Ausgabe 
23.11.1909 Zweites Blatt
 
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Dienstag 23. November 1909

Zweites Blatt

Nr. 275

159. Jahrgang

Oamenverein GabelsM

»dramatischer Runflüfm. animwcchse!. %

®rl4rtnl täglich mit wu6naT)me deS Sonntag».

Tie ^Oitßeaer LamlUrndlätter" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich be,gelegt, daS 'h'rcisbtati für den Krell Giehen" zweimal wöchenil.ch. Dierandwlttfchafrücheo Seit* fragen'* erscheinen monallid? jrocunat

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Aus Ktadt itnO Ecrrrd.

Gießen, 23. November 1909.

Vogelschutz im Winter.

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ein Keil, der zur Uneinigkeit beiträgt. Wie stellt sich Rahardt dazu?

Rechtsanwalt Stockv (Tüsseldors) betont die Notwendigkeit, alle parteipolitischen Bestrebungen außer acht zu lassen und nur den wirlschastlichen Staiidpunkt hervorzuhebcn. Wir im Mittel­stände müssen einig sein, und zwar im Mittelstände mit Aus­schluß aller Nichtgewerbetreibenden. Seit Jahren gründen wir und organisieren, lassen Sie uns heute einen Zentral-Ausschutz des deutschen Mittelstandes ins Leben rusem l .

Obermeister, Abgeordneter Rahardt (Berlin): Die heutige Sitzung ist veranlaßt, um eine Einigung aus einer mittleren Linie herbeizuführen. Wenn aber foldk Angriffe wie jetzt aui eine Richtung erhoben werden, dann ist dieses Ziel ausgeschlonen. Der Mittelstand ist ohne große Mittel, das ist unser Krebssckwden. Ich habe die Ueberzeugung, daß der Mittelstand aus eigener Kraft sich nicht aushelfen kann. (Dort, hört.)

Der Dansabund soll nun der Sündenbock sein.

Rotationsdruck und Verlag der vrüblichen Universität» - Buch- und ©tcu.Lirudcrei.

N R. Lange, Giesen.

Redaktion, Exvebition und Druckerei: Schul» ftraßc 7. ErvediNon und Vertag: bL

9ic6attum:e^ll2. rel.-2ldruAnzeigerGieben,

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Ochste Probe Cameiss k 1 November, abends Saale dcs Hotel Elnhon 87) U. Lchmidh Tan»l«r TU. 1885 »is?*" erelnSitnimer Hole! (£ )tK«rali>et|auiBii

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Gieheyer Anzeiger

General-Anzeiger für CberheMn

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und hohe Freude.

** Ein alter hessischer Offizier gestorben. Zu Freiburg i. Brersgau, too er im Ruhestand lebte­st Generalmajor z. D. v. Rotsmann gestorben. \iiner der letzten aus einer großen Zeit, der selbst ein Stück Geschichte repräsentierte. Am 18. April v. I. konnte dec Verblichene, geistig und körperlich rüstig, sein dicunantenes Pttlitär-Dienstjubiläum begehen, v. Rotsmann trat am 18. April 1848 in das Grotzh. Hess. 2. Infanterie-Regiment jetzt Kaiser Wilhelm Nr. llö ein. Er machte derr Feldzug mit dem Regiment in Baden mit, 1848/49, und trat 1854 in österreichische Dienste und zwar in das 14. Li- nien-Jnfanterie-Regiment, dessen Chef damals Großherzog Ludwig III. von He,sen war. 1859 zeichnete sich der Ber- storbene im italienischen Feldzüge hervorragend in den Schlachten von Magenta und Solferino aus. Im Jahre 1860 begleitete er den Prinzen Alexander von Hessen und bei Rhein nach Warschau zu einer politischen Konferenz, an der der damalige Prinzregent von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm, Kaiser Alexander IL von Rußland und ilaiier Franz Josef von Oesterreich teilnahmen. 1866 machte o. R. im Hauptquartier des 8. Bundes-Armeekorps, dessen Führer Prinz Alexander von Hessen war, den Krieg gegen Preußen mit und blieb nach dem Friedensschluß persönlicher Adjutant des Prinzen Alexander, bis zu dessen am 15. De­zember 1888 in Darmstadt erfolgten Tode, worauf v. R. seinen Abschied nahm und nach Freiburg übersiedel.e. Dort ist er am Samstag hochbetagt gesuorbcn, em wackerer Soldat, ein Hesse von echtem Schrot uni) Korn 1

Vortrag. Auf Veranlassung der Gießener Freunde der .Christlichen Welf wird der bekannte Herausgeber dieses Blattes, Professor Rade aus Marburg, Montag den 29. ds. un Hotel Schütz einen Vortrag halten über .Rellgjon und Moraf.

