Ausgabe 
26.11.1909 Zweites Blatt
 
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Freitag 26. November 1909

Zweites Blatt

Nr. 278

159. Jahrgang

Erlchetnl kLgsich mit Ausnahme des Sonntag».

JahreS ist

Eintritt 10 -

biene doch

Boden der

Wbit 1910. Eram. Cilm i Mbit (8,09 nachweislich ri! i- >ehr gut bestanden. «Dielb« intet F. J. M. 273 an 3iü Noffe, Frankfurt a. M. vv>

Rotationsdruck und Vertag der Br übliche» UnwersuälS - Sud)- und SteinbrudcccL R. Lange. Gießen.

bei größerer Beschränkung im Bahnbau erzielt, daS wohl das 'J)lafe des Erreichbaren verkennen und den Wirklichkeit verlassen."

Wachstum des Welthandels.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Echul- straße 7. Expedition und Vertag: öl.

Redaktton: 112. Teü-Adru AnzctgerGießen.

chnitt des Vorjahres um 483 Millionen Mark, der Außen- ,anbei Englands um 121 THUtonen Mark und der Außen- sandel Frankreichs um 144 Millionen Mark gewachsen. Die Einfuhr und Ausfuhr der drei Länder hat vom 1. Januar

Ausfuhr hingegen um 169 Millionen Mack vermindert. Bei Frankreich zeigt die Einfuhr einen Rückgang um 79 Millionen Mark, die Ausfuhr eine Zunahme um 223 Millionen Mark. Tie deutsche Ausfuhr war um 863 Millionen Mark geringer als die englische und um 1604 Millionen Mark größer als die französische Ausfuhr.

Nts- Kaiser WilhM

kmeleten,Benn WM

mrchenP1* Tief unter der V

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Die ^-tehener Zamiliendlätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelcgt, daS 'itrtlsblatt für ötn Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschastlichen Seit- (ragen" erscheinen monatlich zweimal.

'nde Ta« ' 2Serte ,er Truppe.

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Anfang 8 Ufe enstein

In den ersten neun Monaten des laufenden der Außenhandel Deutschlands gegenüber dem gleichen Ab-

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politische Lagesschatt.

Die preuhisch-hesfische Elsenbahngemeinfchaft und die hessischen Finanzen.

Die Angriffe auf die preußisch-hessische Eisenbahn. Gemeinschaft werden systematisch in einer im Novemberhest l'S ^Archivs für Eisenbahnwesen" unter dem Titel ,Ccm Kapitel preußischer Verkehrspolitik" erschienenen Arbeit zurück- gewiesen und richtiqgestellt. DieZeitung deS Vereins ^kutscher Elsenbahnoerwaltungen" veröffentlicht daraus eine llebersicht, der wir die interessantesten Stellen entnehmen wollen:

Man hört heuteStürmten, welche die Grundlage für die Verteilung der Betriebsüberschüsse in der Gemeinschaft, nämlich iarn Bemessung nach dem Ertragswcrte dcs beiderseits Ifcmgdraixiiien, wie sie ja auch int kaufmännischen und gewerblichen JSeben den natürlichen Maßstab bildet, als ungerecht verwerfen rnd lediglich das Anlagekapital, ja sogar die Beoöltenm^qser »tgrunde logen ivvtten. Ter Auffav veriveist in seinem öd)i.ufr= rnorte bei Vergleich der hessischen Eisenbahnrente mit denen anderer bahnbesitzeicden Staaten in Teutsck>lmck>, namentlich mit Baden, Lcsjm geoaraphisäM Verhältniffe ja ähnlich wie in dessen liegen, ü^ine im Vergleiche nut Preußen auf die großen Unterschiede, die -« Erträge einer gleichen Summe an Anlagekapital je nach den jtikrlidx-n Verhältnissen eines Landes rmt s)intunwtnxnti)igteit lagen müssen. Er verweist hier auf die Unterschiede, die die Be- "egung der einzelnen Staaten mit Bahnen und die Verkehrsdichtig- rit der einzelnen Netze aufweisen, und auf den llnrfttmb, daß Dessen uamentfid) auch gegenüber Preußen in der Ausstattung des Landes mit Eisenbahnen in TrutsckLand obenan strht, t-^ne daß es die ungewöhnlich starken Ve r ke hrs g uel 1 en Sat, deren sich Preußen durch die Gunst der BerhÄtniffe, Mnrent- Lch in feinen großen Jndustrierepieren^ erfreut. Auch das ist »inerzeit in durchaus zutreffender Weise von den maßgebenden fiatiuum in Lessen ertoratl worden . . .

