Ausgabe 
29.12.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 305 Zweites Blatt

L 59. Jahrgang

Mittwoch 29. Dezember 1909

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».

T>eSiebener Famttienblättef werden dem /Jlnjeiger* Biennal wöchentlich beigelegt, da» ..Kreisblatt für den Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Rotationsdruck und Verlag der BrühPscben Universitär? - Buch- und Creindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Exoedirion und Druckerei: Schul­straße 7. Exoedition und Verlag: 51.

Redaktion: 112. Teft-Adr^AnzeigerGreßen.

qleitete selbst ihre beiden Bewerber zum Kamvsvlatzc, wo die tinaben mit Messern bemannet einander flfeenftber natm Ein editiertet ilampr begann. nachtnmigcn Sekunden wurde 3am durch einen Stich in dcn Unterleib schwer eerlebt und sank sterbend nieder. Pia aber hielt ilyr Wort und mit dein Sieger Cateni ist ܣ fetzt ueriu/iounben, ol-ne eine Sour zu huiterlaisen.

* Krastwagcnlinicn durch d i c Wüste Gobi. Tie öde sandige Steppe, die a!5 Düste i bekatmt ift, soll künftig rnjelntäbig von großen Krastivagen birruijogen werden: die chine jtieic illegicnrng hat nach dem Globus bei bassen, von Higa nach Malgan einen Kraftwvgendienft einzuriäNen. der bcflimnit ist, die gror -ii Teeladu.u. n »r: über'unten, bi; bisher nur durch Äamclfaraiuancn bewtrtt nnub.n Binnen kurzem w.rd auch Stal- gan mit dem nach Der chineiiiden .^auvtsradt lubrendcn Sdncnen sträng verbunden sein: damit schasst die chi.tel'isde Regierung nidrt nur bebcutiainc Handels erleichterungen. sondern sie geromnt zu glciä, eine wesentliche Stärkung ihrer militärischen und politischen Stellung in der Mongolei.

Meteorologische Beobachtungen der Station (Bienen.

des

94 25

3/t% Reichsanleihe.

spanischen Südseebesiy vom Jahre 1887.

Nächstens mtrd man

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noch Elsast-Lothringen einem Schiedsgericht unterbreiten.

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Börse, 29. Dezember. Anfaa^siiese.

Aus Klara Zieglers Werdezeit

und in

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Höchste Temperatur am

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... 116.90

Bochum Gass . *. Buderus E. W.-*-.-. Tendenz fest.

Berliner

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: fest.

Bankrotterklärung in Marokko.

Dr. A. Wirth schreibt imTag".

Unser Tebacle in Marokko ist nun vollkommen. Tas ver­mögen noch so völkerrechtlich abgetönte Phrasen nicht im mindesten u verdecken. Auch hat bei einem Schiedsgericht Deutschland noch nie viel gewonnen. Man denke an den Spruch des Papstes über

. 181.30

. 137.40

.. . 250.00

. 96.30

. 162.60

Telefonische Kwsberächtö

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und indugtne^GIensen.

Frankfurter Börse, 29. Dezember, 1.15 Uhr.

politische Tagesschau.

' Ein preußischer Gesetzentwurf über Dienstreisen.

Da man in .Hessen aus größere Sparsamkeit in der Staat- Verwaltung himvirken will, verdienen alle gleichartigen B-str düngen in Preußen auch bei uns Beachtung. Gegenwart'g g 'n man in Preußen an eine Umgestaltung der Tagegelder sür 2icnii- reisen. So wird aus Berlin gcjdyricbcn:

Bei näherer Prüfung der Sack^lage wird man anerkennen müssen, dass die sich aus Tagegeldern und Reisekisten zusammen- letzenden Vergütungen sür Dienstreisen auch nach Kürzung der Kilometergelder noch vielsach den wirklichen Betrag des Aull wandes übersteigen, den die Beamten sür ihre Dienstreisen tat» sachlich zu machen haben. Vielsach übersteigt die Rcisevergütung die wirklichen Kosten" so beträchtlich', daß aus Dienstreisen dem betressenden Beamten ein geldwerter Vorteil erwächst und zahl' reiche Dienstreisen sogar zu einer verhältnismäßig reich fließen­den Einnahmequelle werden können, hierin liegt wiederum der Anreiz zu Dienstreisen über das wirkliche Bedürfnis hinaus. Insbesondere sindet eine solche über das Maß hmauSgehende Reisetätigkeit alsdann statt, wenn man einem dessen bedürs- tigen und würdigen Beamten aus diese Weise eine Zulage zu 1 einem Diensteinkommen gewähren will. Diese Gestaltung der Reisetostenvergütung und ihre Folgeerscheinungen möchten er- träglich erscheinen, so lange die Einnahmen des preußischen Staates zur Befriedigung seiner Kulturbedürsnisse mehr als ausreichten. Jetzt, n» es der strengsten Sparsamkeit bedarf, um Einnahme und Ausgabe im Gleichgewicht zu halten, können biete Einrichtungen nicht mehr beibehalten werden.

Tie Staatscegrerung wird daher dem Landtage in der näch­sten Session einen Gesetzentwurf vorlegen, durch den die Vergütung der Beamten sür Dienstreisen neu geordnet wird und pvac aus der Grundlage der von den Beamten selbst sür die Dienst­reisen auizuwendenden Kosten.

Die Kriminalität der Jugendlichen.

Tas letzte, voin Statistischen Amt herauSgegebene Heft zur Statistik deS Deutschen Reiches enthalt die Kriminal- statistik für das Jahr 1907. Da die Zahl der bestraften Jugendlichen tm Alter von 1218 Jahr*n überall besonders angegeben ist, so erhält man ein anschauliches Bild ihrer Kriminalität. Erfreulicherweise zeigt daS Berichtsjahr eine 'Abnahme in der Zahl der bestraften Jugendlichen (54 110), nachdem sic im Jahre 1906 den höchsten Stand erreicht hatte (55 270). Zieht man aber die Bevölkerungszunahme in Betracht, so kommen auf 100 000 Jugendliche im Jahre 1907 734 Verurteilte gegen 764 im Jahre 1906. So er­freulich dieser Rückgang ist, wird doch die Besorgnis, welche die wachsende Zahl der verurteilten Jugendlichen bei allen wahren Volksfreunden geweckt hat, dadurch nicht beseitigt werden. Denn immerhin stieg die Zahl feit 1882 um 76,1 v. H., bei den vorbestraften Jugendlichen sogar um 105,5, bei den nicht vorbestraften um 70,9 v. H- Und selbst wenn man die Bevölkerungszunahme berücksichtigt, so beträgt die Steigerung seit 1889 bei den Vorbestraften immer noch 38,5, bei den Richtvorbestraften 16,2 v. H.

Aiis der Art der verhängten Strafe läßt sich ersehen, daß einerseits die Berfehliingen geringfügiger geworden sind, unb daß man andererseits auch wohl zu einer milderen Auf­fassung gekommen ist. Der Anteil der zu Gefängnisstrafen verurteilten Jugendlichen an der Gesamtzahl der verurteilten Jugendlichen betrug nämlich im Jahre 1904 noch 51,6, im Jahre 1907 nur noch 49,5 v. H. Die Jugendgerichte werfen ihre Schatten voraus. Es ist zu begrüßen, daß der Vor­entwurf zum neuen Strafgesetzbuch die Strafmündigkeitsgrenze auf das vollendete vierzehnte Lebensjahr heraufsetzen und dem Richter die Befilgms geben will, bei Delikten Jugendlicher überhaupt von einer Strafe abzusehen.

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Türkenlose.....

4nl0 Griech. Monopol-Anl 4°/0 äussere Argentinier 3n/e Mexikaner 4*/,% Chinesen . . .

