Ausgabe 
23.4.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 94

5L Lange, Gießen.

Vorgang hin, daß vorgestern Deputationen j selbst die nationalliberale Partei sich schon ganz anders zur Sozial-

DCL einzelnen Lniittbrdftnntpn hnm SWtMrfiaFnttjfor S.r . .1 , , . J - . 3 .

| Redner ging sodann auf die Fragen der Sozialpolitik ein. Mancher hänge sich unter dem Drucke der öffentlichen Meinung wohl ein sozialpolitisches Mäntelchen um, aber die Sozialpolitik sei ihm im Grunde ein Greuel. So wie das Koalitionsrecht etwa in Rheinland und Westfalen gehandhabt werde, entspreche es dem Geiste der Reichsgewerbeordnung nicht: es müsse gleiches Recht für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sein, das werde bis weit in die nationalliberalen Kreise hinein erkannt (Stresemann), aber Kleider gebe es auch gerade bei den Nationalliberalen Gegner dieser Forderungen. Der Liberalismus, so führte er dann weiter aus, dürfe nicht das mindelte mit dem Reichsverbande gegen die Sozialdemokratie zu tun haben, weil er mit vergifteten Waffen kämpfe. Der Reichsvcrband habe auch gegen ihn, Korell, Material [geliefert. Ein Faszikel Korell sei während der Wahlzeit von Frankfurt aus vom Reichsverbande nach Worms gewandert.

Man habe dem Redner oft gesagt: Wie kannst du von der Sozialdemokratie etwas verlangen? Nun seien zu allen Zeiten der Menschheit Propheten aufgestanden, wenn es den Völker.! schlecht gegangen sei und diese Propheten sagten: bald seih ihr am Ziele. Sie flößen damit den Menschen neuen Mut ein Die neue ^Schrift KoutskysWeg zur Atackst" ist mir ein Zeichen, daß blte Sozialdemokratie noch sehr mcit von der Macht entfernt ist. Man nnr'ft mir vor: i® liebäugle nut der Sozialdemokratie und 'filiert Hierbei aus Gerichtsakcen, obgleich selbst Iustizrat Cal- mann einem solchen Verfahren gegenüber betont habe, daß cs nicht loyal sei, aus einem Gerichtsurteile Sätze zu zitieren. Man warf mir vor, daß ich lieber einem fozialdenwkratischen Arbeiter die Hand drücken als einem nationalen. Man macht also selbst in den einfachsten menschlichen Beziehungen Unterschiede unb will im Sozialdemokraten einen Menschen sehen, der außerhalb der menschlichen Gesellschaft stehe. Redner tnünnert daran, daß aber

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DieSiebener tfomillenblätter werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblati für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Aus Stabt und Lttud.

Gießen, 23. April 1909.

" Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Groß­herzog haben dem Oberlehrer Prof. Dr. Ludw. Unverzagt zu Darmstadt aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

.,*"Em.pfänge Der Großherzog empfing am Mittwoch mittag 3/41 Uhr den russischen Mimiterceftdenten Wirkt. Staatsrat v Doubensky Z-erner empfingen die Großl/erzoglichen Zerr- Ichafteu den Gch. Medizrnalrat Prof. Dr. P fonnenfticl aus Kiel.

Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Phil. Hensel aus Rödgen, Kr. Friedberg, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Butzbach, dem Schulamtsaspiranten Otto Müller aus Alsfeld eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Beerbach, dem Schulamtsaspiranten Wilh. Rein- Heimer aus Kastel eine Lehrerstelle an der Gememdefchule zu Oppenheim. Erledigt ist eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule Dietzenbach.

