Ausgabe 
30.3.1909 Zweites Blatt
 
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releM

Neueste Erfindung! Grösste Schonung der Wäsche! Vollkommen selbsttätig! Bequem! Kein Reiben! Ueberraschender Erfolg!

Nr. 75

Handel

1.15 Uhr.

8l/1°/o Reichsanleihe.

3°/o

do.

do.

Berliner Börse, 30. März. Anfangskurse.

Canada E. B.

173.90

152.90

130.20

241.40

188.70

191.40

18.00

86.00

147.10

Darmstädter Bank . Deutsche Bank Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz; fest.

219.30

110.15

118.75

120.50

182.75

Harpener Bergwerk Laurahütte . Lombarden E. B. .

9860 99.15

94.75

58*75 61.50 98.40 95.60 94.50

148.80

50.25 87.80 64.90 98.95

Berliner Eandelsgea. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch - Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit . Dresdner Bank . . . Kreditaktien .... Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .... Gotthardbahn . . . , Lombard. Eisenbahn. . Oesterr. Staatsbahn . . Prince Henri - Eisenbahn

Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Schuckert . Eschweiler Bergwerk

95,80

86.75

95.75

86.70

AirehLiche Nachrichten.

Evangrkisüjr Gemeinde.

3n der Iohannesfirche.

Mittwoch den 31. März, abends 6 Ut)$: 6. Passionsandacht.

Plärrer Ausse 1 d.

DioGießener Famttienblätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

letzten hier vom Gesetz uno Entwurf gewährte Beschwerde nicht auSreiche. Der der Objektivität dienende Grundsatz der Legalität, den der Entwurf festhalte, solle auch grundsätzlich bestehen bleiben; er bedürfe aber der Milde­rung. Doch sei das kürzere vom Entwurf vorgcschlagene Opportunitätsprinzip ir.it der Hervorhebung desöffent­lichen Interesses" an der Verfolgung zu vage; es bedürfe auch der Ergänzung durch eine subsidiäre Popularanklagc. Notwendig zur Stärkung der Energie der Verfolgung sei die Schaffung einer einheitlichen voll ausgebildeten Kriminal­polizei unter der Leitung der Staatsanwaltschaft.

Vor dem Streben nach zu großer Einfachheit und Be­schleunigung warnte der Vortragende, insbesondere vor der Zuteilung zu vieler Sachen an die Amtsgerichte, vor dem Koutumazialverfahren, der Ausdehnung des Strafbefehls und besonders vor der höchst bedenklichen polizeilichen Straf­verfügung. Dagegen begrüßte er die Sonderbchandlung der Jugendlichen, bei denen Erziehung und Strafe Hand in Hand gehen müßten und. der Entwurf wirtlich neues Recht schaffe.

Anzuerlennen sei ferner das Streben des Entwurfs nach schonender Behandlung der Zeugen, bei denen der Zwang und die Aussagepflicht gemildert sind Abschneiden unehrenhafter Fragen, teilweise Befreiung der Redakteure), die Durchsuchungspslicht endlich gesetzlich sestgelegt und mög­lichst auch der Eidesnot gesteuert sei.

