Ausgabe 
3.12.1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten

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Deutsches Reich

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£ o n ü o n, 2. 2c$. Die Erllärung des Premierministers wurde mit 349 Stimmen gegen 134 Stimmen angenommen.

London, 2. Dez. Das Parlament wird morgen ver­tagt. Wie verlautet, werden die Neuwahlen zwischen dem 10. und dem 20. Januar stattfinden.

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nack'mittags um 4 Uhr, vor 8 Uhr und bann um Kunstwörter für die ver- bekannt. Zuerst wundert Tagen aber wird man cs

In der Bundesratssitzung am Donnerstag wurde dem Freundschafts-- und Handelsvertrag zwischen dem Deut-

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Im Großherzogtum Sachsen-Weimar fanden zum ersten Male die direkten Wahlen zum Land tag nach der neuen Wahlordnung statt Von 23 Wahl .reisen waren bis abends zehn Uhr neun Ergebnisse bc annt Es wurden gewählt: vier Sozialdemokraten, zwei Liberale, ein Nationalliberaler, ein Konservativer und ein Zentrumsmitglied; aus den ländlichen Wahlbezirken sind die Wahlergebnisse erst Freitag zu erwarten.

Aus Stuttgart wird uns gemeldet: Der Finanz- ans schuß der Zweiten Kammer hat am Donnerstag mit 9 gegen 5 Stimmen einen Antrag der Volkspartei ange­nommen, der die Regierung auffordert, spätestens bis zum nächsten Etat einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher dir Volksschullehrer in das Beamtengesetz auf nimmt.

Rus Statt und £and«

Gießen, 3. Dezember 1909.

In Audienz empfangen wurde vom Groß- Herzog am Mittwoch u. a. Pfarrer Gill von Ober Eschbach.

" Lchrcrpersonalicn. Uebertragen wurde bem Lehrer Ludw. Sauerwein zu RudloS eine Lehrerstelle au der Gemeindeichule zu Angersbach, und den Schulamts- aspiranten Otto Ertel aus Westhofen und Hch. Mart. Rös aus Bechtheim je eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Hirschhorn.

Theologische Schlu ßprüfung. Die zweite diesjährige Schlußprüfung der Kandidaten der evangelischen Theologie hat gestern vormittag im LandeSsynodalgebäudc zu Darmstadt ihren Anfang genommen. Es beteiligten sich daran nach derDarmst. Ztg." 9 Examinanden, von denen 3 aus Starkenburg, 5 aus Oberhessen und 1 aus Rhein - Hessen sind.

Eine Sitzung des Provinzial-AuSschusses findet am Mittwoch, 8. Dezember, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wohnsitz deS Forstwarts der Kommunalforst wartet Hohemark. 2. Gesuch des Heinr. Alexander Heßler zu Hungen um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft. 3. Gesuch des Ludwig Jockel I. zu Hungen um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft.

Stadttheater. BjörnsonS neues LustspielWenn der junge Wein blüht" ist für nächsten Freitag zur ersten Aufführung hier angesetzt. Tie ersten Aufführungen in Deutsch­land haben dieser Tage in Dresden, München und Frankfurt

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Ausland.

Aus Wien wird gemeldet: Ministerpräsident Dr. Wekerle, der Donnerstag morgen hier eingetroffen ist, hatte vormittags eine Konferenz mit dem Grasen v. A e h r e n t ha l, später wurde er vom Kaiser in einer dreiviertelstündigen Audienz emp fangen. Der Ministerpräsident bleibt vorläufig auf Wunsch des Kaisers in Wien. Der Kaiser dürste ihn voraussichtlich morgen nochmals in Audienz empfangen.

König Manuel hat Donnerstag abend die Rück reise von Paris nach Portugal angetreten.

man sich wohl darüber, nach einigen gewöhnt. Selbst die Kirchenparaden, die allemal sehr feierlich gehalten werden, hört man Pauken, Tromveten, Trommeln und Pfeifen, und der eigentlich Zapfenstreich unt 9 Uhr lockt an schönen Sommerabenoen die halbe Stadt auf den großen freien

Deutsche Kolonien.

