Ausgabe 
29.3.1909 Erstes Blatt
 
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Kleine Tageschronik.

ül

im Lcnz'schen Felsenkeller.

(1916

Witzler.

Pädagogium Neuenheim - Heidelberg.

1907/08 : 37 Einjährige, 20 für Prima u. 0 II. etc. Kl. Pensionat.

[B»/3

Städtisches Tiesbauamt Braubach.

Vereins der Hausbesitzer Giesten

Seltersweg 26. v/

5^* Für Mieter unentgeltlich.

Ter Rhein und seine Nebenflüsse steigen. Die Ruhr berflutct weite Strecken, desgleichen die Sieg und die Aare.

Das Hochwasser der Weichsel richtet große Ver-

.. Der wichtigen Tagesordnung roegqn ist zahlreiches Erscheinen erwünscht. ___Ter Vorstand.

LaodVirtschllftlicher Lskalverein Kietzen.

Versammlung

Mittwoch den 31. März 1909, nachmittags 3 Uhr,

Arbeitsvergelmng.

Zur Erbauung eines einklassigen Schulhauscs mit Lehrerwohnung in Feldlrücken sollen die nachstehenden Rohbauarbeiten und Lieferungen auf dem Wege öffent­lichen Angebots vergeben werden:

Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Dach­decker-, Spengler- und Grobfchlosserarbeitcn, Eisen- und Baumaterialienlieferungen.

Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen auf dem Bnrean des Unterzeichneten vormittags während der Tienüstunden zur Einsicht offen und sind dortselhst An- gcbotsformulare gegen Erstattung der Unkosten erhältlich.

Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit ent­sprechender Auffchrift versehen bis Donnerstag, den 8. April d. Jrs. vormittags 11 Uhr bei den Unterzeichneten ein- zureichen, auf dessen Bureau dann die Eröffnung der An­gebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber stattstndet.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Schotten, den 22. März 1909.

Der Großh. Kreisbauinspektor

, . Boshaft. Schaffner (zu einem bekannten Herrn, der ferne Schwiegermutter zur Bahn begleitet hat,:Der Zug fährt gleich ab. Wenn Sic die Dame noch küssen wollen, müssen Sic sich dazuhalten."

Literarisches.

Allerlei Brettspiele" von Cäsar Mitis (Verlag von Otto Maier in Ravensburg). Das Büchlein enthält die Spielregeln und genaue Beschreibung der beliebtesten Brettspiele, sowohl die altbewährten Spiele wie Dame, Puff re. mit ihren Spielarten, als neuere Spiele, von diesen aber nur solche, die sich bewährt haben. Hier ist eine gute Auswahl entstanden, da das Beste, was wir haben, und zwar nicht bloß die allgemeinen Regeln beschrieben wurden; der Leser bekommt auch allerlei Winke und Ratschläge für jedes Spiel, die ihn in die Vorteile und Geheimnisse cinweihcn und ihn zum Beherrscher des Spielbretts machen.

Vcrmefcbtcs,

6 in Engländer bei Krupp. Mit lebhafter Er­regung verfolgen die Engländer die Tätigkeit auf den deutschen Kriegslverften und Arsenalen; in einem großen englischen Blatte schildert seht ein britischer Besucher die Ausdehnung und die gc- üaltige Leistungskraft der großen Kruppschen Fabriken. Er spricht von den gewaltigen Werken mit vorbehaltloser Bewunderung, in du» sich ein gewisser Unterton von Sorge einzuschleichen scheint, und gibt dann eine lebendige Schilderung der ruhelosen.Arbeit der großen Essener Werke.Man nähert sich der Stahlstadt, und ein Wald von Schornsteinen, ein Heer von riesigen Werk­stätten taucht auf. Tas dumpfe Dröhnen riesiger Geschähe er­schüttert die Lust; denn fast immer werden Schießversuche vor-

Grsginal-DvtrhtmeLSuttgen.

