Ausgabe 
26.11.1909 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

ISS. Jahrgang

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Die Aussichten der hessischen Vahlrechtsvorlage.

ist besorgt.

Die deutsche Zache in Oesterreich.

jualltäten.

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ben von Strümpfen

würden. .

Nach dem Vorbesagten erscheinen die Aussichten aus ras Zustandekommen der Wahlreckftsvorlage trotz der ge­trübten Stimmung in den Aammerverhandlungcn doch nicht resonders ungünstig. Selbst ivenn die fünf Sozialdemo­kraten und einige andere Mißvergnügte -um Schluß aus nichtigen Gründen gegen den Gesetzentwurf votieren sollten, so würde nod) den bisherigen Erklärungen der Wortführer doch immer noch die zuversichtliche Annahme bestehen bleiben, daß sich die nach der Verfassung erforderliche Zwec- driltel-Majorität für die Versa,sungsänoerungen zusammen finden wird. Die Verantwortung für den toirf-idjen Volts­vertreter ist zu groß, als daß er sich aus kleinlick)en, doktri- näreii Gründen dem allgemeinen Bolkswillen auf Einfüh­rung des direkten Wahlrechtes widersetzen sollte!

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Wien, 25. Nov. Die Mitglieder der Bereinigung für staatswisf enfchaf tliche Fortbildung wur- den heute abend im Rathause feierlich empfangen. Dr. Lue­ger begrüßte die Gäste und bereitete ihnen ein herzlick)es Willkommen, wofür der Führer der Berliner Bereinigung, Geheimer Oberregierungsrat Prof. Elster, mit herzlick)en Worten erwiderte. Bei der Tafel brachte Dr. Lueger etn begeistert aufgenommenes Hoch auf den deutschen Jtaqer und Kaiser Franz Josef aus und führte aus, der deutsche Kaiser erfreue sich der wärmsten Synipathie m Oesterreich wegen seiner Tatkraft uni) Offenheit. Professor Elster legte die Ziele der sdaatswissenschaftlichen Bereinigung dar und tränt auf das Wohl Dr. Luegers. Magistratsdirettor Äppel traut auf die staatswissenschaftliche Bereinigung in Berlm, worauf Dr. Lueger auf die Stadt Berlin toastete. Er wünschte ihr Geoeihen und Glück und wies daraus hin, daß die deutsche Nation zwei Reichszentren, wie Wien und Berlin, vertragen könne.

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1909-

ZLusLand.

Aus Wien meldet man: In der Untersuchung wegen des Gistmordanschlaas gegen Gen er a I U a b s.o f sr- ziere ist nach den der Behörde norliegenDen AnhottspunNen m allernächster Zeit eine Klarstellung zu erwarten, ^er erstt Ber- dacht scheint sich M bestätigen, daß es sich um den Racheakt eines nicht beförderten Kriegs, chulers handelt^

Bei 6er Fortsetzung der TiskMIwn über das Budget m der niederländischen Kammer kam der So-ralist Trwl- ftra auf die bekannte Orde.iSangelegenheit »uruck und jagte, das Ehrenwort Küppers genüge hier nicht. Äi den Erklärungen des ehemaligen Ministerpräsidenten fäntot sich llngenauigTeucn rati) Widersprüche. Scljon die bekannten Tatsachen wurden eineparla-- mentarische Untersuchung reckst fertigen, die sowohl nn Interesse Küppers, üls der nationalen Ehre wegen notwendig sei. Die Reckrte könne die ganze zwar traft ihrer Majorität irrrta> drücken. Er hoffe aber, daß sie trotzdem- die ^matioe zur Unter- iudnmg ergreifen werde. , .

T« belgische Kammer nahm die verabsetzung der Dienstzeit der Infanterie von zwei Jahren nach dem 5a» Erafttreten des Gesetzes über die Leeresrewrm auf l5 Monate 98 gegen 27 Stimmen an. Die Dienstzeit der Kat^llerie wurde auf zwei Jahre herabgesetzt. Damit ijt die erste Lejung der Vorlage beendet. ___

Die f ranzösische Kammer- nahm am Donw-rs-tag bei der Beratung des Etats des Innern ben Attikel, betretend die aebehnnt Fonds, für deren Veibel-altung Mimsterprajident Lriand dieVertrauenssrage gestellt batte, mit 364 gegen 125 Stimmen an. Hieraus wurden alle Artikel des Etats bewilligt

Aus London wird gemeldet: Donnerstag abend wurde von der Liga gegen das O ber Haus eine lärmende Kund­gebung reranjtaltet. an der ungefähr 6000 Personm. darunter mci Gesindel, teilnahmen. Tie Leute zogen wich dem Varlamrnts- gebäude, roo 'fie einige Mitglieder des Oberhauses, die sumllig vorbei tarnen, anspfifsen. Tie Ruhestörer wurden von der Wnizei auseinander getrieben und auch der darauf von ihnen unternommene Versuch, die Kickte der das Parlam-entsgebäude dewachcnoLN Lchutz- leute pi durchbrechen, mißlang. .