D i e Besiedlung D e u t s ch » O st a f r i k a s", ein neues, umfassendes Werk von Prozessor Dr. Paul Sam ass a, (Verlag von Wilhelm Weicher in Berlin; Preis 4,50 iOif.), besvricln in dem einleiteiiden Kapitel zunäch-t das BesiedlungSprobleiu und weist daraus hin, daß es nicht angängig sei, dieses so eng zu iassen, ivie es häufig geschieht, so daß man darunter nur klembäiierliche Liedliing versteht. Vom nationalen Standpunkt sei für uns vor allem von Interesse, in welchem Ibniange der Weiße überhaupt in der Kolonie produktiv tätig sein könne, und in diesem Sinne ist die Frage auch tu dem ganzen Buche behandelt. Das zweite und dritte Kapitel ist eine Darstellung der Verhältnisse m den wirtschaft- l i cb am weitesten entwickelten Teilen des Schutzgebiets, den drei Nordbezirken, die man in der Kolonie unter dem Namen Tangani- tal zusalnmertfaßt, und des (Äevixtes um den Kilunandjaro und .Pleru gewidmet. Im folgenden Kavitel wird unter Hinweis auf dos jetzige Verkehrselend die Fortführmtg der U s a m b a r a - B a h n nach dem Kilimaiidjaro und Äleru eingehend besprochen. Was die Znkunftsanssichten der Besiedlung angehr, so hält der Verfasser die Kleinsiedlung für verfehlt. Bet uns in der Heimat herrsche zurzeit keine Auswanderung m den proletarischen Schichten, und Klein- bauern hätten wir selbst im Kampie gegen das Polentum dringend nötig; hingegen bestehe eine Uebernillung in ben Kreisen des Ac i 11 e l st a n d e s, ivenn wir diese soziale Schicht in ihrem weitesten Sinne nehmen; hier herrsche auch ein Tatendrang; für Veute dieser Art biete die Kolonie em weites Feld der Betätigung. Auch die Eingeborenenvolitik der Regierung und die Verivalumg der Kolonien erfahren eine eingehende, interessante Besprechung.

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Zapfenstreick und Wachtparade wird nachts um 12 Uhr, abends erst kurz 8 Uhr meisterlich getrommelt. Tie schiedcnen Rubriken sind mir nicht

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Vie Entscheidung im englischen Unterlaufe.

ES hat sich nunmehr endgiltio entschieden, daß das I englische Parlament ausgelöst wird und bie Neuwahlen I m Januar stattfinden.

London, 2. Dez. In der heutigen Sitzung de? Un- I erhauses teilte Premiermini st er Asquith mit, er dem Känig angeraten habe, das Parlament sobald I.IS möglich aufzulösen und daß der König diesen Rat |,in genommen habe. Wenn die Liberalen am Ruder I bleiben, würde ihre erste Handlung die sein, alle in der I Finanzbill enthaltenen Steuern mit Wirkung ab dieser Woche I loeiterzuerheben und alle bishevigen Steuereinziehungen I für rechtmäßig zu erklären.

Asquith ging dann zur finanziellen Sage über und I i nickte die Hoffnung aus, daß der schließliche und unein- I ' rin gliche Verlust für den Staat nicht sehr groß sein werde. I Die Situation ist nicht von der Regierung geschaffen wor- | :en, aber es sei Pflicht der Regierung, ihre Härten und I Unzuträglichkeiten so weit als möglich zu mildern. Er I (tHärte die Zumutung für lächerlich, daß die Regierung | tin neues Budget einbringen und es der Zustimmung oder I Alehnung durch die LoiLs unterbreiten solle. Lansdvwne i nb Lord Cawdor hätten gnädig ihre Mitwirkung zugesagt, i -elächter; Zurufe: Wir brauchen sie nicht.) Ein Minister, Iler einen berartigeu Vorschlag mache, würde nicht fünf [ Minuten das Vertrauen der Unterhausmitglieder behalten. I beifall.) Ein solcher Vorschlag wäre in Wirklichkeit eine I Verkennung der Rechte der Peers, nicht allein das jähr- I siche Budget des Jahres abzulehnen, sondern auch ab° I -ländern. Nach Ansicht der Regierung sei der alleinige I s3eg, den man einschlagen könne, ohne bas Gesetz ober die I Verfassung zu verletzen, der, bem Wnige anzuraten, das I Parlament so rasch als möglich aufzulösen. (Beifall bei ter Regierungspartei.) Der König habe diesen Vorschlag I qßädig angenommen. Er, 2lsquith, sei der festen Ueber- |ieuguiig, daß das neue Unterhaus noch ;3u einer Zeit werde l,?ifammentreten können, in der man es ermöglichen könne, I nach rückwärts wie nach vorwärts für die Be- | nisse des laufenden Finanzjahres Vorsorge zu treffen.

