Erstes Blatt
Freitag 3
ISS. Jahrgang
Nr. 406
2 ec Siebener »nj^gct scheint täglich, duHei*
Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich . ^letz«ner.saniill:nbläller, j r.veimal wöchciUl.streir: C l>Iattsürdenstrti5Giehtn ■ (Dienstag und Freitag,. <] nveinial monall. Land yirtschastliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse ■ für die Redaktion 112 Verlag u. Expedition 61 Adresse für Depeschen:
Unzetger Gieße».
eprember 1909
Vezugoprers: monatlich 75 Pf., viertel-
A A jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.: durch
V ilv I LV 1 441 Liv LUV € •
^F E rj 'V ■ V ^F V ▼ M 'tF ▼ ▼ « ^F “ Ehesredaktcur:A Goetz.
8 Ab Verantwortlich für den
• *ee poliuschen Teil: August
___ General-Anzeiger für Gberheffen WM
bÄ nönrattagTo'ut“ NotaNonsdnick uitö Verlag dervrühl'sche« llnio.-vuch- und Steinöniderct R. taugt. Reöaftion, SrptdMon und Druckerei! Schulstrafte Anzeigenteil: H. Beck.
Zeppelins Triumph.
Graf Zeppelii: hat seine Reise nach Berlin mit einem vollen Erfolg abge.chlossen. Das Wetter war, als er abends gegen 11 Uhr von Bülzig abfuhr, ungünstig, und mit um so größerer Genugtuung darf der Tapfere auf diese nächt- liche Fahrt zurückblicken, die ihn schließlich nach noch nicht dreiundzwanzigstündiger Fahrt wieder an seinen Ausgangs punkt nach Manzell zurückführte: rund 550 Kilometer ohne Unterbrechung! Bemerkenswert ist, daß Zeppelin den aller kürzesten Weg, nämlich in fast schnurgrader Linie, eingeschlagen hat, und da dies zweifellos kein Zufall ist, sondern in der Absicht des Führers lag, ist der Erfolg um so höher zu bewerten. Die Lenkfähigkeit des Luftschiffes ist damit nneder glänzend bewiesen. Der erste Teil der Fahrt wurde verhältnismäßig langsam zurückgelegt, denn Zeppelin III brauchte für die 180 km nach Hof etwa 12 Stunden. Die 320 km nach Nürnberg wurden schon in etwa 16 Stunden zurückgelegt. Für die Strecke von Nürnberg nach Manzell, etwa 230 km, hat das Luftschiff nur rund 6 Stunden gebraucht. Man darf daraus schließen, daß dem Luftschiff auf seiner Fahrt kein weiterer Unfall zugestoßen ist und es wohl in solchem Zustande sich befindet, daß es bereits morgen dem Bundesrat und dem Reichstag vorgeführt werden kann. Alle Meldungen, soweit sie Einzelheiten von den Durchgangsstationen bringen, loben die Sicherheit und Eleganz, yiit der das Fahrzeug auch dem leiscstenSteuerdruck gehorchte. So wurde denn auch eine Berliner Meldung, der Termin dieser Vorführung sei auf den 6. d. M. verschoben worden, dementiert.
Zeppelins Erfolg ist außerordentlich groß und erfreu lich; die Teilnahme des Volkes wird ihn am Lebensabend viele bittere Stunden der Vergangenheit haben vergessen lassen. Wenn ein Berliner liberales Blatt sein Befremden und seine Verwunderung darüber ausgedrückt hat, daß der Kaiser dem' »a-lten Grasen nicht den Fürstentitel verliehen habe, so begreifen wir das nicht. An Titeln und Orden pflegt ja auch sonst der Liberalismus nicht viel Freude zu haben. Zeppelin ist geehrt worden, tpie es ihm gebührte; der Kaiser hat ihn umarmt, ihn in sein Haus geführt, und wir müssen gestehen, daß wir uns gerade darüber gefreut haben, daß allzuviel äußerliches Trara, wozu ja auch schließlich die Verleihung des Fürstentitels gehört hätte, entbehrt worden ist. Und wenn der Kaiser etwa hat dartun wollen, daß der „größte Mann des zwanzigsten Jahrhunderts" keineswegs den Fürstentitel zu besitzen braucht, so ivürbe das deutsche Volk lediglich Genügtuung darüber empfinden.
