Ausgabe 
27.10.1909 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger für Sberhesien

Die Ermordung des IHarquis 3to und ihre

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werden, daß auch bei den übrigen Bundesstaaten auf Erlaß

strengerer Quarantanevorschriften hingeivirkt wird.

Stelle erhalten, wo das

Rotanonftümcf und Verlag der 8r üblichen UnwecfuätS Buch- und SiembrudereL 8L Lange, Gießen.

Dievtetzener ZamMevdlätter" werden dem .Anzeiger' otcrmal wöchenitrch be,gelegt, daS Krdsblati für den Krtb Sieben" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschastlichrn Seit* flogen erscheinen monaltich zweimal.

Redaktion. Sroebthon und Druckerei: Schul* straße 7. Eroedinon und Verlag 5L Redaktion:«-^ 112. Tel.-Adr^AnzeigerGleßen.

Stafct und Lund.

Gießen, 27. Oktober 1909.

Land Wirtschaftskammer. In der Vor­standssitzung der Kammer am Montag faßte der Vorstand über einige interne Angelegenheiten der Landwirtschafts­kammer Beschlüsse. Uneinbringliche Umlagen von 1907 und 1908 wurden niedergeschlagen. Ter Vorstand sprach sich weiter gegen eine Eingabe der Viehhändler, welche die Erleichterung derQuarantänevorschriften gegen Schweineseuche und Schweinepest bezwecken soll, aus.

Loiitiscke Tagesschau.

Das ®roi bhcfabfommen in Bad'n.

Die Einigung in Baden ist fcfjrr schnell vollzogen worden. Die Nationalliberalen werden bafür, daß sie in 6 Wahl­kreisen mit dem Block für die Sozialdemokraten eintreten, in 12 Wahlkreisen die Unterstützung der Sozialdemokraten erhalten. Außerdem werden die Linksliberalen noch in 6 anderen Wahlkreisen für die Nationalliberalen stimmen, wogegen die Na.ionalliberalen in 6 Bezirken für den Links­liberalismus eintreten werden. Ferner erhalt die Linke in 6 Wahlkreisen sozialdemokratische Hilfe. In den ver­bleibenden 11 Wahlkreisen, in denen sich Kandidaten der vereinigten Liberalen und Sozialdemokraten gegenüber testen, wird der Wahlkampf durchgeführt werden.

Das Zentrum wird also den kürzeren ziehen. Das Bündnis mit der Sozialdemokratie wird damit gerecht­fertigt werden, daß ine Sozialdemokratie doppelt so viel gibt, r sie erhält. Trotzdem die amtlicheKarlsruher Ztg." einer antisozialdemokratischen Koalition riet, ist der G. block der Linken zustande gekommen. Für die Nationalliberalen kam in Betracht, daß sie in weit mehr Stichwahlen gegen das Zentrum als gegen die Sozial­demokratie stunden.

Einewichtige" Geschichte.

Der Berliner ,Lok.-Anz." berichtet folgendes erschüttern-

Berlin, 26. Okt. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

Tie Nachricht über die Ermordung des Fürsten Ito wird in Deutschland mit tiefstem Bedauern ausgenommen. Unter den zeitgenössischen Staatsmännern in Japan war Ito wohl der bedeutendste. Seine außergewöhnliche Persönlichkeit und po­litischen Leistungen sanden auch bei uns viele Bewunderung. In der japanischen Geschichte wird seine Stellung durch die hohen Verdienste bezeichnet, die er bei der Ueberleilung Japans in eine moderne Staatsreform und um die Siclzerung der wei­teren Fortschritte seines Landes in der neuen Bahn erworben hat. Wir drücken der Regierung in Tokio und dem japanischen Volke unsere herzliche Teilnahme aus an dem Verlust des großen Patrioten und Staatsmannes.

Die bestrittene Lionardo-Büste. Direktor Bode erwarb kürzlich für das Kaiser-Friedrich-Museum in London eine Wachsbüste, die er für ein Werk Lionardos da Vinci erklärte. Da Werke dieses genialen Meisters sehr feiten sind, entstand eine begreifliche Verwunderung darüber, daß ein neuer Lionardo über­haupt entdeckt iverden konnte. Ein englischer Auktionator behauptet nun aber in Zuschriften an englische Zeitungen, daß diese Büste eine Arbeit des verstorbenen Londoner Bildhauers Lucas sei, der sie auf Bestellung nach einer Kopie von einem Gemälde Lionardos an-- fertigte. Da der Handel mit alten Kunstwerken die durch ihre Schltche und Kniffe berüchtigte Roßtäuscherei bei weitem übertrftft, so ist es fteilich nicht ausgeschlossen, daß Bode auch einmal hinein- gelegt ist.