Die Ergebnisse der eingehenden Untersuchungen werden in ,ym Au ff atze im letzten Kapitel in folgenden Sätzen Wsaininen- »jaßt, denen wir auch die Schlußworte der Arbeit hinzusügen «ollen:

Daß durch das Eingreifen Preußens im Anfang der achtziger Jahre überhaupt, geschweige denn in dem behaupteten Umrange, eine dauernde Schmälerung des Ertrages der hesstschen Ludwigs- bahn entstanden lei, ist nicht nachzuweifen. Durch die von Lrrußen durchgefehten Leitungsänderungen fielen weite Um- iliege, und damit hohe Betriebskosten, denen ferne entsprechen- öin Einnahmen gegenüber standen, fort. Vor allem kann von einer Herabdrückung der natürlichen Ertragfähigkeit der hefti­gen Ludwigsbahn und den hieraus hergeleiteten Schadens- ansprüchen aus dem Grunde nicht die Rede fern, weil die preußische Regierung in dem Zwiespalte zwischen dem Finanzmmister einer Lrivalgefellfchast und dem Staatswohle nur von ihrem Rechte Lebrauch machte und ihre Pflicht gegen das eigene Land erfüllte, wenn sie unter voller Wahrung der Interessen des allgemeinen Verkehrs die Konkurrenzmaßnahmen der Ludwigsbahn nach dei Zerstaallichunq der großen, mit dieser verbündet gewesenen Privat­bahnen beseitigte und die Leitung des Verkehrs den veränderten llniitänben anpaßte. Durch die Wahl eines bestimmten ab- geschlossenen Normaljahres für die Bemeffung der Teilungszisfer <tes Schlüssels für die Berechnung der Gewinnanteile in der »reußisch-hesstschen Fnianzgememschait) sollte jedem zukünftigen Streite hierüber von vornherein der Boden entzogen werden. Jeder Vorbehalt eurer späteren Aenderung hätte die umfangreichsten und Idivterigften Trennungen und Ausscheidungen im Rechnungswesen nölig gemacht, wenn überhaupt eine irgendwie zuverlässige Grund­lage für eine solche Aenderung gegeben sein sollte. Die Wahl des Wahres 1894 entsprach durchaus dem hessischen Jntereste. Mit qjtein und vollem Vorbedacht haben Preußen und Hessen unter Zu- ilimmung ihrer Landesvertretungen wertere Auseinandersetzungen über die in dem Staatsoertrage festgelegten Tellungsgrundiätze oon vornherein abschneiden wollen. Solche Auseinandersetzungen nürben auch dem Wesen des Gememschastsvertrages durchaus rüder sprechen. Weder die natürlichen Verhältnisse noch die Angriffe auf die preußische Eisenbahnpolitik früherer Jahre geben Sen' mindesten Grund ziir Anfechtung der auf beiden Seiten wohl- Ötitchbaditen, Dielumfaiienben, auf wechselseitiges Vertrauen ge­gründeten Gememschart, jetzt so loenig wre im Jahre 1902, am wenigsten aber für Hessen, das aus dieser Betriebs- und Fmanz- ^kmeinschaft mit dem großen preußischen Bahnnetz wirlschafstich nab finanziell reichen Nutzen gezogen hat und ziehen wird. ~a- wiiber hmauszugehen und die gleiche Rente zu fordern, die em zrotzes Batmsysteni mit ungewöhnlichen natürlichen pifsmitteln

Lamslag den 27. L Lends8'/,M, im.WeL'l Mm Wit ind Honats-Vere&minliW für Dezember.« )*/________Der gorimlU

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Sektion Giessen. Samstag den 27. StodeiL. ibenli 9*6 übr», . f hauptvenam» M-i-s f* , D«M___2£L®2B

hinb, und die Liebhaber deutscher Kunst mehren sich merk- sich, so daß man vielleicht bald von einer ideellen und kommerziellen Annäherung und von einem für beide Teile gewinnbringenden Jnteressenausurusch sprechen kann.