Aktien:

Elekt.riz. Lahmeycr . . . Elektriz. Seburkcrt . . ;. Esehwaiier Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. PaketL Harpencr Bergwerk. . . Laurahütte . . - . . - Nordd. Lloyd . . . . . ObcTFchles Eisen-Industrie Berliner Haudolsges. . . Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank . . . . Deutsch Asiat. Bank .

Diskonto - Kommandit . . . Dresdner Bank . .

Kreditaktien . . . . . Baltimore- und Ohio- <-

Eisenbahn ._ « . . .

Gotthard bahn-. . . .

Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbabn .

Prince7Henri-Eisenbahn *.

sich näm(id) bei mir eine Hcllsgeschwulst so rasch solchem Umfange aus, daß ich, mit ihr behaftet, gar

vermischtes.

* Sie spielenKaiser". Als der Kaiser mit einem seiner Adjutanten am Somrtag vormittag tront Neuen. Palais feinen gewohnten Akorgenspaziergang unternahm, der ihn, bis nad) Potsdam führte, traf er am Brandenburger Tor daselbst einige Kinder, die ^föaifct" spielten. Einer von den Knirpsen trug die Husarenunlsorm, die er zu Weihnaclsten geschenll er­hallen hatte, und nahm, sehr würdevoll auf seinem Steckenpferd reitend, Vie Parade seiner Spietgencsfen ab, von bmnt der eine einen tzelm iuti) einen Säbel, der aubrrc ein Gewehr, der dritte eine Trommel trug, während die anderen mit Papierhelmeu und 5»lzschwertern ausgerüstet waren. Der Kaiser amüsierte fidjjiber die kleinen Burschen, die ihn nicht erkannten und die ihr Spiel nur desto eifriger fortsetzten, als sie die beiden Offiziere kommen sahen. Ter Kaiser blieb mit seinem Slbjutmiten stehen und fragte bic Kinder, was sie da spielten.Wir spielen Parade," aMwortete der Knirps auf dem Stecketrpserd,und ich bin der Kaiser!" Ter Kaiser lachte über diese Antwort und gab jedem Knaben ein blankes Zweimarkstück als Weihnachtsgeschenk.

* Ein eigenartiges Weihnachtsgeschenk hat der Direkwr einer Berliner Schule feinen Schülern zuLommen lassen Jeder von ihnen erhielt, sein säuberlich verpackt, in einem Karton eine Zahnbürste und ein Stück Zahnseife nebst einer gedruckten Anweisung über die große Bedeutung der Zahnpflege.

* Ein Zwei kampf zw ischcn Kindern Eine Auf­sehen erregende Schilderuno eines blutigen Zweikampfes, der in Siena zwischen zwei 11 löhrigm Knaben ausgefochten wurde, wird aus Rom berichtet. Der 11 jährige Sani verliebte sich in ein kleines Mädchen namens Pia Sempliei, ein 12 jähriges Kind und mit der südlick)en Leidenschaft seiner Rasse er Hatte er der Geliebten seine romantische Neigung. Tie kleine Pia war offen­bar viel uimwvrben und die Stimme ihres eigenen Herzens noch schwach, denn sie wies den jugendlichen Bewerber weder ab, noch erwiderte sie vorbehaltlos dessen Leidenschaft; sie verriet ihm, daß sein gleick)altriger Kamerad Cateni sie gleichfalls lieb' iuit> schwankte, wen von den beiden Knaben sie nun ihr Herz scheuten sollte. Die beiden kindlichen Bewerber tanun überein, ihre Neben­buhlerschaft mit der Waffe in der Lwnd zum Austrag zu bringen und die kleine Pia erklärte sich auch bereit, dem thr Herz zu schenken, der in dem Zweikampf Sieger bleiben würde. Sie be-

Das Dergnügen muß ich teuer be;a-sten!