ModerneHo meriden. Augenschetnltch stehen mir tut Beginn einer Homer-Nenaissatrce. Nachdem uns Hugo Hoffmanns- thal den Sophokles, Vollnweller den Aeschylos, Leo Greiner und Josef Ruederer den Aristophanes in neuen Bühnenbear-- beitungen geschentt haben, kündigt jetzt der Insel-Verlag eine deutsche Neudichtung derIlias" und derOdyssee" jx>n dem begabten Rudols Alexander Schröder an, die vier Bände um­fassen und für solche, die es sich leisten können, um die Kleinig­keit von 120 Mark zu kaufen fein wird. Gerhart Hauptmann hat einenTelemach" in Arbeit, von dem er auf feiner Vortrags­tournee Bruchstücke bereits vorliest. Der vorige Winter brachte uns Otto Erich Hartlebens FragmentDiogenes", Karl von LevetzowsBogen des Philottet" und Stefan ZweigsTerfites". Dieser Dichter hat kürzlich puch Emile Verhaerens ftanzösisch noch nicht erschienenes BühnenwerkHelenas Heimkehr" deutsch erscheinen lassen. Des Franzosen Albert SamainPolvvh.-ine" wird sicher auch schnell ihren deutschen Uebersetzer finden. Von Wilhelm Sckmidtbonn, dem Autor des erfolgreichenGrasen von Gleichen", steht uns als nächstes Werk eine TragödieDer Zorn des Achilles" bevor, und Karl v. Levetzow beschert uns ein Drama Kirke" oderTie goldene Sau". Was sonst in der Zeiten Schoße schlummert, muß sich erst noch zeigen: jedenfalls dürfen wir mit Schiller schon jetzt ausrufen:Und die Sonne Homers siehe, sie lächelt auch uns!" x . r, r .

Kleine Cbronik aus Kunst undWifienichart. lieber die Uraufführung des komischen SingspielsTas finge Felleisen" von Waldemar Wend land (Text von R. Schott, im Magdeburger Stadtthsater wird berichtet: Tas Merkchen ist der im wesentlichen gelungene Versuch, das bekannte Andersensche Märchen von der verliebten Müllerin in musikalischer Form auf die Bühne zu bringen. Allerdings ist der Text besser gelungen als die Musik, die, von einzelnen Tcummern abgesehen, -nicht recht zur Entwicklung kommt. Einen zwölfwöckoioern Kursus für Missionare veranstoltQ vom 15. Nevvmoer 1909 bis 5. J-ebr. 1910 die Kölner Akademie für praktische Medizin.

Ttteines Feuilleton.

