Zweites Blatt
Mittwoch 3. November 1909
159. Jahrgang
Nr. 258
trldjetni lSgllch mit Ausnahme des Sonntags.
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Eeneral-Rnzeiger für Gberheffen
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sich selbst nicht genutzt.
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Prince-Henri-Eisenbahn s 131.00
Berliner Börse, 3. November. Anfangskarea.
87.60
Appetit anregt.
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Bleischwer liegt der Himmel über der Erde.
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1. angenehmes Arbeiten,
reinen Wäsche
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Überall erhältlich! % =5 Paket 15 Pf g.
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119.00
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Harpener Bergwerk Laurahtltte . . . Lombarden E. B. . Nordd. Lloyd... . ' Türkculuae . ,— , .
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indnstrle^OfesseD.
Börse, 3. November, 1.15 ühr.
Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank .' Deutsche Bank . . Deutsch - Asiat. Bank Diskonto - Kommandit Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn ... . Gotthardbabn . - .. Lombard. Eisenbahn., Oesterr. Staatsbahn .
Canada E. B.....
Darmstädter Bank i. .
Deutsche Bank . ....
Dortmunder-Union O.v-. - Dresdner Bank . ,Ä.
Tendenz: ruhig.
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©enerab Bersainvilr.«
im Hotel Schütz^
Kirchenplati 9.
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Elektriz. Labraeyer . . . Elektriz. Schachert . . . Eschweiier Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurabütte . ,.....
Nordd- Lloyd .
Oberschles. Eisen-Industrie
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Giessener Anzeigers, mit geteilt von der Bank für Handel
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und
Frankfurter 3V,e/0 Beicbsanleihe.... .
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ganz erheblich verringert: trotzdem ist die Selbstmordziffer bei uns immer noch erheblich größer als in den sremden Armeen. Nur in der österreichisch-ungarischen Armee sind rroch mehr Selbstmorde zu verzeichnen als in der deutschen. Zweifellos, ist die Selbstmord Häufigkeit ein Ausfluß des Volkscharakters.
. 186.90
. 136.70
Die deutsch-luxemburgische Zündwareusteuergemeinschaft.
Mit Luxemburg ist nach Mitteilung des Reick-Schatzamts eine Gemeinschaft für die Ziurdwarensteuer zustande gekommen. Sie wurde am 1. Oktober in Vollzug gesetzt, jedoch einstweilen so, daß die dem! § 3 ties deutschen Zundwarensteuergesetzcs entsprechenden Vorschristen ausgenomm.m sind. Nach dieiemi § 3 tritt in den ersten fünf Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes eine Erhöhung dec Zündwarensteucr um 20 Prozent ein. Ta indessen im Gebiete des Großherzogtums Luxemburg Zündwarenfabrikcn überhaupt nicht bestehen, so würden die Vorschriften dieses Paragraphen erst bei Errichtung solcher Fabriken in Luxemburg prak- tisck-e Bedeutung erlangen. Tic Ausnahme wird daher dem Ad- fuluß eine;. Abkommens über die Begründung e ner Zündwaren- steuergemeinja-ait vocausjichtlich nicht entgegenstelren. Ta ferner hinsichtlich der L.uchtmit.clstcuer aus das Zustandekommen einer Steuergemeiuschast in allernächster Zeit gerechnet lvcrden kaim, erachtet es der preußische Finanzminister in lleberemslimmung mit dem Reichskanzler nicht für angebracht, das Großherzogtum Luxemburg während der wahrscheinlich kurzen Uebergangszeit bis zum Zustandckonrmcn der Vereinbarungen noch als Auslaird im Sinne des Zündwarensteuergesetzes unö des LcuchtmiUclsteuer- gesetzes zu behandeln. Ten nndjgcnrbneten Behörden sind die nötigen Anweisungen erteilt.
zwei Artikel seiner Zeitschrift ,,Das Blaubuch", die er in Gemeinschaft mit dem Kapitän zur eee Berger veröffentlichte, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war.
