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27.3.1909 Erstes Blatt
 
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Nr. 73

Der Siehener Anzeiger erscheint tSglidh, aufeer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätter; zweimal iööd)entLKteis-. blatt fürdenKreir Sichen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:

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Erstes Blatt

ISS. Jahrgang

Samstag L7. März 1909

Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Rotat-onrdnick und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und ZteindruSerei H. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7.

Bezugspreis: monmUchTLM.,viertel­jährlich ?Lk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2. viertcl- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilenpreis: lolallbPf^ ausivärts 20 Pfennig.

Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuille­ton und , Vermischtes E K. Neurath; fürStadt u. Land" undGerichw- saal": E. Heb: für den Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten.

Frühling!

Derr Reichs- und Landtagsabgeordneter Köhler- Langsdorf läßt einen Frühlingsrnf an seine Wähler erschallen, nicht in einer Versammlung, dazu fehlt ihm. wohl noch die Gelegenheit, sondern durch unsere Zeitung. Wir ergreifen in dieser Sache noch nicht das Wort, sondern eröffnen zunächst die D-skussion, stellen also den politisch interessierten Lesern unseres Blattes die Spalten zn sachlicher, nicht zu umfangreicher Aussprache zur Verfügung.

Me Welt weiß, wie sehr es mir vom Bund der Land­wirte, den Deutsch-Sozialen, ja gewiß auch von meinen Freunden in der Refornkpartei und nicht zuletzt von meinen Wühlern iibelgenommeu wurde, als ich einige Brieszeilen mit dem so verhaßten Pfarrer Korcll wechselte. Die Einen feinden darum mich an und rufen:Sieh', nun aber haben wir ihn."Nun aber ist es Zeit!"Nu, aber raus." Denn Herr Diederich Hahn halte schon längst dem Gehege seiner Zähne die Worte entfliehen lassen:Und der freie Franke fliegt auch bald." Es war in den Wandel­hallen des Reichstags, und Hahns Gegenüber, das war Herr Dr. Böhme, derzeitiger Vertreter voil Marburg«.

Mit den Deutsch-Sozialen und mir war's nun bald vorbei. Mer nicht gerade wegen dem, wie Herr v. Lieber- mmin mir schrieb. Das Maß der Sünden ihrer persön­lichen Unfreundlichkeit gegen mich, nicht allein ihrer poli­tischen, lvar längst voll geworden; und unsere beider­seitigen Anschauungen waren doch wie Tag und Nacht zu einander; einerlei wem von uns beiden man nun die Rolle des Tags oder der Nacht zuteilen möge.

Mit meinen Freunden, den Reformern, ist's schlverer fertig zu werden. Weil sie lein Vertrauen zum Freisinn zu finden vermögen.

Denn dort int Bund und. in der Wirtschaftlichen Vereini­gung stcht's klar: Bauernpolitik auf preußisch- reaktionärer Grundlage. Der Junker, der Groß­grundbesitzer, der Pächter: die h r e r und alle Andern haben fein stille zu sein und zu tun, was befohlen wird.

Nicht so die Anschauung meiner Freunde, der Refor- m e r. Eine durchaus freiheitliche G r u n d a n s ch a u - ung, wie sic sich einst in der Böckelschen Bewegung in Hessen kundgab, als Trägerin radikalster Bauern­politik, einer Politik selbständigen Mi kiel­st an des. Ich hatte den Glauben, und mag ihn nicht fahren lassen, daß auf diesen Grundlagen mit den frei­heitlich-gesinnten Gruppen ein Bund z u schließen iv ä r e; und da, meinte ich, wäre Pfarrer Korell der Mann dazu? ---

,,Ein naiver Glaube," so ruft mau mir zu.

Aber, ob cr's ehrlich meint? Das fragen auch meine Freunde, die Reformer. Das auch fragen mich toohl Tausende der sogenanntennationalliberalen" Wähler im Kreise Bingen-Alzey.Nationalliberal" freilich sind von ihnen keine 200. Bauern, Bündler, Judenfeinde sind's auch hier. Und die zügelt auch Herr Dr. Osann nicht. Tenn gar zu verhaßt hat bis dahin dem Bauer der Freisinn sich gemacht in allem deutschen Land. Weil Bauernfeind und Freisinn gleichbedeutend geworden waren, so wie in Polenlandprotestantisch" undpreußisch". Weil überall, und die Zeit daher, wenn es galt, dem Bauern die hilf­reiche Hand zu reichen in der schweren Not, die ihn gefaßt hatte, der Freisinn und die Demokratie dein Bauer versagten, und nur Hohn und Spott auf Lieser Seite über dienotleidenden Agrarier", dieBrotwucherer", aber keine Hilfe zu finden war.