Paris, 29. März. Der französische Militär- At fache in Berlin de la Guiche wird den Posten ver­lassen, um ein Front-Kommando zu übernehmen. Es heißt, auch der deutsche Militär-?lttachß in Paris, von Mutius, werde durch den Oberst von Winterfeld ersetzt werden.

London, 29. März. Daily Telegraph meldet aus Belgrad: Gestern vormittag hatten die Vertreter von Frankreich und England mit Milowanovitsch eine Bc sprechung, um ihm mitzuteilen, das; sich die Mächte über d i e N o t e g e e i n i g t hätten, die von dem Belgrader Kabi­nett abgesandt werden soll. Der vereinbarte Wortlaut wurde jedoch Milowanovitsch noch nicht mitgeicilt. Dieser erklärte, er glaube, der Friede sei nunmehr sicher, denn er glaube nicht, da,; die Mächte eine Erniedrigung oder Erwürgung Serbiens wünschten.

London, 29. März. Der Belgrader Korrespondent des Daily Telegraph berichtet, die Mächte hätten vor ihrer n ^cr serbischen Frage den Frieden um

feden Preis sichern wollen. Serbien werde aber durch den ihtn aufgezwungenen Frieden Oesterreich in die Arme ae trieben und Oesterreich werde in Zukunft die Oberlwheits rechte über Serbien ausüben.

genommen und man bekommt^den Eindruck, als sei eine große Schlacht int Gange. In der Stadt oder runb um die Stadt er- heben sich gegen 60 Fabriken oder besondere Abteilungen, die mit unzähligen Schienenwegen miteinander verbunden sind. Die Türen zu den Fabriken stehen weit offen. Aber wer glaubt, sie passieren zu dürfen, muß bald erfahren, daß der Eintritt hier nur schwer erlangt wird. Tie Werke und ihr' kostbaren Geheimnisse werden eifersüchtig beivahrt. An jedem Tor steht ein Doppelposten, der unbarmherzig jeden zurückwcist, der nicht den Kruppschen Passier- ichein vorweist. Und der wird nur selten an Ingenieure ausge- gebcn, denn die Krupps haben keinen Grund, ihre Rivalen zu unterstützen. Die Geschützfabriken stellen durch ihre Größe und ihre Ausdehnung Woolwich in den Schatten. Hier werden jahraus jahrein wohl taufend Geschütze fertiggestelll, von den gewaltigen großen Kanonen für die neuen Dreadnoughts bis zu den kleinen Feldgeschützen und den Schnellfeuerkaitonen für die Marine. In den letzten fünfzig Jahren "hat Krupp nicht weniger als 50 000 Kanonen hergestellt." Ter Engländer schildert dann, wie Peter Friedrich Krupp vor einem Jahrhundert seine ersten Experimente mit der Herstellung von Stahl begann, wie sein Sohn Alfred schließ? lich das langgestichte Rätsel löste: dann erzählt er, wie der be­rühmte Kruppstahl für die Geschütze gegossen wird.Rund um die Gießerei liegen große Schmelztiegel aus Lehm, die durch ge­waltige Oefen erhitzt, den Stahl schmelzen. In der Mitte der Gießerei steht die Eingußform im Boden. Wenn das Metall die richtige Glut erreicht hat, wird vin Signal gegeben. Einige ünfzig Mann schreiten, unter der Leitung eines erfahrenen grau- bärtigen Mannes herbei und versammeln sich um die Form. Es sind alles ausgewählte erfahrene Männer, die das Geheimnis der besonderen Stahlbehandlung kennen. Ein zweites Signal: die Türen der Schmelzöfen öffnen sich, paarweise gehen die Männer Zu den Oeffnungen, jeder mit zwei riesigen Stahlzangen aus­gerüstet. Mit ihnen heben sie die Schmetztiegel mit der flüssigen -Ltahlniasse und in langsamem Zuge schreiten sic zur Form, mit den rotglühenden Gefäßen beladen. Einer nach dem andern entleeren sie die glühende Last, schreiten davon, kehren mit neuem Hiimgen Stahl wieder, während der graubärtige Tirektor mit kurzen Bewegungen schweigsam seine Weisungen gibt. Es ist eine ^ozenc wie aus dem Inferno: das Metall glüht mit einem brenn en - den Lichte, dem das gewöhnliche Auge kaum gewachsen ist. Flammen zucken auf, Funken sprühen und mit dumpfem klirrenden Getöse sinken die glühcudeit Massen in die Gußformen." Welche Fort- chrttte man in dem Gusse des Kruppstahles gemacht hat, läßt sich daraus ersehen, daß 1851 die Welt den -1000 Pfund schweren Ätahlblock bewunderte, den Krupp zur Londoner Wellansstellung andte. Heute werden Stücke von hundert Tons Geivicht mit größter Sicherheit heraestelli.Aus diesen großen Blöcken werden die großen deutschen Marinegeschütze geschmiedet. Krupp hat sich nie dem englischen System der drahtumwundenen Rohre, dem laiiglausigen System angeschlosse». Er steht unbeirrt aus dem Standpunkt, daß die modernen britischen Marinegeschütze kost- spielige Miperfolgc bedeuten." Für die gewaltige' Ausdehnung des Kruppschen Betriebes in Essen sind folgende Zahlen bezeich­nend: in Arbeit stehen 6000 verschiedene große Maschinen 70 hydraulische Pressen, 400 große Tampfkefscl, 500 Elektromotoren 6;>0 Krahne, 50 Lokomotiven und 2500 eigene Eisenbahnwagen' 8nr Verständigung zwischen den einzelnen Abteilungen der Werke dienen 40 Tetegraphenstationen, 50 englische Meilen Traht tind 400 ^elephonanschlüsse mit 250 englischen Meilen Drahtlänge

