Ausgabe 
4.9.1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

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«e-ugspret»: monatlich 7äPs., viertel-

flirte:

Ed. M»«'

sei, in der ihm die Huldigung einer größeren Menschenmenge enlgegengebracht wurde.

Ter Besuch der Reichklagsabfleordneten.

Friedrichshasen, 3. Scvi. Zum Besuch der Reichstags- Abgeordneten beim Grafen Zeppelin ist zu berichten, daß sich insgesamt 229 Abgeordnete angcmcldet haben.

Parseval.

Politische Wochenschau.

Gießen, 4. Sept.

üie Wirte:

r. Heinr.W

ist bestens geloK j

Urkunde überreichen lassen:

Friedrichshafen, 3. Sept. Eine Deputation aus München, an deren Spitze der Oberbürgermeister v. Borscht und der erste Vorsitzende im Gemeindekollegium, Schwarz, standen, überreichte heute nachmittag dem Grafen Zeppelin die Urkunde, durch welche er zum Ehrenbürger der Stadt München ernannt wird. Die prächtig ausgestartete Uriunde mit dem Familien­wappen des Grafen ist mit dem Reichsadler, mit dem württcm- bergisäwn Staatswappen und mit dem Münchner Stadlwappen geschmückt. Graf Zeppelin dankte bewegt für die ihm zuteil gewordene Ehrung, indem er hervorhob, daß ihn die Ehrung I nnn München besonders freue, weil München bte erste Stadt

Ans Stadt und Land.

Gießen, 4. September 1909.

** Tageskalender. Kolosseum: Täglich Vorstellungen. Kine matographentheater: Täglich Vorstellung.

Er st es Te gern feer Bauerntheater. Sonntag abend Uhr: Gastspiel in Steins Garten.

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jährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dieVost Ml. 2.viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ auLwärtS 20 Pfennig. Ehesredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuille­ton" und »Vermischtes* K. Neurath; für ,Stadt

|oit.

Was sind gegen so weittragende Geschehnisse die Rei- treten im Orient! Was dort der eine Tag schafft, stößt

Zeppelin III Hai Berlin verlassen, und schon richten die .vohner der Reichshauptstndt ihre Blicke wieder in die i le. Auf dem Temvelhofer Felde beginnt Orville Wright i seiner Flugmaschine neue Vorführungen. Wir haben in kiilschland große .Hoffnungen auf die Verwertung bei wvelinschen lenkbaren starren Luftschiffe gesetzt: daneben n wir aber die Flugmaschine,schwerer als die Luft", im Auslande zur Vollendung gereift ist, nicht aus dem ge lassen. Das einzige Volk, das in dieser Zeit der tbezwingung vielleicht unruhig den Himmel und den izont absucht, sind die Engländer. Die Abgeschlossen- ihres Jnselreiches scheint dahin zu sein. Schon lasen beute in einer Zeitschrift den Satz:Die Zeppelinen die gefährlichsten Linienschiffe sie werden die Völker icher machen." Und vielleicht dürfen wir in der Tat .orten, daß die Weltpolitik Englands künftig in etwas

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Die Beilegung -er Aurstan-er in 5chwe-en.

Auf Anregung des staatlichen Vertrauensmannes Eederborg hat wie ans Stockholm gemeldet wird, die Streikleitung beschlossen, die Arbeit spätestens am 6. September auf allen Gebieten trncber auszunehmen, ausgenommen bei den Mitgliedern des schwedischen Arbeitgebervereins. Die Arbeitgebervereine, bei denen ein Sym­pathiestreik statt gesunden hat, wollen ihre alten Arbeiter nach Möglichkeit loiebcr einstellen. Da ber Generalstreik auf diese Weise beseitigt ist, bleibt nur noch der Konflikt zwischen dem ,.Svensta Arbetsgisvarefoerening" und seinen Arbeitern übrig. Die Streikleitung 'hat den staatlichen Vertrauensmann gefragt, ob unter diesen veränderten Verhältnissen eine Vermittelung durch die Regierung zu erwarten sei. Dieser antwortete, er habe die leite Heberseugung, daß die Regierung die Vermittelung über­nehmen wolle, wenn der Konflikt aus die von Anfang an streitenden Parteien, nämlich auf den genannten Arbeitgeberverein und seine Arbeiter, beschränkt werde.

