flietiifyn dun& Plakate
«hi««
~ ~—-—, Ist»
Veteranen Verein
Mittwoch, den 27. Januar eier des Geburtstage; r. Mrlestät des Kaiser bei Lamerad Lteinmerm ____________Ter Vorilai
Ms«! 8
LamSia-, den Ifabmü oben N8‘/,Ubt, anptversammlui
ZUNodclbch vderWienbrmemitzmr» 5fD^911brflc5lTitd.W treten ist strafbar. o« » flc wird nicht gcbaitct. B
Der NnteruelM^
Mstma
Aircheuplatzv«
Glessen«
to“‘cW8il?
lü1,anfl8U^n27.9(,,tuOt^
•Ä
WW .-S-LB Ä^s>
■s;"1 ,f't ittab" 'DM'
Zweites Blatt
Nr. 21
159. Jahrgang
Dienstag 26. Jannar 1909
Gießener Anzeiger
Erscheint tSgNch mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für ivberheffen
Die „Girhener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcbblati für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Br übliche» Unwersnäts - Buch- und Slemdruckeret.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckmk« straße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: 112. TeL-Adr^AnzeigerGleßen»
Stimmungsbild aus dem preutz. Abgeordnetenhaus.
Berlin, 25. Ian!.
Wahlrechtsdebatte.
Wieder ein „großer Tag" im preußischen Landtage, dieser Montag, der endlich die Beratung der Wah.'rechtsantrnge brachte. Ein großer Tag dem äußeren Bilde nach und vielleicht auch in seiner politischen Bedeutung. Es hätte nicht erst der sozialdemokratischen Demonstrationen in der Umgebung des Parlaments-Hauscs bedurft, um darzutun, daß drinnen im Srtzungssaale wichtige Dinge zu erwarten standen. Denn während draßcn ein starkes Polizeiaufgebot ohne sonderliche Mühe die Demonstranten in Schach und die Zugangsstraßen zum Parlament für die Inhaber von von Passierscheinen — Abgeordnete, Journalisten und Tribünen- besucher — frei hielt, füllten sich Sitzungssaal und Tribünen bis auf den letzten Platz. Lautlose Stille herrschte, als Herr v. Kroechcr die Sitzung eröffnete. Ter Präsident hatte etwas auf dem Herzen, und der Tag begann mit einem etwas ungewöhnlichen, aber bezeichnenden Austrittsakt: Auf dem amtlichen Stenogramm über die Verhandlungen der letzten Sitzung fick berufend, das in der Tat unerhörte Ungezogenheiten der Genossen gegen Herrn Fischbeck verzeichnet, richtete Herr v. Kröcher mahnende Worte an das Haus, den altgewohnten, guten Ton zu wahren. Einen formellen Ordnungsruf erteilte er nicht, aber er rief den Genossen Hofs- mann mit einer Schärfe zur Ordnung, wie sie die parlamentarische Geschichte noch nicht kannte: Kurz und bündig erklärte er, er verbiete für die Zukunft solche Invektiven. Das Haus war über dieses katekorische Prvnunciamento einen Augenblick etwas verblüfft, aber dudj diejenigen, die darin eine Überschreitung der Machtbefugnisse des Präsidenten erblicken mochten, stimmten zu, angesichts deS in den letzten Tagen von den Sozialdemokraten angeschlagenen Tones. Und hier begann — nach schneller Er- Erledigung zweier unbeträchtlicher Vorlagen — die Wahlrechtsdebatte. Wieder gabs eine kleine Ueoerraschung: Ehe noch die Antragsteller zu Wort kamen, erhob sich Herrn v. Moltkes Hühnengestalt, um kurz, aber deshalb nicht eben erbaulich zu erklären, die Regierung könne sich auf eine Teilnahme an den Erörterungen nicht einlassen. Denn sie sei mit den Vorarbeiten, die für die versprochene Reformvorlage Vorbedingung seien, auch noch nicht fertig. An der Statt st i k l i e g t s , wenn Preußen in der Wahlrechlssrage in Deutschland hinterdrein marschiert. Sv sprach der Minister. Dem allezeit schlagfertigen greifen Träger schien das freilich kein plausibler Vorwand, und in seiner temperamentvollen Art nahm er Herrn v. Moltke ins Gebet. Der ließ geduldig alles über sich ergehen, aber er war höflich genug, nicht nur den aufmerksamen, sondern auch den stark interessierten Zuhörer zu spielen, , als Uba. Träger den