Der Gießener
Reftoftion, Expedition und Druckerei- Schulftratze 7.
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten
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in unheimlichster Weise auf, zumal alle Rechenlehrer der ganzen Republik ihre Osterferien dazu benützt zu haben scheinen, sich die
erscheint täglich, _______
Sonntags. - Beilagen:
Obstbrennereien die Jahresmengen Branntwein, die sic zu dem! niedrigeren Abgabcnsatze Herstellen dürfen, neu zu bemessen. Bei der Rcuvcranlagung im Betriebsjahre 1910/11 ist innerhalb der einzelnen Berwaltungsgebicte der Kontingent einer jeden landwirtschaftlichen Brennerei einer Revision zu unterziehen, sowie nach den einheitlichen Grundsätzen int Verhältnis vom bisherigen Gesamtkontingent zum Durchschnittsbrand neu festzustcllen.
viermal wöchentlich SiehenerFamilienblätter; zweimal wöchentl.rkreis- blatt fiirden Ureis Eichen (Dienstag und Freitag); zweimal monntl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech • Anschlüsse; für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gicße«.
Reichswertzuwachssteuer.
Die konservative Fraktion hat nach der Kreuzzeitung beschlossen, durch ihre Mitglieder in der Finanzkommission einen Zlntrag Dr. Rösickc und Graf Westarp cinzubringen, anstelle der Vorlage über die Nachlaß- und Erbanfallsteuer eine Gesetzes-Vorlage auszuarbeiten, die zum Gegenstände hat, eine Besteuerung des Wertzuwachses bei Immobilien und Wertpapieren, ferner als Cventual- Vorlage hierfür einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, wonach das Reich einen Umsatzstempel bei dem Verkauf von Immobilien erhebt und durch welchen zugleich der Umsatzstempel für Wertpapiere eine entsprechende Erhöhung erfährt, schließlich entsprechende Eventual- Vvrlagen zu machen, welche diese beiden Steuer-Borschläge zweckentsprechend miteinander verbindet.
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Flaschen v. 10 bis SOPfgj Ueberall zu habeu.
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DeuLZcbes Reietz.
Das Kaiserpaar machte gestern morgen einen Spaziergang. Zur Frühstückstafel war die Kronprinzessin von Griechenland geladen. Am Nachmittag unternahm das Kaiserpaar mit der Kronprinzessin von Griechenland, dem Prinzen Oskar von Preußen und den Umgebungen einen Ausflug in Automobilen na rf) Palaecastrizza. Wie die ,,Neue Freie Presst meldet, soll der deutsche Kaiser die Absicht haben, die Rückreise von Korsu nach Berlin über Wien anzutreten und Kaiser Franz Josef einen Besuch abzustatten.
Im Bundesrat mürbe dem Ablommen zwischen dem Deutschen Reich und den Vereinigten Staa- t e n von Amerika betreffend den gegenseitigen gewerblichen Rechtsschutz Zustimmung erteilt.
D e r S e n i o r e n k o u v e n t des Reichstages tritt heute nochmals zusammen. — Wenn ihr zwei Tage hintereinander freiaegeben werden, glaubt die SLeu e r ko m in i s s i o n ihre Arbeiten bis zum Schlüsse der zweiten Maiwoche beenden zu können.
Der japanische Prinz Kuni ist in Berlin eilige* troffen. Er reist anfangs Mai nach Paris. Prinz Kuni
100 000 Mk. aus Deulschtaud zu holen. Herr Tarboux s darum die letzten Dokumente seinem Kollegen Jordan, und v.
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Annahme von Anzeigen „ ___
bis DowStagTTuf)^ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Unw.-Ynch- und Zteindruckerei R. Lange.
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um den Ester der französischen Mathematiker etwas zu verlangsamen, macht er daraus ausinertsam, das; das Testament des Darmstädter Wolsskehl ausdrücklich sagt, man könne sich noch bis zum 13. September 2007 um den Preis bewerben, und die 109 000 Mk. dürsten auf keinen Fall vor Ablauf von zwei Jahren nach Erscheinen der gekrönten Arbeit ausgezahlt werden.
