Ausgabe 
20.2.1909 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

Nr. 43

16N. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

Die Znvali-enversicherung in Hessen

Grossh. Polizeiaint. Reinhart

von 70 Jahren und darüber 1109

vermischtes.

*.Ein fideles Gefängnis. Eine ergötzliche Geschichte, die im Torfe Rauno, 5ireis Kalau (nomen et omen?) spielt, gelangte dieser Tage zur Kenntnis des Reichsgerichts. Es han­delte sich um ein Urteil des Landgerichts Kvttbus vom 19. Ok­tober v. I., vor dem der Schmiedemeister August Schölte in Rauno wegen passiver Bestechung und Amtsverbrechens nach § 346 Str «G.B. yt zwei Monaten Gefängnis verurteilt wordeti ist, während der Kaufnrann Winkler wegen aktiver Bestechung in Strafe genommen worden ist. Schölte war früher Gemeinde­diener und Hilfsamtsdicner in seinem Wohnorte. Winkler hatte als Landwehrmann die Kontrollversammlung versäumt und dafür drei Tage Mittelarrest zudiktiert erhalten. Schwierigkeit machte es nun, die Strafe verbüßen zu lassen. Der Amts Vorsteher ließ dem W. durch den Amtsdiencr die Strafverfügung zu stellen und teilte daun deut Mgeklagten mündlich mit, er solle W., wenn er sich bei ihm melde, die Strafe im Ortsgefängnis (dem Spritzen­haus) zu Rauno verbüßen lassen. W. kam dann auch zu Schotte und äußerte beit Wunsch, eingesverrt zu werden. Schotte war

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- ftrnfee 7. Expedition und Verlag: e^5L RedaktiomL^ii2.Te!.-Adr.:AnzcigerGletzen.

dieser Veamterr hat sich für die Landwirtschaft' als überaus frucht­bar erwiesen und kann durch diejenige der Konsuls in keiner Weise ersetzt werden."

3u dem PunktTie Taxvorschriften der deutschen Hagel­versicherungsgesellschaften" legen die Referenten Tomäncnrat Bro- dei-mann (Knegcndvrf) und Direktor Rcobbe (Berlin) folgend« Reso- lütionen vor:Ter Deutsche Landwirtschaftsrat wolle beschließen: 1. Tie Versicherungsnehmer mögen ihre Schadenmeldungen ge­wissenhaft erstatten, 2. Tie Wissenschaft möge mehr als bisher die durch Hagel entstehenden Schädigungen und folgen durch ge­eignete Untersuchungert feststetten uiw veröffentlichen, 3. 'Die Ver­sicherungsnehmer sind anzuhalten, in geeigneten Fällen durch Proledrusche und Mitteilung der Ernteergebnisse die Bestrebungen der Gesellschaften, rührige Taxen zu erzielen, zu unterstützen, 4. Tie-Gesellschaften müssen sich burcl: .Heranbildung sachverstän­diger Schätzer und durch häufige umfassende Revisionen die Heber» Zeugung verschaffen, daß die Taxen ben tatsächlichen Verhältnissen entsprechend festgestellt iverden. Die Resolution wird nach kurzer Tebatte angenommen, des gl. zu der Besprechung desGesetz­entwurfes betr. Preisfeststellung beim ^Markthandel mit Schlacht­vieh" (Referent Domänenrat Meher-Friedrichswerth) eine Reso­lution, die verlangt, da^ß der Landwirtschaflsrat Schritte tue, damit die Preisnotierung nach Lebendgewicht bei den Schlacht- uud Viehmärkten angeordnet wird.

Darauf werden die Verhandlungen mit den üblichen Dankes- reden geschlossen.

TieSietzener Zamiliendlätter" werden dem ,9lnacifler* viermal wöchentlich besiegt, das Kvcisblat! für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zrit- fragtn" erscheinen monatlich zweimal.

vSrseu-Wochcnbericht.

x Frankfurt a.M., 19. Febr.