" Ordensangelegenheiten. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Oberstleutnant a. D. Maercker, seither Kommandeur des Landwehrbezicks Worms, das Ehren­kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen und dem Gewerberat Falk zu Mainz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Königlichen KronenordenS 4. Klasse erteilt.

Eisenbahnpersonalien. Se. König!. Hoh. der Großherzog haben den Obersekretär in der Hessisch-Prenß. Eisenbahngemeinschaft, Rechnungsrat Phil. Deibel zu Frank, furt a. M., auf fein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Gg. Bickel Haupt zu Reichenbach eine Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Auerbach. Erledigt ist eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Eberstadt (Kr. Darmstadt) und eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Hainchen. Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden.

Au§ dem Militär - Wochenblatt. Prinz Albert zu Schleswig-Holstein, früher iw Großh. Garde-Dragoner-Regiment Nr. 23, Rittmeister und Kom- mandeur der Leib-Eskadron des Leib-Garde-Husaren-Regi- ments, ein Vetter unseres GroßherzogS und deS deutschen Kaiserpaares, von dieser Stelle entbunden und zum Eskadron- Chef ernannt; er erhielt die freigewordene 2. Eskadron. Frhr. von und zu Egloffstein, Oberleutnant im 2. Garde- Feldartillerie - Regiment (früher im Großh. Artilleriekorps Nr. 25), zum Adjutanten der 1. Garde-Feldartillerie-Brigade ernannt.

* Der Gewerbeverein für Hessen hält ant 19. Sept. d. I. seine Hauptversammlung in Wörr­stadt ab. Auf der Tagesordnung stehen außer geschäft­lichen Angelegenheiten folgende für das gesamte Handwerk wichtigen Fragen: Die Verlegung des Handimrtersonnlags- unterrichts auf Wochentage und die Gewerbesteuer nach dem Entwurf des Gemeindesteuergesetzes. Tie Ausschußsitzung am Abend vorher wird sich u. a. mit der Frage der be­sonderen Hnterstützungen gewerblicher Hnterrichtsanstalten beschäftigen.

Rheinschiffahrts-Kommission. Se. Königl. Hoh. ber Groß Herzog haben ben Ministerialrat und Vor- sitzenben der Abteilung Großh. Ministeriums ber Finanzen für Bauwesen, Geheimerat Freihrrn v. Diegeleben, mit Rücksicht auf seine anberroeiten Amtsgeschäfte von den Funktionen eines Bevollmächtigten bei ber Zentralkommission für die Rheinschiffahrt, unter Bezeugung ber Zufriebenheit mit den in dieser Stelle mit Treue und Eifer geleisteten er­sprießlichen Diensten, enthoben und ben oortragenben Rat in der genannten Minisienalabteilung, Geheimen Oberbaurat Im rot, zu Allerhöchst Ihrem Bevollmächtigten bei der Zentralkommission für die Rheinschiffahrt ernannt.

** Das Kolosseum hat seine regelmäßige Spielzeit mit Anfang dieses Monats wieder begonnen und zwar mit einem Programm, das sich in jeder Beziehung sehen lassen kann. Der größte Teil der Darbietungen besteht aus sangsnummern, zumeist von den Voigt-Stops-Sän-

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gekommen, die zum Teil sogar blutig verlausen sind. Äe känntlich bedrohen die Tschechen den deutschen Besitzstand immer mehr; sie waren ständig die Angreifer, und den Deutschen ist von Wien aus nur zu oft der Schutz versagt worden. Tie tschechischen Radikalen haben auch vor der geplanten Verständigung schon wieder schrille Kampfrufe ausgestosten und in Wien eine unerhörte Agi ation entfaltet- Die Schließung tschechischer Winkelschulen in Niederösterreich wird vom Tschechentum zum Anlaß genommen, den Deut- chen in Böhmen das Leben schwer zu machen. In Prag mürbe wieder öffentlich zum wirtschaftlichen Boykott der Deutschen aufgefordert und gleichzeitig vor der Beschickung der Verftändigungskonferenzen gewarnt. Dazu meldete in­dessen dieKöln. Ztg." vorgestern, das Aktionskomitee der tschechischen Gewerbetreibenden in Prag habe öffentlich mit Rücksicht auf die Gefährdung der Existenz zahlreicher Ge werbetreibender die Herstellung eines friedlichen Verhält­nisses zwischen Deutschen und Tschechen auf der Grundlage der Gleichberechtigung als wünschenswert bezeichnet. Bei dem Hebermut der nationalen tschechischen Heißsporne, die ihre Hebermacht nur zu erweitern suchen, steht es um die geplante Verständigung sehr ungünstig. Es wäre zu ivünschen, daß aus Anlaß des Besuches Kaiser Wilhelms oie Wiener Regierung nachdrücklich auf den Schutz der deut- sck)en Interessen hiugewiesen würde. Wir können Oesterreich nur dann freundnachbarlich zur Seite stehen, wenn es sich endlich wirksam zur Hnterdrückung der slawischen Gehäsjig- ieiten aufrafft.