— M o l n ars „Teufel", der hier zum besten vonMaxKronert gegeben wurde, ist am Samstag in London im Adelphi-Theater zum erstenmal aistgeführt worden. In Amerika ist das Stück mit ganz autzerordenllichem Erfolge gegeben worden, so daß zurzeit nicht weniger als zehn Gesellschaften dort damit Herumreisen. „Die Londoner werden aber nicht so schnell zum Teufel gehen," meint einer der dortigen Kritiker, und mau muß zugestehen, daß die Aufnahme am Samstag keine besonders glänzende roar, und daß die Kritik auch sehr viel zu tadeln hat. Aber dennoch hat „Ter Teuiel" viel Lachen hervorgerufen — weil sich die Londoner Zensur dabei gründlich bloßgestellt hat. Der Zensurgehilfe Bedford hatte zuerst sein Erscheinen end der Bühne erlaubt lind dann, als die Zeitungen ihn einen ganz gemeinen Teufel schimpften, Angst bekommen und dieser in einem Telegramm Ausdruck gegeben. Ties dürste nicht ohne Folgen für das Zeilsuramt bleiben. Robert Harcourt wird heule im Parlament eine Vorlage einbringen, die den Lord Chamberlain seiner Macht auf der Bühne beraube» und sie in etivas beschnittener Form auf die städtischen Behörden übertragen soll.
für Bollsliteratur und Kunst" in dic Well setzt! Dabei ist diese als beglückende Ueberraschnng füv die bonge und ratlose Welt mit Posaunenstößen angekündigtc „Jugendpost" in Einrichtung, Erscheinungsart und Preis — Zehnpfennig hefte — eine unverfrorene Ko pic der seit fün, Jahren bestehenden vortrefflichen Wochenschrift „Deutschlands Inge»d" (Herausgeber Georg Gellert, Verlag von Max Reichel u. Co., Berlin W. 15), deren Förderung die „Deutsche Gesellschaft zur Verbreitung guter Jugcudschriften" mit dem Reiclis^- kanzler als Ehrenvorsitzenden und Victor Blüthgeu als Vorsitzenden, unterstützt von den deutschen Monarchen, Ministerien, Magistraten, Schulvorständen und Privaten, seit einem Jahre in die Hand genommen hat. Eine Konkurrenzzeitschrift, die Arm in Arm mit „Lord Lister, genannt Raffles, dem großen Unbekannten", vor die Familie tritt, ist hinreichend verdächtig, um nickt fürchten zu müssen, daß schlechte Gesellschaft gute Sitten verdirbt. Also Vorsicht — und keine Berlvechselung!
— „Xn -+■ Yn = Zn*. Aus Paris schreibt man dem „St. Tagbl.": Ein internationales Unheil scheint der Darmstädter Professor Paul Wolsskehl angerichtet zu haben, als er der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen vor etwa zwei Jahren testamentarisch 100 000 Mk. als Preis für jenen vermachte, der als erster den Nachweis führen werde, daß das große Theorem des Mathematikers Fermat, Xn + Yn = Zn (wobei n größer als 2 ist), nicht in ganzen Zahlen ausgedrückt werden kann. Da die Göttinger Gelehrtengesellschaft erklärte, nur solche Arbeiten in Betracht zu ziehen, die in Abhandlungen oder als Buch im Truck erschienen sind, wird das Institut de France seit mehreren Monaten mit Lösungen von französischen wie ausländischen Mathematikern geradezu überschwemmt Alle werben von der Höhe des Preises verführt, sich an das Problem zu wagen, und da die Academie des Sciences die von ihr zur Dcr- lejung angenommenen Schriften im Druck erscheinen läßt, glauben die Konkurrenten besondere Chancen zu haben, in Göttingen berücksichtigt ztt werden. Die ersten heißen Tage des Frühlings scheinen noch ein Anschwellen der Flut von Manuskripten bewirkt zu haben. Professor Tarboux, der bisher allein diese Dokumente durchprüste, konstatierte, daß sich alle ausnahmslos aut einem Irrtum aufbauten. Aber heute kann der arme Mathematiker nicht mehr allein die Riesenausgabe durchführen ; die Siöße von Schriftstücken hänfen sich auf seinem Bureau
Vom Allslawischen Kongreß in St. Petersburg.
