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19.11.1909 Erstes Blatt
 
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Erstes

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Blatt

159. Jahrgang

Die heutige Nummer umsajzt 10 Seiten.

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die sie nur alsProjekt" gelten lassen wollen und von der sie behaupten, daß sie den Grundgesetzen widerspreche. Diese Gegensätze sind natürlich nicht auszugleichen und werden in praxi zu Machtfragen, wobei die Entscheidung nicht zweifelhaft sein kann. Gegenwärtig hat der Kaiser wieder einmal ein Machtwort gesprochen.

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Freitag 19. November 1909

©ejugepreti;

Weniger gegen das Vorjahr erforixn: ReiwsmUNärgerlcht^Reichs- eisenbahnaint, Reichsinvalidenfonds, Reicliseisenbahnen. Die ein­maligen Ausgaben des ordentlichen Etats sind g er in q et: bei der Reicks post- und Telegraphen-Verwaltung um 34 9d8 Oüd Mark, bei dem Reichsheer um 41914 321 Mark, beim RcM>s- schatzamt um 5 261497 Mark, beim Reici»s!olonialamt um 2 556 966 Mark. Ein Mehrersordernis ergibt sich bei Marine um 13 796 820 Mark, bei der Reick)ssä>uld am 5 775 000 Mark. In den Zahlen für das Vorjahr sind jedoch Gehaltszahlungen emholten, die das Jahr 1909 nur rechnerisch belasten.

An orbcnf[id>cn Einnahmen sind u. a. veranschlagt: Zotte, Steuern, Gebühren usw. mit 1 441 620 000 Mark, Reichsvost­und Telegraphen-Verwaltung mit 693 008 325 Mark, Reiäch- eisenbahnen mit 122 319 000 Mark, Matrikularbeiträge mit 228 512 000 Mark. . . 3

Im Extraordinarium entfallen auf das Neichsamt des Innern 23 Millionen, aus das Reichshecr rund 22,5 Millionen, die Marine 113 321 469 Mark, auf Post- und Telegravhcnverwalwng 25 Millionen, Reichseisenbahnen,rund 7,5 Millionen. Aus An­leihe verbleiben insgesamt 152 255 928 Mark.

Berlin, 18. Nov. In der heutigen Sitzung des B undes- r a 15 wurde einer Anzahl von Etats nach den Anträgen der Ausschüsse die Z u st i m m u n g erteilt.

Sus öent Reichshaushaltctat.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der dem Bundesrat vor- arfegte Entwurf zum Reichshaushaltetat für das Rechnungsjahr 1910 schließt in Ennahme und Ausgabe im ordentlichen Etat ob mit 2 660 305 450 Mark, gegen den Etat für 1909 einschließlich Nachtragsetat nrehr 6 858 991 Mark. An fortdauernden Ausgaben erfordern mehr: das Auswärtige Amt 469735 Mark, das NeichSaint des Innern 3 280 940 Mark, das Reichs Heer 13 805 401 Mark, die kaiserlich Rlarine 11010 274 Mark, das Retchs- lolonialamt 132 022 Mark, die Reichsschuld 18 893 408 Mark, die Reich post- und Telegraphen-Verwaltung 1 685 932 Mark.

Nr. 27Ä / fei Siebener ÄnyRtei erschemi täglich. Mitzer eonn.agS. - Beilagen: -.f rmal roomenuid) chtrhenerZamttltnblätter; ,!vr»nalwoche»ll.ls'eiL- UaNsürdenUreü Siehen <Tleiistagundiireilag); Zweimal monotl. Land- vinschaftliche Zeitfragen ieriisprech - Anschlüsse: fn die Redaktion 112, vertag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: «uzetger Gießen.

Die Auflösung des finnischen Landtages.

