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Nr. 5)9
159. Jahrgang
DomrerZLag, ZN. April 1909
Erschelrck fÖßHQ mti NuSnahn« bei 6oRntag8.
Zsneral-Anzeiger für Gberhefieii
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Negierung da- werden wir in für die Land-
Abg. Boigt-Hall (Wirtsch. Bg.):
Wir begrüßen den Entwurf und danken der für, daß sie ihn eingebracht hat. Kleine Bedenken der Kommrssion zur Sprocke bringen. Es muß wirtschaft etwas Gutes geschaffen werden.
Abg. Hilpert (Bayer. Bauernbund):
Ein Vertagungsantrag wird von der Rechten und Zentrum abgelehnt.
Abg. Graf. v. Kunitz (Kons.):
ffotaftonÄrotf en» Verlag Vt CrflbWtB UntversUal? - Buch» und Stembairfaei, Ä. Stege, Gießen.
Mg. EarstenS (Fr. Vp.)' äußert Bedenken gegen die Vorlage, besonders gegen die zulässige Kennzeichnung der Gerste durch Färbung. Die Vorlage sei durchaus nicht begründet. Die Denaturierungsfrage sei noch nicht gelöst. Die Denaturierung werde erhebliche Kosten verursachen.
Schatzsekretär Sydow verteidigt die Vorlage. Mißbräuche sind vorgekommen, und die Gefahr solcher Mißbräuche besteht weiter. Die Verhandlungen in der Färbungsfrage sind abgeschlossen. Es soll Eofin zur Färbung verwendet werden.
Die „(Meßen«! gamiUcnblStter* werden dem .Anzeiger" Dreimal wöchentlich betgelegt, das „KreisNatt für b<» Kteti Sietzen" jroeimal wöchentlich. Die „Landwinschastlich«! Leit« tragen" erscheinen menattldj jtueuuaL
„ , engen von
Gerste, z. B. aus Serbien, zu geringerem Zoll, als zulässig, rin« geführt worden. DaS beste Mittel gegen jeden Dttßbrauch ist dre Färbung der Gerste. Diese Färbung soll aber nur borgenonunen werden, toerat diese Maßnal^ne durchführbar ist. Das halbe Maßregel.
Redaktion. Expedition and Druckerei Schul- praße 7. LxpedlNon and Verlage e^bL Sieb aftiom 112. Tri.-Adr^AnzergerGleßew
crrbeiters in das Bauschösfenamt, halten wir für nicht erforderlich, da die Bauschöffenämter fast ausschließlich nur Aufgaben finanzieller Natur zu lösen haben werden und eine Vertretung der Bauhandwerker deshalb überflüssig erscheint. Wir hoffen, daß das Gesetz die Erwartungen der Handwerker erfüllen wird und
Der russische Handelsvertrag wäre auch ohne die Differenzierung der Gerste zustande gekommen. Tie deutschen Unterhändler haben damals aber den Wert der Sache nicht erkannt. Im übrigen stimme ich der Vorlage zu.
Abg. Neuner (Natl.):
Der Entwurf füllt eine Lücke aus. Wir werden ihm zustimmen. Denn tatsächlich wird jetzt viel Malzgerste zu niedrigem Zollsätze eingeführt.
Die Abgg. Dr. Sübekmn (Soz.) und Frhr. v. Gamp (Rp.), die als nächste Redner verzeichnet sind, hcwen bereits den Saal verlassen.
Der Redner beantragt Verweisung der Vorlage an sondere Kommission.
Schatzsekretär Sydowr
Mg. Dove (Freis. Vg.):
Alle Parteien haben in der Kommission so eifrig gearbeitet, daß man oft nicht wußte, wer Regierungsvertreter und wer Abgeordneter war. Bei der ersten Lesung baben wir an dem Re- ffiernngS entwürfe die schärfste Kritik geübt. Wir sind aber der Ansicht, daß die Kommission den richtigen Weg gefunden hat, um der üblen Erscl^einung des Bauschwindci-S entgegenzutreten. Wichtig ist, daß daS Gesetz durch landesherrliche Verordnung in Kraft treten soll. Wenn es sich nicht bewährt, so muß es auch auf dieselbe Art beseitigt werden. Wir stimmen dem Entwurf zu, wenn auch nicht mit überschwänglicher Begeisterung.
