Morttag »v. August 1909
Erstes Blatt
159. Jahrgang
Redaktion, Expedition und Druckerei: 5chulftraße 7.
groben Manne und jener groben Tat!
ic, der Sie uns
Hi
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Nach der Begrüßung durch den Kaiser hießen die ftauenn und die anderen Mitglieder der kaiserlichen Familie den Grafen Zeppelin herzlich willkommen. An der Spitze der Stadwcrttetung von Berlin hielt der L ü r g e r m e i st e r folgende Ansprache an den Grafen: „.hochverehrter Herr Graf! (Per aspera ad astra!« So hat Berlin Ihnen zugerufcn, als auch Sie vor Jahresfrist das alte Erfinderschicksal ereilte, durch die Hand der Elemente noch einmal Ihr ganzes Werk in Frage gestellt zu sehen Mit einer beispiellosen Einmütigkeit, die uns Deutsche Gott ,et -tank wieder einmal fühlen ließ, daß wir ein Volk sind, hat Deutichland Ihnen damals beigestanden und wir Berliner sind dabei wahrlich niast die letzten gewesen. Daß Sie heute nach Ueberwindung manaier Widrigkeiten der langen Fahrt als der schon gestern, sehnfuamg
uns, sondern nur für Sic gefragt hat. Wenn auch der Ruhm, den Sie sich erobert haben, Ihnen eine Stadt wie die andere erscheinen lassen muß, so wird doch die Begeisterung von drei Millionen, die in diesen Stunden mit Rufen und Fahnenwllun zu Ihnen emporgelodert ist, Ihnen gesagt haben, daß hier im Herzen des Landes unter den Augen des allverehrten geliebten Kaisers auch das Herz des Volkes am lautesten schlägt jedem
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,r ine Redaktion 112, , ettofl u. Expedition 51 Üdrefse für Depeschen:
«nielger Gieße«.
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r die Tagesnummer Hofatiott5Örud «itö Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruckeret R. Lange, bis vormittags y upr.
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General-Anzeiger für Gberhessen
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bei Ihren Majestäten nahmen Graf Zeppelin int dunklen Jackett- anzug, wie er vom Luftschiff kam, sowie Direktor Eolsmauu, L vc innen kur Dürr und £) beringen ieur Kober teil. Der kvriser trank während des Mahles jedem dieser Herren zu. Geladen waren ferner u. a.: Kabinettschef v. Valeittint und F,l>r. v Lyncker, Fürst! Fürstenberg, Fürst Solms- Baruti), Genera lfeld mar schall v. Hahnke, die Generäle v. Kessel, v. Löwimseld, v. Baseler und M riegsrninister v. heeringen. Nach dem Frühstück zeigte sich der Kaiser wiederholt mit dem Grafen Zeppelin am offenen Fenster über der Vortallür; di' im Lustgarten versamni'lte Menge brach in donnernde Hurra- i rufe aus und sang die ,,Wacht am Rhein" und „Teutschlcrnid,
Deutschland über alles!" Graf Zeppelin hat im Uniglichen Schloß»
die halteleinen los. Die Schrauben setzten sich in Bewegung: das Luftschiff entfernte sich in großer Schnelligkeit in der Nichol tung nach Berlin unter dem brau seichen Jubel des Publikums. Nach wenigen Minuten war es den Äugen der Zuschauer im dichten Nebel entschwunden. In der vorderen Gondel befinden sich Gras Zeppelin sen., Graf Zeppelin jr., die Cbcrmgcnieurc Dürr und Kober, Ingenieur Lau, Steuermann Hacker und die Monteure Schwarz und Laburda: in der hinteren Gondel Direktor Cols - mann, Ingenieur Stahl und Monteur Ma ft Auf alle Fälle ist das Pionierbataillon beordert worden, so lange in Bitterfeld zu bleiben, bis die glückliche Ankunft in Berlin gemeldet wird. Graf Zeppelin hat auch Hauptmann v. Kehler gebeten, ebenfalls bis zur Ankunft des Luftschiffes in Berlin in Bitterfeld zu bleiben.
