Ausgabe 
30.9.1909 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. SS»

Erscheint ISgllch mit Ausnahme des Sonntags.

chronik.

gemeinfamen Wahlagitation v. (Verlad)

Apolitische Tagesschau.

AuS dem Wahlkreise Marburq-Kirchhaio.

Die»ietzeaer Lamiliendlätter" werden dem ,Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das KfdsWatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschasllichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion. Expedition und Druckerei: 8chul- ftraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:112. Tett-AdruAnzergerGießen.

itobittj vberhefseu.

2- Gießen, 29.

'Nauheim Halle entgegn' its für Bad-Nauheim tia ans errietet, ohne die c den. Ein nachttäglich ü< lrde vom Minislerium M l genehmigt. Pscjicr lefc m cmhallcndcn A-vn- jt )trg erließ veshalb Aip egeven wurde, das föibctt Igle der Anwalt van M

Aus Antrag des AnnM ihm Gelegenheit zu gckt

hnhoss Bad-Nauhrii in Gemarkung Bad-Nee^r che AbtreMg nicht tvilliM ntsnrt a. M. stellte den b i) zu erklären und libaj

Tie Bettrcter der zu fc Verhandlung freiwillig * f) über bic Lohe der fr iviM <£\W- soll, ct grmcinschaitlitzüs der-Iiosbach würbe affin »ertöntet, daß bet r sowie der Nciurs der tt Entscheidung des top nt 12. April 190 t als o

Belastung der veiden w ge­

einigt sind. An diesen Ausstellungen ivird sich auch Griechenland offiziell in beruorraqenbem Alaße beteiligen. Tie Regierung Griechenlands hat 100 000 Frcs. dafür bewilligt und ein Komitee gebildet, das unter dem Vorsitz des früheren Präsidenten der griechischer, Kammer, Bassia, siebt. Geplant sind u. a. die Aus-- ftellnng einer Sannnhmg von Gipsen der wichtigsten Gfulpturen Griechenlands, feiner von vielen Photographien und archäologisch und historisch ivichtigen Denkmälern, und eine retrospektive Aus­stellung der Stadt Athen von Kupferstichen und Bildnissen der byzantinischen Kaiser.

Neue Schirmmoden. Obgleich num den Regenschirm in diesem Jahre überhaupt nicht allzuviel aus der Hand legen konnte, bringt doch der Herbst erst eine eigentlich neue Mode in Regeiischirmeil, während man im Sommer dem Sonnenschirm! die größte Aufmerksamkeit angedeihen ließ. Tie Modelle für die kommende Saison sind größer und schwerer als gewöhnlich. Ter Geschmack der Französin, die einen itcrfn soliden Schirm liebt, hat sich hier durchgeseßt- Auch die Hcrndgrisse sind größer geworden und erhalten einen besonders reichen Schmuck. Früher waren braun, schwarz und ein undurchsichtiges Grün die einzigen Farben, die man zu dem Regendach des Schirms verwendete. Diesmal haben sich viel lebendigere, frischere Farben eingestellt. So soll die graue Düsternis des winterlichen Straßenbildes durch hellgrüne, stahlblaue, tasianien'oraune und purpurne Färbungen der Schirm, angenehm unterbrochen werden. Es werden sogar in Paris für die Schirmfutterale sehr seine Seidenstosse mit ein- getoebten Mustern verwendet, die den an und für sich sckwn hohen Preis noch wesentlich verteuern. Für die Griffe benutzt man lzauvLsächkch bunte Steine, wie sie in manchen Gegenden Italiens irnd der Schweiz gefunden werden, meist in Form Don Kugeln, deren Farbenton mit der Farbe des Schirmstoms harmonieren muß. In goldenen ober silbernen Fassungen sehen diese leuch­tenden Steine sehr sck-on aus. Zur Zierde des (Griffes dient ein bunter Schmetterling auf einem Zweig, aus derselben Stein­art versertigt wie die Kugel. Taneben cridjeinen geschnitzte Griffe in Apfel- und Orangenform; wer Geschmack daran findet, kann auch 'beim täglichen Ausgang den grotesk gefckmitzten Kopf eines Negers in die Hand nehmen. Die große Schirmkrücke zeigt sich in dieser Saison weniger häufig an eleganten Schirmen. Wo sie erscheint, hat sie silberne und goldene Beschläge und enthält nicht selten Ucberrafdnmgen, so z. B. ein Geheimfach für einen Bleistift, dessen die eifrige Bridgespielerin bedarf, oder für ine Uhr oder die Geldbörse. Beliebt sind die Schirm-Armbänder, die aus Seide ober aus einem silbernen Ring bestehen, über bat Arm gestreift werden und so die Gesahr verringern, den kostbaren Gegenstand ;u verlieren. Gegen Verlust sollen auch 'die silbernen Schilder oder Beschläge schützen, die Namen und Wohnung der Besitzerin anzeigen.