Ausland.

Mulay Hafid erteilte die formelle Zusicherung, daß Züch­tig u n g c n in ber von den Konsuln beanfambeten Art nicht mehr Vorkommen würden.

Aus Belgrad wird gemeldet: Ein über die Ministersitzung vom Freitag ausgegebenes Kommunique besagt, die Demission Ribar ätsch Tei nicht durch Motive persönlicher oder partei­politischer Natur vera nlaßt, sondern sei aus prinzipiellen Gründen erfolgt.Da eine Einigkeit aller Kabinettsmitglieder bezüglich der in Betracht tV.. enden Fragen besteht unb Hindernisse für eine gemeinsame Arix.t ber in der Regierung vertretenen Parteien beseitigt sind, wird die Regierung in ihrer jetzigen Stellung' verbleiben und mit voller Hingebung in der Erfüllung der über­nommenen Pflichten fortfahren."

König Eduard von England ist! am gestrigen Freitag von M a r i e n ba d abgereist.

Der Ertrag der Steuern in Spanien im August b. I. weist gegen denselben Monat des Vorjahres einen Rückgang um 5 891 121 Pesetas auf, der auf die zeitweilige Aushebung des Loskaufes vom Heeresdienst zurückzuführen ist. Immerhin zeigen die Einnahmen der verflossenen acht Monate noch eine Vermehrung um 199 979 Pesetas gegen denselben Zeitraum des Vorjahres. Ter Finanzminifter bezeichnet den Stand der Staatsfinanzen als äußerst günstig.__

Zeppelin und parseval.

Alles, was Graf Zeppelin nach seinen Erfolgen tut und kundgibl, zeigt ihn in einem überaus freundlichen und vorteil­haften Lichte. Während er eine sprudelnde Schöpfernatur besitzt, hat er sich, auch nachdem er vom Kaiser dergrößte Mann des 20. Jahrhunderts" genannt worden ist, die Bescheidenheit unb Schlichtheit seines Wesens bewahrt. Sehr sympathisch berührt auch die Kundgebung, die er dem Berliner Magistrat hat zugehen lassen. Es wird gemeldet:

Berlin, 3. Sept. In der L-itzung des Magistrates verlas Bürgermeister Tr. R e i ck e ein ihm von dem Grafen Zeppelin zugegangenes Schreiben, in dem der Graf seinen herzlichsten Dank ausspricht für die Begrüßungsworte des Bürgermeisters und den ganzen ihm in Berlin zuteil gewordenen Empfang, der den überwältigenden Abscvluß bilde zu dem Eindrücke, wie das ge­samte deutsche Volk sich darüber freue, daß es einem Deutschen gegeben war, zu dem langersehnten Ziel der sicheren Durchquerung des Luftraumes die entscheidenden Schritte zu tun. Dann heißt in dem Briefe:Ter Kaiser hatte die Gnade, es mir aus Rück­sicht auf meine Gesundheit frcizustellen, mit der Eisenbahn anstatt mit meinem Luftschiff nach Berlin zu kommen. Aber nicht um Jahre meines Lebens möchte ich die Stunden des Hinunterschauens auf die meiner in festlichem Schmucke harrende Riesenstadt unb den Eindruck missen, daß die Herzen der dort unten winkenden unb rufenben Millionen in jubelnder Begeisterung mir unb meinem Werke zugewandt waren."

Ter Magistrat von Berlin hat an Zeppelin folgendes Telegramm gesandt:Zu glücklicher Heimkehr vvn schwieriger Fahrt, zur neuen bewundernswerten Leistung, sendet Ihnen in dankbarer Erinnerung an ben unvergeßlichen Tag herzlichen Glück­wunsch der Magisttat von Berlin."

