem 14. (badischen) Armeekorps (General Frhr. v. »Höingen gen. öuene) und einer Kavalleriedivision. Somit werden Micsinal ten Führern ungefähr 80000 Mann unb 15 000 Pferde, ; Io säst ein Viertel ter Friedensstärke ter deutschen Armee zur I V erfügung stehen. Ms MaNövergelänte kommt die Gegend zwischen M-tuttgart - Heilbronn und Crailsheim in Betracht. Der Kaiser ich als Oberschiedsrichter in Mergentheim a. T. Quartier nehmen, nachdem er vorher über die an den Manövers beteiligten Truppen

Dr. Look über teilte Nordpolsahrl.

New York Herald" veröffentlicht einen ausführlichen, hoch- rintereffanten Bericht des Forsckiers Dr. Cook über seine Nordpol- Jalnt, den wir hier wiedergeben. Der Bericht i|t aus Lerwick Datiert und lautet: _

An Bord desHans Egede" nach emem langen Kample gegen hunger und Kälte, ist eS uns geglückt, den Nordpol zu erreichen. Milne neue, naturwissenschaftlich interessante Route ist von uns Mil.rchzogen worden. Wir haben

von Wild dicht bevölkerte Gegenden

)<* Ansch ÄÄ» ifienmityudjftaben.,! ^mmern-Zeichen, wc>1 J darauf auiwert, B unß bie fiu(ixCijUt \ Wt öiueifiea (U «bekanm sind.

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meilen vom Nordpol. Am 21. April ergab unsere erste genaue Sonnenhöhenmessung, daß wir uns in 89 Grad, 59 Minuten und 46 Sekunden nördlicher Breite, also nur 14 Sekunden vom Nord­pol entfernt, befanden. Wir rückten noch 14 Sekunden höher, er­gänzten noch einmal unfer^ Messungen und bereiteten uns vor, einen längeren Aufenthalt zu nehmen, um daselbst doppelte Ver­messungen vornehmen zu tonnen. Schließlich, als fein Irrtum mehr möglich war,

durch st ach en wir im Polarpunktedes Eis und befestigten an einer Stange eine Fahne, die in dem von so vielen Menschen so heiß ersehnten Nordvolwinde flatterte. Tas war am 21. April 1908. Die Sonne stand hier auf Mittag; der Zeittegrisf war ater an dieser Stelle ein negatives Problem, da hier alle Meridiane zusammentteffen. Aus der Mitternacht in den Mittag. Die nördliche Breite betrug genau 90 Grad. Tie Temperatur maß38 Grad Celsius, das Barometer stand auf 29.83. Norden, Osten und Westen waren verschwunden. UcberaD, wohin man blickte, war Süden. Obgleich wir über unseren Erfolg vor Freude überflossen, sank imfer Mut am folgenden Tage wieder, nachdem wir alle unsere 9)leiiungen vorgenommen und die örtlichen Verhältnisse sorgfältig studiert hatten. Die Einsamkeit und Oete der Szenerie wirkte bedrückend, und ter Nordpol erschien uns als eine etwas zu freudlose Stelle, als daß sie so viele Menschenalter hindurch das Ziel des Ehrgeizes der Menschheit hätte sein tonnen. Soweit das Auge reichen konnte, erstreckten sich endlose, von der Mitternachtssonne in Pur purfarbe gehüllte Schneefelder, ohne Leben, ohne Land, ohne eine einzige Stelle, die die (rintöniafeit des Frostes unterbrochen hätte. Mitten in ber toten Welt des Eises waren wir die einzigen lebenden Wesen. Am 23. April wandten wir dem Nordpol ten Rücken und begannen

dielangeHeimreise.

Ta wir auf andauerndes östliches Treiben des Eises rechneten, richteten wir unsere Fahrt weiter noch Westen. Bei schönem Wetter und guten Eisverhältnissen, die Heimat vor Augen, legten wir in den ersten paar Tagen große Entfernungen zurück. Unter­halb des 87. Breitengrades aber änderte sich ter Charakter des Eises sehr ins schlimme, und es wurde uns flar, daß die Jahreszeit schnell vorrückte. Aengstlich wachten wir über die tägliche Be­schränkung unseres Nahrungsmitteloorrats, und immer eindring­licher kam uns zum Bewußtsein, daß sich unser Sinnen kund Trachten dem nunmehr beginnenden Schlußkampfe um das Leben gegen Hungersnot und Frost zuwenten müßten. Ter klare blaue Himmel nahm immer mehr eine unangenehme graue Farbe an, unb bisweilen hatten wir Hett'.ge Stürme zu bestehen. Da die Gefahr des Verhungerns immer näher rückte, hatten wir keine andere Möglichkeit, als immer weiter nach Süden zu bringen: mir konnten es uns nicht gestatten, aus ten Eintritt besseren Wetters zu warten. Täglich machten wir kleine Fortschritte im Vormarsch, aber nur auf Kosten verzweifelter Anstrengungen. Unsere Lebensfähigkeit befand sich fast am Rande ihrer statt.