Am wichtigsten aber ist die Stellung des Beschul­digten. Dem Streben nach Einschränkung des Zwangs, besonders der Untersuchungshaft, gebe der Entwurf nach. Freilich noch reche zögernd, so dag die Praxis ent­schieden nachhelfen müsse, was sie viel,ach jetzt schon tue. Ebenso suche er das M i r w i r t u n g s r e ch t des Beschuldig­ten im Vorverfahren erheblich zu verbessern (Mitteilungen der Beweisergebni,se des Vorverfahrens, Teilnahme an ge­wissen Beweiserhebungen). Aber das genüge nicht, denn die Teilnahme an Beweiserhebungen sei nur bei den sehr seltenen richterlichen Vorerhebungen und nur unter Be­dingungen gewährt, sie bedeute auch nicht ein Recht zum aktiven Eingreifen; es fehle jede Garantie gegenüber Staats­anwalt und Polizei, jedes "Recht auf bestimmte Beweisan- träge. Gewiß sei das Vorverfahren bei der heutigen Art der Untersuchungen notwendiger denn je; dann aber müssen in ihm auch erhöhte Garantien geboten werden und dürfen nicht die ohne genügende Kontrolle erhobenen Protokolle des Vorverfahrens im Häupter,ahren einen oft bedenk­lichen Einfluß haben. Zu bedauern ist aber die Beschrän­kung des ab,okuren Bew^.srechts des Beschuldigten in der Hauptverhandlung, die leider auch für die Berufungsinstanz gilt. Umgekehrt ist erfreulich, daß man endlich versucht, dem Verteidiger eine freiere Stellung zu ge.vüyren. Der Vortragende wendet sich dann entschieden gegen die Einführung der Berufung gegen die Lanogerichrsurteile; er fürchtet davon eine Ver,chlechterung der Rechtspflege, childert ihre Mängel und meint, das Volk rufe nicht nach )er Form der Berufung, sondern nach der Möglich keil voller Mitwirkung und Verteidigung; diese sei am besten und vollauf genügend in der Erstinstanz zu gewähren. Zum Schluß bedauert der Vortragende noch, dag int Kostenwesen manche Mängel stehen blieben (nicht bedingungslose Uebernahme der notwendigen Auslagen d.es Zreigeiproche- nen aus den Staat), und daß der Strafvollzug immer noch so lückenhaft geregelt bleibe; erfreulich sei hier nur die Verbesserung in der Ratenzahlung der Geldstrafe. Alles in allem hofft der Vortragende, daß der Entwur, Gesetz werde, da nur eine lebendige Praxis eine genügende Grundlage für eine Weiterentwicklung bilde.

Der Referent erntete lebhaften Beifall.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuk« straße 7. Expedition und Verlag: e=@5L Redaktion:d-^112. Tel.-Adr.:AnzetgerGiebem

Metroroiogtsctze VeovLrchtusrgen

der Station Gieße».

Gericyß-sacrL.

R. B. Darmstadt, 28. März. Ter 31 Jahre alte Polizei- ekretariatsassistent Hanauer wurde hewe von der Strattammer wegen Unterschlagung im Anne zu 1 Monat Ge­fängnis verurteilt. Der Angeklagte war stark mit Arbeit belastet und hatte hierdurch, soivie msolge von Nervosität große Rnck- tände, er verdeckte |ie seinem Vorgesetzten gegenüber dadurch, daß er mehrere Monate hindurch unerledigte Aktenstücke m leiner Wohnung und in seinem verschlossenen Pult auibewahne, auch bei der drohenden Entdeckung einen Teil dieser Aktenstücke aus dein Speicher unter alte Akten versteckte. Unterschlagung von Stempel- gebühren im Werte von etwa 15 Mk. gibt der Angeklagte nicht zu, die Ablieserung des Geldes habe er mir vergessen. Tas Gericht schenkte der Behauptung Glauben.

Märkte.

Gießen, 30. März. Marktbericht. Aus heutigem Wochen- markte kostete: Butter pr. Psd. 1.101.20 Mk., Hühnereier 1 St. 67 Psg., Käse pr. St. 68 Pf., Käfemalle 2 St. 56 Pfg. Erbsen p. Pjd. 00-00 Psg., Linsen p. Psd. 0000 Psg., Tauben

3l/,°/0 Hessen . . . . . Oberhessen . . .

4°/0 Oesterr. Goldrente . . 4l/6°/o Oesterr. Silberrente. 4°/0 Ungar Goldrente . . 46/0 Italien. Rente . . . 8% Portugiesen Serie I - 8°/0 Portugiesen III . 4V2o/o russ. Staatsanl. 1905 4'/,°/o japan. Staatsanleihe 4°/0 Conv.Türken von 1903 Türkenlose . . . .

4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 4°/0 äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . . . 4'/,°/ Chinesen . . . ,

Aktien:

Bochum Guss ..... Buderus E. W.....

Tendenz: fest.

und Industrie, Giessen.

FrästMur ter JHör.--. >, .mir

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für

3*/a0/0 Konsola 3°/<

. 169.30 . 130.00 . 241.80 . 141.25 . 187.89 , 153.25 . 202.19

. 111.70

* 18.00 . 147.70 . 116.75

Wie die Aerzte über den

Wert des Bioson urteilen.