- Der Eisenbahn »Konsumverein hat, wie man unS schreibt, in seinem letzten Geschäftsjahr wiederum einen höheren Umsatz und eine höhere Ersparnis erzielt; auch die Mttgliederzahl hat sich gehoben. Tie Ersparnis beträgt 15 155 Mt. 60 Pfg., so daß wieder 10 Prozent Rück­vergütung gezahlt werden können. Die Rückvergütungen kommen in Kürze zur Auszahlung. Erfahrungsgemäß werden fie zum größten Teil zu Weihnachtseinkäufen Verwendung finden.

(=*) Münster b. Lich, 22. Nov. Man beabsichtigt, das früher bedeutende Braunkohlenbergwerk Hesse n- brückerhämmer wieder in Betrieb zu setzen. Das Werk wurde vor etwa 15 Jahren infolge eindringender starker Wassermaisen und w^en Fehlens vill^er Transporimittel sriltgelegt. dtachdem tc$t die Baqn Lia^Grünberg dem Ver­kehr überleben wurde, har die Firma Lenz & Co. in Berlin umfangreiche Boorverjucge vorgenouimen. Am sogenannten Kreuz" beim alten Bergwerk ist man 70 bis 80 Meter tief vorgedrungen. Die mächtige Basaltschicht, unter, der

Unsere gefiederten Freunde, die im Frühjahr un Sommer unS so manche Freude bereitet und durch Vertil­gung der schädlichen ftleindcre viel stutzen gebracht haben, haben zum größten Teil die deutsche Heimat verlassen und ihre Winterquartiere im Süden aufgesucht. Weidenlaub. vogel, weiße Bachstelze und das immer bewegliche Haus­rotschwänzchen sind als die lettzen jetzt auch fortgezogen. Geblieben sind unsere lieben, treuen, deutschen Waldvögel, die auch im Winter bei uns bleiben und von denen wir mit Fug und Recht sagen können: Sie sind unser! Das sind in erster Linie die bei uns heimischen 6 Meisenarten und deren Verwandte: die Spechtmeise (Kleiber), der Baum­läufer, der Zaunkönig, das gelbköpsige Goldhähnchen; ferner die verschiedenen Spechte, Amsel, Drossel, Buchfin, Goldammer, Laubenlerche und Star. Insbesondere ver­dienen die Meisen zur Winterszeit jeden erdenklichen Schutz. Sie säubern uns zu jeder Zeit des Jahres unsere Bäume von Ungeziefer und erfreuen das Menschenherz durch ihr schmuckes Gewand und ihr lebl-aftes allzeit munteres Wesen. Ihrem Nahrungsmangel im Winter abzuhelfen i't des Dogelschützers oornehmfte Sorge. Die erste Frage ist: Wann soll man mit der Wintersütterung beginnen? Solange der Himmel noch das freundliche Angesicht trägt wie seither, ist eine Fütterung eigentlich nicht nötig. Er't wenn Rauhfrost und Wirbelschnee eintreten und die natür­lichen Speisekammern der Vögel verstopfen, das sind die Ritzen und Spalten der Baumrinde, in denen die Insekten ulid Baumschädlinge ihren Unter,chlupf gesucht I>abcn, erst dann beginnt die Futternot unserer Mei,en. Tamil sie aber in solchen Zeiten des Hungers sofort wissen, wo sie Nahrung holen können, gewöhne man sie schon jetzt allmählich an bestimmte Futterplätze.

