Zweites Blatt
Donnerstag ÄL.Jnli 1909
Nr. 169
Frscheint täglich mit Ausnahme deS Song/agS.
$ «s ErsclMnen bewaffneter Macht, bas l>eißt eines Kriegsschiffes, j-me Helsen. Diese Eingabe hatte den Erfolg, daß die dauernde Stationierung eines Kriegsschiffes zngesagt und zunächst S. M. S.
Genossenschaft harte einen Umsatz v
ijcrt für das deutsäie Mutterland sichert.
Zio.
des
Börse, 22. Juli, 1.15 Uhr.
3°/0
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117.60
Marburger Raisfeisentage
L?crn-eL
aatenstand in Preußen um Mitte Juli (wenn 2
. An- und Verkaufs-
4 Mill. Mt; ferner
95.50
86.45
95.00
86.40
94.90
139. Jahrgang
21.30
1
129.00
193.90
186.10
21.20
90.20
146.30
Elektriz. Labmeyer . . , Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte ...... Nordd. Lloyd . . . . . Oberscbles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . .
116.00
125.00
191.80 184 JO
117.00
194.20
186.1 )
83.80
98.00
173.00
132.03
243.20
113.50 lh? 20
153.80
200.90
Tendenz: etwas schwächer.
Berliner Börse.
. 184.90
. 132.30
. 243.20
• 63.00
. 153.40
22. Juli. Anfangskursa. Harpener Bergwerk . . Laurahütte . . , .
Lombarden E. B. . . , Nordd. Lloyd , , , , Türken!cse . • • » ,
9985
99.30
95.40
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
42d] Jüngeres Mädchen: inde sucht leichte Stelle.
Wetziteingai'i'e 19 M»
62.00 Darmstädter Bank . .
63.90 Deutsche Bank . . .
99.20 Deutsch-Asiat. Bank ,
96.05 Diskonto-Kommandit .
93.00 Dresdner Bank . . .
146.00 Kreditaktien ....
48.80 Baltimore- und Ohie-
—Eisenbahn ....
65.40 Gotthardbahn ....
99.40 Lombard. Eisenbahn. .
Gestern Staatsbabn . .
233.30 Prince - Henri - Eisenbahn
109.85
S faubereS Mädchll 130)''
verfügt sie über ein Stammkapital vo . 633 000 Mk. und einen Reservefonds von 45 000 Mk.
Reg.-Assessor Dr. B re d t-Marburg sprach dann über „Die Geldteuerung des Jahres 190 7 und die daraus resultierenden Erfahrungen und Einrichtungen". Er redete der allgemeinen Einführung des Scheck- und Giro- Verkehrs, wie der Ausgestaltung des Banknotenwesens das Wort. Bei der Geldknappheit habe sich die Rafffeifen-Or- ganisation glänzend bewährt. Nachdem dann als Ort der nächsten Verbandsversammtung Fulda gewählt worden war, sprach Landtagsabg. Pfarrer M e y e n s ch e i n - Altenhaßlau über „Raiffeisens Verdienste um das deutsche Land". Er gab dabei seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Generalversammlung in Breslau den Sitz der Zentrale von Neuwied nach Benin verlegt habe, man hätte dazu doch lieber die alle Reichsstadt Feanifurt nehmen sollen. Damit hatte die imposante Versammlung ihr Ende erreicht. Es schloß sich ein Mahl an, an dem 400 Vertreter teilnahmen.
Canada E. B. . . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union d . Dresdner Bank . . • Tendenz: schwächer.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:?-^ 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen«
I Di. *** l eines
4% Ungar. Goldrente . . *•/. Italien. Rente . . . 3o/6 Portugiesen Serie I . 8°/0 Portugiesen „ III . 4‘/,% rass. StaatsanL 1905 4'/t°/o Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903 Türkenlose.....
4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 4°/0 äussere Argentinier . 3°/, Mexikaner . . . . 4*/,% Chinesen . . , .