Die Ausgrabungen in der Pfalz Karls des Großen zu Nreder-Jn g elheim. Wie auf Men Gebieten der Deutsche erst ganz zuletzt an fein eigen Lond und Volk gedacht hat, so l,at er das auch auf dem bec Kunstwissenschaft getan. Schon seit Jahrzehnten graben deutsche Gelehrte mit deutschem Geld auf den T-rümmerstätten der antiken Welt nach den Schätzen einer Fultur, die unserem innersten Wesen fremd ist und bleiben mrd. Und wahrend dieser Jahrzehnte ist in Deutschland selbst ein wertvolles Denkmal nach dem anderen der Zer- itwnrng durch verständnislose Neuerungs- und Großmanns- sucht zum Opfer gefallen. War so schon das Interesse für Die Denkmäler über der Erde gering, so war das für die schätze darunter so gut wie nicht vorhanden. Und als man endlich auch ihnen sein Augenmerk zuwandte, da geschah es bezeichnenderweise, daß die Spuren längst vergessener Kul­turen, die vielleicht gar nicht einmal die unserer Ahnen nur en, mehr Beachtung fanden, als die unserer eigentlichen taoßen Vergangenheit, die des Mittelalters, da große Kaiser mit einem frischen, fugend kräftigen Volk die Grundlagen legten zu unserer heu tagen Größe, ja die Grundlagen zur s<nzen abendländischen Kultur. Und wo einmal nach den onnnen Zeugen dieser großen Zeiten geforscht wurde, da nraren die Arbeiten nur von geringem Umsang und kaum mehr als örtlichem Interesse. Dcvist es denn hocherfreulich, wnn jetzt endlich, wie wir sck>on mehrfach mitt eilten, eine .wahrhaft nationale Aufgabe ihrer Lösung entgegengefiihrt Mrd: die Erforschung und 9>eröffentlid)ung_ der deutschen Qiiserp salzen. Der zu Ostern 1908 in Frankfurt a. M. ge­gründete deutsche Verein für Kunstwissenschaft Wt der R. W. Z. zufolge mit dieser Arbeit den Bonner Künst- h'iftorifer Professor (Siemen betraut. Für diese Beröffent- lichnng nun werden jetzt seit Beginn dieses Monats in Ncher-Jngelheim Grabungen im Gebiet der Pfalz Karls des Großen vorgenoinmen. Die Ingelheimer Pfalz war b cfanntlicb neben der Aachener die größte und glän^ndste und wie sie ein Lieblingsaufenthalt des großen Franken- hrrrfchers. Darum hat sie auch schon frühzeitig die Augen namhafter Forscher auf sich gelenkt. Zu Anfang der fünf­ziger Jsthre widmete ihr der auch um die Limes- und Burgen- . ftrschurg hochperdiente August von Lohausen mehrere

Studien, während zu Beginn der neunziger Jahre der oben genannte Professor Clemen ihre Trümmer durchforschte. Die jetzigen umfassenden Ausgrabungen, die vom hessi­schen Staate in Verbindung nrit dem Tauschen Vereine für Kunstwissenschaft veranstaltet iverden, stehen unter der Leitung des Gießener Privatdozenten der Kunstwissen­schaft, Dr. Christian Rauch. Schon seit Herbst 1907 für die Inventarisation der Kunstdenkmäler des Kreises Bingen, in dem Ingelheim bekanntlich liegt tätig, ist Dr. Rauch mit seinem Arbeitsfelde schon bekannt. Ist es ihm doch gelungen, in dem überhaupt an Resten karo­lingischer Kunst reichen Kreise wir erinnern nur an den Turm zu Engelstadt und den Türsturz zu Pfaffenhofen eine hochinteressante karolingische Stollenkrypta unter der Pfarrkirche St. Martin zu Bingen nachzuweifen. Für die architektonische Aufnahme der Ingelheimer Baureste stehen Dr. Rauchs Architekt Müller aus Bonn und Re­gierungsbaumeister Hieronymi zur Seite. Die wissenschaft­liche Bearbeitung der Ausgrabungsergebnisse, die sich, wie schon oben bemerkt, der von Professor Clemen geleiteten Veröffentlichung der Kaiserpfalzen eingliedern wird, er­folgt durchs Dr. Rauch.

Eine Luther-Gedenktafel ist in Oppen­heim an der im Mittelalter berühmten HerbergeZur Kanne" angebracht worden. Luther hat in diesem Hause das LiedEin' feste Bura ist unser Gott" verficht. Dies Ereignis fällt auf die Nacht zum 16. April 1521, die Luther in der Herberge verbrachte, als er nach Worms zum Reichs­tag zog. Oppenheim hat, wie das Mainz. Journ. mit­teilt, heute noch mehrere historische Gebäude aus dem Mittelalter, so die Herbergen ,Lum wilden Mann" und Zum weißen Roß". Wie dieKanne" hatten diese Häuser Stallungen für Hunderte von Pferden, da in Oppenheim die Kaufleute die Bespannung wechselten. In der hiesigen

Die Leipziger Tendenzprolesiur.