Die erste Sektion des Allslawischen Kongresses hat mehrere Thesen aufgestellt, in denen cs heißt, cs sei wünschenswert, daß alle, die slawische Politik betreffenden Fragen in Rußland iml Einvernehmen mit der öffentlichen Meinung entschieden iocrden. Die Politik der Teilung der Einflußsphäre tut Orient zwischen Oesterreich und Rußland müsse aufhören. Der Kongreß spricht die Hoffnung aus, daß durch die Annexion Bosniens das nationale Bewußtsein der Serben nicht ein geschläfert werde unb daß die von Oesterreich versprochene Autonomie der annektierten Provinzen tatsächlich gegeben werde. Auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen sei die Ausrechterhaltung dcr englisch-französisch- russisck>en Entente wünschenswert. Zum Zwecke der Lösung der slawischen Frage sei es notwendig, daß Rußlcnrd im eigenen Lande zur.slawischen Politik übergehe. Der Anfang müsse das sein, daß den Polen in ihren ethnographischen Grenzen die autonome Semst- Ivo- und Städteverwaltung verliehen werde, was unter Wahrung der Interessen der russischen Bevölkerung in diesen Gebieten geschehen könne. Dic Stellung Rußlands sei 'die Hanptbcdingung für die freie Entwickelung der slawischen Völker. Die Zwistigkeiten müßten aufhören auf gründ der nationalen Rechte eines jeden Volkes, als gleichberechtigte Mitglieder der allslawischen Völkerfamilie. Die Konferenz sprach sich für eine Revision der rufsischpolnischen Beziehungen auf der genannten Grundlage und zwar in Rußland wie im Auslände aus.
rtimmungsbUd ans öem Reichstage.
Berlin, 22. April., Einfuhrscheine für Getreide.
Der Reichstag füllte heute einen vollen Sitzungstag mit einer wenig fruchtbringenden Verhandlung aus. Er mußte sich mit einer wirtschaftlichen Frage befassen, bei der die verschiedensten Interessen weit auseinandergehen und deren Schwierigkeit dadurch noch erhöht wird, daß es sich nicht nm eine Parteifragc handelt, ber der die Stellung für oder gegen durch wirtschaftspolitische Grundsätze gegeben oder wenigstens erleichtert wrvd, sondern bei der zu einem großen Teil auch regionale Interessen bestimmend eimvirken. Für die östlick>en Provinzen und insbesondere Ostpreußen war es von größter wirtschaftlicher Bedeutung, daß seinerzeit der Identitätsnachweis aufgehoben wurde. Richt nur die Landwirtschaft erhielt dadurch eine wünschcnsiverte Bewegungsfreiheit, sondern auch der ganze östliche Getreidehandel, be^ sonders in den Seestädten und die .Handelsmühlen. War cS doch gerade die Königsberger Kaufmannschaft gewesen, von der damals dic Anregung zur Einführung des Systems der Einfuhrscheine ergangen war, die bei der Ausfuhr von Getreide erteilt und zur Zollcntrichtung bei der Einfuhr gleichwertiger Produkte verwandt werden können. Dadurch haben sie geradezu den Charakter powWertpapiere.i erlackcn und bilden zumal bei guten. Ernte i einen nicht unerheblichen Anlaß zur Ausfuhr von Getreide. Im Laufe der Zeit wurden diese Papiere dann auch bei der Einfuhr anderer Produkte, wie Petroleum, Kaffee und Kakao in Zahlung gegeben. Dem Interesse der Getreide, besonders Roggen und Hafer bauenden östlichen Landwirtschaft und des Getreidehandcls stehen aber sehr wesentliche Interessen insofern gegenüber, als die gesteigerte Ausfuhr von Getreide eine preiserhöhende Tendenz hat und hierher mit den Konsumenten auch die Heinen Müller die Leidtragenden sind, während daneben mit der Steigerung der Einfuhrschcinzifsern der Reichskassc große Zolleinnahmen entgehen. Dieser letzte Gesichtspunkt gab in der jetzigen Zeit der Finanznot der freifinnigen Fraktionsgemcinschaft Veranlassung, mit einem Anträge hervorzutreten, der eine Acnderung der