""Zur Rechtsanwaltschaft bei dem Oberlandcsgericht wurde Rechtsanwalt Eduard Stadel m Darmstadt zugelassen nachdem er die Rechtsanwaltschaft für Starkenburg aufgegeben hat'

** Neue Obe rre al schulen. Die bisherigen Real­schulen in Alsfeld und Heppenheim sind nach der Dnrmst. Ztg. unter tue Amtalten aufgenommen worden, bei denen der ermährige ertzlgttiche Besuch der Untersekunda zur 'Darlegung der wmenschaftlichm Befähigung zum einiährig-freiwilliqeu Mili- tardremt genügt. 'Der Abschlußprüfung nach der Prüfungsordnung °°m 1899 baßrn sich demnach m-f mch

Schuler d-eM Lustalten zu unlerzietzen. die zu ihrem tiinftiqen W Maut einer besonderen Prustmg beruhenden Ausrueisct der Reife für ine Obersekmida bedürfen.

Pfarrer Koreö in Lollar.

In einer öffentlichen Versammlung des Freisinnigen Vereins zu Lollar, im Saale derGermania", sprach Pfarrer Korell aus Königstädten gestern überDie Aufgaben des Libera­lismus in der Reichs- und L a n d e s p 0 l i t i k". Der Redner führte zunächst aus, daß es ihn wirklich freue, in Lollar, an das ihn so viele persönlichen Beziehungen knüpften, auch einmal politisch sprechen zu dürfen. Er hoffe aber, daß, wenn die po­litische Bewegung sich hier ausbreite, dieses nicht aus persönlichen Rücksichten auf ihn geschehe, sondern aus sachlichen Gründen. Persönliche Erinnerungen verschwänden leicht. Er wünsche aber anderseits auch nicht, daß feine persönlichen Beziehungen Schaden nähmen. Lassen Sie, so fuhr er fort, das Persönliche auS- scheiden und von dem reden, was der Liberalismus tun soll für das Reich und das Land. Redner wies dann auf den bei uns

Zum Schluß ging Redner noch kurz auf die hessische Wahl­rechtsvorlage em: er glaubt, daß sie, wenn auch mit schweren Mühen, doch zustande kommen werde. Wie die Linls- hberalen dazu ständen, sei für den Landtag nicht von großer Be­deutung. Redner hat nichts dagegen, das; die 1. Kammer sort- beftehe, tote ja doch auch alte Ruinen unter dem Denkmalschutze fanden. Unannehmbar ist für den Freisinn die Aenderung des ft <0. Mit der Zweidrittelmajorität kann die 1. Kammer jedes fortichnttliche Gesetz verhindern.

. Wie wir Freisinnigen mit den Nationalliberalen in Hessen stehen, hat Bmgen-Alzey gezeigt. Es ist soweit gekommen, daß man im Zentrum das kleinere Nebel sieht. Auf Schmutz- und Schmähschriften gehe ich nicht ein. Im sachlichen Interesse be­dauert Redner die Verbreitung der Broschüre nicht, die jetzt auch m Lollar gegen ihn verbreitet worden sei. Neber diese Broschüre komme bte nationalliberale Partei nicht himveg. Die Herren irrten ftch, die da meinten, ihn mit dieser Broschüre pvutilch tot machen zu können. Es fällt mir nicht ein, so fugte Redner hinzu, mich mit einer Person zu beschäftigen, die von anderen höheren Herren, die ich nicht fassen kann, nur vor- ge.schlckt worden ist. Ich bedauere ihn nur, weil er sich damit rem Denkmal bei anUänbigen Menschen gesetzt hat. Wenn einer ©ic krankt, würden Sie mit dem wohl vor Gericht gehen, wenn wußten, daß er zweimal sein Ehrenwort gebrochen hat?

Pfarrer Korell schließt seine Rede mit der Aufforderung zum Eintritt in den Freisinnigen Verein.

(Der Bericht über die Diskussion folgt morgen.)

** Aus dem Militärwochenblatt. Personal- Veränderungen: Zu Obersten befördert: die Obersilts. SVW Rohden, beauftragt mit der Führung des ^nf.-Leibregts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117 unter Ernennung zum Kommandeur des Negts. v Ilse- inann Kommandeur des Leib-Drag.-Regts. (2.'Großh.

-]rm24/ v. Wunsch, Bats.-Kommandeur

un Jnft-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Verietziing zum Stabe des 1. Bad. Leib-Gren.-Rqt/ Nr. 109, zum'Oberstlt. befördert. Zu Bats.-Komman- deuren ernannt: die Majore: Nücker, aggreg. dem Inf- Real. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116.