Mg. BSmelburg (Soz.):
Das Gesetz dient zunächst den Interessen der Unternehmer. Darum ließ man sich in der Kommission unsere Mitarbeit ruhig gefallen. Gestern abend aber, als man über Maßnahmen zum Schutze des großen Portemonnaies des Herrn von Oldenburg beriet, da schob man es beiseite. Die Stimmen gegen daö Gesetz haben sich vermehrt. Vielfach glaubt man, daß nur die Rechtsanwälte davon Nutzen haben werden. Das Baugewerbe ist viel gesunder geworden. Die Höhe der 23er: ifte hat sich von Jahr zu Jahr verringert. Aus Billigkcitsgründe haben wir die Forderung gestellt, oaß in jedem 23auschöffenamt wenigstens ein Bauarbeiter sich befindet.
Die Vorlage ist eine Abschlagszahlung, dic uns die Regierung schon lanae schuldig ist. Ich stimme ihr zu. Die Reichs- einnahmen werden durch das Gesetz vermehrt werden.
Die Vorlage geht an eine Kommission von 14 Mitgliedern.
Das Haus vertagt sich.
Donnerstag 2 Uhr: Sozialdemokratische Interpellation über die Wohlfahrtseinrichtungen der Unternehmer.
Schluß 6% Uhr.
daß die Bestimmungen über die Zollabfertigung von G e r ft e in den einzelnen Bundesstaaten nicht übe rein stimmen. Dann wird aber auch die Zollabfertigung verschiedentlich sehr leicht gehandhabt. Man läßt dem persönlichen Ermessen der Z einen zu grüßen Spielraum. ES sind erhebliche M«
Abg. Dr. Mogdaa (Fr. Bp.):
Wir setzen nicht allzu große Hoffnungen auf die Wirksamkeit des Gesetzes, aber, wie fast alle Redner, sind auch wir van der Güte deS ersten Teiles des Entwurfes überzeugt. Der zweite Teil erregt allerdings das Bedenken, daß dadurch die Bauzeit verlängert werden leimte. DaS könnte leicht zur Folge haben, daß nur kapitalkräftige Personen sich an einem Bau beteiligen und der grüßte Teil der Bautätigkeit auf die großen Firmen übergehen könnte. Dadurch hätten wir gerade daS Gegen- tril von dem erreicht, was wir beabsichtigen, nämlich den Mittelstand geschädigt, statt ihm zu helfen. Der § 4 wird aber vielleicht für die Handwerker ein Ansporn sein, sich genossenschaftlich zu organisieren, um den kapitalkräftigen Firmen Konkurrenz machen zu können. Das wäre immerhin ein großer Erfolg. Unsere Bedenken gegen den zweiten Teil werden dadurch gemildert, daß er, falls der erste Teil sich voll bewähren sollte, wie wir hoffen, nur selten in Kraft zu treten brauchen wird. Den Antrag Bömelburg, betreffend die Wahl wenigstens eines 23au
Um ihr die Spitze abzubrechen und die Möglichkeit einzuschränken, niedriger verzollte Gerste zu Malzzwecken zu fcertoenben, haben wir, den Wünschen deS Hauses entsprechend, diese Vorlage ringe- bracht. Das Neue der Vorlage besteht darin, daß bestimmt wird, daß die niedriger verzollte Gerste nicht zu 2)rauzwecken verwendet werden darf, widrigenfalls Bestrafung eintritt. Bisher hatte man kein Mittel der Kennzeichnung der Gerste, denn die bisherige Art der Denaturierung war zu kostspielig. Jetzt haben wir nach diebem Probieren ein geeignetes FärbungSmittel gefunden. Ich will Henle nicht daraus eingehen, in welchen Fällen die Färbung borge. schrieben werden soll. Doch wo sie durchführbar ist, mutz sie zur Anwendung kommen. Für entsprechende Apparate muß gesorgt werden. Das Ermessen der Zollbeamten soll eingeschränkt wer- den. Heber Einzelheiten wird in der Kommission zu reden sein.