Die Ankunft in Berlin.
Von Bitterfeld ging es nun in verliäli'nsmäßig rascher Fahrt der Reichshauptstadl zu. Um 8 Uhr 40 Miu. wurde Wittenberg vafstert, um 9 Uhr 50 Min. Beelitz. Um 10 Uhr 5 Thrt. befand sich das Lnitschifi kurz vor Potsdam und manöuerierte über dem Krachenberg bei Caputh. Tas Luftschiff „3. III“ erschien dann um 10 Uhr 15 Mm. über Potsdam, mauöverterlc über Sanssouci und nahm um l/,ll Uhr seine Richtung nach Berlin. Tas Luftschiff manöverierie um 10 Uhr 45 Min. über dem Fichteberg bei Steglitz, erschien 5 Minuten vor 11 Uhr über Schöneberg ' und begann sodann seinen Flug über Berlin. Bei der Annäherung an die Stadt Berlin über Schöneberg verminderte das Luftschiff feine Geschivindigkeit. Man konnte deutlich sehen, wie an Crl und Stelle die verschiedenen Manöver ausgeiührt wurden, augenscheinlich, um die Ankunst des Kaisers auf dem 2empelboier Felde abzuwarten. Etwa von 11 Uhr 30 Min. ab wandte sich der Ballon in der Richtung auf Schöneberg, Friedenau und Steglitz, die also ziemlich iveit vom Tempelhofer Felde entfernt liegen ; er führte die verschiedensten Manöver ans, vielfach das Vorderteil nach abwärts richtend. Gegen 12 Uhr manövrierte das Lnftschiss noch immer westlich vom Tcmvelho'er Felde, ohne sich dem letzteren erheblich zu nähern. Cs schien, daß Graf Zeppelin die Absicht hatte, pünktlich iim 12V, Uhr, wie vorher augekündigt, nach'dem Teinpelhoser Felde zu kommen.
Um halb 1 Uhr kam das Luftschiff auf das Tempelhofcr Feld ;ur Begrüßung des Kaisers. Es verneigte sich mehrmals und fuyr dann unter dem Glockengeläute der benachbarten Kirchen und den Jubelrufen Dunderttausender auf den Straßen unb Dächern der Gebäude von dem Tempelhofer Feld nach dem Kreuzberg und kehrte dann wieder nach dem Standplätze des Kaisers zurück, wo cs die verschiedensten Wendungen und Manöver aus- sührte. Es herrschte prachtvolles Wetter.
Sorgfältig wachte eine dreifache Kette von Gendarmen und Truppen darüber, daß von Zivilpersonen nur die Inhaber der Karten des Generalkommandos den Platz betreten durften. Das weite von Fohren umsäumte. fceiUegelänbe bot mit seinen Zelt- fachen, mit den jufamirengeftcllten Gewehren und den umher- streifenden Kavalleriepiketts ein ganz kriegsmäßiges Aussehen. Der Landungsplatz war mit Draht umzäunt. In seiner Nähe waren Wagen mit neuer Gasladung aufgefahren. Am Landung.' platz öcrfammcltcn sich von 11 Uhr an die zum Empfang er-
das Lustschiff mit dem Siebe: „Deutschland, Deutschland über alles!" Ter Ballon umkreiste dann den Turm der Petri- kirche, wandte sich von hier zur Straße Unter den Linden und fuhr über diese hinweg bis zum Brandenburger Tor. Vom Brandenburger Tor fuhr das Luftschiff in großem Bogen über die nördliche Fricdrichssiadt und die Oranienburger Vorstadt und bog dann wieder nach Süden dem Schloß zu.