Zweites Blatt 159. Jahrgang Freitag 23. April 1909

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheßen

bentofratie_ gestellt habe (K. Z.) Man habe nicht nur auf nativnal- liberaler eeitc Stichwahlbiindnisse mit den Sozialdemokraten ge- schloßen, sondern auch die sozialdemokratischen Wähler im Auto- nwbu ms Wahllokal gebraciu. Man solle also nicht heucheln. Man nimmt die Stichwahlhilfe oben, wo man sie findet. Gröber hat m einer Broschüre bn der Hand von Akten Dutzende von Hiw- neigungen der Nationalliberalen zu Sozialdemokraten nachgcwicsen. IM glmibe, daß wir aufeinander angewiesen sind, wir Aechts- und Linksliberalen. Ich habe dafür auch schon etwas getan eogar nach der letzten Niederlage in Bingen-Alzey habe ich brief­lich in ^yke-Hvya-Verben energisch zur Wahl des Nationalliberalen aufgesordert. IchnriU mich nicht brüsten, ich habe nur meine Schuldigkeit getan. Der Block, von dem niemand weiß, ob er nod> lebt, sollte die taktischc Annäherung der Libe- ralen als sein Testament hinterlassen. Ich bin, so bemerkte der Redner, von Anfang an Gegner Les Blocks gewesen, weil ich Furcht habe, daß wir unsere linke Flanke schwächen und M unzere liberale Werbekraft sinkt. Man sicht schon heute den Aock als Fehler der liberalen Parteien an. Es waren beständige Opfer für den Liberalismus: daß er alle xk Jahre eine Krisis erlebt, spricht auch nicht für seinen Bestand. Ter Blockkitt hält mmt nicbr, fagt die Kreuzzeitung. Redner ist für ein Zusammen­gehen der ^"ationalliberalen und FveisiiMigen. Er wies svdanw ?EII. HIN' daß seine oben gekemizeichnete. Stellungnahme mit dem nicht in Widerspruch stehe, was er in Hessen tue. Er gebe öU' datz Fehler auf freu inniger Seite gemacht worden seien (sehr richtig!) aber e r fei es nicht gewesen, der alle Fehler gemacht habe. . Wo haben Sie, so fragte er die Nationalliberalen, irgendwann den Versuch gemacht, sich mit dem Freisinn zu einigen. Sie haben tsülck mit dem Zentrum gegen einen Mann wie Reinhart Schmitt die Parole ausgegeben, und 1906 hat der Generalsekretär des Zentrums in Mainz bekannt, daß Abmachungen mit den National- llberalen angebahnt worden seien. Während der Blockwahlen hat Geheimrat Haas erftärt, es sei ein Fehler, gegen das Zentrum auszutreten: und wie war es in Alzey-Bingen? Wenn die Rationalliberalen cm Mandat bekommen können, fragen sie nicht danach, wen sie verdrängen. Redner verurteilt bann die persön- U>e illiberale Behandlung Köhlers durch die Nationalliberalen. AZenn täte fuhr er fort, gegen den Bund der Landwirte an- kampsen, ,0 erkenne ich das an, aber ein besonderes Verdienst tlt es nicht. Ein Liberaler muß das tun. Der Bund der Land­wirte ist der nationale Feind, aber mit ihm kampieren Sic in 9/io aller Zelte in Hessen. Ein extremer Agrarier ist nach Ihrer Meinung, wer Sie nicht wählt; nicht extrem, wer Sie wählt L-ie hessische nationall. Partei hat den Kampf gegen Rechts definitiv aufgegeben. Redner erinnert daran, daß Prof. Biermer emmal gesagt habe, Heyl sei der spiritus rcctor der Partei.

Die Wirren in der Türkei. ' ", « V.