Deutscher Reichstag.
Sitzung, Mittwoch, den 28. April.
Am Tische des Bundesrats: Dr. Nieberding.
Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Minuten.
Die Sicherung der Baufordernngen.
Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Lesung deS Gesetzentwurfs über die Sicherung der Bauforde- rungen der Bauhandwerker.
Der Regicrungsentwurf hat zahlreiche Abänderungen erfahren. Dic Novelle will den Forderungen der Bauhandwcrker Nachkommen, die seit Jahren die Klage erhoben, daß sie durch die moderne Bauspekulation schwere Verluste erleiden. Nun soll den Baugläubigern, wenn leine Sicherheit geleistet wird, eine Hypothek gewährt werden, welcher andere Rechte nur bis zur Höhe ocs VaustcllenwerteS und der zur Befriedigung von Baugläubigern verwendeten Vaugelder vorgehen können.
Abg. Dr. Mayer-Kaufbeuren (Ztr.):
Wohl selten hat, ein Gesetzentwurf eine so eingehende Um» arbeitung erfahren, wie der vorliegende. Er hat aber auch bereits die Billigung der Preffe aller 'Parteien gefunden. Freilich die Wünsche der Bauhandwcrker gehen noch weiter. Wenn das Gesetz sich in der Praxis bewährt, dann können sie später vielleicht noch berücksichtigt werden. Während der Entwurf nur die Neubauten berücksichtigte, hat die Kommission auch die Abriß- oder Ersah (fauicn in den Bereich des Gesetzes gezogen, leider nicht die Umbauten. Auch allgemeine SrcherheitSmaßregeln hat die Kam- Mission festgesetzt, die zur Führung eines Baubuches zwingen und auch Bestimmungen über dic Verwendung der Baugeldcr treffen. Neu hat die Kommission auch die B a u s ch ö f f e n ä m t er ge- schaksen, die als Aufsicht»- und Einigungsämter dienen sollen. Wir hoffen, daß da» Gesetz sich rasch einbürgern wird, zum Nutzen deS ehrlichen Handwerks.
Dbg. Pauli (Potsdam, Kons.);
Die Handwerker haben weitaehende Wünsche zu bem Gesetz geäußert. Alle konnten nicht berücksichtigt werden. Trotzw' sind dir Handwerker durchweg mit der Fassung der Kommis/'n zufrieden. Im übrigen stimme ich dem Vorredner zu.
Abg. Linck (Natl.):
Die Arbeit in der Kommission war außerordentlich schwierig, weil Bedenken über Bedenken geäußert wurden. Da wir aber mit einem ganzen Herzen von Handwerkerfreundlichkeit an die Sache herangingen, ist schließlich etwas Brauchbares geschaffen worden. Die Baubücher und die Bestimmungen über die Verwendung der Baugelder geben den Handwerkern eine gvte Sicherheit. Auch bi „Kettenbauten" werden unmöglich gemacht. Bisher kam eö . daß Baufchwinbler einen Bau nach dem anderen eröffnen, um mit bem neuen Baugelde bie alten Schulden zu bezahlen. Ihnen wird jetzt das Handwerk gelegt. Das wird nur zum Segen des Baugeschäfts sein. Eine große Erschwerung deS Bauens wird allerdings eintreten. Aber diese Nachteile fallen nicht erheblich ins Gewicht. Der Schutz der Gläubiger ist werwoller. Das ganz« Bauwesen wird auf eine solide Basis gestellt werden. Das Risiko wird geringer, man wird daber auch billiger bauen. Sehr wichtig ist bie Tätigkeit bc8 Bau- schösseiiamts als Einigungsamt. Die Forderung, daß von den Bauschöffen mindestens einer Bauarbeiter sein mutz, :-Einen wir ab.