I e n IX., den 4. November 1908. Bei vielen meiner Pa tienten hat uch dasBtvson" als Nährpräparat für immer einqe e.rotl?rr.-?cL erschöpfenden Krankheiten gern genommen, nrrö cI $' 10,00 nt em §lrastspendcr für

atle Schwache und Elende, Kinder m der Entwicklung usw., dessen belebende, ermichende Wirkung aus Körper und Geist sich meistern, nadj roemgen agcii bemerkbar macht. Erhältlich »/, Kilo, für e rüge Wochen ausreichend, 3 Mk., in Apotheken, Drogerien usw. Man lese bie Urteile der Professoren und Aerztc und beachte die Billigkeit.

pr. Pr. 0,80-1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Ganse ur. Psd. 6070 Pf., Enteil pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsensleisch pr. Psd. 76-84 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch pv. Pfund 8090 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 94 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 7078 Psg., Hammelfleisch pr. Psd. 6080 Psg. Kartoffeln pr. 100Kg. 6.006.50 Alk., Ziviebeln per Psd. 0,200,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut per Stück 00-00 Psg., per Zentner Mk. 0.000.00. Aepsel per Ztr. 000 Mk., Birnen per Ztr. 0000 Alk. Nüsse 100 Stück 5000 Psg., per Ztr. 000 Alk. Marktzeil von 82 tthr.

K a r t o f f e l m ack t - B e r i ch k vorn 29. März 1909. Friedberg (Hessen): Rote Sorte Alk. 2.25-2.40, Magnurn bonuin 2.602.70, weiße runde 2.252.50, Gelbfleischige, rote, 2.60 bis 2.70, weiße 0.000.00. Frankfurt a. Al.: Rote Sorte Alk. 2.760.00, Magnurn bomim 3.50-0.00, weiße runde 2.750.00, Gelbfleischige,blaue,3. -0.00, weiße 3.50. Wiesbaden: Magnurn bomim 2.50, weiße runde 2.50, Gelbfleischige rote 0.00. M a n n- h e i in: Alagnuin bonum Mk. 3.4i>3.60, iveiße runde 3.20, Gelb- fleischi <* blaue 3.80, rote 4.30, weiße 5.000.00. Köln: Rote Taber 0.00, Alagnum bomim 3.70-0.00, weiße runde 2.90-3.00, Gelbfleischige blaue 3.800 00, rote 4.300.00, weiße 5.00-0.00. Dortmund: Rote Taber 0.000.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Alagnum bomim 3.403.60, weiße runde 8.200.00, Gelbfleischige blaue 3.800.00, rote 4.30-0.00, weiße 5.000.00. Hagen i. W.: Rote Taber k. 0.000.00, andere rote Sorten 4.00-0.00, Magnurn bonum 3.600.00, weiße runde 2.000.00, Gelbfl. rote 0.000.00, weiße 4.500.00. Saffig-Plaidt: Rote Daher 0.000.00, andere rote Sorten 4.00 - 0.00, Magnurn bonum 3.600.00, weiße runde 2.80-0.00, Gelbfleischige, blaue 0.00 bis 0 00, rote 0.000.00, weiße 0.000 00. Frankenthal (Pfalz): Rote Sorten 2.500.00, Alagnum bonum 2.600.00, weiße runde 2.500.00, Gelbfleischige blaue 3.250.00, rote 3.25-0.00, weiße 3.500.00. Saarlouis: Rote Daher 0.000.00, andere rote Sorten 3.500 00, Alagnuin bonuin 0.000.00, iveiße runde 3.50 bis 0.00. Gelbfleischige, blaue 0.000.00, rote 0.000.00, weiße 0.00. (Alles per 50 Kgr.).

Die sozialpolitische Ve-suiung öer Strasprozetzresorm.

Zn der atr^ 28. März 1909 vormittags unter dem Vorsitz des Iusrizrar Dr. Fuld in Mainz stattgefundenen Versamm­lung des Hessisch-Nassauischen Zweigvereins der Gesellschaft für soziale Reform, die trotz des schönen Wetters gut besucht war, referierte Dr. Mittermaier, Professor an der Universität ZU Gießen überdie sozialpolitische Bedeutung der Strafprozeßrefor in".

Zu dem Vortrag waren u. a. erschienen Grotzh. Grneral- staatsanwalt Dr. Pretorias als Vertreter Großh. hessischen Ministeriums der Justiz, Oberstaatsanwalt Dr. Buff, Bürgermeister Kuhn als Vertreter der Großh. Bürger­meisterei Mainz, Lbcrregicrungsrat Dr. v. Gizycki als Ver­treter des Regierungspräsidenten in Wiesbaden, Dr. Freudenthal, Professor an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt a. M Kommerzienrat Schmahl als Vertreter der .Handelskammer Mainz, Frau Gottschalk als Vertreterin des Vereins für Frauenstimm­recht in Frankfurt.