Die größte Sternwarte her südlichen Halb­kugel. Die größte Sternwarte aus der südlichen Halbkugel wird nach ihrem Ausbau die Sternwarte vpn Johannisburg sein. Tie Sternivarte hat in Europa einen 26 zölligen Refraktor in Auf­trag gegeben, dessen Rohr über 11 Meter lang jein wird. Die Hüften dieses Riefeninstrumentes betragen ohne die Montage 200 000 Mark. Das Instrument soll namentlich dazu dienen, Pliotographien des südliäj-en Sternhimmels anzufertigen. Tas Observatorium Johannisburg erhält demnächst auch einen An­bau für die Ausstellung eines neuen registrierenden Seismographe« von ganz besonderer Feinheit der ReaktionsfäyigkeU.

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Sigrid Arnoldson wurde während ihrer Gastoorstelluna als .Carmen" ander Dresdener Hof 0 per zur K ö n i g 1. sächsischen Kammersängerin ernannt. Suber- manne vieraktiges Schauspiel .Strandkinder' wird die nächste Neuheit sein, die am llönigl. Cchauspielbause Anfang Tetember zur Aufführung gelangt. Die Proben, an denen der Dichter regsten Anteck nimmt, haben bereits begonnen. Ter 3 ip i ft im Erfurter Auen-Theater, über den wir be­richteten, ist schnell wieder beigelcgt worden. Direktor Karl hat sich dem Generalsekretär der Bühnengenossenschaft Tr. Cfter- rietb gegenüber verpflichtet, sämtliche entlassene Blihneiimitglieder sofort wieder einzustellen und die Truppe durch ergänzende Ver- prlichtimgen zn verbessern. Ter Kapellmeister des Plauener Siad'.theaters, Theo Erler, der, wie gemeldet, für die nächste Spielzeit zum Direktor gewählt ist, ist jetzt aus dem Verbände aus- geichieden, da der gegenwärtige Direktor, Hofrat Franz, den Ver­trag mit ihm sofort gelöst hat. Der erste große Roman Gerhart Hauptmanns,Emanuel Quint", geht seiner Vollendung entgegen. Ter Vorabdruck beginnt im Januarheft der Neuen Rundschau" (S. Fischers Verlag). Der Held des Romans ist, nach einer Mitteilung des Verlegers, ein religiöser Schwärmer neuerer Zeit, der mit allen geistigen Regungen der Zeit in Be­rührung gebracht wird, bei schärfster Ausmalung des natürlichen 'Diüieus.

würde bei den fetzigen Einnahmen noch immer nicht die Lebensfähigkeit des neuen Theaters ermöglichen.

Für die Erweiterung des Germanischen Museums in Nürnberg, die durch den Ankauf des angrenzenden Geländes ermöglicht wurde, sind Sammlungen bei den Gönnern der Anstalt eröffnet worden. Don der .ck'aufsumme, die 1200 000 Mk. betrug, ist ein Drittel bereits durch Zeichnungen gedeckt. So ist erwarten, daß diese größte Aufgabe, vor die das Germanische Museum bisher gestellt wurde, zu einem guten Ende geführt werden dürfte.

