Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Deutsches Reich
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schönsten und größten Nordlichter des 19. Jahrhunderts über- Haupt scheinen nach den vorliegenden Berichten die vom 7. Januar 1831 und lb. Oktober 1836 gewesen zu sein. Das erste von beiden, das übrigens gerade am Geburtstag Heinrich v. Stephans ausslammle, mar nicht nur in ganz Nord- und Mitteleuropa, sondern bemerkensivcrterweise, nicht minder großartig, auch in Nordamerika sichtbar. In vereinzelten Fällen wiederholen sich übrigens die Nordlichter an mehreren Abenden. Es empfiehlt sich daher vielleicht, an den nächsten Abenden dem Nordhimmel etwas erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, wenngleich die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung des am Samstag in Schweden uiti> Rußland gesehenen Nordlichts ziemlich gering ist.
— Cooks verhinderte Beweisführung. DieEnt- dcckung des Nordpols durch Peary und Cook nimmt allmählich den Charakter einer Humoreske an. Alle Welt wartet auf die Kiste mit den Dokumenten Cooks, die der Jäger Whitney von Cook in Aunotok erhielt und die nun bald in Amerika eint reffens sollten. Statt ilwcr Lmmt ein Telegramm mit der Nachricht, daß Whitnea diese wichtigen Beweisstücke unter einem Felsen in Etah zurücklassen mußte, tveil Peary nicht dulden wollte, daß irgend ein Cook gehöriges Stuck an Bord des „Roosevelt" kam. So wird also eine neue Expedition in die Polgegend unternommen werden müssen, um Beweise für die Polentdeckung zu finden. Inzwischen muß außer Cooks Bericht das Zeugnis Whit- n e n 5 genügen, der Cook aus der Rückfahrt mit seinen beiden Eskimos traf, und von ihm die Polentdeckung mit allen Einzelheiten er-.al'en hörte. Er mußte ihm aber versprechen, Pearl) davon nichts zu sagen. Alle diese Eisersüchteleien und geschäftlichen Sü! udigkeiten in einer wissenschaftlichen Frage sind für den europäischen Geschmack echt amerikanisch. Peary zählt vierzehn Gründe auf, warum er Cooks Angaben über seine Erreichung des Nordpols mißtraut. Er erklärt, alle Eskimos hätten bekundet, Cook sei niemals außer Sicht des Landes gewesen. Cook habe ferner die Gepflogenheit der Nordpolforscher, die von ihren Vorgängern niedergelegien Dokumente zurückzubringen, um zu beweisen, daß sie selbst soweit vorgedrungen seien, nicht beobachtet. Cooks Instrumente seien Quecksilber-Instrumente gewesen, die in normaler arhifd)er Temperatur ungeeignet wären. Tie sonsttge Ausrüstung für die angeblich durchannachten Strapazen sei gänzlich unzulänglich gewesen. Tie in Brooklyn erscheinende Zeitung „Standard Union" erklärt, die Abbildungen, welche Cook zur Illustration seiner Artikel im „Newyor! Lerald" benutzt hätte, seien ,a l t, trotzdem die Zeitung angibt, sie seien auf der Polarfahrt ausgenommen. Cook gibt zu, daß die Bilder vor acht Jahren von anderen hergestellt worden seien.
— Al ü n ch e n , 28. Sept. Tie Beisetzung des bekannten Gründers und Leiters Oer zoologischen Station in Neapel, Anton Dohrn, der hier starb, findet am Sonntag den 3. Lliober aui dem Friedho' in Jena statt. Ter Familie gingen zahlreiche Beileidskundgebungen ans der ganzen wissenschaftlichen Welt zil, auch der Rotier und eine Reibe deutscher Fürstlichkeiten sprachen ihre Teilnahme aus. Tie Heilung der zoologischen Station übernimmt der Sobn des Beriiorbenen, Dr. Reinhard Tohrn, der ihn schon seit zwei Jahren vertrat.
Seer und Flotte.
Stuttgart, 28. Sept. Ter- „Staatsanzeiger" schreibt: Ter König von Württemberg hat dem kaiserlich-ottomanischen General Mahmud Schefket Pascha das Großkreuz desFrred- richsordens verliehen, der König von Preußen dem General der Kavallerie und kommandierenden General des dreizehnten Armeekorps, Herzog Albrecht von Württemberg, das Kreuz derGroß- komture des königl. Hansordens von Hohenzollern.
Nr. 228
Ter ««ebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GießenerZamIlin.iblütter; nveinial wöchcml.Urekr- dlattsürden »reis Gießen (Dienstag und Freilach; zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Berlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.
Deutsche Kolonien.
Hamburg, 28. Sept. Gegenüber der Meldung über ein Revirement im Kolonialamt, mit dem auch der Ge- neralbircltor der Hamburg Amerika-Linie, Ballin, in Verbindung gebracht wurde, kann das „Hamburger Fremdenblatt" aus das Bestimmteste versick)ern, daß Generaldirektor Ballin nicht daran denkt, amtsmüde zu sein. Auch hätten'die Herren, die in Hamburg kürzlich mit dem Staatssekretär Ternburg zusammen waren, durchaus nicht den Eindruck bekommen, daß dieser keine Lust mehr habe, sein ehrenvolles Amt weiterzuführen.
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rsailles, 28. Sept. Tas Leichenbegängnis der Dpfer der Katastrophe des Luftschiffes „La RSvubligue" sand
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aufgeben möge, da diese „es nicht mehr leiden könne". Dagegen wollte man ihn mit allen Mitteln überreden, bei den Bersamm Lungeit der Evangelischen Gemeinschaft seine Kunst zu, üben.
Beim „Hauptguartier" der Heilsarmee wurden aus Anträge folgende Mitteilungen gemacht: „Es ist richtig, daß Frau Wangel sich bereits seit längerer Zeit, besonders aber seit ihrem letzten Aufenthalt in Frankfurt a. M., zu den Bestrebungen und Gedanken der .Heilsarmee bekannt hat. Fran Wangel hat aber bisher unser Hauptguartier lueber ausgesucht, noch hat sie uns offiziell von ihrenr Eintritt in unsere Reihen Kenntnis gegeben: vielleicht geschieht dies erst nach Rückkehr des Kommandeurs Up phant 9hir einmal, und zwar bereits vor etwa vierzehn Tagen, har Frau Wangel ss»t abends nach Schluß der Dienst,tunden unser Hauptguartier betreten. Tamals war sie mit einer Bekannten gekommen, die ein neues Dienstmädchen suchte und der sie durch unsere Stellenvermittelung ein solches verschaffen wollte."
Die Sichtbarkeit des Nordlichtes.
— Störungen von T el e g r a P h e n l i n i e n durch Nordlichter, wie sie am 25. September an sehr verschiedenen Teilen der Erde in ungewöhnlich großem Umfange und nicht minder großer Intensität vorgekommen sind, dürfen, so wir) der „Boss. Zig." geschrieben, im allgemeinen als recht seltene Erscheinungen bezeichnet werden, die durckychnittlich im Jahr sehnt nur etwa einmal vorkommen, wenngleich die. mal der letzte derartige Fall sich erst am 31. Oktober 1903 ereignet hatte. Es war recht schade, daß die Hauptstörung am vorigen Samstag qerade um die Mittagszeit eintrat: mchi nur wurde infolgedessen die Verkehrsstörung in Den Telegraphenlinien ganz besonders empfindlich, sondern wir sind dadurch in Deutschland auch um den seltenen Genuß eines Nordlichts ge kommen, wie es zu sehen gewesen wäre, wenn das magnetische Gewitter in den Abend oder Nachtstunden ftattgeiunben ^ba-.r und wie es in närdlieher gelegenen Gegenden, ?. B. m Ltoctt holin uiid Petersburg, auch am Abend des Samstag tahadihdi mahrgetwmmcn worden ist. Auch am 31. £ höbet 1903 entging uns der Anblick des Nordlickus leider, obwohl damals die Uo runa am Abend eintrat, weil der Himmel in ganz Teutschiand durch eine Wolkendecke verhüllt war. Somit sind jetzt ,d)on elf Jahre seit dem letzten großen, in weiten Gebieten Deutsch land« beutlid) wahrnehmbaren 'Nordlicht verflossen, das am 9 September 1898 u. a. auch in Berlin sehr schön zu oeobachten war Ein kleineres Polarlicht war hier und da aud) noch am 15 drovemöer 1905 wahrzunehmen. In Berlin hingegen war das von 1898 wenn man von einem kleineren in der Nacht zum 31 März 1894 absieht das einzig sichtbare seit sehr langer Zeit Es waren übrigens in jüngster Zeit, zu Anfang ^ep- tember genau 50 Jahre vergangen, seitdem an mehreren auseinander eigenden Abenden des September 1859 einige der schönsten Nordlichter Teutschlands gesehen wurden, die damals übrigen.- gletcknalls von großen Störungen im internationalen Telegr? -„verkehr b itet waren. Von den Nordlichtern der
letzten .zehnte, bi i.i Mitteleuro < ncgtbar waren, scheint neben d .n vom 9. September 1898 das vom 25. Dftober 1870 das bedeutendste und verbreitetste gewesen zu ieut Die beiden
setzung teil: Ministerpräsident Briand, der Minister der öffentlichen Arbeiten Millerand und der Krieasminister General Brun. Tie Militärattaches der auswärtigen Mächte waren gleichfalls zugegen. Ter Bischof von Versailles, die Geistlichkeit und Vertreter der Stadt eröffneten den Trauerzutz. Die Särge waren mit den Uniformen der Toten bedeckt, das Kreuz der Ehrenlegion war an jeder Uniform angeheftet. Der mit Fahnen geschmückte Leichenwagen wurde von Offizieren eskortiert. Dor der Käthe ’ brate, wohin sich der Trauerzug bewegte, hatte sich eine riesige Menschenmenge angefammelt. Der prunkvollen Trauerfeierlickleit in der Kathedrale wohnten sämtliche offiziellen Persönlichkeiten bei. Ter Bischof widmete den Toten die letzten Grüße namens der Wissenschaft, der Humanität des Vaterlandes und der Religion. Auf dem Kirchhofe sprach nachher an den offenen Gräbern Kriegsminister General Brun, der der tiefsten Trauer des ganzen Heeres Ausdruck gab.
In Verbindung mit der für den 16. und 17. Oktober in Eisenach in Aussicht genommenen Feier der 50. Wiederkehr des Gründungstages des deutschen Nationalvereins ist eine Sitzung des Zentralvorstandes der national li b e r a fe{n Partei vorgesehen, die am 16. Oktober, nachmittags 3 Uhr, im Hotel Rautenkranz in Eisenach stattfindet. Das Programm der eigentlichen Festfeier wird demnächst veröffentlicht werden.
Der Vorstands rat desDeutschen Museums in M ünche n hielt am Tienstag unter dem Vorsitz des Ge Heimrats Professor Slabv-Berlrn seine Jabressitzung ab, der als Vertreter her Retchsregrerung Geheimrat Lewald- Berlin beiwohnte. Auch Graf Zeppelin war anwesend. Mittags fuhr der Vorstandsrat mit dem Prinzen Ludwig von Bayern, den Mnistern v. Wehner und v. Frauen- torfer, sowie dem Grasen Zeppelin nach Augsburg, wo int goldenen Saale des Rathauses ein Frühstück statt- fand. Oberbürgermeister Wolfram hielt eine Begrüßungsrede. Prinz Ludwig ermiberte mit einem herzlichen Trink ,prnch auf die Stadt Augsburg. Später erfolgte in Augs bürg die Eröffnung des neuen Maxinriliansmuseums. Gegen 9 Uhr abends wurde die Rückfahrt nach München ange- Ireien, wo abends im alten Rathaussaale ein Festmahl
von der bühne zur Heilsarmee.
Hedwig Mangel, eine der bekanntesten Berliner Bühnen- "künsckerinncn, Mitglied des Reinhardtschen Deut scheu The ater-, -l^eint wie wir schon kurz meldeten, infolge einer ieeh)d)tn B.r Ämüng einsttoeilen ihLr künstlerischen Tätigkeit. entzogen zu ■fein Seit einiger Zeit schon zeigte die im 37. Lebensiahre stehenin Nstl^in, deren saft- und kraftvolle Gestaltungen klassischer wn komischer Rollen bekannt smd, eine starke Vorliebe für r el i g i o 1c AofhrärfK Am Mittwoch, nad)bcni sie die Marthe im „Fault DviL hatte erklärte Frau Mangel einem Mitgliede der Direktion, daß sie die Bühne nicht mehr betreten werde, ihre religiösen An
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ZW-Z-MS SSSMMS die tauentnfte «iebmenn.rbigfeit ihrer betten iaoe wrtota lind wenn man mit ihr Mammen roar, ““ "MX £ -ine ganze Gesellschaft td> °on
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?in Kaufmann namens «unon und lebt m Kaouw oci x^ Mutter, Schwester und Brüder und cml^vrdentlich aehören der Evangelischen Gemennck>an an, streße zu Charlottenburg ihr Versammlungslo al Hw. r
oandten suchten Frau Wange! immer wieder zu bewegen, oav chenso fromm würde wie sie. . 6 r ^tabernaef,
Ihrem Mann, dem &armoniuinmrtuofcn Mar ..
bat Sebmig Sangel vor einiger M ni§
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aachkam, gleichfalls ein „frommes Leben" 'uhren. -Xrr Stabernack sah sich nunmehr gezwungen, die i untcr öcr
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veränderten Sinnesart feiner Frau und deren , “uyl gelitten hatte. Seine Schwiegermutter cvrrntnniuauöiel
mit Rücksicht auf seine Gattin das „weltliche
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In Brüssel wurde am Dienstag unter Beteiligung von 25 Staaten, die durch 60 Delegierte vertreten sind, die dritte internationale Konferenz für Vereinheitlichung des Seerechts eröffnet. Der Minister des Aeußern, Davignon, begrüßte die Versammlung, die auf Vorschlag des deutschen Vertreters, Gesandten Grafen von Wallwitz, den Staatsminister Beeruaert-Belgien wälilte.
Der Lenkballon, den die Gebrüder Lebaudy Frankreich als Geschenk madjen wollen, wird hölzerne Schrauben tragen und kann in drei Monaten geliefert werden.
Das Militärbezirksgericht in Wilna verur- teilte am Dienstag wegen eines Ueberfalles auf einen Post zng in Besdany drei Angeklagte zur Todes st ras e, Awei zu siebenjähriger und einen zu vierjähriger Zwangsarbeit.
Der türkische Generalissimus Schefket Pascha ist Dienstag früh in Paris eingetroffen.
Wegen des bevorstehenden Eintreffens der türkischen Spezial miss io n wurde Iswolsky vom Zaren nach Livadia berufen. Der Sultan hat das 5? and sch reib en an den Zaren bereits unterfertigt.
Nack) Meldungen der Konsuln der Schutzmächte aus Kanea ist die bereits gemeldete Ermordung eines Mohammedaners durch Griechen ein Racheakt. Tas Verbrechen ist ohne politische Bedeutung. Die Bot schaster der Schutzmächte verständigten demgemäß die Pforte und ließen zugleich mitteilen, daß der Mörder bereits verfolgt werde.
Aus M e l i l l a meldet man: Eine Abteilung, die gestern einen Erkundigungsmarsch ausführte, entdeckte in den sogenannten Wolfsschluchten mehr als 100 Leichname von spanischen Soldaten, sowie die mehrerer Offiziere, die in den Kämpfen vom 23. bis 27. Juli d. I. gefallen waren.
Wie aus dem Yem en berichtet wird, zog Mehmed Jdris, der bis zur Küste vorgedrungen war, beim Er- scheinen des türkischen Kreuzers „Medschidje" sich in den Distrikt von Sabia zurück, wo er gegenwärtig neue Streit - träfte sammelt. In Hoheidah wurden die Anhänger Jdris von den türkischen Truppen geschlagen, worauf mehrere Scheichs sich der Regierung unterwarfen.
Am Montag ist in Barcelona eine Bombe explodiert. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Zensur hat die Mitteilung dieser Nachricht angehalten. Ter neue Minister des Innern mach! baraw aufmerksam, daß diese häufigen (tetoaltatte die Aufrechterhaltung der Suspension der konstitutionellen Garantien in Catalonien rechtfertigten.
Zur 5)erstellung dauernder geordneter Zustände in Arabien soll, sobald die finanzielle Lage es erlaubt, eine türkische Kolonial-Armee geschaffen werden.
Aus Kapstadt wird gemeldet: Premierminister Mer- riman erklärte der gesetzgebenden Versammlung, die Regierung werde für Lud eritzbucht einen Vertreter zur Wahrnehmung der englischenJnteressen ernennen.
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Erstes Blatt 159.Jahrgang Mittwoch 2v. September 1908
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General-Anzeiger für Oberhessen WM Botationsörud und Verlag der vruhl'schen Unw.-Vnch- und Zteiudruckerei H. Lange. Bedattlon, Lrpedition und Vruckerel: §chulstrahe 7. 8nzeig«nteü^'H."B«L
VekerlerRechtfertigung im ungar.Abgeordnetenhause.
Ministerpräsident Weckerle Hai dem ungarischen W geordnetenhculs die politische Lage auseinandergesetzt und erklärt, daß wegen seiner in Wien gellend gemachten Forderungen in seinem Kabinett Meinungsverschiedenheilen geherrscht hätten. Tie Minister der Kossuthpartei hätten ihn im Stiche gelassen. Tie Lage ist also die, daß die Gegen- oartei in seinem Ministerium nun ans Ruder kommt.
O s e n p e st, 28. Sept. Im Laufe der Debatte im Abgeordnetenhause die sich in der heutigen Sitzung über die Mitteilung von der Demission des Kabinetts entspannter Igrisf der Ministerpräsident Weckerle das Wort, um über Jrie Vorschläge zu berichten, die er dem König zur Lösung der Krise gemacht habe. Der Mnisterpräsident erklärte zunächst: Wir wünschen die volle Unterstützung der Krone, um jede fremde Einmischung in unsere Angelegenheiten ^urückzuweisen. Wir konnten hierauf umsomehr rechnen, als der König, obwohl er strenge darüber wacht, daß seine «souveränitätsrechte unverletzt erhalten bleiben, dennoch die Traditionen der Nation in Ehren hält und den verfassungsmäßigen Standpunkt wahrt. Ter Ministerpräsident teilte fodann mit, daß er die Durchführung der Wahlreform vor- geschlagen habe, ferner die Erhaltung der gemeinsamen Nank. Er wünsche wohl die wirtschaftliche Selbständ,gleit Les Landes, aber nicht die bloße Form der Selbstänoigleil, die in Wahrheit einen Rückschritt bedeuten würde. Ferner habe er gefordert, daß in milttärischen Emblemen die Zu- «ehörigkett zum ungarischen Staat zum Ausdruck gelange iinb daß die ungarische Staatssprache in der Armee Anwendung finde. Diese Vorschläge seien jedoch von den Ministern der Kossuthpartei im Ministerrat nicht unteritüiit Norden. Dr. Weckerle erklärte zum Schluß, daß er, sowie feine Kollegen, nach kämpfereicher Tätigkeit mit dem Bewußtsein redlich erfüllter Pflicht den Platz verließen (Leb- hafker Beifall rechts.) Die Mitteilung von der Demission des Kabinetts würbe vom Hause zur Kenntnis genommen.
Ofenpest, 28. Sept. Nach einer Meldung des Pester Lloyd aus Wien soll in der letzten gemeinsamen Minister ko n f e r e n z die Verschiebung der außerordentlichen Kredite für Heer und Marine sowie für den Bau von Dreadnoughts beschlossen sein.
Probefahrten rnffischer Militärlnftflhiffe.
Petersburg, 29. Sept. Gestern sanden Probefahrten mit den lenkbaren Militärluftschiffcn „Lsebebi" und „U lfch cb ny" ftatt Tie Fahrten geschahen in einer Höhe von 500 refp. 800 Metern und dauerten 70 bezw. 84 Mi nut e n. Die zurück- Gelegte Strecke Petersburg—Ligowo und zurück betragt 30 49er,t.
. Zur Zerstörung de; französischen Luftschiffes.
Pari s 28 Sept. Paul und Pierre Lebaudy boten dem Kriegsuiuuiler als Ersatz für den Lenkballon „La RSpubliquc" ein neues Luftschiff an, das in kürzester Zeit fertiggestellt werden