Perßtbvllß m khausfiklMbeiteu.

Die Ehaussierarbciten für den Ausbau der verlängerten Großen Wühlgasse an der West-Anlage sollen

DienStag, den 6. April ds. Irs. vormittags 10'/2 Ubr öisentlich vergeben werden.

Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen ivährend der Ncnststllnden bei uns zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der d iselüsl erbaltlich, find spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschloßen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns ehr- reichen. Zufchlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, 27. März 1909.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag dem 80. März: Teilweise heiter. Keine erheblichen Niederschläge. Mild. Südliche Winde.

Hiervon hängt die Güte eines Bebauungsplanes in erster l'inic ab.uud nicht von den einseitigen Bestimmungen über Straßen- 'uhrungen usw. Ter Bebauungsplan soll vorwiegend Baurecht jein. Diesem Erfordernis genügt aber die hessische Bauordnung, speziell der zweite Teil, der von der Mlage der Orte und der Lrlsstraßen handelt, nicht. Hier ist nut geregelt:

1. Tie Festsetzung der Fluchtlinien selbst und das dabei zu eachtende Verfahren, 2. Tie Wirkung, welche die Festsetzung :ron Fluchtlmien hat, 3. Die Entschädigung, welche für Bau- tteschräiiknngen und Grundeigentumsbeschränkungen, foiuie Ent- 'igmntg zu zahlen sind, 4. Die vrtsstatutarischen Bauverbote, . Tie ortsstatutarischen Anliegerbeiträge.

Dies sind alles Punkte, welche sich nur auf Durchführung der 5t> atzenzüge beziehen, nicht aber auf den Baugedanken, der jedem 'Sebaimngsplan mnewohitt. Im Bebauungsplan soll daher auch die llaurechtliche Seite zum Ausdruck kommen und nicht nur Flncht- l'nien geordnet, sondern auch die Bauiveise, Gebäudeabstände und chriäudehöhe, Beschränkung der Bebauung geregelt werden. ferner Hülfen Berichtigungen von Wasserläufen, Entwässerilngeu, Unter- Eiit> Ueberführnng von Straßen u. s. f. festgelegt werden.