Aktient
Bochum Guss . . . . . Buderus E. W. . . . .
TeSefonische Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Dank für Handel und Industrie, Glessen.
Jnternationaie LMchiffayrtsauLstelllmg zu Kranksurt a. M.
Bei herrlichem Wetter sand gestern nachmittag aus dem Horb» platze die Taufe des Ballons „yansea" burci) Frau Andreas- Pass avant statt. Sturge Zeit darauf erfolgte der Aufstieg des Täuflings, dem sich in kurzen Zwischenräumen die Ballons „Hessen", „Elot'Nb III", „Jia" und .Stuttgart" anschlojsen; die Ballons flogen in südöstlicher Richtung davon.
Tie „Gießener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
(3,5), Luzerne 3,1 >3,3), Rieselwiesen 3,2 (3,3), und aitdere Wiesen 2,4 (3,7).
— Schwebebahn-Projekt. Es soll ein neues Projekt der Verwirklichung nahe sein, das die Herstellung einer elektrischen Schwebebahn zwischen Norderney und Norddeich bezweckt, dem heutigen Ausgangsp'.'.nkt der nam der Insel fahrenden Dampfer. Damit würde die Seefahrt vermieden und eine, nur wenige Minuten beanspruchende Verbindung zwischen der letzten Eisenbahnstation des Fest- landes und dem Badeort geschaffen werden. Tie ganze Strecke würde 10 Kilometer lang sein. Die Kosten der ganzen Anlage sollen 2 Mill. Mark betragen.
.üuflettten im Togogebiel erstatteten Berichten, daß den Wüh- i~eien der englischen Partei nur durch einen entschlofsenen Schritt ein Ende gemacht werden konnte. Am 5. Juli hißte er die • -.wische Flagge in Bagida und am 6. in Lome, um dann schnell nach imerun zu eilen, wo die Verhältnisse sich inzwischen zugespitzt i -ittcn. Am 11. Juli unterzeichnete „König" Deido den Vertrag, i. urch den er die deutsche Herrschaft anerkannte, und am folgenden Tage setzten die „Könige" Bell und Akiva ihre Unterschrift unter hi?3 bezügliche Abkommen. Am 14. Juli fand dann die feier» iulie Hissung der deutschen Flagge statt, so daß der britische itcnsul Hewett, der am 19. Juli eintraf, um das Land für Eng- lrnd in Besitz zu nehmen, vor einer vollendeten Tatsache stand. W Londoner Regierung erhob in Berlin Einspruch, ließ ihn aHer später fallen.
Bald fand unsere Marine Gelegenheit, in dem neuerworbenen Schutzgebiet einzugreifen. Ein durch englische Umtriebe veranlaßter ririsstand der Eingeborenen gegen die deutsche Herrschaft mußte , durch die Besatzung eines vom Admiral Knorr befehligten Gc- ichwaders mit Waffengewalt niedergeworfen werden. Ehe die MAnerkennung der deutschen Oberhoheit in allen Teilen der Ge- - biete erreicht war, haben deutsche Soldaten dort noch oft kämpfen, Mhit mancher Brave dort für Kaiser und Reich sein Leben lassen '*1 müssen. Jetzt haben die beiden Kolonien dank der geordneten Ver- Äinattung während eines Viertcljahrhunderts einen hohen wirt- ilhaftlichen Aufschwung genommen, der ihnen bei wetterer friedlicher 6ritltxid:umg einen Zustand ungeahnter Blüte und einen bedeutenden
3°/0
3l/,°/0 Hessen . . . .
3l/,°L> Oberhessen . •
4°/0 Oesterr. Goldrente.
47»°/o Oesterr. Silberrente
Lin Kolonialjubiläum.
Togo und Kamerun — 25 Jahre deutscher Besitz.