Zu welcher Tageszeit soll man futtern? Arn besten, man schüttet das Futter morgens in der Frühe auf, damit der Vogel bei seinem Erwachen sofort eine gedeckte Tafel findet. Wenn man bedenkt, daß im Dezemoer und Januar !-=> Js 11 fvr i ttnnS hi» rpl hpit pintri rt imh

Aber nein, die Wurzeln bc8 heutigen Streite» liegen viel tiefer: Wir Gewerbetreibende, das Bürgertum, hat nicht den gebührenden Einfluß aus die Gesetzgebung, und das nur darum, weil wir nicht die Mittel auftreiben können, welche die -wählen erfordern. Tie Führer des Hansabundcs haben große Mittel, wir aber haben nichts. Wir haben eine Menge gcmeimanie Angelegenheiten, so Fragen bc» Verkehr», Steuern, Arbeiter­fragen, Betriebsaussicht, Vertretung im Parlament usw.

Obermeister Knappe (Leipzig): Nachdem wir unseren säch­sischen Handwerkern den Rat erteilt haben, dem Hanfabunbe nicht beizutreten, werden sie unaujhörlich von Berlin aus aui» geforbert, der dem Hansabunde freundlich gesinnten Mlttelstanbs- vereiiugung Berlin beizutreten. Warum muß dar Bund in untere Reihen diese Verwirrung bringen?

Abg. Rahardt erklärt, daß die fragliche Aufforderung an die sächsischen Handwerker laut Beschluß der Osterverjammlulig erlaßen wurde, ehe noch der Hansabund gegründet war.

Konrad (Breslau), Vorsitzender der Breslauer Mittelstands- Vereinigung: Es war von Ral>ardt unpraktisch, eine Annäherung an den Hansabund zu unternehmen. Rahardt hat auch Ursprung' lich sich lebhaft gegen den Haiisabund ausgesprochen. Wenn der Hansabund wirklich so mitteistandssreundlich ist,, warum hat sich denn seinerzeit kein Führer des Bundes der Mittelstandsvereini­gung angeschlossen? n ~ x f _

Es wird hierauf der Antrag gestellt, einen Zen t r ala u s - schuß für den deutschen Mittelstand zu wählen. jLie Berliner Delegierten sprechen sich dagegen aus. Es wird be­schlossen, zunächst einen

vorbereitenden Ausschuß

aus neun Mitgliedern nach Berlin einzuberufen.

Es wird hierauf in ter AusiMach^stottgeiatzren. N rem ann (Braunschweig): Ter niedersächstsche Schutzverbairb hat sich gegen den Hansabund ausgesprvchen. Wir können uns im übrigen den Anregungen Stukys nur anschließen. Ehren-Obermeister ui i aj t (Berlin): Ter Mittelstand muß in seiner Emiaung gettarlt toep Oen. Was hat nun der Hansabund für uns bisher getan i Er hat 30 Sjanbmerfer in feine Leitung ausgenommen und will mit ihnen gemeinsam Vorgehen. Ter Hariiabund ist, mittelstandst- ^Abg^Pauli (Potsdam): lieber die Stellung zum Hansa­bunde hätten die Vorstände der mittelständischen Vereinigung befragt werden müssen. Das hat Herr Richt aber nicht getan, als er im Zirkus Busch behauptete, er

spreche im Namen von 300000 deutschen Hand- werkern.

(Richt ruft: Tas habe ich nicht gesagt: große Unruhe). Pauli lottsahrend: Tann will ich die betreffende Stelle vorlesen (Der Redner verliest die Stelle unter lebhaften Hört-Hottrulen.) Sie haben über unseren Kvps gesprochen. (Lebhalter Bei,all unb Widerspruch.) , .,,

Richt: Als ich meine Rede hielt, wußte ich noch nicht, daß der Hansabund gegründet werden sollte. (Gelächter.) Rießer hat die Gründung des Bundes erst nachher vorgeschlagen. Ich muß daher den gegen mich erhobenen Borwurf mit Eniscyieden- heit zurückweisen. Rahardt: Wir wollen hier keine Ver- zetteleien herbeisühren. Ich bin auf Grund eines Kompromlcs, nid>t von den Konservativen allein, gewählt worden.^ Auf Grund unserer Ueberzeugung haben wir den Mittelpand bisher tu tonicr» oativem Sinne geleitet. Aus Anlaß der Reiä)sfiNMizreform haben wir gefehen, was wir von dieser Pattei haben. Kommen Sie doch am nächsten Sonntage nach Berlin und wählen <sie uns heraus. Wir sind Gesäwftsleute und nehmen unsere Lilse, von wo wir sie bekommen. Wir binden uns aber auch an keine Partei.

pelUtfcfye Tagesschau.