Der Sultan eu*5cInen Bundesstaaten vom Reichskanzler in der Finanz-

a*bemtet' ^^ßwesir Tewfik Pascha werbe geftllen/bie marternd)? billlge^n könne. Der Äeichstag^soll^alle scheint sür den Schuld an der Verzögerung der Finanzreform tragen. Man

. l^E.Zukunft ist sehr unsicher. Alle Even- habe, so führte er dann weiter ans, es eine' Erpresserpolitik

tuantaten sind zu befürchten. Anderseits ist zu fonjtatiercn, 19enannt, daß das Volk, das 500 Millionen neuer Steuern bc

baß der Sultan in der Masse der Bevölkerung noch großen roilIl0Ct auch neue Rechte dafür haben wolle. Das sei aber

Anhang besitzt, besonders in ben niederen Klassen 2ßährcnb ctlüQf Erlaubtes. Wenn man dieser Regierung so viel

ein großer Teil der öffentlichen Meinung den Sultan als Nun^Gls?^^ sÄr Einfluß haben,

den Anreger des Ausstandes vom Dienstao hnrincr Wockip °lle man 1OO Millionen direkte Stellern bewilligen und und feinen intimen SerntPr ^arube ,c^obcn gewisse Leute nun em Zetermordio. Sie ver-

Rurlian Ebb!n den Eunuchen Nadir, sowie sagen icdesrnal, wenn sie zahlen sollten. Redner erinnerte an

.bet^a N)ird dies die Zeppelmivendc. Gerade die Großgrundbesitzer hätten nichts von einem andern .-teil bestritten. Dieser führt verschiedene bezahlt. Man gründet gleich Luftflottenvereilie, aber zu opfern

Gegenbeweise an und lenkt den Verdacht auf andere Per- stt man nicht gewöhnt. Bis 1906 hätten auch die National-

sonen. Diese Strömung scheint bisher gut geleitet zu fein (lb,e,ralen auf dem Standpunkt gestanden, daß nur das Volk

und auch Wirkungen zu äußern. Es verlmitet daß der Ä müsse, und Redner selbst sei in Darrnftadt-Groß-Gerau

Senatspräsident Said Pascha während der Krise her letzten Demagoge verschrien worden, weil er eine Reichsvermögens- Tage dem Mldiz aeaenüber e^ieTni Z l^er gefordert habe. Er freue sich über die Wandlung, die spielt habe AeuWick Ibei den Nationalliberalen vollzogen worden sei. Freilich, mnfinn her m'niehnnürfLn qi^ 1 mcnn Jlcf) bei einem Nationalliberalen eine Wandlung vollzieht,

pU oer mazedonischen Armee aber nimmt die Flucht dann sagt man: er hat seine Stellung revidiert: bei den Frei- der kompromittierten Personen aus Konstantinopel ständig unnigen heiße es, er habe die Stimmen der Wähler fangen ju; unter ben Flüchtlingen befinden sich auch einzelne Sol- ^ollen. Im weiteren Verlaufe seiner Rede ging Pfarrer Korell baten. Man befürchtet eben ein strenges Strafgericht unb bPnn- "äher auf bie SB ei n ft euer ein, bie von den Freisinnigen, die ängstliche Bevölkerung ein Mutbad. Viele Bosnier f\en,ü roi! bic ®a$'' Elektrizitäts- unb Jnferatensteuer abge- barunter einige Schüler, sind abaereift ' lehnt werde. Vielen erscheine zwar die Weinsteuer akzeptabel,

r . - ItoetI Bier unb Branntwein besteuert würden. Nun aber sei ein

Nationalversammlung in St. Stefano. I nennenswerter Ertrag aus der Weinsteuer nicht zu erwarten, unb

Kamin er und Senat hielten gestern eine gemeinsame «die Weinsteuer könne auch nicht auf bie Konsumenten abgewälzt Sitzung im Hause des Jachtklubs in San Stefano ab Scr^en;f Jonb,ern faIIe auf die Weinbauern zurück, die ja die Die Parlamentswache war von Freiwilligen der ma^bo-J$ä?eren ^eten- Die drei großen Kanonen in der in- nischen Armee gebildet, unter welchen sich der befaunte -len Besteuerung seien: Bier, Branntwein^ und Tabak, bulgarische Bandenführer Panitza befand Den Vorsitz führte nru6cr. ^ei Waftcr Streit Die Freisinnigen hatten m dieser

