Ausgabe 
3.4.1909 Drittes Blatt
 
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Nr. 79

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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Beim Nachsülleu achte man darauf, daß aus der großen iSAtitiii-^laiche nachgefüllt werde, du in dieser gcicnlich nur echte MAtiGi-2Wac icilgebalten werden darf.

DieGiehener Zamilien'«fatter" werden dem ^Slnaeiqer- oicrma! wachen lich beigelegt, das Areirdlatt für dev Kreis Gießen"weimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» slraße 7. Expedition und Verlag: e^6L Redaktion: ^^112. Tel.-LldruAnzeigerGießen.

Beschau gebühren: -.50 M.

Nniversitäts-NnchricbLen.

--- Frankfurt a. M., 1. April. Prof. Dr. meb. Bernhard Mischer, Direkwr des Senckenbergischen Pathologisch-Anatorni- scheu ^Instituts zu Frankfurt a. M., hat den Rus als ordentlicher Professor und Direktor des Pathologisch-Anatomischen Instituts au der Universität Jena als Nachfolger deS Geh. Rats Wilhelm Müller abgelehnt.

Handel.

- B u r e a u k r a t i s ni u s i m P o ft sch e ck v e r ke hr. Ohne das Schema F geht es in unserem modern sein ivollendeu Staats- ivesen nicht. Was helfen alle 'Versprechungen, iveuu St. Bureau- kratms nicht ivill. Das Postscheckamt ist ihm jetzt glücklich auch unterlegen. Gerade die Einrichtung des Postscheclvertehrs, der dem Handel und Verkehr ausschließlich dienen sollte, müßte doch eine Leitung erhalten, die Verständnis für die kaufmännischen Gepflogenheiten besitzt. Weit entfernt! Richtet da eine dein Postscheckverkehr angetchlossene Großfirma an 6 Aemter das Er- inchen um möglichh baldige Aufgabe der Gebühren für das erste Oinrrtal 1908. Lllso ein üblicher kaufmännischer Hergang. Ant- n-ort: Dem Ersuchen kann nicht entsprochen werden, weil die 40 Linien des Kontoblattes noch nicht voll seien!! So werderr diehoffnungsvollen Ansätze des modernen Geistes" gehandhabt. Die Antworten kanten gleichlautend aus Frankfurt a. M. und Hannover.

litnienfitnf/ °erad llalbslelsch. _ Das Komma,d».

Beka»-isra»^chnng.

Durch Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung oout 18. ds. Mts. ist der Philosopbcnwald von der Lcfeholznnhung ansgeschloiseu.

Gießen, den 24. März 1909. . B57^

Großherzogliche Bürgerineisterci Gießen.

Bekanntmachung.

Die aus dem Rechnungsjahr 1908 (1. April 1908 bis 31. März 1909) noch rückständigen Rechnungen über Lieferungen und Reparaturen für die medizinischen u. Frauenkliniken und die Zentralwaschanstalt find bis spätestens 15. April lfd. Fs. einzureichen.

Gr. Verwaltung der medizinischen u. Frauen-Kliniken Gießen

Treppinger. b'/4

Bekanntmachung.

Die Versteigerung der Kleider und Hausbaltungsgegen- itändc, die am Montag dein 29. u. Mts. begonnen wurde, wird am Montag den 5. dis. Mts., nachmittags 3'/- Uhr, im Städtischen Hospital, Seltcrswcg 11, fortgesetzt.

Gießen, den 2. April 1909.

Die Armen-Deputalion der Stadt Gießen.

den o. April Lchützenw i.Schie»Mn

Wie die Erfahrung tausendfach gelehrt hat, wird das Nestle- sche Äindermebl nicht nur von Säuglingen, sondern auch von schwächlichen Minbern, Magenleidenden und Greisen ungemein gern genommen und infolge seiner leichten Verdaulichkeit gut vertragen. ES verhindert Verdauungsstörungen und bewirkt eine regelmäßige Hrobedose kostenfrei durch Restle's stinbermebh Gesellsch., Berlm S. 42. (SS3o/

mne, der in einem' großen Ziegeleibetriebe beschäftigten Arbeiter, und eine Zusammenstellung bei im Jahre 1908 erneuerten Tarif­verträge in den einzelnen Gewerbszweigen.