Tiefe Grundlagen des Bebauungsplanes dürfen nicht von dem Willen des Einzelnen abhängig sein. Zu ihrer Durchführung ge­hört die Schaffung von Zwangsinaßregeln durch Ausbau der Ent- chgnungsgesetze im Sinne der Zwangsumlegung und Zonenent- adgnung, wobei auf die Mitwirkung der Baupolizei besonders Wert gelegt werden muß. Denn diese hat das Verfahren als eine Maßregel von polizeilichem Zwang zum Ausdruck zu bringen. Dieses Verfahren ist berufen, die Verhältnisse innerhalb der Fläche ll:s Bebauniigsplanes zn ordnen, ergänzt diesen also dahin, daß auch die Absichten der Planung zur Ausführung gelangen können. _ r . ...___

Der Bebauungsplan soll seinem ganzen Umfang nach eine öffeut- müstungeii an. 16 Dörfer stehen vollständig unter Wasser IM) rechtlich bindende Norm sein, seine Wirkung ist sonst wertlos. Viele Menschenleben sind zu beklagen. Der Verkehr auf den

Weichselbahnen ist vollständig unterbrochen. Ter Fluß wächst stündlich.

Aus Schlesien wirb steigendes Wasser gemeldet. Bei O st r a w e zerriß der Deich. Bei B e u t h e n stehen Tausende von Morgen unter Wasser.

Am dem Wilhelmschacht I bei Zwickau verunglückten heute früh bei der Einsahrl 22 Bergleute. 5 M a n n sind tot, 2 s ch w e r. die übrigen leichter verletz t.

Zn aufregenden S t r a ß e n k r a >v a l l e n kam es, als vor­gestern in M a i l a n d inehrere Häuser, aus deren Gelände der neue Bahnhoi gebaut werben soll, geräumt wurden. 400 Familien setzten üch^zur Wehre und griffen die Maurer an. Im Kampf blieb eine Frau tot, zwei Männer wurden schwer vcrroinibct. Tic Behörden stellten vorlättsig die 2(rbeilen em.

Versteigerung.

Mittwoch, den 31. März d. Irs. nachmittags 2 Uhr werden Ln Saale Neustadt 55 versteigert:

I. Sofas, .Kommoden, Kletderschränke, Konsole, 1 Bcrtikow, 1 nullst. Bett, 1 Büfett, 1 Regulator, 1 Spiegel, 1 ovaler Tisch, 1 Gar- r :tur: Sofa. 2 Sessel, (5 Stühle,' 1 Nähmaschine, 1 Küchenschrank, st Klavier, 16 Wirtstische, 70 Stühle, 1 ovale Wirtstafel, 1 Büfett mit Bierpression, 1 Eisschrank, 4 Gartentische, 24 Gartenstüble, 3 Kastenwagen, 5 Pferde, 1 Partie Schuhwaren, 57 Peitschen, 1 Partie ?'liegeunctze, Fliegentappen, Hosenträger, Rucksäcke, Schulranzen, Handkoffer, Markttaschen, Segel- und Lederhnndtaschen, Vorhang- fciüer, 18 Dtzd. Portemonnaies, 1 Ladeneinrichtung u. a. m.

II. 1 Kassen,chrank, 6 Stäbe260 ks guten Stahl, 3 Mille Zigarren, 1 Tafelwage mit Gewichten, 1 Gasherd, 1 Ncinontoirnlir, 38) Paar Winterhalbschuhe, lu Paar Herren Zugsticfcl, 6 Paar Eiummischuhe, Knabenschnürstiesel, Herren und Damenhalbschuhc.

Die Versteigerung unter II findet bestimmt statt.