Von dem Elan der Börse in der Voruwche war in dieser Woche wenig mehr zu spüren. Es machte sich große Geschäftsunlust gel­tend, und tote geivöhnlich Geringfügigkeit der Umsätze von schwacher Tendenz begleitet ist, so bröckelten auch die Kurse meist etwas ab. Tic Ermahnungen zur Zurückhaltung, die angesichts der vorangegangenen überhitzten Auswärtsbewegung in einem Teil der Presse und von einer Großbank in einem Zirkular an die Landschaft ergangen sind, haben ihre Wirkung nicht ganz ver­fehlt. Spekulation und Publikum scheinen der Erwägung sich nicht verschlossen zu haben, daß man in der Bewertung der Effekten, insbes. der industriellen, einem zu weitgehenden Opti­mismus gehuldigt hat, denn vielfach schritt man zu Glattstellungen oder beobachtete größere Zurückhaltung. Dabei hat sich die Er­fahrung wieder bewährt, daß erwartete Ereignisse, nachdem sie zur Tatsache geworden sind, auf die Haltung der Börse keinen Einfluß mehr auszuüben vermögen. Die Dis ko nter mLßi g- ung der Reichsbank ging spurlos vorüber, obwohl man davon an­regenden Einfluß erwartet hatte. Man hatte eben den Eintritt der Maßnahme int Voraus schon eskomptiert. Tie Börse, die nun die letzte Bestätigung für dre günstigen Geldverhältnisse er­halten hat, wendet jetzt naturgemäß den Blick auf die Fragen, mann und welchem Braße die leichten Geldverhältnisse dem Wirt­schaftsleben neuen Impuls verleihen werden. In der Beant­wortung Dieser Fragen hat sich aber neuerdings der Börse eine große Unsicherheit bemächtigt und dies mag verhindert haben, daß die DiskoniermLßigung weiter als stimulierendes Miment wirkte. ES kam hinzu, daß der offene Geldmarkt durch die Herab­setzung des Diskonts nicht weiter beeinflußt wurde, indem bie Reichsbank ja nur den Verhältnissen am offenen Markte folgte. Cb man sich in nächster Zeit zu einer weiteren Herabsetzung des Diskonts auf 3 Prozent entschließen wird, ist noch fraglich, cs wird davon abhängen, wie die internationalen Geldverhält- msse imb die Sage der Industrie sich gestalten, stimmt die Unter- nehmungslust zu, dann wird das noch immer starke Geldangebot nachlassen und die Satze werden sich etwas versteifen; bleibt aber die fetzige 'Depression noch weiter vorl?errschend, dann dürfte die Geldflüssigkeit sich noch verstärken Beide Möglichkeiten geben indessen der Börse zurzeit ihre wesentlichste Stütze, so daß auch die Kursrückgänge dieser Woche keinen größeren Umfang er­reichen. Tas Interesse für festverzinsliche Anlage werte hat sich erhalten, wenn auch nnr Rücksicht auf die Kurssteigerung auf diesem Gebiete bei unseren heimischen Fonds die Kauflust mehr auf 3y2 und 3 prvzentige Werte sich erstreckte. Fremde Fwnds blieben begünstigt. Tie unbefriedigenden Nachrichten über die industrielle Konjunktur, namentlich vom Eisen- und Kohlenmarkt, waren auch in dieser Woche besonders der Anlaß, daß viele Kapitalisten, die Jndustriepapieren große Auf­merksamkeit geschenkt hatten, die erzielten Kursgewinne sicher zu teilen suchten. Bankaktien blieben ungeachtet der nunmehr :egonnenen Bilanzverösfentlichuug ohne Anregung und stellten ich ebensalts meist niedriger. Von Bahnen lagen österreichische Werte schwächer auf Wien, woselbst die mnerpolitische Lage und beuirruhigende Döachrichten aus Serbien verstimmend wirkten. Schiffahrtsaktien Lunten sich weiter befestigen aus die tarfc Frequenz im Auswaitdererverkehr, die beim Nvrdd. Llovd bereits eine Erhöhung der Zwischendeckspreise zur Folge hatte.

Privatdiskontv 21/* Prozent.