Die „Siebener ZamiltenblSNcr" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblati für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen oett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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Diese drei Vorzüge haben schon vor Jahrzehnten Dr. Thompson’s Seifenpulver (Marke Schwan)
bei Hausfrauen und Wäscherinnen beliebt gemacht.
Garantiert frei von Chlor u. anderen scharfen Substanzen.
Redaktion. Expedition und Druckerei: straße 7. Expedition und Verlag: e=-$s> 5L Redaktion:e-EHL. TeL-AdruAnzetgerGteßen.
'Märkte.
r. Ortenberg, 2. Nov- Unser „Kalter Markt" batte zwar recht günstiges Wetter, aber der Besuch war nicht so stark ivie früher. Demnach konnte auch das Geschäft nicht die gewünschte Ausdehnung er'ahren. Am Momaq mar in Pierden em mäßiger Handel gewesen, so daß heute der größte Teil nochnials auigelrieben iDiitbe, nm wieder zum gröulen Teil unverkaun zu bleiben Ta- gegen war am Rmdmebmarkt, Austrieb ea. 600 Sliick (ivornnlet hauptsächlich gllle Siinmentaler Fahr- und Milchkühe, sowie Rnlbuinen), eine größere Zahl als im Borjahre vorhanden und es ivurden auch gute Preise erzielt. Tic besten Ualbinuen, soivie gelernte Lühe, die das ziveitenial gekalbt, galten bis ju 460 Alk., nliexe Nutzkühe 31C Alt. und höher, Schlachtlühe tamn vorhanden, Rmder nach Qualität ebenfalls im BreiS. Gute 'Rinder gesucht; em bekannter bayerischer Rinderhändler bringt alljährlich größere Transporte magere bayerische Weidennder, die von Häiidlern hiesiger Gegend in Partien und einzeln aufgefanit werden. Stälbcr waren in geringer Anzahl, Biillen in einigen Exemplaren und Ochsen gar nicht vorhanden. Der Schweinemarkt bot im Vergleich zum Hungener Allerheiligeii-Atarkt em verändeUes Bild. Tie Händler hatten in Hniigen ausverkauit, der Aiilrieb hier in Ortenberg war also mei|t aut die ^anbwirte beschränkt, und man muß ogeu, die Qualität war z. T. nicht die beste. Bel nicht starkem Handel ivurdeii Preise erzielt doii Mk. 40—42 (Hungen 48.—) iür das Paar, Etnleger ivenig gesucht. Es blieb Ueberstand, den sich ohne Vieh anwesende Schivemehändler zunntze machten. Tie Schweinezucht erstreckt sich in hiesiger Gegend mehr aut mittlere und kleinere Vanbivirte. — Tein Krämermarkt hasten zwar noch die guten Traditionen der allen Märkte an, eS wird noch gekauft und zwar nicht blos bei den Schreiern, vielmehr hat das stehende Geiverbe und die Selbstiabrikalion hier noch einigen Boden; wenn zwar auch hierin der Ortenberger Markt lange nicht mehr das ist, was er emslmals war. In ausgiebigster Weise nützen die Schau- und Sptelbuden die zilsaimnengeströmte Masse des Publikums aus. In deii Sladtgeschälten geht es an diesem großen Tag bewegt zu und die Wirlschasten werden bei allerhand Sang und Klang fleißig ireguentiert. — Tie typischen Zigeuner mit ihren Gäulen haben auch diesmal aui dem Markt nicht gefehlt, obwohl em „kleiner Zwischenfall" für sie üble Folgen halte. Zn Selters waren zwei Barte Banden über Nacht anwesend, bei denen, während die Männer m den Wirtshäusern musizierten, die Weiber sich an die Kopie gerieten. Bald waren indessen die Männer geholt unb es gab eine fürchterliche Keilerei, wobei der Revolver eme Hauptrolle ipielte. Tie Feuerwehr mußte in der Nacht allarmiert werden, ebenso wurde in Ortenberg öie Gendarmerie geholt, die die ganze Nacht über nut den Braunen zu tun hatte. The Hauplrädels- iührer entflohen ins Feld und foimten noch nicht geiaßt werden. Ter Zigeuner, dem in Stockheim ein Pierd gestohlen luurbe, mußte, obwohl er nicht start an der Siederei beteiligt war, mit anderen verhaslet werden, da bei ihm Schießwasjen gesunden ivurden.