Die gestern gemeldeten Beschlüsse des finnischen Land- tages haben den Zaren zu seiner Auflösung veranlaßt:

Helsingsors, 18. Nov. (W. B.) Der Landtag wurde durch einen kaiserlichen Erlaß aufgelöst. Die Neu­wahlen sollen am 11. Februar 1910 neuen Stils statt­finden. Die Einberufung des neuen Landtages ist auf

u in den letzten Tagen j der jüngsten Vorfälle und

der sonstigen Haltung des offiziellen I allen dem u)euL> sch en Reiche gegenüber zu dem Schlüsse geführt, daß der Kölner Männergesangverein h ö ch st wa h r s che in l i ch die Italien fahrt aus geben werde, da die Leitung des Vereins laum das Risiko übernehmen dürfte, sich mit dem Ehrenpreise des deutschen Kaisers, den der Präsident des Vereins, von Othegraven, bei allen öffentlichen Gelegen­heiten anlegt, den Italienern unter den jetzigen Verhält­nissen zu präsentieren. Dem Verein gehören betanntlichj die ersten Kreise Kölns an, u. a. auch der frühere tuba> reichsarrwalt in Leipzig und jetzige Oberlandesgerichts- Präsident in Bonn, Exz. v. Hamm an. Es ist also zweifel­los, daß, falls die Frage der J.allenfahrt überhaupt iwch zur Abstimmung gelangen sollte, der Verein durchaus rm nationalen Sinne entscheiden wird.

Soweit die Zuschrift aus Köln. Es wurde eine aiige- nehwe Ueberraschung und ein erfreuliches Zeichen fur da-y erwachende Verständnis der Auslandspolitit un deutschen Volke sein, wenn die Mitteilung sich als zutreffend heraus­stellt. In der Tat hätten wir als politisch reifes Volk keinen Anlaß, Julien etwa unsere besondere -Sympathie zum Ausdruck zu bringen, denn die italienische Politik ist nicht nur schwankend, sondern hat sich offensichtlich, be­sonders nach Raceonigi, unseren Gegnern freundlich zu- gewendet. Ganz besonders zu begrüßen Ware es, wetrn unsere leitenden Männer in Berlin es für nicht unzeitgemäß hielten, nach Rom einen kalten Wasserstrahl zu rieten, um damit zu zeigen, daßder Starke am mächtigsten

Wendung genommen. Sein Zustand gilt, wie dem Berl. Tgbl. über Christi ania gemeldet wird, als hoffnungs- los. Die Herztätigkeit setzt zeitweise aus.

Wonderer st enAufführungderNorma" erzählt Eugenio Checchi imGiornale d'Jtalla": BMm kam mit seinerNorma" nach Mailand zu dem Dichter Andrea Maffei und bat ihn, sich dafür zu verwenden, daß dieNorma" in der Scala aufgeführt würde. Maffei, der großen Einfluß hatte, setzte das durch und saß bet der ersten Aufführung in einer Loge, in der sicheren Erwartung, daß er einem großen Sieg seines Schützlings beiwohnen würde. Es brach aber schon beim ersten Aufzug em ge­waltiger Sturm los: als der Vorhang fiel, wurde im ganzen Thcater gezischt und gepfiffen. Da wurde die Tur zu Maffeis Loge aufgerissen, und herein trat leichenblaß, mit wirrem Laar, der Tondichter. Als Maffei ihn trösten wollte, sagte Bellini lebhaft:Nein! Nein! Das Publikum hat vielleicht recht! Mir selbst klang diese Musik am Klavier aanz anders!" Man weiß, daßNorma" später einen Siegeszug über alle Bühnen der alten und der neuen Welt antrat.

Die geliebten Fremdwörter. Kürzlich trat ich jo erzählt ein Leser derTägl. Rundschau" in einem kleinen Städtchen in einen Papierladen und forderte ein Päckchen Briefumschläge.Sie meinen wohl Kuverte deutsch ausge­sprochen.."Nein, ich meine Briefumschläge." ,La, die rverdcn aber Kuverte genannt."Gul, dann geben eie mir solche'" Ich erhalte das Verlangte, aber was steht auf dem Umschlag? Envcloppes.Sie raoUten mir doch Kuverte geben, Md sind aber Enolloppes."Wenn ich Kuverte bestelle, bt> komme ich immer solche mit der Aufschrift: Enveloppes " (ä,«Mch ausgesprvckien.- So hatte ich Briefumschläge gefordert, Enve- loppes erhalten, aber Kuverts bezahlt! ----

politische Tagesschau.

Der prnchische llneg-minister und die Jugenderziehung.

