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28.9.1909 Erstes Blatt
 
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Abgeordnetenhaufes I u st h werde in der morgigen Abgeordneten - hauSsitzung beantragen, die St Bungen bis junt 5. Okwber aber* mnts zu vertagen, da ixe Entscheidung über die Kabinettskrise bis zu diesem Zeitpunkt erwartet wird.

Aus dem Bcid)$tagsroaf)ifrcis Marburg-Airchhaiu.

Dem Abg. Böhme crtoadifcn au: seinem öffentlichen Auftreten in seinem Wcchlkreis erhebliche Schmierigkeiten, lieber eine DersaTnrnlung, die der Bund der Landwirte gegen ihn abgehalten hat, erhalten wir folgenden Bericht:

8. Marburg, 27. Sept. Ter Austritt des derzeitigen ReichStagsabgeordnelcn für den hiesigen Wcchsircis aus der Wirtschaftlichen Bereinigung, seine Spaltung bei der tlieichs finan;,rcjorm durch sein Eintreten für eine Erbanfallfteuer und seilt neuestes gegen den Bund der Landwirte gerichtetes Flugblatt beschäftigte gestern eine ün nahen Dorfe Cölbe ^gehaltene von über 100 Vertrauensmännern aus den Kreisen Marburg, Kirchhain und Franlenberg besuchte Ver­sammlung. Ter Geschäftsführer des Bundes, Herr Buhl aus Unna, wies in über einstündiger Rede die Angriffe des Reichstags abgeordneten Dr. Böhme zurück und bedauerte, daß dieser feine Wähler und nicht zum mindesten den Bund der Landwirte, die ihn doch gcnnssermaßen auf den Sck)ild erhoben, so getäuscht hätte. Es wurde zum Schluß folgende Entschließung angenommen:

Die zal)lreich in Cölbe Versammelten sprechen den bewährten, hochverdienten Führern des Bundes der Land­wirte ihren innigsten Dank für deren mannhaftes Arbeiten bei der Finanzreform aus und erklären ihre völlige Ueber- einftimmung mit der Leitung des Hundes. Den ver­ehrten Führern des Bundes der Landwirte geloben sie unverbrüchlich die Treue zu halten. Die Amvesenden können das Verhalten des Dr. Böhme, sich gegen den Bund zu stellen, nicht verstehen und sprechen ihre schärfste Rrißbttligung mit diesem aus. Sie erklären, daß, wenn sie diesen politiscl)en Entwicklungsgang des Herrn Dr. Böhme, der eine gewisse Aehnlicyteii mit dem des Herrn v. Gerlach hat, hätten vorausahnen tumicn, sie ihm nun und nimmermehr chre Stimme gegeben haben würden, zumal sie auch an seiner Wchrheiisiiebe uno Ü&ifri^tiflr feit berechtigte Zweifel hegen müssen."

Lin versuchter Aufruhr in Montenegro.

Aus Cetltnie, der Haupt stad: Montenegros, wird gemeldet: Etn Unterleutnant versammelte feine Mompagme und teilte ihr mit, er fei mit der Verfolgung und Verhaftung von Verbrechern bcauliraqt. Er füljrU iLdoch die Soldaten sV dem Waffen- und Aiumiionsdepot und blfäljrihnen, d o n dem Äepok Besitz - u ergreifen. Diese verweigerten aber den Gehorsam. Als die Behörden von dem Vorfall versiändigt wurden, veranlaßten sie die Verballung des Unterleutnants. Es wurde sofort ein Kriegsgericht zur Unter,iichnng des Tatbestandes gebildet. Elf Personen find nach Albanien geflüchtet, obwohl die Behörden nicht nach ihnen fahndeten.

Cb die elf Flüchtlinge mit der Tat des Cffiziers in Verbindung zu bringen sind, ist nicht ganz sicher. Dem VorkommmS ist wahr­scheinlich tiicht viel Bedeutung beizulcgen.

politijcbi Lagestzcbarr.

Graf Crtola und Frhr. v. Hey! vor dem hessischen Landesausschuß.