Das s panis chc Kr iegsministerium erklärt, ui Me­lilla sei alles bereit, die Operationen wieder auf* zunehmen. Diese ständen unmittelbar bevor.

Die chiuesische Resieruns hat an die haaMWdtisctzL

Lin Uebersall auf russische Konfulu.

Bon persischen Nomaden abgegriffen wurden, nach einer Meldung desReuterschen Bureaus^ aus ^chiras die russischen Konsuln Pajsek und K-adlulowsky auf ber Reste nack; Buschir am Mittwoch abend zwiickxn Khanizimvan und Taschtarjin. Die Nomaden irr teil ben grössten Teil der Kara­wane mit sich fort. Ein russischer Kosak wurde bei dem Angrist getötet, ein russischer und zwei persische Äoiaten rourbat ver­wundet. Tie Konsuln sind nach KhanlKenvon zurückgekehrt.

Wir erhalten dazu weitere Meldungen:

Teheran, 25. Nvv. Ter lieber fall auf die Karawane der russisckstm ölonsuln Passe? und Kadlulowsko wurde von50 Rei­tern und 2 00 Mann zu Fuß des Kaschka istammes aus geführt. Die Begleitung der Konsuln, denen sich sechs persische HMidelskarawanen mit einigen persischen Soldaten angeschlossen hatten, waren zu schwach um dem heftigen Feuer der ans dem Hinterhalt schießenden Räuber W widerstclsen. Tie Karawane mußte preis gegeben und der Rückzug an­getreten werden. Außer den bereits gemeldeten Verlusten bei ber russischen Karawane, wurden bei den Handelskarawanen mehr als zehn Perser getötet. Die Karawanen wurden gänzlich aus geraubt. Mit Mühe gelang es den Konsuln, die beide unverletzt geblieben sind, das Archiv und die Kasse des Konsulats in Sicherheft zu bringen. Ter russische Gesandte machte der persischen ^Regierung die ernstesten Vor­stellungen und forderte sie auf, unverzüglich Maßnahmen zur Bestrafung der Räuber zu treffen; auch machte er die Regierung für alle Verluste verantwortlich und verlangte volle Ent­schädigung.. A.

Teheran, 25. dlov. Ter englische Konsul in Schi­ras hat sich gleich nack dem Empfang der Nachricht von dem Ueberfan auf die Karawane der russischen Konsuln m Begleitung eines Arztes und unter Bedeckung englisch-indischer Soldaten nach dem Ort des Hebers alles begeben.__

zu bereichern, nahmen auch die Abgg. Reinhart, Molthan und Dr. Winkler Stellung, und zeigten unter Hinweis auf das Treiben der englischen Suffragettes. wohin wir in Deutschland mit dieser Lösung der Frauenfrage kommen

Freitag 26. November 1909 vezugopre»»: rnonalluN7vPstvieriei- » m. *. jährlich Akt. 2.20; durch

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Chetredakteiir: A Doetz. sprech - Anschlüsse: N ® «erantrvortlid) für öen

ZW General-Anzeiger für Oberhefsen DM uuif Tage: Nummer Noiattonrdruck und Verlag der vrühl'fchen Unlv.-Vuch- «nd Lteiudruckerei B. Lange. Bedattion, Lrpedition und Druckerei: Zchulstratze 7. nzeigenteil: f>. Beck. H vormiltags 9 Uhr. «0n. ..

Mllchung.

1 Mvember'M listerei Stockh-usen.

Die Schliche auf dem Vulkan.

