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2.4.1909 Drittes Blatt
 
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Nr. 78

Drittes Blatt 159. Jahrgang

Erschein! ISgllch mit Ausnahme de? Eomilags. , . . . .

Die ..Siebener Lamilien-lätter- werden dem KM^ fl< HM g Jf gW X

.Anzeiger' viermal rvöchsn lich beigelegt, das A- h M M £L M IS m 0 i?3 '3L £L

Kretsblatt für den Kreis Stehen" zweimal «M 'v a V « V V V V

wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit- yev - aw

fragen" erscheinen monatlich zweimal. Generat-Mzerger str Gderhesjen

Freitag ».April 1909

Rotationsdruck und Derlag der Brüh."schen Unwersiläls - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange. Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» strahe 7. Expedition und Berlage e^5L Redaktion:^-!^1I2. Tel.-Adr.:AnzeigerGleßen»

** Preußische Klassen-Lotterie. Die Erueue- rung der Lose zur 4. Klasse 220. Lotterie muß mit Vor­legung der Lose 3. Klasse spätestens bis zum 3. April geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur 4 Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose 3. Masse bis zum vor- errvähnten Termin eingefordert sein.

., " Die hauswirtschaftliche Ausbildung der Mädchen. Immer stärker ist in neuerer Zeit die Ansicht zum Durchbruch gekommen, daß der weiblichen Jugend Gelegenheit ge­geben werden mutz, sich hauswirtschasiliche Kenntnisse änzueignen. Zur Lösung dieser Ausgabe ist in erster Linie die Schule berufen, und darum ist man auch in einer großen Anzahl von Städten, so auch in Gießen, dazu übergegangen, in den Unterrichtsplan der oberen Klassen der Mädchen-Volksschule die theoretische und prak­tische HaushaltungSkunde aukzunehmen. In zweiter Linie dienen diesem Zweck ivandernde Haushaltungsschulen, die auf dem Lande den schulentlassenen Mädchen bald in diesem, bald in jenem Torte Unterricht erteilen. Tie segensreiche Tätigkeit dieser Schulen wird iinmer mehr anerkannt, »lnd ihre Zahl in der Provinz Öberhessen und in den benachbarten preußischen Gebietsteilen wächst deshalb fortwährend. Einer weiteren Ausdehnling des hausw. Unterrichts in Schule und Fortbildungsschule steht aber z. Zt. ein wesentliches Hindernis entgegen, daS ist der Mangel an geeigneten Lehrerinnen. Hier öffnet sich jungen Mädchen, die einen Beruf ergreifen luotlen, noch ein weites Tätigkeitsfeld mit günstigen Aussichten. Die Alice-Schule in Gießen, in deren Kursen seit 30 Jahren Handarbeitslehrerinnen ausgebildet werden und an der durch eine staatliche Prüfung der Befähigungsnachweis für eine Anstellung erworben wird, wird mit Herbst ds. Js. auch Kurse zur Ausbildung von Hausbaltungslehrerinnen einrichten. Zu diesem Zweck hat sie bereits ein in der Nahe ihres

FanMsen-Nach rechten.

Verlobte: Fräulein Anna Schneider mit Herrn Hermann Sircoulomb, beide in Wetzlar.

Gestorbene: Frau Elise Schnell Witwe in Lauterbach. Herr Friedrich Müller in Friedberg. Frau Lina Kirnberger, geb Thomas, in Mainz. Herr Johannes Hildebrand in Nieder-Weisel. Herr Friedrich Bopp, Herr Max Mueller-Alewyn. beide in Darmstadt. Herr Heinrich Welter, Frau P. Schmidt Witwe, geb. Nömschied, Fran Katharina Müller Witwe, geb. Filsinger, sämtlich in Wetzlar. Herr Hauptlehrer a. D. Schieferstem.

o. , Märkte.

iAnittatlSJa111 9 Sn 3I,m?När$. Fruchtmarkt. Durch­

schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 19,00 Mk' roemev Weizen (angebaute Fremdsorten) 17,80 Mk., Korn 13,00 Mk., affi.Ä8®'!- ''SS' Srauqerfte 0,00- 00 OTL, Ha!» 8.500.00 Mk., Erb,en 0,00 Ack., Karwffeln 7,50-0,00 Mk.

HanSeL.