Wir erhielten folgende Meldung:
Friedrichshafen, 2. Sept. „Zeppelin III" passierte nm 9 Uhr 30 Min. Friedrichshafen und landete um 9 Uhr 40 Min. glatt in Manzell.
Auf schnurgrader Fahrt.
In Ergänzung der gestrigen Nachrichten über die Heimfahrt sind heute noch nacheinander folgende Meldungen eingelaufen:
Nürnberg, 2. Sept. „Z. III" hat um 2 Uhr Pottenstein (Fränkische Schweiz) passiert.
Nürnberg, 2. Sept., 3.15 N. „Z. III" fährt im Osten von Nürnbferjgj, von Heroldsberg kommend, auf den Dutzendteich zu; eine Landung scheint nicht beabsichtigt zu sein.
Nürnberg, 2. Sept., 3.30 Uhr. „Z. III" machte im Osten von Nürnberg am Dutzendteich angelangt eine Schwenkung, fuhr mit geneigter Spitze um die Burg und bann über ganz Nürnberg weg nach Südwesten auf Schwabach zu, ohne weiter zu landen.
Nürnberg, 2. Sept. Das Luftschiff fuhr in voller Fahrt über den Dutzendteich und den Landungsplatz im Walde hinweg. Auf der Burg, auf den freien Plätzen, auf den Dächern und Türmen jatlchzten die Einwohner Nürnbergs dem Luftschiff zu, das in schneller, tadelloser Fahrt die Stadt passierte und elegant im Südwesten der Stadt auf Schwabach zu entschwand. Alle vier Propeller arbeiteten rastlos mit lautem Surren. Nur die ausgebesserte Hülle erinnert noch an das ausgestandene Ungemach.
Schwabach, 2. Sept. „Z. III" passierte um 4 Uhr 15 Min. westlich von Schwabach vorbei in südwestlicher Richtung.
Gunzenhausen, 2. Sept. „Z. III" passierte soeben, 4.55 Uhr unseren Ort in südwestlicher Richtung.
Wassertrüdingen, 2. Sept. „Z. III" schlug von Gunzenhausen aus direkt südöstliche Richtung ein und passierte 5.25 Min. Ostheim, die Stätte der ersten Zwischenlandung auf der Hinfahrt nach Berlin.
Nördlingen, 2. Sept., 5.50 Uhr Nachm. Soeben wurde „Z. III", von Dettingen kommend, gesichtet.
Neresheim, 2. Sept. „Z. III" passierte um 6.40 Uhr Neresheim in der Richtung nach Giengen a. d. Bren^.
Ulm, 2. Sept. Um 7.45 Uhr passierte das Luftschrft „Z. III" die Stadt. Die Spitze des Münsters war beleuchtet und die Glocken des Münsters läuteten.
Biberach, 2. Sept. Das Luftschiff „Z. III hat um 8.25 Uhr Biberach passiert. _ ,
Friedrichshafens. Sept. Z. III ist gestern aberü> 9.40 Uhr hier glatt gelandet. Um 9.30 Uhr erschien das Luftschiff bei herrlichem Himmel über dem See in etwa 150 Meter Höhe und nahm sofort den Kur» auf seine Halle zu. Kurz vor der Halle kam es auf das x^a|)er zu. Bei der Einfahrt des Luftschiffes in die Halle war auch der alte Graf Zeppelin zugegen.
Einst und Jetzt.