Ter Gesundheitszustand des Heeres.
Der Generalstabsarzt der Armee, v. Schjerning, hat e-in sehr interessantes Buch herauSgegeben: .SanitätZstatisiische Betrachtungen über Volk und Heer". Einzelne Stellen verdienen iveitere Verbreitung, v. Schjerning schreibt:
Elberfeld.
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Rotationsdruck und Verlag der Vr übliche» llnwersitäts • Buch- und StembrucIereL R. Lange, Gießen.
,Tas bedeutsamste Ergebnis der Wahlen ist, daß die iberal-sozialdemokratische Zweidritlelmehr- eit nicht erzielt worden ist unb tn ablesbarer Zett nicht reicht wird. Tas war der ttampspreiS, wie ihn laut die links- .erale Presse forderte. Gegen das Zentrum kann keine Ver- i assungSrevision durchgeführt werden; damit ist alles
und sei gegen deren Mann nicht tätlich geworden, erwiesen sich unwahr, weshalb seine Berufung zurückgewiesen wurde.
> Buder-Khi jHassia1 Donnerstag bin 4. Novo Mitglieder-Veisanu im Bootsbau).
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1. siaffenberichl:
2. BootshauMngelezW 3. Verschiedenes.
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Anfang 8 Ufa,.
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Gießener Straftamnrer.
)( Gießen', 2. November.
Wegen eines Bierglases.
In einer hiesigen Wirtschaft stieß der Kutscher G. L. aus Schrotz in angetruiUenem Zustande ein Bierglas um, wodurch die Frau eines Heizers besudelt wurde. Der .Heizer stellte L. deshalb zur Rede, worauf dieser ihn aufsordecte, mit vor die Tür zu gehen. Um Streit zu vermeiden, verließ der Heizer mit seiner Frau das Lokal; L. ging ihnen mit zwei Kameraden nach und alle drei schlugen aus den Mann ein. Als der Mann die Namen der Angreifer feststellen wollte, überfielen^ fie ihn wiederholt und traktierten ihn mit Faustschlägen und Fußtritten. Jn- lolge Anklage verurteilte das Schöffengericht L. und einen seiner Genossen wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu je 4 Wochen Gefängnis, während der dritte mit einer Woche durchkam. L. acht das Urteil an und schützte sinnlose Trunkenheit vor, trotzdem er sich auf die Einzelheiten bei dem Vorfall noch gut erinnern konnte. Seine Angaben, er habe sich bei der Frau entschuldigt
unb man wagt in dem feuchten kalten Nebel kaum zu atmen. Novernberzeit — böse Zeit, sagt ein Sprichwort. Jetzt werden eben empsindliche Menschen nie recht gesund unb Gesunde werden leicht krank. Da muß denn schon daran erinnert werden, daß Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen, die man überall für 85 Psg. kaufen kann, gerade jetzt unentbehrlich sind. Vorbeugend soll sie gebrauchen, wer zu Erkältungen neigt; nach Vorschrift nnwenben soll sie jeder, der erkältet ist, wenn er dieBeschwerden schleunigst los werden unb ernsten Komplikationen nicht begegnen will. In allen Apotheken, Drogen- unb Mineralwanerhandlungen zu haben. (ssö/i,
gesagt."
