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25.2.1909 Erstes Blatt
 
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für den poli :schen Teil: E. Anderfon; f. Feuille­ton undVermischtes" K. Neurath; fürStabt u.Laird" und »Gerichts-

Nr. 47 Erstes Blatt ISA.Jahvgang Donnerstag 25. Februar 1 SOS

Der Siegener Anzeiger erscheint täglich, außer Sb

Sonntags. - BeUaqen: A «ä|

Gicßener Anzeiger für die Redaktion 112, WM General-Anzeiger für Gberheffen bis Kofatton$>tn<l und Verlag berSrühl'schen Univ.-Vnch- und Stcindruckerei B. Sangt. Nedaltion, Srpediilon und Binderei; Schulftratze 7.

Die vattantrifis.

Von aHei* Sv i len Toi innen jetzt höchst bedenkliche Nachrichten «Kber die BattankrisiS. Der Wiener .Korrespondent deS Matin toiH an zuverlässiger Stelle erfahren Ijabeii, daß, Oesterreich die brei Armec Korps vvn Arad, Agram und Laibach bereite voll­ständig mobilisiert und den Armee-Lieferanten Auftrag zu schleir- ittger Lieferung erteilt habe. In Wiener militärischen Kreisen ')et man überzeugt, daß ein Krieg unvermeidlich sei.

Angesichts der ernsten Gestaltung der Lage zwischen Oester- rerch-Ungarn und Serbien beginnt jetzt in Rußland die pmr- slawistische Agitation große Dimensionen anzuuehmeu. Die Präsi li>enten der slawischen Sokol-Bereine mid andere Vereine leiten Sammlungen für den serbischen und montenegrinischen Militär- Fonds ein.

1 Bezeichnend für den Ernst der Lage ist u. a. auch die ^kbreise 6>e5 österreichisch ungarischen Gesandten von Belgrad. Nach den »letzten telegiavhischien Meldungen aus Belgrad hat die Mreise BeS österreichisch-ungarischen Gesandten Grafen Forgach aus der 'ferbifeben Hauptstadt eine sensationelle Ursache. Wie gemeldet wird, -urbe der Hlesandte abbcrufen, weil man einen. Uebersall auf ihn befürchtete. Nach einer Version sollte eine Anzahl kriegs­lustiger junger Serben die Fenster der Gesandtschaft cimverfen, -den Gesandten bedrohen und insultieren und auch zu mißhandeln beabsichtigt haben, Nach einer anderen Version foHtc ein Bomben- Attentat gegen den Gesandten geplant worden sein. Um bat Gesandten vor erneut solchen Uebersall zu schützen, wurde er .schleunigst aus der serbischen Hauptstadt abbcrufen.

Sv bedrohlich die Lage nun auch ist, so hat man in maß­gebenden Kreisen doch noch nicht die Hoffnung aufgegeben, daß der Frieden erhalten bleiben könne. Es heißt, daß Deutschland intb Frankreich alles tun werden, um einen Balkankrieg zu ver- ,hindern. In einem Rußland und Serbien betitelten Artikel er- 'klärt der Pariser Temps gegenüber den Auslassungen eines Pariser Mborgenblattes, daß die von ihm befürwortete Politik' 'keineswegs im Widerspruch zur französisch-russischen Allianz stehe; 'Rußland selbst hatte schon 1876, um sich die Neutralität Oester- reichs zu sichern, zur Okkupation Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich seine Zustimmung gegeben. Es handelt sich, so fährt der Temps fort, nicht um eine Zerstückelung oder Ver­ringerung Serbiens, es genügt, den Serben zu erklären, daß sie nichts von ihrem Gebiete verloren und deshalb auch keine Be­rechtigung haben, eine Gebietsentsstädigung zu verlangen, die 'ihnen übrigens niemand, auch Rußland nicht, jemals verheißen foat. Wir bleiben bei unserer Ansicht, daß sich Die russische Re­gierung einem derart begrenzten Schritt in Belgrad anschließen kann. Wenn man die Serben in der Selbsttäuschung beharren «lasse, daß sie auf Kosten Oesterreichs ober der Türkei sich ver­größern können, so würde man sie nur in eine Katastrophe stürzen und Europa mit ihnen. Iswolsky hat keinen Grund, sich von einer Intervention au-.zuschließen, die bezweckt, die Serben auf die unannehmbaren Punkte ihrer Forderung aufmerksam zu machen. Ein solcher Schritt kann weder die russisch-französische Allianz ।In*(fern, nord auch die allgemeine Politik Frankreichs bloßstellen.