Tie dem Abg. Frhr. v. Heyl nal-estehenocWormser Ztg." schreibt über einen Vertrauensbruch, durch den dieFrkf. Ztg." einen ausführlichen Bericht über die Sitzung des Landes- ausschusses erlangt habe:

Wir haben mitgeteilt, daß der Vorsitzende es allen Teilnehmern zur Ehrenpflicht machte, den vertraulichen Cha­

rakter der Aussprache zu respektieren und, außer der von uns gebrachten offiziellen Mitteilung, kein Wort über sie hinauS- gehen zu lassen. Es handelt sich hier also um den Bruch einer Ehrenpflicht, über deren Urheber wir übrigens zu fällig unterrichtet zu sein glauben. Im Interesse der Pkrtei und ihrer gestern in erfreulicher Weise angebahnten Einigung kann man diesen Vorgang nur aufs tiefste bedauern. Zur Auiklärung gegenüber dieser tendenziösen Darstellung müssen wir nun- mehr Mitteilen, daß die Annahme der von Offenbach ein- gebrachten Resolution mit 70 gegen 39 Stimmen erfolgte. Sie stellte einen Kompromiß dar, nachdem die Frage des Aus­schlusses oder Austritts aus der Partei allerseits fallen ge­lassen und der vierte Absatz der Offenbacher Resolution, Verweisung dieser Frage an den Zentralausschuß in Berlin, von Offenbach zurückgezogen war. Er wurde bann von Mainz wieder aufgegriffen, vermochte aber nur 10 Mainzer Stimmen zu erlangen. In dieser Frage, die für uns nach allem Vorausgegangenen die Hauptsache war, haben also die Dinge einen für die beiden Herren Abgeordneten und ihre Anhänger sehr befriebigenben Verlauf genommen. Letztere sahen sich veranlaßt, eine eigene Resolution einjubringen, bereu erster Teil, Bedauern über den Fraktions­zwang und die durch ihn herbeigeführte Trennung der beiden Abgeorbueten von der Fraktion, von den noch anwesenden etwa 100 Stimmen viele Delegierte ans den entlegenen, bat Beiden im Durchschnitt wohl nicht so ungünftigen Ge­bieten Hessens hatten schon zur Bahn eilen müssen 33 für sich aufbrachte, ein Drittel gegen zwei. Der zweite Teil dieser Resolution, Vertrauen zur Reichstagsfraktion in dem Sinne, daß es ihr gelingen werde, die Interessen von Stadt und Land in der Blockpolitik tmeber zu vereinigen, kam über­haupt nicht zur Absttmmung, da auf Antrag Dtaiuz jene gegne­risch Zweidrittelmehrheit es ablehnte, ihn als nicht hierher- gehörig zur Abstimmung zuzulassen."

llebrigens hat auch der sozialdemokratischeHessische Volks- freunb" einen ausführlicheren Bericht über die Sitzung gebracht, der aber nichts wesentliches enthält und sehr unvollständig zu sein scheint.

*

Dr. Cafselmann und die Lehrerwünfche.

Wir Tratten in Nr. 222 unter der UeberschriftDie Krifts im bayerischen Liberalismus" einen parteioffiziösen Artikel der Nationallibcralen Korrespondenz wiedergcgeven, der in interessanter Weife erkennen ließ, wie die Parteileitung in Berlin die Lage des Liberalismus in Bayern beurteilt. Es war in diesem Artikel unter anderem gesagt worden, dkß bayerische Lehrier, geführt von Jaiob Beicht in Würzburg, mit unberechtigten Vorwürsen sich an der Hetze gegen den um die Einigung des Liberalismus verdienten Dr. Cafselmann beteiligt hätten.

Aus Lehrerkreise n erhalten wir eine Zuschrift, die dieser Behauptung widerspricht. Sie lautet u. a.:

Gießen, 25. Sept.

