Nr. 20
Zweites Blatt
139. Jahrgang
Erscheint ISgNH mit Ausnahme des Sonntag».
Eeneral-Anzeiger für Gverhesien
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Höchste Temperatur am 23. Jan. bis 24. Ian. =
24.
. 23.
Niedrigste
Handel
95.201 hJektnz. Luhmeyer
3^’/e Beichaanleiht?
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Jtalien. Reute .
4%
3% Portugiesen Serie I
6%
11L20
l'nuce-Heun-Eisenbahn . 121.60
194.20
149 20
Teudeuz unentschieden.
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All
ImtflCM, statt, wcl<
2“
7“
17.90
144 70
Sonnenschein klarer Himmel
-0,2 — 6,3 — 8,3
86.' 0
63.60
98.45
4
2
2
. 18 00
. 93.20
. 146.30
Januar
1909
119 90
120.50
188 26
189.90
113.70
193.99
202.30
86.10 95.30 86. 5 94.10 93.20 9810 98 10 93.35
3.0
2,6
2,2
Januar. Anfangekuree. Harpeuer Bergwerk. . LauraUÜtto . . . .
Lombarden E. B. . .
Nordd. Lloyd . « . .
liirkenlose . • . • .
58.80
97 80
93.15
93.50
146.80
Bör*e, 23 . . 174.80 . . 130.20 . . 243.90
. 224 00 . 111.50
Berliner dandelsgen. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskouto-Kommaudit. Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . .
Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn Gestern Staats bahn .
752 4
753,7
755,9
Elektriz. Schlickert . . . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amenk. PaketL Harpeuer Bergwerk. . . Laurabütte ......
0,1 ’C.
7.7 Q U.
66 I NE
93 NNE
. 170.80 . 130 60 . 244.50 . 135 00 . 184.90 . 149.25 . 197.90
Bochum Guss . . . Buderus E. VV. . .
Tendenz fest.
berliner
Canada E. B. . . « l »armstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
4 >$0/e russ.Staatsanl. 1905 4 y; °/0 japan. Staatsanleihe 196 Conv. Türken vou 1903 l'iirken ose......
i % Griech. Mouopol-Aul. . 4% äussere Argentinier . u°l0 Mexikaner . . . i^0/, Chineseu . . .
Aktien:
Der Abgeordnete Köhler-Langsdorf ersucht uns um Veröffentlichung folgender Erklärung:
An meine Wähler!
Ich mache hierdurch meinen Wählern die Mitteilung, daß ich aus der D e u t s ch - s v z i a l e n P a r t e i, sowie aus der Wirtschaftlichen Vereinigung im Reichstage heute ausgetreten und der Deutschen Reform p a r t e i, sowohl der Partei, wie der Fraktion im 'Reichstage, wieder beigetreten bin. —
Damit kehre ich zu unseren alten Freunden wieder zurück, die auf eine Weile zu verlassen mich dte Verhältnisse in Hes.cn genötigt hatten.
Tte Deutsch-soziale Partei und die Wirtschaftliche Bereinigung entsprechen nicht den Anforderungen, die wir in Hessen in politischer Hinsicht zu stellen gewohnt sind: Die Deut ch-soziale Partei, gleich agrarisch zrvar wie die Rejormpartei rntb antisemitisch, ermangelt jedoch des politisch freiheitlichen und freigesinnten Zuges, der unser Heftemwll so hervorragend auszeichnet. —
So war es mir nicht möglich, auf die Dauer mit Leuten mich zu vertragen, deren Gesinnungen im Grunde genommen ganz anders sind, wie die unseren. So schied uns schon im vorigen Jahre der Kampf um das Versammtungs- recht und besonders ums Bör senge setz, bei dem sie zu gunsten dec Börse und nicht zu lieb der Bauern Verschlechterungen zustimmlen. Bei beiden entscheidenden Abstimmungen bereits ging ich nicht mit ihnen, sondern mit der Reformp artet, die nicht so gewohnt ist, nach Oben zu blicken, wie es leider bei jenen der Fall ist.
Also! Ich lehre wieder zu meinen alten Freunden, zu den Böckel, Zimmerntann, Werner, Bindewald und Graefe zurück! Und handele damit im Sinne von vier Fünftel aller meiner Wähler!
Für Wahrheit, Freiheit und Recht!
