Ausgabe 
27.12.1909 Zweites Blatt
 
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9hr. 303 Zweites Blatt

159. Jahrgang

Mamag L7. Dezemder 1909

Erscheint tigllch mit Ausnahme der SomckagS.

DreGießener $emihenb!itter werden dem ,9lngctqer* viermal wöchentlich beigelegt, baß Krelsblfltt für den Kreis Sieben" jmetmal wöchentlich. Die .^antzwirts gastlichen Lett« froflen erichemen monatlich iroetmtL

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

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Sck)wievigkeiten der Ueberbrüdung der Gegensätze zwischen Krone und Unabhängigkeitspartei, in letzter Linie an dem Argwohn des Königs gegen die Revolutionäre von 1848 Damit war die Bildung eines parlamentarischen Min-- sieriums ausgeschlossen, und es tonnte, wenn man nicht zu einem Ex lex-Zustande kommen wollte, nur von einem Ueberganos- oder Geschäftsministerium die Rede sein.

Man hat in Wien lange gesclpvankt, wem man dieses Ministerium anvertrauen sollte. Graf Desewffy lehnte von vornherein ab, Gras Khuen-Hedervary war bis zur Mittags­stunde des 23. Dezember so ,ehr Favorit, daß das k. k. Kvrre- spondenzbureau schon die Meldung ausgeben konnte, er sei zum Ministerpräsidenten designiert, um eine halbe Stunde darauf verkündigen zu müssen, baß es Baron Ladis­laus v. Lukacs sei, der die Kabinettsbildung übernehmen wurde. Herr v. Lukacs steht jetzt im 60. Lebensjahre. Er wurde ncuh Absolvierung seiner Rechtsstudien 1874 außer ordentlicher Professor an der Rechtsakademie zu Raab und 1878 von seinem heimischen Wahlbezirk Magyarigen zum erstenmal in den Reichstag gewählt, im Jahre 1887 wurde er zum Ministerialrat im Finanzministerium ernannt. Lukacs legte aber dieses Amt schon nach kurzer Zeit nieder und war wieder Abgeordneter, bis er unter dem ersten Mini­sterium Wekerle im Jal)re 1893 abermals, und zwar als Staatssekretär, ins Finanzministerium berufen wurde, dessen Leitung er nach dem Rücktritt Weierles 1895 übernahm und unter allen Kabinetten von Banffy bis Tisza auch bei­behielt. Er hat in dieser Stellung bei den Ausgleichsge­setzen, der Verlängerung des Bankprivilegiums, der obliga- torischen Rechnung in Kronenwährung und der Aufhebung des Jnseratenstempels ungemein Großes für Ungarn ge­leistet, so daß es kein Wunder war, daß der Kaiser ihn 1905, in der großen Krise nach dem Rücktritt des Kabinetts Stefan Tisza, mit der Kabinettsbildunb betrauen wollte. Lukacs lehnte jedoch damals ab und hielt sich, zumal er auch bei den Wahlen von 1906 kein Mandat erhalten hatte, von jeder politischen Tätigkeit fern. Zwar hat er im Auf­trage und als Vertrauensmann der Krone, als homo regius, schon Ende Juni dieses Jahres mit der Unabhängigkeits­partei Unterhandlungen gepflogen, die aber nicht zum Ziele führten. So tritt er erst jetzt wieder auf die politische Schaubühne.