bczügl. Bestimmung des Zolltarifgesctzes bezweckt, und zwar wird darin einmal eine Befristung der Geltung der Einsuhrscheine auf 3 Monate gewünscht, zum anderen ihre Beschränkung auf biejenige Warengattung, für dic der Einfuhrschein bei der Ausfuhr erteilt wurde. Die Schwierigkeit dieser ganzen Materie fand in der heutigen Verhandlung dieses Antrages ihren vollen Ausdruck. Für die freisinnigen Antragsteller sprach statt der Abgeordneter: aus den östlichen Provinzen der Vertreter des Jndustriebezirks im sächsischen Vogtlande, der Abg. Günther-Plauen, der keinerlei provinzielle Interessen zu berücksichtigen brauchte, die gegen die Durchführung des Antrages sprechen. So konnte er um so nachdrücklicher dic- 1 eiligen Gesichtspunkte betonen, die seine Freunde bei der "Einbringung des Antrages geleitet hoben. Vom Standpunkt eines Ausgleichs der Interessen der Produzenten, des Handels und der Konsumenten hatten auch seine Parteigenossen aus Königsberg, Danzig und Stettin ihre Namen unter den Antrag gesetzt, die keinesfalls für eine etwaige Wiedereinführung des Identitätsnachweises zu haben sein würden. Wer auch in der vorliegenden Fassung ging der Antrag den anderen bürgerlichen Parteien zu weit, was namentlich der ?Lbg. Dr. Weber für die Rational- liberalen eingehend begründete. Er wie auch dic Abgg. Gras Kanitz, Frhr. v. Gamp und Speck erörterten die Bedeutung des geltenden Systems für Landwirtschaft und Getreidchandel, und nur insoweit hielt auch Dr. Weber die Frage jetzt schon für spruchreif, als der Verwendung der Einfuhrscheine bei der Einfuhr anderer Produtte als Getreide in Frage kommt. Dies fwftl ein Zwischenantrag den er im Verlaufe der Aussprache stellte, für die Zukunft unmöglich machen. Im übrigen aber licß^ die Diskussion die Frage offen, wie weit dic überaus starke Steigerung der Roggen- und Haferausfuhr des vorigen Jahres aus dieses System der Einfuhrschcine zurückzuführen ist oder auf die reiche Ernte des Vorjahres. Auch der Staatssekretär v. Bethmann- Hollweg erklärte es für notwendig, zunächst einmal abzuwarten, ob diese unerfreuliche Erscheinung sich nicht nur als vorübergehend herausstellt. Man half sich aus der Schwierigkeit der
Kleines LenMeioiv.
— Aus der Geschichte eines alten Klosters, Hattenheim (Rheingau ), wird dem B. T. geschrieben: Tic in hiesiger Gemarkung liegende Z i e st e v z i e n i e r - A b t e i „Kloster Eberbach", die nach ihrer Säkularisation von der herzoglich-napau- ischen Regierung als Kellerei für ihre Domanialweine, seit 1811 zum Teil als Staatsgefängnis verwendet worden war, wird schon in nächster Zeit, nachdem bereits die weiblichen Gefangener' nach Preungesheim, die männlichen nach dem neuerbauten ^taaid gefängnis nach Diez a. d. L. überführt worden sind, ihrer alten Bestimmung wieder übergeben norden. Der Ziesterzienscrorden hat bereits mit der preußischen Regierung Verhandlungen tvegen Rückkaufs des ganzen Abteigebäudes crngeleitet, die ihrem Abschluß sehr nahe sind. In kurzer Zeit werden also.dre Klosterbrüder wie in dem benachbarten Eibmgen so auch rn Eberbach wieder ihren Einzug halten. Jedoch.soll dasur gesorgt werden, daß auch- fernerhin hie „Domänendise«i" mit dem. berühmten „Kabinettskeller", das Keltcrhaus die Weinmarkte usw. in dem Lstergebäude verbleiben. Drc Abtei Eberbam mürbe _ bereit 1131 vvn Bernhard v. Clairvaux gegründet, die Gebilde stammen aus dem zwölften .bis fünfzehnten Jahrhundert. Das zwischen waldigen Anhöhen herrlich in einem reizenden Wicsentabe gelegene Kloster Eberbach ist weitaus das schönste Klostergebaude am ganzen Rhein; es ist jahraus jahrein das Ziel vieler Reisender und Touristen.