Gin interessantes Bild über die im Großherzogtum Hessen ver­sicherten Personen bieten die bei der Berufs- und Betriebszählung vom 12. Juni 1907 ermittelten Personen. Danach sind 255 660 Personen (20,77 Prozent der gesamten Einwohnerzahl) gegen die durch A 12er und Invalidität hervorgerw'ene Erwervsbeschrän'theit versichert. Hiervon waren ledig 132149 52 Proz. (barunfer rnünnl. Geschlechts 76 505 ----- 30 Proz.: meibl. Geschlechts 55 624 22 Proz.); verheiratet 114 037 = 44 Proz. (m. 100 494 39 Proz., w. 13 543 = 5 Proz.); verwitwet oder geschieden 10 474 4 Proz. (tn. 4849 ----- 2 Proz.; w. 5625 2 Proz.; zusammen 2o6660 100 Proz. (m. 181 848 71 Proz.: w. 74812 29 Proz). Auf die verschiedenartigen Beruisgrupven verteilen sich diese Personen in folgender Weise: Es waten beschäftigt 1. in der Landwirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht 43 614 17 Proz. (m. 27 559 63 Proz.; w. 16 055 37 Proz.); 2. in der Forstroirl- ichaft und Fischerei 1715 = 0,6 Proz. (m. 1282 75 Proz.; w. 433 25Proz.); 3. im Bergbau, Hütten- und Salinenwesen, Torf­gräberei 2783 1,08 Proz. (tn. 2777 ==* 99,78 Proz.; ro 6 0,22 Proz.); 4. in der Industrie der Steine und Erden 11 501 4,51 Proz. (m. 11 325 = 98 Proz.; m. 236 2 Proz); 5. in der Metallverarbeitung 16 184 6.31 Proz. (in. 15 652 97 Proz ; w. 533 3 Proz.); 6. tn der Industrie der Maschinen, Instru­mente und Apparate 9584 ---- 3,73 Proz. (m. 9347 98 Proz.; w. 237 2 Proz.); 7. in der chemischen Industrie 4006 1,57 Proz. (m. 3595 90 Proz.; w. 411 10 Proz.); 8. in der Industrie der forstwirtschaftlichen Nebenprodutte, Leuchtstoffe, Seifen, Fette, Ocle, Firmste 1968 0,76 Proz. (m. 1558 79 Proz.; w. 410 21 Proz.; 0. in der Textilindustrie 2809 ----- 1,09 Proz. (in. 1441 51 Proz.; w. 1368 49 Proz.); 10. in der Papierindustrie 2851 = 1,12 Proz. (m. 2121 = 74 Proz.; ro. 730 = 26 Proz.); 11. in der Lederindustrie und Industrie lederartiger Stoffe 12 254 4,28 Proz. (tn. 10 145 83 Proz.; w. 2109 17 Proz.); 12. in der Industrie der Holz, und Schnitzstoffe 11 484 = 4,47 Proz (m. 11 069 96 Proz.; w. 415 4 Proz.); 13. in der Jtrdustrte der 2!ahrungs- . und Genußmittel 16 458 6,42 Proz. (m. 11103 >7 Proz.; ro. 5355 = 33 Proz.); 14. im Bekleidungsgewerbe 11 301 4.41 Proz. (nt. 5166 = 46 Proz.: w. 6135 54 Proz.),' 15. im 9ietnigung§geroerbc 3056 1,19 Proz. (m. 769 ----- 25 Proz.; ro. 2297 75 Proz.); 16. im Baugewerbe 37 181 -- 14,18 Proz. (m. 37152 = 99,92 Proz.; ro. 29 = 0,08 Proz.); 17. im polygraphischen Gewerbe 3104 1,20 Proz. (m. 2560 82 Proz.; ro. 544 18 Proz.); 18. im künstlerischen Ge­werbe 274 = 0,11 Proz. (m. 268 98 Proz.; ro. 6 = - Proz. ; 19. in Fabriken (Fabritarbeiter, Gesellen itnd Ge­hilfenderen nähere Erroerbstätigkcit zweifelhaft bleibt 177 0,07 Proz. (nt. 143 81 Proz.; ro. 34 = 19 Proz.); 20. int >\ntbcl5geiucrbc 10 366 4,05 Proz. (tn. 7403 71 Proz.; ro -963 29 Proz.); 21. im Versicherungsgeroerbe 474 0,18 Proz.