Am 24. Mai endlich klärte sich der Himmel kurze Zeit aut, jedoch lange Zeit genug, damit wir wieder Messungen vornehmen konnten. Wir ermittelten, daß wir ten 84. Breitengrad in ter Nähe des 97. Längenmeridians erreicht hatten. Tas Eis war jetzt stark brüchig und trieb nach Osten, so daß es viele mit Wasser an gefüllte Zwischen räume aufwies. Aus unseren Schlitten war knapp noch genügend Nahrung

verblieben, um die von uns im Vvrratshause am Nansen,'und aufgcstapelten Vorräte zu erreichen. Das wäre uns nur möglich gewesen, wenn wir täglich durchschnittlich 15 Meilen hätten zurück- iegen können. Mit unseren geschwächten Kräften waren wir ater kaum imstande, zehn Meilen täglich zu schaffen. Jnsolgetepcn suchten rori uns nach Möglichkeit in unter trübes c '.-nal zu fügen und gaben icten Gedanken an die Erreichung unseres Vorratshauses auf. Wir richteten unsere Fahrt dahec schnur-

sttacks nach einem Gebiet, in dem es Moschustiere gab. Als wir >en 83. Breitengrad überschritten hatten, sanden wir, daß wir uns auf einem langen, nach Süden sich ausdelnienten schwimmen­den Eisfeld befanden. Tas Eis war hier in lauter kleine Gebiete zerteilt, und die Temperatur war auf Null Grad gestiegen. Datei verdunkelte andauernder Nebel ten Himmel. Die Ereignisse ter olgenden Tage drängten uns zu einem verzweifelten Vorgehen. Tas Leben der Entbehrung, der Mangel an Nahrung, bie auf drei Viertel ter täglichen Ration hatte eingeschränkt werten müssen, und die Schwierigkeit der Fahrten über das Eis wirkten im höchsten Grate niederschlagend. Nachdem wir uns 20 Tage lang durch dichten Nebel

hiiidurchgekämpft.hatten, klärte sich der Himmel aus, und wir sahen, daß wir uns weit unterhalb des Kronprinz-Nudols-Meeres vor offenem Wasser befanden, von dem uns nur eine unmöglich zu überschreitende kleine Eissttecke trennte, um nach der Heiberg- insel zu gelangen.

In den nächsten Tagen kamen uns Bären entgegen, .bie wir jubelnd als unsere Lebensretter empfingen, da sie uns wieder mit Nahrung versahen. Eine Zeitlang klärte sich auch jetzt wieder der Horizont auf. Tie Rückkehr nach unserem Ausgangspunkte Annootok wurde immer schwieriger, da unglückseligerweise das Treib­eis ilach Westen zu gehen begonnen hatte. Wir suchten jetzt süd­wärts nach dem Lancastersund ;u gelangen, wo wir im frühen Juli einen schottischen Walsisckstänger zu finden hofften. Ein Vorwärtskommen war jedoch einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Nur um Nahrung zu bekommen, ftrebten wir dem Johnssunte zu. Hier gaben wir unseren Hunten bie Freiheit zurück !unb überließen sie ihren Wolfsneigungen. Mit Hilfe eines Falt­bootes und von Schlitten versuchten wir bie Dafsinsbai zu er- reiefcn. Nur von einem zufällig vorbeigeflogenen Vogel, den wir erlegt hatten, lebend, stießen wir nach Osten zu vor, bis im Anfang des September ter Frost jedes weitere Vorwärtskornmen unmöglich machte. Jetzt hatten wir weder Nahrungsmittel noch 9)iunition, und wir sahen uns gezwungen, unsere Winternahrung aus einer jeglichen Lebens baren Wüste zu Nehmen. Vom Hunger gepeinigt, fertigten wir uns neue Gerate an, um für unsere in Ermangelung jeder Munition zwecklosen Feuerwaffen Ersatz zu finden. Bei Kap Sparte entdeckten wir einen Platz, von dem wir wußten, daß tert Wild lebt.

Mit Pfeil und Bogen, Fischleinen, Lanzen und Messern gingen wir ten Moschusochsen, Wölfen und Bären zu Leite und erlegten sie. Sie versahen uns mit Fleisch, Häuten und Fett. Tann

bereiteten wir uns eine unterirdische Höhle

General-Anzeiger für Gberhchen

Tas Ritzansche Bureau berichtigt seine Meldung aus ©tagen dahin, daß Dr. Ciwk erklärt habe, am Nordpol fein Land gefunden zu haben.