Nach bem Premierminister Asquith erklärte Bal-» 'Dur: Die Regierung hätte ganz gut angemessene Ver­arge für eine gesetzliche Erhebung der Steuern treffen .innen, aber sie habe es vorgezogen, den Verkehr zu be- b riütbern und wolle dem Volke etnreben, baß die Lords lijtn damit einen Schimpf angetan hätten, daß sie es um feine Meinung befragten. Die Lords hielten sich klar an p Hchstaben uno Geist der Verfassung. Er, Balfour, hoffe, bie | Rächt der Lords würbe selten ausgeübt, niemals aufge-» gaben und niemals beseitigt werden. Die Bemühungen I "ic Regierung, diese zu kürzen, seien ihrer Natur nach F . einlich und äußerst nachteilig und schädlich für das öffent- U liche Interesse. Mit ihrem Vorgehen hätten die Lords

auf zehntausend. Es ist reckt still in der Stadt und für Fremde, die nicht zu Hofe kommen, nicht sehr interessant. Aus dem Turme über dem alten Schlosse ist ein künstliches Gliockenspicl, das sich zu allen ganzen, halben und viertel Stunden vernehmen läßt. Vielleicht hört man an keinem Orte der Welt so viel trommeln wie hier, und nirgends ivirb man bessere Tambours und Pfeifer anrrciicn; auch ine öautboijlen blasen gut. Außer zur Revcille,

Platz vor das Exerzier Haus."

Gin Meisterwe rk altdeutscher Malerei wie­der aufgedeckt. Ein glänzendes Kunstwerk der frühgotischen Malerei ist uns durch die Wiederentdeckung der Wandmalereien gefdjentt worden, die einst bie Nikolai-Kirche zu Stralsund schmückten. Das großzügige, in seinen Formen der Lüb.'cker Marien- Kirche nackgebildete Innere dieses ickönen Baues war in der NachrefvrmationSzeit durch eine einförmige Uebertünchung kalt und unbehaglich geworden. Eine gelegentliche Untersuchung förderte nun das überraschende Ergebnis zutage, daß die Kirche früher aus- gemalt war und daß die alten Wandmalereien fast völlig un­versehrt unter der weißen Tünche faßen. Eine gewissenhafte Wieder­herstellung wurde daraufhin rorgenrmmen, und zwar schlossen sich das preußische Ministerium, die Provinz Pommern und die Stadt Stralsund zu gemeinsamer Arbeit zusammen. Die Wiederher­stellung ist nun in vorzüglicher Weise durstige führt imb. übertrifft in ihrem Ergebnis, wie Dr. H. Voß in dem bei Klinkhardt und Biermann erscheinenden Führer berichtet, die höchsten Er­wartungen, die man gehegt hatte. Die Ausmalung der Kirche stellt in ihrer Gesamtheit ein. hochbedeutsames Denkmal des goti­schen Stils dar, zeigt seine Art, Kircherrräume zu schmücken und bereichert überhaupt unsere Vorstellungen von der Entwickelung und Ausbildung des malerischen Stils im 14. Jahrhundert. Eui großer Teil der Fresken steht auf cirkec hohen künstlerischen Stufe; manche Figuren erinnern in der Feinheit bet Gewandbehandlung an die herrlichen franwsifchm Schöpfungen der Zeit, andere fallen durch ausdrucksvolle Wiedergabe der Gebärden und Gesichtszüge auf. An den Pfeilern des Mittelschiffs sind große, stehende, männliche Gestalten als abgeschlosseneBilder" angebracht, und zwar sind die Stopfe in plastischer Ausführung in die Kapitale eingefügt, während die Serinenbung verschiedenfarbiger Tuche auf den beiden Körper hälften als Abtrennung des Mittel- von den .Settenschiffen architektonisch wirksam ist. Diese Gestalten erscheinen in streng linearem Stil, während tu den Zwickeln,