438 92 Proz.; ro. 36 8 Proz.); 22. itn Verkehrsgewerbe 9754 3,81 Proz. lm. 9535 98 Proz.; ro. 219 2 Proz.); 23. in der Gas> und Schankwirtschast 4454 1,75 Proz.); (nt. 3001 67 Proz.: ro. 1453 33 Proz.); 24. im häuslichen Dienst chet ihrer Herrschaft und nicht bei ihrer Herrschaft wohnend) 24 050 = 9,38 Proz.); 25. im Militär-, Hoi-, tm bürgerlichen und kirch­lichen Dienst, auch ut sogenannten freien Beruisarien 5702 = 2,3*22 Proz. im. 3624 = 64 Proz.; ro. 20i>8 ------ 36 Proz.); 26. Personen ohne Berus und Berussangabe (einschl. der berufslosen Angehörigen aller Gruppen) 9495 = 3,71 Proz. (tn. 1245 = 13 Proz.; ro. 8250 = 87 Proz. Es waren im Alter von 16 bis unter 18 Jahren 24 819 = 9,28 Proz. (m. 13 044 ----- 55 Proz.: ro. 10 775 = 45 Proz.): von 18 bis itnlör 20 Jahren 26 574 = 10,35 Proz. (nt. 15 376 = 58 Proz.; ro. 11198 = 42 Proz.); von 20 bis unter 25 Jahren 49 400 = 19.25 Proz. (nt. 28 883 58 Proz., ro. 20 515 = 42 Proz.): von 25 bis unter 30 Jahren 40 338 15,72 Proz. (tn. 31 366 78 Proz.; ro. 8972 22 Proz.); von 30 bis unter 4.0 Jahren 56146 = 21,88 Proz. (in. 45 850 82 Proz.; ro. 10 296 18 Proz.); von 40 bis unter 50 Jahren 32 400 12,62Proz. lut. 25696 79Proz.; ro. 6704 21 Proz.);

von 50 bis unter 60 Jahren 18 613 7,25 Proz. (m. 14 425 77 Proz.; ro. 4188 23 Proz.); von 60 bis unter 70 Jahren 8161 3,18 Proz. (nt. 6280 77 Proz.; ro. 1881 23 Proz.;

2 . ......"" 0,47 Proz. (m. 928 77 Proz.

ro. 281 = 23 Proz). ;

über dieses Verlangen gar nicht erfreut und meinte, es sei doch schade, wenn ein so netter Mann eingesperrt werden solle. Er lub ihn ein, zunächst mit ihm ein Glas Bier zu trinken. W. hatte nichts dagegen und zahlte urtürlick die Zeche. Nun erklärte Schölte, ein Tag fei schon verbüßt. Nachher wurde iwd) einmal gezecht, und bann erklärte Schotte, jetzt sei die ganze Strafe ab gesessen. W. könne ruhig nach Haufe gehen iuü> brauche nicht nod) einmal nack Rauno zu ko tu in en. W. r.atte ttichts dagegen: einzutoenden und speitdete seinem Kerkermeister nod) 2 Mk. üt bar. Tas Gericht hat angenommen, baß Schotte ein Beamter im Sinne des § 346 Str.G.B. war, der vermöge seines Amtes bei der Vollstreckung von Sttafen nntzuwirkern batte. Auf bie Nevision des Angeklagten hob aber das Reichsgericht das Urteil auf, soweit es nadj § 346 ergangen ist, und verwies die Sackre insoweit an das Landgericht zurück. Ter Angeklagte sei nickst als Beamter nach § 346 anznsehen.

* Ein Dämpfer. Fräulein:Wenn ich mal heirate, dann beträte ttb einen klugen Mann." Alter Junggeselle:Mein Fräulein, klltge Ätänner heiraten überhaupt nicht."

Die nach- A « sind Sonntag:, 21. Febr., nur von stehenden ßOl 4b l ö 12 Uhr mittags bis 12 Lhr nachts für dringende Fälle sicher anzutreffen : [D20/

Dr. Ploch, Astcrweg 34. Dr. Schlieiihake, Gocthestr. 44. l>r. Wagner, West-Anlage 49.

Soienfats, 21. iebr., von nachm. la: i| ,

4 U G le s^en. »TeSÄ Nlf8eh3p0i,16i(6

Deutscher randwirtschastsrat.

IV.