. . .Diese Beschuldigung gegen die bayerischen Lehrer ist UM so schwerer, als dieNationallib. Korresp." behauptet, der von ihnen gegen Casselmann erhabene Vorwurf entbehrerestlos jeder tatsächsiclien Grundlage". Es liegt uns nun fern, uns in eine Polemik mit dem angeführten Blatte einzulassen: doch können wir nicht umhin, unserer Verwunderung darüber Ausdruck zu geben, daß der Verfasser des angezogenen Artikels meint,der sachliche Teil des Stteües sei im Augenblick nebensächlich". Das kommt uns mehr als sonderbar vor, denn nach unserer Meinung bildet dieser gerade die Hauptsache für jeden, der sich ein unparteiisches und sachgemäßes Urteil bilden will. Wer sich aber über die beregte Angelegenheit feine einseitige Meinung bilden

Zündholzindustrie. Also HandelsbeziLhungen, die von Tag zu Tag enger loerben und eine Feindschaft beider Länder gar nicht ertragen können. Der Boykott japanischer Waren im süd­lichen China, der im Anschluß an einen Streitfall einfetzte, hat Javrn mehr gekostet als mcaiajc Sch.acht auf den mandschurise en Jewern. Und trotzdem keine Freundschaft bisher. Mau hat darüber viel geschrieben, welches der beioen Volker das klügere, roclayed das zukunftsreichere fei. Jedenfalls ijt das japanische Volt agiler und anpassungsfähiger gewesen und ist mit Entlehnung europäisck)er Methoden dem zurucsiWibcmden und langsamen China schnell und nnifiant zuvorgekommen. Das ist sprunghaft, viei- leicht rücksichtslos gesck-eoen, mid Japan hat sich dami an seinen Ci folgen so berauscht, daß es einen Nativnalswlz und, man kann cs ruhig ausspreck)en, mancherorts einen Nationaldünkel gezüchtet hat, von dem erst jezt die leisen chauvinistischen Anfänge sich in China regen. Der größer geivachjene Nachbar war nicht gerade freundnachbarlich. Er war stolz und sah auf China herab, wollte nicht primus inter Pares sein, sondern die Führerrolle im Osten an sich reißen, verlangte zum Bespiel des Recht der Grtcrritorialität seiner Gerichtsbarkeit in China, c.ii Recht, das anderen Böllern in Japan zu gewähren, man sich kräftig und mit schließlichem Erfolge sträubte. Zwar verlangten europäische Völker dasselbe in China, aber daß es das ostasiatische Japan rat, war doch etwas anderes. 'Nach dem rumsch-japaniscyen Krieg setzte Japan seelenruhig die Herricyast der Rusten in der Attind- schurei sott, ohne ie.n hoffenden China die iik reiaiig von den drückenden Lasten zu bringen. Man Ir.s.tt. an Rücksichtslosigkeit sc gar nicht geringes. Sett dein Friedensschluß kamen ocrschiedene Zwtjcheiifälle, in denen Japan meistens im Unrecht war, wenn auch China ein Erklecklick>es dazu tat, die Erledigung von Streitfragen aus die lange Bank zu schieben. Erst jüngit yat Fürst Hto, der Abgott aller Japaner, ösfemlich erkläre (man scch so deutlich den Zweck, der das Mittel heiligte!» Japan sei das friedlichste &uiD der Welt, der einzige Unruhestifter ün Cftcn fei China. Woher soll da die Freunoschaft kommen?

Nachdem mm Japan in Der Antung-Ittukden-Bahn- frage (die Feldbahn ans dem Kriege noch stammend, soll in eine ordentticku Vcllbahn ausgcbaitt werden^ China gegenüber, das hier wirklich im Unrecjt ivar, rech: tr-j^g mit dem Säbel ge­rasselt ^utte und gegen den chinesischen Ew.'vruch Den Bahn bau vor drei Wochen begann, commt prompt und sicher das Abkommen von gestern. Aeußerlich überrasck-end, in Wir.licht..t säst seibsi- versrändlich. China sah, daß Japan ernstlich einen Mei eg diesmal nicht scheuen würde, erkannt^ zugleicy seine eigene Schwäche, sür die es keine andere als oie Frtcce/.sparole zurzeit gibt. Japan aber hatte mit dem Säoel nur gedroht, um äußer.ich seine ttcachl zu zeigen, war vielleicht irn Notfall entschloßen, den Krieg zu führen, m Wabrheft aber recht friedensfreunblich. Das Säbel­