Das Jahr 1884 ist das Geburtsjahr der deutschen Kolonial-- ir.acht und Kvlonialpolitik. Nachdem bereits hft April jenes ^hres die an der Lüdwestküste Aftikas gelegenen Niederlassungen irr Bremer Handelsfirma Lüderitz, das sogenannte Lüderitzland, i^rrch eine amtliche Erklärung des Fürsten Bismarck in seiner '.igensämft als Reichskanzler und Leiter der auswärtigen An- 1 legentjeiten Deutschlands unter den Schutz des Reichs gestellt rvchen waren, was den ersten Schritt zur Begründung unseres tigen südwestafrikanischon Schutzgebietes bedeutete, folgte im uli desselben Jahres die Besitzergreifung von Togo und
Im Stricken sowie Ausnit von Strümpfen enipsehleiqe angelegenllichst.
Strickgarne frili l»
habe flelS ooriälig.
Preise billigst-
Eraesüae Höste ^^roonstraste^G^ zßWLÄ-Vn' ZWS SKH
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Sberhessen
Umsatz in der Hessenbant betrug 100000 Mk. und die Spareinlagen betragen 440 000 Mk.
Frankfurter
31 /,•/« Reichsanleiha. . .
____________ Kriegsschiffes zugesagt und zunächst S. M. S. , Sophie" mit dein Schutz der deutschen Handelsniederlassungen der )«ttigen Küste betraut wurde. Auf die Nachricht von neuen rdiwierigkeiten in Togo ließ Fürst Bismarck an den Generale i_nsul in Tunis, Dr. Nachtigal, die Weisung ergehen, sich ■m Abschluß von Freundschafts- und Schutzverträgen mit den smptlingen der eingeborenen Bevölkerung nach dem erwähnten üstensttich und von da nach Anara Peguena zu begeben.
Am 2. Juni 1884 traf Dr. Nachtigal an Bord von S. M. S. , ■91ödc" in Klein-Popo ein und erkannte aus den ihm von den
Öc$?m5fd?tes.
♦ Die-stärkste Flotte der Welt. Ja der Themse liegen gegenwärtig nicht weniger als 148 Kriegssahrzeuge aller Art verankert, die König Eduard dem Zaren vorzuführen gedenkt. Es.ist das die stärkste Flotte, die England jemals zusammengezogen hat, denn bei der Flottenschau von Spithead im Jahre 1897 waren wohl 165 Schisse zugegen, von denen konnten aber 30 weder Kurs halten, noch sonst etwas ausrichren. Die gegenwärtige Flotte ist durchaus neuzeitlich. Unter den Schlachtschisfen ist „Albion" das älteste und ist doch erst vor elf Jahren vom Stapel gelaufen. Die Flotte in der Themse weist einen Gehalt von insgesamt 756 050 Tonnen aus, eine Besatzung von 42000 Mann und einen Kostenbetrag von über 70 Millionen Pfund. Ein einziger Schuß der größten Kanonen der Dreadnoughts lostet 3000 Mk., so daß ein Schiff in einer Minute 1CG uOO Mark verpulvern kann. Von diesen „Fürchtenicht- sern", die bisher auf keiner Flotlenfasau vertreten waren, liegen vier vor Anker und bilden die Hauptanziehungskraft für die tausende von neugierigen Besuchern. Ein ganz besonderes Interesse bieten auch die vielen Unterseeboote, von denen eines allerdings vor wenigen Tagen einen traurigen Beweis dafür geliefert hat, daß diese Fahrzeuge nicht nur fremden Schiffen, sondern auch für die eigene Besatzung gefährlich werden können.
* Die Herren Italiener, die nahezu 80 Prozent des für Messina bestimmten Geldes unterschlagen haben, werden immer toller und dreister. In L m p e z z o verhafteten die Grenzbehörden alle Tiroler Bergführer, die das italienische Grenzgebiet betreten, und entlassen sie bann mit der strengen Weisung, die Grenze niclst mehr zu überschreiten. Auch die Touristen werden zurückgeschickt, so ein Berliner Reisender von Monte Pelmo und zwei andere Reichsdeutsche aus den Agordiner Bergen.