Deutscher Kohlenexport. In Frankreich war während der letzten Wochen in deutschen Kohlen das Angebot sehr stark und dringlich, bei sehr niedrigen Preisen. Mehrfach wurden Förderkohlenabschlüsse gemacht, welche den liefernden deutschen Zechen wenig mehr als 5y3 Mk. pro Tonne ab Zeche einbringen! konnten, während dieselbe Kohle auf dem Rhestl.-Westfälischen >kohlenmarkt zu 10' 2 Mk. verkauft wird. Diese Konkurrenz macht sich bei den französischen Zechen in unangenehmer Weise fühlbar,

Der Kampf um den amerikanischen Zoll­tarif. Nach Washingtoner Meldungen bekonrnck die Tarif- situation ein drohendes Aussehen. Taft hat sich dafür erklärt daß der im neuen Zolltarif vorgesehene Zoll auf Tee aufgehoben' und daß ferner auf Schuhwaren lein Zoll erhoben wird Ferner erklärt er sich für eine Ermäßigung auf Blusen und Wirkwaren. Cannon hat erklärt, daß das Land täglich 10 Mill Dollars ver­löre, da alles mit Auflagen zurückhalte, 'solange der Tarifentwurt nicht Gesetz geworden ist.

r ~ S1 o? V "5 chroni r. Die Teutsch-Ostafrika- llnie toirb 33/i Dnndende (in den beiden Vorjahren nichts den

vorichlagen. Die Kasseler Straßenbahn, verteilt 4/3 33tOg. -^tnöcnbe. 1 Mill. Mk. 4 prvz. Obligationen der Bahniollen denrnachir emittiert werden.

Aus Stadt und Caiifc»

Gießen, 2. April 1909.

Wertzuwachssteuer und Vermögenssteuer.

In der Generalversammlung des Bürg er Vereins entspann sich eine Debatte über die im Gang befindliche Neuveranlagung der Grundbesitzwerte; es zeigte sich, daß offenbar weitere Kreise vielfach noch nicht recht unterrichtet sind. Es wurde deshalb beschlossen, die Oeffentlichkeit noch­mals darauf aufmerksam zu machen, lvorauf es vor allem au kommt. Dem sollen diese Zeilen dienen.

Für weitaus die Mehrzahl der Fälle kommt für ab­sehbare Zeit der Fall in Betracht, daß der frühere Eigen­tumswechsel vor dem Jnlrafttreten des OrtSstatuts (8. März 1908) liegt: In diesem Falle ist der per 8. März 1908 ver anlagte Vermögenssteuerwert zugrunde zu legen (über die Veranlagung s. u.), sofern nicht ein höherer Erwerbspreis nachgewiesen wird. Dieser Grundwert ist aber nicht aus­schließlich maßgebend: einerseits ist nämlich nicht zu be­rücksichtigender auf einen Gewerbebetrieb mit Rücksicht auf die Firma, die Kundschaft oder das Bestehen einer Konzession entfallende Teil des Uebergangswertes", und andererseits erhöht sich der Grundwert um die zwischen­zeitlich hineingesteckten werterhöhenden Aufwendungen, um Straßen- und Kanalbaubeiträge, bei unbebauten Grund­stücken um die Zwischenzinsen zu 4 Proz. abzüglich der etwa gehabten Einkünfte, Erwerbskosten an Stempel, Ge- richtsgebühren und Vermittlergebühr sowie bei Erwerb aus Zwangsversteigerung um den etwaigen Ausfall, den der Erwerber an seiner Forderung erlitten hat. Was dann noch, also nach Berücksichtignng dieser Faktoren, beim Eigen­tumswechsel mehr erlöst wird, als der so berechnete Wert, nur das unterliegt der Wertzuwachssteuer aber auch hier wieder nicht der Wertzuwachs, den das Grundstück infolge Entdeckung einer ioerterhöhenden Beschaffenheit des Bodens, z. B. Auffinden von Kohlen, Erzen oder dergl. m. erfahren hat. Ein Wertzuwachs von weniger als 10 Proz bleibt frei.