Senatsvräfibent Saih 7^.?!,^.ors'tz führte ^rage eine Schwenkung vollzogen. Sic hätten sich bereit er-

vräiideni. Acknned start, für diese indirekten Steuern einzutreten, unter bet Voraus-

k Uwe send; er wurde lebhaft 'etzung, baß auch bireftc Steuern kommen. DieTabakbanbc-

begrußt Unter den Deputierten und dem zahlreichen Publi- r 0 l e st e u e r lehnten die Freisinnigen ab, weil bie in ber Tabak- rum, das sich tm Garten des Klubhauses aufhält, herrschte I brauche beschäftigten Arbeiter durch sie noch schlechter gestellt lebhafte Bewegung. Es wurde in geheimer Sitzung be- werden würden. Was bie Branntweinsteuer anlange, so schlossen, das Vorgehen der mazedonischen Armee au leaa» l !£cn -bie Freisinnigen es verhinbern, baß bie Liebesgaben an lisieren sowie den von der Armee erlassenen beiden Vrokla- o ^-O^rundbe itzer weiter bezahlt würden. Diese 45 Millionen mationen zuzustimmen Während der Sitzuna^^wurdeft^ L.-ebesgaben, gehörten in die Tasche des Reiches unb nicht in Meere ber fünf tSri&fe SS. ber Großgrunbbefttzer. Um bie sübbeutschen Lanbwirtc nicht

sichtbar Bnlh^ hnrni f -6'laggenschmuck seyonunaslos preuszilgebcn, wolle man einstweilen noch ben Satz

darauf er)cbien em 9)banneoffixier, um von 0 Mk. bewilligen. Aus bem Bier müsse in ber Tat mun£n® der Flotte zu erklären, baß bte Seestreitkräfte zur nne höhere Einnahme erzielt werben. Die letzte Erhöhung ber Verfügung des Parlaments stehen. Biersteuer sei nur an ben Wirten hängen geblieben, unb bie nicht

Nach Schluß ber öffentlichen Sitzung der Nationalver- L^ügenb kapitalkräftigen Wirte seien zugrunbe gegangen. Dieses sammlung in San Stefano wurde das Publikum vom L°ne der Konsument einen Teil ber Biersteuer zahlen. Mit

entfernen. I eigenen ?>üßen stehe. Wir müßten sparen an ben Ausgaben für

VN der geheimen Sitzung, an welcher 19 Senatoren |SCCF.. nn.b Flotte, sagen die Sozialdemokraten, und auch viele und 120 Deputierte teilnahmen,.stand auch ein Antrag auf 3reilmnigen sind dieser Meinung. Nun sei es zwar wünschens- Absetzung des Sultans zur Beratung qcaen bei nrCrt\v?R es zu einer 23er)tänbigung ber Großmächte komme, Muktar Pascha sprach. Im weiteren Verlaufe bei' Silmna ab<r. b^oner halt es nicht für,geboten, letzt bie Rüstungen herab- W, 5R5 Ä.Ä« $.e « S,ÄS.6

U-. m ber M» S L " le. &«" rungsarmee den Wunjchen der Nation entspricht. Jeder- abrüsten, den lasse ich als Freund der Humanität gelten, aber mann fet dieser Armee gegenüber zum Gehorsam verpflichtet, oei ber gegenwärtigen Weltlage ist bie Abrüstung unburchführbar. em Widerstanb gegen sie werde zu Recht bestraft werden Die A"' ^var'amkcit, von der Bülow redet, muß auf anderem Ge- Orationalversammlung erklärte sich in Permanenz Sodann «m * werden. Redner erinnert an die Beamtenreifekosten, legte ber währenb der Unruhen gewählte Präsident Mustapha rot^r5 Kommission jetzt getan, die wirklichen

