Ausgabe 
25.9.1909 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

den Rnhestcind tJ Ju(e zu Bickenbach 9 er Anerkennung d erledigt, sind: ti an der Gemeind!« estelle für einen cd ckendorf.

I fand am Dmikd . Hof zu ÜimL:( cral, sowie die

Einladungen cri:.- i beiwohnte, DieN lolfsgackn erfolgte ti

Abturnen -

uWl SäS I

I selbst I

4 hohn *I2A I

!eS.tt« iti - I

Ul,btr Seii?<1 MrZ

kand^^

September X I

Jfr PridatdoM I Mnnttelchemie J terlungsvoyteh«; yi ^oratoruu- tri °°n Dr. Oskar fcJ ^ ftüher Assists pharmazeuiij^ ^Illstent bn $o3 lM zu Breslau gl Philosophischen W emie iutb Ach'ed -Beiträge zur der EolumboiviuLi -d wohnt in Mord S- R. h. der ßtl crsilätsprofessoc vjl W Annahme uni a euze8 des Lestern

e Schlvurgcrie: inen, lautet: 1. - . (fftabt, HolM | wirt Mam Harr:i

Mn in ®rinxr] ielsheim, 6. ÄerbM ] juibroirt >V * >t. Karl Tlofdicroiö: .tautet in Vißi ifcii, 11. LandMt Wl ^bibliotbekar Tr «J tb?. in ^dt>a, 14. :t A. Hais er in -k in Griedel, l'/C] tiM 18..LaSE ^rqermciiter Kan r».| tifh Laos in Frie^W Äerg, 22. M i NtwicdermD, -J erbstcin, 2a.Gnt^ Kaufmann ?vtip -'i fr $röiewm,"| > in Grainfclb, ä -J äsen, 30. MgemH m Zoimnemachtst»1 neue SMit mH «e Ai°h> 1,1 'L n seien genannt. Oj- r» b lortüff. ®njj itr @»6»

1 ®Ä

d°-

'"tif S6iibl?-i1

< l

LZO <tiß Znnu'w^ fu^

d >

!

noit dew ...

<*«**,

= Großen-Linden, 24. Sept. Am nächsten Sonn­tag, 26. Sept., findet da? Abturnen des Turnvereins .roßen-Linden, verbunden mit VereinSwetturnen, statt. Iich wird zum erstenmale die von G. Klingelhöfer auS- ,bildete Damenriege zu einem Reigen auftreten.

Offenbach, 24. Sept. Das neue Gymnasial- -ebäude, dessen feierliche Einweihung heute stattfand, >reichert unsere Stadt um ein höchst wirkungsvolles monu- entales Bauwerk. Es liegt in dem modernen südöstlichen -iertel und ist u. a. auch von der Bebraer Bahn aus sichtbar. ,'rch den in der Bauabteilung des Ministeriums entworfenen ifäncu während der letzten zwei Jahre unter Leitung des roßh. Bauinspektvrs Neuling errichtet, ist es in Be­gehung auf zweckmäßige Durchführung, stilvolle, künst- irische Ausarbeitung und günstiges Verhalten Mischen istenaufwand und Erreichtem eine Musterleistnng neu&ctt» d)en, einheimischen architektonischen wie kunstgewerblichen irmens. Die Anlage besteht aus einem Hauptgebäude iit zwei vorspringenden und einer die letzteren verbinden- <n, vorgelagerten Terraffe, der Direktvrwohnung und der Durn Halle.