fang an trat der Liberalismus als eine Kulturbewegung, die das Recht der Persönlichkeit, den Gedanken der Freiheit und des Fort­schritts vertritt, der Frauenbewegung mit sympathischem Wohl­wollen näher. Dem in der ersten Generation der Frauenbewegung hervorgetretenen Radikalismus, den der Liberalismus abiveisen mußte, folgte bald eine gemäßigtere Richtung, zu deren Forde­rungen er sich prinzipiell bekannte. In der Erziehungsfrage muß der Liberalismus schon auf Grund seiner allgemeinsten Grund­sätze:Höchstmögliche Steigerung der Einzelpersönlichkeit, mög­lichst umfassende Bildung für möglichst viele Menschen" der Frau alle Bildungsmöglichkeiten gernähren. Deshalb sind Frauenstudium und Mädchenschulreform dringend zu befürworten. Der Wert der Koedukation, der gemeinsamen Erziehung von Knaben und Mädchen läpt sich bestreiten: denn es kommt nicht darauf an, wie die ältere extreme Frauenbewegung irrtümlicherweise wollte, eine Gleich­artigkeit der Frauen mit den Männern, sondern eine Gleichwertig­keit zu erzielen. Auf der Grundlage gleicher Allgemein- und Berufsbildung erbebt sich die Forderung: Freie Bahn in jedem Berußgleiche Bezahlung für gleiche Leistungen mit den Männ rn. Dies ist auch der einzige Weg, die Frauen vor dem Vorwuri un­lauteren Wettbewerbes mit den Männern zu bewahren. Die Bildungsfrage und die wirtschaftliche Frage der Frau leiten uns über zu der viel umstrittenen politischen Seite der Frauen­bewegung, die in der Forderung des Frauenstimmrechts gipfelt. Hier ist bei aller prinzipiellen Zustimmung des Liberalismus, der der im Erwerbsleben tätigen ober sonstwie wirtschaftliche Werte schaffenden Fran, von der der Staat seine Steuern bezieht, auch das Recht der Mitarbeit am Staat, dieses höchste Recht des modernen Staatsbürgers nicht vorenthalten kann, doch eine nüch­terne, realpolitische Auffassung am Platze. Denn was wurde der Liberalismus heute praktisch mit einer Propaganda großen Stiles für das Frauensti-mmrecht erreichen in einer Zeit, in der feine wichtigste Aufgabe für die nächste Zukunft bleiben muß: Der Kampf um die Ue&crtragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen. Bis, zur Lösung dieser Frage werden sich die Frauen gedulden müssen, nicht in dem Sinne, daß sie nun untätig auf die Er­reichung dieses Zieles warteten, sondern indem sie die Gedanken der Frauenstimmrechtsbewegung verbreiten, indem sie ihre Or­ganisationen ausbauen und indem sie ihre politische Bildung ver­tiefen durch lebhafte Teilnahme an politischen Vereinen und Ver­sammlungen, wozu ihnen ja seit dem Inkrafttreten des Reichs- vereiusgesetzes (15. Mai 1908) Gelegenheit geboten ist. Dem Vortrag, der eine Fülle feiner Beobachtungen und geschichtlicher Gesichtspunkte enthielt, der vor allem die Frauenbewegung hinein­stellte in den großen weltgeschichtlichen Kulturzusammenhang und dadurch über den Rahmen eines rein parteipolitischen Vortrages weit hinausging, folgte eine anregende Diskussion, in der auch eine Dame das Wort ergriff und in de.r ferner Prof. Gunkel bei aller Anerkennung des idealen Schwunges der Frauenbewegung gerade in der Erziehungsfrage zu großer Vorsicht malmte. Denn hier setze die so ganz anders geartete physiologische Struktur der Frau und ihre körperliche Entwicklung Schranken, die nicht ohne schwere ernstliche Schädigung der Gesundheit der Frauen und damit unseres Volkes überhaupt beseitigt werden könnten.