Vergebung von Gauarbeiten.

Die für die Erbauung eines Schulhauses nebst Abort­gebäude, Einfriedigungen und Hofanlage in Lauter erforder­lichen Arbeiten und Lieferungen, wie:

Erd-, Maurer-, Steinmetz-, Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Glaser-, Schreiner-, Woißbmder-, Schlosser-, Tapezier-, Pflaster- und Planierarbeiten, sowie die Eisen-, Röhren-, Zement- und Basaltgruslieferung sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben iverden.

Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen.

Angebote, mit entsprechender Auffchrift versehen, sind verschlossen und portofrei bis spätestens am Donnerstag dem 15. April 1909, vormittags 10 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Lauter einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten.

Gießen, 30. März 1909. Bao-

Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen.

I. V.: Kalbfleisch.

Gerichts-««!.

Richte r beste chu n g. DieKöln. Ztg." schreibt: Wie die Reichsgerichtskorrespondenz Lentze aus Leipzig meldet, hat das Reichsgericht die Revision eines Invaliden aus der Umgegend von Perleberg verworfen, der vom Schwurgericht Neu-Ruppin wegen versuchter R i ch t e r b e st e ch u n g zu acht Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt worden war. Der Leser wird vielleicht meinen, der Invalide habe Dem Richter für die Entscheidung eines Erbschaftsprozesses in seinem Sinne einen Teil der Erbschaft versprochen oder sonst ein versühierisches Angebot gemacht. Nichts von alledem. Der Unglücksmanu hat dem Amtsrichter, itm ihn für sich zu gewinnen, einen S ch i n - ke n ins Haus gebracht! llnd darum Räuber und Mörder! Der Mann hätte nach unserem Urteil verdient gehabt, daß bei Amtsrichter ihn gehörig abgekanzelt und ihn über die Aufgaben eines deutschen Richters, die ihm offenbar in seiner Harmlosigkeit ganz nebelhaft waren, sowie über seine maßlose Ueberschäkung der Anziehungskraft eines Schinkens gründlich ausgeklärt hätte. Mer daß der arme Teufel für acht Monate ins Gefängnis und der bürgerlichen Ehrenrechte für zwei Jahre verlustig gehen soll, das mutet uns wieder das Wort ist. einstweilen leider un­entbehrlich rechtweltftemd" an. Wir hören schon die vielen Ja! aber! Natürlich: der Richter fiihlte sich als Beamter ver­pflichtet, diesem VerbrechenSühne" zu verschaffen und zeigte den Jall an, der Staatsanwalt mußte dann traft des Legalitäts- Prinzips, dem er unterworfen ist, Anklage erheben, daß die Anklage vor das Jorurn des für Kapitalverbrechen eingesetzten Schwur­gerichts kam, nxir durch das Gesetz vorgeschrieben, daß die Ge- schivorenen die Frage, ob in der Handlung des Mannes dasAn­bieten eines Geschenkes an einen Richter zu dem Zwecke liege, um eine Rechtssache, deren Entscheidung diesem obliegt, zu seinen Gunsten" zu lenken, bejahten, ist doch auch frei von logischen Fehlern, daß das Gericht wegen der vorhandenen mildernden thnUänbe dem Mannenur" Gefängnis statt des ebenfalls mög­lichen Zuchthauses zudiktierte uno daß endlich das Reichsgericht die Revision des Mannes verwarf, weil einefalsche" Gesetzes, auwendnng nicht vorliege, alles das ist, so wird man einwenden, rod' eine geschlossene Kette und ist in bester Ordnung. Nein, die Sache ist gar nicht in Ordnung. Dem Amtsrichter, bem die Sache begegnete, hat es an Humor gefehlt, der ihn wohl davor bewahrt haben Würbe, aus dieser Naivität eine Haupt- und Staats- aktioil zu machen, der Geschworeuenbank wäre iveniger Respekt vor dem bloßen Buchstaben des Gesetzes zu wünschen gewesen, und die Richterbgnk hätte, inenn sie denn einmal nach dem er gaugeneu Wahrspruch verurteilen mußte, sich mit der Mindest, hrase von einem Tag Gefängnis begnügen, auf die Aberkennung der Ehrenrechte verzichten und' den sattsaiü belehrten Manu an allerhöchster Stelle zur Begnadigung empfehlen sollen.

