Ausgabe 
22.5.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 118

Zweites

1 ä9. K

Erscherm täglich mit Ausnahme des Sonntags.

werden.

Troß, Wallenfels, Tr. Wimmcncruer, Winn.

3. Operw

0N-

das

Rußland ganz

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Sitzung dev Stadtverordneten

Gießen, 21. Mai.

Anwesend:

Oberbürgermeister Mecum;

die Beigeordneten t Steuer, Tr. ISbtLt

im Tivoli kam vorgenommen.

Städtische Straßen^ und Grundstiick-angelegenheitea.

Tie seinerzeit, von Kommerzienrat Gail als Privatstraßc

ads. der gste tter' lebe lern Xtur

Blatt

Vorstellung 7 Uhr. '

Bezüglich der Bahn Gießen-Brandoberndorf war beabsichtigt gewesen, eine Deputation an den Finanzminister zu entsenden, um durch ihn bei der preußischen Regierung etwas zu erreichen. Nach Rücksprache des Oberbürgermeisters mit dem Fi- nanzministcr verspricht dieser Schritt keinen Erfolg. Es empfiehlt sich daher, selbständig vorzugehen, und die Vorarbeiten machen zu lassen. Die Sache steht insofern günstig, als die ländlichen Orte lieber nach Gießen wie nach Weylar eine Bahn haben wollen und z. T. sich schon bereit erklärt haben, das Gelände zu stellen und Aktien zu übernehmen. Die für die Vorarbeiten erforderlichen 5000 Mark werden bewilligt.

tSchlutz folgt.)

** Tageskalendcr. Theatcrverein.

Samstag. Mai 1909

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea pr UnwersuälS - Buch- und ©teini)ruderet

9t Lange, Gießen.

Zar und Zimmermann". Sanrstag abend

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag. e^5L Redaltion:e-Kl12. Tel.-Adr.iAnzeigerGwßen.

2lus Stcrdt unö Land.

Gießen, 22. Mai 1909.

Bahnangelegenheiten. /

Die Wagen der elektrischen Straßenbahn sollen in der AusNattung etwas besser werden als ursprünglich vorgesehen war. Tie Wagenkastenbreite wird von 2,10 auf 2,20 Meter ver­breitert und d-e Siye sollen von Rücklehne zu Rücklehne statt 1,38 Meter 1,55 Meter Entfernung haben. Ta hierdurch die Wagen etwas länger werden, wird auch ber Radstand von 1,80 Meter auf 2 Meter erhöht. Tie Verbesserungen, die einstimmig gutgeheißen werden, rosten 300 Mark.

Das Ende des Poststreiks.

Der französische Poststreik kann als beendigt gelten: In einer von 300 Postbeamten besuchten Versammlung rieten alle Redner zur Wiederaufnahme der Arbeit. Es wurde ein Antrag ange­nommen, der den Arbeitern, die aus Solidarität in den Streik getreten sind, den Dank der Postbeamten ausspricht. Dieser Beschluß der Postbeamten bedeutet das Ende des Streikes. Wenn-

DieStetzener SamHien^lättev werden dem .Anzeiger" viermal wöchen lich beigelegt, daS UreiLblatt für des Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die(endwlrlschaftlichen Zeit­kragen" erscheinen monatlich sroeunaL

Rußland und die Polen.

In den letzten Jahren waren die Polen in besonders bevorzugt worden, jetzt scheint sich hierin eine Aenderung anzubahnen. Der Reichsrat beriet gestern den Gesetzentwurf betr. die Abänderung des Wahlrechts in neun westlichen Gouvernements.

Der Entwurf bezweckt die Erweiterung des Wahlrechts der dort ansässigen Russen zu Ungunsten der polnischen Bevölkerungen. Das gesamte Kabinett war anlveseird. Ministerpräsident Stolypin gab in kurzer Rede einige Mißstände des bestehenden Wahlrechts zu, hielt jedoch die Frage für sehr verwickelt: er beantragte Ueberweisung an eine Sonderkommission. Der Reichsrat beschloß demgemäß. Die Reichsduma nahm in erster und zweiter Lesung den Gesetzentwurf betr. die Gründung einer Universität in Sa­ratow an.