Tie Vereinigten Staaten wollen anscheinend beizeiten Besitz vom Nordpol ergreifen, woran sic schwerlich jemand hindern wird:

Washington, 3. Sept. Oteneralstaatsanwalt Wacker- sham erklärte: Die Verfassung folge ter Flagge, das heißt: Tie Vereinigten Staaten würden auf das von Tr. Cook ent­deckte Land Llnspruch erheben, wenn es sich als werivoll erweise.

Ein findiger amerikanischer Geschäftsmann sucht aus allen Dingen napital zu schlagen. Tas beweist eine Nachricht aus Newyork, wonach Tr. Cool von dem Tirektor eines großen Da- riete-Unternehmens ein Vertrag auf zehn Wochen mit einem Honorar von 16 000 Mark für jede Woche angeboten wurde. Wahrscheinlich soll er dort Eisbären und Eskimos vorsühreiy,

Mk r t d c ck t, die bas Jagdgebiet der Eingeborenen und ter Europäer Bitte erweitern werten. Wir haben ein Land entdeckt, auf dem die Wnj-dlichsten Felsen ter Erde ruhen. Ein ^Dreieck von dreißig BCnabratmcilcn ist von uns topographisch ausgenommen worden. DUnsere Jacht, terBradley", langte Ende ?lugust 1907 rm Lmith- [IhTbc am Ende ter fahrbaren Wassersttaße an. Tort ichienen uns »die Bedingungeii für eine Expedition günstig. Herr John Bradley Bl'cierte uns aus den Vorräten seiner xvid)t reichliche X,eberi5mutcl.

Zahlreiche Eskimos befanden sich in Annootok an ter Küste von iC'rrönlanb versammelt. Sie Planten eine Bäreniagd für ten Lnnim-nten Winter unb hatten schon große Mengen von Flestch |liihjammcngebradjt. Zahlreiche Hunde bevölkerten ihr Lager. Alle libitfe Umstände waren uns günstig, und wir Tanten alles Nötige, ||unt eine Expedition auszurüsten, Führer, Hunte, Nahrungsmittel lltnb so weiter. Und dies an einem nur 700 englische Meilen vom Me entfernten Punkte. Tank der spontan angebotenen Hilfe BbÄ kleinen 250 Mann zählenden Esklmostarnmes konnten wir ein Haus aus alten Kisten .

I ä tauen. Unser reiflich erwogener Plan ging baten, uns einen ||SBeg an ber westlichen Küste von Growanb bürte Grinell Lanb llbis zum Pole zu bahnen. Bald darauf reisten wir ab. Es war 11 im Januar. Am 19. Februar 1908 tevjte sich das Gros ber Hlhpcbition nach dem Pole ein. '^e 'ich ans ell Mann unb 103 Hunten zusammen, die dreizehn ^KEn zogen^ Wir ter- || liessen die Küste Grönlands, um m westlicher Richtung au tem urigleichmäßigen Eise des Smithiuntes vorzubringenDieDunkel- IIbett der arktischen Nacht wich nur für ern tear^Mi^ wahrem. ibes Tages. Tie Kälte war bitter unb machte lich uamentlich inhll lar als mir bie Höben passierten, bie ten Ellesmtresunb de- grmzen. Die Temperatur fiel auf83 Grad ft obren te 11, m e teere ; äimte erfroren, und auch die Menschen litten lehr. Bald ____ . faniten wir breite Wild spuren, die es uns gestattet Qi, uns ver -^?SCher Mtnismäßig leicht einen Weg durch den Maustrsmrd bis nach L-mdsend zu bahneii. Auf diesem Marsche nrf»fen

röteten mir bunbertunbeincrt M oscyusochlen, ntflfl dk» 5. sieben Bären und 335 Schneehasen. Ani l8. Marz traten wir ins

A nate51 £ Kvlarmeer em, indem wir von der ^ubspitze der Jniel Helberg

'llsfiUg bc^ alfutecn. Von diesem Punkte aus kehrten lechsKskuno-^^mit

Uvf , < «er der Unsrigen unb 46 Hunden loime Sebeiuanittcln rur ateriig

| tage zurück. Mitte Mrz 1908. hatten uns die letz en Eskimos ' Xrlassen, doch hatten wir noch 4o0 ^^eilen bis z . *

| ujrücfjulegen. Am 30. Diärz wandte sich der^tes dahm^ungimittge Lind znm besseren. Wir verliefen uniere afer, weil wir von ter Gunst ter Witterung rasch te mteen, keine untere Beobachtung matecij, tefanten

Ws in 84 Grad 47. Breite und 86 Grad 36. Lange befanden.