S. u. H. Berlin., 19. Febr.

3ti der heutrgert Schlußsitzung der 37. Weirarversammlung des Deutschen Landwrrtfchaftsrates referierte zunächst Regierungs- bamnecstcr Niemeyer-Hannover und Saurat Kühn- Dresden über das Thema:Die Tätig keit der landwirtschaft­lichen Körperschaften in Deutschland auf demGe- bietc des landwirtschaftlichen Bauwesens". Beide Referenten legten folgende Resolution vor: Ter Deutsche Land- wirtschaftsrat beschließt, die Staatsregiernngen zu ersuchen, rück­sichtslos der großen Bedeutung, die unser landwirtschaftliches Bauwesen in der letzten Zeit gewonnen hat uitb in Zukunft ver­stärkt bekommen wird, an eine weitere Ausgestaltmig der Disziplin an unseren Hochschulen lsinzuwirken. Es erscheint unaufichiebbar, daß auf diesem großen wichtigen Gebiere wissenschaftlich gebildete Spezialisten herangebildet werden." Ein Zusatzanttag des Vor­sitzenden Grafen v. Schwerin-LÄoitz verlangt eine Revision der baupolizeilichen Verordnurrgen unter Berüch'ichtigung der Wünsche der landwirtschaftlichen Vertretungen. k

Zum folgenden Punkt der Tagesordnung:Bildung von Friedensvereincn zur Schlichtung von Rechts­streitigkeiten" referierte Reichsgerichtsrat Burlage-Leip­zig unter Vorlage folgeiüxr Resolution:Der Deutsche Land­wirtschaftsrat wolle beschließen, oas Referat über die Bildung von Kriedeicsvereinen zur Schlichtung von.stiechtsstreitigkeiten den im Landwirt)chaftsrat vertretenen landwirtschaftlichen .störperschaf- tat mit dem ErsuckMN zu übennitteln, die weitere Ausbreitung bet Ja:iedensoereine zu fördern." <

Tie Resolution des Referenten wird schließlich angenommen.

Zu dem Theum:T t c Agrarpolitik F-rankrei ch s" wird auf Vorschlag des Referenten des landwirtschaftlichen Sach­verständigen Tr. Hailer (Paris) folgende Resolution angenonr- men .Ter Deutsche Landwirtschaftsrat spricht die Erwarttmg aus, daß aus der von der Budgetkommission des Reichstags am 4. Februar d. I. beschlossenen künftigen Kürzung des Fonds fiir die handelt u. landwirtschaftl. Sachverständigen um zwei Fünftel eine Einschränkung des Aufgabenkreises der landwirtschaftlichen Sachverständigen nickft hervorgehen werde. Tenn die Tätigkeit

Auszug a. ö. Stanöesamtsregiftern der Stadt Sieben. Aufgebote.

Februar. 12. Heinrich Glockengießer, Landwirt, mit Lina Mörschel, beide in Obbornhofen. 16. Mathäus Baumann, Taa^ lohner, mit Magdalene Straub, gen. Bichl, beide in Gießen. 17. Karl Sommer, Bäckermeister m Groß-Gartach, mit Emma Belte in Gießen. 17. Johann Horst, Schreiner in Gießen, mtt Katharina Graulich in Butzbach. 18. Paul König, Kanftnonn in Frankfurt a. M., mit Alwine Lma Eocht in Gießen.

Eheschlietzungea.

gebruar. 13. Philipp Martm llftnkel, Hilfsweichensteller, mit Henriette Becker, betbe m Gießen.

<5cborcue.

Februar. 10. Dem Server Heinrich Vellen H. eine Tochter, Anna. 11. Dern Korrektor Karl Christrcm Birnbaum eme Tochter, Edith Alartha. 12. Dem Hilssbremser Albert Lehr ein Sohn. 12. Dem Sergeanten Lorenz (Stiert eine Tochter, Marie Katharine. 13. L em Hilisbreinser Adam Kaiser eine Tochter, Gertrud. 13. Dem WeichensteUer Phtltpp Rödling eine Tochter, Bertha. 14. Dem Zuq- reoijot Hans Ewald em Cohn, Enno Martin Jakob. 17. Dem Agenten Karl Reichert ein Sohn, Karl Hugo Adam.

Gestorbene.