Westfalen zu einer Einheit zufammengeschweißt habe. Be- sagt fcc'- Redner dem Oberpräsidenten der Provinz, dessen Namensvetter, womöglich sogar ein Ver­wandter, zu den ältesten Mitgliedern des Zentraloorstandes gehöre. Er dankt ferner dem Evangelisten Oberkirchenral Berlin, der jetzt auch mit materiellen Unterstützungen die Sache des Gustav Adolf-VereinS fördere. Zum Schluß überbrachte noch Pastor S ch a r s chm i d t - Thcmng (Böhm.) die Grüße der Evangelischen Oesterreichs.

Die zweite nichtöffentliche Versammlung der Abgeord­neten befaßte sich zunächst mit der Wahl von acht Mit­gliedern des Zentralvorstandes. Die drei ausscheidenden Leipziger Mitglieder, Geh. Kirckenrat Pank, Oberbürger­meister Georgi und Exz. Freiesleben wurden einstimmig wiedergewählt. Neugewählt wurden Universitäts-Professor D. Benrath (Königsberg, für Ostpreußen, iCberfrirdjcnrat D. Haase (Wien) für Oesterreich, Kaufmann Kuhlenkampff (Bremen) für die Hansastädte, Generalsuperintendent D.

* % b«.

^ept ß.;

,0[|*g, olän *'»

n,an9§ gat

\ mit 3trnh k *mtis $a[[i *

, 8o6nC£ P Sntttet ' Badehäuß. '»30. Septembet * t ,0'ä! »»' 1. OIL* « in nii

b° bd--> ZtiermaliS ®*»; WinA ^ttmaliptubeibäbn M iQlbäber von Ouellc VH J Quelle VII und Xis Jiotb: Sprudelbäder v« "°rd: cpnibelbätc bleibt bis 15. Oft. tägti rinfftunben am ftut. tol n 8 Uhr voriniltags bi! Gradierwerks am Bade. !nds eingeftellL

Stillstand in der russischen Politik.

Ter bekannte Mitarbeiter derKreuzztg.", Prof. Dr. Schie- nann, ein guter Kenner namentlich der russischen und orien- Mchcn Verhältnisse, wirft in derKreuzztg." einige imeressante Streiflichter auf die russische Politik, die seiner Ansicht nach noch immer, sowohl nach innen wie nach außen, mit großen Schmierig­keiten zu kämpfen hat. Im Innern hat man wegen der verworre- ien Lage und finanziellen Verschuldung für eine vordringend.' Tendenz in Asien nur wenig Verständnis, und zudem liegen bk Dinge für Rußland dort auch keineswegs günstig. Schiemann schreibt unter anderem:

Darüber kann kein Zweifel sein, daß die jüngste russische Politik in Persien in Rußland Wüt unpopulär ist. Die Blätter aller Färbungen von derNowoje Wremja" bis zurSemscb lichina" stimmen in diesem Punkte überein. Persien ist aber der einzige Punkt an der asiatischen Grenze, an welchem eine Mische Politik heute überhaupt gestattet ist Überall sonst lautet das Gebot: stille stehen. Ob das freilich sich lange wird behaupten lassen, ist zweifelhaft. Es liegen Anzeichen vor, die darauf Hinweisen, daß Rußland in der Mongolei Beziehungen cnknüpft, die weiter führen und mit der Zeit einen Ersatz für die in der Mandschurei erlittenen Verluste bieten können. Da­gegen sieht man mit steigender Sorge auf das Vordringen des chinesischen Elements in das russische Amur gebiet. Es scheint allerdings einen elementaren Eharakter zu tragen.

Das Vordringen der Chinesen in das Amurgebiet, schreibt ein Korrespondent derNowoje Wremja'", hat dahin geführt, daß der gesamte Dorfhandel sich schon in Händen der Chinesen befindet. Darüber klagt einftimmig die gesamte Lokalprefie. Alle Einwohner, Lehrer, Commercianten, Bauern, Popen sind zum traurigen Schluß gekommen, daß der Kampf mit den Chinesen völlig unmöglich sei. Sie erdrücken,mühelos alle Konkurrenten, die mittleren und kleinen russischen Händler haben bereits alle Lust verloren, ihnen zu widerstehen/' Fn uic Städte bringen sie als Dienstboten und Handwerker rin, auch bort wibersteht ihnen keine Konkurrenz: die Russen sehen nut Sorgen der Zeit entgegen, wo auf diesem Boden einGelb- Rußland" erwachsen könnte. Auch da also gibt es große Auf­gaben zu lösen und mit dem Bau der Amnrbahn, der mit großer Energie betrieben wird, hat Rußland bereits eine der wid)ttgsten, freilich and) der kostspieligsten, in Angriff genommen. Audi laßt sich nicht verkennen, baß die japanische Na ch b a r f ch a f t in her Mandschurei Sorgen erregt; es ist nicht wahr>chcuuw), ^ 3aban sich auf lange hinaus mit dem bcgrtügcn wird, was heute in feinen Händen ist, und man fragt sich in den Streifen der nissischen Politiker, ob ihre weitere Ausdehnung auf Koften Chinas oder Rußlands flattfinbcn werde. Denn trotz aller gegenteiligen offiziellen Darlegungen ist bas Mißtrauen gegen ^apan m Rutz 'and außerordentlich lebendig. Auch geschieht was irgend möglich 1t, um rechtzeitig die eigene Stellung zu stärken und den nwg- lichen Gegner bei guter Laune zu erhalten.

kleines LeuiUeton.

Ein neues Bühnenwerk B rnsons. gvotz Ereignis des Tages in Christiania ist das eben erschienene Buhmn tierf Biörnsttrne BjörnsonsWenn, der neue.WeiN blüht , das auch insofern eine große Ueberrafchung bildet, als der ^icpt, , , rin hoher- Si ebzigcr. mit erstaunlicher I"acndfrifche gewiffe An 'chammgeii unserer Zeit behandelt und sich dabei zum ^.olm . 1 der modernen jungen Damenwelt macht Die Handlung begrnnl, wie wir einem Brief an dieVoss. ßtg. ^^oh'-reu, mtt sehr helleren Szene. Propst Hall, ein etttxt 50 fahriger Witwer, itnrb bor dem Hause seines Schrcwgers Armk, den er besuchen will, von einem Haufen junger Mädchen m ^n k'ner

mit ihm ein Hühnchen zu pflücken gedenken, weil _er inh letzten Predigt die Gedanken des Apostels Paulus über du Ehe m Grunde (egte, wonach die Frau dem Pimnie i-ntertanig fein ,o . Aber diese Mädchen sind moderne Kinder, die nichts von An octung wissen wollen, sondern Gegenseitigkeit nnd freien ^ii f/1 'ordern. Die erbaulichen Auseinanderfetzungen enden. ^nnt,ra> me jungen Damen dem Propst iurufen. .utid