von Sachsen, ten Fürsten von Hohenzollern, sonne als Berttcler des Kaisers von Oesterreich, ten Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und Erzherzog ftriedrich als Vianövergäste begrüßen können. Tas hervorragendste Interesse aber muß bie Teilnahme des engltfteen Hantelsministers Winston Churchill unb bes tür­kischen Generalissimus Mahmud Schewket an ten deutschen Kaiser- maiwvcrn madjrufen, sowohl in Mcksichl auf diese politisch überaus int-erefianteften Persönlichkeiten, als auch deshalb, weil ihre An­wesenheit für das zur Zeit freundliche Verhältnis Deutschlanbs zur Türkei unb zu Englanb spricht

Nach Abhaltung ter Paraten wird sich ter Kaiser am 8. Sep tember zu den österreichischen Manövern in Mähren nach Großmcserttsch begeben, um am 13. September zum Beginn der eigentlichen Manöver wieder auf dem deutschen Manöver- terra in einzutresfen. Von ten Heereslörpern, die sich bann gegen- einander in Bewegung setzen werden, ist schon die Rede gewesen. Ihre großen Blassen stellen an bie Führer sowohl hinsichtlich der Leitung, als auch ber Unterbringung unb Verpflegung bie höchsten Ansprüche. Es werten daher Feldtelegraphen, Felbtelephone und Automobile für die Uebcrmütclung von Beschien noch weit mehr in Aktion treten müssen, als früher. Die Armeelastzüge müssen, wenn es den Truppeii nicht an Verpflegung fehlen soll, ungemein stark in Anspruch genommen werten, und die Herstellung von Biwaks wird wohl trotz ber bichtbevölkerten Gegenb nicht zu um­gehen fein. Mit ber größten Spannung aber sieht man ter Mit­wirkung bes LnitkrenzersGroß II" bei ten diesjährigen Kaiser- manövern entgegen, der, ter Armee des Prinzen Leopold zugeteill. zum erstenmal hier erweisen soll, was das lenkbare Luftschiff für eine an Kavallerie schwächere Partei in ter Aufklärung leistet. Ter Ballon und seine transportable Halle ist nach Schwäbisch Hall (auf ter Linie HeilbronnCrailsheim) gebracht worden, um von dort aus Verwendung zu finden. Ob er wirklich eine Kavallerie- bivision ersetzt, mag ba hin gestellt bleiben.

lieber ten Besuch des Kaisers in Stuttgart ist noch folgenbe Melbung eingetrossen:

Stuttgart, 3. Sept An dem Besuch des Kaisers auf dem Rathaus beteiligt sich auch bie Kaiserin. Die Feier wirb entspreckienb bem Wunsch bes Kaiserpaares in ganz einfacher Form gehalten. Tas Käiserpaar wirb nm Portal bes Rathauses vom Oberbürgermeister unb Bürgerausschußobmann begrüßt. Im Festsaale hält ter Oberbürgermeister eine Ansprache, nach ber tem Kaiser aus einem Trinkgefäß des alten Silberichatzes ber Stabt Stuttgart ein Ehrentrunk verabreicht wirb. Tie Stadt hat zu den Beran Haltungen den Montag nachmittag in Aussicht genom men, doch hat sich bas Kaiserpaar bezüglich ber Zeit freie Hand Vorbehalten. >

Aus Stadt und Land.

Gießen, 4. September 1909.

~ Vom Großherzoglichen Hofe. An der vor- gestrigen Frühstückstafel in Jagdschloß Wolfsgarten nahmen teil: bie Kronprinzessin von Griechenland mit den Prinzen Alexander unb Christoph, Prinzessin Fried­rich Karl von Hessen, Herzog Paul von Wlecklenburg-Schwerin, sowie Prinz unb Prinzessin Albert zu Schleswig-Holstein. Die Grobherzoglichen Herrscha ften begaben sich, n. d.Darmst. Ztg.", am Donnerstag nachmittag u Auto in Begleitung des Rittmeisters Frhrn. v. Massen ach zum Besuch der Ausstellung nach Frankfurt und kehrten abends wieder nach Wolfsgarten zurück.

'lernte abgehallen hat.

Natürlich konnte angesichts ter Kostspieligkeit, sowie ter Trans­port , Quartier- und Verpflegungsschwierigkeiten von einer ge- qemeinfamen Kaiserparade aller am Manöver beteiligten . ruppenkörper nicht die Rede sein. So werden mit Rücksicht auf bes hohe Alter des Prinzrcgenten die bayerischen Truppenteile ! 'ine Kaiserparate haben, wohl aber das 14. (badisches und das 13. tzvürttembergische) Armeekorps. Ter Kcriser trifft am i September in Stuttgart ein unb wird bei den Paraden :itb Manövern neben ten Prinzen seines Hauses, dem König von ^tlürttemberg unb tem Großherzog von Baden auch den