In Vertretung des Gerichtsvollziehers Geißler:

Drodt, Gerichtsvollzieher-Aspirant.[1919

Er kann seine Aufgaben erst erfüllen, wemt er nicht nur Sttaßen- stuchtenrccht, sondern auch Baurecht ist, wenn über das gesamte Gebiet des Planes durch behördliche Gewalt Ordnung geschaffen werden kann. Sowohl Umlegung, als auch Zonenenteignung find ihrem Wesen nach Ausfiihrungsbestiminung über Enteignung. Tie Umlegung entzieht den Eigentümern das Bangeläirde behufs Ein tetlung der Panblöcke in angemessene Bauplätze und verteilt es wieder unter die ehemaligen Besitzer im Verhältnis der ihnen zustehi'nden ^lnspruckw.

Tie Umlegung hat zur Voraussetzung, daß die Grundbesitzer thr Gelände auch tatsächlich der Bebauung zufirhren, ist dies ledoch nicht der Fall, so ist dieses Verfahren gegenstandslos, da ein Bauztvaug nicht ausgeübt werden kann.

Treten jedoch Vcrl-ällnisse ein, die nicht nur eine Ordnung Der Bauplätze, sondern auch den Anbau gebieten, so genügt das Umlegungsverfahren zur Erreichung des Zweckes nicht mehr. Tiefes muß alsdann erweitert werden durch das Recht, den Widerstand der, Grundbesitzer gegen die Bebauung zu brechen. Hierdurch entsteht die Zonenenteignmtg, die vorwiegend bei Regulierung älterer Bauguartiere in Anwendung kommt und sich auch in vielen rzällen bereits durchaus bewährt hat. Es sei nur die Zonen- entciguuitg öu der Porte de Flandre in Brüssel, an der Schwur- platzbrücke in Pest, nm Holbomviadiikt in London, im Zähringer- viertel in Zürich, sowie die in Hamburg zur Sanierung 'der süd­lichen Reustadt erwähnt.

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11 Betten vorhanden jiti, für die Beeinflussung k ivaltcr von 1524 Jahni i den vier älteren Jnjassa vurden nur bei einer Zu > e nach 2h', jähriger D ! iqi, sich gut führte unk' zusriedenstellend bech jeder iveg oder w ren Insassen. Den M auptEiüiui Pauer, ifiMth i(t ein (1268 Mk.Mger schererbetrieb, der fih Mi 194 M. ein. > gwp Mf, tenen 9'295 M. Aus '

Ter beianntc Tcnonii j n, vemickelte sich'v der tettm Müde m eine ' «n des MaMia-yoM ; ch rek Md mutze dec M n. bxö scheint sragM,« Mchten am Theatam-

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M i 11 e l d e u t f ch e Cr ed i t b a n k. In der am Samstag abgehaltenen ordentlichen Generalversaunnlnng der Mitteldeutschen Creditbank wurden die Anträge der Verwaltung genehmigt.und die Verteilung einer Dividende von 61/2 Proz. beschlossen. Tie Tividendenscheine gelangen von heute ab zur Einlösung.

Kleine Fina n z ch roni t. In der Generalversamm­lung des A. Schaasfliausenschen Bankvereins teilte bie Verwaltung auf eiste Anfrage mit, daß der Verlust «beim Koirkurse der Solinger- Bank mit 250 000 Mk. abgeschrieben sei. Bei der wegen 126 000 Mark Solinger Bankaktien schwebenden Regreßklage sei ein Verlust für die Bank kaum zu befürchten. Die Basaltgeseltschaft in Linz a. Rh. hat einen Reingewinn von 447 000 Rck., und ivirb wieder 5 Proz. Dividende in Vorschlag bringen.