— Er kann auch anders. Emer der bodartigftcn Verleger und Vertreiber der berüchtigten Schundliteratur, der huridertt vvn blutrünstigen Indianer-, Ric Kavter- u. s. s.^eichrasten ans dem Gewissen innVauf Lager hat, ist auf einen mgmwien Einfall gekommen, den man rechtzeitig festnageln mutz, ehe er Unheil anrichtet. Dieser Herr, der bisher aus den Umschlagietten seiner Produkte einen hübschen Nebenerwerb mit GumMiartikcl und bergt Annoncen betrieb, hat plötzlich eine Mzweigung seines (Geschäftsbetriebs eingerichtet, nämlich eine Musterzeitschnst für die Jugend begründet, als deren Herausgeber Herr Victor Lav err en z zeichnet! Betitelt ist sie „Zugendpost". Hosientlich ist Herr Victor Laverrenz an der anonymen Literatur seines Verlegers unbeteiligt! Der Anfang der von ihm, beigesteuerten Er- ^chlung ist nicht eben geeignet, den gegenteiligen Verdacht zu mtfnäften. Immerhin hat er -sich mit dieser ehrenwerten Firma .,Berlin S.W., Gitschinerstr. 13" eng liiert und es fertig gebracht, eine Anzahl ahnungsloser Autoren guten Ra mens mit in die so fragwürdige Verbindung zu ziehen, die als „Verlag der Jugeird- post" in fulminanten Aufrufen gegenüber eben jenen Scheußlichkeiten Abhilfe zu leisten verspricht, welche sie als „Beülagshaus
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Nr. 94/Erstes Blatt 159. Jahrgang Freitag 2F. April 1909
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B W Verantwortlich
General-Anzeiger für Oberheffen tx " 1 u. Land" und „Gerichts-
Situatton, indem man den Antrag in die Budgetkommission verwies und ihn so gewissermaßen zur Disposition stellte, und wie bei allen derartigen Verhandlungen ritten auch heute die Abgg. Gothcin und Frhr. v. Gamp gegcncinauber in die Schranken und nahmen der stellenweise sehr akademischen Auseinandersetzung viel non ihrer Trockenheit.
Stimmungsbild aus dem preutz. ÄhgeorduetenZMs.
Berlin, 22. April.
Vier Stunden lang debattierte die preußische Volksvertretung am Donnerstag noch über den Etat der Ansiedelungskommission. Und doch wurde wenig neues gesagt. Fast ausschließlich waren es Redner der Rechten, die noch etwas auf dem Herzen hatten, und von der linken Seite des Hauses kam nur em Mann, der Volksparteiler Aronsohn, zum Wort. Der empfahl eine mehr kaufmännische G e s ch ä f t s g e b a h r u n g für die Ansiedelungskommission, eine Praxis, die mehr, als es heute geschieht, auch den Interessen der ostdeutschen Städte gerecht wird. Ein Konservativer, Frhr. v. Schönaich, hielt dem liberalen Redner die Stange — die andern benutzten die Gelegenheit, sich für Dinge zu erwärmen, die mit der Ansiedelungspolitik nur in recht losem Zusammenhänge stehen. So Herr Kreth, der ein Plädoyer für die Raiffeisengenossenschaften vom Stapel ließ, und Herr Dr. Hahn, der eine an die Adresse der ostdeutschen Ansiedler gerichtete, allerdings recht matte Agitationsrede für den Bund der Landwirte hielt. Der Landwirtschaftsminister v. Arnim muhte sich mit mehr Eifer als Erfolg, die Beschwerden der liberalen Redner vom Tage vorher, die den unerfreulichen und leicht vermeidlichen Rebenwirlu.ngen der Ansiedelungs- Politik galten, zu entkräften. Alles in allem: Es war eine recht flaue Debatte. Und alles atmete auf, als Herr von Kroecher die Genehmigung des Etats und der Denkschrift in zweiter Lesung verkündete. Ein paar Znitiativanträge agrarischer Tendenz standen noch auf der Tagesordnung; ihre Beratung wurde teils vertagt, teils bewilligte man ihnen das unvermeidliche Begräbnis in der Kommission. Am Samstag wird sich das Haus über ein halbes Dutzend weiterer Anträge unterhalten.