** 'Vom hessischen Flottenverein. Der Vorstand des Vereins hielt am Sonntag in Darmstadt eine Sitzung ab. Während der Verein in Hessen Ende 1907 10 873 Mitgliedes Ende 1908 nur noch 10 122. Die Abnahme um 751 Mitglieder, also um fast 7 Prozent hat ihren Gründ in dem streit, der 1907 int Deutschen Flottenverein ausgebrvchen war. Tie stärkste Abnahnte zeigt Obcrhesseu mit fast 11,67 Prozent, Rheinhessen hat 6,68 Prozent, Starkenburg 3,17 Prozent. Die strotzte Mn ahme zeigt der Kreis Lauterbach mit 24 Prozent, die Eruvpe Grebenhain sank von 191 auf 74 Mitglieder, im Kreis Gießen beträgt der Rückgang 10 Prozent. Dagegen Zeigen die Darmstadt und Groß-Gerau ein stetiges, Kelsterbach Mörfelden, Crumstadt, Alzey und Wöllstein ein starkes Anwachsen. Die körperschaftlichen Mitgliederinb die gleichen geblieben. Die Vorbetätigung ist gehemmt durch finanzielle Schwierigkeiten, man hofft jedoch den Verlust int Laufe des Jahres wieder einzuholen, zumal schon einige neue Gruppen gegründet worden sind und weitere förnnbungen bevorstehen. Es soll eine Rednerliste veröffentlicht werden. Bei Neuaufnahmen soll der Beitrag auf 2 Mk. festgesetzt lrerben. Im Juni ist eine Gesellschaftsfahrt an die Wasserkante geplant. Die Hauptversammlung des hessischen Larrdesverbaiides findet wahrscheinlich in Westhofen statt. In den Vorstand wur­den Kreisrat Lölzinger-Alsfeld und Major StamM-Bad-Nauheim gewählt. Zur, Hauptversammlung nach Kiel sollen Prof. Lauten- schläger--Darmstadt, Lahm-Worms und Stantm-Bad-Nauheim ent­sandt werden. Der Vorsitzende Tr. Merck verteilt an folgende Förderer der Flottensache 'Diplome: Lehrer Storck-Altenstadt, Fabrikant Hartmann-Langen und Kreisstraßenmeister Adam-Alzey.

* Körung. Aus Anlaß des Pferdemarttes trat am Mittwoch die Körkommission zusammen, um ihres Amtes zu walten. Es wurden folgende Stuten angekört: B e l g i e r, 6jährig braun und 4jährig braun, Besitzer Will). .Klotz VI, Holz heim, 3iähr. Fuchs m. Blässe, Züchter Ludw. Keßler X., Großen-Linden, üjähr. Rappen, Besitzer Ludw. Kröck X., Heuchelheim, 4jähr. Rappen, Besitzer Foh. Keßler XI., Großen- Linden, 4jähr. Fuchs mit weißer Mähne, Züchter Konr. Mohr IX., Gambach, 3jähr. brauner Oldenburger (Wagen­schlag), Züchter PH. Rock, Hattenrod. Die Körkommission bestand aus dem Sekretär der Landwirtschaftskammer Schwarz, Gießen, Oekonomierat Hoffmann, Hofgüll und Gutsbesitzer stHtllmanu, Mittelgründaru

Das Veranlaaungsverfahren richtet sich nach den Be­stimmungen des Vermögenssteuergesetzes. Der nach diesem Verfahren festgestellte Wert gilt als Vermögenssteuerwert. Es ist mm klar, daß eine hohe Veranlagung für den Eigen­tümer ungünstig ist, sofern er eben dann auch mehr Ver­mögenssteuer zahlen muß; auf der andern Seite ist ihm die hohe Veranlagung günstig, weil er dann beim Weiterver­kauf keine oder eine geringere Wertzuwachssteuer erlegen muß, für die er als seitheriger Eigentümer haftet. Bleibt hie Veranlagung unter dem letzten Erwerbspreis, so hat der Veranlagte keine Veranlassung, sich beschwert zu fühlen, da er ja dann zur Vennögenssteuer um den entsprechend geringeren Betrag herangezogen wird, während für die etwaige Berechnung der Wertzuwachssteuer nicht der ver­anlagte geringere Vermögenssteuerwert maßgebend ist, sondern der nächiveislich höhere Erwerbspreis beim letzten vorhergegangenen Eigentumswechsel. Wenn dagegen die Neuveranlagung höher ausfällt, als der letzte Erwerbs­preis, dann wird man sich fragen müssen, ob man das nicht bekämpfet: soll, weil man dann höhere Vermögenssteuern zahlen muß; man wird aber wiederum zu berücksichtigen haben, daß man dafür später event. nicht so viel Wert­zuwachssteuer zu zahlen haben wird, als wenn man jetzt niedriger veranlagt würde. Kurz, für den Eigentümer ist die An, wie die Wertzuwachssteuer mtb Vermögenssteuer miteinander kopuliert sind, die schönste Zwickmühle. Wessen Gelände gerade in der Zone liegt, die wohl der Bebauung zunächst erfthlossen werden wird, der wird gut tun, sich eine Höhereinschätzung gefallen zu lassen, die durch Ersparung an Wertzuwachssteuer wett gemacht lvird, ja er wird auf Hoherveranlagung zu dringen Veranlassung haben, um nicht spater eine sehr hohe Zuwachssteuer zahlen zu müssen. Im Einzelfalle wird man auch berücksichtigen müssen, was man inzwischen seit dem Erwerb hineingesteckt hat usw.