Das war die Entwicklung eines grobep Fehlers, den her st a r r s i u n i g c Eugen Richter gemacht hatte, als es galt, int Jahre 1879 dem Rufe Bismarcks zu folgen: Schutz der deutschen Arbeit, d'e m deutschen Gewerbe und Handel und auch dem Bauernstand!

Verbissen in gelehrten Doktrinen und Theorien, vergällt durch gehässige, persönlich-politische Kämpfe, irregeführt durch die schlimmen Mächte von Handel und Börse, endete so der Freisinn und die Demokratie in unfruchtbarer V e r n e i ti u n g; und das Vertrauen zu ihnen schwand im .Volke von Wahl zu Wahl.

M u ß denn das sein? Ist denn die große Mehrzahl der Wähler, besonders im Hessenland, wirklich so ganz und gar preußisch-reaktionär gesinnt, als es nun den Anschein hat? War in den siebziger Jahren die größte Mehrzahl aller ; hessischen Wahlkreise im Reichstage denn nicht durch frei- gesinnte, demokratisch gerichtete Männer vertreten? Und .eine konservative Partei nach preußischem Muster hatte doch .niemals im Hcssenlande Boden fassen können?

Warum nun alles so anders? Oben sagte ich's schon, llnb hier sage ich's nochmals: Weil der Freisinn und bic Demokratie zu einer Partei des Groß­handels, der Börse, des Großkapitals, der -Städte, und dazu unter der Führung des in einer Aufdringlichkeit verhaßten Juden­tums, in den An sch a un ng en der Wähler sich entwickelt hatte.

So stand es, so steht's heute noch. Und wer hilft dem Volke, das nicht allein nach Brot, sondern auch nach Frei­heit und Selbstbestimmung lechzt, aus diesem Elend, heraus?

Doch die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Und schon verkündet sein Brausen den nahenden Frühling. Nag's auch der Pfarrer Korell nicht sein; gewiß ist's nicht her Pfarrer 'Naumann. Zu sehr ist ihr Herz, ihr Sinnen -und Trachten noch befangen in den Jrrgängen der letzten Jahrzehnte. Zu sehr bestimmt noch das Judentum, das allein über den Geldbeutel der Agitation verfügt, all ihre Maßnahmen. Doch regt es sich in allen Gauen des Reichs, jllnö selbst einzelne Erscheinungen in den linksliberalen Par­teien geben mir die Zuversicht, daß nun bald, die Vorherr- Mast der Kampf, Kopsch, Hermes im Freisinn zu Ende geht.

Es ist nicht nötig, da'.tz der Schutz des Bauern st an des, auch durch hohe Zölle, aus­schließlich den preußischen Reaktionären anheimgestellt bleibt. Auch int Freisinn will's Frühling wer­den; und darum ist es bemerkenswert, was dieKleine Presse" schreibt: (Nr. 70 v. 24. März 1909.)

Der entschiedene Liberalismus muß freilich noch mehr als bisher Fühlung mit dem flachen Lande finden. Dazu kann auch die liberale Presse beitragen, indem sieneben den Konsumenten-Jntere'ssen den gerechten Forderungen derBauern ihre volle Aufnterk- samkeit zu wend et. Bei allem Kampf gegen junker­liche Begehrlichkeit muß sie bestrebt sein, dem schweren Ringen des Bauernstandes um das tägliche Brot helfend und fördernd zur Seite zu stehen. Denn es ist eine gut liberale und demokratische Politik, dafür einzutretcn, daß der ehr­lichen Arbeit auf dem Lande ebenso ihr Lohn werde, wie in der Stadt. Wenn diese Erkenntnis allenthalben zuin Durchbruch kommt, wird und muß es gelingen, die starken Ströme demokratischen Denkens, die bisher von den Land- bündlern auf den ostelbischen Sand geleitet wurden, nutzbar jU machen für eine fortschrittliche Gesamtentwicklung unseres Vaterlandes."

Berlin, int Reichstag, den 25. März 1909.

Köhler-Langsdorf.