Ob es Lukacs gelingen wird, die Aufgabe, vor der er jetzt steht, zu losen, ist nicht leicht zu sagen. Er soll mit den Parteien des Abgeordnetenhauses verhandeln, um da­durch eine Majorität zustande zu bringen, die es ihm ermög» licht, ohne Anschneidung der Heeres- und Bankfrabe nicht mir das Budget inklusive der Heeres- und Annexwnskre- bite im ungarischen Parlament und in den Delegationen unter Dach und Fach zu bringen, sondern darüber hinaus auch her Wahlreform zur Annahme zu verhelfen. Gelingt das nicht, so ist ihm schon jetzt Vollmacht erteilt, das Abge- ordnetenhaus aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben. Ob es dazu kommen wird, hängt in der Hauptsache von der Stellungnahme der mächtigen Justhschen Bankgruppe gegenüber dem Kabinett Lukacs ab, die bis jetzt noch einiger» maßen ungeklärt ist, wenn man dort auch im allgemeinen dem neuen Ministerpräsidenten sympathisch gegenübersteht, öatte doch Jufth bei seinen Verhandlungen mit Lukacs diesem folgendes Programm vorgeschlagen: Allgemeines, gleiches, geheimes, gemcindeweise auszuübendes Wahlrecht, Vorbereitung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit Ungarns und Errichtung der selbständigen Bank bis zum 1. Januar 1911. Lukacs aber hat sich nur mit den beiden ersten

Die vorläufige Lösung öcr ungarischen Minifterkrise.

Seitdem im Jahre 1906 das aus Berfassunqspartei, Unabhängigkeitspartei und klerikaler Volkspartei zusammen­gesetzte Koalitionsministerium Wekerle den Pakt mit der ungarischen Krone dahin geschlossen hatte, daß die natuo» nalen Forderungen der Maghqren in der Heeres- und Baick- frage so femge ruhen sollten, bis eine auf Grund des all­gemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts beruhende WahlreforM in Ungarn durchgeführt sei, hat es an Mirristerkrisen und an Zerwürfnissen mit dem Träger der Stephanskrone in Ungarn nie gefehlt. Schuld daran war einmal der Umstand, daß das Ministerium Wekerle im Grunde von der Einführung eines Wahlrechts nach öster- reickstschem Muster nichts wissen wollte, weil damit wahr­scheinlich die jetzt bestehende Vorherrschaft der Magyaren im Parlament gebrochen worden wäre, und sodann die Tat­sache, daß die Unabhängigkeitspartei nicht nur sehr ener- aisch an ihrer Forderung der magyarischen Kvmmando- sprache festhielt, sondern auch diejenige nach einer Bank- trenmmg immer mehr in den Vordergrund rückte und die Bewilligung des gemeinsamen Budgets für 1910 und na­mentlich der Kredite für die Heeres- und Marinerefornr, sowie für die Annexion Bosniens und der Herzegowina, von der Erfüllung dieser beiden Forderungen abhängig machte. Wenn aber das Ministerium We-erle sich bis jetzt am Ruder hielt und seine des öfteren angebotene Demission von der Krone nicht angenommen wurde, so ist dieses Moment lediglich darauf zurückzufiihren, daß der Küttig darauf be­stand, oas Kvalitionsministerium müsse die im Pakt von 1906 vorgesehene Erledigung der Wahlreform durchführen und dürfe erst dann zurücktreten, wenn die auf Grund des neuen Wahlrechts vorzunehmenden Neuwahlen zum un­garischen Abgeordneten! ' "c es zum Rücktritt nötigten.