Widersinn der Konservierung des Dreiklassen- ivablrechtS auseinandersetzte. Und er hörte — nachdem ein kurzes Wort des Polen Switala verklungen und Herr Herold vom Zentrum als nicht ganz taktfester Anwalt des Reichswahlrechts aufgetreten war — beinahe noch aufmerksamer zu, als der Konservative v. R i ch t h o s e n einen hallenden Kriegspäan anstimmte, einen Tyrtäussang nicht nur wider die Linke, sondern auch wider die Regierung. Ter sprach der Redner der Rechten, ob ihrer Wahlrechtsreformgelüste unverblümt das Mißtrauen seiner Partei aus, und er.schloß seine etwas berschikos angelegte Rede mit der erneuten Beteuerung, die Konservativen würden keinesfalls in eine Erschütterung der „bewährten Grundlagen" des Treiklassenwahlrechts willigen. Roch mehr fast als dieses kleine Ultimatum wirkte auf das Haus die Verbeugung des Konservativen vor dem Zentrum und der stürmische Beifall, der sie begleitete. Herr Ströbel redete — etwas voreilig, scheints — davon, die Linke habe jetzt ihre Kündigung von der Rechten weg. Noch ist ja nicht aller Tage Abend. Recht interessant ivars übrigens, daß die Rechte auch einen nationalliberalen Antrag, der das Pluralwahlrecht empfahl, rundweg eblehnte — im Verein mit dem Zentrum.
Dienstag geht der Kampf weiter. Was wird sein Ende sein?
politifcfyc Caacsfcbatu
lieber den Dahnhofsbu hhaudel
hat der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten folgende neuen Bestimmungen getroffen:
1. Freiwerdende oder neueinzurichtenhe Buchhandlungen sind im Wege der öffentlichen Ausschreibung zu vergeben. 2. Das Vachtverhältnis ist in der Regel zunächst nur aus ein Jahr abzuschließen. Für die weitere Zeit sind sechs Monate Kündigungsfrist corzusehen. 3. Pächter sind zu verpflichten, über ihre Einnahmen und Ausgaben besondere Geschäftsbücher nach kaufmännischen Grundsätzen zu führen. 4. Buchhandlungen mit einem Rohüberschuß von 10 000 Mark und mehr sind alle drei Jahre, die übrigen alle fünf Jahre auf ihren Ertrag zu prüfen. Zu diesem Zweck haben die Pächter Buchauszüge über Einnahmen und Aus- Laben aus dem Bahnhofsbuchhandel vorzulegen. 5. Je nach dem Ergebnis dieser Betragsberechnungen ist die Pacht alle drei bezw. fünf Jahre anderweit leftzuseyen. Ist der Pächter u ’.t einer eventuellen Erhöhung der Pacht nicht einverstanden, ist der Vertrag zu kündigen und die Bahnhofsbuchhandlung öffentlich auszufchrei- ben. 6. Die Pächter müssen u. a. alle diejenigen Zeitungen tum Verkaufe bereit halten, für deren Feilhalten nach den Verkehrsverhältnissen der betreffenden Station ein Bedürfnis an- iuerkennen ist. Ob letzteres der Fall ist, bestimmen die königlichen Lisenbahndirektionen nach ihrem Ermessen. Die letztere Bestimmung bietet, so bemerkt die „Voss. Ztg." nicht mit Unrecht, dem Belieben ter Eisenbahnverwaltung unbeschränkten Spielraum. Die Ve- türsnisfrage hängt doch lediglich vom Publikum ab. Es sollte fest- zesetzt werden, daß keine Zeitung ihrer politischen Haftung wegen vom Verkauf ferngehalten werden darf.
Verringerung der Okkupationstrupvrn in Marokko.
Allmählich verspricht nun Marokko zu normalen Zuständen rurückzukehren. Ein erstes Zeichen hierfür ist die jetzt durch- ■$efül)rte Verringerung der ftai^ösischen Truppen und die Rückkehr les Generals d Amade aus Marokko. In betreff b;r Ruckk'hr Les Divisionsgenerals d'Amade nach Frankreich heben mehrere Mütter hervor, die Ersetzung des Generals d'Amade durch den Nrigadegeneral Moinier sei nur die logische Folge der bereit Lurchgeführten und noch fortzusetzenden Verringerung der Oktu- tzationstruppen in Marokko. Die Verleihung der als höchste »militärische Auszeichnung geltenden Militärmedaille an General d'Amade wird von den meisten Blättern mit Genugtuung auf» genommen.