Stimmungsbild aus dem Reichstage.

Berlin, 26. März.

GS war naturgemäß, daß sich das Interesse der Abgeordneten weit mehr als auf die zur SBerahntg stehenden Etatspositionen und Vorlagen auf einen Punkt konzentrierte, den der Präsident freilich nicht auf die Tagesordnung gesetzt hatte: nämlich aut die Frage nach der Fortexistenz des Blockes und der vor­aussichtlichen Dauer seines Bestandes. Der Abg. Träger gab die Antlvort darauf, zuverlässig und unbestreitbar: er svrach bom verewigten" Block und dieses pythische Wort löste gleichermaßen stürmische Heiterkeit beim rechten Flügel des Blocks wie beim linken und bei dem schon lachenden Tritten, den einstweilen noch in den Antiblock verwiesenen Parteien. Herr Träger machte diese Bemerkung in einer Rede zum Au to m o bi l g e sc tz , das heute in zweiter Lesung beraten und durch Annahme der Kom- missionsbcschlüssc der Regierung in einer Fassung präsentiert wird, die das Zustandekommen dieses Gesetzes mit seinen ganz erheblichen Sicherungen gegen Automobilgefahr und Unfallschäden gewährleistet. Freilich hatten die Parteien eine Reihe weiterer Wünsche znrückstellen müssen, und der greise Wortführer der Frei- ,innigen prägte in feinen humorvollen Darlegungen das hübsche Wort von dem blutenden Herzen, das zu einem unentbehrlichen Körperteile int Parlament geworden sei. Wie Träger, so kenn- zeick neten auch die anderen Redner den Ztompromißcharakter dieser Beschlüsse, insbesondere Prinz SckMenaich-Carolath, der das Ver­dienst der Vaterschaft an diesem Gesetzgebungswerke beanspruchen darf. Morgen findet schon die dritte Lesung statt und wiitd vermutlich nicht mehr viel Zeit erfordern. Heute hatte der Reichs­tag' vorher noch die Etatberalung um ein gutes Stück gefördert durch Erledigung einer Reihe streitiger Positionen aus den in den letzten Wochen verhandelten Etats und 'durch Verbandlung der,Etats des Pensions- und Jnvalidenfonds. Tie Budgetkom- mission hat hierzu eine Reihe von Grundsätzen ausgestellt für die Anstellung im Kanzlei- und Subalterndienst. Das Plenum des Reichstags übermittelte sie den beteiligten Verwalttingen und es ergab sich zwischen Reichstag und Regierung völlige Ueber- einstimmuug über eine Regelung, die namentlich den aus den Kreisen der Militäranwärter oft genug und dringend geäußerten Wünschen gerecht wird.

Stimmungsbild aus dem preufe. Abgeordnetenhaus.

Berlin, 26. März.

Noch eine Woche, bis zum nächsten Freitag, will das Abgeordnetenhaus verhandeln, ehe es in die Osterferien geht. Und für diese Woche haben Seniorenkonvent und Präsident ein reichliches Arbeitspensum auf dem Tisch des Hauses aufgestapelt. Vor allem soll die erste Lesung der N e b e n b a h n v o r l a g e noch vor den Ferien be­wältigt werden, und auch der Etat soll bis auf den Kul­tus - und den Ansiede lungsetat in zweiter Lesung unter Dach kommen. Man hat sich nolens volens mit der unerquicklichen Tatsache, daß der preußische Haus­haltsplan für 1909 nicht rechtzeitig fertig wird, end­lich abgefunden, und die Konsequenz dieser Erkenntnis war ein Antrag Eiffa, der in das Etatsgesetz einen Jndem- nitätsparagraphen für die zwischen dem 1. April und dem Tage der Verabschiedung des Etats notwendig werdenden Staatsausgaben einfügen will. Diesmal ver­zichtet man also auf ein besonderes Notgesetz. Auck) dieser Antrag, den das Haus am Freitag an die BuügetkomMission verwies, muß noch vor der Vertagung erledigt werden. Herr v. Zedlitz begleitete diesen Antrag unter der Zu­stimmung des ganzen Hauses mit dem wohlangebrachten Hinweis auf die neue Enttäuschung, die das Nichtzustande- kommen des Etats den Beamten und. Lehrern bringe, und lebhafter Beifall folgte seiner Anregung, den Enttäuschten mit einem Vorschuß auf die kommenden Aufbesserungen beizuspringen. Tie Regierung verhielt sich leider völlig passiv. Sonst wurde noch ziemlich ausführlich über das Gesetz betr. die Haftung des Staates usw. für Pslichtnndrigkeiten von Beamten verhandelt; nachdem die Rechte zunächst gedroht hatte^ das ganze Gesetz zu Falle zu bringen, wenn man die Schuloerbände nicht von der Haftpflicht für Schülermißhandtungen befreie, besann sie sich hinterdrein eines .besseren, und das Gesetz, dem der Nationalliberale Boisly und die Freisinnigen Cassel und L i p p m a n n bei manchem Einzelbedenken doch den Ruhmestitel eines bedeutenden Fortschritts nicht versagten, passiert glücklich die zweite Lesung. Eure Reihe kleinerer Vorlagen und Einzeletats brachten nicht viel Weiterungen, und bei der Novelle wegen Erhöhung des Kapitals der Preußenkcrssc kam man nicht über den Kommissionsbericht des Referenten hinaus. Erft am Samstag wird die Volks­vertretung dazu ihr Sprüchlein sagen.