Bemerkenswert ist noch, wie die „Köln. Ztg." sich äußert:
„Diesmal konnten die Nationalliberalen ihr Bündnis mit ?r Sozialdemokratie nicht anders begründen als mit der Aus- ' id)t auf so und soviele Mandatsgewinne! Eine solche Aussicht jdjtfertigt ein derartiges Bündnis nicht, denn noch sieht die coße Mehrheft der nationalliberalen Wähler die Sozialdemo- ! atie als eine Umsturz- und Klassenkampfpartei an, die für c nationalliberale Partei solange nicht bündnisfähig ist, als diese .Prinzipien beibehält. Das waren auch die Gründe, ne UNS veranlaßt hatten, uns prinzipiell gegen das Abkommen ' ^szusprechen. Freilich glaubten wir den Parteifreunden in -aden mildernde Umstände bewilligen zu müssen, in der noraussetzung, daß sie die örtlichen Verhältnisse besser I> -urteilen könnten, als es von hier aus möglich ist, und daß
»I HnMt 5» Zuichne,den. Eintritt lägst, tfoau (y, Tchott, Vubroiflin LkttzmblvÄ Mittwoch den 3. 'Mik abends 8'/, Ufor;
tonat^trioita imGewerbebauie.Neletfltt!- Generalversamm'.fl. in Lcn
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Leipzig, 2. Nov. Tas Reichsgericht verwarf die Revision des Schriststellers und Redakteurs Dr. Heinrich Ilgenstein, der am 23. Februar d. I. vom Landgericht II zu Berlin wegen Beleidigung des Admirals Schmidt, begangen durch
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Diebstahl im Rückfall.
Ter zu Eudorf wohnhafte Taglöhner H. B. aus L e h r b a ch hat in einer Wirtschaft zu Schwarz eine Schublade am Büfett aufgezogen unb daraus eine Hand voll Geld genommen. Der Wirtin, die ihn dabei ertappte, gab er das Geld sofort wieder heraus. Wegen Diebstahls im Rückfall unter Anklage gestellt, wurde er zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt.
Folgen dec Feldberciutgung.
Ter Landwirt £>. F. W. aus Hoch-Weisel glaubte sich durch die F«ldbereinigung benachteftigt. Da seinen Wünschen infolge Reklamation nicht Rechnung getragen wurde, wandte er sich mit Eingaben, Beschwerden unb Anzeigen an die Ständekammer, das Ministerium und die Staatsamvaltichaft. In einer Beschwerde erlaubte er sich die Frage, ob dos Fewöereincgungs-- versahren gesetzlich, ober mit Lug unb Trug durchgesührt werben muß und ob die Vollzugslommin'ion unb das Schiedsgericht nicht an das Gesetz gebunden seien, vielmehr noch Willkür irei handeln können, ohne sich um die Gesetze zu lummem. Dem Feldbereinigungs- tommnjar mackste er den Borwurs der Lüge mrd bemerkte, man iei einig in der Ansicht, daß die Gemeinde das Lehrgeld für den Feldbercinigunc.sgeomcter zahlen muß. Er bemerkte ferner: ent- iveber habe das Schiedsgericht, das er angerufen habe, aus Unkenntnis sein Urteil zu seinem Nachteil begründet, oder ut der Absicht, dem Geometer Arbeit zu ersparen. Dieser mache den reinsten llminn, tue den andere Geometer nur ein mitleidiges Lächeln haben: er Hove irrtümliche Zeichnungen gemacht, oder solche absichtlich gefälscht. Tie Begründung eines Schiedsgericksts- urteiis bezeichnete er als ein Nachbeten der Angaben des Geometers und von dem Vorsitzenden des Schiedsgerichts hatte er den Eindruck, als wolle er jebe Reklamation im voraus ablehnen. Allen Beamten machte er den Vorwurf, sie hätten wissentlich zu seinem Nachteil gehandelt. Infolge Strafantrags kam es vor dem Schöffengericht Butzbach zur Verhandlung. Trotzdem der medizinische Sachverslältdige den Angeklagten für einen Querulanten hielt, der für die Tat nickst verantwortlich zu machen sei, verurteilte ihn das Schöffengericht wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 200 Mark. Zu der infolge Berufung des Angeklagten anberaumten Verhandlung war neben dem genannten Sachverständigen auch ein Psychiater als Gutachter zugegen. Während der medizinische Sachverständige sein Gutachten dahin abgab, der Angeklagte sei an der Grenze der Unzurechnungsjähigkeit, glaubte der Psychiater, der Angeklagte sei für seine Tat verantwortlich zu machen. Beide Sachverständige waren einig, daß der Angeklagte ein sehr empfindliches Rechtsgesühl besitzt und sich nicht belehren lasse, er im gewissen Sinne auch als minderwertig zu bezeichnen sei unb erblich belastet sein dürste. Zm Gegensatz zu der Schöfsengerichtsverhaird- lung, die sich durch das Verhalten des Angeklagten, der sich sehr aufgeregt benahm, recht dramatisch gestaltete, war der Angeklagte in der Berufungsverhandlung sehr gelassen. Das Gericht hielt ihm zu gute, daß er im Glauben, es sei ihm Unrecht geschehen, die Eingaben versaßt hat; es berücksichtigte auch seine geistige Minderwertigkcft strafmildernd unb kam so zur Herabsetzung der Geldstrafe auf 100 Mark.