Der „Z. III" wandte sich hieraus nach dem Friedrichshain, wo eine große Menge Schul linder zur Bcgrüßimg des Ballons Aufstellung genommen hatte. Tas Luftschiff machte dort per- schiedcne Wendungen, nahm dann wieder die Richtung über das Rathaus nach der Leipziger Straße über die Friedrichstadt hinweg nach dem Ziergarten und wandte sich sodann über Moabit nach Norden.
Die Landung auf dem Tegeler Schießplätze.
Um 1 Uhr 15 Min. kamen in Automobilen vom Tempelhofcr Felde der Kaiser, die Kaiserin, Prinzessin Viktoria Luise, der Kronprinz, die Kronprinzessin, Prinzessin Eitel Friedrich, sowie die unverheirateten Prinzen nebst Gefolgen in Tegel an. Kurz vorher war verzog Adolf Friedrich von Mecklenburg eingetroffen, der vom Geheimrat Lewald begrüßt wurde. Mit der kaiserlichen Familie war Generaloberst v. Kessel eingetroficn. Das Lustschifl erschien ab und zu über den Föhren, die das Schießgelände umgeben. 40 ^schiert „Z. HI" über dem Ostrande des Exerzierplatzes, machte einen Bogen nach Norden und schwenkte Dann von Norden nach dem Ankerplätze ein. Um 1 Uhr 46 Min. wurde aus der vorderen Gondel das erste Tau geworfen. Hierauf senkte sich die Spitze des Luftschiffes, da in der vorderen Gondel mit Ausnahme, eines Fahrttellnehmers alle anderen Platz genommen hatten, so stark, daß das Luftschiff in steilem Winkel zur Erde stand. Als der vordere Teil des Luftschiffes an dem Änkertau festgchalten war, gingen die Fahrtteilnehmer nacheinander durch den Verbindungsgang nach der zweiten Gondel und brachten durch diese Gewichtsveränderung auch den Hinteren Teil des Luftschiffes der Erde näher. Auch hier ergriffen Soldaten bie Aiikertaue und führten das Luftschiff nach dem zum Ankern vorgesehenen Platz. Um 1 Uhr 51 Min. berührte die vordere Gondel den Erdboden und während der Kaiser den Grafen Zeppelin begrüßte, intonierte die Militärkapelle: „Deutschland, Deutschland über alles."
Die Begrüßung Zeppelins durch den Kaiser und den Bürgermeister.
r„jw M Ulrichs
Die Zahlt Zeppelins nach Berlin.
Getauschte Hoffnungen.
Die Hoffnung, daß Zeppelin noch am Samstag programmäßig in Berlin eintreffen würde, hatte sich nicht erfüllt. Schon die Spärlichen Nachrichten über die Fahrt des Luftschiffes, die etne cukerordentlich langsame Fahri meldeten, ließen erkennen, daß a HI- schwerlich zur rechten Zeit in Berlin eintreffen werde. Die Ncichshauptstadt hatte sich inzwischen aus den Empfang des Grafen Zeppelin wohl vorbereitet. Die Häuser wiesen reichen ^laggenschmuck auf, namentlich in den Straßenzügen, worüber das Luftschiff' passieren sollte. Bereits in den ersten Nachmittags i-unben war auf den Straßen lebhafte Bewegung uni> _bot ein rcsselndcs Bild, nicht zum wenigsten infolge des hellen Sonnen i'ficin«, der seit Mittag die Stadt überflutete. Trotzdem die Nachrichten von dem langsamen Fortschreiten des Luftschiffes auf feinem Wege die Wahrscheinlichkeit stark verminderten, daß der Luftkreuzer zur angefünbigten Zeit in Berlin eintreffen werbe, (atte ber Verkehr in ber vierten Nachmittagsstunbe ungeheure ustmensionen angenommen. Der Hauptsttom ber Schaulustigen „ätzte sich nach dem ©üben zum Tempelhofer Fclb unb nach dem Norden in der Richtung zum