Eichenauer, Emmelius, Faber, Habenicht, Dr. Laberkorn, Lelm, I ist und die Schienen am Montag oder Dienstag hier Eintreffen! Huhn, Jann, JugHardt, Leib, Löber, Loos Orbig, Plank, Simon, 'k"

*

11.

ab >)"" > Diirbelk.

Mitteilungen.

Von Direktor Bergen liegt ein Dankschreiben für die Rege­lung seiner Ruhegehaltsverhältnisse und die ihm anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand von der Stadtverordneteriveriamm- lung ausgesprochene Anerkennung vor. Direktor Bergen will wenn erforderlich, auch späterhin der Stadt mit seinem Rate zur Seite stehen. Der neue Direktor des Gas- und Wasserwerks Steding hat sich schriftlich für die Bestellung als Direktor bedankt.

Bon einigen Grundbesitzern in der Step Hans mark wurde angeregt, die teilweise zum Bebauen recht wenig geeigneten Grundstücke zusammenzulegen. Stadtbaumeister Braubach hat hier­für einen recht zweckmäßigen Plan ausgearbeitet und es ist sicher anzunehmen, daß die Sache zustande kommt.

Die Rechnung für 1907.

Stadtv. Wallenfels wird für die Beratung der Rechnung der Stadt und des Stadterweiterungsfonds für 1907 zum Vor­sitzenden gewählt, während Stadtv. Emmelius das Referat darüber erstattet. Beide Rechnungen wurden bei der Prüfung der Finanzdeputation in Ordnung befunden und dre Versammlung heißt sie einstimmig gut. Auch die weiter dazu gestellten Anträge werden einstimmig angenommen. Bei der Rechnung der Stadt werden genehmigt: 143 812,25 Mk. Kreditüberschreitmrgen in der Betriebsrechnung und 268 216,11 Mk. Kreditüberschreitungen in der Vcrmögensrechnung: 7779,06 bzw. 16 330,01 Mk. Ausstände- Liguidationen und 2568,27 bzw. 896 336,73 Mk. Uebertragungen bereits bewilligter, aber noch nicht verwendeter Kredite. Bei der Rechnung des Stadterweiterungsfonds betrugen die Kreditüber­schreitungen 1860,01 Mk., die Kreditübertragungen 145 945,74 Mk. und die zu liquidierenden Ausstände 40 Mk.

Baugesuche.

Das Baugesuch des Emil Koch für Seltersweg 75 totrd in der letzten Sitzung an die Baudeputation zurückverwiesen worden, damit sie an Ort und Stelle über den wegen der Einfährt verlangten Dispens befinden möge. Die Deputation beantragt nach diesem Augenschein wiederum Ablehnung des Dispenses, da der jetzt gerade Zugang zu dem Los durch die beabsichtigte Aenderung einen rechten Winkel bilden würde.

Tie Maggigesellschaft will an dem Hause Ludwig- straße 20 ein Schild anbringen, das eine zu große Ausladung er­halten wurde. Man beschließt Ablehnung.

Dasselbe Schicksal erfährt ein Gesuch der Firma Heilbron­ner wegen der Anbringung von 12 Ztm. tiefen Schaukästen an ihrem Geschäftshaus in der Marktstraße, da bei der Enge der Straße und der durch die elektrische Bahn zu erwartenden Ver­kehrssteigerung die Einrichtung dort zu sehr den Verkehr stören würde.

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Vorma^schC

Das Vermögen Abdul Hamids.

Es soll der neuen Regierung in der Türkei gelungen sein, von Abdul Hamid die Herausgabe seiner im Auslande angelegten Gelder zu erzielen. DemTanin" zufolge ergaben die Recherchen im Jildis, daß Abdul Hamid 1 100 000 Pfund in Banken depo­niert habe.Sabah" will von authentischer Quelle aus Saloniki erfahren haben, daß Abdul Hamid bereits als erste An­zahlung an den Staat einen Scheck in Höhe von 1 Million Pfund auf eine fremde Bank gegeben habe.