Deutsche Erfolge in Paris. Wie sehr sieb in den letzten Jahren die Stimmung in Frankreich deutschem Wesen gegenüber verändert hat, beweisen am besten einige Tatsachen. Während noch vor 10 Jahren Uebersetzungen aus dem Deutschen zu den größten Seltenheiten gehörten, tarnt man jetzt kaum eine Zeitschrift ausschlagen, in der nicht solche Uebersetzungen veröffentlicht und Betrachtungen über deutsche Kultur publiziert werden. Allen voran steht die vortrefflich geleitete Grande Revue, die innerhalb eines Jahres die Uebersetzungen von Clara Diebigs und Hermann Sudermanns neuesten Romanen brachte. Innerhalb des gleichen Zeitraums veröffentlichte sie Uebersetzungen von Dehmel, Liliencron, Rilke und anderen Lyrikern und einen Aufsatz über deutsche Lyrik von Alfred Dreyfus. Die Revue des Lettres ei des Arts brachte kürzlich eine Reihe lieber» tragungen nach Gedichten von Jol)annes Schlaf und Erna .Heinemann. Die Revue und die Revue bleue würdigten in langen Aufsätzen das bisherige Schaffen von Hugo von vofntannsthal und Thomas Mann. Aber damit nicht genug. Im Herbstsalon fand soeben eine Ausstellung junger, dem- sck>er Künstler und vor kurzem eine solche Marsesscher Bilder statt. Auck^ in den Kunftsalons begegnet man jetzt hin und wieder deutscher Kunst. Das neue deutsche .^unsige- werbe er reut sich in F.anlr^ich b.sonderer Hochs 1 ätz -ng und rindet rasch steigenden Absatz. Kurz, auf allen Geb.eten g b. sich deutlich eine freundliche Hochachtung der deutschen Arbeit

Gießener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für GderheMn

Rach Absingen einer Strophe der Nationalhymne ging es weiter an der Aula vorbei zurück zumAndres". E n Früh­schoppen, der die Teilnehmer bis weit in den s)tad)mittag zusammenhielt, beschloß die Feier.

Watzenborn-Steinberg, 25. Rod. Eine an­sehnliche Versammlung beging gestern abend im saale des Gastwirts Häuser in Steinberg den Geburtstag des Groß- Herzogs. Der Kriegerverein hatte einen Lichtbilder- vorcrag veranstaltet. Ter Präsident des Kriegervereins, Leicht, begrüßte die Erschienenen. Bezirksvorsllher D a a b ließ in kerniger Rede Deutschland zur Zell seiner tiefsten Erniedrigung und dann in seiner jetzigen Höhe vor unserem geistigen Auge vorübcrziehcn und schloß mit einem Hoch aus unfern Großhcrzsg, den Förderer alles Schönen, Wahren und Guten. Nackfdem von der Dersmnmlung die National­hymne gesungen worden war, hielt Herr Stephan von Staufenberg an Hand von Lichtbildern, die leider an Deut­lichkeit litten, einen Vortrag über unsere Kolonie Deullch- Südwestafri a, um schließlich seine eigenen Erlebnisse bet der Schutz.ruppe, die er zur Zeil des Hereroaufsiandes drei Jahre angel.örle, zu erzählen. Der Vortrag fand starken Bersall. ')kachdem noch von Lehrer Kling das Ka.serhoch und von Herrn Lehrer B u ß»2<i gestern das Hoch auf das $w:erlano ausgebracht worden war, ging man zum gemütlichen Teil über. Hier war es neben den Liedern des Gesangvereuls .^Jugendfreund" Bezirksvorsteher Daab, der durch hunw- ristisck>e Vorträge zur Verschönerung der Feier beitrug.

© La ubach, 25. Nov. Gestern fand ün Zeichensaale des Gymnasiums Fridericianum eine gut besuäste Vor­feier von Großherzogs Geburtstag statft Sie wurde eröffnet durch eine Dellama.ion des zweiten Lohnes des verstorbenen Grafen, Jörg Solms. Es folgten sechs niederlä-adische Volkslieder von Krenner, die geschickt dnrch Dellamationen verbunden waren. Würdig tour der Sck)luß aus Goethes Faust'. Glück des Herrschers, ausgefuhrt von Primaner Geibel. Die Festrede hatte LehramtsaffZsor Dr. 5^einrichs übernommen. Er sprach überDie deutsche Sprache und die Literatur". Am gleichen Abend fand int Solmser Hof die allgemeine Festversammlung statt. Die eröffnete in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters der Kriegervereinspräsident Ritter. Graf Wilhelm zu Solms-Laubach brach.e zuerst ein Kaiserhoch aus, d nn sp.ach Pfarrer V 0 lp über die Heimatliebe. Der Gesangverein Har­monie sorgte durch Vorträge für die gesellige Unterhaltung.