Japan schränkt die Rüstungen ein.
Der Finanzminister Marquis Katsura, ocr Maüiter des Auswärtigen, Baron Komnra und der Kriegsminister Terautsi bauen In Beantwortung von Anfragen über die Einschränkung der ia- panischen Rüstungen erklärt, daß die Beziehungen Japans zu den anderen Dtächten sich so gebessert hätten, daß die Einjchränkungen völlig gerechtfertigt seien. Baron Koinura erklärte, daß Japan
an die Aufrichtigkeit der amerikanischen Regierung glaube. Er ei nicht der Ansicht, daß die in Aussicht genommene anti- japanische Gesetzgebung in Kalifornien die amerikanisch-javanischen Beziehungen irgendwie beeinflussen werden. — Man wird nwhl nicht fehl gehen, wenn man den wahren Grund für die Ein- chränkung der Rüstungen in der japanischen Finanzlage sucht. Japan muß das natürliche Bestreben haben, sich von der durch den letzten Krieg verufachten Erschütterung seiner Finanzen zu erholen.
Wandern «nd Wintersport, Nellen und Väder.
*"- D e r 1. GießenerRodel-Klub unternahm Sonntag rüh seine erste Rodeltour bei herrlichster Witterung nach Königsberg b. Bieber, wo sich alsbald auf der ca. 1000 Meter langen kurvenreichen schönen Schneebahn ein reges Leben entwickelte. Die Beteiligung war sehr groß: es wäre mit Freuden zu begrüßen, wenn sich für diesen gesunden schönen Sport noch mehr Freunde finden würden. Für kommenden Sonntag ist bei günstiger Witterung dieselbe Fahrt geplant.
)( Schotten, 24. Jan. Gestern und heute herrschte hier ein reges Leben, denn seitdem derGießenerSchiklubWander- Vogel seine wöchentlichen Schifahrten von hier aus unternimmt und sich dadurch um die Erschließung des Vogelsberges sehr verdient gemacht hat, ist Schotten zum Hauptsammelylatz der Wintersportler geworden. Während die stark vereisten Hänge des Hoherodskopfcs den Rodlern sehr gut zu statten kamen, mußten sich die Schiläufer bis nach Hochwald Hansen bei Ilbeshausen hinziehen, um zum lieben geeignete Schneefelder zu finden. Das Absteigequartier des Gießener Schiklubs ist das Hotel zur Traube, wo iede Auskunft gern erteilt wird. — Um den gesteigerten Ansprüchen gerecht zu werden, hat die Bahnverwaltung Vorkehrungen getroffen und läßt vorläufig die Schneeschuhe im Packwagen verstauen.
w. Cronberg,24. Jan. Vom hohen Taunus wird berichtet: Der heutige Tag brachte bei klarem Wetter und 2 Grad Kälte einen starken Verkehr. Auf der südlichen Rodelbahn, die total vereist war und keinen Schnee mehr hatte, tarnen mehrere Uns alle vor. Unweit vom Fuchstanz brach in der Frühe ein junger Mann aus Frankfurt ein Bein. Eine Dame erlitt eine Gehirnerschütterung und mehrere andere Personen erlitten Kontusionen.