Tegeler Schießplatz. Tie fliegenden Ländler hatten nattirlich einen guten Tag. Deutsche Fähnchen niit dem Bildnis des Grafen und Papiernachbildungen, sowie kleine Luftballons in der Form des Luftkreuzers fanden reißenden Absatz Sowohl in Tempelhof als in Tegel waren die Absper rungsmannschaften bereits frühzeittg zur Stelle; auch bie Jhe aenben Sanitätswachen hatten allenthalben ihre Posten eingenommen, die durch lustig im Winde flatternde weiße Flaggen mit rotem Kfteuz bezeichnet waren. Die ungefähr um vier Uhr em getroffene Nachricht, daß Zeppelin wegen Propellerverlustes heute nicht mehr in Berlin erwartet werben könne, schien, obwohl )ic sich mit Windeseile in der Stabt verbreitete, bei den erwartimgs frohen Massen zunächst keinen Glauben zu finden, roenigflend trat in dem gewaltigen Verkehr keine merkbare Stockung em. Trotz ber durch Extraausgaben der Blätter verbreiteten Nachricht pilgerten noch lange immer weitere Tausende und Abertausende nach den Aussichtspunkten der Stadt. Aus die nach Kundert tausenden zählenden Massen, die das Tempelhofer Feld belagerten, übte bie Nachricht zunächst keine Wirkung aus, sie wurde wie ein Gerücht' ausgenommen, das keinen Glauben verdiente. Erst nach geraumer Zeit, als an der Hiobsbotschaft nicht mehr gezweifelt werden konnte, lichtete sich das Gewimmel und m merklicher Enttäuschung traten die zum zweitenmal in ihrer Erwartung be t ogcncr. Massen den Rückzug an, der sich in aller Ruhe vollzog. Die meisten gingen bei dem schönen Wetter zu Fuß zurück. Eine cnblofc Reihe von Droschken unb Automobilen wand sich durch die Straßen ber elektrischen Straßenbahnlinien; bie von der ckuto- Omnibusgesellschaft gestellten Wagen leisteten ihr möglichstes tu ber Rückbeförderung ber Personen. Auf dem ganzen Wege sorgten berittene Schutzleute für die Aufrechterhaltung der Ordnung. Am Aauptverkehrspunkt am Halleschen Tor wurde der Verkehr burcp ein starkes Schutzmannaufgebot unter dem Befehl mehrerer Polizei- oifi’iere geregelt. Die Unfallstationen waren nur bei einigen leichteren 'Ohnmachtsanfällen unb geringfügigen Verletzungen m Anspruch genommen. Die allgemeine Stimmung der Menge war:
schienenen Persönlichkeiten. ..
Vom Tempelhofcr Feld fuhr das Luftschiff etwa 10 Minuten vor 1 Uhr über dem Bclle-Alliance-Platz Richtung Markgrafenstraße nach dem königlichen Schloß, umiuljr, die Spitze abwärts neigend, das Schloß, wandte sich sodann gegen das Rathaus, dessen Turm cbenialls umfahren wurde. Ter Turm war von Mitgliedern des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung, den Beamten und Gästen dicht besetzt. Eine Musikkapelle begrüßte
‘essen iii fclBM ruckwerk. Holz-o. Eina lulische Keltern mit I oder 2 ausf&krt
Bleten.
in Leistung u. Gl lyfarlb & Ci ikfurt a. BI.
beides bringen, der Menschheit wieder einmal das lang ersehnte Schauspiel gewähren, wie dem Verdienst daS Glück sich gesellt und wie Ueberzengung und Rdut endlich zum Ziele führen, macht Sie zum Helden unb ferner zum Liebling des Volkes. WJ5 selben heißt durch meinen Mund heute auch die Stadt Berlin Sie willkommen unb ruft Ihnen mit ber tzerzlicktett der gestern in ihren Kehlen stecken gebliebenen Glückwünsche zu weiter ab astra!"