Abg. Frank (Soz.), daß von ben Bauschöffen mindestens einer Bauarbeiter fein soll.
Der Antrag wird abgelehnt.
Der Rest des Gesetzes wird nach den Kommiffionsbeschlüssen unverändert angenommen.
DaS Verbot der zollwidrigen Verwendung von Gerste.
Es folgt die erste Lesung deS Gesetzentwurfs über die zollwidrige Verwendung von Geräte.
Malz aus Gerste, die zu einem niedrigeren Zollsatz eingeführt worden ist, darf nach der Novelle nicht zu Brauzwecken verwendet werden. Die Geldstrafe für jede Zuwiderhandlung beträgt mindestens 50 Mark.
Abg. Speck (Zentr.):
Unser Gerstenhandel muß wieder auf reelle Grundlagen gestellt werden. Daher ist die Vorlage zu begrüßen. Den Malzkaffee sollte man zolltechnisch nicht begünstigen. Bisher ist die Verwendung niedrig verzollter Gerste sehr befördert worden dadurch, |
werden deshalb für das Gesetz stimmen. (Beifall links.)
Dbg. Waids (Pole) erklärt die Zustimmung seiner Fraktion zu der Vorlage.
Abg. Wieland (D. Vp.)
stimmt ebenfalls zu. Es war die höchste Zeit, gewissenlosen Unter- nchmern das Handwerk zu legen. Ein Danaergeschenk für die Handwerker ist das Gesetz nicht, Obgleich es die Grohbel be begünstigt.
Damit schließt die allgemeine Aussprache. Der erste Abschnitt des Gesetzes über die allgemeinen Sicherheitsmaßregeln wird unverändert angenommen.
Der zweite Abschnitt handelt von der dinglichen Sicherung der Dauforderungen.
§ 1 bestimmt, daß im Falle eines Neubaues in der durch landesherrliche Verordnung bestimmten Gemeinden eine Sicherung der Bauforderungen ftattzusinden hat. Vor Erlasiung der Verordnung ist die Gemeinde und die Hcmdwerkskammzr des Bezirks zu hören.
Ein Antrag der Freisinnigen und Nationallibe- ralen, auch die amtliche Handelsvertretung zu hören, wird angenommen, ebenso einsozialdemokra- t i s ch e r Antrag, der auch die gesetzliche Arbeitervertretung dabei zuziehen will.
Im übrigen wird der Abschnitt unverändert genehmigt. Der dritte Abschnitt betrifft die B a u g l ä u b i g e r.
Nach § 10 sind Baugläubiger alle an der Herstellung des Gebäudes Beteiligter.
Dbg. Herzog (Wirtsch. Vg.) beantragt, auch die an der Herstellung der auf der Baustelle befindlichen Gartenanlagen Beteiligten als Baugläubiger auzuerkennen.
Abg. Panli.Potsldam (Kons.)^
spricht sich gegen den Antrag aus. Vorgärten gehören ohnehin zum Gebäude. In dem Anträge sei gar nicht angegeben, was unter „Gartenanlagen" zu verstehen sei.
Der Antrag wirb abgelehnt und der Abschnitt unverändert angenommen, ebenso der Abschnitt über die Bauhhpo. thek und die Vaugeldhypothek, ferner die Festfetzungen über die Sicherheitsleistungen.
Bei den Bestimmungen über das Bauschöffenamt beantragt
Die Frage des Gerstenzolls ist hier so oft erörtert daß ich heute nicht auf bie Einzelheiten der Frage einzugehen brauche. Es ist bekannt, daß die Schwierigkeiten, die sich einer richtiger- Verzollung entgegengestellt haben, m der flüssigen Grenze zwischen Malzgerste und andere. Gerste siegen. Wenn man sich beklagt hat. daß beim Abschluß beS russischen Handelsvertrages auf solch« Unterscheidungen überhaupt riirgeganaen würbe, so sage ich nichts neues, wenn ich erklär«, baß das Zustandekommen dieses Handelsvertrages davon abhing, daß wir auf diese Unterscheidung eingingen. Dieser Vertrag güt noch bis 1917, und wir haben damit zu rechnen. Was die Klagen anlanat über die niedrige Verzollung der Gerste, die riw- siger mit einem höheren Satz belegt würde, so verkenne ich bureb- aus nicht, daß btefe Klagen zum Teil bcrcchtßfi find. Sie sind aber sehr übertrieben. Wir erkennen ober an, daß di«
bie Verstorbenen
Bewegung der Sevöüerung in der Stadt Gießen, insbesondere die Sterblichkeit im Jahre 1908.