Märkte.

tc. Frankfurt a. M., 29. Aiärz. lOrig.-Telegr. desGieß' Auz.") 2luUliche Notierungen der heutigen Fruchtniarktpreise. Weizen Nkk. 23 7524.00, Kurhessischer Mk. 24.0024.25, La Plata Akt. 95.2525.75, Kansas Mk. 25.2525.75, Roggen (hiesiger) Mk. 17.7518.50 Gerste (Wetterauer) Mk. 18.0018.50, Franken- selber Mk. 00.00-0o.00, Hafer 17.2518.25, Mais Mk. 17.0000.00. Weizenmehl Mk. 32.5032.75, 0000, 2. Qualität Mk. 31.00 bis Mk. 31.25, 3. Qualität Mk. 29.0029.25, Roggeumehl 0

Mk. 25.5025.75, 1. Qualität Mk. 24.5024.75, Weizenkleie Mk.9.75 bis Mk. 10.00, Roggenkleie Mk. 10.2510.50, Maiskeime Mk. 17.00 dis Mk. 17.25, Franken, Pfälzer, Nied Mk. 19.7520.25. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Franks u r t a. 9)L, 29. März. (Telegr. Orig. - Bericht des Gieß. Anz.".) Amtliche Notiertmgen der heutigen Viehmark t- preise. Zruu Verkaufe stauben: 520 Ochsen, 00- aus Oesterreich, 67 Bullen, 0aus Oesterreich, 970 Kühe, Fersen, Stiere unb Rinder, 360 Kälber, 316 Schafe und Hammel, 1614 Schweine, 2 Ziege, 5 Ziegenlämmer, 17 Schailämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 7578 Alk., 2. Qualität 6870 Mk., 3. Qualität 58-60 Mk.; Bullen 1. Qual. 6366, 2. Qual. 5860; Kühe 1. Qualität 6971 Alk., 2. Qual. 5759 Alk., 3. Qual. 4749 Mk., 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Bezahlt wurden für bas Pfund Schlacht­gewicht: Kälber 1. Qualität 90 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 5357 Pfg., 2. Qualität 8088 Pfg., Lebendgewicht 4852 Pfg., Schlachtgew. 6870 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 70 bi- 00 Pfg., 2. Qual. 6064 Pfg. Schweine: 1. Qual. 69-00 Pf., Lebendgewicht 55,000,0 Pf., 2. Qual. 6768 Pf., Lebendgewicht 54,000,0 Pfg., 3. Qual. 6266 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, llebcrftanb unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Nederstand.

war ein wundervoller Vogelbauer mit lebenden erotischen Sängern ausgestellt, ringsum nrnrep Gruppen von onsgestopsten Vögeln uitd Sängern angebracht. Ebenso waren 19 Ehrenpreise, die teils von hohenr Werte waren, zur Sckmu gestellt. Zu den bereits früher angeführten zählen wir noch auf, den von Rentner Albers gestifteten, ein- und Kaffeeservice in Porzellan, von dein hiesigen Geflügelzuchtverein eine geschnitzte Kuckucksuhr, beut m Ulrichstein ein Tafelaufsatz, in Schotten eine Weinkänne, von Geh Regierungsrat Schönfeld einen Blumentisch, von Hofapotheker Roß dach ein Messer- und Gabelbesteck, von Uhrmacher Enders eine Weckeruhr, von Forstmeister Andre eine Fieischhackmaschine, von Fabrikant Römheld einen gußeisernen Korb, von Frl. Klipstein ein Tablett und von Kausinann Justus ein Weinservice. Tie zahl reichen Geschenke bezeugen das Interesse, das man in weiten Kreis 11 der Ausstellung entgegenbringt. Als Preisrichter >var Gastwirt PH. Södler aus i)tieder-Geinlinden bestellt. Run begab inan sich zur Besichtigung der Ausstellung. 2 Ehrenprise für Dekoration der Bühne wurden an Kaufmann R. Ritter und Schreiner Karl Hensing vergeben. 8 Ehrenpreise ü 15 Ml. des landw. Kammer ansschnsfes für Oberhesseit fielen an K. Pitz und Leibjäger Becker für Enten, an Konrad Högg III. in Ruppertsotirg, Heinrich Högg, Gustav Schmidt, Johann Törnis, Jean Böhm und ?ldam Dehus in Laubach. Tie übrigen Ehrenpreise kamen für Enten an Hch. Högg in Laubach, für Hühner an denselben, desgleichen an Adam sTehus, Karl Pitz, Georg Fran,, Johann Törnes in Laubach lunb Wtlhelni Högg in Klein-Eichen, Friedrich Sauerwein und Joh. Böcher in Villingen, für deutsche Kröpfer an Leibjäger Becker, und Karl Pitz, für blaue Schwalben an Friedrich Spuck in Lanbach, für deutsche Kröpfer an Konrad Högg III. in Ruppertsburg und Heinrich Schäfer in Villingen. Mit ersten Preisen a 8 Mark wurden ausgezeichnet für Ronen-Enten Karl Pitz aus Lanbach, Mr Hühner Adant Dehus in Laubach, Wilhelm Högg in Klein- Eichcn und für Farbentauben Kari Pitz in Lanbach. Tie meist fckwnen Tiere mußten den Beifall der Zuschauer in reichlichem Maße Hervorrufen. Heute konzertierte die Marburger Iägerkapelle und steht reger Besuch von auswärts zu erwarten. Morgen findet die Verlosung und der Schluß der Ausstellung statt.