EfrMaj Ter Ball war ja schön und ich hab viel getanzt aber dann bic Erkältung aui dem Heimweg! Nun lieg üb seit drei Tagen herum und kann kaum atmen! Jetzt endlich hab ich mir Kays echte Lodener holen lassen und die critc Pasntle genommen und sie bat mir gut getan. Meine Freundin lagt die helfen ihr immer, wenn iic erkältet ist, und iic hat immer MyS echte Lodener im Haus. Und die. weiß schon, was gut nt. Zayo echte Lodener Mtneraluaitillen x sind in jeher Apothec'e, Trogerie und '.Ntneralwasserhandlung zum Pretse von 85 Pfg. vro Lchacknel erhältlich. <»sB/n

Manncsmann hattLit wohlerworbene Rechte, bic bereits allgemein atKclanut waren, nickst einen zweftelhaflen Besitz, der durch ein teils feindliches, teil» schwächliches Schiedsgericht noch zweiscll hafter wird. Berühmte Rechtslehrer von euvopäijchem Ruse haben sich unbedingt für die Gültigkeit der Mannesmanuschen Kvnzessronen ausgesprochen, und zwar nickst nur deutsche Professoren, sondern ruch italtenische, spanische und sogar franzöiische Gelehrte und Würdenträger, oaruntcr der heutige spanische Ministerpräsident. Was war da also zu zweifeln? Im irbrigen: Where's a will, 'lere's a way! Es kommt auf das pwlilischc Wollen an; alles andere ist unwichtig und kommt erst in zweiter Linie in Betracht. Aber an dem Wollen fehlt es eben bei uns.

Aber auch d'e Zranzosen kommen nicht recht voran. Der Weg ist volliommen frei für sic, und trotzdem benutzen sic ihn nicht. Auch ihr Wille zur Macht ist erkrankt. Schon vor Algeciras nahmen sie Udschda und Lasablanea: nach der Konferenz besetzten ne dte Schauia und das Gebiet im ^rordtvesten von Jigig. auch orangen sie in Adrar vor. Allein zu einer richtigen Erooerung Marottas können sie sich nrcht aufraflen. Richt etwa aus Achtung vor beftebenben Verträgen, bewahre! Sie taten im Gegenteil alles, um aus Umwegen ihr Ziel zu erretchen. Erst vernichten sie es noch einmal mit dem Rogi; als dieser gefangen, hegen fte Mulay el Kebir in Tazza zum Sultan ausrufen. Ja, man iprach davon, Abdul Asis wieder auf die Beine zu stellen. Alfts bisher vergebens. Mulay Lafid sitzt fest im Sattel, uno Mawllo ich eint Vtanns genug, sich nicht nur der Fran-ojen, sondern gleich­zeitig auch der Spanier zu erwehren.

Es ist ein offenes Geheimnis, daß Jiankreich den Spaniern keinen Erfolg gönnte. Im Viillergrund steht England, das ungern bie Fest,ctznng einer anderen Macht an der JRoröfü|te Marottas sieht. Wer also hat gewonnen bei dem ganzen Streit'? Im Grunde öoä> nur das Scherisenreich, das durch den Stoß von außen aus dem Schlafe geweckt wurde, das sich aus fick, selbst besann, und das einem Zeitalter des Natwualisinus und der Zentralisallon ent­gegengeht. Aus der Uneinigkeit Europas hat mithin der Orient den besten stutzen gezogen. Genau wie in £ Italien. Europa hat in Marokko wie auch in der Mandschurei Bankrott gemacht.