Deutsches Nereh.

Aus Braunschweig: Gerüchtweise verlautet, der Herzog- rezent werde sich demnächst wieder vermählen.

Verband deutscher Berufsgenossen schäften. Be­hufs Stellungnahme der Reichsversicherungsordnung beruft der Verband deutscher Berufsgenossenschaften einen Genossenschafts­tag auf den 26. Mai nach Berlin.

Deutsch-englische Besuchsfahrten. Während ge­stern der Lordmayor und die Mitglieder der Magistrate von Man­chester und Saison auf ihrer deutschen Besuchsfahrt in Hamburg eingetrofsen sind, haben der Oberbürgermeister von Berlin, sowie 10 Stadträte und 20 Stadtverordnete gestern ihre Fahrt nach Eng­land angetreten.

Der Bundesrat hat dem Entwürfe des Gesetzes betr. die Aenderungen des Gerichtsverfassungsgesetzes, der Zivilprozeß­ordnung usw. in der vom Reichstage beschlossenen Fassung seine Zustimmung erteilt.

Neuer Eisenbahnpräsident. Vom 1. Juli 1909 an wurde der Ministerialrat des Staatsministeriums für Ver­waltungsangelegenheiten, Johann Ritter von Weigert in Lud­wigshafen a. Rh. zum Präsidenten der Eisenbahndirektion München befördert.

Todesfall. Oberkonsistorialpräsiüent Dr. v. Schnei­der in München ist denMünch. Neuesten Nachr." zufolge ge­storben.

Ausland.

Eine erlogene Geschichte. Italienische Blätter wissen don deutschen Intrigen in Abessinien zu melden, wonach die abessi­nische Regierung mit Einverständnis der deutschen Gesandschaft geheime Verhandlungen mit dem Mullah zwecks Erlangung eines Hafenplatzes an der Somali-Küste führe. DerLok.-Auz." wird an Berliner zuständiger Stelle ermächtigt, diese Meldung von Anfang bis zu Ende als erfunden zu bezeichnen.

Ern Grenzzwischenfall. Nach einer französischen Blättcrmeldung ereignete sich am Mittwoch bet Graoelotre ein Grenzzwischenfall. Ein in Gravelotte stationierter deutscher Gen­darm wurde in Uniform auf französischem Gebiete reitend angc- troffen und, von einem französischen Grenzwächter verhaftet. An Berliner zuständiger Stelle ist über den Vorfall nach nichts bekannt.

D c r E xPräsidentCastro war bcianntlid) augeflagt wor­den, an einem Komplott zur Ermordung des neuen venezolanischen Präsidenten Gomez beteiligt gerne)en zu sein. Eastro ist jetzt jedoch freigesprochen worden.

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Wecker wird beschlossen, an Stelle der vorgesehenen drei großen Seitenfenster auf jeder Seite 6 kleine Fenster anzubringen, damit das Publikum selbst die Oeffnung der Fenster vornehmen kann. Mehrkosten entstehen dadurch nicht.

Die Weichenstellung soll, wenn sich die Zuverlässigkeit und Zweckmäßigkeit des Systems auswärts bewährt har, aus elek­trischem Dege erfolgen, was 2000 Mark erfordern wird. Die end- giltige Entscheidung hierüber wird auf Antrag des Stadtv. Em­melius der Kommission überlassen.

vuciuuign-iiitiiicL ;uucuuui, usjuiyuui-uncicit Der Vorsitzende teilt noch mit, daß Direktor Stolte zur Heber- Keller und Heyligenstaedt; die Stadtverordneten Brück, Tr. Ebel, I nähme der ersten Schienen heute nach Duisburg gereist

Gegen die Schissahrtsabgaben.

, 31t Berlin traten gestern in den Räumen der Berliner

.Handelskammer die ^chissahrtsinteressenten aus Mitteldeutschland zum Grften Deutschen Binnen-Schiffahrtstag zusammen. Es wurde eur Be>chluyantra^g einstimmig angenommen, der sich gegen oft Einführung von «schiffahrtsabgaben auf den natürlichen Waneritraßen ausspricht, _ba darin eine schwere Schädigung der Scknilahrt und auch der Seeschiffahrt, sowie eine unberechenbare Belastung von Handel und Verkehr zu erblicken sei.