Februar. 12. Lucke VeUinete, geb. Schmidt, 54 Jahre alt, "«wer Straße 74. 13. Karl BuderuZ, Rentner, 59 Jahre -alt, Lud- w'gstraße 70. 13. "Auguste Appel, geb. Borgt, 25 Jahre alt, Wtl- helinstraße 43. 13. Katharine Loth, geb. Wagner, 70 Jahre alt, Ebelstraße 2. 13. Max Rolofs, Prtvatter, 51 Jähre alt. Am Riegel- pfab 19. 14. Philipp Weigel, Taglöhner, 60 Jahre alt, Leihgesterner Weg 24. 16. Elckabeth Ochs, geb. Tracht, 55 Jahre alt, Sonnen- Itraße 2. 16. Karl Bottarius, Schriftsetzer, 25 Jahre alt, In Lovers pof 9. 17. Justine Göbel, geb. Pritsch, 83 Jahre alt, Neuenbäue 5. 17. Gotthold Schmidt, Plärrer, 50 Jahre alt, Bromarckstraße 38. 17. Otto Slettschaier, Stadtbaumeister c. D., 71 Jahre ost, Goethe- Itrafee 36. 18. Anna Katharme Dtehl, geb. Schnepp, 75 Jahre, föroBe Mühlgasse 37. 18. Maria Ilathartna Agatha ritulci, 1 Woche alt, Ludroigsplatz 14. 18. Heinrich Meißner, Bureaudtener, 57 Jahre alt, Asterweg 9. 18. Marie Will, 1 Jahr alt, Katharinengaffe 19.

Wenn Sie Ihr Kind

gesund, munter und geistig frisch sich entwickeln leben wollen, so geben Sie ihm Dr. -Hvmmel'ck \famatogen. Lasten Sie sich jedoch keine der Elen Jtaajobmungcn aufreden! (D6/,

Märkte.

Gießen, 20. Jebruar. Marktbericht. Atif heutigem Wacken- maifte kostete: Butter vr. Pid. 0.901.00 Alk., Hühnereier 1 St. 9-10 Big., Släie pr. St. 68 Pi., Kasematte 2 St. 56 Psq., Erbsen p. Pid. 1824 Psg., Linsen v. Psd. 2540 Pfg., Tauben vr. Pr. 0,80-1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Gänse vr. Pid. 6070 Pf., Entert pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Ochs en fleisch vr. Psd. 7684 Pfg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 7080 Psg., Schweinefleisch vr. Piund 8090 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 94 Psg., Kalbfleisch vr. Psd. 7078 Psg., Hammelfleisch pr. Psd. 60-80 Psg. ftartoh'chi vr. 100Kg. 6.00-6.50 M., Zwiebeln per Ztr. 10,0015,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 00 - 00 Psg., per Zentner Mk. 0.000.00. Aepiel per Ztr. 000 Alk., Birnen per Ztr. 0000 Alk. Miste 100 Stück 5000 P'g., per Str. 000 Alk. Marktzeit von 82 tthr.

Spielplan Oes Neuen Eichener LtaOtchearers.

Sonntag den 21. Febr., nachmittags 31/, Uhr, bei kleinen Preisen: ,Ter Hütlenbesitzer." Ende 5»/, Uhr. Abends 71/, Uhr, bei kleinen Preisen:Die Schmuggler/ Ende 10 Uhr. Dienstag den 23. Febr., abends 8 Uhr: 17. Dienstag-Abonnement-Vorstellung? Hofgunst." Lustspiel in 4 Akten von Thilo v. Trotha. Ende 10", Uhr. Mittwoch den 24. Febr., nachmittags 3'/. Uhr, bei kleinen Preisen: Kindervorstellung.Die sieben (Äetslein? Hierauf:Die Puppeniec." Abends 7 Uhr: 17. Mittivochs-Abonnement-Bor. siellung:Die Schnluggler." Ende 9'/, Uhr. Freitag den 26. Febr., abends 8 Uhr: 18. Freitags-Abonnements'- Vorstellung:Rokoko.'

Samstag 20. Februar 1909

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fche» Unroersiläls. Buch- mrd Steindruckerei, M R. Lange. Gießen.

Die Tatsache, das; für bie Söhne des deutschen Kronprinzenpaares sonne in der italienischen Könlgsfamilie das Restle'sche Kind er mehl gebraucht wird, dürfte wohl der beste Beweis für die Borzüglichteit desselben fein. Um nun auch allen Müttern Gelegeuhert zu bieten, Nck lelbit von dessen hohem Rahrrvert zu überzeugen, versendet aui Wumch die Restle s^iichermelft'Gef., Berlin 842, emcProbe kostenfrei.

Es ist ratsam, znm Ärcppel-Lacken nur auSjchüeßlrch die reine PflanzendutterBegetaline" zu verwenden, da mit Vegetalme hergestellte Speisen auch der schwächste Magen vertragen kann. 2)lan fordere im eigenen Interesse aus­drücklich Vegetatiuc lind lasse sich nichts anderes unterschieben, wie dies schon öfters geschehen ist. [1143