x Nidda, 25. Nov. Großherzogs Geburtstag wurde auch in diesem Jahre festlich begangen. Tags zuvor fand in der höh. Bürgerschule eine Schulfeier statt, in der Gesang patriotischer Lieder und Dellamativnen miteinander abwechselten; die Festrede hielt Lehramlsasjessor Ehr­hardt über Großherzog Ludwig I. Am Abend fand int .-Gambrinus" ein allgemeiner F e st k 0 m m e r s statt- Ober- amlsrichter R ö m h e l d hatte den Vorsitz. Die Festrede hielt Pfarrer Werner. Den musiurlischen Tell hatte wieder das Kaiserorchester unter Leitung des Gewerbelehrers» Endres übernommen. Der Turnverein stell e e nrge lehr gelungene Bilder. Einige Lieder des Programms t)attvn Oberamtsrichter Römheld zum Verfasser. Heute fand Schulfeier in den Volksschulen statt. Der Eisen­bahnverein hält seine Feier morgen abend.

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ICit-dic und Schule.

Zum Bischofsjubiläum des Papstes haben die deutschen Bischöfe ein Glückwunschschreiben an ihn ge­dichtet, das nach demOsservawre Romano" folgende Stellen hat:

Am 16. d. M. wird das 25. Jahr zur Neige gehen, seitdem Du in der ewigen Stadt durch die Hände eines Purpurträgers die bischöfliche Weihe und Würde emp­fangen hast. Wie glücklich und segensreich dieser Tag ge­wesen ist, das bezeugt Deine unbeirrte Lehre und erfolg­reiche Tätigkeit in den fünf Lustren Deines bischöflichen Amtes. Wenn es auch niemals leicht war, Bischof zu sein, so ist es doch in unseren traurigen Zeiten einewahreLast geworden, vor der auch selbst Engel zurückschrecken dürfen. Der Sprengel, dessen Verwaltung Dir zuerst oblag, die Diözese

Leiern zu Grohherzog; Scburtstag.

lleberall in Hessen wurde der Geburtstag des Grvßher- zogs Ernst Ludwig festlich begangen. Bon den uns zu­gegangenen Festberichten geben wir folgende wieder: gende wieder:

Die Turnhalle der höheren und erweiterten Mädchenschule in Gießen war viel zu klein, um die (Ätern und Angehörigen der Schülerinnen zu fassen. Mit dem Geburtstag des Gvoßherzoas hatte man eine Schiller- Gedenkfeier verbunden. Inmitten von Bla tbewächsen standen die Büsten des Hessenfürsten und Dichterfürsten sich gegenüber.Lobet den Herrn, den mächtigen König der Ehren", klang als Einleitung von einem dreistimmigen Chor borgetragen durch den Festraum. Direktor S t ö r i k 0 richtete eine Ansprache an die Festversammlung, worin er daraus hinwies, daß man den E-roßherzog, der auf dem Ge­biete der Kunst und Wissenschaft bahnbrechend in seinem Lande vorangegangen, nicht besser ehren könne als durch eine Schillerfeier. Der gemeinschaftliche Gffang der Nativ- iialhymue und darauf der Gesang:Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" leiteten würdig zu dem nun folgenden Teil der Feier über. Schülerinnen der Klassen IV bis II trugen folgende Schillerschen Gedichte vor: Teilung der Erde, Pe­gasus im Joche, Rätsel, Macht des Gesangs, Der Graf von Habsburg, Die Bürgschaft, Die vier Weltalter, An die Freunde. Es solchen dann von Schülerinnen der Klassen I der Monolog aus der Jungfrau von Orleans, Gertrud und Stauffacher aus Tell, der Chor aus der Braut von Messina Den Schluß blldete das Lied von der Glocke, tomponien von Rauschenecker, mit verbindendem Vortrag, dem sich der Goethesche Epilog zur Glocke stimmungsvoll anschloß. In dem Liede von der Glocke hatten Frau Landgerichtsrat Schudt das Altsolo und Fräulein I. Müller-Wetzlar das Sopransolo übernommen.