Nachdem der Bürgermeister seine Rede geschlossen hatte, sagte der K a i s e r: „S e. E x z c l l e n z, G r a f Z e v p c l i n , Q n r r a , hurra, hurra!" Die Anwcsendcti stimmten begeistert in das X)urra cm. Alsdann besichtigte ber Kaiser, während die Kapelle konzertierte, die Gondel und die Art der Verankerung.
Die Verankerung des Luftschifses auf dem sorgfältig vorbereiteten Platze war in kurzer Zeit bewerkstelligt. Sie bestand in einer Befestigung des vorderen Teiles des Aluminiumgerüstes unterhalb der Ballonsvitze durch Drahtseile, die an vergrabenen gefreitUcn Eisenbahnschienen fcstgcmacht waren. So konnte das Luftschiff bei dem heiteren Wetter den leicht wechselnden Luft- beroegungen nachgeben. Vorsichtshalber hielten die Mannschaften des Lufiichifferbataillons den Ballon noch am vorderen und hinteren Ende am Seile fest. Inzwischen begaben sich die Majestäten, welche den Gras Zeppelin in ihre Mitte genommen hatten, zum Automobil. Dort ließ der Kaiser seinen Gast zuerst in sein Auw- mobil steigen und setzte sich darauf sofort links neben ihn. Die Kaiserin unb die Prinzessin Viktoria Luise folgten im nächsten Automobil und .hierauf die anderen hohen L>errschaften. Um 2 Uhr 40 Min. verließen bie .Herrschaften ben Ankerplatz unb fuhren auf ber Chaussee nach Charlottenburg. Der Kaiser unb Graf Zeppelin würben von bem Publikum mit stürmischen £>urra- rufen begrüßt. , v
Berlin, 29. Aug. Unmittelbar nach der Landung des „Z. III." auf dem Tegeler Schießplatz wurde der Flugteckn'.ikev Orville Wright dem Kaiser unb von diesem dem GrafenZeppelinvorgestellt.
Tegel, 29. Aug. Im weiteren Verlause des Nachintttags hat sich der Men scheu and rang sehr gesteigert, doch verläuft bei der vorzüglichen Organisation des ?ln- imb Abmar'ch s alles ini hervocragmber Ordnung.
An bet Ftühslückstafel
Wohnung genommen.
Die Rückfahrt.
Es bestand beim Grafen Zepp.lin zuerst die Absicht, bald nach dem Frühstück im königlichen Schlosse die Rüctiahtt anuureten. Tiefe Absicht wurde indessen aujgegcbcn, da einer der ^Hinteren! Propeller des Lnftschiss.s ausgewechselt werden muß. Tie dazu erforderlichen Teile werd-en von einem Ingen.eur aus B,tterield nach Berlin gebracht, Jo daß diese Arbeit am Abend oc-rgcnommetr werden dürfte. Infolge dec prallen Sonne des gestrigen Tages batte das Luftschiff viel Gas verloren, so daß sich eine Nachsullnng doch als nottrrnbig erwies. Tie Gasnachfullung sollte ebenfalls gestern abend au5gefül»rt werden. Der Antritt der Rückfahrt wurde demgemäß erst für eine späte Ncrchtitunpe festgesetzt. Um 11 Uhr 2 4 Minuten Nacht erfolgte die Rückreise von Berlin mit Kurs nach 'Südwesten.