An dieser Theorie hielt die Krone >enn auch fest, bis sich im dLovember dieses Jahres die Unabhängigreckspartei in Kossuthianer und Justhstrner spaltete, von denen die ersten bereit waren, in der Bankfrage mit sich reden zu lassen, wahrend die letzten, zu denen weitaus die Mehr­zahl der das Abgeordnetenhaus beherrschenden Unabhängig» keitspartei gehörte, die Banktrennung schon für das Jahr 1911 forderten. Dieses Abschwenken der Justhianer von der Unabhängigkeitspartei brachte es mit sich, daß das Kvalitionsministerium Wekerle im Abgeordnetenhause nicht mehr über eine kompakte Mehrheit verfügte, mithin auch von der Krone nicht mehr gehalten werden konnte, wollte man nicht Ungarn in die größten Wirrnisse stürzen und sein Ver­hältnis zu dem Bruderstaat Oesterreich aufs ärgste ge­fährden (eine Befürchtung, die kurz vor dem Feste ge­legentlich der Beratung des Budgetprovisoriums und des rumänischen Handelsvertrages schon feste Gestalt anzuneh- men drohte). So setzte denn eine Zeit ein, in der ungarische Politiker fortwährend zwischen Osenpest und Wien unter­wegs waren. Die Krone unterhandelte nicht nur mit Wekerle und Andrassy von der Berfassungspartei, um sie zum Bleiben zu bewegen, sondern auch mit Kossuth und Justh von der Unabhängigkeitspartei, überdies mit dem Grafen Khuen-Hedervary, mit dem früheren Finanzminister Baron Lukacs und dem Präsidenten des Magnatenhauses, Grafen Desewffy. Ein Verbleiben Weckerles im Amte mußte laber der ganzen parlamentarischen Situation nach schon bald als ausgeschlossen gelten, und eine Berufung Kofsuths ober Jusths zur Kabinettsbildung, von der einmal vorüber­gehend die Rede war, scheiterie, ganz abgesehen von den

Punkten einverstanden erflärt, den Vorschlag hinsichtlich der Banktrennung aber dahin abgeändert, daß diese Ange­legenheit, sowie Die Heeresfrage, erst dem auf Grund des neuen Wahlrechts gewählten Parlament unterbreitet werden soll. Daß die Justhgruppc sich zu diesem Ausgleich bereit­finden läßt, will uns zweifelhaft erscheinen. Denn sie hat, wenn die Wahlen fid) unter dem neuen Wahlrecht vollziehen, wenig Aussicht, in ihrer bisherigen Stärke in das Abgeord- n et en 1)0310 zurückzukehren, da die Frage der Banktrennung den großen Massen überhaupt unverständlich ist. So wird, mag <rud) die Bankgruppe sich immerhin an h-"- Kabinetts­bildung beteiligen und auch bei der Erledig der drin­gendsten Staatsnvtwendigkeiten mithelfen, ».hueßlich dock) wohl Wahlreform und Bankfraae von einem neuen Abge­ordnetenhause entschieden werden müssen, nachdem das jetzige der Auflösung verfallen ist. Zwar hat Dr. v. Lukacs dann so ziemlich den Wal)lapparat in der Hand, aber feine Energie wird schwerlich groß genug sein, um sich, wie es z. B. Graf Khuen Hedervary getan hätte, damit eine aus­reichende Majorität im Abgeordnetenhause zu sichern.

Anträge in der hessischen zweiten Kammer.

Ter ?lbg. hker hat in der Zwecken hessischen Mmrner einen Antrag eingebracht betr. die Entziehung von Wasserkräften durch Anlage des Wasserwerks Lauter-Bad Nauheckn. Er Uudet:

Bei nkguftmaw der Schadeners atzans prüche der MMer <nt der Wetter wegen Vertust von '-öctriebiÄräften durch Anlage der» Wasserweicks Lauter-Bad Nauheim bat man am Laus der mckckeoai Wetter bei der Schudtschen Munrühfe Schicht gemacht, imb von da an keine EntfäMigungen mehr gemibrt, obgleich die Schädi­gungen dock) gewiß n i d) t bei der Neumuhlc ihre Grenze finden.

Aus diesem Grunde haben die Bescher der Dtühlen an bau unterhalb der Neumuhlc verlaufenden Wvttrr-Bach vor einiger Zeck eine Eingabe an das Grvßherzogliche Ministerilmr des Jwneru gemacht, in der sie angemessene Entschädigungen erfnttot und baba, bemerken, daß es jiil wrbci um Betriebe handele, für die femeqeit für 200 000 Mark Wasscrpacht abgerentct worden seien.

Aus diese Eingabe ist bis heute noch feine Antwort erfolgt.