Eine bemerkenswerte Verfügung hat der preußische Kriegsminister an die 'Kgl. Generalkommandos gerichtet, die ihrerseits die ihnen unterstellten Kommandobehorden und Truppenteile zur Ausführung anzuhalten haben.,

Erfahrungen der letzten Zeit über Jugenderziehung ließen, so hieß es, von neuem erkennen, wie schnell »ich die JugenD für alles begeistert, was das militärische Gebiet berührt Diesen Sinn für das Militärische, die Freude der Jugend am Soldaten­tum nun auch von militärischer Leite möglichst zu erhalten und

In dem folgenden Schwank L'Anglais t el quon le parle von Bernard, dessen Mitwirkende merk­würdigerweise nicht verzeichnet waren, wurde recht flott und natürlich gespielt. Namentlich der falsche Dolmetscher

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Keine deutsche Sangerhnldignng in Italien.

Eine interessante Mitteilung geht uns aus Köln zu. Danach beabsichtigte der bekannte Kölner Manner­gesangverein, dessen Dirigent der Komponist Josef Schwartz ist, demnächst eine Sängerfahrt nach Italien zu unternehmen. Bei dieser Gelegenheit sollten nicyt nur in allen größeren italienischen Städten Konzerte veranstaltet werden, sondern man plante auch, gleich tnie bei der großen Kölner Sängerfahrt von 20 Jahren eine Huldigung des deutschen Männergesanges vor dem italienischen Königs- vaare. Mit Rücksicht darauf, daß der Kölner Mannergfi-uig- verein eine besondere Stellung unter den deutschen Manner­gesangvereinen ein nimmt, er hat in Kassel beim ersten Wettstreit deutscher Männergesangvereine den Kaiserpreis davongetragen und diesen beim letzten Kaiserpreiswettslreit in Frankfurt dem Berliner Lehrergesangvecein wreder ab­genommen hielt es per Verein für geboten, ferne Absicht zunächst den maßgebenden Kreisen in - Auch der deutsche Bot-

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Streislichter aus der französischen Kammer.

In der französischen Kammer hielt der Sozialdemokrat zaurös eine interessante Rede, in der er auch die deutsche Politik streifte und zur Wachsamkeit gegenüber Deutschland cufrtef. Besonders bemerkenswert ist, daß Jaures seine Befriedigung über die Zustände in Elsaß-Lothringen aus- rprach, und das müßte wahrlich die deutsche Regierung swtzig wachen. Das Regiment in Straßburg ist aus falscher Pahn. In Frankreich träumt man davon, Elsaß-Lothringen werde einst friedlich an Frankreich zurückgegeben werden. Dir erhalten folgenden Bericht:

Paris, 18. Nov. Die Depu tiertenkam mer setzte 'heute die Beratung über das Budget fort Iaurös schrieb die Erhöhung der europäischen Staatshaushalte den Ausgaben für militärische Zwecke zu, die andererseits wieder in der englisch-deutschen Rivalität begründet seien. Er glaube jedoch an eine freundschaftliche Lösung dieser Riva- luät, denn Deutschland würde im FaJe eines bewaffneten Konfliktes feine Flotte und seine wirtschaftliche Macht- stllung aufs Spiel setzen, und England würde Gefahr laufen, daß es in seinen Kolonien zu Aufständen käme. Der Redner wies sodann auf die Proteste des deutschen Bürger­tums gegen die Steueraufschläge und auf den Büdget- fcmpf in England mit hin und sagte, er schließe aus diesen beiden Tatsachen, daß sowohl England wie Deutschland Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens hätten. Dennoch müsse Frankreich wachsam bleiben, oenn eine abenteuerlustige deutsche Minderheit träume da­von, Frankreich im Falle eines Krieges als Leißel zu benutzen. Jaurös sprach sich sodann aner- kmnend über die würdige friedfertige Haltung der fran­zösischen Regierung aus und gedachte lobend Elsaß--Loth- cingens, das mehr als 30 Jahre lang davon geträumt habe, die Ungerechtigkeit, durch die es deutsch geworden war, werde wieder gut gemacht werden, das darauf ver­zichtet habe, seine Befreiung von der Gewalt der Waffen zu erwarten und an stelle dessen den mutigen Entschluß gefaßt habe, Achtung von seiner Eigenart zu fordern. Es wolle innerhalb seiner Grenzen seine eigene Phhsio- nomie bewahren in dem Bewußtsein, daß sich Frankreich und Deutschland eines Tages über Elsaß-Loth- cingen hinweg die Hände reichen würden.