-h. Frankfurt a. M, 24. Sept. Der hiesige Zweig- <rein oes Vogelsberger Höhenklubs, der sich! iner Zusammensetzung unb seinen Bestrebungen nach so rcht eigentlich als eine oberyessische landsmarmschaftliche »weinigung darstellt, feierte gestern im Steinernen Haus !ei recht zahlreicher Beteiligung von Damen und Herren (am 2. Stiftungsfest. Der unermüdlich für die Fnteresien Tiner oberhessischen Heimat tätige Vereinsvorsitzende, Prof. Iren der hielt eine Festansprache, in der er das weitere .ufblühen des fetzt 370 Mitglieder zählenden Zweigvereins tilberte und über dessen Meale ,F>eimatsliebe, Menschen­liebe und Arbeitsfreude" sich verbreitete. Weitere An brachen hielten der 2. Vorsitzende des Gesamtvereins, Dr. '.cheibel-Schotten, der Vorsitzende des Zweigvereins -ießen, Redakteur He ß, und der Vorsitzende des Zweig- nereins Lauterbach, Becker. Vom Ehrenvorsitzenden des l'»csamtvereins. Geh. Oberforstrat Diesenbach in Darm- siadt, der am Erscheinen verhindert war, waren telegr. 1 -lückwünsche eingelaufen. Es sollte ihm bei dem Feste die Urkunde über seine Ehrenmitgliedschaft überreicht werden, bte von dem Frankfurter Künstler Theodor Braun aus geführt wurde und folgende Inschrift trägt:Der Vogels berger Höhenklub ernennt hiermit nach einstimmigem Be- Ifshlnß der Hauptversammlung vom 6. Juni 1909 zu Franl- ftrtu . M. seinen langjährigen Vorsitzenden Herrn Ober forstrat August Diefenbach, der mit unvergeßlicher Liebe !>iid Treue seines Ehrenamtes stets waltete, in dankbarer .lnerkenming seiner Verdienste um den Vogelsberg zu seinem IEhrenvorsitzenden." Darüber befinden sich Abbildungen der beiden Hauptwerke, die unter Tffefenbachs Vorsitz sich ent ickelt haben: des Bismarckturms auf dem Taufstein und be3 Klubhauses auf dem Hoherodskopf, sowie Diefenbachs Ir^ohnhaus in Schotten. Touristische Abzeichen und Enzian pervollständigen den künstleriscl>en Schmuck des geschmack- vollen Werkes. Den unterhaltenden Teil des Stiftungs- |f,'fte§ führten nur Mitglieder ans. Als Gesangssolistin silönzte Fräulein Wolf, ferner ließen die Gesangs- und I;>nstrumentalabteilung des V. H. C. sich hören und schlicß- i lieh erschien nochProfessor Heinemann" (Herr Steiniger), uni von seinen Erlebnissen im Vogelsberg zu erzählen. Ge- Im einsamer Gesang und zum Schluß ein Tänzchen trugen sias ihrige dazu bei, den Wend recht genußreich zu ge­llen.

Kirche ttnb Schule.

** Der Verband e v a n g e li s ct) - ki r ch l i ck e r trauen vereine im Großherzogtum Hessen hielt dieser mge in Darmstadt seine 3. Hauptversammlung ab. Sad) dem von der Verbandsvorsitzenden, Fran Strack-Bir- i?rrau, vorgetragenen Jahresbericht umfaßt der Verband 'D Vereine 'mit über 7000 Mitgliedern. Einige Vereine sind bitrd) die Propaganda des Verbandes neu entstanden, andere

losen Bereinigungen oder nur Beitrag erhebenden Ver chnen zu wirklichen Arbeitsvereinen umgewandelt worden, pür die Arbeit in den Einzelgemeinden rückt jetzt besonders .-e Wöchnerinnen- und Säuglingsfiirsorge in den Vorder- kntnt), namentlich da von der Großh. Zentrale für Säug­lingspflege und Mutterschutz eine Arbeitsgemeinschaft mit dnn Verband angestrebt wird. Der Direktor der Zentrale, biegientngdrai Dr. Pistor, trat in besonderem Auftrag des Lmi Erscheinen verhinderten Ministers Dr. Braun warm kn diese Arbeitsgemeinschaft ein. Eine ganze Reihe von Vereinen ließen daraufhin sofort in der Versammlung ibre Bereitwilligkeit zur alsbaldigen Aufnahme der Säuglings­pflege aussprechen. Zunächst ist die Ausgabe von Wander kinben für Wöchnerinnen und die Einführung der Haus- vslege (d. h. der Pflege des Hauswesens der Wöchnerin zur !Verhinderung des zu frühen Aufstehens aus dem Wochen­bett) geplant, ferner die Aufnahme der Propaganda für rbas Selbststillen durch Vorträge und Verbreitung aufkla- Itflfoer Schrüften in den Vereinen. Rach Erledigung der tzerbandsangelegenheiten hielt Frau Gehnmerat Jellinek- Ibeidelberg einen Vortrag über dieKellnerinnenfrage", her in der Forderung der allmählichen gänzlichen Besei.tr- Iffckng weiblicher Bedienung in Schank- und Gastivirtschaften Iprößerer Orte (über 5000 Einwohner) gipfelte. Die Der- cnnmlung beschloß die offizielle Unterzeichnung einer ent- | orechenden Nngabc an den Reichstag.