Entschlüsse des badischen Freisinn».

Am Sonntag hat der gesckstiftsführende Ausschuß der ; flofcl)d)en freisinnigen Partei in Karlsruhe folgende Ent- ; Schließung gefaßt:

Ter heute in Karlsruhe tagende erweiterte geichasts- iibteiibe Ausfchuß der freisinnigen Partei in Baden weist die . rn einzelnen nationalliberalen Blättern gegen die freqinnige *Viäbtcn"d>ait in den Wahlkreisen Heidelberg-Eberbach

Lörrach-Land erhobenen Beschuldigungen des Verrats .n der liberalen Sache auf» entschiedenste zurück. Durch die ütichivahlergebnli'se laßt sich zahlenmäßig nachwenen, datz die frtifinnige Wählerschaft im Wahlkreis Heidelberg-Eberbach gttreu i'x vou der Paiteileitung ausaegebenen Parole in der Stichwahl icbaiibelt hat. und daß die Wähler im Wahlkreis Lörraä)-Land Lat zum weitaus größten Teile, trotz der vereinbarten Parole, fit Wahleiithattung für den nationalliberalen Kandidaten ein- Zetteten (mb. Der erweiterte geschäftsiührende Ausschuß ver­fahrt sich ferner gegen die von einigen Lörracher national- Ibctalcn Führern bestimmten Persönlichkeiten gegenüber geübte -bäiiige Kampsesweise gegen die frei,innige Partei. Er lieht \ dieser Kampsesweise eine bedeutende Schädigung, de» Gesamt- LbetaliSmus, die nur den Gegnern zu gute kommt."

Bezüglich der linksliberalen E i n t g n n g, für die non ollen Landen toarm eingetreten nntrbe, kam es zu i)laenber einsttmmig angenommenen Entschließung:

Ter heute in Karlsruhe taaenbt erweiterte gesämsts- ribreiibt AuSichuß der freisinnigen Partei in Baben betrachtet »ne Verschmelzung der drei linksliberalen Parteien zu -ner einzigen großen entschieden liberalen Partei als eine un- cbivei»bare Notwendigkeit unb fordert die maßgebenden Partei- iistonzen auf, die Arbeiten für diese Fusion im Untere ne einer fni)d)iUtlid>en unb freiheitlichen Ausgestaltung _ ber inner- ^litijchcn Verhältnisse unseres Vaterlandes mit möglichster Be- shleunigung zu betreiben."

Tal Sude bei persischen Aufstande?.

lieber die Niederschlagung des nordpersischen Auf­standes iverden dem Berl.Lok.-Anz." aus Teheran mter- rfa.lte Einzelhetten gemeldet. Der von der Teheraner Re- gierung in das nordperjische Auistandgebiet entsandten Ex- pebüion gelang es, die Anhänger des entthronten Schahs ^rückzudrängen und Sendschan in der Nähe von Rcscht am üafpischen Meer zu besetzen. Von dort wird berichtet:

In Sendschan herrscht nunmehr volliommene Ruhe unb Ordnung. Die Bevöilerung atmet auf und dankt der neuen Regierung für ihr energisches Vorgehen, wodurch )ie Anhänger des allen Regimes t^ischädlich gemacht tour» )Cn. Aus allen Häusern und Basaren wurden Freiheits- - ahnen gehißt, und alle Geschäfte wurden wieder geöffnet Tie Teheraner Regierung beglückwünsch.e telegraphisch die ^Lipedi.ion für den errungenen Erfolg und beauftragte den bisherigen Gouverneur Moin ed Dauleh, in Senoscqan zu jerbleiuen und die 5-aupirädelsführer unter militärischer Zegleiiung zur Aburteilung nach Teheran zu senden. Die Verfolgung zur Ergreifung der großen Mul.aqs Gourbanalie Tiro fongeietzt Die Hinrichtung der ergriffenen Aufständischen steht bevor. Die Befehlsqaber üben strengstes Gericht. Der Gouverneur befahl, die bombar­dierte Moschee sofort restaurieren zu lassen. Die Verluste des Gegners betragen 16 Tote und viele Verwundete. Heftige stampfe spielien sich im Siadtinnern ab. Ephrem eröffncie nid) ^iiiversiändnis des Bach.iarenchefs Serrarbah..dur, des Sohnes Serdaraifads, die Beschießung mit Maschinenge­wehren und einem Creusolge,chütz, worauf die ganze Streit­macht in Tätigkeit trat Obgleich das Feuer der Rcg.erungs- rnippen verheerend wirkte, stellte der Gegner erst gegen Niiternacht das seine ein. Er hatte gute Befestigungen und schoß von den Dächern und aus den Häusern. Tie Ex­pedition erbeutete zwei Geschütze, viele Gewehre und Mu­nition. Die Moschee wurde arg beschädigt. Der Gegner r-jitte eine i/3 Meter dicke mäst'ive Mauer unterhalb der Lculpttuppel errichtet und feuerte aus Schießscharten.

