Ausgabe 
18.12.1909 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Samstag 18. Dezember 1909

159. Jahrgang

Die heutige Nummer umfafet 24 Seiten.

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Am ganz anbei an Wege wandelt Kart LaßwitzSter­te n : a u, die Pfstrrrzc vom Nepeunsnroiid", nennt er fern neuestes

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Bücher für den Weihnachtstisch.

Die schöngeistige Literatur des Jahres hat sich in den lebten $$od)en rwch tüd)tig vernrehrt. Sabet tst auch die henische Lite-

monatlich 7b"Li., viertel- jährltrt) 'Slt. 3.20, ourch Abhole- u. Ziveigstellen monnthcb 65 Bl., durch die Bost Bik. 2.viertel- jährt, ausjcht. Beitellg. 3etlenprei6: lokal lbPs^ aiisiuärts 20 Pienniq. Lhetredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den polttilchen teil: Anglist Q6otv\, füt ,Feuille­ton' und .Verinijchles* R. Neurath, füt .Stadt u. Vanb" und.Gerichts-

3 S

Eine kräftige und dichterisch wertvolle Ziveckvichtung ist auch Hans Harts Hochschulroman Das heilige Feuer. (L. Staackmann. Qett^ig > Mu kühner Offenheit zeigt uns der jagend- tiche Verfasser die Kämpfe der Deutschen in Oesterreich, die T--..7- unb Gemeinheiten des akademischen Lebens, aber auch seine Schön­heiten und Ideale. Und mitten in der fast betäubenden MengS von Geschehnissen und Personen steht ein junger jüdischer Arzt, bei sich aller NArtigkeit yim Trotz sein holdes Glück erringt, nachdem er im Kannst mit der PE fern Leben tollkühn (turfi Spiel gesetzt hatte. Tapfer nLe der Jude, ist das Buch, b^ 'n

verföhnliäien Ar titeln wieder zurückkehren und reiflich be­denken, daß allzu scharf schartig macht.

J-m Lager der Linken ist eine Einigungsbotschaft ver­kündet worden. Der Viererausschuß der drei linkstikreralen Parteien l)at seine Aufgabe, eine Einigung herbeMführen, gelöst. Vorgestern ist man mit dem Programm derDeut schen freisinnigen Volkspartei" in die Oeffentlichkeit ge­treten. Höchst wahrscheinlich werden die drei beteiligten Parteien dem Entwttrf keine Einwendungen entgegensetzen Man darf sich dieses Ereignisses freuen. Je weniger zerrissen das Parteileben in Deutschland ist, um so besser sür des Reiches Wohl! 9iorb und Süd reichen sich die Hände, und der Reichsgedanke erljält neue Kraft. Das in seinen Grund­zügen gestern von uns mitgeteille Programm enthält nicht viel Neues. Bemerkenswert ist, daß man für die Bundes stauten das Reichstagswahlrecht vorschlägt, für das Kornrnu ualwahlrecht nur eineBeseitigung der K assenwichlen und der öffentlichen Stimmabgabe". Das Programm der Dem- schen Volkspartei forderte bisher das Retchstagswnhlrecht auch für die Gemeinde. Man kann nicht sagen, daß das neue Parteiprogramm einen ausfälligen W ite.morsch nach links darstelle. Beweis: dasBerliner Tagebl." hätte eine deutlichere Sprache gewünscht. Unb neben btt fern demokra­tischen Blatt stellt derVorwärts" in einem Kampfarttkel gegen den Freisinn diejenigen Forderungen zusammen, die in dem Programm nicht zu finden seien; neben der Reform der Kommunalwahlen: Trennung von Staat und Kirche,

