Ausgabe 
27.8.1909 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

erbeten

Nr. 200

Zweites Blatt

Freitag 27. August 1909

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Wetter

co

co

August =

25.-26.

Handel

. 115.00

3 °L -

62.45

99.80

Berliner Bör*e. 27. August. Anfangskurse.

chweitze des Ilttgesichts sollst du

ausschwatzen.

S--'- u

242.80

117.50

Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Srhnckert . Eschweiler Bergwerk

18,6

14,3

12,8

Bew. Himmel Bed. Himmel

22.10

160.40

129.00

198.30

187.50

22.00

94.90

145.50

99.40

97.50

93.80

145.60

48.90

88.80

93.00

99.90

99.30

95.60

159. Jahrgang

August

1909

746,2

747,5

748,6

125.50

208.10

195.00

125.50

199.20

187.50

94.75

102.00

175.90

186.90

247.25

148.60

191.00

159.30

205.80

Konsols do.

Harpeuer Bergwerk Laurahütte . . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .. .' Türkenlvse . . . .

37. /fl 3°'n

3'7,

Temperatur ain 25.-26.

fc. Frankfurt a. M., 27. Aug. £>eu- und Strohm arkt. Angeiahren waren 10 Wagen Heu und 6 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Ml. 4.505.20, Stroh Mk. 2.502.80. Alles je 50 Kg. Tie Zufuhr kam aus deu Kreisen Sieburg und Gelnhausen, sowie aus Obcrhessen. Geschäft flau.

95.20

85.90

95.10

85.85

Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paket! Harpener Bergwerk. . . Laurahütte . . i .

Nordd. Lloyd .......

Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. > . . Darmstädter Bank ..' . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . ,. Diskonto - Kommandit .'. Dresdner Bank . . .

Kreditaktien . . .

Baltimore- and Ohio- v1

Eisenbahn

Gotthardbahn'. . .

Lombard. Eisenbahn.<. Gesterr. Staatsbahn . ". - . Prince - Henri - Eisenbahn'.

Universitäts-Nachrichten.

Vorlesungen über Aeronautik und über Automobilwesen. Durch Beschluß des Großen Senats der Technischen Hochschule zu T a r m ft a d t wurde dem Prioatdozenlen Dr. Max Grasser daselbst das Abhalten von Vorlesungen über Aeronautik und dem Diplom-Ingenieur Ludwig Zreiherrn von Löw (Wiesbaden) von Vorträgen über Automobil-Bau und -Be­trieb gestattet.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitärs - Buch- und Stcinbrudcreu R. Lange, Dießen.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

kirchliche Nachrichten

Lvaugeusche Gemeinde.

S o n n t a g d e n 3 9. A u g u st, 12. n a ch T r i n i t a t i s: Sotterdienst

3n ocr Staöttirdje.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Zugleich Christenlehre für die Dleutonfirmicden auS der Matthäusgemeinde.

Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Schwabe.

Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und MarkuS- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« ftrage 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:S:^112. Tel.-Adr^AnzeigerGteßen»

Mürtte.

§ Grünberg, 26. Aug. Ter heute hier abgehaltene ,ß u b ro t g § m a r 11* hatte eine starke Auffahrt an Schweinen aufzuweifeii, doch ging der Handel etwas gedrückt, da die Preise nicht mehr auf der seitherigen hohen Stufe standen. Man bezahlte für das Paar Ferkel erster Güte 6065 Mk., zweiter 5053 Mk., dritter 4550 Mk. Läufer waren nur wenige angetrieben. Von ihnen galt das Paar 90100120 Mk. Der Rindviehrnarkt hatte nur eine ganz geringe Zahl von Jungvieh. Hierbei zeigte sich feine Veränderung ui der jeuherigen Preislage. Tie Erntearbeit ries die Marktbeftrch'er wieder rajch vom Markte weg.

Verantwortlich für Feuilleton und Vermischtes: I. V.: Ernst Anderson.

TieGießener Famklienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen erscheinen monatlich zweimal.

V1S1TKARTEN in jeder bt lieberen Schriftart und Kartonsorte, - sowie mit Zirkeln aller studentischen Ver­einigungen liefert zu mäßigen Preisen die BrühPsche Univ.-Druckerei.

3'/,°ln Oberhessen =£.» 4°/0 Gestern Goldrente

4'/t°/o Gesten. Silberrente ." 4°/0 Ungar. Goldrente.

4°/0 Italien. Rente . i-. l.. 3° 0 Portugiesen Serie I -.' 3°/0 Portugiesen1 - UI . 4/,°/* russ. Staatsaul. 1905 4* ,°/0 Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Tilrken von 1903 Tiirkenlose ....<. . 4°/0 Griech. Monopol-Anl... 4°/0 äussere Argentinier... 3°/0 Mexikaner .. . . -.

4l/,o/o Chinesen «51

Aktien:

Bochum Guss .4*.

Buderus E. W. -. . . - .

Tendenz: fest

Höchste Niedrigste

GerichtssaaL.

R.B. Darmstadt, 26. Aug. Das Kriegsgericht ver­urteilte heute den Musketier Johann Konrad aus Striegau tont Inf.-Regt. Nr. 118 wegen eines schweren, gegen raten Kameraden verübten Rückfallsoiebstahl unter Zubilligung mil­dernder Umstande zu 1 Jahr 6 Monate n Gefängnis, Versetzung in die 2. Klasse des Loldatenstmrdes und 3 Jahren Ehr­verlust. Der Angeklagte, der als Zivilist bereits mehrmals, il a. wegen eines Einsteigdiebstahls mit 1 Jahr GefanMtis vor­bestraft ist, war bei der letzt fraglichen Tat sehr abgefeimt zu Werke gegangen. Er ließ sich am 7. August einen zweitägigen Urlaub geben, kehrte nachts heimlich mittels Einsteigens in die Kaserne zurück, schlich sich in die Mannsdrastsstube und als er sich vergewissert hatte, daß alles schlief, öffnete er mittels falschen Schlüssels den Spr.rd eines Kameraden und entwendete daraus 6,60 Mk., worauf er sich entfernte und nach Ablauf seines Urlaubs gcntz harmlos wieder erschien. Seine Tat war jedoch beobachtet worden. Ter zurzeit 14 Tage strengen Arrest absitzende Mus­ketier Max Lembhe vom Jnf.-Negt. Nr. 168 vertrieb sich bte Zeit in seiner Zelle damit, seine Uniform zu zerreisen und sich dem Gefangenenwärter gegenüber in ungehöriger Weise zu äußern. Wegen Sachbeschädigung und Achtungsverletzung erhielt er v i e r Wochen strengen Arrest. Der Reservist Adam Mur- mann von Eppertshausen, der sich zur Uebung nicht rechtzeitig gestellt hatte, wurde zu einer Woche Mittelarrest ver­urteilt.

TeGefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, r mitgeteilt von der Bank für und Jndnstrie^Giessen.

Frankfurter Börse, 27. August, 1.15 Uhr.

3/t8/0 Reichsanleihe do.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oderhefien

Hessen .»

wandern und Reisen, väder und Sommerfrischen.

= Laubach, 25. Aug. Der schulfreie Ludwigstag hat den hiesigenWandervogel" bewogen, nachdem er in den Ferien lurz nacheinander dem Westerwald und dem Taunus einen Besuch abgesrattet hatte, sich auch wieder einmal in dem so naben Vogels­berg umzusehen. Schade war es, daß es dreiviertel vom Tag regnete und einviertel keine Sonne schien, obschon das ja einem echtenWandervogel" auch die Freude am Wandern nicht ver­dirbt! - icsmal galt es hauptsächlich den Orten Ulfa, Sto rn- f el s,d idyllischenLe h rer h e i m" (wo ein kräftiges Mittag­essen al 'd)t wurde), und dem Kreisstädtchen Schotten, von wo aus . ai mit Wasser in den Schuhen überFallerhaus" und ,^Jägerhaus" den Heimweg antrat.

3n der Zohanneskirche.

Vormittags 8 Uhr : Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r.

Zugleich Christenlehre für die Neiikonfirnuerten aus der Sukas- gemembe.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrafsistent Haustein.

Abends 8 Uhr im Konfirmanden saal: Verfammliing und Bibelbefprechilng.

Tie Amtsgeschäfte für die Johan neSgcmeinde versieht bis 10. September Pfarrafsistent Haustein (Wetzsteinstrabe 3Ki.

Nächslkünstigen Sonntag, den 5. September, wirb nach allen Gottesdiensten eine Bollekle zum Besten der .Kaiser Wilhelrn- ftiftung für deutsche Juvalibcu erhoben werden.

Natholische Gemeinde.

Gotterdienst.

Samstag den 2 8. August:

Nachmittage um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag den 29. August,

13. Sonntag nach Pfing st en: Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

e um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.

um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr: Heil. Blesse mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Andacht.

Freitag um 71/, Uhr ist Segensmesse.

Israelitische Religionsgesellschaft. / Gottesdienst.

Sabbatfeier am 28. 21 ug uft 1909:

Freitag abend 6.50 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.05 Uhr.

Wocheugottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.00 Uhr.

Lustschissahtt.

Die Lustschifferwoche in Reims.

Der Weltrekord Lathams. Gestern vormittag hatte Latham in Batheny bei Reims 70 Kilometer in 61 Minuten 54/5 Sekunden zurückgelegt. Er fetzte trotz des Regens feinen Flug fort und schlug alle bisherigen Rekords'an Schnelligkeit. Die Entfernung von 150 Kilometer legte er in zwei Stunden 13 Dlinnten und 98/s Sekunden zurück. Latham mußte schließlich toegen Benzinmangels, nachdem er 154 Kilometer und 375 Dieter in zwei Stunden und 18 Minuten zuruckgelegt hatte, landen. Damit hat er den Wellrekord geschlagen. Einschließlich der vor­mittags zurückgelegten Strecke erstreckte sich der gestrige Flug Lathams über 224 Kilometer.

Der Aer o plan Blsriots, in dem sich außer dem Be­sitzer noch Bath befand, stieß gegen du Schrank des Zuschauer- raumes, so daß diese umstürzte. Dabei wurden sechs Personen verwundet. Die Insassen des Flugapparates sind unverletzt, doch verliert der Apparat durch die Beschädigungen, die er erlitten hat, die Gewinnaussichten für den Wettbewerb um die Schnelligkeit.

Heringsdorf, 26. Aug. Ter BallonErnst" mit dem Reichstagsabgeordneten Dr. Delbrück und dem Ingenieur Ger icke ist in Heringsdorf aufgestiegen und wurde in nordöst­licher Richtung seewärts verschlagen. Der Ballon ist zunächst von einem Fischerboot und alsdann von dem Regierungsdampfer Dresel" unweit Tiewenow noch schwebend ins Schlepptau ge­nommen und irach Heringsdorf zurückgebracht worden, wo er mit den Insassen am Strande glücklich landete.

Die Monarchenrundfahrt auf dem Bodensee. Wie wir von eingeweihter Sette hören, tritt Kaiser Franz Josef am 31. d. Mts. um 9 Uhr 30 Min. vormittags per Schiff von $regeiu aus seine Rundfahrt auf dem Bodensee an, um mit den süddeutschen Fürsten zusammenzuttessen und sich das lenkbare Luftschiff des Grasen Zeppelin vorführen zu lassen. Den ersten Aufenthalt nimmt Kaiser Franz Josef in dem bayrischen Grenz- orte Lindau, wo ihn Prinz Ludwig von Bayern, in Vertretung des Prinzregenten von Bayern, begrüßen wird. Nach kurzem Auf­enthalt im Lindauer Hafen fetzt das Schiff mit dem Kaiser an Bord die Fahrt zum Besuche des Großherzogs und der Großherzogin von Baden nach der Insel Mainau fort. Bei der Rückfahrt von diesem Besuche hält der Dampfer um 1 Uhr nachmittags in Friedrichshafen; dort erwartet den Kaiser der König von Würt­temberg. Der König wird den kaiserlichen Gast ins Schloß ge­leiten, wo ihn Königin Charlotte von Württemberg bewttllommnen wird. Auf der Rückfahrt nach Bregenz wird dem Kaiser in Manzell Graf Zeppelin vorgestellt werden, Kaiser Franz Josef wird die Reichsballon-Halle besichtigen und sich Aufklärungen über den Aufstieg und die Landung des Luftschiffes geben lassen. Hierauf erfolgt die Rückkehr nach Bregenz. Aus der Bodenfeefahrt von Manzell bis vor Bregenz wird Graf Zeppelin mit dem lenkbaren Luftschiffe den Kaiser begleiten.

Eine neue mit Flügeln- ausgerüstete Flug- maschine. Aus der nordarnerikanischen Stadt Los Angelos geht uns die Beschreibung einer neuen Flugmaschine zu, die dort der Professor H. L. Twining, der Chef des Departements für Physik und Crelirotechnik an der dortigen Polytechnischen Hoch­schule, erfunden hat. Am 12. August begann Twining mit seinen Luftfchiffahrtscxperimenten mit einem von ihm erfundenen Omithopter" einer Flugmaschine mit Flügeln von 9 Meter Länge, die ähnliche Bewegungen ausführt wie die Flügel eines Adlers. Twining hat den Vogelflug zwanzig Jahre lang studiert und seine Flugmaschine demselben angepaßt. Seine Malchine hat keinen Motor: sie ist mit einem System von Hebeln versehen, die mit Händen und Füßen in Bewegung gesetzt werden.

-- 19,1 °C.

-- 11,4 "0.

nicht nur dein Brot essen, sondern auch gesund werden WSfl so hieß es sonst, als man jede Erkaltung, jede Heiserkeit und ISyjTa Verschleimung noch nut Schwitzkuren und Trünkchen bc

fettigen mußte. Und im Bett schwitzen im Hochsommer liHöl ich danke' Ta haben wir s doch bester: wir nehmen einsach

Fays ächte Sodener MineraftPaftillen, waren uns damit alle Unbeauemlichkeiten und werden untere Katharre los, IMZ ohne recht au wissen, wie s eigentlich geschieht. Dian kauft Söj sie für 85 Pfg. die Schachtel in allen einschlägigen Geschäft INxtn ten, laste sich aber unter teinen Umstanden Nachahmungen

Canada E. B......182.30

Darmstädter Bank ... 135.80

Deutsche Bank .... 247.20

Dortmunder-Union C. -. . 83.40

Dresdner Bank . . 159.30

Tendenz: behauptet

-M

Deutsches Reich.

Zürn Besuche des Kaiserpaares in Wilhelm-, yöhc waren gestern der Fürst und die Fürstin zu Waldeck und Pyrmont, der Großherzog von Sachsen und das Füritenpaar zu Lolms- Hohcnsolms-Lich eingetroffen. .

Der zur Hochseeflotte gehörende Tu r bt n en fr cnzer Dresden erhielt Befehl, gemeinsam mit den rin Auslande ve- lindlichen Schulkreuzern Viktoria Luise und Hertha lotme mit dem ostamerikanischen Stativ ns krenzer Bremen an der flotte ir­r'evue in erobert teilzunehmen. Für das Geschwader r>l kein besonderer Admiral ernannt. Großadmiral von St öfter reift mit einem Postdampfer. , . _

Eine sozialdemokratische Versammlung in Valle a. b. S., in der auch bürgerliche Elemente amvesend waren, naym Stellung zu der Bier preiser hung. Rclwstags- abgeordneter Albrecht referierte. Es wurde beschlonen, den Genutz des im Preise erhöhten Bieres zu meiden, bis die Brauer den Bieraufschlag von 2,50 Mk. aufheben und den Arbeiteni alle Säle freigegeben hätten, die anderen Parteien zur Versugung ständen.

den.

8 den 30. Augi lieft 1 Ii. Jung XV. tschast zur $ui|

dens fteundlije n Charakter s it unser nreritefle an der lrs ist.

6n»%n.ntiL(

cheizer d. Kgl1 K8nenf»'«L^

UM

HM ri.

71009 '

'errfchaft, ,tl< Lf in jSSÄSll LüM her

titol m 6er

1 v°m Kaiser E tzfl desßrieb i?Är üon , ^Waffen zum >,-6 i nanw e am Rut,. 1 ftflt sich in bet fe i E Betrat burti 1 gesuhrt,| >desurleil,

- Hofer.

e Naturaufnabm | der Naud btt I enevbitt, mierefi,« , vrachlvollii.-i is bisher gejeigt:» es Drama, I moristisch, ngniövollcBrist.f: lager von GraiHV

« f zum Wn Gwos lldetl. abends 8 Ubr, Bahnhviitta8e,büll

Unlauterer Wettbewerb.

Tie Konservativen haben Anreißer vor die Türen ihres Parteiladens gestellt, um die vorübergehenden Angehörigen des-Mittelstandes hereinzulocken und die Gingetretenen bis zum Abschluß eines Geschäfts festzuhalten. Das muß im polttischen rtne im geschäftlichen Leben hingehen. Wenn aber in den Anpreisungen direkt falsche Angaben gemacht und auf Täuschung berechnete Mittel angewandt werden, dann ist der Wettbewerb unlauter und sträflich. Wir haben lürzlich schon den Konkurrenzkampf derÄons. Korr." gegen den Liberalismus gekennzeichnet und festgestellt, daß alle i'lrittelstandsgesetze der letzten Jahre unter lebhafter Be­teiligung der Nationalliberalen zustande gekommen sind. Trotzdem wiederholt die Korrespondenz jetzt von neuem ihre Angriffe, indem sie die Haltung der Nationalliberalen ganz mit Stillschweigen übergeht und stetsLiberale" sagt, wo sie die Freisinnigen meint. Freilich würde auch nach dieser Korrektur die Darstellung noch nicht stimmen. Wir ver­achten aber auf näheres Eindringen in diesen Teil des a>ettßesanges, well darauf noch etwas Neues folgt: eine Auszahlung, wie die Konservativen bei der neuen Steuer­ordnung die Interessen des Mittelstandes ivahrgenommen haben. Da wird munter drauf los gefabelt:Weinsteuer, Clektrizitätssteuer, ganz besonders aber die Erbschafts­steuer und Nachlaßsteuer, find im Interesse des Mittelstandes von der Rechten abgeleynt worden." Wirklich, so stehts schwarz auf weiß obwohl doch die Konservativen für die Weinsteuer gestimmt, sogar eine allgemeine Faßweinsteuer beantragt und ebenso für die Gesetz gewordene Glühkörper- ।teuer, die von den Handwerkern und Ladeninhabern schwer­lich als mittelstandssreundlicb angesprochen wird. Fast ebensoviel Mut wie zu diesen direkt falschen Behauptungen derKons. Korr." gehört zu der Angabe, daß die Konser- uatioen ganz besonders die Erbschafts- und 9iachlaßsteuer im Interesse des Mittelstandes abgelehnt hätten.^ Wir be­gnügen uns damll, die Worte des doch gewiß konser­vativen Ministers Frhrn. v. Rheinbaben über die Erb- änsallsteuer hierherzusetzen. Er führte am 17. Juli d. Js. aus,daß nicht nur tue Landwirtschaft, sondern in unserem ganzen Vaterlaude die mittleren und kleineren Existenzen Durchaus gesckjont werden, und daß die Ehegatten- mid Deszendentensteuer nur da einsetzt, wo in der Tat ohne Schä­digung des G^esamtsttindes des Vermögens und der Familie eine mäßige Abgabe für das Reich entrichtet werden kann." Genügt das?

Weiter heißt es in dem offiziellen Organ der konser­vativen Partei, im Bierfteuergesetz sei die Staffelung zu­gunsten der kleinen und mittleren Brauereien nach den Wünschen des Mittelstandes erfolgt tatsächlich haben aber die Konservativen die von den Nationalliberalen be­antragte Staffel, die wirklich dem Schutz der Kleineren gedient hätte, abgelehut und dadurch Hunderte von not- ieibenben Mittelstandsexistenzen im Brauereigewerbe schwer geschädigt. Ebenso wurden mitlelstandssreundliche Anträge Der Nalionalliberalen auf Einführung einer Uebergangs- aassel und bezüglich der Berechnung der Steuer von den jionfertiativen verworfen. Aehnlich ging es beim Brannl- mein- und beim Tabaksteuergesetz. Die Konservativen haben nicht, wie ihre Korrespondenz glauben machen will, bei diesen Gesetzen die Interessen des Mittelstandes gewahrt, sondern schnöde vernackstässigt, indem sie die den mittleren und kleinen Betrieben günstigen Anträge der Nationallibe­ralen, manchmal nur aus Trotz niederstimmten. Wir er- inneru nur an die Abfindungsbrennereien und die kleinen Lbstbrennereien, die beinahe dem Ruin preisgegeben wurden. Das soll Prittelstandspolitik fein? Ebenso haben sich be- ianntlich alle Tabaksinteressenten gegen die von den Konser­vativen angenommene Werizuwaaissteuer deshalb gewandt, iveil sie die großen Betriebe vor den mittleren uno kleinen bevorzugen. Wir glauben, nach alledem auf eine weitere Kennzeichnung der konservativen Anreißermanieren ver­achten zu dürfen. Sie richten sich von selbst______________

politische Tagesschau.

Das Programm der Berliner Suffragettes.

Wie dieTranscontinentale Korrespondenz^ miUetU, wird die Demonstration, die die Berliner Frauenrechtlerinnen beabsichtigen, "erst gegen Nlitte des Monats September stattfinden. Die Polizei -ist von der Angelegenheit bisher oifiziell noch nicht in Kenntnis gesetzt morden. Es ist beabsichtigt, einen Wagenzug, vom Alexander- Ding beginnend, durch die belebtesten Straßen Berlins biß zum Charlottenburger Rathauje zu führen. Die Wagen tragen Plakate nut der Aufschrift: .Wahlrecht für die Frauen!4 Im großen Saale des Charlottenburger Rathauses findet sodann eine Ver- ämmlung statt, in welcher außer einigen Führerinnen der deutschen Frauenbewegung auch liberale und sozialdemokratische Reichstags» Abgeordnete, welche das Frauenstimmrecht beii vorten, das Wort ergreifen werden. Tie Damen, welche zu den pauptfuhrerinnen der Bewegung gezählt werden können, sind Fräulein Dr. jur. Anita Uuaspurg, Frau Aiinna Cauer, Fräulein Adele Schreiber und eine Hamburgerin Fräulein Lida Gustava Heyman. Tas Haupt» verdienst an der bisher geleisteten Arbeit ist tfrau -400101^11^6101, der Gattin des bekannten Deniokraten, zuzumessen. Zw Gegensatz ,u ihren englischen Kolleginnen werden die Berliner <ouyragettes 'ich aller ungesetzlichen Ataßnahmen und Handlungen enthalten.