In der „Voss. Ztg." zeigt ein Vergleich von Einstund Jetzt das Ersinderschicksal des Grafen Zeppelin in einem weiter reichenden Lichte: Nicht vergessen dürfen wir, daß noch nicht zehn Jahre dahin sind, feit die „Sachverständigen" entgegen der Zustimmung von Hermann v. Helmholtz, Zeppelins Pläne für „unbrauchbar" erklärten, das preuß. Kriegsministerium seine Unterstützung energisch ablehnte und
unsere Behörden vor der Unterstützung der Zeppclinschen „Utopien" öffentlich warnte. Aus dem Fahre 1901 ist jener entsetzliche Notschrei des müde gewordenen Mannes, den wir heute nicht ohne tiefe Beschämung lesen können, in dem es hieß:
„Rettung vor diesem bebauemdroerten Untergang ist nur nach möglich, wenn es gelingt, in dieser letzten Stunde der Welt das Vertrauen zur Sache wiederzugeben. Eine kurze Spanne Zeit — und Witterung, Sturm und Wellen werden mein lagerndes Material unverwendbar gemacht haben, meine letzten geschulten Gehilfen werden mir nicht mehr zur Verfügung stehen, die letzten Mittel, die ich selbst zu diesem Zweck zu opfern vermag, loerben erschöpft sein, und die Gebrechen des Alters oder der Tod Werdern meinem Schaffen ein Ziel gesetzt haben. Findet sich nicht rin Förderer, so fällt mit mir die Aussicht dahin, jene Flugmaschine zu erhalten, die nach klar vorgezeichneter Entwicklung das Innere des feindlichen Landes, seine Festungen und Höhen erkunden, die als Fimkentelegraphenstationen den Mangel unterseeischer Kabel ersetzen oder die entlegensten Posten mit der Kulturwelt verbinden, die Pole gefahrlos erreichet, die unerforschten Gebiete erschließen und endlich das sicherste, schnellste und zugleich behaglichste Reise- mittel gewähren wird. Darum eilet! Sonst werdet ihr das in die Tiefe versinkende Kleinod nicht mehr erfassen können!"
Und im Jal-re 1906, noch nicht ganze vier Jahre find seither vergangen, gab Zeppelin angesichts seiner dauernd aussichtslosen Lage den Befehl, sein Luftschiff zu zerschlagen. . . . Heute ist es selbstverständlich, ihm zuzuftibcln, feine Zähigkeit war stärker als alle Atißgunst des tückischen Schicksals. Tas Problem ist gelöst, ob der .Himmel freundlich dazu blickt oder ob er Regen schüttet und drohende Wolken ballt. Auch ein Defekt am Motor und ein neuer Propellerbruch bedeuten nichts mehr. Nun geht es an den ruhigen Ausbau und die tausend Verbesserungen, um den gewonnenen Sieg auszunützen und die Tücke des Objekts in ihren letzten Schlupfwinleln aufzustöbern. Die Luft ist bezwungen!
Wie uns aus Wien gemeldet wird, erzählte kürzlich der berühmte Charakterdarsteller Dr. Tyrolt in Freundeskreisen folgende Anekdote: ,;Als ich im Jahre 1899 im Hof- tbeater zu Stuttgart ein Gastspiel absolvierte, saß ich an der gemeinsamen Tafel im Hotel Marquardt. In einer Ecke des Speisesaales fiel rryr ein äußerst lebhafter alter £rerr auf, der mehreren Offizieren etwas zu demonstrieren schien. Ich fragte meinen Tischnachbar, ob er den Herrn kenne. Darauf antwortete mir der biedere Schwabe, indem er mir im Tone gutmütigen Bedauerns zuflüsterte: „Dös isch e Narr! — Ein Praf Zeppelin! — Der guate Mann moint, er kennt durch die Luft fahre!"
Ein Flug nach Wien?
Die vielfach angezweifelte Nachricht, daß Graf Zeppelin dem Kaiser Franz Josef gegenüber anläßlich seiner Vorstellung am 31. August die bestimmte Absicht geäußert hat, mit feinem Luftschiff Wien zu besuchen, heruht nach einer Berliner Korrespondenz auf Wahrheit. Wie von unterrichteter Seite aus Wien mitgeteilt wird, habe Graf Zeppelin in der Tat dem Kaiser bestimmte Zusicherungen für einen Besuch im nächsten Frühjahr gemacht. Die Flugstrecke vom Bodensee nach Wien beträgt annähernd 600 km, wahrend die Flugstrecke Friedrichshafen-Berlin annähernd 700 km beträgt. Die Fahrt nach Wien wird voraussichtlich von Friedrichshafen über Memmingen -Buchloe-München-Mühldorf- Braunau und Linz erfolgen.
Anläßlich seiner Anwesenheit in Friedrichshafen hat Graf Zeppelin auch mitgeteilt, daß die für Mitte September geplante Fahrt des Z. III nach Dresden-Teplitz-Karlsbad wegen der Havarie des Luftschiffes auf unbestimmte Zeit verschoben werden muß.
Lin froher Tag in Konftantmopd.