Auf die Veranlagung int einzelnen kann hier nicht näher eingegangen werden. Rur sei darauf hingewiesen, daß die Neuveranlagung bei uns so ziemlich abgeschlossen ist und die zweimonatliche Einspruchsfrist nach Art. 40 des Vermögens- steuergesetzes für die meisten Interessenten in der nächsten Zeit abläuft. Es hat ja jeder den Bescheid, bekommen, in dem die Frist angegeben ist; wer sich vor Schaden be­wahren will, beachte die Frist.

" Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Christian Haßenzahl zu Hahn (Kr. Darmstadt) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Arheilgen; dem Lehrer Johs. Kern zu Lützel-Wiebelsbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu PZixhausen; dem Lehrer Gg. Kubler zu Harpertshausen eine Lehrerstetle an der Gemeindeschule zu Eberstadt (Kr. Darmstadt); dem Lehrer Karl Lauten­schläger zu Nieder-Kinzig, eine Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Erzhausen; dem Schulamtsaspiranten Gg. Fay aus Hüttcnthal eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Messel; dem Schulamtsaspiranten Friedr. Zinßer aus Lindenfels eine Lehrerstetle an der höh. Bürgerschule zu Neu-Isenburg, cm T Gießener freisinnigen Verein sprach am Jtontag, 29 Marz, Privatdozent Dr. Vogt über das aktuelle Tyerna: r b e r a l i s in u s u n d F r a u e n b e w e g u n g, welches sehr viele Zuhörer und Zuhörerinnen angelockt hatte. Er wolle, so, beioute der Redner, nicht sprechen von der Frauenfrage, die gesiellt und beantwortet sei von Männern, nicht von der Frau piychologisch-künstlerischer Bewachtung, wie sie in un- zahligen Werten der Dichtkunst behandelt worden sei, er wolle überhaupt nicht, sprechen von der Frage der Frau, sorr- dern von der Frage der Frauen, wie sie von den Frauen gesellt jei, von der großen Frauenfrage unserer Tage, die eine Kulturbewegung auf rvesentlich wirtschaftlicher 'Grundlage sei. ^le^Frauensrage in diesem Sinne ist entstanden, als vielen Frauen der Pflichtenkreis des Hauses zu eng wurde, als sie die Verpslrchtung gröberer sozialer Mitarbeck und damit die Not- wendrgtett vertiefter Bildung empfanden und als unter dem Drucke wrrtschaftlicher Zerhältnisse ein Drittel aller Frauen hinaus- geprangt wurde ans dem häuslichen Leben in den Beruf. Nun stürmten alle modernen Probleme auch auf die Frauen ein: . S)te Erzreyungssrage, die große soziale Frage und das polftische Leben. Zu uiejen drei großen Fragen mußte die Frauenbewegung Stellung nehmen. Wie hat jid) nun der Liberalismus zu den , emjelnen Forderungen der Frauenbewegung gestellt? Bon An- '

Klerue Tageschrontk.

Das Grubenunglück auf dem W l l h e l m s s ch a ch t bei Zwickau ist schlimmer als man zuerst meldete. Nicht nur vier Bergleute sind getötet, sondern acht, mehrere Haden schwere Schädel- und Knochenbrüche erlitten, zwölf erlitten innere Bei letz- ungen neben weniger schweren Brüchen.

In Warschau wurde der Fürst Michail Kasatkin- R 0 st 0 w s k y von seiner Geliebten, der ctjcniaügen Ghanlan- sängerin Roia Bauer, einer Ungarin, nn Schla'e erschossen, weil er ihre übermäßigen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen konnte.