Aus diesem Grunde beantrage ich:

die Zweite Kammer wolle beschließen, Großherzogliche Rvgje- rung zu ersuchen, auch den unteren Lauf der SBetter hinsichtlich Sa-adigung seiner Wasserkräfte durch die Anlage des Wasserwerks Lauter-Bad flüruhcckn einer ei n geben- den Untersuchung zu unterwerfen, irnb bat Müllern an der unteren Wetter int Jolle der Feststellung einer Schädi­gung entsprechende Entschädigungen aus der Staatskasse zu gewähren.

Ferner ist bei der Kammer eine Vorstellrmg der Bereinigung der mittleren Baubeamten in Hessen, betr. Gewährung enter Teuerungszulage für die StaatSdiensh-Anwiarter, ein» gegangen.

Ter Abg. Raab beantragt M. Kapckel 10 des Haupt- voranschlags für 1910, betr. Staatseisenbahnen, den Betrag von 12 000 Mark in Ausgabe mehr vorzusehen, zu dem Ztveck. den hessischen Beamten der ehemaligen^Mcnn-Neckar-Eisenbahn einen Wohmmgsgeldzuschuß, wie er den Staatsbeamten nach bart Gesetz vom 10. März 1907 zustcht, zu gewähren.

Gegen die gcvlante Sonder steuer für Filial-Ge- schäfte incnbet sich in einer Eingabe der Verband Süddeutscher Großdetaillisten der Lebensmittesbranche abermals an die Hessischen StäNdekammern. Ter Gesetzentwurf über die Gememdeumlagew im Großherzogtum Hessen will bekannttich die Gemeinden zur Einführung einer besonderen Bestrrierung der Filialladengeschäfte: auswärts wohnender Geschäftsinhaber durch Ortssatzung ermäch­tigen.

Die Eingabe hält diese Sondersteuer für ungerecht. Nur dis Forderung sei berechtigt, daß die Filialgeschäfte in voller Höhe zur Gewerbesteuer herangezogen werden, wodurch auch die betrcTfcubc Gemeinde zu ihrem vollen Rechte komme. Dieses Ziel sei dadurch

ver-

vom Heidelberger 5ch!otz.

Herr Melac, der die Pfalz verbrannt, Der war ein Rauhdein ersten Ranges, Und in Die Grube nachgesandt öab ich dem rohen welschen Fant Schon manchen Fluch und grimm,g klang eSl Ach Melac! Dir und deinem Troß Hab' ich so manches abzubitlen: Ihr traft das Heidelberger Schloß Mit Pechkranz und mit Brandgeschob Und feine Pracht halt schwer gelitten. Jedoch in Trümmerberrlichkeit Jst'S auch in neuer Pracht erschienen - Wie strahlt in uns'rer grauen Zeck, Von Schauern der Vergangenheit Umglüht, die schönste der Rumen!

So schön in ihrem Efeukranz, So schön im Schatten grüner Wipfel, Bste's nie in seinem vollsten Glanz, Don Prunk erfüllt und heil und ganz Dem Jettenbühl geziert den Gipfel! Und heut geplagt von Wahnsinn will Man mit barbarischen Manieren Dernüchtern grausam das Idyll Und was geträumt romantych-sttu, In Grund und Boden renovieren! Man will vorn Sockel bis zum Knauf Abtragen dieser Steine Lasten, Und baut den ganzen Ouaderyauf Dann hübsch solide wieder am - Ganz wie aus Ankers etembaufafte*! Was etwa morsch ist, wird genau Ersetzt aus neuen guten Sternen. Und schließlich steigt ms Himmelsblau Ein schönerer Ottheinrichsbau, . Halbecht Herr Gott, es tfi zum Wernen! Weht uns der alte Reiz noch an? Liegt noch der alte ^rchenrauber Der heimliche Dornröschen-Bann Auf diesem Schlosse wenn 'hr^s d«m Frisch auflackiert habt, blank und saube«.. Nein! Schlimmer roar es nicht, Was Melac tat in Krieg und isutew, Ais was die Bureaukratenschar Im Frieden ausheckt - -^ Gefahr Von roeiterm Einsturz zu verhüten.