— Die Lücke in der Bibliothek. Conan Doyle erzählte jüngst eine nette Anekdote von einem literarisch angehauchten Millionär, der das Bestreben hatte, eine ,glücke" in seiner Bibliothek auszu füllen. Er besaß wenige Werke über Napoleon und gab daher seinem Buchhändler den Aufttag, ihm die über NapolWN int Buchhandel erschienenen Werke zu verschaffen. Mehrere Wochen vergingen, und eines Tages hielten mehrere Möbelwagen vor dem .Hause des Millionärs. Der Buchhändler brachte in diesen die 40 000 Bande, Die er im Buchhandel von der Napoleon-Literatur halte auftreiben können, um hiermit die „Lücke" in der Bibliothek des Amerikaners auszufüllen.
Kleine Tagcschronik.
Die österreichische Regierung beabsichtigt den Keilberg, die höchste Erhebung des böhmischen Erzgebirges, zu untertunneln, um eine kürzere Bahnverbindung zwischen Karlsbad und Norddeutschland herzustellen.
Bei dem gestrigen von sechs Konkurrenten unternommenen Wettschwimmen von Havre nach Twuville gelang es zweien, dem .Holländer V o m s und dem Belgier Maas, in fünf Stunden die Seinemündung zu durchqueren.
Se »t8e für'an9st
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Liebigstrahe 63. men°WKchen tant
Kamerun. . „
Die Erwerbung des Togo- wie des Kamerun- rebiets ist durch den Unternehmungsgeist deutscher Handels- iuser vorbereitet worben. In Togo waren es Bremer Stauf* mte, in Kamerun Hamburger Firmen — als erste schon in -en sechziger Jahren die Firma Wo ermann —, welck>e Fakir eien an der Küste anlegten und Beziehungen nach dem Innern -3 Landes an knüpften. Dort ebenfalls ansässige Engländer hatten in Jahre 1882 an ihre Regierung die Bitte gerichtet, das Protektorat (Schutzherrschaft) über diese Landstriche zu übernehmen, tadj erfolgte hierauf fein Bescheid. Das britische Kolonial- ir.inistenmn glaubte wohl, des Gebietes auch ohne förmliche Ein- (•trleibintg sicher zu sein. Da es ttotz der friedlichen Besttebimgen
Firmen nicht ohne Reibungen mit den Eingeborenen abging, i.anbte sich die Hamburger Handelskammer im Juli 1883 an t«ie gteicvsrsgierung mit einer Eingabe, in toeTd>er ausgesührt , nirhe., daß rit jenen Gegenden, in denen die Kaufleute ohne das ^rötettorat einer europäischen Macht mit selbständigen Neger- Jmmen in Verkehr stehen und deren Willkür preisgegeben sind, in größerer Schutz durch das Vaterland notwendig sei. Nur
^sck>einen bewaffneter Macht, das beißt eines Kriegsschiffes,
, ), Sommerweizen 2,6 (2,5, Winterspelz 2,5 (2,4), Winter- roggen 2,7 (2,9, Sourmerroggen 2,9 (3,0. Sommergerste 2,5 (2,7), Hafer 2,6 (2,7), Erbsen 2,6 (2,8), Ackeröohnen 2,6 (2,8 , Wicken 2,6 (2,9), Kartoffeln 2,5 (2,8), Zuckerrüben 2,o (2,8, Winter raps und Rüben 3,4 (3,5), Flachs 2,6 (2,9 „ Klee 3,3
416] stur ein frört. Möl: in außerhalb, wclchetz £i ' Schule verlassen hat, r Aug. Stellg. als Dienste )fs. u. L. K. 20 ao ft!. An
Reelle • H rameo ESSfesS-SE®* 5,,nhJSS^«^'
-S-KÄ
Lin nationofliberaler Aufruf.