Wir glauben nicht, iiamciulid) nach den ge.lern initge» teilten Verhandlungen in der franzöfischen Kammer, daß Frankreich das Feld in Marokko aufgeben wird.

schon die richtige Heroinengestalt hatte. Als er sich endlich bereit erklärte, ihr Unterricht zu erteilen, sagte erFür Sie gibt es nur ein Fach und ^war das der Heldinnen". Klara verschwieg ihren Entschlub noch eine Zeitlang den Angehörigen, denn sie wußte, daß sie hier auf den Zähesten und heftigsten Widerstand stoßen würde. Als aber Christen nach einem Vierteljahr die Ueberzeugung von ihrer Be­gabung gewann, nahm sie den Kampf mit der Mutter und der Familie auf und rang ihnen schließlich die Erlaubnis zur weiteren Bühnenlaufbahn ab.Da aber, wer der Kunst

4l/t0,n Oesterr.Silberrente. 4"l0 L'nsar. Goldrente

4° o Italien. Rente . .. 3", Portugiesen Serie I . 3°;0 Portugiese» UI . 4l/,0, j russ. Staatsanl. 1905 4Vi° n japan. Staatsanleihe 4°/e ConvTHrken vou 1903

dienen will von ganzem Herzen und mit ganzem Gemüte, vor allen Dingen frei sein muß, so teilte ich denn auch sofort meinem Bräutigam die verLnderte Sachlage mit und ersuchte ihn um die Zurückgabe meines Wortes, die freilich erfolgte, aber natürlich ohne die Stimmung in meinem Familien­kreise gegen mich -u meinen Gunsten umzugestallen." Schon nach einem halben Jahre erschien sie zum erstenmal unter dem Pseudonym Herfteld in Bamberg auf der Bühne und dann als Jungfrau von Orleans im Münchener Hoftheater, beide Male mit großem Erfolg. Am Ulmer Stadttheater machte sie unter dem tüchtigen Direktor Engelken eine glück­liche Lehrzeit durey und erhielt dann ein Engagement in Breslau. Tort al er trat ,',um erstenmal das Gleno der Bühne an sie heran. Sie wurde von der ersten Probe als gänzlich unfähig und unbrauchbar weggeschickt; die Wirts­leute legten auf ihre Sachen Beschlag, und gedemilligt, gebrock en, mußte sie nach Hause zurückl.'yren. von wo sie mit so stolzen Sonnungen ausgezogen war. Aber sie ließ den Mut nicht finten, machte in Linz a f. die Slöte uno Widerlich­keiten des Kunstproletariars durch unD war schließlich froh, wieder in Ulm bei Engelken anzukommen. Da war sie wieder da angelangt, wo sie angefangen lja'te. Als aber Engelten die Leitung des Münchener Attie.i-Bolksiheacers, des späteren Gärtnerplatztheaters, übernahm und sie für diese Bühne engagierte, schien ihr endlich das Glück zu läck-ein. Doch neues Uno eil tarn über ]ie: eine äranlheit,

24.25

161.2;'.

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nubt daran Dentcn konnte, je wieder die Bühne zu betreten. Alle ärztliche Hilfe versaate. Ta begab irf) mich zu Prof. Nußbaum, dem berühmtesten Operateur Münchens, und be­fragte ihn um meinen Zustand. Er erklärte mir, eine j Lperation könne vielleicht helfen, aber sie sei lcbensgefähr lich, schmerzhaft und langwierig. Unbedenllich überlieferte ich mich seinem Messer. Mir wurde ein Guttaperchaschlauch quer durch die ganze Geschwulst gelegt; ich stand furchtbare. Schmerzen aus, aber daö Mittel half nach drei Monaten war die Geschwulst verschwunden, doch hatten sich dadurch, daß ich meinen Kopf infolge der Lperation immer tief nach der rechten Seite geneigt halten mußte, meine .Halssehnen so zusammengezogen, das; ich nicht mehr imstande war, ben Stopf gerade in die Höhe zu richten. Da verfiel ich auf ein Mittel, das mir in der Tat auch half. Ich ver­fertigte mir Vatermörder aus ganz steifem 'Papier und desesiigie sie um meinen Hals, erst schmale, bann im Lause der Zeit immer breitere, unb zwang auf diese Weise durch den Schmerz, dcn mir ihr Einichueiben in den Hals verur- sack)te, den Kopf allmählich in seine frühere Lage zurück. Kaum aber hatte ich dieses Ziel erreicht unb glaubte meine Hebungen wieder aufnehmcu zu lönnen, als ich zu meinem Schreaen bemerkte, daß mir bei jeder auch nur mäßigen Anstrengung meines Legans die Mandeln in einer Weise anschwollen, welche mir sckftießlich das Reben unmöglich macl te. Wiederum nahm ich bic Hilfe des Professors Nuß­baum in Anspruch, der kurzen Prozeß machie unb mir von innen heraus sämtliche Mandeln ausschnitt. Gegenwärtig bin ich ein dura>aus manbelloses Geschöpf, dafür aber auch für immer unbeschränkte Herrin meines Organs. 9cach Heberwindung all dieser Schicksaisschläge tvar aber auch bic Leidenszeit der Künstlerin vorbei. Als sie 1867 nach Leipzig ging, errang sie einen beispiellosen Erftolg und gewann den Ruhm einer Heroine allerersten Ranges, den sie ourch Jahr­zehnte unbestritten behauptet hat.