Der Zwischenfall von Casablanca, der bekanntlich dadurch hervorgernsen worden war, daß das deutsche Moniulat in Easablanea sich der desertierten deutschen Fremdem legtonärc an nahm, beschäftigte bis jetzt ein Schiedsgericht. Dieses soll, nun lerne Arbecken beendigt haben. Der Inhalt des Urteils lowre dw Entlcheidnng werden streng geheim gehalten. Tas Urteil wird wohl heute in öffentlicher Sitzung verlesen werden. Während der ganzen Zeit der Verhandlung herrschte zwischen dem deutschen und sranzöftlchen Delegierten das beste Einvernehmen. Schon soviel kann man indes sagen, daß das Urteil keineswegs die Be­ziehungen zivischen Deutschland und Frankreich auch nur auf das leiseste zu trüben geeignet ist. Das Urteil ist nur der Ausdruck der Rechtsprechung.

*

Rumäniens Anschluß an den Dreibund.

An Budapest erhält sich das Gerücht von einem engeren Anschluß Rumäniens an den Dreibund. Das politische Ereignis soll durch den deutschen Kronprinzen angebahnt worden sein und soll nun durch Erzherzog Franz Ferdinand, der sich in den nächsten ^agen an das rumänische Hoflager begibt, vollendet werden. Auch in ernsten diplomatischen Kreisen wird von einer Ausgestal­tung der bisher bestandenen Militärkonvention zu einem politischen Bündnisse gesprock)en.

Konzertverein. 3. Kammermusikabcnd, Sonn­tag nachm. 5V< Uhr in der Neuen Aula.

Kolo ff cum. Täglich Vorstellung.

Kinematographentheater. Samstag und Sonntag Vorstellung. Nächsten Freitag Wiedereröffnung im neuen Lokal.

Familienkonzert im Hotel Schütz, Sonntag abend 8 Uhr.

gleich die angenommene Tagesordnung dies nicht ausdrücklich oeiagt, werden dennoch die nicht gemaßregelten Postbeamten iämt- lich die Arbeit heute wieder aufnehmen. Tie Arbciterversammlung im Tivoligebäude, in der die Redner ebenfalls die Beendigung des Streikes anrieten, nahm eine Tagesordnung an, in der der Zentralverband der Arbeitervereinigungen aufgefordert wird, die Wiederaufnahme der Arbeit zu beschließen. Der Zentralverband wird abends eine Kundmachung betreffend die Wiederaufnahme der Arbeit erlassen. Nach der Schlußversammlung cs zu Lärmszenen: einige Verhaftungen wurden

Ebenso kaufen 6 Anlieger an der Kaplansgasse zum gleichen Einheitspreise Stadtbachgelände im Gesamtbetrag von rund 2500 Mark.

Heber den Ankauf des zur Eröffnung der Gutenbergstraße erforderlichen M a r x ' s ch c n Zimmerplatzes liegt nunmehr Kaufvertrag vor, der genehmigt wird. Der Kaufpreis beträgt 75 000 Mark.

2as Gelände des alten S p r i tz e n h a u s e s an der Löwengasse wird laut .früherem Beschluß an Heinrich Tichy ab getreten, der dafür in die Straße fallendes Gelände an die Stadt abgibt. Herr Tichy hat noch 80 Mk. an die Stadt zu bezahlen.

Ebenso wird der nunmehr vorliegende Vertrag wegen An- und Verkauf von Grundstücksteilen am Schwesternhaus und am Sparkassengebäude gutgeheißen. 3,8 Quadratmeter fallen an das Schwesternhaus, wogegen 2,8 Quadratmeter für die später durch­zuführende Straße von der Sparkasse erworben werden.

Die Befestigung der B ü r g e r st e i g e in der Bismarckstraße wird nach der vorgeschlagenen Art genehmigt.