Auf die bekannte Rede des bulgarischen Ministerpräsi­denten bei der Erörterung über die bulgarische Thronrede haben die Türken in Sofia offenbar diplomatische Be­schwerden erhoben. Heute bat der bulgarische Gesandte wieder einmal eine beruhigende Erklärung abgegeben. Be­kanntlich lvar in der erwähnten Mikiisterrede etwas freimütig von der r^u erworbenen Unabhängigkeit Bulgariens ge­sprochen worden, und Rußland hatte eine offizielle Dankes- erklärung für seine Mitwirkung erl,alten. Inzw scheut wurde die freundsck)aftliche Annäherung Dul^aiiens unb -seib ens durch einen Besuch des Königs Ferdinand in Belgrad fort­gesetzt :

Belgrad, 25. Rov. Der König der Bulgaren traf nachmickaas hier ein und wurde vom König, dem Kron­prinzen, dem Minister des Auswärtigen und dem Personal der bulgariichen Gesandtschaft am Bah' Hof b gr.ißt Nach der Vorstellung der bcixrfcüigen G folge begaben sich die Könige auf Wunsch be? K nigs Fer inano nicht aui d reit'm Vene, wo die Gendarm rie anfgestellt war, sondern auf einem größeren Umwege nach dem Palais. Em zahlreiches Publikum begrüßte den Wnig Ferdinand leb^at

Belgrad, 25. Nov. Der König der Bulgaren ist heule abend wieder abgereist. Zur Verabschiedung waren am Bahnhofe der König, der Kronprinz, der Mimsterprasi- deni und der Minister des Aeußern anwesend, ^m Jauic des Nachmittags empfing König Ferdinand den M i n i st e r - Präsidenten in Audienz.

S0fia, 25. Nov. Die Regierung übergab dem türki­schen Gesandten eine genaue Uidersetzung des Steno­gramms ber die Türkei betreffenden Stelle aus der von dem Mnister des Aeußern Pavri^ow am 17. November tn der Sobranje gehaltenen Rede. .. ,

Konstan iinopel,25. Nov. Der bulgaris.a) e G e- sandte suchte heute den Minister des Aeußern auf und er­klärte, die bulgarische Regieruna lege Wert auf freundschaft­liche Beziehungen zwischen Bulgarien und der Türkei und bedauere, daß die Reden der Minister Malinow und Papri- kow in der Sobranje, welche bezweckten, die Beziehungen aufrichtiger zu gestalten, die gegenteilige Wirkung hervor­gerufen hätten. Zn den Kreisen der Pfotte wird der Zwischenfall als erledigt angesehen.__________________

redjtsöebaite mit alten möglich.« fernabttegenöenJungenIDeut)chlanb !-i d-n oesterre^ern tnsbeso^re ben - - - 1 Deutschen und sicherlich auch Dem großien ~ei'c uet

slawischen Bevölkerung ein Herzensbedürfnis und eine Not­wendigkeit zum Schutze der gegenseitigen Interessen. Das mächtige Deiftsche Reick) habe im letzten Winter Oester­reich die notwendige Stückendeckung geboten, für die dieses iwch Ifcute dankbar sei. Abg. Dr. Weidenhoffer lDrutsch-national) erklärte, die Wiener Vorgänge feien fpon- lane Kundgebungen der Bevölkerung der deutschen XKinmt gegen den von der allflawischen Propaganda ausgehenden Versuch, den deutschen Kern Der Monarchie zu durchsetzen. Mit der Verteidigung des Deutschtums in Niederosterreich würden die Grundlagen des Bestandes der Monarchie ver­teidigt. Ehoc empfahl, vor der Blenderung des gegen­wärtigen Regierungssystems die Waffen der Obstruktion nicht aus der Hand zu geben, 'jlbg. von K 0 tlar (böljmi» scher Agrarier, erklärte, daß das Streben, insbesondere der Deutschen Böhmens, immer deutlich dahin gehe, sich mit dem Deutschen Reiche zu einem Staatsganzen zu vereinigen. Der Alldeutsche Verband tn Deutsch» land stehe in enger Fühlung mit ihnen.

Danach wurde Die Verhandlung abgebrochen.