Es muß als durchaus unberechtigt bezeichnet werden, aus Citrotifen Schwankungen der Tauglichkcitszifscr bei den Rekruten cijf eine Abnahme der Wehrfähigkeit und damit auf eine körper- stche Minderwertigkeit der männlichen Jugend zu schließen. Es 1 .:t>arf allerdings großer Anstrengungen, sie auf der Löhe zu Eilten und zu verbessern. Abhängig ist die Wehrkraft von der iZeburtenzifser und der Säuglingssterblichkeit. In Gegenden mit incher Säuglingssterblichkeit sind auch die Ueberlebenden vielfach Urverlich minderwertig; darum müssen alle Maßnahmen zur Nekämpfting der Säuglingssterblichleit auch im Interesse unserer Lolkswehrkrast lebhaft unterstützt werden. Ueber die wirkliche Ursache der Untauglichkeit entscheiden die bei den Gestellungs- stlichligen gefunbenen Ursachen und Gebrechen. Bei den Ein- ! ihrig-Freiwilligen überwiegen die eigentlichen Organ- k.ckrankmtgen, während bei den übrigen M i l i t ä r P s l i ch- 1 i g e n äußere Körperschäden im Vordergründe stehen. Von Aedentung ist der Einfluß der Schule auf die Dienst- l'Mglichkeit. Von den höheren Lehranstalten haben die Land- mirtschaftsschulen die größte Zahl Tauglicher gestellt; es folgen bre Privatschulen, Seminare, Handelsschulen, Oberrealschulen, Uealprogymnasien, Realschulen, Industrieschulen, .Progymnasien irnb Realgymnasien. Am schlechtesten schneiden die Gymnasien ab. Je länger der Schulbesuch, desto geringer ste Zahl der Tauglichen unter den Schülern. Besonders ungünstig imrft auf die körperliche Entwicklung der jungen Leute die Zeit nach der Schule; die Tauglichkeit nimmt immer mehr ab, je mehr Zeit zwischen dem Verlassen der Schule unb der Meldung z.un Dienst verstossen ist. Daraus ergibt sich, daß neben der Vertiefung unb Ausgestaltung schul hygienischer Maßnahmen mehr (0.3 bisher die gesundheitliche Erziehung der männlichen Jugend noch beendeter Schullaufbahn gefördert werden muß.
Der Gesundheitszustand des preußischen bezw. deutichen Heeres Ei gegenüber den Leeren der übrigen deutschen Staaten als sehr ginftig zu bezeichnen. Die deutsche Armee weist auch die bei i weitem niedrigste Sterbeziffer auf. Die Todesjälle haben inner» r-ilb der letzten 35 Jahre um etwa 73 v. ö. abgenommen. (Ebenso hat sich die SelbsNnordhäufigkcit in den letzten Jahrzehnten
politische Lagesschau.