DerNatl. Kvrr." geht vom Reichstagsabgeordneten Dr. Stresemann folgende Erklärung zu:

Es ist mir selbstverständlich niemals eingefallen, Herrn Pros. Ehrenberg eine Professur in Leipzig anzubieten. Tam fehlte mir jedwede Kvnrpcttnz und jede persönliche Bekanntschaft mit Herrn Professor Ehrenberg, den ich bis heute noch nicht kennen gelernt l)abe. Bon den Bestrebungen einer aus Anhängern der Ehrenbergschen Wirft ck-aftsmeihodc gebildeten Vereinigung erhielt ich vor ungefähr l12 Jahren Kenntnis durch den Betuch, den mir der Vorsitzende dieser Vereinigung, Herr Professor Budde, im Reichstag machte. Bei dieser Gelegenheit teilte er mir nrit, daß die angeftrebte Vereinigung für exakte Wirtschaftsfimckmng es außerordentlich begrüßen würde, wenn die geplante Begründung eines Institutes für exakte Wirlschastsstrschung^ inmitten eines großen Industriegebietes, wie des Königreichs ochsen, also an der Unwcrf tut Leipzig in die Wege geleitet werden würde. Ich erwiderte Herrn Prof. Budde darauf, daß in Leipzig bereits zwei staatswissenschaftliche Seminare unter der Leitung der Herren Prof. Bücher und Pros. Stieda beftänben und es mir deshalb zweifelhaft erscheine, ob die sächsische Regierung und der sächsische Landtag, die zu diesen Seminaren meines Wissens größere Zu- scknisse zu leisten hätten, sich bereit finden würden, noch ein drittes 'taatswissenschaftlichs Seminar zu finanzieren, wenn überhaupt eine Berufung des Herrn Professor Ehrenberg erfolge. Im übrigen fei mir die Verfassung der Universität Leipzig nicht so genau bekannt, daß ich wußte, auf roeld)e Weise im Falle einer Vakanz eine eventuelle Berufung des Herrn Professor Ehrenberg eingcleitct werden könne: ich würde jedoch bei meiner nächsten Anwesenltznt in Dresden Gelegenheit nehmen, mich auf dem Kultusministerium darüber zu erfunbigen. Herr Professor Budde bat mich, dies zu tun und fügte frinju, daß die Vereinigung für exakte Wirtschafts- forschung die ihr aus den Beiträgen ihrer Mitglieder zur Ver­fügung stehenden Mittel in erster Linie zur Dotierung des zu gründenden Institutes zur Verfügung stellen würde und daß sich die aus den Beiträgen ergebende Summe etwa auf 30 000 Mk. belaufen würde.

Bei meiner nächsten Anwesenheit in Dresden habe ich Herrn Kultusminister Beck ausgesucht und ihm von der mir unterbreiteten Anregung Kenntnis gegeben. Kultusminister Beck betonte, daß die allein zuständige Instanz für diese Frage die pltzlofophische Fakultät in Leipzig fei. Gr würde daher eine even­tuelle Anregung direkt- an die philosophische Fakultät weiterg-eben.

Von dem Ergebnis dieser Unterredung habe ich 'Herrn Pros. Budde Mitteilung gemacht, dieser hat meines Wissens Herrn Professor Ehrenberg um sein Einverständnis dazu ersucht, das Gesuch der Vereiniguna abgeben zu lassen. Ehe jedoch irgend ein offizielles Gesuch der Bereinigung noch abgegangen war und ehe Herr Professor Budde die nachgesuchte Audienz bei Herrn Kultus­minister Beck erhielt, war seitens des Herrn Kultusministers Beck die Anregung der Vereinigung für exakte Wirtschaftssorschung an die Universitätsbehörden meitergegeben worden. Dabei hat Herr Kultusminister Beck anscheinend auch auf die stattgehabte Unter­redung, in der ihm die Anregung unterbreitet wurde, hingewiesen. Der Vereinigung ist alsdann durch den Kultusminister die Mit­teilung zugegangen, daß die philosophische Fattiltät es grundsätz­lich abgelehnt habe, der Anregung Folge zu leisten.

Ties ist der Tatbestand der von derBerliner PolkSzeitung" betonten Vermittlungstätigkeit. Wenn dieBerliner Volkszeitung" die Frage aufwirft, ob ich 'hierbei im Auftrage des Verbandes «Ächsischer Industrieller gehandelt hätte, fo ckkuß ich diese Frage mit einem glatten Nein beantworten.

die Kaufleute die Bespannung wechselten Kcttharinenkirche ist auch, r^ch die Stelle , Herz desWinterkönigs" (Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz) beigesetzt wurde, der im Lager Gustav Adolfs zu Mainz starb. Uebrigens sind die Menschenknochen in dem berühmtenBeinlstrus" nicht, wie man bisher glaubte, die Ueberreste der Spanier und Schweden, die nach dem Rtzein- übergang Gustav Adolfs und der Erstürmung Oppenheims ihren Tod fanden, sondern von Bürgern, die man hier sammelte, um die Friedhöfe wieder benützen zu können.

politischen folgen.