raffeln war für Den japanischen Premierminister Katsura nur die Massierung feiner recht glücklichen Schwenkung in der Chmapolittk. Vor wenig Wochen erst hat er mit der ganzen Autorität seiner immer feieren politischen Stellung ein Syndikat der ersten Banken und Industriellen gegründet, ras sich Unternehmungen in China 5um Ziel ,etzt. In China folgt der politische Einfluß dem Handel. Gerade iet-t aber hatte Präsident Tafts Ostasieiwolitik einen energische.: Vorstoß der Amerikaner in China gebracht, nicht eben zur Freude Japans, Das ttotz alter gegenteiligen Beteuerungen und unbeschadet aller Marinebesuche und Verbrüderungen in Amerika nicht seinen Freimd sieht und ein Fußfassen der Ameri- lcmer in China nicht gerade angenehm empfindet. Das eigene Syndikat konnte aber nicht arbeiten, wenn nicht aus den offenen Gegensätzen zwisckMi China mid Japan ein modus vivendi ge- futiuen werden konnte. rieben mit China, das ist die Politik, die nun die Politik des Stichelns und Der Spannung ablöseu soll. Es ist gar kein Zweisel, daß es vom Kabinett Katsura ein kluger und geschickter Schrüt war, so zu hanoeln, und daß Japan mit dein ittuen Prinzip ein besseres Geschäst machen wird. Etn großer politischer Ersolg ist das neue Abkommen nicht, weil man das, was man jefct bekommt, vor drei Jahren oon China ebenso mühelos und günstig ja schon hätte Haden können.

Immerhin ist das t'uiommen auBeruroentiid) günstig für Japan. Es Macht eine Konzession an China. Das lange Zeit Mittige Grenzgebiet zwischen. Korea und China, Chicutas, gibt Japan auf, erkennt Chinas Souveränität, behalt allerdings seine eigene exterritoriale Gerichtsbarkeit und das Recht eines Bahn- bcwes, der das strittige Gcdtet durchschneidet. Dafür bekommt es von China die Zusicherung, leine Konturrenzlusie zu bauen uno Zugeständnisse in ein paar Heineren Eisenbahnfragen, ferner das wertvolle Acinenrecht der Fufhun- und Kentaiminen. Aber immer olcibt dieses Abkommen eine Haloheü. D.e sehr interessante Frage, wer das Bewachung reall der Anrung-Plukden-Dahnjrage hal>:»i soll, China, dem das Land gehört, oder Japan, D_.n dem China fürchtet, daß es aus der einfachen Bewachung einen kräftigen militärischen Stützpunkt machen r uroe, bl.-ibtferneren

Inn gen überladen", die P r a t asinsel-Äffäre und andere Dinge ebenso. Ta ist noch eine Quäle vielleicht für neue Beweise ernster Friedenslüwe, vielleicht für neue Rückfälle in Di. alte Stteitvolttii. Da kann man vorderhand nur hoffen. Europa und Amerika haben ja nur ein Interesse an einer friedlichen Entwickelung im Osten. Wenn die gewaltigen Kapitalmassen, die man in China in Eisenbahnen und Minen inocfnerr hat, uchcr arbeiten sollen, wenn nun mit Japan und seinen großen Ent- icülungsmbglia,..iten rechnet, so würde ein neuer Krieg jede Lichcrh.it schwinden la-..r und eine ernste Ge'ahr bebeinen. Des- i/üb töiuien die .Nächte nur mit Freupe das neue Abkommen begrüßen und wünschet!, daß der Geist, in dem man den Vertrag erfüllt, dem gleichen möge, in dem man ihn zu Papier gebracht hat.

Erstes Blatt

159. Jahrgang

Dienstag 28. September 1909

Dualität eh« *

stangafähig- lie billigsten igen, die be- haben, darin Fähigkeit des ;; die nach zunehmende iten für die atschlands löbei- und ewüligung

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leralvertieter für üddentschland:

)etmar Wasserzug, Elbestr.52.