0stüße Paulus und sage ihm, dag es rntt der Utttertanigkeit zurua geht, bau aber die Wett nichtsdestoweniger

Daß der Propst leine Ansichten nicht mit größerer Lcharse » St L

nmgftt Tochter seines Schwagers Arvik, vUem brnndet, in d - 2, verliebt ist. Seine spätere Verheiratuiignnt dem Mädck'-n hat dem Lnsfiviel den Titel gegeben Wenn blüht, gärt der alte. Noch mehr aber als d^ wm PiomlsE sehr weltlich geformte Propst steht das ^rmkfche EheUar ^^nauet Frau Arvik im Vordergrund der Vant?ttmtz ä> -rruorben »rau, di- durch ihr- g-schLjtl »- MÄTÄ hat- Fni übrigen lebt fie aber blvtz t(fre

io vielen i-eurigen Müttern, dünkt es au-^r^rau a.s der Gipfel puntt irdischen Glückes, daß dn, ^acht^^ -[rrcin ftne möglich Bekanntschaften machen unb verlobt

, tonm ist fie entfrentixt. Sie W» nSS. ich Bnnmt t ;!,rer Töchter bringen lauen. Hw - rnrF' .jlb ' ii Arvik als in ganz überflüssiges Lttick Inventar hat s^n

er ist keineswegs gefonneu, auf Liebe zu

Ü Auge auf Alvilda, die Tochter des &e fSa?

verabreden eine Reife nach London, di. Trvik fei - -

langst versprochen hat. Vorläufig reift sie Pkdoch allem^

m stvifckfeii kommt es IN der Armfichen sfanntte, m der 1^. i)_)n j erst vor fünf Monattn verhelratett, aber s^ -en |hrem Maiui getrennte Tollster em findet, ^n ,-5?; >fTlienl

Ahnung. ArSik hört, daß Fnau und To^er hmt^ stmem fl Neu alles das getan haben, was chmzuwider fpnnnt

M £5 »aus, angeblich um wegzEifen gcharidett

fron ?lrvik zu der Ueberzeugung, daß sie mcht g, . Nst' UM) da sie die Gevichte Norlieftt lne chr- s« ourutigam an sie gerichSel, meinen alle um Ine

terüehcn. ----

Achrichten*

Lktooer

Folge hatten, brackste es die natürliche Entwicklung der Dinge mit sich, daß in diesen katholischen Gebietsteilen sehr bald kleine und kleinste evangelische Gemeinden sicli bildeten, die aus verschiedenen Ursachen heraus nicht selbst imstande waren, sich ihr kirchliches evangelisches Leben für die Zukunst zu schaffen, und auä) der Staat war lange Zeit hiudurd', außerstande, ihnen zu Helsen. Und da muß es mit herzlicher Dankbarkeit aneriännt werden, daß es der Gustav Adols^Berein war, der ihnen unter die Arme griff. Aber Westfalen ist nur ein Blatt in dem großen Ruhmeskrcmze, den er sich in seiner langjährigen Tätigkeit erworben hat. Zn allen Gegenden des deutschen Vater­landes und weit darüber hinaus sind die Spuren seiner segensreichen Arbeit eingcgraben. Wir staunen und freuen uns, wenn wir auf dieses Wirken zurückblicken.

Hierauf begrüßt Generalsuperintendent Zöllner- Münster die Tagung namens des Westfälischen H-auptvereins der Gustav Adolf-Stiftung. Auch er hob hervor, im Lande Westfalen, als dem Lande der Gegensätze und der harten

haupwersammlung öes evangelischen Gustav Adolf Vereins.