®cncralnerfamm!ung öes evangelischen Bundes.

4 Mannheim, 24. Sept

Die heutige zweite Haupwersammlung des Evangelischen Bundestages brachte zunächst cinc_ Konferenz der ^.wlpora- MLstalten des Bundes, von denen 17 in der Veriammlung ver- l7<ten waren. Pastor Böhmer- Haigerloch verbreitet sich über den Mangel an Kinderheimen für noch nicht ickulpnichtigc sowie ; uneheliche Kinder in der Diaspora und erörterte die ..'catz- nahmen, lvie diesem Mangel abzuhclfen sei.

Gleichzeitig tagte der Verband der Akadempchen Ortsswuppcn de; Evangelischen Bundes unter dem Vor,in von ^r tauer- Meipzig. Stud. Lieberknecht-Riarburg verlangte die Achtung eitern auf protestantischer Geiltesfreiheü beruhenden uibaflsbetrieb und verbreitete sich über die Aufgaben der L^rts- gvippen nach dieser Richtung hin. _ ,,

Nachmittags fand zum ersten Male eine -7 r a u e n v e r - Sammlung des Evangelischen Bundes statt, au, deren ^ascs- 1 Dehnung ein Referat von Frl. S ck 0 l l m e y e r - Salle (Saale) | über die Stärkung der evangelischen Gennnnng unter den er- ihwrbcnben Frauen und Mädchen stand, rrerner tagte am .tow' Mittage die Abgeordnetenvcrsammlung des Bunde» im .'cu,en,aale pr? Rosengarten unter dem Vorsitz des Generalleutnants Exz. v. Lessel-Koburg. An den Kaiser und den Großherzog Wurden bÄdigungstelegramme abgcschickt. Nach der Entgegennahme dev !.i«hresberichtS, den der Bundcsdirektor ReichstagSabg. a,ic twer- , jlittg erstattete, beschäftigte man sich mit dem weiteren .insoa lk Vundesorgailisation, wobei auch einem eiiergl,chen Kamn i .wen den Schmutz in Schrift und Bild das Wort geredet wurm. g'S ch. Kirchenrat D. M eher- Zwickau berichtete über die ofttr- e chische Los von Rom-Bewegung und die Lage der cvangelstcyen

Kirche in Oesterreich Aach seinen Darlegungen bat die Be­wegung auch weiterhin die Fürsorge der Evangelischen im Reiche nötig. Die Ausgaben des Evangelischen Bundes in der West mark, besonders in Lothringen, erörtert1 Professor Michaelis Metz. Zum Tagesort für die nächstjährige Bundesversamm­lung wurde Chemnitz gewählt

Um 8 Uhr abends fanden sich die Teilnehmer im Musen­saale des Rosengarten zu der offiziellen Begrüßungsversamm- lung zusammen, die von etwa 3000 Personen besucht war. Auf die Begrüßungen erwiderte der Bundespräsident Erz. v. L e s s e l mit einer längeren Ansvracbe, in deren Verlaui er u. a aus führte:Der Geist der Duldsamkeit ist für uns selbstverständlich: er gehört zum Wesen des Evangelischen Bundes. Wir gebrauchen anständige Waffen. Und klipp und klar stehen wir auf deutsch- nationalem Boden. Das wirbt uns Freundschafi und unsere Anhängerschaft mehrt sich. Tie Zeiten sind ernst: das Zentrum hat neue Kraft gesammelt und den Moment richtig erfaßt. Erst wenn wir stark sind, können wir neben unsere Kirche treten als ihr Paladin, Schild und Schwett bei Fuß!"