F.E. Darmstadt, 24. Jan. Eine interessante Entscheidung. In einem am hiesigen Landgericht anhängigen Falle war einem OrtSbürger von Ober-Ramstadt sein Anspruch aus Losholz, das noch in dem Walde saß, gepfändet; in Anlehnung an folgende Ausführungen — bi2 auch das Landgericht der Previuz Rhcinhcs'cn teilt — wurde die Pfändung aufgehoben. Nach dem in den einzelnen Gemeinden bestehenden Statut über den Bezugder Ge- mcindcnntzungen kann es keinem Zweifel unterliegen, daß es sich bei dem Losholzbezug um eine von dem Erwerb und Besitz des Orlsbürgerrechis abhängige Nutzungsberechtigung im Sinne des Gesetzes vom 21. Juni 1852 über die Gemeindenutzungen in Hessen handelt. Diese Ansprüche sind nicht übertragbar und daher auch nicht pfändbare Berechtigungen des öffentlichen Rechts. Das Gemeindebürgerrecht mit Inbegriff des aus ihm fließenden Rechts auf Allmendegenuß muß nach seiner geschichtlichen und rechtlichen Entwicklung als öffentliches Recht angesehen werden. Die politische Gemeinde ist als ein öfsentliü) rechtliches Institut, nicht wie früher die hessische Gesetzgebung annahm, als eine privatrechtliche Association unter staatlicher Leitung zu betrachten. Aus dem öfsentlichen Charakter des Ortsbürgerrechtes und dessen Per- tincnz, dem Recht auf Gemeindenutzungen, wird gefolgert, daß über letzteres, ebenfalls öffentliches Recht, von oen einzelnen Ortsbürgcrn nicht frei verfügt werden kann und jede Veräußerung im weiteren Sinne ungiftig und rechtsunwirksam sei. Dieser öffentliche Charakter der Gemeindenutzungen erhellt auch aus Art. 93 Hessische Gemeindeordnung von 1821, wonach „gleiche Nutzungen für sämtliche Ortsbürger geschaffen und jede Privatübereinkunft gegen die Verfügung dieses Arttkels unverbindlich ist." Auch das Hessische Forststrafgesetz von 1904 wahrt im Artikel 9 Absatz 1, Ziffer 2 den öffentlichen Charakter, indem es bestraft, wer als Nutzungsberechtigter Walderzeugnisse, die er nach dem Inhalt feiner Berechtigung und zu einem bestimmten Zweck zu bcan- sprilchen hat, unbefugt verkauft, vertauscht oder zu einem andern Zwecke verwendet. Wenn sonach auch die Uebertragung des Rechtes als solchem grundsätzlich ausgeschlossen und damit gemäß Zivil- Prozeß-Ordnung § 851 seine Unpfändbarkeit gegeben ist, so ist andererseits nicht ausgeschlossen, daß die Ortsbürger über einzelne bestimmte mit dem Bürgerrecht verbundene aus Allmende angefallene und erworbene Vermögensteile als über erworbenes Privatvermögen verfugen können und daß solche z. B. Erträgnisse von Allmendegrundstücken oder baare Gelbverteilungen gepfändet werden können. Speziell bezüglich der Holzberechtigung, die in dieser Hinsicht am häufigsten vorkommt, sei noch verwiesen aus ein Ausschreiben des Großherzoglichen Finanzministeriums vom 19. September 1905, wo es heißt: „besteht dagegen eine Nutzungsberechtigung im eigentlichen Sinne, sei cs, daß dem Berechtigten ein dinglicher Anspruch auf Walderzeugnifse z. B. Lvosholz, zusteht oder, daß er einen persönlichen Anspruch aus den Loos- Holzbezug erheben kann, dann fällt eine unbefugte Veräußerung seitens des Berechtigten unter Arttkel 39 Ziffer 2 Forstgesetz, sofern der Berechtigte nach dem Inhalt feiner Berechtigung die Walder Zeugnisse nur zu einem bestimmten Zwecke zu beanspruchen hat."
Nürnberg, 24. Jan. Das Schwurgericht verurteilte den des Mordes angeklagten 24jährigen Hausdiener Wern von Ulm, der sein außereheliches Kind in Dinkelsbühl durch Einflößung von Lysol getötet hat, wegen Totschlags unter Zuerkennung mildernder Umstände zu 5 Jahren Gefängnis.
Stendal, 23. Jan. Vor dem Schwurgericht hatten sich heute die Dienstknechte Otto Krause, Gottlieb Wenig und Paul Grahn aus Hämerten wegen Totschlags zu verantworten Die drei Uebeltäter hatten am 18. Oktober v. Js. aus reinem Mutwillen .auf der Chaussee zwischen Hämerten und Tangermünde den Arbeiter Schütze aus Sck/önhausen überfallen und mit Messern und durch Fußtritte in bestialischer Weise getötet. Das Schwurgericht verurteilte Grahn zu zehn Jahren Zuchthaus, Krause zu acht Jahren Zeuchthaus uno Wenig zu fünf Jahren Gefängnis.
Paris, 23. Jan. B e n e d e 111, der am 31. Dezember auf den Minister des Innern Revolverschüsse abfeuerte, wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
vermischtes.