Berlin, im Reichstag, den 23. Januar 1909.
Köhler-Langsdorf.
Vsv hiüffand seriell zeigt sich die günstige Wirkung derMyrr- vö* U,U1,Ö,IU tjolinfehe auf die Haut, macht den Teint zart, sammetweich, reinigt ihn von allen Unremheiten. — Sollten Sie die Mv rrho lins eise noch nicht tenneu, so machen Sie gefälligst einen Versuch, welcher Sie gewiß überzeugen wird. b4/i
Redaktion, Erveditton und Druckerei: Schul- straße 7. Erveditton und Verlag: 5L
Redaktion.e^M 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen»
.Xordd. Lloyd . . . . . 93.80
Obeischles. Eisen-Industrie 97.00
Tschechische Frechheit.
Die Tschechen basen jiaj eine ganz unglaubliche
Frechheit geleistet, die Tank der Entschieden heck von ,dcntsck)cr Seite erfreulicherweise sofort zurückgew'.eftn worden ist. Die reichsdeutschen Grenzpos^kanrlen haben den österreichischen Po st be Hörden mitgeteüt, daß sie m t lsck-eüchchen Auüchisten verseliene Briefsäcke nicht eittgcgenzunchmen in der Lage sind. In der lebten Zeit haben tschechische Postbeamte auch für das Aus.and benimmt Postsendungen mit tschechischen Bundaufschcisten versehen, was jedoch die reichZdcutschen Postoehöroen zuiuckwi.sen.
Die „Gletzener §amlliendk2ttrr- werden dem ^Anzeiger- viermal wöchentlich be,gelegt, da? „Krcisblcn für öen Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erschemen monatlich zweimal.
Montag 35. Januar 1909
Rotationsdruck und Verlag der Vr Übliche» Unwerstläts • Buch- und Stemdruckeret.
R. Lange, Gießen.
24.
24,
25.
malige Steuer entrichten, die mit dem „geringen" Betrage von 20 Mk. zu beginnen, je nach dem Vermögen der Ehe- schließenden aber sich zu steigern hätte. — In un.ercr sozial empsiitdenden Zeit, in der alles mögliche getan wird, um das Heiraten zu fördern, wirren derartige Vorschläge recht komisch. Alle töchtergeftguelen Familien w.rden wünschen, daß auf die Heirat eine — Prämie und nicht eine Steuer gesetzt wird. Denn heutzutage ist es für viele Mädchen nicht leicht, einen Mann zu oefummen, wie sollte das erst werden, wenn auch das Heiraten noch besteuert werden lvürde.
Metro,ologis^e ^eovochrnngen
der Station Gießen.
Siebenten. Am Abend fanden neue Versamm lctze jedoch ruhig verliefen. Im Laufe des geftrtgen
Verkaufsstellen durch dieses Plakat as’/iU kenntlich.
Fabrikant«"'
August Jacobi, Darmstadt
A‘/a°le Konsols . . .
■*>% do.....
3>Se/e Hessen.....
^°/0 Oberbessen . . . I % Oesterr Uoldrentü. 4'/6 % Uesterr. öilberrente 4 % Ungar Gold reute . .
TeietomscrfR« K.i3 3*si3eG*6Cute des Giesseaei Anzeigers, mitgeteüt von der Bank för und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse, 23. Januar, 1.15 Uhr.
Tages wurden 25 Verhaftungen vvrgeiwmmen. Bei der infolge des Smrmcs der Gendarmen sich entwickelnden Panik wurden von der zuriicdveichenden Menae schwächere Personen niederge- morsen und getreten. Einem Lehrling wurde die Brust eingedrückt. In vielen Fällen wurden die Verhafteten der Polizei von Der Menge entrissen.
E
Portugiesen „ III
Sozialdemokratische Demonstrationetr.
Zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts frnb gestern an verschiedenen Orten Preußens soztaldentotrattfckre Untzüge gewesen. Mach der Beendigung zahlreicher soztaldem^trattscher Dersamm- hngen, wo Resolutionen ' über das allgemeine Wahlrecht geiaßt mürben, versuchten mehrere Trupps Unter den Linden naa> dem stöuiglichen Schloß vorzubringen. Die Polizei zerstreute mit Leich- t gkeit dte Temonstrauten nach einigen bedeutmrgsloseu Zusammen- stioßen. Unter Hochrufen aus das Wahlrecht gingen die Temon- Rranten auseinander. In ganz Berltn ebenso wie in ben Vororten fnnb die agitatorischen Umzüge für das Wahlrecht ohne irgend nelche besonderen Zlvischeniälle verlaufen. Tte Stadt nahm als- toilb ihr gewöhnliches Aussehen an. In Magdeburg tvurbe eine suzialdeiiwkraiische Demonstration von der Polizei verhindert.
Stimmungsbild aus dem Reichstage.
Berlin, 23. Jan.
Ein eigenartiges Zwischenspiel gab es, bevor die Besprechung tuet Bereinsgeseh-Juterpellationen fortgesetzt wurde. Man konnte «lauven, nicht im Deutschen Reick-Stage zu sein, sondern aus einem Kleinstaaten-Kongreß. Aus der Tagesordnung stand ein Gesetze eritlüurf, der etwas spät, einer pvckt,sck>-wirtjchaillichen Enlwicke- | hing Rechnung tragt, die sich schon seit Jahrzehnten vollzogen hat. 2er Erwerb und Ausoau der Eisenbahnen durch bee n preußischen Staat hat für die in das E.senbahnueh einbezogenen Mitteldeutschen Staaten in steuersickzer Hinsicht den nrenig^angenehmen Zustand geschasfen, daß zahircick-e Beamte ihnen atis Staatsbürger angehbren, auer ihre Steuern an^bic pir e u ß i s ch e Steuerbehörde abführen Missen. Dieser j Steueraussall wird umsomehr empfunden, als cs eine alte Klage tot beteiligten Kleinstaaten ist, daß die Ueberschüsse aus bim : IZisendahnbetiieb auch so weit |ie auf ihren Lanoes st recken erzielt iaerden, gleichsalls nicht in ihre Kasse, sondern in die der Preu btischen Staaten fließen. Aehnliche Vechaltuftse bestehen auch s»nst an den bundesitaatlick-en Grenzen. Das Entgegenkommen . tor preußischen Regierung Hal nun eine. Vorlage an den Reichstag ermöglicht, die bie]e Unbilligkeit beseitigt. Der Reihe nach mai- fcjierten die dankbaren Reichstagsmanoatare di.s.r Slaaien ans. tot Vertreter der beiden Lippe, die Abgeordneten von Meiningen, tom 5wburg-Gotha, von Braunschweig, von Baden, und beinahe hätte man auch einen Kirchiurmstreit zwischen zwei sozialdewo- [ ratifdten Zievision.sten erleot, wenn der Mannheimer Dr. Frank bud Interesse ferner Vaterstadt in gieid)cr Werse vertreten hülle imie der Abgeordneie der <sck)'.vcsteritabt am jenseitigen Ufer des Rheins, der neugewählte Ludwigshafener Abg. Binder, was sich beet Vorgänger ß-ranks, der Aag. Dra^sogch sicherlich nicht hätte Heimen ktjfcn. Und alles wäre in schönster Harmonie verlausen, lcvcnn es nicht einen PurtilNtaristen in diesem bundisstaatlichen Aunzert gegeben hätte. Das war dem preußisck-en Konservativen tau Bcockhausen, der zwar gleichfalls der Vorlage zustimmte, aroer in ihr ein Geschenk a n die Klei n ft a a t e n erblickte, lawo damit deren Vertreter zu lebhaftem Protest anreizte.
Die Aussprache über ben Sprachen Paragraphen luarbe bann am dritten Tage fortgesührt. Auch heute fand sie Michl ein natürliches Gude durch Erschöpfung der Rednertiste, o her das Haus war erschöpft, und für Montag setzte der Präsident v sirr Widerspruch die erste Lesung des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb auf die Tagesordnung. Da Sachliches nicht mehr Vvrgebracht werben konnte, wurde es durch persönliche 5dr.keleic.n ersetzt, wobei sich Herr Ledebour zwei Ord- imngdruie holte und Dr. Müller-Meiningen mit seiner Abfertigung dieses rabiaten Genossen mehr a-3 einmal die Lacher auf feine Seite brachte. Zu der zweistündigen Jnierpcllationsrede dis Albg. BcesLki kamen heute noch givci weitere polnische Reden des Fürsten Radziwill und des Prälaten St ychel, denen Hierr v. Liebert mit einigen kräftigen Worten^ diente. Das Hmts wies während dieser Verhandlungen sehr große Lücken auf; mit dem Zentrum wohnten zahlreiche Mitglieder der anderen IJarteien, ebenso wie der Präsident und der Vizepräsident T<r. Paack-e, der Beisetzung des Grafen Hompesch bei.