Der Redner erklärte sich sodann für eine Reform der militärischen Organisation und behauptete, daß das Ge­setz über die zweijährige Dienstzeit einen Mangel an Menschenmaterial nach sich ziehen werde. Zum eigent­lichen Budget forderte Jaures, man solle die Einnahmen aus der Erbschaftssteuer vollständig dem Altersverjiche- eunasfonds zuwcisen, man solle ferner ein Alkoholmonopol schaffen und die Einkommensteuer einführen.

zu. fordern, liege im lebhaften Interesse des Staates, werde es häufig ohne Sdmbigung der militärisch-dienstlichen Jntereiien möglich lein, Sclnilern, einzelnen Klassen oder ganzen schulen, auch Fortbildungssckmlen, die Teilnahme als Zuschauer bet Manövern.Paradenundinteressanten Hebungen zu gestatten. Und znxir sollen den Schülern bevorzugte Plätze angewiesen werden und besonders dazu gceignte Per­sönlichkeiten sollen die Jugend über die Vorgänge, den Zweck der Hebung usw. unterrichten. Ferner liege es un Interesse des veeres, die stetig wachsenden Bestrebungen zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit der Jugend dadurch zu untersuitzen, daß nach Möglichkeit m i l i t ä r i s ch e T u r n p l a tz e und .©alten. Exzerzierplätze, Exzcrzierhallen usw. zur Pflege der Bolksspiele, des Turnens und des Sportes unentgeltlich überlassen werden. Unter den gleichen Voraussetzungen und bei Verzicht aiif icoer Art Ersatzansprüche gegen die Heeresverwaltung (Haftpflicht»et Unglücksfällen) sollen die Schüler auch die Mtlitar- S ch w i in m a n ft a 11 c n der Standorte, an denen keine Prwat- Schwimmanstalten sind, gegen mäßiges Ettgelt besuchen duneir

Der Gedanke, der dieser Verfügung zugrunde liegt, i|t sehr richtig und gut. Daß der Jugend bei -Paraden und bergt bevorzugte Plätze eingeräumt werden sollen, geht vrellercht etwas zu weit. Der Zweck muß unauffällig erreicht werden, und es mag daran erinnert werden, daß überflüssige Auf­wendungen, Paraden und äußerliches Gepränge einge­schränkt werden sollten.

Gicszencr Sta-tthecrter.

Lavare.

Von Moliöre.

Die französische Gesellschaft Roubaud, die noch vom »origen Jahre in guter Erinnerung stand, hat auch gestern abend einen überaus starken Erfolg gehabt, der allerdtngs in der Hauptsache auf die etwas künstliche Begeisterung d<'r <ochuljugend zurückzuführen ist. .Es soll damit nicht gesagt fein, daß die Gäste keinen starken Beifall verdient hatten. Las nicht, denn sie spielen gut, aber es muß doch darauf Lingewiesen werden, daß unsere hiesigen Darsteller bei gleichen Leistungen nicht den gleichen Beifall gehabt hatten. Tas Fremde hat eben bei uns immer ein eigenartiges Vor­recht, weil unsere Jugend in einer ungewöhnlichen und un­gesunden Hochachtung vor allem ausländischen großgezogen vird. , . , , . ,

Was erhob denn die gestrige Vorstellung so hoch, daß tiefer Beifall losbrach, wo das Haus nur fparlich besetzt var? Höchstens das Zusammenspiel! Aber auch hier kam -s zu Fehlem, die wir einer deutschen Aufführung wohl schwerlich nachsehen würden. Wie ungeschickt war z. B ba§ Schlußbild im Geizigen. Und tote lastet die aiabemiHe Ueberiieferung auf der Darstellung, um den Reiz der Na>ur- ichkeit zu knebeln! Auch die Auffassung der einzelnen ÄestaUen weicht mitunter recht erheblich von unserer ab. ölt Harpagon nicht ein wucherischer, gemeiner Geizhals Jjt er nicht ein Schurke, der nur in der Schadenfreude des Zuschauers lächerlich wirkt? Herr Lame hat einen luftigen Alten daraus gemacht, der sehr nett, sehr gefällig, sehr lächerlich war, aber den Charakter der Rolle im Sinne einer voll erfaßten deutschen Auffassung nicht n:schöpfte. Sehr schön und mit überlegenem ^pott ver­körperte Herr Damores den Valöre, Herr G u r r e c nichtv- uutzig den durchtriebenen La Fleche Ein würdevoller KUscher untd Koch war .Herr Duparc. Etwa geziert gab Herr Roll au den leichtlebigen Cleant. Erne muntere Heiratsvermittlerin war Frl. Gravil und recM n-tr waren auch die Ijeiben Liebhaberinnen, die von den -^amen Sueneau (Elise) und Dulac (Marianemit lieblicher Schelmerei gegeben wurden. Von den übrigen find noch die Herren D u l u c (Simon und Anselm), Pellerin (Vrin- davvine) und Du rau (La Merluche) zu nennen.