Herr, Gott der Schönheit! Misch dich drem: Ein Wetter schick in demer Gnade Und schme.ße, eh' der Edelstem Der Pfalz verhunzt ist - kurz und Nein In schöne Trümmer ine janabel

von Ostik» in der Münchner .^ugenb.

Der Umbau der Mainzer Stadtthealerr.

Tas nunmehr über 70 Jahre alte Theater, das trotz der Tangen Zeit, die es schon gesehen, immer noch im Rohbau steht, foTI mmmcbr einer ziemlich bedeutenden Aenderung unterzogen werden. In bezug auf diesen Umbau ist es nun ganz vorteilhaft, daß man einst von einem Verputz absah. Seltsam bleibt es ja, daß eine Stadt, die so viel für karnevalistische und andere Ver­anstaltungen zu erübrigen weiß, sein Theater in halbfertigcrnl Zustande stehen ließ. Daß das Fehlen des Bewurfes der inneren Entwicklung des Theaters jedoch feinen Abbruch getan hat, geht daraus hervor, daß die Mainzer Buhne gegen 30 Jahre zu den besten in Deutschland zählte und viele der jetzigen Bühnengrötzen ihre Laufbahn in Mainz begannen haben oder wichtige Abschnitte ihres Lebens hier zubrachten. Außer Barnay, Butterweck, Elmenr eich u. a. wirkten z. B. Conradin Kreutzer und Lortzing längere Zeck an unserer Bühne. In neuerer Zeck bewegen sich auch die künstlerischen Leislungeii im Schau)piel, nach einem gewissen Stillstand, unter .Hoftat Behrends Leitung in aufsteigender Linie, ioährend das stete Emporblühen der Oper in erster Linie üofrat Steinbach, dem lanajährigen ober,len Leiter des städtischen Orchesters, zu banfen ist 9hm hat man nach jahre­langem Prüfen und Wagen einen Umbau des Theaters beschlossen. Der seckherige Rundbau auf der Vorderseite des Theaters wird einem eckigen Vorbau weichen, wodurch die schlichte Sck)önl)eit des Mt/ir Baues allerdings wesentlich beeinträchtigt wird. Trotzdem ist der Umbau dringend notwendig, denn immer mehr macht sich der Platzmangel bemerkbar: außerdem ist namentlich bei einer F-euersgefahr das Parkett durch die engen Ausgänge gefährdet. Daß solchen Neuerungen immer Widenacher entliehen, ist ja überall der Fall, und so haben denn auch hier zwei Eigentümer angrenzender Gebäude die Gerichte an gerufen, um einer angeblichen Schädigung ihres Besitztums vorzubeugen. Außerdem hatten ]ie beantragt, die Arbeiten am Vorbau ein zu stellen, da ihnen dadurch Licht und Luft genrmurmm werde. Tie erste Zivilkammer des Lcmdgerickstes cntHfaeb nun unter dem Vorsitz des auch als Schrift­steller bekannten Landgerichtsdirekwrs Tr. Bockcuhcimer dahin, daß Klage und Beweisanttäge festenpslichtig abzuweisen feien Damit ist der Umbau des Theaters nach jahrelangen Vorarbeiten endgültig gesichert. Hoffentlich geht durch die vorgesehene Neuerung jdxMf) nicht die vorzuglick« Schallwirkung verloren, da ionit der Schaden größer sei denn der Nutzen. 0. d.