Kätzttng -er SraStverovdneten.

Gießen, 25. März (Schluß.)

Voranschlag für 1909.

Ta wir die wichtigsten Zahlen ans bem Voranschlag schon mitgeteilt haben, bringen wir nachstehend nur noch die 511 den ein­zelnen Titeln gemachten Beanstandungen und Wunsche.

Titel 2, Gebäude.

Stadto. Huhn ersucht, in Zukunft einen Ueberblick zu geben, welche Kavilalanlage den Mieleinnahmen abzüglich der llnter- hallungskosten der vermieteten Gebäude gegeiiübersteht.

Ta dies teilweise unmöglich ist, weil die Bauten z. T. uralter städtischer Besitz sind, soll in Zukunft der Wert der betreffenben Baulichkeiten in der Rubrik mitgeteilt werden, was der Vor­sitzende zusagt.

T i t e k 4, Waldungen.

Hierzu liegt ein Gesuch des Forstwarts Geisel wegen Gehalts­erhöhung vor,'das zur Vorberatung an die Kommission geht.

Titel 5, Elektrizitätswerk.

Stadtv. Kru m m wünscht Auskunft darüber, warum der pensionierte frühere städtische Angestellte Wille nicht die Erlaubnis zu Jnstallationsarbeiten bekomme.

Ter Vorsitzende will in der nächsten Sitzung Auskunft darüber geben, und bemerkt, Herr W. habe sich bei dem seiner­zeitigen ablehnenden Bescheid anscheinend beruhigt.

Titels, Märkte.

Eine Anfrage des Stadtv. Krumm, ob da? Verbot der Schweineeinfuhr aus Preußen für den hiesigen Markt wieder auf­gehoben fei, wird von Beig. Keller bejahend beantwortet.

Titel 14, Volks - und Fortbildungsschule.

Stadtv. Dr. Ebel fragt zu der PositionVerbesserungen an der Zentralheizung der Stadtknabenschule" an, ob die Zentral Heizung seither schlecht gewesen sei; ferner, welche Grundsätze bei der Auswahl der Bücher maßgebend seien, die an die aus der Schule entlassenen Schüler zur Verteilung gelangen.

Der Vorsitzende teilt mit, daß bei der Heizanlage die Kessel einer gründlichen Reparatur, vielleicht auch einer Erneuerung bedürften. An die Schuler würden dieses Jahr dieselben Bücher verteilt, wie letztes Jahr. Sie seien damals von der Stadtverord- neten-Versammlung bestimmt worden.

Stadtv. W i n n hält die Pflasterung deS Bürgersteiges vor der Schule an der West-Anlage im Interesse der Schule und der Rein­lichkeit für erforderlich.

Oberbürgermeister Mecu m bemerkt dazu, daß von der Schul­leitung bis jetzt feine Anregung in dieser Richtung gekommen sei.

Stadtv. H a b c n i ch l möchte den Hof derselben Schule frisch befieft haben.

Titel 16, Realgymnasium und O b e r r e a l s ch u l e.

Stadtv. trüber weist auf das ständige Anwachsen des Bedürf­nisses nach neuen Schulgebäuden hin und hält es aus diesem Grunde für wünschenswert, daß baldigst eine Vorlage wegen Verwendung des alten Kliniksgebäudes gemacht werde. Wenn c5 sich um ein jo großem Kapital handle, dürfe man die Sache nicht aus die lange Bank schieben.