S. u. H. Bielefeld, 29. Sept.

Die Begrüßungsversammlung auf dem Zohan- nisberge war von über 4000 Personen besucht, so baß eine Parallelversammlung abgehalten werden mußte. Als Re­gierungsvertreter sagte Oberregierungsrat Kirch- n er -Münster bei der Begrüßung u. a. etwa folgendes:

Die Verhältnisse in Westfalen liegen ganz besonders eigenartig. Ms im vorigen Jahr­hundert große politische Umwälzungen die Angliederung oroßer fatboiifdjer Gebiete an die Provinz Westfalen zur

tanden.

Um 4 Uhr nachmittags trat dann rn den Festsalen des Johannisberges die erste öffentliche Hauptver a m m l u n g unter Beteiligung von über 5000 Personen zusammen. Der Vorsitzende des Jentralvorstandes, Super­intendent D. Hartung, hielt eine programmatische An­sprache. Der Verein habe mit zwei Gedanken zu rechnen: mit dem nationalen und dem sozialen. Der Gustav Adolf Verein strecke seine Bruderhand den verschiedensten Nationen entgegen.So ist es erklärlich, daß man in Ungarn, wo man früher gern daraufhin anKusehcu beliebte, ob er Politik treibe, jetzt seitens der Reformierten strirche zu dem Verein eine Stellung entnimmt, von der wir hoffen, daß fie viel gutes mit fick bringen wird.

Auf, dem Katholikentag in Breslau soll ein Pater Lev eine Rede in der oft gehörten Weise gehalten haben; ihren Wortlaut haben wir aber selbst in katholischen Blättern nicht finden tonnen, daher haben wir um so weniger Veranlassung, uns damit zu besll)äfrigen. Aber die Auslassungen in einem Artikel derWlgemeinen Rundschau" können' wir unS mcht gefallen lassen. Dort hieß es, auf Grund eines Kgl. Erlasies (also offenbar auf Preußen gemünzt) werde von den Mitgliedern der prote­stantischen Landeskirche V*°/° der Einkommensteuer für kirch­liche Fürforge der Evangelischen im Auslände verlangt, es würden also die in Frage kommenden 230 000 Mark da^u benutzt, um die protestantifchc Propaganda in Ocsterreick zu unterstützen. (Unruhe.) Es find das die 230 000 Mark, die der Evangelische Oberkirchenrat in dankenswerter Weise für die Evangelischen jenseits der Weltmeere bestimmt hat, nach Oesterreich geht davon gewiß nicht ein Heller. (Sehr richtig und Beifall., Wir protestieren mit aller Ent­schiedenheit und voll Unwillen dagegen, daß man die pflicht- mäßige Fürforge einer deutschen LandeskirHe, für die ganz Deutschland und nicht allein die Evanaelischen dankbar sein sollten, zum Besten der Glaubensgenossen jenseits der Meere als eine protestantische Propaganda bezeichnet wird. Wir stehen mit vollem Herzen auf dem Grunde des Friedens, obwohl auch wir Zusaüanträge hätten in bezug auf Friedhöfe ujib Mischehen. In ersterem Punkte hat man ja mmrches gehört, daß man hier und da toleranter ge­worden ist. solche Geschichten von katholischer Friedfertig-- feit gehen bei uns auch durch die allerkonfessionellften Blätter und werden gern weiterverbreitet, ein Zeugnis dafür, daß, wenn auch nur irgendeine Friedenshand sich uns entgegenstreckt, wir jederzeit gern bereit sind, unsere beiden 57äude hineinzulegen. (lebhafter Beifall.) Uno wir wollen nicht bloß einen > westfälischen F-rieden, nid)t nur eine pax Westfalica, sondern eine porta Westfalica Ta stemmen fick) dem Wejcrstromc die Berge und Felsen ent­gegen uno er dringt doch hindurch, auf den die Großen unseres Volkes herniederblicken: Wittekind und Hermann der Cherusker, der große Kursürst, der große Kaiser und der große Kanzler. Der Gustav Adolf^Verein

st ort den konfessionellen Frieden nicht (stürmischer Beifall), im Gegenteil.