Auf Beschluß der ^tadtverordneien-Versannnlung vom 28. u'anustr 1909 und mit Genehmigung Großherzogl. Ministeriums des 3nn?rn vorn >. März 1909 zu Nr. 1VL d. 3 2059 sind die Schlackt Ubiwmi, Hlcirchdefckau- und Trichincmchaugebiibrcn im stad lisch/nl Schlackthof mit Wirkung vorn 1. April 1909 wie folgt fest- jefefct worden:

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entert für einen imgeckirsm steten, ihre Mich

^onrßenbcn, GWm- luchhalier Aeitz. fcir weben.

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Straßenbau-Arbeiten.

Die zur Korreltnr der Kreisstraße AnnerodStein­bach (Im Fernewald) erforderlich werdenden Arbeiten und Lieferungen und zwar:

Erdarbciten, veranschlagt zu 678. Mk.

Chauffierungsarbeiten, veranschl. zu 1872.50 Mk., sollen am 6. April, vorm. 10 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten, Landgraf Philipp-Platz 3, vergeben werden.

Voranschlag und Bedingungen liegen daselbst, Zimmer Rr. 22, offen und sind Angebote verschlossen bis zu qe- nanntem Termin einzureichen.

Gießen, den 30. März 1909.

Der Großh. Kceisbauinspettor des Kreises Gießen.

B3Vi] I. V.: Kalbfleisch.

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Kekanntmachnng.

Detr.: Tie Ausführung des Reichsgesetzes, die Abänderung der Gewerbeordnung vorn 30. Juni 1900.

Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Interessenten, daß anläßlich des bevorstehenden Osterfestes an den 3 Wochentagen 7., 8. und 10. April 1909,

die Vorschriften über die Mindestruhezeit und Mittagspausen der Gel'ilfcn, Lehrlinge und Arbeiter (§ 139c der Gewerbeordnung) keine Anwendung zu fiitbeit haben und die Löben, sowie die offenen Verkaufsstellen an biesen Tagen bis 10 Uhr abends offen ge­halten werden dürfen.

Gießen, den 20. März 1909.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Rein ha r t.

Sie sichs denn M nicht erklären können, warum Fays achte Sodener Mineral-Bastillen so großartig bet allen Erkältungen der Luftwege sich bewähren, so will tch's ,Unten lagen. Die Sodener HeiIguelleu sind seit Jahr­hunderten berinjmt. Die Pastillen enthalten aber alle wirk­samen Bestandteile dieser Quellen, die durch Abdamuiung gewonnen sind. Ist's da ein Wunder, wenn die Va'tlllen leben pusten, jede Heiserkeit, jede Verschleimung schleunigst bewluge»? Em Segen sind die Pastillen und die leidende Men,chheit braucht t(m nur zu genießen. Jays ächte Sodener kann man in jeder r'lvotheke, Drogerie und ^inerl^lromW banbhtng für S-> Rfa. die Sckachiel lausen. rss~- w

Kleine Tageschronik.

Ami. 2lpril nachmittags sand inPotsoain die Enthüllmtg des BismarckdenkmalS statt; des letzteir Werkes des Bildhauers Mag­nus s en.