Die hessische Sauordnung und ihre Aenderung.

Von Baupolizei-Inspektor H. Steinberger in Darmstadt V.

Ein Bebauungsplan entsteht bekanntlich durch die Festsetzung don ,Fluchtlinien gemäß den Bestimmungen der Bauordnung zu L-ttaßen unb Plätzen eines Bauguartiers.

Ein solcher Plan stellt daher ein Ergebnis dar, welches sich als weiteste Folge der den Gemeinden verliehenen Befugnis zur Fluchtlinienfetzung ergibt. Die Bedeutung des Resultates aus Dieser behördlichen Tätigkeit liegt daher in dem Worte Flucht- l l n i c. Es soll lediglich eine Abgrenzung der Straßen und Plätze gegen das übrige Bauland und ein? angemessene, den Forderungen des V e r k e h r s, H D g i e n e und Schönheit entsprechende Straßen- fuhrung bewirkt werden. Auf das von der Fluchtlinie begrenzte Gelände übt diese in der Regel feine Wirkung aus. Fluchtlinien können für einzelne Straßenteile, ganze Straßenzüge, sowie für größere Landgebiete, festgesetzt werden. Erst wenn Fluchtlinien für gröbere Grundflächen bestimmt werden, entsteht der sogenannte Bebauungsplan, der aber seinem rechtlichen Inhalt nach in feiner Weise von der Rechtsnorm abweicht, die durch Festsetzung von fluchtlmien für einzelne Straßen und Straßenteile geschaffen wird, trotzdem man aus der besonderen Bezeichnung,Bebau­ungsplan" ans innere Verschiedenheiten schließen könnte. Der Belauungsplan ist lediglich die weiteste Konsequenz der Flucht- llniensetzuug, die ihrem Wesen nach rein liitieare Bedeutung besitzt

ES ist daher ohne weiteres klar, daß das eigentliche Bau- gcbiet des Bebauungsplans als Fläche, von dem liniearen Wesen der Fluchtlinien nicht abhängig sein kann. Ter Bebauungsplan ist int wesentlichen nur ein Plan über die Bau- und Straßen­fluchten.

~ Er besitzt rechtlich demnach gegenwärtig nur Bedeutung als sttasenfluchtenrecht!

Ein Bebauungsplan soll aber nicht nur Straßeiifluchtenrecht sein, er soll auch Gim>ähr bieten dafür, daß die in seinem Gebiet errichtenden Gebäude und Anlagen den neuzeitlichen Anfor- beruugen entsprechen, so daß auch der jedem Bebauungsplan ninennohnende Bangedanke in erschöpfender Weise zur Geltung gelangt.

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