Auch dem Ankauf von 225 Quadratmeter Gelände in der Stcphansmark von Ruckstuhl zum Einheitspreis von 4,22 Mk. wird zugestimmt.

Anläßlich der Feldbereinigung links der Lahn erfolgte durch die Bereinigungs-Gesellschaft eine neue Gewannbenennung, die von Stadtv. Tr. Ebel auf ihre historische Jftchtigkeit und Schreibweise geprüft und ergänzt wurde. Die Versammlung ist mit den vorgeschlagenen Namen einverstanden und spricht dem Stadtv. Dr. Ebel für die gehabte große Mühe Dank aus.

Städtische Arbeiten und Lieferungen.

Tie in der Gartenstraße vorgenommene elektrische Kabellegung wftd nachträglich genehmigt. ES sind bereits drei Abschlüsse dort angemeldet.

Die fteihänüige Lieferung von M 0 s a i k st e i n e n wird einer Firma in Haiger zum Preis von 500 Mark für den Waggon übertragen.

Im Realgymnasium und der Oberrealschule waren 1 6 Bänke erforderlich, deren Lieferung der Firma Fuhrmann und Haus für 560 Mark übertragen wird.

Der Kredit für die Verbreiterung der Wieseckbrücke im Zug der Frankfurter Straße wird von 3000 auf 3800 Mk. erhöht, da es möglich 'ist, die Brücke auf beiden Seiten auf die volle Straßenbreitc zu erweitern.

Es hat sich die Möglichkeit ergeben, einen Teil des Mälzerei­gebäudes der ehemaligen A k t i e n b r a u e r e i ab 1. Oktober zu vermieten. Die jährliche Miete wird 2500 Mark betragen. Herr Bichl er, dem die Gebäude noch bis 1. April 1910 gehören, hat auf den Mietertrag bis dahin verzichtet. Es werden für die In­standsetzung der Räume 1000 Mk. bewilligt.

Für die fteihändige Beschaffung eines Lichtpauseappa- apparates für das Vermessungsamt werden 250 Mk. be­willigt. /

gelegte Henselstraße geht schenkungsweisc in den Besitz der Stadt über. Die Kosten der llebergabc trägt Herr Gail.

Tas letzte Stück Stadtbachgelände am Tiefenweg, noch im städtischen Besitz ist, wird an den Anlieger Ockel verkauft. Es handelt sich um 7,3 Quadratmeter, für die je 30 Mk., also zu­sammen 219 Mk. bezahlt werden.

** Vom Grvßh. Hofe. Die Großherzogi. Herr-, schäften unternahmen am Himmelfahrtstage eine Rhein­fahrt auf dem DampferHassia", kamen um 7 Uhr abends nach Mainz in das Palais zurück und nahmen um 8 Uhr das Abendessen bei Kommerzienrat Strecker. Nach Tisch konzertierte Pianist Sauer. Am Freitag vormittag be­suchte die Großherzogin in Begleitung der Oberhofmeisterin Freftn von Grancy und der Gemahlin des Provinzialdirek­tors bon Homberak zu Dach das Diakonissenhaus und die Krippe in der Leibnizstraße, die Krippe des städtischen Waisenhauses und das Alice-Hospital. Am Nachmittag nahmen der Großherzog und die Großherzogin den Tee im Kasino des Infanterie-Regiments Großherzogin. Am Abend fand im Großb. Palais eine Tafel statt, zu der etwa 50 Personen eingelaoen waren. Die Abreise der Grohh. Herrschaften nach Darmstadt erfolgt heute nachmittags 2.10 Uhr mit Sonderzug.