Im Jahre 1908 sind in der Stadt Gießen 594 männliche und 538 weibliche, zuiammeii 1132 Kinder lebend zur Welt gekommen; hiervon ,ind Ortsfremde 461, als Zuwachs zu der Bevölkerung der Stadt zu verrechnen: 351 Knaben und 320 Mädchen, zusammen 671 Kinder fim Vorjahre 644 . Bei einer für die Jahresmitte berechneten Einwohnerzahl von 30 400 fallen auf 1000 Einwohner 22,1 Kinder <t. V. 21,5 0/00). Tot g e - geboren wurden 37 eheliche und 9 uneheliche Kinder, zusammen 46 (41>, wovon ein Teil ort^fremben Müttern angehört hat. Gestorben sind im Berichtsjahre 341 einheimische und 303 ortsfremde, zusammen 644 Personen (i. V. 695). Wir lassen die Ortsfremden, welche zumeist in den Krankenanstalten starben, außer Betracht und werden nur bei einzelnen Todesursachen auf die Ortsfremden zurückkommen.
Stimmungsbilö aus dem preutz. Landtage.
Berlin, 28. April.
Nur noch ein Mann vom parlamentarischen Garde- k^rps des Abgeordnetenhauses trat am Mittwoch fei der Generaldebatte zum Kultusetat in Aktion: Freiherr bc Zedlitz. Dann kam die sogen. ,.zweite Garnitur" an fee Reihe. Bon ihr aber ließ die des Generalhadcrs müde Mehrheit nicht mehr als zwei Redner, einen Konservativen umd einen Nationalliberaleu, ?.u Wort kommen; dann sauste dors Fallbeil des Schlußanträges hernieder, und der Rest dew Rednerliste verschwand im OrkuZ. Frhr. v. Zedlitz fand — nach einer nicht eben glücklichen Polemik gegen den Eintritt von Sozialdemokraten in die Schulvorstände — ein puar hübsche Sätze zur Begründung der Notwendigkeit einer Teilung des Kultusmiuistcriums. 5) e ck e nro t h , der Redner fer Konservativen, ritt nochmals und bis zum lleberdruß taf dem Fall Mahl in g herum und gab mit Augriffeu auf horckenbergs Darleguugeu vom Tage zuvor dem National- lweralen Hintzmauu Gelegenheit, ihm eine kräftige Abfuhr zu applizieren. Der liberale Schulmann brachte das ftiier unmögliche zuwege: Er warf noch einige Fragen auf, bie in dieser Debatte bis dahin nicht behandelt worden imen. So die Frage der Zulassung ausländischer Stu- , beriten au unseren Hochschulen und die der Entlasttmg der ' hchereu Lehranstalten von ungeeigneten Elementen. Mit Interesse folgte das Haus — pars pro foto! — den Aure- ! jungen des Redners auf diesen Gebieten. Dann begann i )u Spezialdebatte. Sie brachte feine sonderlich interessanten Momente: die üblichen Polnischen Klagen aus Posen und 01erschlesien, eine Aussprache über die von der Kommission )e-intragte und allseitig gutgeheißene Errichtung einer lautlichen Stelle für Naturdenlmalspslege und eine längere ; Interhaltung über die Frage, ob sich der Bau eines zweiten LSlkerkundemuseums.für Berlin schon je! t erst später ober iferhaupt empfiehlt. Daun vertagte da .-aus die Wei.er- jnatung auf Donnerstag.