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den 1. März festgesetzt.

Der Landtag hatte bekanntlich abaelehnt, 20 Millionen Mark zum russischen Milllärelal zu bewilligen und einen Beschluß gefaßt, der Kaiser möge die Militarpflichtfrage verfassungsmäßig lösen lassen. In Finnland spielt dieser Kampf um die Berfa,sung schon seit langer Zeit. Ein vom Kaiser eingesetzter Ausschuß, in dem Finnländer und Russen vertreten sind, ist zur Ausarbeitung eines (riit- Wurfs eingesetzt worden, der bestimmen soll, in welcher Weise Gesetze von allgemeinstaatlicher Bedeutung auf Finn­land ausgedehnt werden sollen.

Die Finnländer gründen auf die ihnen von Mexander 1.

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flv Chefredakteur. A Goetz.

AJr Berautwortlich für den

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, für ©bertyeffen

ü!"^d!e raqesuuuuuer Notafionsdnick und Verlag der VrüHl'schen Univ.-Vuch- und 51einbruckerei n. Lange. Kedattion, Expedition und Druckerei: Zchulstra^e 7. Auzewenteck ^'p. Beck.

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Eine Rede des Frhrn. v. Hertling.

In einer großen Zentrumsoersammlung in M ün st e r i W sprach am Mittwoch der Reichstagsabgeordnete und Zentrumsführer Frhr. v. Hertling über die Politische Lage Er griff auf die Auflösung des Reichstags im Jahre 19V7 wrSä gab einen Rückblick auf die ursprünglichen ixn schlösse des dürften Bülow, als er Reichskanzler wurde, womit Herrn v. Bethmonn durchsichtige Ratschläge gegeben wur­den, warf im Hinblick auf die Ferr er-As far e dem Libe­ralismus vor, daß er keinen Schutz gegen die Gefahren; der Revolution biete und rief dann zur Treue und zum Vertrauen in den eigenen Reihen des Zentrums auf. einzelnen sagte er, wie wir dem Bericht oerKöln. Volks- ztg." entnehmen:

Als Bülow zum Staatssekretär des Auswärtigen Amtes berufen wurde, fand er im Parlament eine ganz bestimmte Partei- gruppierung vor. In dieser Parteikonstellation bdbetc das Zen- rcum den Grundpfeiler. Bulow kam dann un >»abre 1900 an die Stelle des Reichskanzlers. Als ganz nüchterner Politiker hat er damals erwogen, daß er für die Zukunft gut tun wurde,,die Parteikonstellation, die er vortand, zu erhalten. Er sagte Jtrb, ich kann die großen wirtschastlichen Probleme, die oemnachst der Erledigung harren, nicht lösen mit den Agrariern, weck Deutschland kein reiner Agrarstaat ist, noch weniger tann ich sie lösen mit der liberalen Partei, die ja nur ein ganz kleines Häufchen bildet. Also muß ick wich auf die Partei stutzen, die jederzeit eine mittlere Linie sucht, die Linie oer Verständigung, die auch die Regierung anstrebt, und diese Part« ist das Zentrum. r. m

2em neuen Reichskanzler find wir ohne iete Vor­eingenommenheit entgegengetreten. Herr v. Bethmcmn-Hollwea wird sicher die nicht ungewöhnlichen Gaben seines Geistes und seine Arbeitskräfte in den Dienst des Reiches stellen. Ich glaube nicht, daß er zur allen Blockpolitik zurückkehren wird, er weiß,