Nr. 227

Ter Eiehener Anzeiger erscheint tögli außer sonntags. - logen: ::c final wöchentlich tviesjenerZamilienblätter; zweimal niödjentl.Krets: biattsürdenUreir Gießen TienstagundFreitag)-. zweimal monatl. Land- wittschastliche Zeitftagen Feriifprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:

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Briefe aus Japan.

Von Dr. Fritz Wertheimer.

VH. JapauundChina-Friedenspolitikim Osten? Tokio, 5. Sept.

Gestern ist in Peking das neue chinesisch-japanisch: Abkommen definitiv unterzeichnet worden. Es war erft ganz vonichiig an- zekündigt, dann aber in allen Zeitungen mit unendlichem Auf­wand von Friedensbeteuerungen und Freundschafls^ezeugungen -rusposarnt worden. Man sprach von einer endgültigen Er­ledigung wirklich aller zwischen den beiden Nräcksten schwevenoen Stteitsrageii; man nuinfelte fogar von einer richtigen Entente. Zeides ist nicht eingetrofien. Das Abkomnien ist eine rein ge fchästsmäßige Erledigung ungefähr eines Drittels der Streitfragen unh da noch zwei Drittel ausstchen, ist an eine Entente gar nicht >u denken. . .

Es wäre auch metjr als luftig geweien, toenn man letzt eme papierne Entente geschüissen hätte, zwischen zwei Völkern nämlick, die sich in den Haaren liegen, seit sie sich überhaupt naher kennen. Zuerst lag ja eilt Streittmntt nicht vor in jener Periode, in der FapMi nur Chinas Bildung und Wissenschaft, Lchnsi uvD Munit übernahm. Aber als zu den geistigen die politischeit Beziehungen kamen, war es auch mit dem Frieden vorbei, -ba ia.ii^treit imb Zaaik um das Eiland Formosa und ^yntriguc und o'euiuschäft um die Hallnnsel Korea. Dazwischen gab es hier und da Ver^ ständigungen, besonders nacktem die Lust reinigenden Gewitter türm eines chines is cch-japan is chen Krieges, aber der latente Gegen- iatz schlummerte nur sehr leicht und ivachlc des oftern aus, in atm Teil recht ernsten Tönen und.Handlungen. lyreutä) Huden die Lätcher eigentlich alles andere eher als Grund sich zu htreiten, un Gc genteil, sie sind immermehr politisch u. handelspoiitiich aiijcuuuucr angewiesen. Politisch könnte vom cbineilichen oder japatiiic^n Standpuntt aus gesehen nur eine wirkliche Verständigung der beiden feindlichen Brüder das nach amerifaniiciKin -tujkr ge­bildete Schlagwort von der Herrschaft i>er Cftajuitto tu pfiafien oraksische Gestalt gewinnen und den mächtigen Einfliitz west- ländischer Äkächte in China ausschalten. vandclspvlitilch (dtc Frage hangt mit der politischen unlösbar jufammat ton.i.e China aus sich allein l-eraus tamn Das fremde Kapital eliminieren. Ader selbst wenn man von diesen ostafiatifcyen Gciichtspuntten cbsiehi, siiid China und Japan enge oerknüpft. Die chineiuche iiuf.c ist zu ftfdxitni, um der Bevösie.ung des Ricsenreiche-s g.nuycnDe ftaljrungsmittel zu bieten, die Einsiihr von Japan gar mau aus iusckwlten. Die erwachende japanische Jiiduirme lann an Die Eroberung westländischeu Bodens gar nicht denken (wenn i.c erst einmal Den Bedarf des eigenen Landes gedeckt haben nnrD., sondern ist für manche Dinge schon heute auf den chinemchen Nartt angewiesen. Man hat als gutes Beispiel die lapanuche

Uossuth und die ungarische Kabinettskrise.

Ofen pest, 27. Sept. In der heutigen Konferenz bet Un- Lbhängigkeitspartei sagte Franz Kossuth, der König beab­sichtigte, ihn als Führer der Majorität zur Audienz zu berufen. Es sei hier nicht der Ort, darzulegeir, was er dem König sagen [Derbe, er wolle nur bemerlen, falls daS Land nicht sortwährenb Krifen ausgesetzt sein solle, ntüssc das Programm der Un­abhängigkeitspartei geändert werden. Kossuth fügte hinzu, dütz dem Lande große niilitärische Kosten aufgedürbet werden [ollen. Hieraus beschloß die Konferenz, der Vertagung des Abgeordnetenhauses bis zum 5. Oktober zuzufsimnicn.

Ofen pest, 27. Sept. Nach einer sozialdemokrati­schen Wahlrechtsversammlung veranstalteten in den Abeiidssiiiiden viele Skqammlungsteilncbnicr in der Nähe des ÄLute der Unabhängigkeitspartei aus Anlaß der morgigen Paria- mentscröfsnung, eine Straßenkundgebung. "Nach wieder­holten Attacken zerstreute die Polizei die Menge, wobei sie von der Waffe Gebrauch machen mußte. Mehrere Personen wurden verwuiidct, barunler vier schwer. Nach 9 Uhr abends war die Ruhe wieder berg ei teilt

Ofenpest, 27. Sept In der Sifcimg deS Geschäfts-Aus­schusses der Kvssuthparlec wurde mügeteili, der Präsident des

Das Ln-e des spanischen Marotko-^eldzuges?

Die Si-ogesnachrichten der Spanier lauten wieder zuversicht­licher. Ter am Guruguberge bisher versckxrnzt gewesene F-eind soll sich zurackgez-ogen haben und die Spanier sollen üb.'rhaupt keinen Widerstand irrehr finiten. Ob die Schwierigkeiten damit völlig besisitigl sind, ist trobbem noch nicht sicher. Niemand weiß es, ob die Mflabylen nicht doch iwch zn neuem Widerstand sich lammcln werden. Jedenfalls haben in den letzten Tagen heiße Mampfe ftattgefimben, deren letztes Ergebnis in den fdjuelLcn spanischen SJtelbaingen noch nicht enthalten sein kann.

Madrid, 27. Sept. Amtlich wird brfanni gegeben: Die spanischen Truppen haben die Kasbah von Sein an eüigenjnimcn.

Äelilla, 27. Sept. Nach'hier einlaufenden Nachrichten sind die Solonnai des Generals Orozcv, die heute ftüh aus Nadvr aufgebrödxm sind, ohne Zwischenfall durch Seiuan du.'chmarschiert. Auch auf dem Gur ug u berg, den die Truppen überstiegen, haben sie keinen Widerstand gefunden. Die den Trup­pen folgenden Trains marfchieren ohne Bedeckung. Es bat den tzlnschein, als ob der Feind alle seine Stellungen verlassen hat und gänzlich geflohen ist

Melilla, 27. Sept. Die Artillerie beschoß die (Sita* belle vmr Seluan in der Ebene von Nador. Die Operationen in Der Ebene roeroen erleichtert durch den Reichtum an Getreide, Früchten und Wasser.

Madrid, 27. Sept. Nach einer Erklärung des Kriegs- Ministers haben die bei )tador besindlichen spMiischen Truppen Die Offensive heute wieder auf genommen. Einzelheiten fehlen noch.

Madrid, 27. Sept. Die Blätter nrelden aus Melilla über den Verlauf des Kampfes am 2 5. September: Tie Spanier, die das von einer Harka sorgfältig befestigte Nador plünderten und vollständig nicderbranntcn, hatten 15 Verwundete. Die Zahl der Truppen, die gegenroärtig jia) in Nador befinven, beträgt 20 000 Mann; man glaubt, daß diese demnächst nach Seluan marschieren werden, wo sich das Gros der Harka ver­einigt hat.

San Sebastian, 27. Sept. Vor seiner Abreise nach AiaDrid erklärte der span^ck-e Minister des Aeußcreu, Allendcl sazar, die militärische Aktion in Marokko nähere 11 d) dem Ende. Tas Ziel des Feldzuges wäre erreicht die einslußveichsten Stämme von dem Wunsche beseelt, Frieden zu schließen.

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