Während gemeldet worden war, daß der Exsultan Wahnsinnsanfälle bekommen habe und voll .Verzweiflung sich selbst anklage: „Warum habe ich so übereilt gehandelt?", scheint der neue Herrscher am Goldenen Hom rasch die Zuneigung feiner Untertanen zu gewinnen. Wenn er auch sicher kein Mann von Willen und Zielen ist, so hat er feine Türken doch dadurch für sich gewonnen, daß er aus der Abgeschlossenheit heraustrat und sich unter das Volk begab. Heute wird gemeldet:
Konstantinopel, 2. Sept. Der Sultan hat heute die Grabstätten seiner Vorfahren und die Moscheen in Brussa besucht. Am Nachmittag empfing der Sultan die Würdenträger; das Volk bereitete ihm überall begeisterte Huldigungen.
Gleichzeitig lief in Konstantinopel folgende frohe Botschaft ein:
Konstantinopel, 2. Sept. Nach einem Telegramm des Wali von fernen haben sich die Tschame-Stämme nach großen Verlusten unterworfen.
So scheint über dem jungtürkifckien Regiment fürs erste wieder ein freundlicher Stern zu leuchten; daran ändert auch die Tatsache nichts, daß die obersten Würdenträger noch immer kommen und gehen:
Konstantinopel, 2. Sept. Der Oberzeremonienmeister gab seine Entlassung.
Der Boykott der griechischen Schiffe in Salonik begann wieder.
Das Schicksal des früheren Schah; von perfien.
Der Widerstand des früheren Schahs gegen die Abtretung feiner Besitzungen in Aserbaidschan an die Regierung ist überwunden worden. In einer auf der russischen Gesandtschaft abgehaltenen Konferenz zwischen einer Deputation der Regierung und den russischen und englischen Ver- tretem ist ein Protokoll aufgesetzt worden, nach dem die Abreise des früheren Schahs drei Tage nach der Unterzeichnung des Protokolls stattsinden foll und dem Schah eine Jayrespension von 100000 Tomans ausgesetzt wird.
Eine Anzahl persischer Nationalisten, die nach einjähriger Gefangenschaft von Rakhim Khan befreit wurden, sind in Täbris eingetroffen. Sie berichten, daß
Raklstm Khan 180 stamele, die von ihm während der Belage- rung von Täbris den russischen Untertanen rocggenommen worden waren, jetzt ihren Eigentümern wieder zugestcllt und außerdem dem russischen Konsulate eine große Geldsumme zur Entschädigung der russischen Untertanen für die erlittenen Verluste übermittelte. ____
Deutsches Reich.
Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ergebnisse deS Reichshaus Halts für das Rechnungsjahr 1908. Im ganzen sind an ordentlichen Einnahmen, soweit sie dem Reiche oerbltiiben, 185 115 000 Mark weniger aufgekommen. Da der Ausgabebedarf um 63119 000 Mk. hinter dem Anschläge zurückgeblieben ist, ergibt sich für das Rechnungsjahr 1908 ein Fehlbetrag von 121996 000 Mk. Mehrerträge brachten die Zigarettensteuer, die Zuckersteuer, die Salzstcuer. Zurückgeblieben gegen den Voranschlag sind die Zölle, um 121018 000 M!., die Brausteuer, die Erbschaftssteuer und die Fahrkartenstcuer.
Die Kaisermanöver der deutschen Flotte nahmen, wie aus Ar ko na gemeldet wird, am Donnerstag ihren Fortgang mit einer mehrtägigen sttategischcn Uebung. Der Kaiser bleibt aus der „Hohenzollcrn", auf der sich auch die Manöverleitung unter dem Chef des Admiralstabes, Admirals Grafen von Baudisün, befindet. Tie aus dem Mstew- und Panzcr- geschwader, Schul- und Versuchsschiffen gebildete feindliche Flotte unter dem Befehl des Vizeadmirals Zehe hat die Reede von Swinemünde noch am Mittwoch wieder verlassen. Die blaue Partei wird von der gesamten Hochseeflotte dargestellt und vom Prinzen Heinrich befehligt. Die Ausklärungsschiffe sind vormittags in See gegangen. Die Linienschiffe werden am Nachmittage folgen. Die Torpedobootsstteitkräfte sind auf beiden Seiten verteilt. Auf der „Hohenzollcrn" befinden sich außer dem militärischen Gefolge des Kaisers noch Staatssekretär Admiral von Tirpitz, Admiral von Fischet.
Deutsche Kolonien.