An Bord des DreimastersJules Henri", der Petroleum von Philadelphia nach Tette transportierte, ereignete srch ün Hasen von Marseille eine Explosion. Sechs Arbeiter wurden! getötet, zehn schwer verletzt.

In H o b o f e n wurde vorgestern der Versuch gemacht, bat Viadukt zu sprengen, der 10 Millionen Dollar gekostet bat. Der Kraftdruck war so genraltig, daß in ben meisten Häusern in einem Umkreise von 2 Kilometer die Fensterscheiben wrangen. Große Eisenstücke flogen durch die Luft. Ter Viadukt ist jedoch bis aitf 6 Weiler innig beschädigt. Man hat es mit einer Rache entlassener Arbeiter zu tun.

vor Nachahmungen!

Man verlange stets ausdrücklich MAG Gis Würze, allein echt mit der Schutzmarke Kreuzstern -A

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Bekanntmachung.

Alle noch rückständigen Rechnungen über die für. das Ties- bauamt ausgeführten Arbeiten und Lieferungen im Rechnungsjahr 1908 sind bei Meldung der Rlauberücksichugung bis spätestens dcu 1. Mai d. IS. in dovvelter Llusfertigung und Aklcnsorniat unter Beifügung der Bestellscheine an uuS einzureichen.

Bet dieser Gelegetiheit machen mir wiederholt daraus aub merksam, "Arbeiten und Lieferungen für Rechnung des Tiesbauauttes nur auf Grund der von unS ausgestellten Bestellscheine bezw. vor gelegten Kontobücher zu bewirken, andernfalls die Rechnungen nickt anerkannt und kurzerhand zurnckgetviesen werden. B

Gießen, den 1. April 1909.

Stadt. Tiefbauamt.

Braub ach.

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Bekanntmachung.

Nachstehende Straßen sollen in Kürze bcrgciteUt U-crdeu: Alice,traße, zwischen Wabnlws- u. Jranksurter Straße, ^teinstranc, zwischen Schiller,kraße und Asterwcg, so- lute zwischen Schott' und Marburger Straße.

Dreienigen Anlieger, welche beabsichtigen, ihr Grundstück tn ab,eßbarer Zeit an das Netz des städt. Elektrizitätswcrks an^ zu,ckUeßen, werden eriuckr, die Anmeldung innerhalb S Tagen bei der unterzeichneten Berwaltnng einzureichen.

Gießen, 31. März 190!). (BJ/.

Städtisches (^Icktri .rtätpwcrk Gießen.

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Gießen, bett 31. März 1909.

GroßHerzogliche Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Keller^

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Der Jahresbericht der Gr. Eewerbeiulpektisn für das Jahr ,908