Wie em greller Blitzstrahl beleuchtet die Grnwrtnnig- des Mar- J äs Iw in C bar bin, die mit politischem Gewitter dun st sastuber- iDerte ofariiirtcKbe Atmosphäre. Ein Kore^erwvr es, der auf !2m Bahnhof in C har bin gegen den Marquis -jto als d^i Untere feine! Volkes den Mordstahl oder Revolver zuckte, gerade in dem Augenblick, als der so jählings Enwordett den rustnchen iWianjmunfter Kokowzow begrüßte, der Ebenwwie Iw u^ em ,2ttretet des auswärtigen chincstichen, sowie Eenkai^ti chen Amtes nocch Chardin geeilt mar, um die tn dem chinc sis cf) = J a pa- iiTchen M andschureiabkommen vom August dmesJahres varhandnien internationalenDifserenzen.durch :i*nprctlrung zu schlichten und ,o den Frie^n Ostaftms rvlvder rann Öl für eine Zeitlang zu sichern, xieie Kvusc^izen sind nun durch bic Ermordung Jws zurzeit unmöglich gemacht.

Was zunächst die Persönlicksteit des Ermordeten anbetrifit, im wurde 3t», bet einem nomel/men, aber armen GcschllecM des (uxnri)d)en edmxrtabcfö entifammtte, im Jahre 1840 geboren, (h: lernte in Nagasaki englisch und holländisch und ttat dann im JUriragc der Regierung feine erste europätzche. Reist an, als deren it . uchte die Einrickstung einer Münze in Tokio und der Bau der nriten Eisenbahn Japans zwischen Tokio und Yokohama zu be- tt afcten sind. Bis zum Jahve 1878 ehte Art iapamsck)er Regieruiigs- Daäfibeirt, wurde Im m diesem Jahre Minister des, Innern mid ^82 nachdem er in Berlin die preußische Berfastmig studiert, m ersten Male Ministerpräsident. Ws solcher führte er nicht itix die Verfassung nach preußischem Muster in Japan ein, nein, ganze moderne Entwickelung, die Japan in den letzten 80 Jahren genommen, ist fast ausschließlich auf sein Konto zu setzen. Ifber auch der poütifdje 2luftchwung des Landes ist fein Haupt- nabiaift. Wiederholt Ministerpräsident, war er es, unter dem fftipan gagxm Clfina Krieg führte und die reiche Jniel Formoia G<rnxnui, er war es auch, der die Bündnisse Japans mit England irrtb Korea zustande brachte und auf diese fußend, Rußland den Krieg erklären konnte, der Japan st wo hl die Oberhol)eit über Korea, M muh den vor Herr sck)enden Einfluß in der Mandschurei errang.

Bei dieser politisch gesicherten Position Japans mußten natur- ! ch die Koreaner, die von China verlassen waren, von Jtußland irrt) England aber nichts zu erwarten hatten, die Leidttageirden j-iii. Japan zwang sie in direktem Gegensatz zu den Vettragen unter eine Botmäßigkeit, die nrit einer Tyrannis verzweifelte ' > «hickichkeit hatte. Nicht nur japanische Truppen besetzten das ! entb, nein, auch die japanische Einwanderimg nach Korea wurde von her japanischen Regierung in jeder Weise geförbert, unb bie iapa= ui scheu Kolonisten von Ito selbst, der 1904 bis 1907 Statthalter ton! Korea war, vor den Koreanern so bevorzugt, daß dielen laum ns nackte Leben übrig blieb.

Charbin, 26. Okt. Fürst Ito verschied in 20 Minuten, düSchüsse auf ihn abgegeben worden waren. Die gestern ver- ¥ baiteten Koreaner gestanden ein, sie seien imch Tsaitsagou ge> .»iluven, um die Ermordung Idos zu organisieren.