Leibungen und auf den Kreuzrivpen sich eine große Anzahl ornamentaler Vorwürfe regt, darunter auch figürliche Tinge, wie Propheten mit Schriftrollen und dergleichen. Von der malerischen Ausschmückung der Kavellcn ist nur ein kleiner Teil erhalten, so eine Christophorusdarstellung und eine riesige Auferstehung, rerrter eine Kreuzigung mit vier Heiligen, die wohl als die fernste künstlerische Leistung zu gelten hat. Eine Malerei im Ratsstuhl weist bereits deutliche italienische Einflüsse auf, wie sie von der oberitalienischen Malerei, besonders von Altickierv und seinem Kreise ausgingen. Die Ausdeckung der Freuten erschließt uns ein bebeutiamed Werk aus der Frühzeit unserer Malerei.

Der Zusammenbruch des Dr. Eook. Aus New- York wird berichtet: Dr. Cook scheint jetzt endgültig entlarvt. Prof. Herschell Parker von der Columbia^Universität veröffentlicht einen langen ausführlichen Aufsatz, in dem er den Nachweis führt, daß die Schilderung Cooks von seiner Besteigung des Mont Mc.Kinlep vom ersten bis zum letzten Worte eine Fälschung ist. Der Gelehrte hat Cook seinerzeit bei einer teilweisen Besteigung des Alaska begleitet: seine Aussührungen beginnen mit den Worten: Mit tiefem Schmerz fühle ick) mich gezwungen, einen schweren Schatten auf die Ehrenhaftigkeit eines persönlichen Freundes zu werfen. Nur eine zwingende Notwendigkeit konnte mich dazu bringen: die über alles gehenden Interessen der Wahrhett, der Gerechttgkeit und der Wisscn'ckafl, die mich hierbei rechtfertigen. Dr. Cook hat niemals die geschilderte Besteigung des McKinlep vollendet." Diese Aussage Herschell Parkers hat überall gewal­tigen Eindruck gemacht und gilt als eiibgültigeErledigung" Dr. Cooks. Der Gelehrte fuhrt eine lange Reihe von Beweisen an und, nachdem er den kurzen Ausilug zu den unteren Abhängen des Berges geschildert hat, sagt er wörtlich:Als wir zurück­kehrten, besprachen wir die Vorbereitungen zu einem zweiten Aus­stieg, der im darauffolgenden Jahre ftüttfinben und bis zu einem fiööeren Vorsprung des Berges geplant >var. An einem Aus­läufer des Berges ließen wir einen Zeichner zurück, der eine topographische Karte des Geländes südöstlich des Berges auf­nehmen sollte. Cook, ich und andere Mitglieder der (Spedition kehrten dann auf dem Wege nach Tyonek an die Küste von Alaska zurück. Während wir auf dem Berge waren, konnte ich mich überzeugen, daß Cook ein sehr schleckttr Alpinist war und jeder wissenschaftlichen Vorbereitung so sehr entbehrte, daß ich alle Ausnahmen und Beobachtungen machen mußte: ich war auch der einzige Führer der Expedition, denn Eook schien sich von An­fang an über seine völlige Unfähigkeit klar zu sein. Wir trennten uns Mitte August. Beim Abschied sprach er ton dem Wunsche, einen Hagdzug zu unternehmen und einen der nächsten Gletsch«: zu besteigen. Man wird sich meine Ueberraschung vorstellen können, als einen Monat spater Cook mir telegraphierte, er habe den Gipfel des Mputtt Mc. Kinley erreicht..."

Da; militärische Interesse ö<$ Zaren.

Vom Zanm, der nicht gerade als ein militärischer Sack> verständiger bekannt ist, erzählt die amtliche Petersburger Tele- graphewAgentur sehr diensteifrig eine sentimentale Geschichte:

Petersburg, 2. Dez. Nach einer Meldung der Peters­burger Telegrapl-ewAgentar aus Livadia ließ sich Kaiser Nikolaus vor etwa einem Monat aus dem 16. Schützen­regiment Alexander III. eine vollständige feldmarsch­mäßige Ausrüstung eines Soldaten bringen, legte sie an und unternahm mit einem Dienstgewehr und 120 Patronen und mit einer Wasserflasche versehen, in der Umgegend von Livadia allein einen zweistündigen, zehn Werft langen Sva ziergang, wobei er unterwegs einen torüber- sahrcnden Offizier grüßte. Dasselbe wiederholte der Kaiser 14 Tage später in der Uniform eines älteren Unteroffiziers des 1. Leibgarde-Schützenbataillons, so daß der Kaiser persönlich die co.le Fclbaus.üi.ung eines Soldaten erprobte u.tieBorzi ge ber Ausrüstung der Armee- und der Garoesoldaten vergleichen tonnte. Tie Uniform und das Gewehr, welche der Kaiser getragen hat, werden von den Regimentern auf bewahrt werden.