* Ue6 er die Verwendung der Radbobspende faßte gestern das Zentral-Hilfskomitee in Münster Beschluß. Es wurde mitgeteilt, daß die noch zur Verfügung stehende Summe sich aus 1574 669 Mark belaufe. Außerdem habe das Kronprinzen- paar 300 000 Mark gesammelt. Diese Spende sott so verteilt werden, daß 200 000 Mark an die Witwen und Waisen in Gestalt von Sparkassenbüchern überwiesen werden und die übrigen 100 000 Mark für die Verletzten und Geschädigten verbleiben, vorausgesetzt, daß die Sammlung des Zentralkomitees in Form einer Zusatzrente zur Verteilung gelangt. Weiter wurde beschlossen, daß jede Witwe jährlich 150 Mark erhalten solle, jeöc Vollwaise ebenfalls 150 Mark und Halbwaise 75 Mark. Der Betrag sott jedoch in jedem einzelnen Falle 1500 Mark nicht überschreiten; die unehelichen Kinder werden den ehelichen gleichgestellt. — In einer großen, zu Hamm abgehaltenen Versammlung der Witwen der auf Radbod Verunglückten wurde gegen den von der Zechenverwaltung und dem Arbeiterausschuß geplanten Ler-
IIUlU-Wl—tPUM* ■Iiwwwa
teilnngsmvdus energisch protestiert, weil zu erwarten sei, daß die große Sammlung von dem Hilfskomitee in gleicher Weise verteilt werden solle wie die vom Kronprinzenpaar gesammelte Spende. Es wurden zwei Resolutionen angenommen, die die Wünsche byr Witwen enthalten. Sechs Witwen wurden als VertrauenSPerssNen gewählt und sofort die nötigen Schritte eingeleitet, um die Auszahlung der Unterstüttungsgelder in Fluß zu bringen.
Danksagung.
Dm 7. August 1908 hat der unterzeichnete Hilfsansschuß seinen Hilferuf um Zuwendung von Liebesgaben für die durch den verheerenden Brand des 5. August so schwer heimgesuchtcn Bewohner ton Donaueschingen ergehen lassen.
Unser Ruf fand überall Gehör. Aus Nord und Süd, Ost und West unseres Deutschen Vaterlandes, aber auch aus dem Ausland und ganz besonders ar:s der uns benachbarten Schwei; liefen reiche Spenden an Naturalien und große Summen baren Geldes bei uns ein, so daß eine sehr wirksame, wohltuende Hilfe geleistet werden konnte.
Am 30. Dezember 1908 nahmen die Brandbcscbädigten in einer öffentlichen Versammlung unfern Bericht über die gesamte Hilfsaktion entgegen und beauftragten uns sodann freudig bewegt und einmütig, den edelgesinnten Helfern und Gebern von Geld unb Naturalien den innigsten, rückhaltlosen Tank für die so lieüen-otte und unerwartet reiche Hilfe auszusprechen. Den gleichen tiesempfundenen Dankesaustrag erhielt der Hilfsausschuß seitens der Stadtverwaltung von Donaueschingen.
Indem wir diesen Auftrag ausführen, sprechen wir auch unsererseits wärmsten Dank allen ergebenst aus, die den Brand- beschädigten und unserer Stadt notlindernde Hilfe haben zukommen lassen!
Donaueschingen im Januar 1909.
Der Hilfsausschuß:
OberamttnanN Dr. Strauß, Grvßh. Arntsvorstand, Vorsitzender. Bürgermeister Fischer. Evang. Stadtpfarrer Bauer.
Fürstl. Fürstenb. Kammerpräsident Tänzer.
Kathol. Stadtpfarrer Dr. Feurstein.
Spielplan der vereinigten .frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Mittwoch den 27. Jan."): 4. Abonnement-Konzert. Donnerstag den 28. Jan., abends halb 8 Uhr: .Atadame Bntteifly^ Freitag den 29. Januar, abends halb 8 Uhr: „Prima-Ballerina.' Samstag den 30. Jan., nachmittags halb 4 Uhr: „Sonnen- gueffhen." Abends 7 Uhr: „Tannhäuser.' Sonntag den 31. Ian., nachmittags halb 4 Uhr: „Sonnenguckchen.' Abends 7 Uhr: „Das Nachtlager von Granada." hierauf: „Fortnnios Lied." Montag den 1. Febr., abends halb 8 Uhr: „Ter tapfere Soldat/ Dienstag den 2. Febr.: „Samson und Dalila.' Nttttwoch den 3. Febr., abends halb 8 Uhr: „Die luftigen Weiber von Windsor.'
Schauspielhaus.