Wie der Berliner Korrespondent der »Köln. Ztg/ erfährt, betrug die Ausbeute der Deutschen Dia- inantengesellfchaft auf den im Hinterlande der Prinzen- bucht jetzt im Anbau befindlichen Feldern im Monat August 8 000 Karat.
2hi5 la et fc.
Das Marinemilitärgericht in Sebastopol verbandelte am Donnerstag in der Angelegenheit des Zusammcir- stoßes des Unterseebootes „Kambala" am 12. Juni mit dem Panzerschiff „Rostiszlaw" im Hafen von Sebastopol, bei dem der Chef der Unterseebootabteilung, Kapitän Bjelikow, sowie zwei Deckoffiziere und 17 Matrosen ertrunken sind. Das Gericht sprach den Kommandeur Sapsai deS Panzerschiffes „Siostiszlaw" frei und verurteilte den Kommandeur Aguilenow des Unterseebootes zu'einer sechsmonatigen Festungshaft und Kirchenbuße.
Einige Blätter in Athen verlangen bis zur Einberufung der griechischen Kammer eine Frist von etwa 14 Tagen, damit die Regierung Zeit habe, vorbereitet vor der Kammer zu erscheinen. Ter Finanzminister ließ sich sein finanzielles und wirtschaftliches Reformprogramm vom Könige beftätigen.
Aus Santiago d e Chile wird gemeldet: Der frühere Kanzlist der deutschen Gesandtschaft, Becker, der im Februar dieses Jahres einen chilenischen Diener der Gesandtschaft ermordete und bann Feuer in das Gesandtschaftsgebäude legte, ist zum Tode verurteilt worden.
2lus Stadt und Land.
Gießen, 3. September 1909.
"In Audienz empfangen wurde von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog am Mittwoch Pfarrer Kalbhenn, Lehrer Jung, Bürgermeister Mickel von Ober-Mock- stadt und Beigeordneter Harth von Nieder - Mockstadt. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß diese Audienz mit der erstrebten staatlichen Hilfsaktion für die beim Rothschild-Krach teilweise schwer geschädigten Mitglieder der in Konkurs geratenen Ober-Mockstadter Spar- und Leihkasse zusammenhängt.
•• Ruhestands-Versetzungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Forstwart der Kommunalforstwartei Gröningen, Johs. Dippel zu Dorf-Gill aus Anlaß feinet Versetzung in den Ruhestand den Charakter als „Förster* erteilt. — In den Ruhestand wurde ferner versetzt die Lehrerin an der Volksschule zu Offenbach Marie Graulich auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste.
H Aus dem Militär-Wochenblatt. Zum 1. Okt. wurden versetzt: Altenhofen, Proviantamtsinspektor in Darmstadt, als Kontrolleführer nach Goldap, Schwellenbach, Intendantur-Sekretär von der Intendantur des 18. Armeekorps, zu der Intendantur deS 3. Armeekorps. — GestorbSn find: am 18. Juni Weichelt, Rittm. der Landw.- Kao. 1. Aufg. (Mainz), 21. Juni Stoll, Lt. im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Großh.) Nr. 118.
•• Die Verkehrs-Einnahmen im Personen- und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: 1. für die Eisenbahndirektionsbezirke Frankfurt und Mainz: a) für den Monat Juli d. Js. 11 724 000 Mk. oder gegen bas Vorjahr mehr 312 830 Mk. — 2,74 Proz., b) für die Zeit vom Beginn deS Rechnungsjahres (d. i. feit 1. April ds. Js.) 42 802 000 Mk, ober gegen das Vorjahr mehr 1 461 424 Mk. — 3,54 Proz.; 2. für die Preußisch- Hefsische Eisenbahngemeinschaft: a) für den Monat Juli d§. J§. 168 097 Mk. ober gegen bas Vorjahr mehr 6 668 000 Mk. — 4,13 Proz., b) für die Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 627 612 000 Mk. ober gegen baS Vorjahr mehr 25 625 000 Mk. — 4,26 Proz.
~ Die Ergänzungswahlen zur Handwerkskammer hatten in Oberheffen folgendes Ergebnis: In dem Wahlkörper Innungen würben gewählt Bäckermeister Val. Frey in Gießen als Müglieb und Malermeister Louis Petri III. in Gießen als Ersatzmann; in bem Wahlkörver