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über den Arbeitsnachweis gesagt, und wenn das Pai Prinzip immer auf die Forderungen der praktischen Po genau passen soll, wenn auch entlegene, dem Kompromiß unterworfene Einzelfragen immer daran gemessen werden sollen, so wird es zwar viele Worte, aber wenig Taten geben. Die ,^reiMtg." bemängelt es, daß nabh dem Eini­gungsprogramm über Wchlbündni se der geschäftsführende Ausschuß der geeinigten Partei nichts Ku jagen habe; denn es heiße:Wahlaufrufe und Wahlprogvamm für die ein­zelnen Lander werden von deren Parteiorganisation erlassen und dem geschäftssührenden Ausschuß mirgeteitt Bei Stich- ivahlen trifft die Organisation des Wahlkreises die Entschec- duno." Damit hätten, so meint das konservative Blatt, die sozialdemokra:enfreundlichen Gruppen der süddeutschen Demokratie und der Freisinnigen Vereiniguna die von ihnen geforderteBewegungsfreiheit" innerhalb der neuen Ge­samtpartei errungen zum Besten des Großblocks. Man tvird die weitere Entwicklung abwarten müssen. Höchst ivahr- scheinlich werden in der Praxis alte Meirmngsverschieden- heilen doch mitunter wieder erwachen, und einer oder der andere Führer wird unter dem gemeinsamen Band durchzu­schlüpfen versuchen. Aber wenn auch für die nächste Zeit nicht alles erreicht werden kann, so könnte doch der neue Versuch für die Tätigkeit im R e i ch s t a g förderlich werden. Freilich, die 50 Abgeordneten der neuen Partei werden sich vor Augen halten müssen, daß sie noch keineswegs das Heft in der Hand haben, daß sie vielmehr bei den 397 Volks­vertretern nur eine verschwindende Minderheit bilden.

Abschaffung der Todesstrafe, Beseitigung der indirekten Steuern, Forderung des Maximalarbcitstoges u. dgl. mehr. Die Periode des Blockes ist an den Freisinnigen nicht spur­los vorübergegangen, und es berührt uns z. B. sehr an­genehm, daß man auch für eineStärkung" des Reiches ist und dem Heere und der Marine mehr Gerechtigkeit wider­fahren läßt, als es dem sozialdemokratischen Zentralorgan gefällt. Freilich: Statuten sind immer harmlos, hat der Abg. Naumann in diesen Tagen bei den Verhandlungen über den Arbeitsnachweis gesagt, und wenn das Partei-

ver König der Belgier Alvert L

Der neue König der Belgier, Albert I., steht im vierunb- dreißigsten Lebensjahr. Er wurde am 8. April 1875 in Brüssel jetoren. Sein Vater war der einzige Bruder des verstorbenen Königs, Prinz Philipp, Gras von Flandern, ans dessen Ebe mit der noch lebenden Prinzessin Maria von Hvhenzollern-^rg» mdringen zwei Söhne und zwei Töchter hervorgegangen sind. 5er älteste Bruder des neuen Königs, Prinz Balduin, fand 1891 einen gcl>cimnisvvllcn Tod unter Umständen, die der Oessentluch- jeit bis heule unbekannt blieben. Ter Vater starb int 9ZuDemba 1905 in Brüssel. I

König Albert hat es verstanden, sich bereits als Thronfolger bei den Belgiern pv pu l ä r zu machen. Seine persönliche LiebenS- ivürdigstit, seine Abneigung gegen äußeren Prunk, die SäLicht- ijeit seines Auftretens haben ihm viele .Herzen gewonnen. Die Niiüenbevölkerung ü er bau ft ihm die Hebung der belgisckxn Hoch ieeii]d)erei durch Schenkung einer Reihe tun vorbildlich aus^ lM'listeten Fischerbooten, die den NamenIbis" tragen, und durch Einriästung zweckmäßiger Anstalten zum Räuchern und Verpacken der Fisck^c am Land. Auch für andere Gebiete des praktischen Lebens, besonders für technische Fragen, hat König Albert leb­haftes Interesse bekundet. In neuerer Zeit beschäftigte er sich mit dem Problem der Luftschisfahrt. Früher zog ihn das Eisen­bahnwesen an.