Ter Zentralvorstand der nattonalliberalen Partei veröffentlicht mit der Bitte um Geldspenden einen Aufruf, dem wir folgende Letze entnehmen:
Wir stehen am Beginn einer neuen politischen Entwicklung. Eie Konservativen mit Zentrum und Polen haben eine Reichs- iinanzresorm nach ihren Wünsckfen geschaffen und in ihren Haapt- !>ilen der Regierung aufgezwungen. Erschreckt haben nnr gesehen, nie leichtfertig diese neue Mehrheit Steuern erfunden und durch- z: peitscht hat. Unkenntnis und Abneigung gegen die moderne wirt- ichiftliche Entwicklung, die unser Volk wohlhabend gemacht und irnierem großen Bevölkerungszuwachs Brot verschafft hat, haben Ditfe Steuergesetzgebung diktiert. Handel, Gewerbe und Industrie, diese Hauptträger unseres weltwirtschaftlichen Aufschwunges, wurden in ihrem Lebensnerv bedroht, der Acittelstand in Stadt und Land idjrocr getroffen, die breiten Massen ohne gerechten Ausgleich anis neue schwer bedrückt. Tas tat die Mehrheit, um die Besitzende, um insbesondere den großen Grundbesitz zu schonen. Und iut. der Erhaltung politischer Macht willen zerstörten die Konser- citiben den Block, halfen wieder dein Zentturn zur Macht und Mzten den Kanzler. Sie taten es unter dem Drucke des Bundes bei Landwirte, der langst aufgehört hat, eine wirtschaftliche Organi- ittion zu sein. Diesem Drucke sich zu beugen, lehnt die national» ! liberale Partei ab.
Am schwersten aber wirkt die konservative Schuld in ihrer Ver- ill-ildigung am Block. Welch nationales Leben, welche Zukunfts- .toünungen erweckte die letzte Reichstagswahl! Eine Reichspolitik in den großen Seiend Tragen des Vaterlandes unabhängig gemacht Don Zenttumsübermut, gefördert durch gegenseitiges Sichverstehen- lemen von konservativem und liberalem Geiste! Sie ist zerstört. 3-<ntrum wird wieder Trumps. Wird das deutsche Volk sich willen- beugen wollen? Wird es sein Schicksal einer Biehrheit über» antworten wollen, die verständnislos und übelwollend der kül- atreUen unb wirtschaftlichen Entwicklung gegenüber steht? Wir gCtuben: Nein. --
Es gitt, Aufklärung in das Land hineinzutragen, damit das Zoll erkenne, um welch hohes Ziel es geht. Darum rüstet sich die nationaUiberale Partei, ihre Organisationen auszubauen oder neue M schaffen. Kein Opfer darf da zu groß sein. Tie Erregung weiter Volkskreise, auch solcher, die bisher den Konservattven Gefolg- chaft leisteten, über den Verrat an einer groß angelegten nationalen MitiE, sichert reichen Erfolg. Rechtzeitig künftigen Wahlen vor- Tuarbeiten, die bei der Unsicherheit der politischen Lage uns plötzlich überraschen können, gibt allein die Gewähr späterer Siege.
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empfiehlt sich in ülluUUll außer dem M 6340]LchlollüM'e
lann, AumLä. urau Lr. Tchci PlockittaK Sl Tücht.Mädch.,d.Mlr o«.k.,nachTamsI.ges. tzohiL ar. Schmidt, Neuen 8h i
dank. Es ist hier bereits ein Kapital von 56 000 Mk. gesammelt. Dann folgte ein Vortrag des Landgcrichtsrats Klingenbiel-Marburg über die Gründung einer hessischen Landesbank als einziges Mittel, um der vesonders in Hessen sich breit machenden Güterschlächterei einen Damm entgegenzusetzen. Auf Vorschlag des Landtagsabgeordneten Pfarrer M e y e n s ch e in-Altenhaßlau wurde ein Beschluß gefaßt, den Vorstand zu ersuchen, die Gründung einer Land bank in die Hand zu nehmen. Abends schloß sich ein Familienabend an, bei dem die Direktoren der Unterverbände Berichte aus ihren Bezirken gaben. Es ist überall in Kurhessen und den angrenzenden hessischen Gebieten ein Fort sch reit en der Raiffeisenbewegung zu verzeichnen.