Tie Stadt München hat dem Grafen die Ehrenbürger-

Parkettboden ff fäsfäf

Mehrer- »$*

iheideuereu Bahnen sich bewegen wird.

Zu den Erfindererfolgen hat sich am Ausgang der ocfye auch die kühne Tat eines Entdeckers gesellt. Der Mrdpol, gleichfalls ein Ziel menschlicher Träume, soll zum Mlenmal von Bewohnern gemäßigter Zonen betreten wor- sein. Dr. Frederik Cook hat am 2. September die Welt it dieser Neuigkeit überrascht, und ein amerikanisches Blatt schon in der Lage, aus des Forschers eignen Mittei­lgen lange Einzelheiten zu veröffentlichen. In diesem lachte, den wir heute an anderer Stelle veröffentlichen, xt manches wie aufgeputzt und übertrieben, aber selbst nn auch der Nordpol von den Reisenden noch nicht er- iitjt worden sein sollte, so handelt es sich nach der Rück- r des Amerikaners zweifellos um beträchtliche Forscher- jtrbienfte. Vielleicht wird ein Zeppelinsches Luftschiff die uhevollen Forschungen demnächst nachprüfen und er- :nzen: geplant ist ein solches Hnternehmen bekanntlich

Wil.

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^»September!

9' wundervolles Di, göichiffes, Nlltum» i Bild gesehen routit Her Lachersotg.

s Drama aus bra t 1(6.

der Unterdrückte-, .

Zigeunerin, tniBeurz ristisch, Trickszene.

>d. Lied der heimdi r Männergesang.

;.t) kein Klagelied mehr tönt. Zeppelin war in Berlin, i) Has Volk hat ihm mit unendlichem Jubel seine Ver- tirung gezeigt. Auch etwas menschlich sehr Denkwürdiges Interessantes verbindet sich mit diesem Triumphzug

-ch die Lüfte und der Begeisterung der Massen: ein Er H inverschicksal von gewaltiger Größe. Es wurde schon daraus

^gewiesen, welchem Hmschwung Zeppelin in seiner Beur lung begegnet ist. Noch vor wenigen Jahren schrie und ) te man über ihn, als sei das Problem der lenkbaren 1 schisse überlstiupt eine Utopie, als seien wir in unserer altiscyen Epoche, der Blütezeit der Technik, aller Sehn )t nach weiteren Zielen bar. Das Schauspiel von heute schöner, berührt uns sonniger. Man hat auch eine Schuld den alten Mann in Friedrichshafen abzutragen. Groß c nicht nur sein Erfolg, groß war auch sein Ziel, seine iLMäffige, zielbewußte, jahrelange Arbeit. Tas Faustige i)nen, nicht nur an der Erde zu kriechen, sondern durch Lüfte der Sonne nachzueilen, hat er erfüllt. Und ihm irt> derZaubermantel", der ihn durch die Lüfte trägt, id)t feil um einen Königsmantel" sein. . . .

,7 mdere wieder um. Wir stehen noch lange nicht am Ende tr Entwicklung in den östlichen Staaten, und die West- t:eite selbst wissen noch nicht, an welchen besonderen In ressenwagen sie Vorspannen sollen. Die Kreta-Frage be- iid nneber auf anderen Grundlagen wie das mazedo- n'tfc Problem. Besonders das diplomatische Netz Eng i-Ls scheint stellenweise an Untiefen festzuhängen. Vorerst tir man von einem Erfolge der jungen Türkei sprechen.

hat es erreicht, daß Griechenland bescheidene Zusiche- livgen geben mußte und auch die Westmächte im Interesse k Friedens allen Zerstückelungsabsichten kräftig ab- dten. Deutschland braucht an diesem mißtönenden !.: .lycrt nur schwach oder gar nicht mitzuwirken. Muß ;t. vnt..7ee Jkr allen Jntriguen, die es immer wieder in Mißkredit vergebe^- ^oii. Br.ngen sollen, a,ufmerksam und fleißig die Tarnkappe ab- Oh»en, vor allem nicht in Zweifel ziehen lassen, daß Teutsch- H:ii der Türkei freundlich gegenüber swht. Wenn dann «ß Tag der Entscheidung kommt und die Ziffern voll>tandig nviltreinandeÄstehen, kann der deutsche Michel bei der Ab- uchnung sich noch immer beteiligen und, wie bei der letzten tNiankrise, ein kräftig Wörtchen mitreden. Griechenland tyt einstweilen seine überspannten Träume fahren laffen iaussen, und die Gärung, die vorläufig noch im strcecw- iilcu Heere herrscht und den Thron bedroht, wird vtelleicht noch ruhigen Heberlegungen das Feld räumen.