Im Verlaufe des Abends lief vom Großherzog folgendes Antwortstelegramm ein:

ir/Den zur 22. Generalversammlung in meiner Hauptstadt Mannheim versammelten Vertretern des Evangelischen Bundes sage ich für die mir gewidmete liebenswürdige Begrüßung auf* richtigsten Dank. Friedrich, Großherzog von Baden."

Bemerkenswert erscheint, daß unmittelbar im Anschluß an den Bundestag ebenfalls hier in Mannheim der diesjährige Pfälzische Katholikentag abgehalten wird, auf dem Rechtsanwalt v. Coellen-Koln über die Bedeutung des Papsttums für die Kirche und Professor Dr. Effer-Bonn über Katholizismus und Wahrheit sprechen werden.

Luftschiffahtt.

Berlin, 24. Sevt. Der heutige Ausstieg LathamS verlief ohne Zwischenfall. Latham flog in mittlerer Hohe, etwa 60 Meter hoch. Ein sehr zahlreich erschienenes Pubikum begleitete den Flug mit begeisterten Zurufen. Latham machte während der Fahrt mehrere p h0 t0 g r a v h is ch e Aufnahmen.

(Ein weiterer Lholerafall in Ostpreußen.

Königsberg i. Pr 24. Sept. In Pokallna im Kreise Heydekrug sind bei Frau Klingbeil Eholera- bazillen festgestellt tvorden. Die Frau war bei den Vor­bereitungen zur Beerdigung des an der Cholera verstorbenen Flößers Kibelrka behilflich. Sie wttrde damals sogleich isoliert, so daß die Gefahr einer Krankheitsverbreitung nicht vorliegt. Die erkrankte Klingbeil ist bisher nur als Bazillen- trägerin anzusehen. Grund zur Beunruhigung liegt nicht vor.

Vcrinischtes.

* Wieder eine Engländerei.Oesterreich baut vier Dreadnoughts", findet der erstaunte Zeittmgsleser eines ^Tages m seinem Leibblatte, und gleich darauf liest er, daß auch Italien sich einige Dreadnoughts zulege, und daß das Deutsche Reick schon eine Anzahl dieser schrecklichen Dinger besitze. Wörterbuch und Schulmeister, wenn sie zur Hand sind, müssen angerufen werden, damit der ratlose Leser erfahre, wie man das entsetzliche Wort ausspricht, und was es bedeutet. Er hat wohl geahnt, daß ein Dreadnought ein Kriegsschiff sein mag. kann aber nicht begreifen, warum die Zeitung sich nicht des deutschen Wortes bedient. Muß denn wieder einmal ein englisches Wort, das kaum zehn Menschen unter tausend richtig aus sprechen, durch die Blätter gepeitscht werden? Kanu man nichtSchlachtschiff",Panzerschiff" oder zur besseren KennzeichnungPanzerschifs größter oder neuester Bauart" oder ettvaRiesenpanzer" sagen? HeißtDreadnoughts bauen" etwas anderes? Nein, denn wie das Musterschisf heißt, nach dem gebaut wird, ist eigentlich gmrz gleichgültig. Und doch meint setzt jedermann, er müsse seit! Lichtlein leuchten lassen unb die nach der Art des englischen Schisses zu bauenden Schiffe aller Sauber mit diesem seltsamen englischen Namen benennen: und weil die großen Zeitungen ihre Dreadtrorrghts vom.Stapel lassen, tagen die kleinen auch nickt mehrKriegsschiff", sondern Dreadnought, lind so scheint das englische Wort mit seiner um- stätkdlickeu S oreibung (elf Buchstaben für zg ff Silber und seiner geheimnisvollen, für manchen nie ergründeten Atissprache in Deutschland das Bürgerrecht erlangt zu Hal»".'. Ob wohl englische, französische, russische, italienische Blatter. n>:nn in ihr n Ländern Pan?er nach detttschem Vorbild gebaut etwa schrieben:

Austria is duilding sour Ma:Wil 'Ciin bei" ßVr.-jje" oder L'Angleterre a mainteiumt douze Groß .' -^fürsten" usw.? Fühlt man nun, wie unwürdig dieseDreadm ist? - H-:--'

aber ist es, daß bic Bonner Zeitung kürzlich vonden sogenannten Fürcktenichtsen" sprach: da merft man doch, daß das Wort eigentlich das O^egenteil hon dem ausdrückr. seine Erfinder tun.