In London betrachtet man die gegenwärtige Lag? auf dem Kalkan wesentlich ruhiger als auf dem Festlande. Wie das Reuterschc Bureau er'ährt, wird die in gewissen Kreisen bezüglich der Lage auf dem Balkan gehegte Befürchtung in London nicht geteilt. Marc gibt zu, daß mit dem Herannahen des Frühlings bic^ Lage natürlich mehr Unruhe verursache, doch sagt man sich, daß neuerdings kein einziger Zwischenfall cingetrcten fei, her für sich selbst genügenden Anlaß zur Steigerung der Beruhigung geben könnte. Mit Bezug auf die Lage Bulgariens und das Gerücht, daß seine llnabhängigkeit anertarntt worden sei, mag seftgestcllt werden, daß die bulgarische Regierung in Erwiderung ihrer kürzlichen Andeutung von der britischen Regierung davon in Kenntnis gesetzt wurde, daß der britische Standpunkt stete der gewesen sei, daß Der Berliner Vertrag ohne die Einwilligung aller Signatarmächte md;t geändert werden konnte und daß, wenn die Türkei und die anderen Mächte willens seien, den neuen Zustand der Tinge, der sich aus der lknabhängigkeitserklärung Bulgariens ergebe, anzuerkennen, die britische Mgierung dies ebenfalls tun

Hleitte» Feuilleton.

Spiel Hagens achtzigster Geburtstag. Friedrich Spielhagen wurden zu seinem gestrigen achtzigsten Geburtstag reiche Ehrungen zu teil. Kultusminister H olle, Staatssekretär des Innern v. B e t h m a nn - H o l tw e g, Geheimrat Lew ald beglückwünschten im behördlichen Auf­prag. Im Namen der Geburtsstadt des Dichters, Magde­burg, telegraphierte Oberbürgermeister Lenze deren Älück- tvünsche und teilte mit, daß am GeburtShause des Dichters in der Neustädterstraße aus dem heutigen festlichen Anlaß <nne Gedenktafel angebracht worden fei. Die Städte Stralsund (wo der Dichter einen Teil seiner Kinder- jahre verlebte), Eharlottenburg und Karlsbad, das Sviel- yagen feit langem zu seinen sommerlichen Kurgästen zählt, übe ernt ttclten ebenfalls ihre Glückwünsche. Tie Berliner Burschenschaften überreichten demalten Franken" Spielhagen ein gesticktes Ehrenband. Tie Schriftstellerwelt war natürlich mit zahlreichen Namen vertreten. Es sandten Glückwunschdeveschen: Marie v. Ebner-Eschenbach, Adolf Wilbrandt, Georg Brandes, Ludwig Thoma, Artur Schnitzler, Julius Rodenberg und viele andere Vertreter des deutschen Schristlums, die trotz der Verschiedenartigkeit ihrer Rich­tungen ihre Einigkeit in der Verehrung des Dichters be- wie^n. Besonders erfreute den Dichter eine Blumenspende von der Witwe Gustav Frey tags. Auch der Verein Ber­liner Presse und mehrere andere literarische Vereine sandten ihre Vertreter. Reden nntröen auf Wunsch Spielhagens n ich t gehalten, da ihn, wie er sagte, die Erwiderungen doch einigermaßen ermüden würden. Im übrigen war der S'Dichter in guter Samte und erfreute sich besten körper-

Wohlseins.

Die gefährlicheElektra". DaßElektra" ein Dperniöert ist, das zu dirigieren sehr schwer hält, wissen wir; wie groß diese Schwierigkeiten finb> geht aber erst aus

würde. Bezüglich der bulgarischen Eiitschädigung hat übrigens England der Pforte einen Modus vorgeschlagen, der den Vorschlag Rußlands und den Gegenvorschlag her Türkei miteinander in Einklang bringen soll. Es sollen 74 Jahresraten der türkischen Kriegsentschädigung kavitalisiert und die bulgarische! Entschädigung im Betrage von 125 Millionen F-ranks in Abzug gebracht und der Rest an ^Rußland ausgefolgt werden. Ter Zinsfuß soll aus 5 Prozent festgesetzt werden. Tie Kapitalisierung würde 6 200 000 Pfund ergeben, Rußland i itte 700 000 zu erhalten. Der Minister des Aeußcren Rifaat Pascha soll! sich nach Petersburg begeben, um mit dem Minister des Aeußeren: Iswolsky hierüber zu konferieren. DieJeni Gazetta" hofft, daß die freundschaftliche Vermittelung Englands die Lösung der Frage der bulgarischen Entschädigung herbeiführen werde und glaubt, daß die Pforte den Vorschlag freund- schaftlich aufnehmen werde.

tierrng der Etatsdebatteu zu überschreiten, nut der Zucht­rute der Abendsitzung, und jetzt, wo das Haus statt des Zwei inhalbtags-Kontingents für den Landwirtschaftsetat scholl dreieinhalb Tage sich über Herrn v. Arnims Ressort unterhalten hat, ohne zum Schluß zu kommen, setzt machte er Ernst aus der Drohung. Nach fünfstündiger Sitzung ottcohierte er mit der jovialen Beredsamkeit, die ifjm eigen ist, dem Hause die erste Abendsitzung in dieser Session, und' weitere Ergötzungen dieser Art stellte er warnend in Ms- sicht, wenn die Redner sich nicht größerer Kürze befleißigten. Es verschlug nichts, daß der Vorsitzende der Kohlbrand'- kommission, die abends zusammentreten sollte, namens dieser und eines Dutzends in gleicher Lage besindlicher Kom­missionen in beweglichen Worten daraus hinwies, zwei

Stimmimgsbilö aus dem preutz. Abgeordnetenhaus.

Berlin, 24. Februar.

Herr Jordan von Kroecher ist offenbar unwiderruflich entschlossen, den preußischen Etat diesmal rechtzeitig unter Dach Und Fach ftu bringen. Schon neulich drohte er, als das

Seelen könnten wohl gleichzeitig in einem Politiker, aber nicht ein Politiker gleichzeitig in zwei Sälen weiten. Es half auch nichts, daß er daraus hinwies, nicht mir gewich­tige Mitglieder des hohen Hauses, sondern auch die Herren von der Regicrungsbank würden entweder in den Köm- missionssitzungen oder im Plenum durch Abwesenheit glänzen müssen, während sie doch hier wie dort gleicherweise nötig seien: Herr to. Kroecher setzte sein Stück durch, und der Mend wurde der Besprechung der Hochwasserinterpella tionen also einem Thema, das sich für den summari­schen Geschäftsgang einer Abendsitzung wenig eignet gewidmet. Tie Tagessitzung war übrigens, im Gegensatz zu den Debatten am Dienstag, alles andere als überflüssig: Tie wichtigste Frage für die Landwirtschaft, die innere K'v lonisation, die Arbeiteransiedelung, kam zur Erörterung. Und zu einer Erörterung, die der Vertretung eines großen Staates durchaus würdig war. Ein konser­vativer Antrag, der von der Regierung die Einberufung einer Konferenz von Sachverständigen zur Beratung einer zweckmäßigen Organisation des ländlichen Ansiedlung? wesens forderte, gab den Anstoß zu der sehr gründlichen Debatte. Alle Parteien waren darin eins, daß dieeigene Scholle" für den Landarbeiter, daß die Möglichkeit für ihn, auf der sozialen Leiter emporzusteigen, eine unabweisbare Notwendigkeit sei. Nur über das Wie ist man, wie immer bei fundamentalen Organisationsfragen, geteilter Meinung, und die Unstimmigkeiten, die zwischen der ostpreußischen Landschaft und der ostpreußischen Landgesellschaft in punkto der zweckmäßigsten Lösutlg dieses landwirtschaftlichen Haupt­problems bestehen, kehrten auch in den Reden der Volks­vertreter wieder. Mit Wärme, Geschick und überzeugender Sachkenntnis traten die Liberalen Dr. Glatzel und Di. Crüger, denen sich der Zentrumsmann Graw in den .Haupt­punkten anschloß, für den Modus proeedendi ein. den die Ostpr. Landschaft empfiehlt, und der Konservative v. Bockel- berg, der ihnen entgegentrat, fand in Herrn Dr. Pack)nicke einen überlegenen Gegner. Zu einem Beschluß über den konservativen Antrag, den der Minister nach einigem Wider° streben a^eptabel fand, tarn es noch nicht: Erft am Donners­tag werden über diesen Antrag die Würfel fallen.

der folgenden Nachricht hervor, die uns aus Dresden zugeht: Generalmusikdirektor Ernst v. Schuch, unter dessen genialer Leitung Richard Strauß'Elektra" auf der Dresdner Hof- bühne die Feuertaufe erhielt, ist von einem bedauerlichen Unfall betroffen worden. Als die dritte Wiederholung der Elektra" im Dresdner Opernhaus ftattfand und Schuch mit seinem Orchester wieder große Triumphe feierte, erlitt der Dirigent infolge der Ueberanstrengung eine Muskelzerreißung im rechten Arme, und zwar in der Schultergegend. Trotz des Schmerzes wich Herr v. Schuch nicht von feinem Diri­gentenplatz. TaS begeisterte Publikum hatte feine Ahnung von dem Unfälle, der den gefeierten Dirigenten betroffen hatte, und als sich schon längst der Vorhang gesenkt hatte, mußte v. Schuch sich noch vom Orchesterraum aus verneigen. Aber am anderen Tage machte sich die Sehnen- und MliSkel- zerreißung im rechten 9(rm sehr bemerkbar. Obgleich sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wurde, wird die Teilung längere Zeit in Anspruch nehmen. Vielleicht dirigiert Herr v. Schuch, wenn er wieder hergestellt ist, zu Anfang erst einige Opern von Mozart und Weber, die weniger an der Schulter des Kapellmeisters reißen.

Dieflöht. Ztg." schreibt über ein Napoleon- Denkmal in Deut f ch land:Dicht bei dem Forfrhause Vorholz", in der Gemarkung Ossenheim, etwa 13 Kilo­meter von Alzey entfernt, steht auf einem kleinen, baum- vepslanzten Hügel, derNapoleongarten" genannt, eine drei­seitige, abgestumpfte Pyramide von etwa 1 Meter Höhe, die in lateinischer, französischer und deutscher Sprache fol­gende Inschrift trägt:Zum Andenken an die glückliche Heirat Napoleons des Großen mit Marie Louise, Erz­herzogin von Oesterreich, 1. April 1810." Dieses Denkmal, das weitab von der breiten Straße liegt, die der Touristen-

Stimmungsbild aus dem Reichstage.

Berlin, 24. Februar.

TaS große Glocken^ichen, das den Schluß der Sitzung ver- lündet, geilt durch die Räume und bringt ein paar Dutzend- glieber des hohen Hauses in hauende Bewegung Aus den 2ese- und Schreibsälen, aus Speisewirlschask und von lauschigen Rrihc- vlätzen in den Seilengängen des Hauses werden sie mögescheuchl ilnd eilen im Lawschrilt nach hem Vorrcnnn zum Sitzungssaal, um tn dort auäliegenden Präsenzlisten ihren Namen noch schleunigü einzntrageu. So eilten wir einstmals als Studenten zur letzten Vorlesung, um ein das ganze Semester gelchwänzteS Kolleg abzii- testieren. Wir befunbeten damit ebenso beit fleißigen Besuch ber Vorlesung, wie bleie Herren ihre Teilnahme an ber heutigen Sitzung Als um 2 Uhr nach mehrtägiger Karnevalspause bie Sitzung er­öffnet würbe, zählte man einschließlich beS Präsidenten unb der Schriftführer 18 Mann im Sache, unb sehr erheblich steigerte sich bas Interesse, was ben Umfang be5 Zuhörerkreises anlnnqt, auch nn Verlause ber ZO^stütibigen Verhaublungen nicht. Mit ber kleinen Vorlage über bie Einwirkung von Armenunterstützung auf öffent­liche Rechte staub bie P o st b a m v f e rs u b v e n t i o n zur zweiten Lesmig; sie würbe ohne jedes Wor: des Widerspruchs ober bet Begri'uibiiug Angenommen, wie bo*3 nach bem Verlauf ber Kommtssionsverhaubiliug ja auch nicht anbers zu erwarten war. Im übrigen unterhielt man sich nur über Rechnungssachen. Tie viel versoottete Tätigkeit ber OberrcchmmcFkaminer in ihrer Ab- Iciluug für bas Deutsche Reich, bem Rechnimgshofe, taub burch ben Kommissionsberichterstatter Nacken bie vcrbiente Wüibiguna. unb mit beut Abg. Erzberger schloß sich unter Zustimmung auch sämtlicher anderen Parteien ber Konservalive Dr. Wagner ber Sin« erfcniumg dieser für eine gute unb sparsame Verwaltung so hoch- wichtigen Behörbe in vollem .'.'laße an. Das geschah bei ber zweiten Lesung des Etats be-3 Remnüngshofs. Tie ttachfolgenben Punkte ber Tagesordnung, eine Reihe von kolonialen Rechnungen, gaben bann Anlaß zu einer Erörterung ber vom Rechnungshof aufgestellten Grunbsätze, bie eine bessere Kontrolle der Ver­waltung in den Schutzgebieten burch bie Zentrale unb ben Reichstag gewährleisten sollen als bisher. Mit ben Rebnern auS bem Hause erklärte auch die Kolonialoerwaltung durch

ben Mutib ihres Direktors Eontze sich mit biefen Grtiitbsätzen eiu-

Derftanbcn. Im übrigen wurde bie Erörterung burchweg von

Herrn Erzl'erger aus ber einen unb bem Nalionalliberalen Dr.

föörcfe auf der anbeten Seite geführt, unb nur bet einer 13 Jahre alten Rechnung beteiligten sich auch einige anbere Abgeoibnele an ben Rekriminationeii. Auch biese Verhanblung ermutigte nicht ge- rabe bazu, bie Prüfung solcher verwickelten Verhältnisse in das Plenum des Reichstages zti verlegen, unb darum war der Streit zwischen Herrn Erzberger unb Görcke ziemlich müssig, ob ein schrift­licher Bericht ber Rechuungskomittission, ben man ja hoch ungelesen ad acta lege, den Vorzug ocrbicne vor einer mündlichen Bericht­erstattung, während bereu die bevorstehenbeu Entscheidungen über Finanzreform unb Weltftieben bas Jntereffe ber im Sitzüngssaale beftnblichen Abgeorbneten ersichtlich in höherem Maße in Anspruch nahmen als ber Vortrag beS Berichterstatters

sh'om zu nehmen Pflegt, ist im weitern Umkreise fast völlig unbekannt, und kein Schriftstück ist zu. finden, das uns näheren Aufschluß über seine Entstehung gäbe. Nur die Tradition weiß etwas zu berichten, .hiernach stand das Denkmal ursprünglich in Alzey und ioar von dortigen Bürgern gestiftet worden. Zu Ende des Jahres 1813, als der Stern des Kaisers sank, sott es dann im Walde bei Vorholz versteckt ivorden jein. Später sei es im Mainzer Museum aufgestellt aewesen, von wo es auf Anordnung des Großherzogs Lubwig II. von .Hessen an seine Funö- stelle gebracht und aufgestel'tt worden sein soll. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, daß nähere Nachrichten über das durch seine Entstehung und sein Schicksal bemerken.-- werte Monument, das einzige in Deutschland noch vor­handene Napoleon-Denkmal, in die Oeffentkichkcit dringen'"

Vom Großfürsten Wladimir von Ruß­land. Man schreibt der23. 3.": Als Großfürst Wladimir vor mehreren Jahren einem Diner im Hause des Grafen Potocki in Paris beiwohnte, kam die Rede auf Napoleon 1. unb feine Liebesaffären. »Man kann sagen, was man will", mernte jemand,Napoleon liebte die Frauen nicht. UebrigenS hatte er auch feine Zeit dazu." Da unterbrach ihn Groß- fürsr Wlabmnr und sagte gravitätisch: ,Dazn hat man immer Zeit!"

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Die ®eneva{Ueriamm(ung ber Deutschen Gesellschaft

Scfamofung ber G e, ch l e ch tskr an kh e i t e,r sinbet nm -H.Jyebtuav m Berlin statt. Gegenstanb der Beratung m Sie bind) den preislichen Mmyienalerlaß vorn 11. Dezember 1907 angebahnte Aewrm ber Protgtuiertenüberwachung. TaS 50iäh-> rige Judllarim als orbcntlicher Proieffor an bei Unwersirät Born 'eicrt am S8. ds. ^er Mebizmolral Professor Dr. ined. et phil. Gbuaio Psl 11 gc r, Direktor beS phyNologischen Instituts. Der ru Hanon geborene Gelehrte steht im bO. Lebensjahre.

Der Staatsfefretar und der Aer.iteverband.

Auf die kürzlich veröffentlichte Zuschrift des Verbandes der Aerzte Deutschlands zu Leipzig hat der Staatssekretär des Innern, Dr. v. Bethmann-.'ovllweg, folgende Autivort erteilt: Die Eingabe des Vorstandes des Verbandes der Aerzte Deutschlands vom 18. Februar will ich nicht ohne Erwiderung lassen. Die Fürsorge, welche die Reichs­verwaltung, insonoerheit die von mir geleitete Behörix-, an Hand der Reichsgesetze dem (üesundhertsweseu und dem - , . v , « ärztlichen Stand angedeihcn laßt, enthebt mich des Be-

Hau.' Miene machte, die einmal beschloßene Kontingen-'weises, daß die Verhältnisse und die Schwierigkeiten des