L des fU Sd-nt- Ä

«S cm- -a Wir so starke Rüstungen haben müssen. Daß man beim Abel

Der Ministerrat m ber Diplomatie nicht aus bie Fähigkeit sehe, baxaus habe Basser­

beratschlagte gestern über bie nachftehenben Bebinaunaen mami dankenswerterweise hingewiesen. Aber nicht allein an der der Anmarscharmee. Erstens: Alle an den letten SSor- ^uiammensetzung der Diploniatie liege alle Schuld,

gangen Schuldigen werden bestraft Zw"itens' ^ie Knu I s0IrbLJ-n 0!l^ ber 1^.^frung. Es musfc fo regiert werden, ftairHrrnhPter iKwtiifnn mirh C^ie AON-1 daß die auswärtigen Machte Vertrauen zu uns haben. An den

Itannnopeter .Garnrjon wird in ihrem überwiegenden Teile itarken Rüstungslasten sei auch die persönliche Politik des Kaisers entfernt.rittens: Drei >salonikier Jagerbataillone, wer-l sebuld, aber aus menschlichen Gründen müsse man den Kaiser den wegen ihrer verräterischen Haltung entwaffnet undi^bt aus der Debatte taffen. Der Kaiser habe ein gewaltiges ausgeliefcrt: die Mannschaften werden beim Chaufseebau Temperament und habe doch nachgegeben. Wenn em Mensch einen in Mazedonien beschäftigt. Viertens: lieber Konstantinopel über sich gewinne, solle man Achtung davon haben. Der

wird der Belagerungszustand verhängt. Fünften^: Dio Leib- 'ei aber auch nicht in erster Linie und an allem schuld garde des Sultans, die Vildizgarnison und andere Teile der Ln?lÄnlnrUL: n a^r Kamarilla. Wir müssen

Sultansumgebung werden ausgewechselt Sechstens: Ein daß er niefetÄ-'

Kadi nett toirb ernannt. Sei aber nur em kluger Taktiker unb geschickter Rebner, aber er hat Erfüllung dieser Bedingungen sollen tue Truppen nicht in keine Charakterstärke, lein Rückgrat. Wenn Bülow bem Reichs­oie Stadt emrücten, werden aber marschbereit bleiben. | tage bie Schulb an ber Finanzmisere gibt, so frage ich, ob es nicht Bülow war, bcssen Regierung ins Blaue hinein gewirt- lchastet hat. Sparsamkeitsreben sind auch noch lange keine Spar­samkeitsworte. Der Reichstag muß daher in seinen Rechten gehoben werden, damit er größeren Einfluß auf unsere Politik bekommt. Der Reichstag muß das Recht haben, bei schwierigen Situationen der auswärtigen Politik feine Meinung zu sagen. Der Reichskanzler muß nicht nur ein Vertrauensmann des Kaisers sein, sondern auch des Reichstages.

Die Gemetzel in Syrien.

Einer Konsularbepefche zufolge hat bie Bevölkerung von Damaskus unb anderen Orten sich unter der Einwirkung der Zivil- und Militärbehörden beruhigt. Nach einer wei­teren Depesche wird die Zahl der Opfer während des arme­nischen Massakres im Wilajet Adana auf 15 000 geschätzt; ganze Dörfer wurden vernichtet. Die Wilajetsbehörden ver­langen von dem armenischen Bischof zur Rechtfertigung vor Europa die Erklärung, daß die armenische revolutionäre Bewegung die Massakres hervorrief und drohen, andernfalls alle Uebertebenben zu vernichten. Der Armenier in Konstan­tinopel und anderen Orten find sehr geängstigt. Tas Salo- nikier Korpskommando rechtfertigt in einer Note an die dort. Konsulats das Vorgehen des Korps zur Herstellung der Ruhe und erllärt, alle Bedingungen bis auf die mili­tärischen Punkte, welche noch geprüft werden, als ange­nommen. 'Wenn die Antwort nicht in 24 Stunden ge­geben werbe, erlangt bas Salonikier Korps Aktionsfteiheit und macht die Urheber der Ereignisse für die Folgen ver­antwortlich.