* Eine Tiger- Komö die erzählt im Anschluß cn die Tigerjagd in Marseille E A. Morphy in einem englischen Blatt. Solch Abenteuer mit wilden Tieren, die die ganze Stadt in Ausruhr versetzen, kann man wohl am häufigsten in Singapore erleben. Jagden nack Tigern, nach Ebern und Boa eonstrictors sind da nichts seltenes. Bisroeilen aber mischt in die ungeheure Aufregung sick auch Nock ein gut Teil Komik. So hatte vor einigen Jahren der kleine Küstendampfer, der zivischen Singapore und Pahang verkehrt, einen riesigen jungen Pahang-Tiger an Bord, den der chinesische Schiffsführer für ein Billiges erstanden hatte. Da der geschäftskluge Sohn des Himmels am Futter sparen wollte, so hatte das gewalfige Tier einen Riesenhunger, brüllte ht dumpfen, heiseren lauten Tonen unb tuitschte mit seinem Sckmeis die Stäbe des kleinen Käfigs, in d'm es sich befand, lind siehe da, für den Gelegenheitskauf fand sich ein Liebhaber. Eilt reicher chinesischer Händler, der sick von den Geschäften zurückzag und nack dem Reick der Mitte zurückkehren wollte, hatte die Absicht, sick ein Andenken mitzunehmen, und als er von deut schönen großen Tiger horte, den der Landsmann feil- lxttte, so faulte er mit der merkwürdigen und ganz unverständ°- licken Ehrsucht seiner Rasse das ungewöhnlicheSouvenir", ließ, sick Käsig und Inhalt auf feinen Karren laden und nach Hause bringen. Dann nahm er sich einen Stuhl, schmauchte ein Pfeif­chen an und setzte sich mit aller Gemütsruhe hin, um sich an dem dumpfen Brüllen seines neuen Haustieres ein wenig zu erfreuen. Tie monotone Musik, die die hungernde Bestie anstimmte, roirfte einschläfernd auf die Sinne des bezopften Genießers, der Kops fiel ihm schwer nach vorn aus die Brust, und bald schnarchte er friedlich neben dem Käfig seines Tigers. Das aber war zuviel für den unglücklichen Gefangenen, der von Hunger und Wut verzehrt wurde und selbst nichts zu verzehren hatte; mit einer riefen haften Wut der Verzweiflung riß er feinen engen Käfig entzwei und sprang hinaus in die rosige Stille des friedlichen Morgens. Der .Händler schnarchte weiter mit der unerfchütter- lidjen Ruhe des Himmelssohnes. Der Tiger stand einen Moment verwundert auf der Straße zwischen den Häusern, illlles war anders in dieser ungewohnten Umgebung, keine Felsen, keine Bäume, feine Affen. Mit ein paar Sätzen war er auf dem Tache eines HaufeS. Die Ziegel zerbrachen unter seinen mächtigen Pranken unb er sank mit dem Hinterteil durch die Decke durch, aus der eine Menge chinesischer Kulis mit Entsetzen die Tatzen hervorkommen sahen. Mit geltendem Geschrei stoben sie nach allen Seiten auseinander, während der unglückliche Tiger sick mit Mühe aus dem Locke heraushalf und toieder auf die Erde svrang. Er sand sich in einem kleinen umzäunten Hof, cn den sich etwa ein halb Dutzend anderer Heiner Hose amchlcsicm, die durch sechs Fuß hohe Zäune getrennt waren. Heulend vor Angst und Wut setzte nun der junge Sohn des Dschungel über einen dieser Zäune nach dem^anderen, stets die^ Bewohner des davorliegendcn HauseS auf die Straße treibend. So standen sie imd schrien 3um Himmel. Ms der Tiger endlich wieder die Sttaße erlangte, sah ihn ein Polizist, der mit geladener Flinte auf und ab ging unb brannte ihm einen Selms; auf den Pelz. Der ffuall, des furchtbare Aufbrüllcn des uenrnnbeten Tieres alarmierten die Stadt. Aus der Mirdte, ido gerade Gottesdienst abgeh-altcn wurde, strömten angstvolle Metrsckun: der Tiger, von dem Polizisten hart verfolgt, brach in ein Kuli haus ein unb legte sich ermattet