Ein dankenswerter Erlaß.
Für die Erhaltung geschichtlicher und künstlerischer Bauwerk? ttirb leider noch immer viel zu wenig getan. Verständnislosigkeit hmb Spekulationswut versündigen sich häufig in nie wieder gut zu »wachender Weise an unseren deutschen Städtebildern. In dankens- vierter Weise ist tms Preußen mit einem guten Beispiele voran» ^gangen, um solchen Mißständen zu steuern. Rach der ^Berliner Klorrespondenz" haben in einem letzthin ergangenen Erlasse die beteiligten preußischen Ressortminister daraus htngeiviesen, daß seitens der Gemeinden bis jetzt verhältnismäßig noch wenig g «jchehen sei, nm sich zur Erhaltung ihrer geschichiUch und fünft- lsrifch bebeutenöcn Ban »verke, sowie zum Schutze des Cr t § - u n ö Straßenbildes und jur Einschränkung b-e r Li e k l a m e s ch t l d e r die Vorschruten des Gesetzes vorn Li. Juli 1907 zu nutze zn machen. Die Regternngsprasidenten »erden deshalb beauitragt, auf Gemeinden, deren Verhältnisse an» »-zeigt erscheinen lassen, dahrn emznw.trkeli, daß enlsprechettde Vor- Mrtstet» möglichst bald erlasset» roeröen.
d ÄE'm W, Raidiine ober W- nlrQkx» M Prione (tefurt.
WL Gebote * « an bw
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Vermischte».
* Eine Mitgiftstcuer. Auf der Steuersuche werden von berufenen und unb-erufenen ©teuer» suchern die sonderbarsten Steuerblösten ans Tageslicht gefördert. Nachdem eine ZunggeseNensteuer keinen großen Beifall gesunden, toirb jetzt wohl eingedenk des alten Sprichworts „Wer nichts erheirat und nichts ererbt, Ter bleibt ein armes Luder bis er sterbt" eine Mitgift- und Heiratssteuer entpfohlen. Wie in den „Annalen für Gesetzgebung und Verwaltting" zu lesen ist, schlugt Dr. Gra- bowsty zur Besckpafsuug der notwendigen Mittel für dte Arbetter-, Witwen- und Waisen-Versicherung eine Steuer auf die Brautausstattungen, also eine Mitgiftsteucr, vor. Diese neue Mgabe foll Ausstattungen im Werte von 1000, vielleicht auch bis zu 3000 Mt. freilasfen, dann aber nach der Höhe des Objeltes steigen. Ein weckerer Vorschlag derselben Seite geht dahin, allgemeine Heiratssteuern einzuführen. Danach müßte jedes in den Ehestand tretende Paar zugunsten des erwähnten VerficherungsLioeiges eine ein-
9leue tschechische Zusammenstöße. ,
Ter gestrige Sruoeuteu-Dummck au) b-cin Graben in Prag i Wrmisckwc verlausen als an oen beiden vvrangegangenen Eonn- hegen. Wache und Gendarmerie wurden mit Steinen beivvrfcn unb c6 wurden Hochrufe auf Serbien laut. ES kam mehrasch zu Lusammenstößeir zwischen Tschechen unb Gendarmerie. Dw Stit- dmten wurden mit Gewalt ins deutsche Kasnw gedrängt, tootan b-ie Tschechen Hetzckeder fangen, auf die die Deutschen mit der Wackst am Rhein antworteten. Die Aienge wvlltz! einen Angrift gegen d»ts Kasino tu nternehnten, wurde jedoch ron der Gendarmerte davon a^gcljalteiu Die Gendarmerie ging mit gesautem Bajonett unter Hunsignalen vor, was unter der Menge eine imoqci)mbli(4c Panik zur Folge hatte. Mes jagte in wilder Flucht davon. Biele tarnen zu Fall und wurden mit Fußen getreten. Ern junger .ucann wurde ohnmächtig aus der Menge getragen. 'D'w-Näuntung wurde bis in den Seitenstoaßen fortgesetzt. Als die Menge dann vor btt In santerie-Kaserne auf dem Josessplatz vvröeiging, ^braa) \u unter Hüteschwingen erneut in Rufe „H o ch Serbien" auS. In diesem Momeitt kamen 200 Geudaruum aus der Kaserne unb frertrieuen die Erzedenten. Am Abend fanden neue Ve