Ist soeben erschienen. Er bietet eine Fülle sehr interessanten, Materials und berührt die mannigsaltigsten Gebiete des gewerb­lichen Lebens. Wir lesen u. a. darin, daß von den 3376 weib­lichen Arbeitern, die in den Gewerbebetrieben der Provinz Ober­hessen beschäftigt find, 2250 allein auf die 3igarreninbnftrte fallen, und sich unter letzteren 864 verheiratete Frauen befinden. In der Stadt Gießen find zur Zeit 21 Zigarrenfabriken Mit 1127 Arbeitern in Betrieh, in den hessischen Dörfern der Um­gebung 41 Fabriken mit 1597 Arbeitern. In den übrigen Kreisen Oberhessens gibt es noch zusammen 13 Zigarrenfabriken chnt insgesamt nur 1-18 Arbeitern. 1725 Gewerbebetriebe der Provinz mit 16 026 Arbeitern unterstehen her Großh. Gewerbeinspektion Gießen. Davon, entfallen auf den Kreis Gießen 623 Anlagen mit 7865 Arbeitern, auf den Kreis Schotten aber nur 124 An­lagen und 782 Arbeiter. 17 Fabriken beschäftigen über 100 Ar­beiter und zusammen 3321 Arbeiter. 34 Fabriken beschäftigen 51100 Arbeiter und zusammen 2299 Arbeiter. Dagegen beträgt die Zahl der Betriebe mit 1 5 Arbeitern 1169 uno die darin beschäftigte Gesamtzahl der Arbeiter 2819. Bedeutendere Streits waren im Jahre 1908 nur in dem Tapezierergewerbe der Stadt Gießen und im Weißbindergcwerbe der Städte Jwiedberg und Bad-Nauheim zu verzeichnen. Von den Zigarrenarbeitern ge­hören rund 1000 dem gewerkschaftlicljen Tabakarbeiterverbayd an. Ein (Großbetrieb entließ int Laufe des Jahres seine sämt­lichen organisierten Arbeiter und mehrere andere größere Werke der Provinz stellen grundsätzlich feine organisierten Arbeiter ein. Die Glasfabrik in Büdingen ist stillgelegt worden und die daselbst befd;äjtigttn 200 Arbeiter, die bemGlasarbciterver'band angehörtcn, mußten wieder nach auswärts verziehen. Die Jolgen des all­gemeinen wirtschaftlichen Nieberganges haben sich and) in der Industrie der Provinz bemerkbar gemacht, in vielen Betrieben, mußte die Produktion eingeschränkt, die "Arbeitszeit gekürzt und Personal entlassen werden, so daß die Lebenshaltung eines großen Teiles der Arbeiter in ungünstiger Weise beeinflußt wurde. Be­merkenswert rvar die Erfdieinuilg, daß in manchen Betriebszweigen bloß ein Teil der Fabrikanten von der schlechten Konjunktur be­rührt wurde, anbei; dagegen gar nicht. Die Ursache lag in der Berschiedenheit ber Absatzgebiete. Soweit diese nämHd} nicht ober nicht üorroiegenb Jnbnstriegebiete, fonbern mehr ackerbautreibende Gegenden waren, gingen die Geschäfte flotter. Dann lesen wir in dem Bericht unter dem KapitelArbeitslosigkeit" loeiter: Von einer allgemeinen Arbeitslosigkeit in der Provinz konnte bis zum Schlüsse des,Jahres trotz der erwähnten umfangreicher! Arbeiterentlassungen sowie der verminderten Arbeitsgelegenheit f.berhaupt nicht gesprochen iverden. Die Grunde hierfür liegen in bin verschiedensten Umständen. Zunächst stammte ein großer Teil der arbeitslos Geworbenen ans benachbarten preußischen Dörfern, andere, z. B. die Oilayarbeitcr und Ziegeleiarbeiter, aus entfernten Orten bes Deutschen Reiches, wohin sie wieder nad) ihrer Entlassung zurückzogem. Wieder andere gehörten dem klein bäuerlichen Stande an und konnten sid) in der eigenen Wirtschaft beschäftigen. Viele ber letzteren setzten auch einen Stolz darein, nicht zu den Arbeitsloseu gezählt zu rverben. Dazu kam die über- aus lebhafte Tätigkeit auf dem Gebiet der Bodenkulturarbeiteu der Provinz iomic ferner der neuen Bahnbauten, die viele Ar- beitSgelegeuk.iteu boten: auch nahm die Laudivirtsckaft einen großen Teck btr Industriearbeiter aus. Für eigeutfidje 'Notstands arbeiten hatte man vielerorts besondere Vorkehrungen getroffen." Außerdem finden wir in dem. Bericht eine interessante Unter­suchung über die Berufskrankheiten und st^'undheitlichen Verhält-

Schlacht- gebübrdn: 1.70 M .

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Drittes Blatt 15S. Jahrgang Samstag 3. April 1909

4b A Z\ ^-A Rotationsdruck und Verlag der Brützl'schen

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General-Anzeiger für Gderheßen