Der Vortragende erinnerte daran, daß wir die Reform des Strafprozesses, die vor einem Jahrhundert begann, uoch nicht abgeschlossen haben, und daß heute noch die gleichen Grundfragen, wie früher zu beachten sind: Volts- richtertum, Eiiergic der Verfolgung, würdige Stellung des Beschuldigten. Er betonte die große Bedeutung des Sträf- ö*c 9^^altigen Zahlen der jährlich Beschuldigten 11111) Verurteilten, die finanzielle Seite (er berechnete für Hessen die Kosten des Strafverfahrens und -Vollzuges auf nahezu li/3 Millionen Marr), und besonders, baj? im «Strafprozeß unzählige Fragen der Rechtsstellung des ein­zelnen Bürgers zu erörtern sind: Das Vereinsrecht, das Gew^berecht (Sonntagsruhe, Beschäftigung von Kindern), das Recht freier Meinungsäußerung z. B. Er warnte aber vor einseitiger Betrachtung; die verschiedenen Interessen müßten Kompromisse eingehen, so dürfe die Besserstellung des Beschuldigten nicht die Energie der Verfolgung beein­trächtigen. Wenn auch der Verletzte im Strafprozeß nicht Ersatz seines Schadens erlangen könne, so sollte der Staat diese Frage doch mehr beachten, indem er z. B. nicht seine Kosten oder die Geldstrafe vorweg einkassiert. (Sine Lücke enthalte unser Verfahren, denn es müsse möglich sein, strafrechtlich relevante Tatschen (z. B. die Unwahrheit einer Behauptung- auch ohne Strafurteil (z. B. gegenüber einem Geisteskranken oder Abgeordneten > festzustellen. &r hob für die Staatsanwaltschaft hervor, wie oft jie ohne Anklage über eii-WAnschuldigung entscheiden müsse; er wünschte aovr, daß die Allgemeinheit demgegenüber eine Kontrolle in einer subsidiären Popularan klage lkdes rechtlich Interessierten besitze, während Hie dem Per-

Gelsenkirchen Bergwerk . 181.00 Hamburg - Amerik. Pakett U0.4') Harpener Bergwerk. . . 189.00 Laurahütte . . . 191.00 Nordd Lloyd.....86.20

Oberschles. Eisen-Industrie 96.00

Stimmungsbild aus dem preug. Abgeorünetenhsus.

Berlin, 29. März.