In der vorderen Gondel hatte auch diesestwal Gras Zeppelin jr. Platz genommen. Nach kurzem Anspvobieren ber Propeller gab Graf Zeppelin jr. um 11 Uhr 22 Minuten mit einer weis en Flcwge das Absc.l/rlsz.'ichen. In biescm Augenblicke .euklen bie Scheinwerfer das das Luftschiff beleuchte.rdc Licht nb und langsam unb majestätisch <.-rbob sich der „Z HL", seine Spitze ber Heimat zu- wendend. Noch lange begleiteten bann bie Sck>cin.werscr das scheidende Luftschiff über den bunHcn Wald, bis es in der Tunlel- hcit verschwend. Gras Zeppelin sen. machte bie Fahrt niait mit. Gr trat gestern abend vom Anhalter Bahnhose aus mit dem fahrplanmäßigen Zuge um 9 Uhr 45 Minuten in entern Kaiserlichen Salonwagen die Rückreise an. Trotzdem die Stunde ber Abfahrt nicht bekannt gegeben worden war, hatte sich doch aus dem Balmhofe em zahlreiches Publikum angesammelt, das dem Grafen begeistert zujubelte und ihm „auf Wiedersehen" zurief: Graf Zeppelin banfte vom Magenfenster aus in liebenswürdigen Worten. Ten „Neuesten Berliner flachrichten" zufolge hielt Graf Zeppelin, als er den ihm aus Befehl des Kaisers zur Verfügung gestellten Kaiserlichen Salonwagen bestiegen hatte, in sichtlickzer Rührung über die begeisterte Haltung des Publikums etwa folgende Ansprache: „Ich danke Ihnen unb Ihren Mitbürgern für bie warme und begeisterte Aufnahme, die ich nicht nur beim Kaiser unb seinem Hause, sondern auch bei ber ganzen Bevölkerung Berlins gefunden habe. Sie wissen, daß es schon lange mein Wunsch war, nach Berlin zu komtnen. Wenn es mir letzt trotz vieler Zwischenfälle, die mich auf dieser Reise betroffen haben, gelungen ist, so habe ich das Gott zu verdanken. Nochmals meinen innrgsten unb herzlichsten Tank."
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Berlin, 30. Aug. Während der Zcppxlintage wurden auffallend viele verlorene Kinder, teilweise noch in Kinderwagen aufgefunden, deren Eltern sich mehr um Zcvoclin, als um ihre eigene Sprösslinge gekümmert hatten. Tie Kinder besineen sich teilweise noch in polizeilicher Lbhut. Während auf b;m Tempelhofer Felde Unfälle erniter Natur überhaupt nicht au registrieren waren, hatte die Sanitätswache auf dem Tegeler Schießplatz mehrere schwere Fälle zu behandeln. Verschiede Personen wurden im Gedränge mehr ober minder schwer verletzt und außerdem kamen noch über 30 Ohnmacht-anfälle vor.
Bitterfeld, 30. Aug. ,Z. III" ist um 6.30 Uhr bei ber Station Zahna zwischen Jüterbog! unb Wittenberg zum Landen gezwungen geweien, weil em Propeller beschädigt wurde. Ein herabfaliendes Stück des Propellers verletzte die Ballonhülle, io daß Gas ausströmte. Gas zum Nachfüllen ist schon umerwegs. Die Reparatur wird nicht lange Zeit erfordern.
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Morgen kommt er sicher.
Zn Bitterfeld.