Hierauf erstattete der Generalsekretär des Vereins Pastor Braunschweig (Leipzig) den Geschäftsbericht.

ist aber nicht abgereift. Er erscheint plötzlich wieder im Hause, nx> er mit offenen Armen empfangen wird, und einen besonders drasttfchen Ausoruck erhält die im ArviIschen Haufe herrschende Freude dadurch, daß bas Gesinde, mährend sich das Ehepaar in den Armen liegt, das Bett der Frau Arvik voruberfchleppt, um es wieder auf den allen 'Platz zu bringen . . .

Archangelsk, 29. Sept. Die von bom Gouverneur Sos- irowsky nach Nowaja und Semlja entfanbte Expedition ist Herber zurückgekehrt. Tic Expedition erfvrfchte eine zweihundert Werst lange Strecke der Ostküsie der Insel von Sukho 'N o ß bis zur Llbmiralitätsbalbinfel.. Dabei wurde ein? beaueme, nur dreißig Werst lange Durchfahrt zwischen der .Vrieuzbucht an dem Barcnts See und dem Karischen Meer eMdeckt. An der Kreuz­bucht ist auf ein SteinLchlenlager gestoßen worden. Die Bucht würbe zur Begründung einer Fischerkolonic in Aussicht genommen.

_ D i e r ö m t f ch e Jubiläums-Ausstellung 1911. Weitschauende, das ganze Gebiet der Kunst umsasfende Pläne sollen bei der großen Ausstellung verwirklickn werden, die im Jahre 1911 bei dem Jubiläum des Königreichs Italien siattfinden wirb. Ter Präsident des Festkonnlees, Conte di San Aiartmo, hat vor einiger 4eil in dem großen Saal des Senatorenpalasies das Programm dieser Jubiläums-Ausstellung entwickelt, in dem besonders- die kunülenschcn Beransioltnngen das hödiltc Interesse beam'vruchen. (ylu weitläufiges Gebäude, das sich auf de:n Terrain zwischen der Billa Borghese u,id dem Alnseo di Papa Gintto erheben soll, ifi bereits im Bau begriffen, wie in dem von Tr. Georg Biermann perausgegebenen Cicerone berichtet wird. Ties Gebäude, in hem die große internationale K u. n st ausste 11 ung unter gebracht werden wird, soll nach den Plänen des Architekten Bazzani aus gutem Material pergesicllt und auch sväierhui erhalten bleiben. An diese» Xiunftvcilafl ivird sich eine Ausstellung von kleinen Däusern anschließen, in der am dem Gelände der ehemalige» Piazza d'Armi',» de» Prati tn Castello Lnrusbaute», Alletsbaitte» und Arbeilshäiiier vorgeführl werde». I» gewaltigen Time»- sioileil ist auch der Plan der archöologischen A»ssiellung an­gelegt, in der man zeigen will, was Die ehemalige» Pro- vinren des römische» Reiches a» Mon»mentalbauien noch ouiweisen. 'Es soll so die cmfuge Größe des Jiiterinm Ro- maiium in Abgüssen ober Abbildungen deullich vor Augen qeiiihrt werde». Tiese Ausstellung wird in de» Tioklet,a»s° therme» sialtfinden, .die durch Parlamenlsbeschluß- isoliert und vo» moderne» Einbaute» befreit werbe» solle». Im Zusammen- dang mu dieser Vorführung allromischer Größe ivird im Caskel San Angelo die Topographie des allen Roms in Zeichnungen, Kupferstichen und Photographien dargesiellk. In drei weiteren Spezialausstellungen wird tue Kunst des Mittelalters, der Re- naifiance und des 16. Jahrhundens zusammenge'aßl sein. Tas jetzige Kunflausstellunqsgebäude in der via Nazionale wird eure rclroiveftive italienische Kunstausstellung auinehmen, in der Maleret, Bildhauerei und Archuettur der letzten 50 Jahre ver­