. ..Drei Fragen von wirklich allgemeinem Interesse be- ichäftigten am Montag das Abgeorbnetenhaus: die erste, ob un)"ccc Landwirte bei ihrer teuereinschätzung wirklich gern fünf gerade sein lassen und dem Staat nicht geben mögen, was des Staates ist; die andere, ob der Landrat zum Leiter der Steuer: rranlagungskommiftiou prädestiniert ist oder nicht, und die dritte, ob noch länger geduldet werden soll, daß die Tagegelder und Reisekosten für einen Teil der Beamtenschaft eine erkleckliche Nebeneinnahme bilden. Tie Erörterung der rustikalen Einschäyungspraxis, zu der bei bekannte Artikel Hans Delbrücks in.denPreuß. Zahrb." den äußeren Anlag gab, hielt sich erfreulicherweise durchaus im Rahmen sachlichen Meinungsaustausches. Zwar der Ehorführer, Herr v. Schmeling von den Konseroa- tiven, nahm einen Anlauf, die Erörterung aus eine Katz­balgerei zwischen der Rechten und der Linken zuzuspitzen. Aber wenn das auch von seinen Freunden geplant ge­wesen sein mochte, so ließen sie doch sehr bald klüglich die Hände von dem gefährlichen Spiel, als feer Nationa'tliberale Schiff e r Herrn v. Schmeling mit kühler Ruhe, aber auch mit schneidendem Sarkasmus oeimleuchtete. Angesichts Her flammenden Entrüstung des Herrn ü. Schmeling über die Behauptung, die Landwirte schlügen bei ihrer Selbstein­schätzung dem Steuergesetz oder doch dem Geiste dieses Ge­setzes ein Schnippchen, fragte der nationalliberale Redner den konservativen malitiös, wo denn seine Entrüstung über die ganz grundlosen Eingriffe der konservativ-agrarischen Presse auf die Steuerlovalität der städtischen Bevölkerung, namentlich der Industriellen, bleibe. Das zog man hielt es auf der Rechten für geraten, in der Tonart Schme- Iitig§ nicht fortzufahren. Der nationalliberale Redner war c~' auch, der die Rolle des Landrars beim Ber­an l a g u n g s v e r f ah r e n zur Sprache brachte und seine Ersetzung durch technische Beamte, Steuerbeamie am besten, anregte. Eine Forderung, die sich auch Herr Dr. Pach- ntde von der Freis. Bereinigung zu eigen machte. Herr v. Zedlitz und der Minister v. Rheinbaben schwuren auf die Notwendigkeit des Landrats auf dem Präfidentensessel der Beranlagungskommiftion, und wie die Tinge liegen, wird wohl alles beim arten bleiben. Weitere Debatten gabs beim Etat der direkten Steuern nicht der der Zölle und indirekten Steuern war schon vorher ohne Debatte erledigt worden und erst beim Finanzetat vernahm man wieder etwas anderes als den monotonen Vortrag des Be­richterstatters. Der Freikonservative Wagner wars, der auf den Unfug hinwies, zu dem sich das Tagegelber- und Reisekosten wesen in manchen Verwaltungsressorts ausge­wachsen hat, und aus allen Parteilageru warb ihm kräftige Zustimmung. Für die Liberalen sprach Dr. Lohmann, der mit vollem Recht iiiib unter dem Beifall des ganzen Hauses besonders auch darauf hinwies, daß man gerade den Beamten selbst den größten Dienst erweise, wenn man durch eine Reform des Reisevergütungswesens sie von dem Odium der Spefenjägerei befreie. Eine Reihe interessanter Paradigmen für solche Spesenjägerei tauchten in der Debatte auf und der Minister selbst mußte zugeben, daß gründliche Reformmaßnahmen unerläßlich und dring­lich seien. Damit war der Zweck der Hebung erreicht, und nachdem der Berichterstatter noch eine halbe Stunde lang allein die Kosten der Unierhaltung im hohen Hause getragen, war man mit dem Tagespensum fertig.

Handel.

Berlin, 27. März. Zu her heutigen ordentlichen Gene­ralversammlung derT iskonto-Gefells chastBerlin wurde die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung einstimmig genehmigt und der Verwaltung Entlastung erteilt. Dte auf 9 Proz. festgesetzte Dividende wurde sofort zahlbar gestellt. In den Aus- ichtsrat wurden die ausscheidenden Mitglieder, die Herren Theodor Hinsberg, Geh. Kommerzienrat Emil Kirdorf, Kommerzienrat Ernst La den bürg, Regierungs- und Baurat a. D. Henn. Mathies Freiherr S. Alired v. Oppenheim, Geh. Kommerzienrat Louis Ravcn 5 und Rechtsanwalt Adolf Calomonfohn wtedergewahlt Kommerzienrat Dr. Franz Bamberger-Mainz wurde nengewählt.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise ______ am 30. März 1909.

Zweites Blatt 1Z8. Jahrgang Dienstag 30. März 1808

mid B-r.ag d« «rOHNch«-

(öltpCilCF ZllKCtGCt un"^^tet

General-Anzeiger für Oberhessen

59.20 Nordd. Lloyd .52.90 Tiirkenlose .

Rärz 1909

Barometer gut 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute tzeuchtigkeil

Relative tzeuchtigkeit

Windrichtung

r* O 75 g Z

Weller

gas

734,8

15,4

7,9

60

SSW

2

Bed. Himmel

926

734,3

12,9

8,1

69

S

4

Bew. Himmel

735,4

10,7

7,8

89

SSW

2

e -

Höchste

Temp

natur

int 21

. bis

29.

rz =

+ 16,0 0 C.

Niedrigste

, 28. ,

29. ,

+ 3,7 0 C.

Höchste Schlachtviehpreise in Frankturt a. Al.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 7578 All.

/2 Kg.Schlachtgew. 9095 Pf.

7, 69-00 ,

7, Kg. 76-84 Psg.

7, , 7078 _

7, 80-94 ,

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Wetzen 100 Kg. 24.75-25.00 Alk.

Roggen 100 Kg. 18.25-18.50 Alk.

Weißbrot 2 Kg. 62 Psg.

Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pig.

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