Ter 27. ordentliche Verbandstag wurde heute früh um 91/2 Uhr durch den Vorsitzenden, Berbandsanwalt Rexrodt- Kassel, eröffnet. Der Saal, die Galerien und die angrenzenden Gartenlokalitäten zeigten eine gewaltige Besucherzahl. Nachdem eine Reihe von Vertretern der Behörden und Korporationen ihre Glückwünsche dargebracht hatten und Telegramme des früheren Oberpräsidenteu v. Zedlitz- Trützschler und des Bischofs von Fulda verlesen worden waren, wurde der Geschäftsbericht erstattet. Der Verband zählt darnach 409 Genossenschaften mit 48 000 Mitgliedern und beträgt der Umsatz int letzten Jahre 28 MilL Mark. Der Umsatz in den KomHäusern betrug 248 000 Zentner Getreide und 110000 Zentner Futter- und DüugemitteL Der
Im Anschluß an eine geschlossene Vertreter-Versammlung | 3,2), tagte gestern eine Mitglieder-Versammlung des Raiffeisen
[] Marburg, 21. Juli.
Unter Beteiliaung von weit über 1000 Raifseisen- Rännern aus allen Teilen Kurhesscns und dem Groß- krjogtiun Hessen begannen gestern im großen Stadtsaale die Verhandlungen des 27. ordentlichen Verbandstages der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Den Vorsitz Wte Verbandsanwalt Rexrodt-Kassel, der auch gestern den ^Regierungspräsidenten Grasen Bernstorff, sowie die Ver- — eaatenitano in Preußen irm tueme <51111 (wenn z :reter der Landwirtschaftskammer u. a. bewillkommnete. I gut, 3 mittel bedeutet): Winterweizcu 2,2 (mq Mitte Juli 1909
Märkte.
th. Gießen, 20. JuU. Der gestrige Rindvieh markt hatte einen 9luftrieb von 1300 Stück (Großvieh nnd 40u Kälbern und Jungvieh. Der Handel in Bttlchkühen mar wenig animiert. Schwere Ware wurde gesucht nnd gut bezahl!, während tu mittlerer und geringer Qualität der' Handel schleppend war. Handelsleute aus Baden, die versuchten, die billigen Preise zu drücken, hatten damit kein Glück. Der Fettviehinarkt brachte keine. Anzeichen von einem Hinausschnellen der Preise. Trotzdem die Einkänier aus den Badeorten und die Bletzger aus der Provinz und aus den Lahnstädten tüchtig einkausten, war von einem flotten Handel nicht die Rede. Tie Preise für fette Rinder hielten sich aus der Höhe der Märkte des Mai. Schlachtkühe waren nur schwer anzubringen. Wurstkühe waren so billig zu haben wie seit Jahren nicht und wurden auch für 6Ueßen gekauft, von Metzgern, die für den Versand arbeiten. Tie Ware dient dazu, gegenüber dem teuren Schweinefleisch einen Ausgleich zu schaffen. Ter Handel in Jungvieh für Mast- und Zuchtzwecke, das aus Westfalen und Osl- frieslaud zum Markt gebracht war, ging sehr spärlich und konnte nur teilweise bei recht billigen Preisen an den Mann kommen. — TaS Geschäft in Kälbern ging mittelmäßig. Tie Preise, die daiür angelegt wurden, bewegten sich für beste Ware vereinzelt bis 70 Pfg. für das Pfund. Der vorhandene Vorrat wurde in der Hauptsache von Einkäufern für die Provinz ausgenommen, während ^ die Kundschaft aus den Großstädten sich dem Kälberhandel fern hielt. 