PoHfifcbc Cagesicbatt«
Die Budgetkommission des Reichstages beschloß gestern, dcr Rcichskanzlcv sei zu ersuchen, Maßnahmen zu treffen, nach denen den Beamten nur die tatsächlich ev- wachsenden Reisekosten ersetzt werden. Die Budgetkom- mission nahm weiter eine Resolution an, den Reichskanzler zu ersuchen, bei der Festsetzung der Umzugs kost en folgende Gesichtspunkte zu crluägen: Rottpendige Auslagen für dic Uebcr- sühmng des Hausrats, Ersatz der Fuhrkosteit für die zum Hausstände gehörenden Personen, sowie erhebliche Herabsetzung der allgemeinen Kosten, insbesondere auch bei den gcsaudtschaftlichen und Könsulacbeamten. — Die Kommission des Reichstages für den Gesetzentwurf betreffend die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs beendete die zweite Lesung. • '
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Die Finanzkommisfion des Reichstages nahm! bei dcr Beratung des Branntweinftcuergesetzes den Zentrumsantrag an, für den auch die Polen, Sozialdemokraten und Freisinnigen stimnlten. ß 29 l Festsetzung der Einzelkontingente) ist solgendermaßcn zu fassen: Die im Bettiebsjalwe 1907'08 nach den Vorschriften des bisherigen Branntweingesetzes festgesetzten Kontingente bleiben unbeschadet der Vorschriften in tze.u §§ 25 und 29 (KontingeMsminderung beim Betricbswechscl > bis zum 30. September 1911 in Geltung. Für den folgenden Kontingentsabschnitt erfolgt die Rcuveranlagung im Vetricbsjahr 1910/11. Hierbei und alsdann von fünf zu fünf Jahren sind für die einzelnen beteiligten landwirtschaftlichen Brennereien und für die inzwischen neu entstandenen landwirtschaftlichen Brennereien und
— Botschaft zum Mars. Aus Rewyork wird berichtet: Pwsessor William Henry Pickering, der Astronom der Harvard»- ©temiuartc, ist eifrig am Werke, den Plan vorzuberciten, der darin gipgelt, mit den Marsbewohnern in Signalverkehr zu treten ^m Juli wird der Mars der Erde fünf Millionen englische Meilen näher fern als je zuvor. 'Professor Pickering will bann eine große Anzahl auf Radern befestigten spiegeln zusamwenschieben lassen, oap |te eine Fläche von 74 englischen Omadratmeilc bebeefen. "Tos wldergewicgelte Licht wird von den Marsbewohnern mit Hltte von Teleskopen leicht bemerkt werden. Wir norden die ^onne durch eine besondere Vorrichtung vvn den Spiegeln ab* halten, dann wieder auf die Fläche strahlen lassen und diese Zeichen « L^wmen Zwischenräumen wiederholen. Das muß sofort die .luTmernamfeit er Marsbewohner erwecken, so daß ein Antwort-- signal nicht unmöglich ist. Dann wäre es verhältnismäßig eiw> lach, cmen Code auszuarbeiten und Botschaften abzusenden. Der e .^lan des amerikanischen Astronomen erfordert 40 Mill.
tiirF, die einstweilen noch nicht völlig beisammen sind.
lnersiag ben n £
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'herzogliches Orcheritz isros.
!°°erstag den 13. , ’> «aiymiNligs 3 Uhr r 'Mem Amtszimmer bieh l-iahammuel ^unb Ate wsfa geb. Sturfatt t fcnnQ(6i^nb Melleveritelaen, nt
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