arbeit, habe sich das Liebeswerk des Vereins ganz be­sonders segensreich erwiesen. Er begrüße ben Gustav Adolf- Verein als den treuen Eckhardt der evangelischen Kirche, als den mächtigen Mahner evangelischer Einheit int deut­schen Volk. (Lebhafter Beifall.) Die Grüße des Evan­gelischen Landesfonsistorinms für Westfalen überbrachte dessen Präsident Syd o w, der ebenfalls den herzlichen Tank der Westfalen für die ihnen geleistete Gustav Adols-Hilse aussprach. Wirtl. Oberkonsistorialrat D. Koch- Berlin sprach für ben Evangelischen Oberkirchenrat, Konsistorial- präsibent Dr. C h aly b a e us-Hannover für ben deutsch- evangelischen Kirchenansschnß. Für alle diese Begrüßungs­ansprachen dankte in längerer, beifällig aufgenommener Rede der Vorsitzende Superintendent Dr. D. Hartung- Leipzig. In Bielefeld beständen nicht weniger als dreiGustav-Adolf-Frauenvereine.

Das zeige, wie groß das Interesse an dem Verein gerade hier sei. Redner gedenkt ebenfalls der segensreick;en Arbeit des großen Kurfürsten zu gunsten der evangelischen Westfalen und hebt hervor, daß der preußische Staat erst Einheit zusammengeschweißt habe. Be- ber Rconer dem Oberpräsidenten der

Notiebehm (Breslau) für Schlesien und Oberkonsistorialrat v. Römer (Stuttgart) für Württemberg, lieber Richtlinien für die

Arbeit der weiblichen Diakonre in der deutschen evangelischen Diafpora des Auslandes sprack hierauf ^neraisuperintendenl Zöllner (Münsttr in Wests.) Tie Arbeit der roetbridyen Diakonie in der Diaspora des .iitslandes fordert unumgängltck), Mutter­haus in der Heimat, das war das Ziel der ^kusführungen des Redners, die anteiligem, lebhaftem Interesse begeg neten. Ein solches Mutterhaus ist durch die Bemühungen des Redners vor einem halben Jahre in Münster ent-

bis)?« W"', i>»

i: M g-«° nttiiit crtranttir--

in einem hlP'tn- starb. Trei Msonen 'n Lebensgefahr.

ile, D0" würben, MM

Der Abg. Tr. Böhme scheint den Kampf mit seinen Gegnern, btt ihm den ^efchstagssttz zu nehmen gedenken, kräfttg aufnehmen tu ivfl'T 'JJlan fdjreibt, uns aus Marburg

* Marburg, 29. <sept. Der Vertreter unfercs Wahlkreis-.-^, Dr. D hm c, denkt gar nicht daran feinen Wai>l freis für das rrächstenral aufzugeben oder gar fein jjtanbat mederzulegen. Wie jetzt bcfarait ist, hat er bereits am Sonntag, als der Bund der Landwirte über den Abtrünnigen in töTb? su Gericht faß, sich in seiner Hochbur; Erxdorf im Streife VrÄhain, wo man ihn einstimmig gewählt hatte, ein Vei'ttauens rot um aus stellen lassen. Da auch, wie dem ersten Bericht nod) biHMigefügt sei, in Cölbe beschlossen wurde, den Wahlvorstaud zu 'tfudm. tunlichst bald Schritte bei ben Konservativen, T?uttch Sosüilm. Zentrum und Christlich-Sozialen zwecks Sorgelreiis gegen Dr. Böhme zu tun, dürfte die talb kräftig ein fetzen, umsomehr, als auch Herr bereits eifrig am Werk ist.

! -«*1

»es So b«

(l"bnb

Zweites Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 30. September 1909

jA -y zv AA AA ? A AA. Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen

General-Anzeiger für Oberhefjen