Mittwoch den 27. Jan.'): „(Söt; von Berlichingen.' Donners»' tag den 28. Jan., abends halb 8 Uhr: „Was ihr wollt ' Freitag den 29. Jan., abends halb 8 Uhr: „Ein Sommernachtstraum.' Samstag den 30. Jan.: „Ein Blitzmädel." Sonntag den 31. Jan., nachmittags 3 Uhr: „Tie Liebe wacht.' Abends 7 Uhr: „Ein Sommeruachtstranm." Montag den 1. Febr.: „Tie Dame mit den Lilien." Dienstag den 2. Febr.: „Tie Stützen der Geseckschait.' "UhtttDoch den 3. Febr.: Zum ersten Male: „Rioral.' Tonnerstag den 4. Febr., abends halb 8 Uhr: „Ein Sommernachtstraum."
•) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Telefonisch® Kursberichte
des Glesscnei Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Bandel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Bör*<
Beichsanleihe . . 95 30 3% do. . . 86.10 3>j°/0 Konsols .... 95.40 3% do. • • « . 86.2" J^'/o Hessen 94.20 ->X°/0 Oberbeseen . . . 93.20 1 % Oesterr Goldrente. 98 20
4*/6 % Oesterr. Silberrente 98 15 4% Ungar Goldrente . . 93.30 4% Italien. Rente . . . —.— 396 Portugiesen Serie I 57.80 3% Portugiesen „ III b8.40 4>5°/e russ.Staatsanl. 1905 97 80 4japan. ^Staatsanleihe 93.00 4 % Conv. Türken von 1VU3 93 20 Türken ose 146 20 I % Griech. Monopol-Anl.. —.— 4% äussere Argentinier . 86.80 ö°/e Mexiaaner . . . 63.50 I >a v/e Chinesen .... 98.70
Aktien:
Bochum Guss 222 75 Buderus E. W 111.50
Tendenz schwach.
Ueriiner Börse, 26
, 26. Jannar. 1.15 Uhr.
Elektriz. Labmeyer . . . 119.40 Elektriz. Schlickert . . . 119.90 Escbweiler Bergwerk . . 188 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.80 Hamburg - Amerik. Paket!. 112.70 Harpener Bergwerk. . . 192.30 Laurabütte .... 20075 Nordd. Lloyd . ... 92.50
Obeischles. Eisen-Industrie 96 50 Berliner Handelages. . . 171.30 Darmstädter Bank . . . 130.70 Deutsche Bank .... 243.80 Deutsch-Asiat Bank . . 135.00 Diskouto-KommandiL . . 184.00 Dresdner Bank . . . . 149 90 Kreditaktieu .... 197.20 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn 111.10 Gotthard bahn .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 17.75 Uesterr. Staatsbabn . . . 144 00 i 'nnce-Heuri-Eisenbahu . 121.60
Januar. Anfangskurse.
Canada E. B 173.70
Darmstädter Bank . . . 130.50
Deutsche Bank .... 243.70
Dortmunder-Union C. . . 60.60
Dresdner Bank . . . 150 20
Harpener Bergwerk. . . 192.00
Laurabütte 199.50
Lombarden E. B. ... —.—
Nordd. Lloyd .... 92.00
Türkenlose 146.10
Tendenz schwach.
sei Bleichsucht und Blutarmut,
Appetitmangel und Schlaflosigkeit empfiehlt es sich, BYGIOPOA', das neue auf elektrischem Wege hergestellte Eisenpräparat zu gebrauchen. Hygio- pon wird von ärztlichen Autoritäten als hervorragendstes blutbildendes Kräftigungsmittel warm empfohlen. — Original!laschen M. 1.75 und M. 3.— in den Apotheken erhältlich.
General-Depot für Deutschland:
Dr. Wasserzug, Frankfurt a. M., Theaterplatz I.
Grossmutter, da hilft nichts, du kommst mit
*lW auf die Schlittenpartie. Und wir sorgen schon, daß du dich nicht ercattest. Wir wickeln dich ganz warm in Decken ein und dann nehmen wir eine Schachtel Fays ächte Sodener ▼ Mineral - Pastillen mit — die fehlt nämlich nie bei unseren ZfcK Ausflügen im Winter und du sollst sehen, auf die kann nuui KS»S sich verlassen. Wir erkälten uns nie und auch du wirst srisch und gesund heimkömmen. Fays ächte Sodener lauft man 80 Psg. per Schachtet in ieder Apotheke, Drogerie oder Mineralwasserhandlung, weise aber Nachahmungen mit Ent schiedenheil zurück. sss^