Sm österreichischen Abgeordnetenhaus gab es auch am gestrigen Donnerstag intereffante Streiflichter auf die An­lehnung Oesterreichs an Deutschland:

Wien, 25. Nov. Im Ab gev r d n ete n Haus erklärte m der weiteren Beratung der Dringlichkeftsanträge be- I treffend die nationalen Fragen der Abg. Niklas (christlich- aBUen "^'tWreTirbk gegenüber dem Lg. ffirama^W Sünbnig mit

Nack) dem allen SprichwortWas lange währt, wird , errt" müßte die Wahlrechtsvorlage, die in ihren verschie- bimen Wandlungen nun schon ein Jahrzehnt hindurch das stililisck)e Reperloir der hes ischen Volksvertretung beherricht, ß eLie ganz auserlesene ?7kusterarbeit sein. Daß sie dies aber iVtzdem nickst ist, wird jeder zugeben müssen, der die lang- ihrigen Verhandlungen über das direkte Wahlrecht und die Lellung und Haltung der einzelnen Parteien dazu mit Rainer Aufmerksamkeit verfolgt hat. Der Regieming, Die iiÄ schwierige Werk in diesem Jahre den Ständekammern

vierten und hoffentlich letzten .Male vorgelegt hat, mrd man aber für die keineswegs vollendete Geltaltung m Vorlage kaum einen Borwurf macken können, denn sie sich bei Dem leider zwischen beiden Ständekammern I »»rhandenen Antagonismus soweit als irgend möglich be­icht, ben Wünschen der Volksvertretung gerecht zu werden; lickleickst wäre sogar ein wenig mehr Festigkeit von dieser >nte in grundsätzlichen Dingen dem Zustandclommcn der 5 orlage dienlicher gewesen. Auch der Gesetzgebungsaus- ckuß, der die Vorlage in wesentlichen Punkten umgestaltete, r.iq sick) frei fühlen von Gewissensbissen: es i)t nicht seine schuld, wenn Der Entwurf nicht in einem G.wand erschienen vt Das eine glatte Annahme erleichtert hätte. Den Haupt- tdl dieser Schaild trägt vielmehr in erster Lime Die Zer- ri ifenfjeit und Zerfahrenheit uuferer ganzen Parteiverhalt- ti je, Die einer Verständigung über das direkte Wahlrecht hi.;her entgegengearbeitet hat.

Die Generaldebatte über die Wahlrechtsvorlage hat iim schon drei volle Sitzungstage hindurch Volksvertretung j unb Regierung in Atem gehalten, aber der Erfolg ist ein I isLrzlich minimaler und der bisherige Verlauf der Eror- herungen erscheint auch nicht besonders dazu angetan, das Illitsehen Der nun doch voraussichtlich letzten indirekt ge- I wählten Kammer zu erhöhen. Der erste Tag der Beratung I batte noch den kurzen, einleitenden Sätzen des staats- IMinisters und seiner Hoffnung auf endliches G'lmgen des Ikieformwerkes eine fachliche Berichterstattung des Ausschuß- M-richterstatters v. Brentano gebracht, der sehr richtig liacauf hinwies, daß zum Gesetzemachen und Derfassungs- Icbinbem in Hessen Drei Faktoren gehören und es deshalb Iinklug fei, gegen den einen dieser drei mit scharfen Worten Itmutampfcn, refp. sich selbst als den allem berechtigten Woktor hinzustellen, wie dies nodi bei jeder Wahlrechtser- eclerung von radikaler Seite geschah. Auch sein Wider- flpTud) gegen die Presse, die die Tinge aus einfeiriaem Partei- ff iiikeresie in einem schiefen Licht darftellte, und die offen 4 unb ehrlich für das direkte Wahlrecht gesonnenen Parteien r burd1 niedrige Verdrehung ber Tatsachen im zu ver- bnchtigen sich bestrebte, war sehr am Platze, ^ym An,chlutz : ar an gab der Vater des bekannten Kompromißantrages, jet neue Oberbürgermeister Dr. Glässing, etn Referat ! ißer die verfassungsrechtlichen Schwierigkeiten der Sache, in.? durch die gegenseitige Verständigung der Auchchusse be­heben wurden und dann sprach sowohl ein sozial- )«nokvatischer Redner, wie ein Bauernbündler neben man- 4 rrlei kritischen Ausstellungen doch die bestimmte Hoffnung tj5, daß diesmal unter allen Umständen eine brauchbare Mage verabschiedet werden möge

Der zweite Tag hat leider nicht gehalten, was der Erlauf des ersten erhoffen ließ. Es war Herr Ulrich, Dm nach Dr. Davids Verabschiedung von Hessen un­umschränkte Herrscher allerZielbewußten", der dte bis tat)in sachlich'verlaufene Debatte auf em Yeferes Niveau h-rabdrückte. Der in eine ganz ungewöhnliche Ekstase ge­ratene Redner sprach von einemWechselbalg", derm Den Lcrkus fliegen" müsse und brachte nach grofien UebertrcP bringen und Invektiven gegen den Staatsminister ein ganzem Ainoel von Fragen in Die Debatte hinein, Die mit der Wahl- r«chtsfrage auch nicht im Entferntesten zusammenhangen. Taß er dabei auch eine Flut von Schmähungen und Berdach- tchungen über Die bürgerlichen Parteien ergehen ließ, war hm anders zu erwarten. Mit Recht roiefcn die beiden sagenden Redner, die Abgg. Reinhart^und Dr- Osann in Eitrüstung die Beschuldigungen^ zuruck, ^er lGtere: Ue^, !L) auch die Mühe nicht verdrießen, dieollen Kamellen , b-:e Herr Ulrich alljährlich wieder m der Kannner anpu- tärmen pflegt, mit wirkungsvoller scharfe in die richtige Beleuchtung zu setzen, eelyr wohltuend mutzte dann jitbem Kihörer in der Dritten ©ifjung Die gi- üteffenc sachliche Ermahnung berühren, die Abg. Gr. Gut fleisch zugunsten Der Vorlage an die Parteien achtete, nachdem schon am Tage Dorf)er fein Partei,reun^ Lg. Reh Die Bereitwilligkeit zur Mitarbeit bekundet hatte Ter alte freisinnige Parlamentarier bemerkte, datzer doch aid) noch gern die Einführung des direkten Wahlrechll, h Hessen erleben möchte und betonte, daß es l^den lla- ' rioten mit ernster Trauer erfüllen mußte, wenn d«rs direkte I Dahlrech! auch diesmal wieder zum Scheitern gebracht w.r- ' den würde. Er loies dann näher darauf hin, datz die letzige

Vorlage in der den Art. 67 und 75 vom Ausschutz gegebene Fassung die geeignete Grundlage für eine allseitige .-8er* j (tinbigung bilde und sprach seine Freude darüber auy, daß frtr inzwischen belanntgegebene na iona.liberale Ju rag^u j Herabsetzung der Staatsangehörig leit von ck aut i ^ayr flad) hinsichtlich der Kautelen die Aussicht 7>^^^digung eröffnet habe; eine solche werde voraussichtlich auch die Zustimmung der Ersten Kammer finden da schon bei Der früheren Wahlrechtsberatung ein einflußreiches Mitglied, W v. Heyl- sich im Interesse der Arbeuerschaft gegen die lunge Karenzzeit ausgesprochen habe. Trifst dresc^ letztere Eermurung zu, so wird voraussichtlich auch bie

yren bisherigen scharfen Widerspruch gegen die Herao- sttzuna Der Wartezeit im Interesse Der möglichst einmütigen Kerabschiedung der Vorlage fallen lassen. 6^gen das Be- »mhen de? <o&iaü)f " «»*«1**-^« hie Waül.

Der ReichStagSabg. Köhler-Langsdorf begibt 'ich, wie er unS mitteiit, am Abend des 29. November zur Teilnahme an den Sitzungen des Reichstages nach Berlin. Zuschriften an ihn bittet man an seine Adresse: Berlin NW 7, ReichStagSgebäude, zu richten, nicht an feine Privatwohnung, die sich in Berlin SW 47, P0rk- straße Nr. 89 (drittes Gartenhaus) befindet. Die erste Plenarsitzung des Reichstages sindet bekanntlich am 30. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr, statt.

Deutsches Nerch.

Der Kaiser begab, sich am Donnerstag nachmittag in Begleitung des Fürsten Henckel von Donnersmarck von Schloß Neudeck nach dem Bahnhofe in Radzwnkau. Nach herzlicher V-erabschiedung von dem Fürsten fuhr Der Kaiser gegen 3 Uhr im Sonderzua nach Pleß. Dort lief Der miserliche Sonderzug um 4% Uhr ein. Zum Empfangs am Bahnhof waren anwesend der Fürst von Pleß, ferner Der Landrat des Kreises Pleß und der Oberbürgermeister. Auf dem Wege zum Schloß bildeten die Feuerwehr mtt brennenden Fackeln, sowie Krieger -und Turnvereine und Schulen Spalier. Das zahlreich zusammengestromte Publikum bereitete dem Kaiser lebhafte Ovattonen.

PrinzHeinrichvon Preußen ist am Donnerstag nachmittag nach Iglo in Ungarn ab gereist - Prin­zessin Heinvi.ch t|on Preußen lvird Freitag nach Kiel zu- rüd k e hren.