Truppenbewegungen an der bulzarischckurki'chen Grenze. ;
Gestern uotiniOag wuroe ein Beseht er.-us^u, butaj den die । 13. Rcservejahrgange rtt.ee Waftrngattungeu dw 8. Grenzdwft.on oon Strt.rt Zagora telegraphisch zu einer drciw-.ch.gcn Mastenübung cinberufen werden. Die Division wird dadurch aus die , iroHe Kriegsst.ttke gcoradit. Wie hon kompetenter Stelle ver- ' sichert wird, luurbc die Maßregel bediucgai getroffen, iveil die Regierung die diachricht erl)acken haue, daß im Grenzgebiete bet Adrianopel große Truppenbeivegungen stattsiuden und die Türke, oie Besetzung zweier sttateg.ft) wwstigcr Grenzpuulte bcm>sich- tige. Der Ministrerpväsident soll morgen eine in diesem toiitnc euigebrachte Jnterpellmion beantworten und die Maßnahme begründen. ___________________
Vrr VcrwüUunssbcricht der Stadt Oic&en
Ttr das Jahr 100/ ist uulumehr criu,ieneti. Er tsl mit seinen 213 Qua.lseiten umfaitgreichec als sonst, was dadurch l-ervor> gerufen ift, daß in das Berichtsjahr eine Reihe für dte Cmlwtckelung der Stadt wichtiger Begebenhsit-rn enthält, wie die Drrt.ahrnulwert feier der Lanorsultipersit.it, die Einweihung des neue.-n Gebäudes Der höheren und erweiterten Ätöda,'ensu)n.e unb bc4 ^.ta^tth.a.ers. Die bewert letztgenanntert Anstalten, lüie auch die im Bettu/tsjahrr mt wesentlich en feet.ggestrllte Sfanatiiation töerben au^cr durch oen beschreibenden Text durch eine Reck-e hü.sther ^uuftrationcii geschildert. Diese Aickagen wie auch die sonstigen int Berwaltungs- per ich t gefchüderten Vorkommnijie mtb Einrichtungen gtben^ben besten Beweis davon, daß das Fahr luJZ für Gießen krtn ^ahr dcü Stillstandes war, foiutcrn ein Bild gesuitder, ruhtger ö^yt^ cntioideiung. Im naufthelanden seien in uunter Reche einige Ausztige aus dem Jahresbericht gegeben.
Der Fsiich'eiiiuhack oer Gemacinna betrug am 31. Marz 1907 34^1.78 Hektar, wie auch im Vorjahre. _ Den größten 4,etl nehmen Aaerlano und GraogLrteu ein mit 1256,91 Heltar. ^Ijm folgt der Ausochuung naa.) der Wach nut 1250,38 Hektar, dann im weiten Abstand Wiesen und Gra.si>irten mit 458,61 Hektar Vofreiten 149,44 Hektar, Straßen, Wege, Pu-tze und Aiuagen mck 141,46 Hektar, Ei,enbah-ngechiide 96,14 Hekmr, Exerzierpchtze und Sck)ießskr.che 48,48 Heltar, Flusse, Bäche und Groben 42,uJ Hektar, Fneol>,fe 16,81 Hektar und Wüstungen 1,13 Heltar. Von oen einzelnen Kultuvarten haben vor allem die Hosreiten stark jugemomnien, nämsich um 2Z,15 Hektar. Diese Zunahune um mehr als 20 Prozent des früheren Bestandes ist wohl »tament ich beut Neubau der Frrenanstalt zuzusaweiben. Das Etsenbahn- aeiände vergrößerte sich um 0,25 Hektar und Straßen, ^>ege, Platze unb Aumgen um 0,04 Hektar. Güte Abnahme trat em oei Ackerfeld und Grad glucken um 14,66 Hektar, bei Wiesen und GraSgürten um 2,25 Hektar, bei Waldungen um 10,55 Helüar unb bei Flüssen, Bächen unb Gräben um 0,23 Hektar.