Die Expedition ist in vorzüglicher Verfast'ung. In Sendschan wird eine neue Polizeitruppe organisiert und eine Justizverwaltung eingerichtet. Plünderungen haben richt stattgefunden._________

Auderordentiiche velegittlenversaminlung der Mittelstandes.

4 Leipzig, 22. Nov.

an giulter ju tämDfm, unteridirieben 6on R-hardI? Ta» ift I Söget gezwungen, 15 Stunoen d-S T-gs zu j-stew Er ' - .....n entwickelt dann auch gerade in den ersten Morgenstunden,

zumal bei dem raschen Stoffwechsel, der den Luftbewohnern eignet, einen gewaltigen Appetit. Findet er nach dem Erwachen nicht alsbald Nahrung, so geht er innerhalb 23 Stunden unfehlbar zu Grund, wie vielfache Er­fahrungen gezeigt haben. Daher muß der Bogelschützer ruh bei der Hand sein und Tag für Tag, pünktlich und regelmäßig, seinen Lieblingen das Futter chifschütten. Was soll das nun für Futter sein? Hier ist ganz besondere Vorsicht geboten, damit man in bester Mei­nung nicht schließlich mehr Schaden anrichtet als Gutes tifteL DieAbfälle aus der Küche" sind keineswegs immer ein zuträgliches Futter für den Vogelmagen. Brottrümcken, die längere Zeit an der mit Feuchtigkeit gesättigten Luft gelegen haben, werden sauer und bringen den Vögeln Krank­et und Tod. Gesalzene Fleijck)- unb Fettstücke sind geradezu als Gift für unsere Schützlinge zu ßezeick)nen. Mag es immerhin ein pos.ierlicher Anblick sein, wenn die leichibeschwingten Meisen, bald Kopf oben, bald Kopf unten, an dem Schinkenlnochen aus- und ab Lumen, das traurige Ende kommt sicher nach: Im Frühial-r findet man so manches der lieblidten Tierchen oerenbet im schmelzenben Schnee. Das Salz hat es ihm angetan. Als bie unseren Vögeln im Winter zuträglichste Nahrung gelten in erster Üinie der Hanf, weiterhin der Stern ber Walnuß und bet Sonnenblume, kurz alle öb- unb fetthaltigen Sämereien. Das Fett entwickelt im tierischen Körper bekanntlich Wärme, bie ber Vogel während ber oft bitterkalten, langen Bluter- nachte sehr notwendig braucht. Von bie,em Gesichtspunkt aus können auch bie sogenannten Futter stet ne, ein Gemisch von ausgelas,enem Hammels- ober Rindersett unb allerljanb Sämereien, nur empfohlen werden. Da sie zugleich ein sehr sparsames F-utter darslellen, so ind diese Futtersteine im besonderen geeignet, im Vorwinter Den Vögeln bargeboten zu werben, um sie an bestimmte Futterplatze zu gewöhnen. (Futtersteine können in Darm- liabt von Gebrüoer Wenz, Sauienhandlung, Marktplatz, bezogen werden.)