Der Vorsitzende erwidert, er habe ja schon jrüber der Ver- famntluitg niitgctcüi, was bezl. der alten Klinik beabsichtigt sei. Die Deputation sei gegenwärtig mit her Lache beschäftigt und die Vorlage werde bald an das Plenum: gelangen.

Stadtv. Dr. Ebel hält den Vertrag zwischen der Stadt und und dem Staat für die Stadt in finanzieller Beziehung für sehv ungünstig. Er wolle in dieser Beziehung keine Aenderung an- regen, sondern nur den längst ,iit der L. Kammer von ländlichen! Abgeordneten gemachten Anssührungen eiitgegeiürctcii, die auf eine weitere Verschlechterung dieses Verhältnisses hin Zelten.

Der Vorsitzende bemerkt dazu, daß mai^ angesichts dcr Tatsache, daß die ständige Vergrößerung dcr schule im In­teresse des Landes erfolge, der Frage näher treten solle, ob man! nicht dieser Vergrößerung, bei der die Stadt bat Hauptanteil der Kosten zu tragen habe, Einhalt gebieten könne.

Stadtv. W i n n tragt, ob für die auswärtigen Schüler das Schulgeld nicht erhöht werden könne.

Der Vorsitzende erwidert, darauf werde der Staat nicht eingehen, da es sich um eine Staatsschule handle.

Stadtv. Petri meint, für außerhessische Schüler könne viel­leicht eilte Schulgelderhöhung erreicht werden.

Stadtv. Krumm warnt davor, in dieser Beziehung ein böses Beispiel zu geben. Man solle auch bebenten, daß durch die Schüler der Stadt gewisse Vorteile gebracht würden.

Stadtv. Dr. Ebel hält das Beitragsverhältnis zwischen Stadt und Staat nicht für richtig, eine Schulgelderhöhung wolle er auch nicht.

Stadtv. Dr. Gntfleisch warnt davor, gerade letzt eine Anregung zu einer Aenderung zu geben.. Durch das Land gebe der Ruf nach einer Erhöhung des Schulgeldes 'der höheren Schulen und der Finanzminister batte sich dazu bereit erklärt, wenn dia Anregung vvm Landtag komme. Alle Übertreter der größeren Städte hätten sich dagegen ausgesprochen. Er habe nicht die Meinung, daß man dem Frnanzmiuister neue Einnahmequellen suchen und die Gesetze Dorbereiten solle und es komme gewöhnlich nichts gutes dabei heraus, wenn der Minister seine Nase in etwas stecke.

Titel 18, Ge werbe schule und Ortsgewerbeverein.

Stadtv. Löb er weist darauf hin, daß die alte Gewerbeschule zum größten Teil leer stehe, man solle für eine zweckmäßige Ver­wendung sorgen. Man hätte z. B. die Volksschulllassen dort unterbringen können, für die man jetzt die Schulbaracken errichte.

Ter Vorsitzende bemerkt dazu, dte Räume feien schon für Schitlzwecke vorgesehen, wenn man int nächsten Jahre für neue Klassen Raum schassen müsse. Man habe zunächst die Schulbaracken wieder aufgestellt, weil diese besser für Schulzwecke seien, wie die alte Gewerbeschule.

Titel 21, Denkmäler.

Stadtv. Dr. Ebel bittet, beim Kriegerdenkmal nicht so mit dem Wasser zu sparen, denn es sei als Brunnendenkmal gedacht.

Der V 0 r s 1 tz e n d e erwtdert, er habe deshalb schon mehrfach Verfügungen an das Wasserwerk gerichtet, aber bis fetzt noch keine Besserung erzielt.

Titel 22, gemeinnützige Zwecke.

- Krumm regt an, an das Volksbad an der Lahn

"ue Abtellung für Frauen anzugliedern, was mcht mehr als oOO Mr. erfordern werde.

Die Anregung geht an die Baudeputatiou.

^ladw. Dr Ebel fragt, was es mfr den 50 MI. Beitrag äum Wettbewerb für schöne Ausschmückung der Balkonc und Vor­garten auf 1 uh habe.

Der V ,0 r sitzende bemerkt dazu, es Ijanbte sich um er tu: öj>n den buitgen Gartnern geplante Einrichtung,.