Die Gewerbezahlung vom 12. Juni 1907 ergab eine Etmvohncrzahl von 30 1 <8, nämlich 15 943 männltche und 14 38o (oeibliuje. Das starke Uebcriuiegen der mäiutiidjen Beioohnerzahl ,st auf die GLinison unb d.e Universität zurückzuführen. Es wurden <-15 landwtrtsch'ast.iche, 546 größere gewerbliche unb 1662 kleinere gewerbliche Betriebe gezäHlt.
Die Stadtverorbneten-Berfammlung verhandelte in 24 Sitzungen über 702 Gegenstände. Bon den zur Vorbereitung ihrer Geschäfte geiRihlten Deputationen usw. hatte it.a. uie Baudepulation, Kommi>swn für das Feueriöschw^ien unb^Frud° lwfstommisswn in 21 Satzungen über 571 Gegenftünde, die ptmuiz wntmission in 16 Sitzungen über 106 und die Deputation für bas Gas- unb Wassenverk in 10 Sitzungen üoer 20/ Gegensviuide zu besü)ließen. — Der A. r b e kt e r a u s s ch u ß der sdildtischen Arbeiter t)ieit 5 Sitzungen ab. Weg-n der Beurlaubung ftäbtifdjer Arbeiter, die mehr ach 3 Jahre in sMbtifck^w Diensten sind, wurde unteren 1. Juli 1907 eine besondere Urlaubsordnung erlaben. Beim Standesamt wurden an Einträgen vollzogen tm Geburtsregister 1088 (1906: 1087), int Heiralsreg.ster 226 (228) und im Sterberegister 734 (657). Die Militär st ammrolle umfaßte 420 Misitarpflickstige gegen 449 im Vorjahr. .
Die Zahl der Einlaufe bei der Bürgermeisterei betrug 16 777 gegen 16 556 sm Vorjahr. Anträge auf Verleihung der hessischen Staatsangehörigkeit wurden 7 gegen 8 im Vorjahr gestellt. LrtLüorgerausncihmen sanden nicht statt. Anträge am Sühnevesiuck-e in Aelechiguitgssachen wurden 158 (1906: 1//) gestellt. In 24 (31) Füllen gelang es, die Parteien zu einigen m 88 (100) Füllen war nur der Antragsteller erschienen, m 29 i36) Fallen blieb der Einigtutgsversuch erfolglos und in 17 (10) Fällen wurde der Antrag -urackgezogen oder blstb beruhen. Anträge auf Erteilung der Erlauonis zum Wirtschaftsbetrieb ober mm Aussckiank und Kleinhandel mit Branntwein lagen 41 (im Vorjahr 61) vor, von denen sich 29 (36) auf den Ueoergang bestehender Wirtsck-asten aus andere Inhaber bezogen. ^Jn 35 (51, Fällen wurde die Bedürfnis frage bejaht, in 6 (10) Fällen wurde sie verneint. An- und Aomeldungen steuerpflichtiger Gewerbe gab es 377 (1906: 384), Arttriige auf Veriichernng von Gebäuden ober Veränderung bestehender Versicherungen 182 (1906: 185).
(Fortsetzung folgt.) ______________
AsUtesche Sagcsschcrrr.
PodbielSkk, der Bund der Landwirte und die heutige Politik.
In einer von mehr als lausend Landwirten besnchlen Ver- sammlnng des Bundes der Landwirte in Torlniund, der auch bet ehemalige dJliiiifier v. Podbielski beiwohnle, wurde eine scharfe Resolution gegen bie 9t a ch l a 6 ft e u c r a n g e • n o m m e n. Podbielski bezeichnete bie jetzige deutsche auswärtige öoliuf als eine solche der Nadelstiche. Man nehme niis tm SMuSlanbe nicht mehr so ernst wie inner Bismarck, wo man wußte, d ieser habe, wenn er die Hand ans Schwert legte, auch den Willen g «habt, das Schwert zu ziehen. Podbielski, der ehemalige Post' v.iid Landivtrtschaüsminister, muß es ja am besten wissen, nur schade, daß ihm die Erkenntnis nicht früher gekommen, als er noch im Amte war.
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