Ta8 Zentrum unb die Wahlen in Baden.
Daß Zentrum triumphiert über den Ausgang der badl- Len Stichwahlen. Einzelne Presiestimmen aus diesem Lager uib für die Beurteilung nicht nur der badischen Berhaltnlsie, onbern auch der allgemeinen politischen Lage immerhin von Zedeutung, Wir entnehmen der ftöln. „Volksztg." folgende 5(f h? •
„Erfreulich ist, daß auch da, wo die Rechte bei dm Stich- Zahlen unterlag, ihre Stimme n z a h l gegen die vaupt- ahl erheblich zugenornmen hat, beionders in Baden, ".Limburg unb Freiburg II. Es läßt sich bar"üeWi iclc, die am 21. Oktober aus Steuerarger dahe m geblieben ,.>nrcn oder gar ihrem Unmut durch einen roten Zettel Ausdruck •i erheben hatten, den Weg zur richtigen Fahne schon wieder cfunben haben. Der Zeiftrumsturm in Baden ist trotz des iiiicnbcn Ansturmes der gesamten Linken im ganzen unerschuttert , eblieben. Auch die Konservativen sind dank der energischen strntiumshilfe nicht vernichtet worden. Der nationQllibcralen nrici hat der trotz der toarnenben Stimme der Regierung ein» । egangoie Großblock den empfindlichsten Verlust gebracht; sic । jollte die stärkste Partei werben unb ist nun auf die dritte Stelle krnabgerutscht. Schier die Hälfte ihrer Sitze verdankt sic nur Pzialdemokratischer Gnade. In den anderen Bezirken war sie uf die LinkSliberalen stark angewiesen. Da soll nod) einer lauben, daß sie im Landtag dec Sozialdemokratie unabhängig jgenübergeben wird. Schon die Präsidentenwahl wird ihnen 10 „Her zu mir" der Sozialdemokratie in die Ohren gellen '"^Damit wird bestätigt, was auch aus dem linksliberalen --jnger heraus festgestellt worden ist, daß das Zentrum in , ctjten Tagen eine außerordentlich lebhafte Agitation entfaltet at und daß es tatsächlich durchweg mehr Stimmen als bei Den Hauptwahlen aufgebracht hat. Der Abg. Erzberger
2. gründliche Reinigung und
3. Erzielung einer tadellosen
Bei fieberhaften Krankheiten: Influenza, Pneumonie rc. bietet „Kufeke“ als gesundheiiSgemähe Nahrung eine wirksame Unterstützung der Fieberdiät, da eS leicht verdaulich ist, kräftig ernährend wirkt und durch seinen Gehalt an Mineratstoften auch den
EINHORN obember, abends 8 Uhr, lekes Konzert *3 1len Singspiel-Ensembie V Berghaus
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4°/ft Oesterr. Goldrente. . 4'/6°/ft Oesterr. Silbenente. 4°/0 Ungar. Goldrente . -. 4° 0 Italien. Rente . . ... 3° 0 Portugiesen Serie I . 3°/0 Portugiesen „III - 4 '///ft russ. Staatsanl. 1905 4' 2°/0 japan. Staatsanleihe 4°/o Couv.Türken von 1903 Türkenlose . . . .
4°/0 Griech. MonopoLAnl. <. 4°/0 äussere Argentinier v. 3°/0 Mexikaner . ,•>.
4l/,°/o Chinesen . .
Aktien:
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Tendenz: schwächer.
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SEIFENPULVER i
sie wenigstens die taktischen Erfolge ihres Vorgehens ernten mürben. Die sie sich davon versprachen. Aber diese Voraussetzung if: nicht wahrgehalten worden. Auch diese taktischen Erfolge titb ausgeblieben, so daß nur die eine Wirkung übrig bleibt: t ie Badener Nationalliberalen haben durch ihre grundsätzlichen taktischeii Fehler die Gcsamtpartci auss peinlichste geschädigt