** Vorbereitung zum Staatsdienst int Veterinärfach. Mit Rücksicht auf die Anforderungen, die an die beamteten Tierärzte bei deren Mitwirkung in den Bestrebungen zur Verbesserung der Viehzucht, ins­besondere aber bei den Körgeschäften gestellt werdet:, ist als Ergänzung der Verordnung über die Vorbereitung zunt Staatsdien.ft im Veterinärfach vom 4. Januar 1905 eine Verordnung erschienen, nach der vom 1. Januar 1910 ab von den Veterinärärzten, die sich der Staatsprüfung unter­ziehen, verlangt wird, daß sie die Prüfung für Tterzucht- mjpektoren an der Landesuniversitat bestanven haben. Eine besondere Schwierigkeit wird ihnen dadurch insofern nicht erwachsen, als approbierte Tierärzte nach § 3 Abs. 2 der Prüfungsordnung für Tierzuchtinspektoren vom 26. April 1905 von der Prüfung in einer Anzahl vott Prüfunas-t fächern befreit sind.

** Der hessische Richterverein hält heute seine Generalversammlung im Hotel Drexel zu Frankfurt ab. Der Versammlung schließt sich um 2 Uhr ein gemein-, schaftliches Diner int großen Festsaal des Hotels an.

** Kunst verein. Die Kollektiv-Ausstellung des Malers Alois P e n z - Frankfurt bleibt nur noch morgen ausgestellt. Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des Kunst­vereins fürs Großherzogtum Hessen findet am 12. Juni in der Kunsthalle zu Darmstadt statt. Die Tagesordnung ist im Inseratenteil ersichtlich.

** Frühlingslust und Sommerfreuden zeigt die in der Bilderei der Lesehalle soeben neu ausgestellte Serie von 43 Reproduktionen. Erste Meister erfreuen mit schönen Darbietungen. Genannt seien nur Ludwig Thoma, Over­beck, Spitzweg, Steinhaufen, Uhde, Leistikow, Philippi, L. von Hofmann, Baluscheck, Lancret, Watteau, Millet, Manet, Alma Tadema. Ein Katalog hängt aus.

** Eine Sitzung des Pro v inzial-Au s- s ch u s s e s findet am nächsten Mittwoch, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Ge­lände in Gemarkung O be r - E s ch b a ch zur Erbauung einer Nebenbahn von Heddernheim nach Homburg v. d. H; hier Besitzeinweisung. 2. Ge,uch der Elise Freundlieb' Witwe zu Friedberg um Erlaubnis zum Betrieb einer Schank­wirtschaft. 3. Reklamation des Rentmeisters Pfnorr zu Londorf gegen den Vor<rnschlag der Gemeinde Londorf für 1908.

*' Erne Bezirksvorturner stunde findet am nächsten Sonntag mittag für die Vereine des 2. Bezirks des Turn­gaues Hesien in der Turnhalle des hiesigen Turnvereins statt, bei der vor allem die Uebungen für das diesjährige Gau- turnfest bekannt gegeben werden. Mit der Vorturnerstunde ist eine Ausbildungsstunde für Kampfrichter verbunden. Grundgedanke davon ist, ältere Turner mit den Bestimmungen der Wetturnordnung so vettraut zu machen, daß sie ihre Pflichten als Kampfrichter bei den Gauoeranstaltungen tadellos erfüllen werden. Mit Rücksicht auf das bevorstehende Gau- turnsest in Marburg wird eine rege Beteiligung aus ollen Bezutsoereinen erhofft. Im Anschluß an die'Vorturnerstunde findet ein UebungSsvielen auf dem Trieb statt.

" Männer-Turnverein. Die Hiinmelsahrt-Tour führte eine große Zahl Turner und Turnerinnen mit Zug 6.47 früh nach Station Katzenfutt. Von hier begann^der Ausstieg nach Greifenstein. Rach eingehender Besichtigung von Kirche und Ruine hielt der 1. Sprecher, Rechtsanwalt Kaufmann, einen kurzen Vortrag über die Geschichte der Greisenilelner. Etwa gegen 11 Uhr trafen die ersten Ab- teilungen aus Forsthaus Dia naburg ein, woselbst eine ein« Itünbipe Rast gemacht wurde. Um 2 Uhr traf man sich im potel Böhme, woselbst nach sehr gutem Esten und zwei- siundiger Ruhepause zur Besichtigung des Schlosses auf- gebrochen wurde. Zu Böhme wieder zuruckgekehrt, hielt em ^anzchen Alt und Jung noch lange beisammen.