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28.8.1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.

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Dre Pforte versichert, sie habe keine Kriegsabsichten gehabt und manche Beweise ihrer friedlichen Gesinnung gegeben. Sie habe von Griechenland die Ausklärting verlangen müssen, weil es Einfluß auf Kreta auSgeübt habe. Die beiden Ant­worten der griechischen Regierung hätten zwar dem Verlangen der Pforte nicht ganz entsprochen, seien aber als befriedigend erachtet worden, weil Griechenland versichere, sich auf Kreta nicht mehr einmischen zu wollen. Die Pforte dankt dann den Mächten für die Regelung des Fahnenzwischenfalles und stellt fest, daß daS erzielte Ergebnis die Regelung der Schwierig­keiten erleichtern werde, und zwar in der Weise, daß die Souveränitätsrechte der Türkei unangetastet bleiben, lieber Mazedonien sagt die Note, die Pforte sei berechtigt, in voller Unabhängigkeit von Griechenland die Beachtung des Vertrages von 1897 zu verlangen, da durch die türkische Verfasstlng, die durch den Berliner Vertrag vorgesehenen Reformen über­flüssig geworden seien. Heute nachmittag traten die Ver­treter der Schuhmächte zu einer Beratung über die türkische Antwortnote zusammen.

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Zinsland.

Der ungarische Handelsminister Kossuth begab sich, einer Einladung König Eduards zum Lunch folgend, gestern vormittag nach Marienbad. .

Ter schwedische Streik. Wie das Lrvenska Telegram- byran erfährt, beriet dre schwedische Regierung einige Vorschläge zur Vermittlung im Generalstreik, kam aber zu dem Schlüsse, daß die Vorschläge der Regierung nicht zur Vornahme irgend welcher Schritte veranlassen dürsten. Nach den Angaben des Mi­nisteriums des Innern beträgt die Zahl der Stteikenden zurzeit 255 668, sie hat demnach feit dem 18. August um 23 468 ab­genommen. In Stockholm selbst hat sich die Zahl der Aus­ständigen nur wenig vermindert. Tie östentlickie Meinung wendet sich gegen eine Vermittelung der Regierung, solange Vertrags­brecher am Streit teilnehmen. Die Ernte wird bei schönstem Wetter eingebracht. Der Ackerbaustreik hat Nicht die geringste Bedeutung zu erlangen vermocht.

Der Boykott gegen griechische Schiffe in Konstanttnopel ist gestern eingestellt worden.

Der gefangene R o g h i traf gestern früh in F e z em, ein* geschlossen in einen eisernen Käsig, der auf dem Rückest eures Kameeles befestigt war. Er schien gefaßt zu sein und erwiderte auf die Spottreden der zusammengelaufenen Menge. Der Sultan unterzog seinen Gefangenen einem fünf Minuten langen Verhör, woraus er rhn im Palais einschließen ließ.

Stadt und Land.

Gießen, 28. August 1909.

* Tages kalender: Kolosseum: Samstag imb Sonn- Kabaretvor stel hingen.

Kinematographentheater: Täglich Vorstellung.

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** Landesuniversität. S. K. H. der Groß­herzog hat den ordentlichen Professor in der philos. Fakultät der Landesuniversität Dr. Bruno «Saue r in Gießen auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen und den außerordentlichen Professor Dr. Hans Albrecht Fischer in Rostock zum außerordentlichen Professor bei der juristischen Fakultät der Landesuniversität ernannt

Ordensverleihung. Se. Königl. Hoh. der Groß Herzog hat das Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen dem Oberleutnant Jacobi von Wangelin ,m Jnsanterle-Leibreglment Großherzogin (3. Großh.) Nr. 117 verliehen.

- Auszeichnung. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herz og hat dem Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie und Lehrer an den Lehrstätten für angewandte Kunst, Bildhauer Hch. Jobst in Darmstadt, den Charakter als Profeffor ver-

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In Marokko zeigen sich immer wieder neue lieber- mschungen. Nach jahrelangen Kämpfen ist dort jetzt endlich her Thronprätendent Bu Hamara unschädlich gemacht morden. Wie Sultan Abdul Asis, so hat auch der jetzige Sultan Muley Hafid viel und schwer mit ihm zu fampfen !l«habt. Am vorigen Sonntag ist es endlich gelungen, Bu Hamara zu fangen. Muley Hafid hat ihn fesseln lasten trnb wird ihn nun nach marokkanischer Sitte m einem eisernen Käsig zur Schau stellen. Eine grausame strafe, der sie ist nur unbedeutend neben allen den anderen Grausamkeiten, die gerade jetzt in Marokko verübt werden. Die französischen Zeitungen verlangen bereits eine euro­päische Intervention in Fez: Europa dürfe unmöglich lanaer den marokkanischen Abscheulichkeiten ruhig zusehen, die der finstersten Tagen von Tahomey würdig seien.

Im fernen Osten bereiten sich inzwischen Dinge vor, die mindestens ebenso sehr wie Marokko das Interesse Saropas verdienen. Es verlautete, daß Japan und China einen Geheimvertrag abgeschlossen hätten, für den Fall, daß Ostasien wieder einmal der Schauplatz eines Kriege» icerben sollte. E- A-

Kuba Jose Vidal y Caro in Hamburg, dem das Exequatur des Reichs erteilt wurde, ist zur Ausübung konsularischer Verrichtungen in Hessen zugelassen worden.

Lebensretter. Der Badeanstaltsbesiher Gg. Alex. Watrin zu Mainz hat am 22. Juli d. I. ein Mädchen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Diese mit Mut und Ent- schloffenheit ausgesührte Rettung bringt die Regierung durch eine amtliche Mitteilung zur öffentlichen Kenntnis.

Br and Versicherungskammer. S. K. H. der Großherzog haben den Finanzaspiranten Phil. Theodor Bausch zu Darmstadt zum Revisor bei der Brandversicher­ungskammer ernannt.

* Interessante Zeppelinbilder (Photographien von den vorgestrigen Probeaussliegen des Z. III bei Friedrichs­hafen), die von einem bekannten hiesigen Sportsmann aus­genommen wurden, sind für einige Zeit bei Herrn H. Roll, Mäusburg, ausgestellt.

Volksschüler als Treiber. In verschiedenen Gegenden Hessens mar eS bisher Sitte gewesen, bei Treib­jagden, die von Standesherren und anderen hohen Persön­lichkeiten veranstaltet wurden, Volksschulkinder während der üblichen Unterrichtszeit als Treiber zu benutzen. Zu diesem Zwecke wurden sie jedesmal von den zuständigen Schul­vorständen vom Unterricht dispensiert. Die Lehrerschaft war von jeher gegen die Verwendung der Schulkinder zu dem angegebenen Zweck, und zwar aus gesundheitlichen, päda- gogischen und sozialen Gründen, vermochte aber lange Zeit nichts auszurichten. Run hat vor einiger Zeit daS Ministe- mim des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, ver­fügt, daß die Beteiligung der Schuljugend an Treibjagden unzulässig sei und daß den Kindern zu dem angefühtten Zwecke unter keinen Umständen mehr schulfrei gegeben werden dürfe. In der kommenden Jagdsaison wird man also auf die Verwendung von Volksschülern als Treiber verzichten müssen.

* Ein neuer Kaninchenzuchtverein wurde kürz­lich hier gegründet, der sich den Namen Kaninchen-Zucht- und Pflegeverein zulegte. Der Verein will die Kaninchenzucht fördern, um daraus einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu erzielen, ferner die Kaninchen zwecks Gesundheit, Reinlichkeit und der Felloerwertung zu pflegen. In seinen Versammlungen, die jeden Monat flattfinben sollen, rocroen Vorträge über die einzelnen Raffen und die Felloerwettung gehalten, so­wie Verlosung von Nassetieren vorgenommen werden.

** Abgefaßt. Der Kellner Hermann Rühling aus Rinder hatte sich gestern abend zu Bad-Nauheim in der Wirtschaft zur Krone einlogiert. Heute morgen verschwand er dort und nahm einem anderen Fremden, der noch schlief, eine Uhr nebst Kette mit. Auf telephonische Mitteilung hin wurde Rühling hier verhaftet, die gestohlene Uhr befand sich noch in seinem Besitz.

= Steinbach, 28. Aug. Unser ältester Einwohner, der frühere Waldarbeiter Johs. Hah n I., feiert heute seinen 93. Geburtstag. Herr Hahn, der früher als Waldarbeiter und Waldhüter im Dienst der Stadt Gießen stand und vielen Gießener Bürgern noch in bester Erinnerung sein dürfte, erfreut sich noch großer körperliches und geistiger Gesundheit

X Betzenrod, 27. Aug. In der Nacht auf Montag wurde hier ein schändlicher Unfug verübt. Auf dem hiesigen Kirchhofe wurden nämlich Kreuze umgeworfen und Gräber zerstört. Trotz der eifrigen Nachforschungen konnte man die Täter nicht ausfindig machen.

n. Schlitz, 27. Aug. Auf unserem hoch gelegenen Friedhof, von dem aus man eine entzückende Aussicht ge­nießt über das alte Städtchen mit seinen Burgen, upb das von bewaldeten Bergen begrenzte Schlitzertal, erhebt sich ein altes, aus dem Jahre 1619 stammendes Kirchlein, die sogen. Toten- oder Sandkirche. Infolge von Bausällig- teit ist sie schon seit vielen Jahren zu gottesdienstlichen Veranstaltungen nicht mehr benutzt worben. Nunmehr aber wird das unter Denkmalsschutz stehende Kirchlein auf Be­schluß des evangelischen Kirchenvorstandes mit einem Kosten­aufwand von 4000 Mk. wiederh ergeftellt. Ende Sep­tember hofft man es bann wieber feiner Bestimmung über­geben zu können. Im benachbarten Uetzhaufen ist ein Mann an Typhus erkrankt Man nimmt an, daß der Betreffende, infolge Genusfes von Salat, der in der vor­überfließenden Schlitz gewaschen wurde, sich diese Krank­heit suaeAOQen hat. Weil vermutet wird, daß die Schlitz

lehrer an dem Realgymnasium und der Ob er real schicke zu Gießen Professor Dr. Aug. Ro eschen auf fein Nach­suchen bis zur dauernden Wiederherstellung seiner Gesund­heit in den Ruhestand versetzt, den von dem Fürsten zu Dsenburg und Büdingen in Büdingen auf die Stelle eines Oberlehrers an dem Wolfgang Emst-Gymnasium zu Bü­bingen präsentierten evang. Pfarrer zu Steinbach (Kreis Gießen) Karl Haacke für diese Stelle mit dem Charakter als Professor bestätigt, den Oberlehrer an der Oberrealschule zu Worms Karl Kaus zum Oberlehrer am Herbstgym­nasium zu Mainz, den Oberlehrer am Lehrerseminar zu Alzey Hch. Geißler zum Oberlehrer am Lehrerseminar zu Bensheim und den Hauptlehrer an der Knabenmittelschule I zu Darmstadt Hch. Hetterich zum Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Alzey ernannt.

** In den Ruhestand versetzt wurde der Ge­richtsvollzieher Kart Leonh. Betzberger in Nidda aus sein Nachsuchen unter Anerkennung ferner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung der Krone zum Ritter­kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen. .

** Neuer Konsul. Der Generalkonsul der Republik

Deutsches Reich.

Die mecklenburgische Verfassungsän­derung. Wie aus fidjercr Quelle verlautet, ist dre Mel­dung -ausländischer Blätter, die Ritterschaft habe beschlossen, die Verfassungsvorschläge abzulehnen, durchaus falsch. Die Verhandlungen werden noch in der nächsten Woche fort­gesetzt. Man glaubt auf beiden Seiten, durch Abänderung refp. Neueinbrrngung der Regierungsvorlage, zu einer Eini­gung zu kommen. Auch die Blättermeldung, daß die Bür­germeister die Steuern verweigern wollten, ist erfunden. Die Verhandlungen unter 18 Herren sind vertraulich.

Kaisermanöver-Konferenz. In Freudenstadt in Württemberg fand, wie derSchwab. Merkur" berichtet, unter der Leitung des preußischen Ministeriums der öffent­lichen Arbeiten und des Eisenbahn-Zentralamtes in Berlin die Kaisermanöver-Konferenz statt, die alljährlich im Bereiche derjenigen Eisenbahnverwaltung abgehalten wird, in deren Bereich die Kaisermanöver sich abspielen. Es waren 62 Vertreter sämtlicher deutscher Eisenbahnverwal­tungen anwesend, die ihre Arbeit in dreitägigen Verhand­lungen erledigten. Es hat sich dabei insbesondere um den Bedarf an Personen- und Güterwagen für den Rücktrans­port der Truppen gehandelt. Morgen schließt sick) eine von 20 Vertretern besuchte Konferenz der süd- und west­deutschen Eisenbahnverwaltungen an, in der die Zusammen­setzung der durchlaufenden Schnellzüge und Mcaßregeln zur Beseitigung von Verspätungen vereinbart werden.

Bei einer Besichtigung des Feldartillerie- Regiments Nr. 49 in Kirchheim unter Teck ist der erst jüngst ernannte Kommandeur der 27. Division, General­leutnant von Beck, vom Herzschlage betroffen worden und tot vom Pferde gestürzt Die Hebung wurde sofort abgebrochen. Generalleutnant von Beck war bis vor ttirzem Kommandeur der 26. Infanterie-Brigade in Min­den i. W.

politische Wochenschau.

Gieß en, den 28. Aug.

Die Luftschifferwoche in Reims und die große Fahrt ; c s neue st en Zeppelin scheu Luftschiffes nach , -.ttrlin haben der jetzigen politischen sttllen Zeit ihre eigene t.tgnatur gegeben. Mit einigem Neid werden die Leiter ier Frankfurter Jla ohne Zweifel das reiche Programm i er Franzosen in Reims studiert haben. So etwas hat die frankfurter Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung bis- ber nicht zu bieten vermocht, trotz Zeppelin und Parseval. '.'Äch Berlin macht Frankfurt Konkurrenz. Dort kann man ben Flug des Wriahtschen Apparats bewundern. Die Frank- , irter Jla wollte der Mittel- und Sammelpunkt für die dies- , ihrigen Lustschiffahrten sein, aber es scheint wirklich, als nvnn dieses Ziel nicht erreicht werden wird. Dies irae, bieg Jla spottet nun selbst die Frankfurter Zeitung. Die ;ia hätte eine kulturhistorisch bedeutsame Veranstaltung narben können, wenn man nicht den Jahrmarktsrummel und ohrmarktsverdienst gar zu sehr in den Vordergrund ge­rückt hätte. Rutschbahnen und Karussels gehören nicht auf eine ernsthafte Ausstellung und hohe Eintrittspreise schrecken ab, zumal man für sein Geld dort recht wenig hat. Wer ein richtiges Bild von dem derzeitigen Stande der Luftschiffcck)rt befommen will, findet in Frankfurt seine Rechnung nicht. d.kit herzlicher Anteilnahme hat man auch dieses Mal die ohrt Zeppelins verfolgt, die ihn in die Reichshauptstadt geführt Hal. Nicht ohne Bangen verfolgte man die Fahrt bon Z III, ob nicht wieder irgend ein tückischer Zufall das Programm stören würde. Wie sehr die Luftschiffahrt auch heute noch von foldjen Zufällen abhängt, lehrt der jüngste verunglückte Flug des in Frankreich erbauten russischen lenk­baren Luftschiffes. Es siel dieser Tage bekanntlich bei einem jrobefluge in die Seine. Derartige Unglücksfälle lönnen natürlich den Fortschritt in der lenkbaren Luftschiffahrt heute nicht mehr aufhalten; sie beschleunigen ihn höchstens. Ächon heute sind die Mächte fieberhaft tätig, um sich brauch­bare Kriegsluftschiffe zu schaffen. Das Beispiel Deutsch- luids hat sie alle angefeuert, .Häfen für Kriegsluftschiffe zu bauen und Luftschiffe zum Angriff und zur Verteidigung u erwerben.

Von Berlin aus, wo Zeppelin sich nur fur^e Zeit auf- falten will, wird der kühne Pfadfinder der Luftregion nach bem Bodensee zurückkehren, um dem Kaiser Franz 3 o f e f von Oesterreich sein neues Luftschiff vorzuführen. 9?tan sieht, mit welchem regen Interesse der greise Monarch lc Entwickelung dieses neuen Problems verfolgt. Auch Oesterreich wird bann wohl bald an die Ausrüstung von .'iriegslustschiffen gehen. In England hat man bisher merkwürdigerweise wenig Erfolg mit der Konstruktion von iriegsluftschiffen gehabt und man sieht nicht ohne Unbe- bigen die Erfolge Deutschlands und Frankreichs, ja selbst .Italiens auf oiefem Gebiete. Man ahnt es, daß das Luft­schiff schon im nächsten Kriege eine bedeutsame Rolle spielen uirb; mit seinen Dreadnoughts, auf die England bis jetzt sc> stolz war, ist den behenden Kriegsfahrzeugen der Luft nicht beizukommen.

In Oesterreich machen die Tschechen wieder einmal von sich reden. Ihr neuester Vorstoß gilt dem Herzen des Deutschtums der Habsburgischen Monarchie und man tarn es den Deutschen nicht verdenken, wenn sie sich jetzt ordentlich zur Wehr setzen. Sie hätten es nur schon früher rin sollen, bann würden die Tschechen es jetzt nicht wagen, sich in deutsche Gebiete hineinzuwagen, um sie zu tschechi- hfren. Einstweilen ist es noch bei verhältnismäßig harm­losen Prügeleien geblieben, aber wie leicht kann es bei der begreiflichen Erregung wieder zu ernsthaften Zusammen­stößen kommen. .

In Kreta, dem alten Zankapfel zwischen der Türkei urb Griechenland», ist ber Friebe bisher erhalten geblieben, ss bebrohlich bie Sage auch noch bis vor kurzem aussah. Um so schlimmer sieht es bafür aber in Albanien und in Yemen aus. In beiben türkischen Grenzlänbem herrscht Wlsruhr unb bie türkische Regierung hat augenblicklich alle Sxnbe voll zu tun, um den Ausbruch einer offenen Revo­lution zu verhüten. Wie em ft die Lage ist, geht daraus beroor, daß bie Mächte bereits Kriegsschiffe zum Schutze ihrer Interessen nach fernen ab geschickt haben unb bie Auf- iierksamkeit der Türkei in nachdrücklicher Weise auf Albanien

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Nr.201 Erstes Blatt LSS.Jahrgang Samstag 22. August 190S

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