.Im belgischen Senat, in dem seit 1893 allen mündigen belgischen Prinzen ein Sitz zustcht, hat Köni^ Albert in den letzten Jahren wiederholt das Wort ergriffen. Biel bemerkt wurde lerne Rede vom Janu-or 1908 über die Notwendigkeit eigener oelgischer Schiffahrtslinien und den Nutzen einer kleinen belgischen Kriegsmarine. Gleich seinem Onkel hat er sich stets als Anhmrger der jetzt beschlossenen Heeresrosorm bekannt. Im übrigen beobachtete König Albert als Thronfolger in politischen Fragen stets hie Zurückhaltung, die für den kon­stitutionellen Staatschef Pflicht ist.

Tie Popularität des neuen Königs ist durch seine Reise nach dem Kongo im vergangenen Frühlmg und Sommer stark ga- wachsen. Bei seiner Rückkehr wurde er mit Ovationen empfangen, wie die Belgier sie Leopold II. seit langen Jahren nicht mehr zuteil werden ließen. Bezeichnend sür daS Wesen des Prinzen und für seinen Drang, sich selbständig und unauffällig zu unter­richten, ist die wenig bekannte Tatsache, daß er stets die Reporter- karte einer maritimen Zeitschrift bei sich trägt: er Hal diesen Ausweis hauptsächlich dazu benutzt, sich die Häfen von Holland und Frankreich mit eigenen Augen und ohne fremde Führung aw zusehen.

Ter nunmehrige Thronfolger ist Prinz Leopold, Ätester Sohn des Königs Albert und der Königin Elisabeth, der Tochter des bayerischen Herzogs Karl Theodor, der am 3. No­vember 1901 in Brüssel geboren ist Ter jetzt achtjährige Kvon- prinz hat noch einen längeren Bruder, Karl, geboren am 10. Ok­tober 1903, und eine jetzt dreijährige Sclstvesder, die Prinzessin Marie. Tie Großjährigkeit erreichen die belgischen Prinzen mit ackstzehn Jahren.

Brüssel, 17. Dez. Das Testament des Königs soll mit den Worten beginnen: ,Lch sterbe in der katholischen Religion, in welcher ich gelebt habe. Ich bitte um Verzeihung sür die Fehler, welche ich beging. Ich vermache das V e r m ö g e n, das ich von meinem Vater empfangen habe, 15 Millionen, meinen Kindern. Ich wünsche ein einfaches Leichen -,Be gängnis, nur gefolgt von den Persönlichkeiten des Schlosses." Die Ehe des Verstorbenen mit der Baronin Vaughan, soll im Jahre 1905 inSait Remo im Einverständnis mit dem Papst eingegangen worden sein.

Brüssel, 17. Dez. Aus allen Teilen des Landes laufen Nachrichten über die Anteilnahme der Bevölkerung an dem Tode des Königs ein. Tie Leiche des Königs wird, den Abendblättern zufolge, morgen abend pom Schloß Laeken nach dem Brüsseler Stadtschloß gebracht. Tie Beerdigung ist aus Mütwoch seftgesetzt. Am Donnerstag wird der Thronfolger, bei dem heute nachmittag das Ministerium erschien, um zu kondo­lieren, den Eid auf die Verfassung ablegen.

Br üssel, 17. Dez. Der Senat und die Ka innrer traten heute nachmittag zu einer Sitzung zusammen. Ter Minister-

pclitifd?e Wochenschau.

Gießen, 18. Dez.

Es ist stille bri uns geworden. Die Erörterungen über den Haushalt des Deutschen Reiches im Reichstag liefen auf ein Lob des Sck>atzsekretärs Herrn Wermuth hinaus, bem sogar der tritt klüftige Herr ErAberger imTag" seine Zusttmmuny ausdrückte. wird gespart, und die Re­gierung will mindestens auf einige Jahre ohne neue Steuern aus komm en Natürlich hat es an Redeströmen über die eirtfhveilen vollendete Rttchs.inanzre orm nicht gefehlt, aber die Stimmung der Parteien ist jetzt, in den Weihnachts­serien, im allgemeinen doch ruhiger als zuvor. Mit B: sriedi- gung kann man darauf zu rückblicken, daß trotz des Parteien- ^wiespalls über die deutsche auswärtige Politik gründlicher gesprock>en worden ist als früher. Ob die Regierung Kwar Die vom Reichstag geübte Kritik besonders in den Marol"ko- sragen sich nützlich machen wird, steht dah'N. Staatssekre­tär v Sck)ön scheint einstweilen noch au glauben, daß es seine dienstliche Aufgabe sei, den Franzosen schöne Komplimente ,yi machen und darüber zu wachen, daß beide Völker im Frieden leben. Indessen, daß in diesem Falle das 2lus- luärtigc Amt in erster Reihe die Pflicht hat, die berechtigten Dirtsck-aftlichen Ansprüche deutscher Reichsangehöriger zu unterstützen, ist vom Neickstag nicht nur, sondern auch von ier Presse lebl-aft genug den Staatsvertretern ins Gewissen «jerujen lvorden. Was im Reick)stag positiv geleistet tvurde, iist wenig. Man l)at die vorgesehene Summe für arbeitslose -Tübacarbeiler erhöht, und der Staatssekretär des Innern, .>err Delbrück, Hal in sehr gewandter und überzeugender Weise dargelan, daß es der Regierung unmöglich sei, den lieplanten Zentralarbeitsnachweis im Ruhrgebiet zu hinter­treiben, weil sie die Koalitionsfreiheit nicht nur der Ar­beiter, sondern auch der Unternehnrer zu schützen berufen fei Die Besprechung über diese Frage hat wohl haupt- fächlich den demagogischen Zlveckcn des Zentrums gedient, j rs in den Kreisen der Arbeiter nad) Anerkennung lechzt. Da die Rechte einschließlich der Nationalliberalen zu der Auf­fassung der Regierung sich belannte, hatten die sachlichen >mo versöhnlichen Ausführungen des Herrn Delbrück um­somehr Erfolg.

Die Konservativen wollen neue Kräfte sammeln. Sie Fiatten am 11. d. M. ihren allgemeinen Delegierten tag und danach auch in ben östlichen Provinzen ihre Parteitage. Wer geglaubt hat. die reformerijdi gesinnteKonservative Bereinigung" werde in die Geschlossenheit der Partei einen fieil treiben, der sieht sich getäuscht. Der allgemeine Dele- qiertentag billigte das Vorgehen der Rechten bei der Reichs- finanzresorm, und es llang aus den Erörterungen sogar so «was wie Angriffslust heraus, die sich dann auch leioer in her Presse bemerkbar machte. Man darf zum Beispiel an einem Arttkel derKreuzftg." nicht achtlos vorübergehen, in dem von den Nationalliberalen verlangt w.rd, sie müßten, wenn ie wieder ein versöhnliches Zusammenarbeiten an» gebahnt werden solle, in aller Form ihreBeleidigungen" gegen die Konservativen zurücknehmen. Wir hoffen, daß dies tnic eine nicht KU ernst gemeinte Cutgleisung des Blattes aen>c|en ist, denn ein solches Verlangen würde, wenn es «wa öfter wiederholt würde, nur aufreizend und verbit- Sernd wirken. Der sonderbare Anfall der ,^lteu^to."_ ist erfreulicherweise in der naiionalliberalen Presse nicht sehr j;arE beachtet worden, wenn auch die links stehenden Blatter löhnten und hetzten. Die ,Meuzztg." mag zu rhren früheren.

Seinem inneren Werl nach bedeutendHöher steht Der BVrmrn- hiob, ein Roman von Hans Kyser. (<d. Fischer, Verlag, lin' Dieses Ersllingslmch ossenbart ein starkes Talent. Es schildert das Leben eines einsachen Mannes, bat das Leben hart bebrüdt Sein Hmrs brennt ab; er verliert sein Kinb: sein Weib stirbt bei bet Geburt des zweiten, bas ein Mädchen ist. Tas Kind ist idiotisch Der Vater nimmt sich feiner rührend l ebenolt an. Seine letzten Jahre verbringt er als Ktüppel im Armenhaus imb stirbt mit der Landstraße. Ein starkes Buch, das voll Leben und Seele ist. , _

Gin sehr lesenswertes Buchrst auch He r »e n s be r l i ge, emeEt- zöhlung von Tiedr. Speckmann. Berlin, Marttn Warneck Ludwig Riäüer erzabtt in seinen Lebenserinnerungen einmal von Menschen, die ihm aus seinem Wcge eine liebe Begegnung waren, sie ständen jetztin seinem Herzen in der Galerie der HauSheiligen". So lieb und treu dieses Wort Ludwig Richters ist, das dem Zpeckmannschen Buche den Titel geliehen hat, so warm und sinnig sind dieHerzensheiligen". Ein Dichter hat sie geschrteben. In einer anmutigen So armer rrrfa-e finden sich gute Freunde, mchrerr Ehepaare, zusammen Auf Den gemeinsamen Ausflügen jeber evoas aus seinem Leben erzählen. Ein liebes B^ch.

latur ä. T. gut b er tret en ,

Alfred Bocks neuestes Werk,Die Pariser , haben wir Itt seinem Erscheinen eingehend gewürdmt mW konnm^^uns! alw mit einem Hinweis auf das Prächtige Buch beschranken. 2dam .Zarillon, der Odeniväldcr Arzt, der mit ,einem Michael dein einen so aroßen Erfolg erzielt hat offenbart auch m lerncm neuesten, bei G. Grote in Berlin erschienenen RomanDoo. mina mea" seine humorvolle Weltamchauung, die auch die derbste Tragik mit einem lackenden Sdnmmer umgibt. In Inappen Linien wird der Lebenslauf eines Landarztes S^chlldat Er studiert macht seine Gramina, laßt sich in einem Torfe ücber, mternS als Schisssarzt Wettrttsen.^ landet zuleM vieder in dem kleinen Ncsle, in dem ,mne Liebite letzt als bo- lebt. Was der wnge Arzt von ^n Bmiern unb demKnochaiftanzl" -u erdulden von wttchem Miß^ zesckna er verfolgt wird, bis er aus Versweiflung id)lieBli® em Mönch wird und Buße pred.igend durch du- Lande gieM, das ist mit der liebenswerten Kunst Karillons die ihm W

nnd mir unangenehm auTgciaLen. >0fneroki», verwenden

Met von seiner Äedentung auch nicdl hm und wieder^>°rwen°en

^g^eb^ÄMe TbiM-

einem guten Teile versckierzt. qegen das

fceihge nervöse Geschichte cE ^Mche dte^egen^ li-nbe autzerordenttich aofalU, em llnterya (Lfta[ten gut ge- jchon Diel zu viele gibt, wenn auch einige (Litauen gut y^-

phantastisches Märchen, das mit dem vvm Neptunsliwnde z«r Erde herabgekommenen Samen eines Rankenbaumes sich beschäf­tigt, mit demSternentau", aus dessen Bluten die Jdonen, die lebenden Wesen einer besseren Welt, entschweben, die sich aber bem 5o lieber äuge des Menschen nicht entziehen können, so daß ihres Bleibens auf der Erde nicht ist. Ein Gegenstück zu bem bekannten Werke Kurt Latzvitz:Auf iroei Planeten" nannte die Voranzeige dies neue Werk; es wird manchen Leser geben, dem die Kunde vom Neptunsmond noch weit geistvoller unb duf­tiger erfdjeinen wird, als die Mär von den wunderbaren MarS- beuvvhnern. In eine ganz andere Welt führt Friedrich Jacobsen in seinem Unter Hal tun gsuomon, T i e Lore am Dore, der bei W. Bubach u. Co., Derlin-Leip^ig-Wien erschienen ist. Ter geheimnisvolle Zauber, den die Kunst auf empfängliche Natmen ausübl unb der so oft junge, begeisderungsfäk>ige Menichen- finber aus der vvrgeFeichneten Lebensbahn reißt, beberrschl auch die Schicksale der Menschen dieses Buck»s Nicht jeder, der sich zu denBrettern, die die Welt bebeuten", unwiderstehlich hin- aezogen fühlt, gehört zu den Auserwählten, denen Erfolge be- l<f>;eben, und auch diesen wenigen, die, getragen von dem Jubel der Menge, doch einsam auf der Höhe ihrer Kunst stehen, bleibt meist das Glück fern, das ihr Herz ersehnt. Mil warmer Ameil nähme wird der Leser der Erzählung folgen, die fv viele tiefe Lebensweisheü enthält.

Im bunten Rock kommt Freiherr von Schlicht in seinem Militär-Roman Offiziere a. T. lB. Elischer Nachf., Leipzig.'- Ernst hi seiner Richtung und doch auch wieder voll lebendigen Humors Der das Schicksal mit fester Hand zwingende ehemalige flotte fltaxfllerieleutnant, die ebenso eigenartige, wie tapfere junge Teutschamerikanettn, bei ewigin Erwartungen" lebende, sorglose kleine Elmholz, der verbitterte und zuletztkapitulierende" Ritt­meister alles das sind prächttg gezeichnete Mensckien. Es ist cm Sittengemälde, das der fruchtbarste Vertreter des Mttitä^ rvmans m feinen, jüngsten Werke geschaffen hat.

schön und überflüssig ist die häufige Verbindung zweier Lieder durch oder. Von hessischer Eigenart ist zudem sehr wenig zu merken. Da gibt Bock auf einer Sette mehr als hier das ganze Buch. Trotzdem ist das Werk recht fesselnd; der Schlutz fällt allerdings ab und daß eine der wichtigsten Verwickelungen rein äußerlich gelöst wird, indem die Frau aus dem Wagen stürzt, ist auch keine besonders geschickte Lösung. Ein guter Kern steckt aber in bem Buche, aus dem eine frische, wohltuende Luft entgegenweht Als Künstlerin steht diese Frau wett über Helene

bei der die Feder flinker ist als die gar dürftigen

Gedanken.

lCbc ich mir Omptedas ftischen, fröhlichen Reiterton. In seinem RomanD r o e s i g l" der bei E. Fleisä-cl erschienen ist schildert er das Leben eines reichen Bürgerlichen, der es sckstießlich zum Rttchsfteiherm bringt Auch hier ist viel Heber- flüssiges, aber es ist alles so liebenswürdig fttsch erzählt, datz man dem Dichter ganz gern zuhört, wenn er mit scharfem Blick in das Leben der Aristokratte eindringt, die er schon so oft mit unübertroffener Meisterschaft geschildert hat.

3(?inc bedeutendere Persönlichkeit scheint Lfltfdjex

w sein, obwohl ihr bei Bachem tnJbtn ^lQ?u(T lei^

Jmmet räuber brängt^sick^die Verfasserin in I Hrä Leipzrä. erschienenes Buch ^Er erzählt

>nn uns zu belehren; und sie belehrt ott kaUA. überallvon der lebendig sühlenoen Natur, von dersprechenden Pfla^e, als hessische Volkslieder gibt, sind nur w f feefcr un-' von bereu Konflikt mir bem fvnchenden Memchengeiwe Em bekannte Verse, die m ihrer Ikberffifle logar stören L-eyr un- oo

Nr. 897

Ter Sletzrner Anzeiger erid/mi täglich, außer Sonntag«. - Beilagen: viermal wöchentlich LirtzenerLomilienblätterj -ivennai wöchentl.X»«ir» blati färben KrdsGicfjcn (Tiensiag und Freitag); zweimal monatl. Land, wirtschaftliche Seitsrazen sterusprech - Anschlüsse: für die Redaktion 113, MW General-Anzeiger für Oberhesfen bi« oormluagT^uh 8ofaflott$önt(f und Verlag der vrühl'schen Univ.'vuch- und Stehbruderei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druderei: Schulstraße 7. !jI°zE,g«.n'te?i^Beck.