Der Finanzbeamtenverein in Gießen fcegiiw Großherzogs Geburtstag gestern abend durch em Festessen das den besten Werlaus nahm. Auf das an den Gcoßherzog abgefandte Glückwünschtelegramm kam alsbald ein Dank- teiegramm von ihm. ,

Gestern vormittag unternahmen die drei Gießen er Burschenschaften unter dem Vor itz der Bnrschenschaf Frankonia zur Feier des Gebur^srnges des Großherzog einen Umzug. Der Zug, an dem etwa 100 Studenten z. a in Aneichacken teilnahmen, bewegte sich über S.cktersweg, Bahnhofstraße zum Kriegerdenkmal. Dort wurde nach eine, kurzen Ansprache ein Hoch aus den G.oßherzog ausgebrach

Aleincs ZeuiUetoir.

- Ein Mißgeschick Willv Burmesters. Ein unangenehmes Mißgeschick hat die Konzerte eingeleitet, die D i l ly D u r m e st e r dieser Tage in Oberschleften abhalten Sollte. Der Künstler hat vor einigen Monaten cuie «tradi- Alrius-Geige erworben, deren Werl auf 100000 Mk. o^fch-ayt wird. Gestern abend sollte Burmester in Honigs Hut le ein Konzert geben. Kurz vor Beginn des .Konzertes hrllte rdoch Burmester das Unglück, auf der glatten Treppe des Hotels auszuglellen. Er stürzte aus t^n Biollnkaften, der täbei in Trümmer ging. Auch das kostbare ^nitrumciit vurde schwer beschädigt. Der Künstler ließ ba~' .Mon­iert sofort ab sagen Nach einer Meldung^ desKomg^>- yütter Kurier" soll das Mißgeschick dem ^ympre) arto öurmesters zu gestoßen sein.

Die Hildesheimer Bühne in L-chwierig- leiten. Vor wenigen Wochen erjt ist das mit großen Höften erbaute städtische Theater in Hildesheim crojnet Dori)en, und schon jetzt droht das Unternehmen zafainmm- 'ubrechen. Direktor Oskar Lange verossentlicht eine klärung, in der er sagt, er halte die 7-ebenssahlgkeit des Theaters bei dem Mißerordentlich schlechten Besuch, nnt äs jetzt geherrscht habe, für völlig

nit einem Reingewinn von 60000 Mark jur d^^rste Sp ­reit, den ihmgenaue Kenner der hiesigen JerhaLtnls^ üaübten zusickiern zu können, sondern mit utrage lli ungefähr derselben Höhe dürste Jte .®

'ornmen. Der Neubau des Stadttheaters ser lrls e^n . 3 verfehlter Versuch zu betrauten, da die bessere G. Micha st nach wie vor nach Hannover fährt und die dortigen gesucht. Im Interesse seiner auf zwei verpflichteten

Schauspieler werde er versuchen, den nach ^ner -Mern 3 'unabwendbaren Zusammenbruch nach Moglichleit hin - juschieben. Selbst die völlige Umgsstultung des setzigen künstlerischen Wertes der Vorstellungen und die digung des Instituts zu einer der niedrigsten -schmieren

shöhe

Sobembtr

)i5 Ende September betragen (in Millionen Mack):

Einfuhr

Ausfuhr

zusammen

Deutschland

1908 5620

4782

10 352

1909 6'140

4796

10 835

England

1908 8886

5827

14 713

1809 9176

5658

14 834

Frankreich

1908 3530

2968

6 498

1909 3451

3191

6b42

In Deulschlond ist die Einfuhr mn

420 'Millionen Morl,

bie 9(uS?ubr

um 63 Millionen Mark

gestiegen.

Englands

Einfuhr hat

sich um 290 'Millionen

Mark vermehrt, seine

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