unter eine Bank. Eine ungeheure Menge sammelte sick 'um bei Haus Dock niemand wagte sich hinein, bis endlich zwei wackere Pornigiefen, die von Beruf Zuckerbäcker waren und gerade damals in bas Freiwillig m Regiment von Singapore sick hatten einschreiben lafen.jcinc Am.abl Schüsse ins Haus hin einfeuerten. Dos Brülleit des Tigers hörte aus, auch rin Aech- ?n verstummte unb er lag still unter der Bank, aber man schoß noch etlva zebn Minuten weiter auf ibn, bis man ihn endlich hervorzog. Wäh­rend die Menge den erregten Sdjrecfbringcr umstand, klapperte auf einmal hinten von der Snaße ein Wagen her. unb der sckläserige dicke Chinese warf sich mit bem Zammernff:Mein Tiger! Ach, mein Tiger!" über dasAndntken aus Indien", mit bem er nun nickt mehr in China öarabieren konnte . . .

märttc.

Gießen. 25. Sept. Marktbericht. Auf heutigem Wochen- mairte kostete: Blitter pr. Pfd. 1.201.30 Mk., Hühnereier 1 Et. 89 Pfg., Enteneier 1 St. 0 Pfg., Uäse pr. St. 68 Pf., Erbsen p. Pfd. 0000 Pfg.. Linsen v. Psd. 0000 Psg., Taube» pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hahne pr. Stück 0,801,80Mk., Gänse vr. Pfd. 6070 Pf., Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Pik., Öchsensteifch vr. Psd. 7684 Psg., Ruh- und Rindfleisch pr. Pfund 7080 Psg^ Schweinestcisch pr. Pfund 8090 Psg., Cchu'eiuefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 98 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7074 Psg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6084 Pfg. Kartoffeln vr. 100 Kg. 5.506.00 Mk., Zwiebeln per Ztr. 7,008,00 Pik., Pfilch per Liter 20 Psg., Weißkr<»r per Stück 1020 Psg., per Zentner Mk. 0.000.00., Aepfel per Ztr. 1015 Mk., Birnen per Ztr. 1020 Mk. Nüsse 100 Stück 5000 Psg., per Ztr. 000 Mk. Marktzeit von 82 Nhr.

Briefkasten der rie-aktion.

(Anonyme Ausragen bleiben nnberückflchltgt.l

Rr. 100. Wolfskehlen bei Darmstadt ist evang. Pfarrdorf.

Gießener wetterdientt.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag dem 26. September: Zeitweise wolkig und Regen. Kühl.

Origrnal-Deahtmel-nngen.

W i l h e l m s h a s c n, 25. Sept. Im benachbarten Bant ist gestern ein Mann nach einem ununterbrochen 6 Wochen dauernden Schlaf gestorben.

London, 25. Sept. Auf der Hohe bon der Dogger - bank hat gestern abend ein Zusammenstoß zwischen dem deutschen Dampfer Reppenhagcn unb dem Dampfet City of Rochester stattgefimden. Tic Kollision erfolgte bei dichtem Nebel. Der deutsche Dampfer erlitt erhebliche Havarie am Vorderteil, während die City of Rochester durchschnitten wurde und innerhalb weniger Minuten sank. 14 Mann der Be­satz u > g und ein Pass agier des letzteren Dampfers ertranken, die übrigen konnten durch die misgesetzten Boote der Rochester gerettet werden.