W o soll man das Futter ausstreuen ober bie Futter­st eine auslegen? An einem gegen Nässe und Schnee ge­schützten Ort, da auch die Katzen nicht antommen können. Die Kinder auf dem Land zimmern sich aus alten Zigarren- listchen zwar sehr primitive aber nichtsdestoweniger ganz brauchbare Futterhäuschen, die von den zutraulichen Meisen gern ausgesucht werden, auch wenn bie Tierchen bis bicht vors Fenfter fliegen müs,en. An der offenen Seite dieser Futterhäuschen befinbet sich aus dünnen Holzstäbchen ober Weiden gefertigt ein Sperrgitter, um bie gefräßigen unb zudringlichen Spatzen fernzuhalten. Wer etwas mehr Geld anlegen will, ber taufe sich eine Bruhnsche Meisen- bofe, zu beziehen in Hamburg 36 beim VerlagParus" ober in Darmstadt in ber Samenhandlung von Gebt. Wenz^ Und wer noch mehr tun will, der lasse sich in seinem Park ein sogenanntes Hessisches Futter haus bauen (2535 Mk.). Wenn man von seinem warmen Zimmer aus, während draußen vielleicht ein heftiger Schneesturm tobt, das Meisenvolk im Futterhaus aus- und einsliegen lieht, um sich vom Futtertisch Samentörner ober Fett- oröckchen zu holen, so gewahrt das eine eigene. Befriedigung

Unter zahlreicher Beteiligung offizieller Vertreter der beut Ihm mittclitänbigen Berufs-Organisationen trat beute nachmittag <ni£ außerordentliche Delegiertenversammlung des Mittelllanbes M Saale des Künstlerhaus cs zusammen, die von ber Mittel,tands- Bminigung im Königreich Sachsen eütberufen twrben hxn. An frtveer Stelle referierte Architekt Felix vohne (Leipzig) über da- Thema:

Mittelstand und Hansabund".

führte aus: Ter 5 Milliarbensegen des Frankfutter Fttedens !am in erster Linie der GMßinbustrie zugute, ^r Aupchwung der Äroßinbustrie hatte bann die Acbeiterveloegung zur Folge, die ich in der Sozialdemokratie kriltallisierte. Ter Kämpf zwilchen liefen beiden Wirtichaftsgruppen bedroht au, das ,ch-ver,le den Abständigen Mittelstand, den kleinen Gewerbetreioenden unb Hand- verker in seinen Existenzbedingungen, itie Grvßinduitrie haft kui Mittelstaiide aus begreiflichen Gründen nicht, uito bic eoiiab deuivkratie hasst, baß er Mieglich ihr rufallen wirb und laßt 4» schutzlos. Sie will ja nichts weiter fein, als die Skrrtetcrm )er Arbeitersärast. Unter diesen VerhältNis)en »uchte der Mittel- iand Anschluß an andere Parteien. Tre Üiiqervative Partei Dar zur Vertreterin des Mittelstandes'rrngeergnet, ba Jie nur rem agrarische Interessen tiertritt, alle anderen angeblichen Zwecke )ieucn nur ber Verbrähmung. Tie nativnolliberale Partei ist bic Großkapitals unb ber Großindustrie, die Linkvliberalen die Vertreter ber Börse. Tas Zentrum schließlich ist eine bogniatudK Bartei par ezccllence, bie bie katholische Weltanichauung auf alle eebeiisverhältnisie üoertragen will. Gewitz lapeii »ich die Par­tien von den Angehörigen des Mittelstarrdes gute Wahlblenste teilten, aber ihre Fvrberungen werben bann stets nur mit 4a)iel» »ucken angehört. Ta bat sich nun ber Mlltelstonb aus sich leibst Wonnen uub serne eigene Organisation gegrünbet An sang biejes ß ah res trat

der Hansabund auf den Plan. Er verspricht allen alles, dem Großkapital und dem Mittelstände zugleich Tas ist ein unnwgliches Begumen. £er Mittelstand kann neben dem Vaarsabunde, niemals i m dansa Kunde stehen. ,

§,n A usspräche fragt Meyer (Jena): Bst nichr, 5 Uhr nachmittags die Dunkelheit eintritt unb

m & «Sülatt verichickt worden, m dem dre deutsche MtttelMnds- motacnS nicht Tag oub, so ist bei

Dereuugung zu Berlin auNordext, mit dem Haiqabunde Schuller1 oatz e^ vor o uyr um. wu.u, jv m u«.

ap

ild-Theater

Plockstraße 1| roffen rischen Aitraklionen: Von Marl Twain, tumlfilm von 400 m SU d Daiiia. irz'e Programm unb Uhr ab: