Ausgabe 
27.9.1909 Erstes Blatt
 
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glückten Senter derSa Republique" wurden bereits schiedene Beiträge gezeichnet.

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Paris, 25. Sept. Kaiser Wilhelm hat Militärattache Major v. Winterfeld beauftragt.

Der christlich-soziale Parteitag.

Darmstadt, 26. Sepl.

Ter 13. christlich-soziale Parteitag wurde heute nach­mittag unter zahlreicher Teilnahme im Kttsersoal eröffnet, nachdem am Bormiltag eine Sitzung des Arbeitsausschusses und des Hauptvorstandes stattgefunden hatte. In der öffent­lichen Versammlung um 3 Uhr nachmittags hielt der Vor­sitzende, Pfarrer Bernbeck (Groß-Karven, eine Be­grüßungsansprache, in der er auch der verstorbenen Führer der Partei, Gras Friedrich zu Solms-Saubach und öof- Prediger Stöcker gedachte. Tann entwarf .Herr Reichstags- abgeordneter Dr. Burkhardt ein Leben-bild vom Hof­prediger Stöcker und legte dar. daß mit dessen Ableben die christlich-soziale Partei nicht untergegangen, sondern weiter erstarkt sei und rociter anwachse, wie die Zahl der Mitglieder beweise. Tann sprachen noch Geh. Iustizrat Seibert (Höchst!, Lizentiar Mumm und Reichstagsabg. Behrens, welch letzter in einstündiger Rede über die Tätigkeit der Partei im Reichstag referierte, wobei er scharfe Angriffe gegen die Siberalen und die Haltung der nationalliberalen Partei richtete. Oberlehrer Tr. Werner (Worms, über­brachte die Grüße der Deutsch-Sozialen uno gelobte treue Waffenbrüderschaft mit den Christlich-Sozialen Nach wei­teren Ausführungen des Herrn Nippel «.Hagen, und zweier Vertreter aus Barmen und Frankfurt a. M. fand noch ein gemütliches Beisammensein statt.

Tie geschäftlichen Beratungen des Parteitages beginnen am Montag vormittag.

Die tzudson-Mon-ßner.

New York, 25 Sept. Anläßlich der HuHson- und FEon-Ferer prangen die Stabt und die Ufer des Hudson--

französischen Kriegsministerium anläßlich der Katastrophe derSa Republique" fein Beileid auszudrücken

Paris, 26. Sept. Ter Kriegsminister schickte heute früh den Chef des Militärkobinetts General T o u rfj c e um deutschen Botschafter, um ihm den Ausdruck seiner Rührung über die B eileid skundgebung Mai) er Wilhelms zu überbringen.

Paris, 26. Sept. Ter von der Militärverwaltung bestellte Senl'ballonColonel Renard", welcher sich in einem Schuppen auf dem Manöverfolde bei Reims befindet, sollte gestern eine Probefahrt unternehmen. Dieselbe unterblieb jedoch, da festgestellt wurde, daß der Ballon Lusters, ofigas verlor. Ter Erbauer des Ballons, Ingenieur Kapserer, sowie die mit der Uebernahme des Luftschiffes betrauten Offiziere erklärien, daß nach der Katastrophe der ^Sa Repu­blique doppelte Vorsicht geboten sei.

2.50, U5 8*0, 4.50 8.75, 5,75 2.50,12.75 12-, 18.75 0.48, 0.28 0.48, 0.22 8.75, 5.50 , 2.45, 1.25 0.68, 0,45

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entnehmen: Der Ballmi folgte in der Höhe von nahezu 200 Metern der Richtung der Landstraße, auf der zwei Automobile ihn begleiteten. Nachdem der Ballon die Stabt Moulins überfahren hatte, wo eine große Menschenmenge ihm zujubelte, gab der Führer Hauptmann M a r ch al einem auf der Erde folgenden Automobile das Signal, daß alles an Bord gut gehe. Aber fdjon nach wenigen Augenblicken hörte man einen Knall wie einen Kanonenschuß. Der Ballon öffnete sich an seiner unteren Seite, schrumpfte sehr rasch zusammen und stürzte mit rasender Geschwindigkeit abwärts. Ein Flügel der auf der rechten Seite arbeitenden Schraube halle sich losgelöst und im Fluge die Wand des Ballons zerrissen. Eine Ex­plosion war entgegen der ersten Annahme nicht erfolgt. Das Gas entwich in die Sufi, der Ballon zerschmetterte auf dem Erdboden in kleine Stücke. Drei von den Ballon insassen wurde der Brustkorb eingedrückt. Der Seuformt Ch aurs atmete noch einige Augenblicke, starb aber eben- falls, bevor er noch aus den Trümmern befreit werden konnte. Die Pariser Zeitungen verbreiteten von Mittag an Extrablätter, die das "Publikum mit schmerzlicher Er- regung las. Für die französische Armee bedeutet der Unter­gang des Ballons, der in den Manövern noch in der vorigen Woche sehr erfolgreich gewirtt hatte, einen großen Verlust. Gegenwärtig befinden sich zwei neue lenkbare Luftschiffe des nämlichen Systems in Konstruktion.

Moulins, 26. Sept. Tie Katastrophe des Senkballons Sa Republique" ereignete sich genau um 8 Uhr 35 Min. 91/2 Kilometer von Moulins. Tie -Offiziere, die zwei Militär­automobile besttegen, sahen das Luftschiff schwanken und plötzlich mit großer Geschwindigkeit nieder­fallen. Tie Automobilisten lamen fast sogleich an dem Unglücksorte an. Die Ballonhülle bedeckte vollständig die Gondel, die die vier Leichen barg. Kapitän Marchal befand sich in sitzender Stellung, die Augen weit aeöffne:; er hatte einen Sckstidelbruch erlitten. Leutnant C hau re hatte eine tiefe Wunde am rechten Auge und eine große Wunde in der Leistengegend. Tie beiden Mechaniker lagen unter dem Motor und hatten Wunden am Kopfe und den Deinen. Das Unglück wurde dadurch veranlaßt, daß die rechte Schraube, die aus der Achse gesprungen war, in die Ballonhülle ge­schleudert wurde und diese zerriß. Die Leichen wurden nach dem benachbarten Schloß gebracht. Präsident Fallfi-res und Ministerpräsident Brfimd i>ben den Angehörigen der Opfer ihr Beileid ausspreck)cn lassen.

Die Ursache des Unglncls.

Einer der Erbauer derSa Republique" erklärte einem Berichterstatter, die Vermutung, daß ein Flügel der Schraube abgesprungen sei und die Ballonhülle zerrissen habe, sei vor­läufig die einzig annehmbare. Es fei ausgeschlossen, daß die Katastrophe durch da- Platzen der Ballonhülle infolge der Ausdehnung des Gases herbeigefihrt worden sei, da die Suftschiffer automatische und Handvcnttle hatten. Ebenso unwahrscheinlich fei eine Explosion, es sei denn, daß eine Flamme des Motors das etwa infolge eines Unfalles aus dem Ballon entwichene Gas entzündet habe. Tie Kata­strophe derSa Republique", welche bereits 81 Aufstiege unternommen habe, sei für die nationale Verteidigung ein überaus schwerer Verlust. Der deutsche und der öster­reichische Militärattache sprachen im Namen ihrer Bot­schaften dem Kriegsminister anläßhi-h der Katasttophe der Sa Republique" ihr lebhaftes Beileid aus.

Moulins, 26. Sept. Der Ingerneuroffizier, der den Schraubenflügelbruch an derSa Republique" untersuchte, erklärt, die Annahme im Metall sei eine b r u ch i g e S t e l l e, müsse fallen gelassen werden. Tie Bruchstelle weise keinerlei Spuren einer solchen auf. Es steht nunmehr außer Zweifel, daß die Katastrophe in der Tat durch einen abgesprung'nen Schraubenflügel verursacht wurde. Tu- zersvrungene Flügel, der etwa 100 Meter von der Unglücksstelle entfernt in dem Geäste eines Baumes gefunden wurde, ivar noch mit einem Stück Kautschulseiöe umhüllt, das er aus der Ballon­hülle herausgerissen hatte. Ter Flügel wurde für die von Sachverständigen vorzunehmende Untersuchung unter ge­richtlichen Verschluß genommen. Der Suftschiffer K apse - rer äußerte zu einem Interviewer, aus der Katastrophe könnte vielleicht die Sehre gezogen werden, daß die Holz­schrauben den Metallschrauben vorzuziehen seien. Mehrere Fachleute berührten in Unterredungen mit Zei­tungsberichterstattern, daß auch der Zeppelin III" durch einen Schraubenflügel beschädigt worden sei, daß aber dank feinen Ballonets eine Katastrophe vermieden wurde.

Die Verunglückten.

Paris, 25. Sept. Die verunglückten Offi­ziere, welche beide dem Luftschifferbataillon des ersten Genieregiments angehörten, waren unverheiratet, die Un teroffiziere dagegen verheiratet und Familienväter. Von einem Augenzeugen wird berichtet, daß die Leichen der Verunglückten furchtbare Verletzungen aufweisen. Haupt­mann Marchal hatte mehrere Schädelbrüche erlitten, dem Leutnant Chaure waren die Brust und die Beine zer­schmettert. Die beiden Unteroffiziere waren von dem Mv- tor förmlich zerquetscht worden. -- Ein Blatt weist darauf hin, daß dieSa Republique", die auf ihrer Fahrt nach dem Manövergelände einen Unfall erlitten hatte, in aller Eile ausgebessert worden sei, und fragt, ob bei dieser Ausbesserung vielleicht die erforderliche Gründ lichkeit außer Acht gelassen worden sei.

Moulins, 2'3. Sept. Ministerpräsident Briand traf gestern nachmittag hier ein und besichtigte die Unglücks­stätte. Er begab sich ins Krankenhaus, um den Opfern der Katastrophe, an deren Bahren Offiziere und Unter- 0frisiere Totenwache halten, feinen letzten Gruß zu ent­bieten. Er imti) auf dem Sarge des Hauptmanns Marchal das Offiziers kreuz und denen ber anderen Verunglückten das Ritterkreuz der Ehrenlegion niederlegen laffen. Das Leichenbegängnis wirt in Ve r f»<I l e s veranstaltet. Die

Das französische Luftschiff£a Röpubltque zerplatzt.

Das am Samstag telegraphisch mitgeteilte Unglück, das den französischen SentballonSa Republique" vernichtete, hat natürtüi) das größte Aussehen gemacht. Frankreich bat mit seinen lenkbaren Suftschiffen fein Gluck. Der fran- chsische Kriegsminister hat denn auch schon erklärt, daß [eine größten Hoffnungen nicht auf den lenkbaren Suftschiffen, sondern aus den Fiugmaschinen berichten. ,^a Republique ist übrigens von einem ähnlichen Unfall betroffen moröen, me jüngst das Zeppelinsche Luftschiff nur hat die Art der Sallonfültang in Frankreich unendlich viel fchwerere Nach­teile gehabt. Eine Flügelschraube schlug ab und schädigte trte Hülle, so daß das Gas ausströmte und der Ballon ^Der SenkballonSa Republique" wurde im Frühjahr des Jahres 1908 in Moisson naa) dem halbstarren Stiftern von den Lebaudvschen Ingenieuren unter Zeitung mb nach den Plänen des Oberingenieurs ^ulfiot erbaut und im September 1908 nach Absolvierung feiner Probefahrten wu der französischen Regierung übernommen. ±er salt des Ballons betrug 3n00 Kubikmeter seine Lange 61 Meter, sein größter Durchmesser etwas über w Meter, Der Motor entwickelte 70 Pferdekrafte. Das -"sttchis -mrde in Lhalons-Meudon stationiert, von woes, wie erinnerlich sein wird, am 3. ^epiember ine zur Teilnahme an den großen Herbstmanovern bei La Palisse rntrat. Auf dieser Fahrt wurde der Ballon bekanntlich 3on einem schweren Unfall betroffen. Er wurde vom Stabe abgetrieben, die Motoren versagten, und nach einer gefährlichen Schleiffahrt und .Kollision uiit emeni .lps - bäum erfolgte bann die Landung. Da. Sufadfim h derartige Beschädigungen erlitten, datz es entleert mußte;' seine Reparatur nahm mehrere ^6^ ni -tav ch. Sei den Ätanövern leistete dann der Ballon bekanntttch im Aufklärungsdienst ganz vorzügliche Dienste.

Einzelheiten aber die Katastrophe.

Paris, 25. Sept, lieber das Unglück de- lenkbaren MlitärballonsLa Republique" bringt die ,-lgenture Fournier" noch genaue Einzelheiten, denen wir folg -

Nr. 22«

Der Sieh ei, er Anzeiger ericheink täqlicb, anyer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätter; iiveimal wöchenll.UreiL- latl für den Urefi Stehen ^Tienslag und Trciiags; zweimal monotl. Land- vittfchaftliche ^eitfragen Iernjprech - Anschliisie: für die Redaklion 112, Berlag u. Expedition M. Adresse für Deoeschen:

Anzeiger Gießen.

Annahme von Anzeige» nir die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

Trümmer des Lentballons wurden von Soldaten ge- sammett und nad> Moulins gebracht. Der Schraubenflügel, der die Beschädigungen des Ballons verursachte, wurde Hunden Meter von der UnglückssLätte entfernt aufgefunden; er soll Spuren eines alten Bruches aufweisen.

Presitftimmen.

Paris, 25. Sept. Die gesamte Presse bespricht in Worten fiefiter Trauer die Katasttophe, durch welche der LenkballonSa Republique" und dessen Bemannung vernichtet wurde. DerT e m p s" schreibt:

Die vier tapferen Soldaten find auf dem Felde der Ehre gefallen. Es sind edle Opfer, deren Heldenmut überall Bewunderung und Trauer erwecken, und deren Andenken in den geschichtlichen Tafeln des menschlichen Fortschritts fortleben nßrd. dfichts gestattet die Annahme, daß irgend ein Fehler ober eine Nachlässigkeit zu dem Unglück beigetragen hat und man muß glauben, daß ein unberechenbares Verhängnis obgewaltet Isat. Aber gleichwohl erwachsen der Kriegsverwaltung beson­dere Verpflichtungen aus dieser Katasttophe, welche eine eindringliche Lektion bildet, und zmr Vorsicht und Wach­samkeit mahnt.

Ter Sriegdminifter General Brun erklärte einem Mit­arbeiter desEcho de Paris", daß seiner Ansicht nach die Lenkballons in einer nahen Zukunft vor den Aeroplanen das Feld räumen müßten. Ter Lenkballon fei allzu sehr verwundbar. Die Aeroplane, wenn sie auch noch nicht die Volllommenheit erreicht haben, kämpften siegreich mit dem Winde und könnten sich zu beträchtlicher Höhe erheben. In Kriegszeiten könne ein Offizier mit einem Aeroplane drei- bis viermal täglich auffteigen und Aufklärungsflüge unter­nehmen. Und wenn es das Unglück wolle, daß die Lein­wand von ein paar Kugeln zerrissen werde, dann könne der Aeroplan noch immer fliegen. Gewiß, die Lenkballons sind sehr nützlich. Wir werden die nötigen Opfer bringen, um dieRspublique" zu ersetzen. Aber ich beschäftige mich schon jetzt mit dem Ankäufe von Aeroplanen, die dazu dienen werden, unsere Soldaten einzuüben, und wenn sie ordentlich geschult sind, dann werden wir Aeroplane neuesten Modells anschaffen. Ich glaube fest an die Zu- lunft der Flugmaschinen für militärische Zwecke.

Eine Geldsavimlung.

Paris, 26. Sept. TerTemps" leitet infolge einer ihm aus seinem Lefenreise zugegangenen Aufsorderiing, zum Dndenlen an die Opfer der Katastrophe derSa Republiuqe" eine Sammlungfür die Ausgestaltung des nationalen Wertes betr militärischen Suftschiffahrt" ein. Auch für die Errichtung eines Denlmals zu Ehren der verun-

awuitlttt) 75 'ö, Dttrtet- iäprfid) Alt. 2JO; durch StWwte- il Zweigstelle moneded) 66 Pi.: di»ch twe -Mt Mk. i viert* }ät>rL auSichl. Benell«.

Zeilenvreis: lokal 15 entiroart» 20 Pienniq.

66efTebafteMr: A Skrcuihöortlut) htt beu

General-Anzeiger für Oberhessen

Rotattonsönic? und Verlag der vrühl'schen Umv.-Vuch- und Zteiudruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerei: Zchulstratze 7. Anzeiqmieä^ H." B-ck.

Die heurige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Der Lauderausschutz Oer naiionaUiberakn Partei Hessens.

Ter feit tanger Zeit mit Spannung erwartete Beschluß des Lrndesaussa>usfes der nationalliberalen Partei Hessens hat mu gestrigen Sonntag nichts Ueberraschendes ergeben. Manbwauert, daß die Herren Graf Oriola und Frhr. von Hehl den Standpunkt der Reichstagssraktton nicht geteilt haben, so daß sie ihren Austritt aus derselben erklären mußten." In linksliberalen Kreisen war erwartet worden, daß der Sandesausschuß auch den Austritt aus der Pa r t e i von den beiden Herren verlangen würde. Tann würde die Parteileitung ja aber den berühmten Grundsatz der Sozial beuiotraten sich zu eigen gemacht haben, der lautet: wer nicht pariert, fliegt. Außerdem würde ein solcher Beschluß wahrsck-eiulich neue Kämpfe innerl-alb der Partei hervor- aerufen haben, aus denen die Gegner Vorteile gezogen hätten. .

Darmstadt, 26. Sept. Der Sandestatsschuß der nattonalliberalen Partei Hessens hielt heute im städtischen Saalbau eine aus allen Teilen des Sandes sehr zahlreich besuchte Versammlung ab, die mit kurzer Mittagspause von 91/2 Uhr vormittags bis abends gegen 7 Uhr dauerte. Die Tagesordnung lautete:Tie nationalliberale Partei im lieuh und in Hessen." Nach eingehender Aussprache gelangte mit großer Majorität folgende Entschließung zur Annahme :

1. Der Lande saus schuß der nationalliberalen Par>ei Hessens spricht der nationalliberalen Reichstagsfraktton für ihre Haltung bei der Beratung der Reichsfinanzreform seine Zustimmung und fein volles Vertrauen aus.

2. Er bedauert, daß die Herren Graf Oriola und und Frhr. v. Hehl den Standpunkt der Reichstagsfraktion nicht geteilt haben, so daß sie chren Austritt aus der­selben erklären mußten.

3. Er nimmt Kenntnis davon, daß die beiden Herren chre jeitber in der Organisation der nat.-lib. Reichs­und LandespartLi innegehablen Aernter gleichzeitig mit ihrem Austritt aus der Fraktion niedergelegt haben.

Einem Berichte der F. Z. entnehmen wir, daß die Be­ratungen des Sandesausschusses mit einer N/2 stündigen Mittagspause von morgens i/»9 Uhr bis 1/27 Uhr abends Dauerten. Die Abg. v. Hehl und Gras Oriola waren an- mesend, und der Vormittag wurde lmuptsächllch durch hie Vorträge dieser beiden .Herren ausgefüllt. Unter den etwa 100 stimmberechtigten Delegierten befanden sich u. a. Rechts­anwalt Kaufmann-Gießen und Justizvat Windecker- Friedberg. Von den Anhängern der schärferen Tonart, 11. a. von Böhm-Offenbach, wurde befürwortet, die Frage der Zugehörigkeit der beiden Abgeordneten zur Partei dem^ Zentralausschuß zu überweisen. Gegen ünese Maßregel sprach besonders eindringlich in seinem Schlußwort der Vorsitzende Dr. Osann. Er betonte die aroße Verantwortung, die den Delegierten obliege. Wenn Sie es den beiden verdienten Abgeordneten unmöglich machen, in der Partei zu bleiben, so wird die hessische Landes- oartei gespalten. Wir verlieren künftig die letzten vier Neichstagsmandate und die nationallib. Sandtagsfraktion zerfällt. Die Sache muß hier entschieden werden, denn cs ist eine hessische Angelegenheit. Im übrigen schäme ich mich, der ich fiirzlich die Angelegenheit von Alzey-Bingen m Berlin zu vertreten hatte, zum zweiten Male mtt unserer ichmutzigen Büäsche vor dem Zenttalausschuß zu stehen. $er Antrag aus Ueberweisung an den Zenttalausschutz :tmrbe denn auch gegen eine kleine Minorität abgelehnt.

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