Unsere letzte Nachricht über bie Fahrt des „Z. III." am Lamstag kam aus Münchenberg in Obersranken. In langsamer fircuv’ und -Querfahrt hatte das Luftschiff seinen Weg settdem ftrtgesetzt Es passierte um 2 Uhr Crimmitschau und um 4 Uhr Altenburg. Zwischen Crimmitschau und Altenburg, in der Nahe Von Schmölln, hatte „Z. III." e i ne n P ro p c l l e r v e rloren. Tie Fahrt ging infolgedessen sehr langsam Wetter. UM 0,15 Uhr nachmittags erreichte das Luftschiff Leipzig. „Z. HI' war um 5 Uhr 30 Minuten über Leipzig-Eutritzsch lichtbar und fuhr mit „ . i M drei Schrauben in ber Richtung auf Bitterfeld weiter. Es er- IV/1ÄK A 1 folgte keine Zwischenlandung. Graf Zeppelin, r^r Perlon- IViODvl fl Cid) in Leidig weilte, war mit der Geschwindcgkeit des Lufttchmes ■VlV ■ tufvicbcn. Ilm 5 Uhr 55 Min. Nawmtttags wurde „Z. III.' m i •(. ■ Dilterscld gesichtet. Als ttrrz vor sechs Uhr auf der Ballonaallc
31 Arbeit bic ^^fteigenbe Fahne das Nahen des Luftlchtnes verkündete,
| entstand unter den gewaltigen Menschenmassen, bie in weitem PreK !i rmkreis den vor bei" Halle liegenden, abgesperrten Lanbungsplatz Sl*111 II umsäumten, eine sieberhaste Er.egnng. Bald barauT iah man am
' I Sorizont ein kleines, Helles Wölkchen, das ,ich allmählich ver- I größte, und nälier tarn. In ber Mitte des Platzes, wo Soldaten bereitstanden, nahmen Hauptmann v Kehler und Obcr- I Ingenieur Kiefer Aufstellung. Um 6 Uhr 20 Mm. ttaf Graf Leppelin sen in einem Automobil auf dein Landungsplätze ein, l Lald darauf ber Kronprinz im Autömobtt, beide von ben rubelnden H Anrufen ber Menge begrüßt. Tie Munk ipielte bie Nationa lhymne ; inzwischen war bas, Luftschiff naher herangekommen, beut- lid) konnte man das Fehlen des linken vorderen Propeller fehen. Um 6 Ahr 25 Min. befand sich das maiest-.ttiicoe Lutti.chiff unmtttel- lac über ber Landungsstelle. Tie Soldaten ergriffen die ^.ab- «elassenen Taue unb zogen das LufUchiff aussen Landungsplatz berab. In diesem Augenblick durchbrach die Mens chenmenge den «ebildeteii Kordon unb brach in begclltertc Ovationen auch Der
I Kronprinz begrüßte bie Insafsen des
I Musik die Natioilalhmnne spielte und sich bie jubelnben ßuru c f ler Menschenmenge immer wieder erneuerten Um 6% i lat Graf Zeppelin, der inzwochen die vorder-e Gondel des ' Msfes bestiegen hatte, durch das Sprachrohr die Menge, zurück- mtreten, um das Luftschiff nickt SU^ge>ahrden. ^lestr Auffor j lerung konnte indessen nur langiam y-olge geleistet ' mittelbar darauf begab sich der Kronprinznitt dem Giasen Zeppelin l 'm Automobil nach bem Hotel „Kaiierlwck - , ^rber nrußten be ii»ittene Offiziere dem Gefährt einen Weg durch die Menge bahnen, ."ikai Zeppelin hat ben Kaiser um Befehl gebeten, wann du Ab fahrt erfolgen soll. Um i/4S Uhr wurde mit dem Nachfullen von WasserbaNast begonnen. Der Kaiser fandte em überaus e- [ öendwürbiges Telegramm an Zeppelin, in dem.er die Hoummg a iprach, den Grafen am Sonntag gegen 12 Uhr über bem -emvol bofer Felde zu sehen. Der Kronprinz war mzwlichen UM^/r8 Uhr ! m Automobil wieder nach Berlin gefahren. Die Nacht Ve f ruhig. Pioniere, die sich stündlich abtösten, beiten bet dem - Wache, der trotz der feuchteii Nachtluft von vielen Zu Mauern umlagert wurde. Am Sonntag morgen, noch vor Uhr tarn Äraf Zeppelin im Automobil an, woriMf sofort mtt ber - a ullung von Gas begonnen würbe. Die Abfahrt sollte um 1 Ujt angetreten werden, ohne den verlorenen Propeller 'U. ersetze Ter dichte Nebel, ber schon bei Sonnenaufgang berr gte. Der dichtete sich immer mehr, so daß bas Luftia ifs nur tciln«.tic UM» var. Graf Zeppelin, der sehr wohl aussah, unterhielt ttck freund lich mit zahlreichen Surren, bic ihn begrüßten. c.
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