Charbin, 26. Okt. Im Berhöre gab der Mörder des ftürsten Ito an, er fei nach Charbin gafommen, um den sLasten zu ermorden. Er habe fein Vaterland d>e x\ mellen. Ito habe während seines Aufenthaltes in Korea einige i!M roabeftebenbe Persvnen hinrichten lassen. Die Leiche des dürften wird heute mit Kränzen des FinLnzMruisters Kokowzow Iunb bei- Balmhossverwaltung nach Süden befördert. Die Bahn- v-rwaltmtg erweist der Leiche aus bet ganzen Strecke die ge­bührende Ehre. Ter ruffifdye Gesandte hi Peking begleitete bic ! - che bis Nuantsckwntky. Stuf seine Anordnung werden die iMsischen ciiplomatifd^en Vertreter in Mukden und Talny die leidfc empfangen. Finanznrinistxr Kcckowtziow ließ der jchranischcn Sibegicrung durch den russischen Gesandten in Tokio sein Beileid Lu5fprcd>en.

Tokio, 26 Okt. Die Nachricht von der Ermordung des rärrfben Jtv wurde dem Kaiser durch den Minister des Aeußeren, bent Grasen Slbmuro, nritgeteift. Der Kaiser war auf das I iefstc erschüttert. Die Dotsckmfter und die hiesigen diplo- in-ckischeu Vertreter sprachen im auswärtigen Amte vor, um ihre XrfilUal>mc auszudrücken. Ein Kriegsschiff hat den Befehl zur WMahrt nach Tälny erhalten, um die Leiche des Fürsten von kert nach Yokohama zu bringen. Viele japanische Blätter und vorige ausländische verurteilen die Urheber des Verbrechens aus i baö Schärfitt: an der Ermordung des Fürften sollen fünf I Koreaner beteiligt gewesen fein. _________

Nr. 2»2 Zweites Blatt LaS.Jahrgang Mittwoch 27.Oktober 1909

....... Gießener Anzeiger

de Vorkommnis:

Geleaentlich des kürzlichen Jagdaufenthaltes des Kron­prinzen nn der Oberförsterei Neu-Rausuck in Ostpreußen hatte sich die Ila-Klaffe der Luisenfchule in Allen- stein an ihn mit der Bitte gewandt, doch der Klasse mitzuteilen, wann seine Rückkehr nach Berlin erfolge. Die Schülerinnen möchtenyernihrenliebenKronprinzen" zu sehen bekommen, da dies bei seiner ersten Durchfahrt durch Allen- stein nicht möglich war, weil damals die Schülerinnenbeim Unterricht schwitzen" mußten. Auf das originelle Bittgesuch der Ila-Klasse ist jetzt aus dem Marmorpalais bei Potsdam fol­gende Antwort eingetroffen:Seine Kaiserliche Hoheit bei Kronprinz hatten bie Absicht, ber Klasse 11a die gewünschte Nachrickst zu geben. Da bie Rückfahrt aber zu feinem Bebauern bei Dunkelheit ftattfinben mußte, hätte bies doch feinen Zweck S' X Seine Kaiferliche 5»heit hat sich aber über den netten gefreut unb hofft sehr, daß die Klaffe Ila, wenn er das nächstemal über Alleustein nach Rausuck fährt, eine bessere Ge­legenheit habe, ihn zu sehen. Dann müßte man wohl an die Klasse Ib schreiben, imb benen, die sitzen geblieben sind, wird es von dort mitgeteilt. Dies wird aber wohl kaum passieren, wenn die ganze Klasse Wetter fo fleißig im Unterricht schwitzt wir neulich. Im höchsten Auftrage W. v. Wedel." Dieier Brief soll eingerahmt und als Andenken m der Klafte Ila der Luisenfchule in Alleustein angebracht werden."

Wir hccken für Scherz und Humor auch ettvas übrig, meinen aber, daß eine Förderung solcher Backfrschltebhabe- reien eigentlich mit gutem Geschmack wenig zu tun hat. Im Panoptikum können derartige Liebhabereien zur Not befriedigt werten; ist s, wenn die Mädeln statt Vorstand wird bei dem Ministerium dahin vorstellig

dessen chre Nase in dre Bucher stecken oder etwa des Seit-^on {.hrinigtHMhp6ftnnt,n nnf för(n6 hnpfens srch befleißigen.