9!ach:eilig war, daß unser Dlarkt mit dem Limburger zusammenfiel. Gehandelt wurden Kühe, frischmelkend und tragend das Stück 1. Qual. 470 bis 525 Alk. (einzelne schwere Stücke bis 560 Mk.), 2. Qual. 370—440 Mk., 3. Qual. 270 bis 330 Mk. Junge Stiere und Rinder zur Mast und Zucht wurden je nach Ullter und Form das Stück mit 130—175 Mk. abgegeben. Fett- vieh wurde der Zentner Schlachtgewicht bezahlt: Fette Rinder L Oual. 69—71 Mk., 2. Qual. 66—68 Mk., fette Kühe 1. Qual. 59 bis 62 Mk., 2. Qual. 56 bis 58 Mk., 3. Qual. 50—54 Mk., 4. Qual, (sogenannte Wurstkühe» 45 bis 48 Mk. Kälber 1. Qual, (über 50 Pfund wiegend) 62—66 Pik. (einzelne besonders gute Tiere bis 72 Äik.), 2. Qual, (zwischen 40 und 50 Pfund schwer) 54 bis 60 Pik., 3. Qual, (unter 40 Pfund Schlachtgewicht) 50-53 Pik. Der Markt blieb in geringen Sorten Milch- und Fettvieh über« ständig. Fette Ochsen haben in der Gegend in bester Ware einen Preis von 77 bis 78 Pik. der Zentner, sind also feit anfang Juni um 2 'Ulf. im Preise gestiegen.
fc. 21 us Nassau. Auf den in den beiden ersten Juliwochen in Tietz, Weilmünster, Hachenburg, Usingen und Seck abgehaltenen Vieh Märkten fielen die Preise für Rindvieh — mit Ausnahme des Jettviehs — in'olge des Futtermangels. Tas Geschäft war flau. Preise für Schweine gingen dagegen in die Höhe. Trotz starken Angebots wurde hier äußerst flott verkauft. Besonders hohe Preise erzielten die Ferkel. Es wurde bezahlt für das Paar Ferkel (7 Wochen alt) 40 — 46 Mk., 8—9wöchige 45—60 Mk., Läufer 60—90 Mk., Einleg-Schweine 100—150 Pik. Alles per Paar.
Limburg a. b. Lahn, 21. Juli. Fruch tmarkt. Durchschnittspreis pro Diatter. 'Jiotcr Weizen (nassauischer) 21,80 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorlen) 00,00 Mk., Korn 14,60 Mk., Gerste: Futtergerste u0,00 'JJlf., Brauaerste 0,00-00 Mk., Hafer 10.20-0.00 Mk., Erbsen 0,00 Pik., Kartoffeln, neue 8,50-0,00 Mk.
fc. Wiesbaden, 21. Juli. Lieh markt. Zum Verkauf standen: 38 Ochsen, 68 Kühe, 396 Schweine, 470 Kälber (darunter 327 Mastkatber, 143 Landkälber), 48 Hammel und Schafe. Bezahlt wurde für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 76,00-78,00 Mk., 2. Qual. 71,00-73,00 Mk., Kühe 1. Qualität 62,00—66,00 Mk., 2. Qual. 50,00—51,00 Mk. Bezahlt wurde tüt 1 Kilogr. Schlachtgewicht: Schweine, vollfleijchige, 1,48—1,51 'Mk., Sauen 1,26^-1,30 Pik., Eber 0,00—0,00 Mk.; Kälber: Diastkälber 1,86—1,96 M„ Landkälber 1.42—1.58 Dik.: Häminel und Schafe 1,48 bis 1,56 Mk. — Rinder notierten: 72—74 Mk., 2. Qual. 70 bis 71 Mk., Ferkel das Stück: 00—00 Alk. Geschäft schleppend, lleber- staud gering. Die Zufuhren stammten in Großvieh aus deit Kreisen Wicsbadeu'Laird und Limburg, in Kleinvieh ans den Kreisen Limburg, UntertounuS, Ziegenhain bei Marburg a. Lahn (61 Schweine und 30 Kälber) und Gießen (26 Kälber).
Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: E. He ß.
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