über 70 Jahren'
53 = 341
23 = 303
,Daß die Erledigung des Lehrerbesoldungsgesetzes im Herr en Hause sich nicht so glatt vollziehen würde, wie die der anderen Besoldungsvorlagen, war aller Welt klar angesichts der beträchtlichen Aende- rnngen, die die Kommission der Ersten Kammer an den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses vorgenommen hat. Man kam denn auch am Mittwoch in der Leipziger Straße nicht über die Göneralbebatie hinaus, und es ging mitunter ziemlich heiß her. Mit Rücksicht aus bie Schädigung der größeren Kommunen, die injien Beschlüssen oes Abgeordnetenhauses gegeben ist, hat nie Kommission in puncto der Staatszuschüsse im wesentlichen die ursprüngliche Regierungsvorlage wiederhergestellt, die auch Gemeinden mit nicht mehr als 25 Lehrerstellcn den Staatszuschuß erhalten wissen wollte. Es war vorauszusehen, daß bie Vertreter des platten Landes im Herr en Hause gegen diesen Kornrnissionsbcschluß Front machen würden; waS man aber nicht voraussah, war, daß die Regierung ihr eigenes Kind, die ursprüngliche Vorlage, verleugnen und ihrer Wiederherstellung sich hartnäckig entgegenstemmen würde. Das aber geschah, und wie sich die Oberbürgermeisterfrartion auch mühte, das Haus von der unbilligen Behandlung der größeren Kommunen durch die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses zu überzeugen: mit den Laubbaronen lobten bie Vertreter ber Regierung bie Beschlüsse ber Zweiten Kammer über den Schellenkönig, und Herr v. Rheinbaben mußte sich von einem alten Ministerkollegen, Botho Eulenburg, die ironische Frage gefallen lassen, warum beim bie Regierung nicht gleich von vornherein auf die glänzende Fassung des Abgeordnetenhauses gekommen sei. Zur Bcschlußfasjung über die Koiu- missiousvorschlüge kam es noch nid); cs gehörst aber kaum Provhetengabe dazu, die Ablehnung dieser VorsaMge, wenigstens soweit sie die Staatszuschuisc aud) für die Gemeinden mit 10 bis 25 Lehrerstellen bet essen, vorauszusagen. Am Donnerstag geht ber Kampf iter.
Rach Altersklassen verteilt, ergibt sich für folgende Tabelle:
Es starben im Alter von:
0-1 1—15 15-30 30—60 60—70
Einheimische: 67 62 30 82 47
Ortsfremde: 24 49 52 117 38
Zus.: 91 111 82 199 85 76 — 644
Einschließlich der Ortsfremden sind auf 1000 Einwohner 21 12 Personen genorbcn; die Sterblichkeitsziffer für die Einheimischen beträgt nur 11,21 °.oo (i. V. 12,9 °/00). 67 ober 19,6". der Vmiorbeneu gehören dein Säuglingsalter an: aus die Einwohnerzahl berechnet, und 2,2 auf 1000 gestorben und 10 mal io viele Kinder, wie oben angegeben, zur Welt gekommen; im Vorjahre war die Sterblichkeit der Kinder im ersten Lebensjahre gruöcr, uwem mehr als 25»c> der Todesfälle auf diese Altersklasse tarnen. Ungefahr der verstorbenen Säuglinge brachte schon den -rx>d?skenn mit zur Welt und starb an Lcbensschwäche und mangelhafter Entwicklung oder Mißbildung int ersten Leoens- ^ouvte Die, Erwachsenen, über 15 Jahre alt, 212 an der JahUJafcen em durchschnittliches Lebensalter von 54,81 Jahren etreic. u. -8.^b,4>, eine Ziffer, die in den letzten Jahren nur gann eringe Schwankungen gezeigt bat. Uebcr 70 Jahre alt mb Perwnen geworden, davon hatten das 80fte überschritten: lo, . 90|te: 1, und 1 Mann ist 103 Jahre alt gewesen^