ok. Macaulay. (t 28. Dez. 1859.) Ws Svhn eines schottischen Kmi-fmannes, späteren Gouverneurs und eifrigen Abolitionisten, wurde am 25. Oktober 1800 Thomas Ba­bington Macaulay geboren, der vor 50 Jähren, am 28. Dez. als Lord of Rochlay starb und in der Westminster-Abtei beigesetzt wurde. Einer der berühmtesten Historiker aller Zecken, ging er dahin, ehe er sein Hauptwerk ,Hiswry of England" beendet hacke. Ws Reunzehnjäh-r^er gewann er tm Trinity-College Mei mal die Kän-lermeoackle für Ge- I dichte. Er widmete sich zunächst der Rechtswissenschaft und wurde Anwalt, bald aber nahmen ihn die öffentlichen An- gelegeuheckeu, indbefon?. 2 der Kämpf gegen die Mlave-ei,

gesetzbuch, das den Indern gewisse Rechte erteilte, eben nicht angenommen wurde, weshalb man es dieschwarze: Akte" nannte. Zurückgekehrt wandte er sich eifrig gefchic^- lichen Arbeiten über Bacon, die Walpoles, Warten HastingS usw. zu, kämpfte aber auch parlamentarisch für die Emanzi­pation der Jrmy Juden und Dissidenten. Er wurde Mi­nister, Peer, aber neben seiner staatsmännischen Tätigkeit aing immer die des Historikers her, und als seine Geschichte Englarids erschien, hatte sie einen derartigen Erfolg, daß sie in sechs Monaten fünf Auflagen erlebte. Die bekannte Mudiesche Leihbibliothek mußte 2500 Exemplare davon an» schaffen. Für die beiden letzten Bände allein erhielt er 400000 Mark Vergütung. Das Urteil Lord Jeffreys über das Werk lautete:Ich halte es nicht mir für gut, sondern für bewunderungswürdig. Es ist so fließend geschrieben und so lebendig, wie das des Livius, so gedrängt und zn- sammenhängend wie das des Thukydides. . Macaulayi besaß fast alle Vorzüge, die den Historiker ersten Ranges ausmachen, Kritik, Fieiß, Methode, rechtes Urteil, politisches Verständnis, Phantasie und einen blendenden Stil. Er lebt denn auch in seinen Werken fort.

Tie höchste Feinh -it Meine Frau sucht, so erzähkk em Leser derTägl. Rundschau", in einem Laden Tuck yi einem: blauen Kleide. Nach einer Anzeige hatte dieses Geschäst Stosse in weiß, lila, noir, bleu und couleurt". Meine Frwr hätte nicht in dieses Geschäft gehen sollen; aber das mar mar einmal geschehen, oie war nun dicht daran, die gewünschte Farbe zu fmüen, da bringt das emüge Vertausssräulem noch ein Stück an und meint:Hier, gnädige Frau, dies rstz noch t>fcirer!^

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft Der Explorer Club in Newyvrk beschloß ein stimmig, Dr. Cook aus dem Klub aus zu stoßen, da der Ausschuß, bet den Bericht Dr. Cooks über die angebliche Besteigung des Maa Kin prüfen sollte, ein abfälliges Urteil fällte. In Frank­furt a. M. ftarb die Begründerin des englischen Theaters in Deutschland, Meta-Illing, an Lungxn» er Zündung.

in Anspruch, und er entfaltete eine überaus reiche litera­rische Tätigkeit. Die Whigs wußten den schneidigeti S<l)rift- fteller und guten Redner, Der über gediegene Kenntnisse ver­fügte, an sich Ku ziehen und schon 1830 tr<$t er in das Unterhaus ein. Seine Reden wurden bald berühmt. Als er 1832 eine Stelle im Kontrollamt erhalten hatte, rich der Sprecher, als ein Tory Macaulay herabzusetzen suchte, aus:Gebt Euch feine Mühe, ihn zu tadeln. Er ist der berül-mteste Mann der Christenheit. Hielt er nicht vier Reden und erhielt dafür 10000 Pfund jährlich?" Dai er sich auch mit den indischen Fragen befchäfckgte, wurde er AUm Mitglied des hohen Rats in Calcutta ernannt, wo er drei Jahre blieb. Er verfaßte in dieser Zeit ein Straf-