London, 24. Sept. Der Vorsitzende deS Komitees des Inter natioitalen Verbandes der Baum Woll­spinner und .Fabrikanten, Macara, erhielt von dem amerikanischen Verband ein Kabelteleqramm, in dem dieser mit­teilt, daß er nach Einholung der Meinung seiner Mitglieder für eine Einschränkung der amerikanischen ® a r n- Produktion stimme, sowie gleichzeitig mifvagt, wie sich der Internationale Verband zu verhalten gebenfe Macara cv- wiederte hierauf, daß er dem Internationalen Komitee tele­graphisch die Beibehaltlmg der vereinbarten Arbeilsverkurzung in den Spinnereien anempfohlen habe, und daß da? Komitee sich mit der augenblicklichen schweren Krise bei seiner nächsten Tagung am 6. Oktober in Frankfurt a. M. befassen werde. Da die eng­lischen Spinner sich für die Beibehaltung der verkürzten Arbeits­zeit entschloßen hätten, glaube er bestimmt, daß die anderen Länder sich diesein Dorgehen anschließen würden.

Tanger, 25. Sept. Wie verlautet, hat Bi ul ah Hafid sich mit den Bedingungen für die marokkanische 150 Mil - lionen-An leihe einverstanden erklärt. 75 Milliouen sollen zu 5 Prozent verzinst und die Verzinsung aus den Erträgen der Zolleinnahmcn garantiert werden. Die übrigen 75 Millionen sollen zu 3 Prozent unter französischer Garantie verzinst werden.

Der französische Lenkballon zerplatzt!

La Palisse, 25. Sept. Der französische Leukballo" La Rcpublique", der heute vormittag 77, Uhr aufstieg, ist io der Luft bei Trevol zerplatzt und aus einer Hohe von 100 Meter herabgcsiürzt. Tie Gondel ist zerstört und die vier Jnsaffen waren sofort tot.

Jetzt ist es Zeit!

wieder eine Kur mit meinem weit und breit bekannten Lakunen» Jod-ElMen-Leberlrnn. MarkeJodella za beginnen. Gleich zrut fiir Erwachsene wie Kinder. Preis Mk. 2.30 und 4.60. Verlangen Sie ausdrücklich Marke , .Railelln ' und weisen Sie Naebahmuntren zurück. Zu haben in allen Apotheken in Giessen, Krofdorf, Reichelsheim. [D?s/0

MWer MiMMlhweis Wen.

Asterwcg 9.

iGesckästsstunden von 81 und von 36 Uhr.»

ES sind zu vermieten:

3 Wohnungen von 7 Zimmern, 2 Wohnungen von 67 Zimmern, 1 Wohnung von v Zimmern, 5 Wohnungen von 56 Zimmern, 4 Wohnungen von 5 Zimmern, 1 Wohnung von 5 Zimmern mit Laden. 1 Wohnung von 4 Zimmern, 2 Wohnungen von 3 bis 4 Zimmern, 3 Wohnungen von 3 Zimmern, 3 Wohnungen von 2 Zimmern, 1 Wohnung von 2 Zimmern imb 2 Näbinctten. 1 Wohnung von 1 Zimmer u. 1 finbineit 8 möblierte Zimmer, 1 unmöbliertes Zimmer, 1 Wagenhalle, 1 Scheuer u. Stallung, 1 dreistöck. Lagerhaus mit Pferdeitall und Heuboden.

Zu mieten gekuckt: 23 Wohnungen von 25 Zimmern.

Obst-Versteigerung

der Gemeinde Burkhardsfelden soll nächsten Dienstag den 28. September 1909 von vormittags 9 Uhr bei der Kirche anfangend, stattfindcn. Es wird bemerkt, daß hierbei eine große Menge Zwetfchen zur Versteigerung koramen.

Burkhardsfelden, den 24. September 1909. 5303

Großh. Bürgermeisterei.

Marburg a. Lahn

Sichere Vorbereit, für alle Prüfungen.

Glänzend. Erfolg. Ernte Referenz.

Institut Schellenberg

Pension Dr. Schellcnberg und Dr. Engels. Nur 25 Pensionär., Groß.Gart., Tennis, Ele.ktr. Licht, Bad etc. Prosp. u. Nachw. d. Erfolge frei hv-.J Leiter: Dr. Engels. Sybclstraße.

Ev. K. G. V.

Die regelmässigen Proben beginnen: vM/9

Dienstag. 28. September <1. J., abands 8 Ihr Probelokal: Konfirmandensaal der Johanneskirche.

Die verehrten Mitglieder werden gebeten vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand: D. Schlosser.