In den nächsten Tagen werden Begebenheiten in der ^chbapten Donaumonarchie im Vordergründe des ^n- lrases stehen. Kaiser Wilhelm wird als Gast des Kaisers Josef an den österreichischen Kaisermanöoern teil- ahmen. Vielleicht erhält der alte Nationalitätenhader, von dm dieser Tage wiederum Proben gemeldet worden jinb, ku-r Nahrung. Der alte Monarch wird für die frohen die ^r bei der Jubelfeier in Tirol verleben durfte, wieder^Zant und Streit erleben. In der nächsten Woche Montag, sollen die Verftändigungskonferenzen be- fcl di- erfte Lw-i

Es ist noch still in der inneren Politik des Deutschen Asches. Was auf dem Grabe des Blockes über die letzten Z^erpolitischen Kämpfe noch geschrieben wird, klingt nur j »Pf und leise, wie ein verzogenes, weit entferntes Ge- r er. Die im Reichstage vor einigen Wochen grimmig , einander schlugen, haben die Reise zum Grafen Zeppelin j l'treten. Erfinder- und Entdeckerneniateiten beherrschen K . t '> Tage; auch der redelustigste politische Maulheld fühlt,

tilMS' gonntaiM V ; sich jetzt Dinge ereignet haben, von denen man noch -22*^ ea)en wird, wenn um den Block wirklich kein Helden- und

Das Parseval'sche Luftschiff, das bisher in Frankfurt kleinere Fahrten unternommen hat, ist am gestrigen Freitag erfolgreich nach Mainz unb Wiesbaden geflogen.

Wiesbaden, 3. Sept Ter Parsevalballon traf, aus dem Ländchen unb von Erbenhcirn kommend, pünktlich um halb 4 Uhr hier ein und kreuzte in etwa 300 Meier Höhe in lang­samer Fahrt eine halbe Stunde lang über ber <rtabt. Xie eleganten leichten Wendungen, die das Suitidnir aus­führte, riefen allgemeine Bewunderung hervor. Tie Landung auf dem Exerzierplatz ging glatt von statten. Nach halbstündigem Aufenthalt erfolgte um 4 Uhr 50 Min. wieder der Aufstieg. Tas Luftschiff umkreiste noch einmal den Landungsplatz und fuhr dann in schneller Fahrt gegen Frankfurt a. M.

Wiesbaden, 3. Sept. Tie Königm-Muller Marghe­rita von Italien begab sich heute mit Gefolge in Auto­mobilen nach dem Exerzierplatz, um dort der Landung des von der FrankfurterJia" tommenden Parseval'ichen Luftfchifies bei- zuwohnen. Nach der Landung trat sie dicht an das Luftschiff heran und ließ sich vom Polizeipräsidenten v. Schenck den Führer desParseval III", Oberleutnant Stelling, vorstelleü, ber ihr eine genaue Beschreibung des Luftschiffes gab. Eine Einladung zur Teilnahme an einer Fahrt lehnte sie freundlich dankend ab. Die Königin verblieb auf dem Platze, bis das Luftlchiff bte Rück­fahrt nach Frankfurt antrat. _ , , _

Frankfurt a. M., 3. Sept., 5 Hhr 40 Mm. «achm Tas Parseval'sche Luftschiff ist soeben von seiner Fernfahrt nach Mainz und Wiesbaden zurückgekehrt und glatt auf dem Ausstellungs­gelände gelandet. ,, .

Die Luftlinie zwischen Wiesbaden und Frankfurt betragt etwa 32 Knt., und diese hat der Ballon nach den obigen Meldungen in 50 Minuten zurückgelegt.

Der Preis von 3000 Mark ber Stabt Wiesbaben für den ersten Ballon, ber im Weichbilde der Stadt einttefse, ist dem Parseval III" zugesallen.

?r.2V7 Erstes Blatt ISS.Jahrgang Samstag 4.September 1809

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die Tagesnummer NokatkonrdruS und Verlag der Vrühl'schen Univ.'Vttch- und Zteindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. 'yen'test?'ö. Bcck.

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