Tie vom Zaren getrogene Ausrüstung wird auf bewahrt und kommt später wohl in ein Vcuseum. Wenn sonst nichts aus der Gesck^chte herausgetömmen ist, wird man sie nicht gerade als eine epochemachende Tat buchen dürfen.

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gegeben hat, stattete gestern auch uns einen Besuch ab, i nb zwar mit Erfolg. Man spielte Oliver Golbsmith's linfaktiges LustspielS h e st o o p s t o e o n q u e r" aus bem Mre 1773. Die Hanblung war jeboch im 4. Akte zn- jrmm en gestrichen. Leiber stanb her Besuch bes Theaters ii keinem Verhältnis zu. ben wirkt£|uten Leistungen; cenn sowohl bie Gesamtleitung wie auch ba.4 Spiel ber Ein-" -einen war bis ins kleinste gut ausgearbeitet. Allerdings ätte manches inbezng ems bie äußere Gestaltung bes?er gewählt sein können. Herr Greville, ber in zwet Rollen beschäftigt war, offenbarte ein aroßartiges Charak- ^Lrisierungsvermögen. Vielleicht würbe er in mancher Be- sichung noch von Herrn W o a b übertroffen, ber bie Zwei- iLitigkeit in bem Charakter des jungen Merlow^nteisterhaft .iu verkörpern wußte. Auch der Darsteller des Taugenichts -onl) Lumpkins, Herr Desmond, bot ein lebenswarmes Äild übersprubelnber Iugenblust und hämischer Schaben- ceube. Von beit Damen ist besonders Frl. Dane als lieb- 'eizenbe Miß Neville zu erwähnen. Tie Darstellerinnen des Mrs. und Miß Harbcastle entledigten sich ebenfalls fcer Aufgabe recht geschickt, so baß ein recht wirkungs­volles Ganzes erzielt wurde.

Im Resibenz-Theater zu Frankfurt sollte ett Mittwoch abenb von einer Wiener Gesellschaft bie ^ollarprinzessin" gespielt werben. Wegen verschiebener iickstänbigkeilen im technischen Teil konnte aber keine voll- ^rtige Vorstellung geboten iverben. Die Direktion zahlte das Eintrittsgeld zurück, veranstaltete aber eine ka'tenlose Hauptprobe. ,

Da r mstad t anno dazumal. Die int Gvoßh Staats- ^lag crschstnene 200. Jubiläums-Ausgabe desLand-Kalmders 'Li das Gwßherzvgtum Hessen" veröfseittlickt eine Anzahl Briese jy. dem Jahre 1781, in denen ein am Grvßherzoglichm in Darmstadt zu Besuch weilender württembergischer Bavon W. a:.em öertrouten Freunde in der Heimat die Emdrücke schildert, | M er in unserer Residenz gewonnen hat. 1L a. schreibt dort der <riron:Tie Straßen sind alle gut, einige nach der Linie angelegt, . -i meist bergig. Vor dem Bes,unger Tore ist ein großes Waisen- J«». Dort werden grobe Plüsche und Wollwgren angesertigt. Jian schätzt die Einwohnerzahl, Hof und Militär eingerechnet.

einen vollkommen klaren und gesunden Instinkt dafür be»

»iefen, was bie Pflicht einer zweiten Kammer sei. Sie litten sie ohne Furcht getan unb das Land werde sie recht- scheu "Reiche und dem Freistaat Bolivien die Zustimmung fettigen.

Kleines Feuilleton.

n. Gastspiel des englischen Theaters in liainz. Aus Mainz schreibt uns unser dortiger Mit­arbeiter unternt 2. Tezember:

Das englische Theater, das unter Leitung Frau Meta , lling 's schon in mehreren deutschen Städten Gastspiele

Nr. 284/ 77 Erstes Blatt 159. Jahrgang Freitag 3. Dezember 1909

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