Eine ideale Heldengestalt der deutschen Bühne ist mit Klara Ziegler aus dem Leben geschieden; sie war eine Heldin von seltener Kraft und großzügiger Leidenschaft, die aus ihrer starten Seele und aus ihrem Leben jene Macht heigen Fühlens gewonnen hatte, mit der sie eine Medea, e:nc Bruu- iftlde zu verkörpern verstand. Heldisch hatte fte ihr schick;al ertragen, das ein dornenvoller Leidensweg gewesen war, bevor sie die Höhe des Ruhms erklommen; nnt helden­bas ter Ausdauer hatte sie ihre Kunst dem Leben gleichsam abqerungen. Klara Ziegler hat selbst einmal von diesen schweren Jal)ren ihrer Werdezell erzählt, in der sich all da- Große und Gewaltige in ihr entfaltete, das spater in 1 er Gewalt ihres Spiels zum Ausdruck kam. Als sie kaum 17 Jahre alt war, starb ihr Vater, der in Duunchen eine Färberei besessen hatte. Schwere Zeiten kamen nun für die große Familie, und Klara, die älteste von den acht Kindern, unter denen sechs Mädchen waren, mußte der Mutter, die das Geschäft weiter führte, in allen morgen und Mühen der Haushaltung und Grziehung zur eeite ft eben Ich mußte kochen, waschen und platten und dabei

noch den Hut er richt meiner Geschwister und Gesundheit^ pflege beaufsichtigen. Tas waren schwer. Zeiten ,ur mich und für uns alle'. Ein Ausweg aus dem Drange un,erer Verhaltnisse zeigte sich zwar, als einer luemer Verwandten in Berlin, ein ebenso hochachtbarer wie. wohlhabe wer Mann, um meine Hand anhielt, u-en dringenden ^.or stellungen meiner Angehörigen Gehör gebend sagte ihm endlich auch zu: aber ich selbst fanb keme innere Besnedi- qunq dabei. Ich sann unb }ann, um all diese -ebenvwur niffe au überwinden. Ta plötzlich fiel es wie em -ia tstrahl in" meine Seele.Werde Schau,piererm! Das i| bem stimme zu. ^zch ge. oic gii ben

u /,3/0 Hessen .'. 8l/,uln Oberhessen - 4°/n < festem Goldrente .

Beruf!" rief mir eine innere ywia:r

Menschen, lei denen der Weg n.cht wert Mt tojSan zum Entschluß unb vom Entschluß zu

Sie wendet sich an einen langjährigen ßreuiib ö* > ................ .....

chle ÄVÄÜ «-ni-hren Ür-tzte

bringen; ein 5.faupthindernis schien ihm die ungewöhnlicheIbildete sich nämlich bei mir eine Körpergröße des jungen Mädchens, das mit 17 Jahren '»

Hr.rpener Bergwerk . . . 210.90

Laurahütte . . . . .. 200.70

Lombarden E. B. . .. 24.20

Nordd. Lloyd . .. 102-30

Türkenluhu . ...180.00

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