In der nie Mont Tabor in Paris wurde der Adookal und Schriftsteller Elcurot ermordet aufaefunben.

Gestern wurde in Reggio d i Ealabria ein heftiger Erdstoß verspürt, dem kurze Zeit später einige minder schwere folgten. Einige Mauern weisen Beschädigungen aus.

Bei dem Brande des Dampfers »A l t e n li u r g" in H a v a n n a sind 15 Personen umgekommen.

Die Nachwrschungen nach dem Urheber des Dynamit- a 11 e n t a 13 gegen das neue Opernhaus in Boston haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Tie Wtederherstellungsarbeiten erfordern eine Ausgabe von etwa 2 Millionen Dollars.

In Nordtirol hat der Sturm gestern großen Schaden angerichtet. Bei D a n ö f e n am Arlberg wurde die Bahn durch eine Lawine vollständig verschüttet.

Schulhanfes liegendes Anwesen käuflich erworben und baut es für die Zwecke des hausw. Unterrichts um. Tie Ausbildung der jungen Alädchen umfaßt sämtliche Zweige der Äaushaliungs- tdngfeit, und deshalb wird den Schülerinnen auch die Möglichkeit geboten, im Schulhaus zu wohnen. Seinen Abschluß sintet der Kursus durch eine Prüfung, deren günstiger Ausfall eine baldige Verwendung als Lehrerin gewährleisten dürfte. Ter Vorstand der Alice-Schule ist schon jetzt bereit, Anfragen zu beantworten und Anmeldungen zur Teilnahme an diesem Kursus für Haushaltungs­lehrerinnen entgegenzuuehmen.

<t> Rockenberg, 1. April. Die Teilstrecke Rocken­berg-Griedel der Wettertalbahn ist vollendet, und schon in den nächsten Tagen wird der Güterverkehr er­öffnet. Am 1. Mai wird voraussichtlich ailch der Personen­verkehr eröffnet.

LanSwirtschttft.

"Bienenzucht. Einen recht schlimmen Winter haben die Bienen gehabt, das zeigt sich jetzt beim Eintritt milderen Welters. Vor mancher Bienenwohmmg ist es still geblieben beim ersten 'Ausflug der Völker, der erst mit Beginn des Frühlings möglich war. Viele Völker sind dem langen Winter zum Opfer gefallen, msondeiheit dadurch, daß der Reinigungsausflug statt im Januar oder Februar erst mit Ende März erfolgen konnte. Von bett glücklich durch den Winter gekommenen Völkern sind viele ge­schwächt, so daß sie nunmehr der besonderen Aufmerksamkeil be- bilden, sollen sie erhalten bleiben. Vorzüglich hat sich der Ersatz für echten Honig, der Fruchtzucker, bewährt als Futtermittel.

<Serid>t*faaL

R. B. Darmstadt, 30. März. Der 34 Jahre alte Schuhmacher Georg Abt von Nidda, hier wohnhaft, hat im Dezember und Januar nachts mehrere Wäschediebstählc verübt. Er stahl die zum Trocknen aufgehängte Wäsche und ließ sie durch einen Dienstmann auf dem Pfandhaus ver­setzen. Auch zwei Wohnungen hat er sich dadurch erschwin­delt, daß er beim Mieten der Wohnung die seines gut be­leumundeten Bruders als seine angab. Der schon mehrfach vorbestrafte Angeklagte wurde heute von der Straftammer zu 2 I a h r e n Gefängnis verurteilt.

Sport.

Nizza, 28. März. Auch das wichtigste Rennen der Internationalen Woche von Niz-a, das Berqrenneit auf die Turbie, brachte der Marke Opel den Äeg über die 52 Konkurrenten aller Klassen. Der Mnchener Lind­pa intner, der schon inr Kilometer-Rennen hinter J-oerns die beste Zeit fuhr, erreichte auf seinem 21/45 PS. Opel- Tourenwagen mit 6 Min. 1 Sek. die schnellste Zeit des Tages und ist damit Sieger des Gesamt-Klassements. Die Ergebnisse des Rennens waren: Klasse 1 SizaireMaudin 6 Min. 12 Sek., äL 4 Lnurin-Klement 6 Min. 42 Sek., Kl. 6 Opel (Lindpaintner) 6 Min. 1 Sek.