Ausgabe 
18.3.1909 Drittes Blatt
 
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Nr. 65

Erschein! täglich mit Ausnahme beS Sonntags.

wöchentlich.

DieLandwirtschaftlichen seit-

fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Die ..«iehener Samilkn*'lfltter" werden dem .Anzeiger" viermal wachen lich beigelegl. das Kreisblatt für den Kreil Siehen" zweimal

Redaktion, Erveditlon und Druckerei: Schul- strage 7. Expedition und Verlag. e^5L Redaktion:^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerDießen,

Drittes Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 18. März 1909

# AM /A 2 XS XX XxA Rotationsdruck und Verlag der Drühllchen

B 0BI B Ka iz BI Äz r MB Iba ÄS! Unwersuäts - Blich, und Steindruckerei.

WljViyVl-

General-Anzeiger für Oberhessen

Handlung im Reichstage folgende Nesolntion angenommen:Vor- llaiid und Verwaltungsrat des Bundes der technisch-industriellen Beamten erklären: Wir halten den im Entwurf eines Gesetzes über Arbeitskammern vorgesehenen Aufbau der Arbeitskammern aus fachlicher Grundlage für verfehlt, weil er keine lückenlose untere,«envertretung gewährleistet. Wir bitten deshalb den Reickis- tag, dahin zu wirken, daß die fachliche Gliederung durch die terri­toriale ersetzt wird. Zugleich erheben mir entschiedenen Protest gegen den Beschluß der Reichstagskommission, wonach die technischen Privakangcstellten aus den Arbeitskammern herausgenommen wer- den sollen. Wir erwarten vom Plenum des Reichstags, daß es diesen! Beschluß nicht beitreten, sondern für eine angemessene Ver­tretung der technischen Privatangestellten in den Arbeitskammern Vorsorge treffen Mrd. Wir bitten zu diesem Zwecke eine Be- jlimmung in das Gesetz aufzunehmen, wonach aus den technischen Privatangestellten und ihren Arbeitgebern besondere Wahlgruppen gebildet, und für diese innerhalb der Arbeitskammern besondere Abteilungen errichtet werden."

Wohltätigkeit und Arbeiterversicherung.

Bekanntlich haben die Witwen von Radbod durch einen Dort- Rechtsanwalt: gegen den Oberpräsidenten von Westfalen, als Vorsitzenden des Zentral! ilfstomitees, Klage auf sofortige Herausgabe der gesammelten Unterstützungen erhoben. Tos Ber- halteii der Hinterbliebenen der bedauernswerten Opfer von flradbod in mit Ausnahme der sozialdemokratischen Zeitungen in den Blattern aller Parteirichtungcn mit Recht scharf verurteilt worden. Angesichts dieses Auftretens der Hinterbliebeneii, das zweifellos auch bei den Spendern der Unterstützungen lebhafte Mißbilligung gefunden hat, dürfte ein in der Sozialen Praxis veröffentlichter Aufsatz des Herrn Professor Dr. Kähler-Aachen von Interesse sem. Wir lassen die recht bemerkenswerten Ausführungen hier IVlgen:

Die Streiks und Aussperrungen im Jahre 1908.

, Das Reichsarbeitsblatt veröffentlicht die vorläufige Ueber- Ncht über die Streiks und Aussperrungen im Deutschen Reiche für das ^ahr 1908. Aus der Uebersicht geht hervor, daß die Streiks und Aussperrungen im vergangenen Jahre wiederum erheblich z u r n ckg e g a n g c n sind. Das Ergebnis ist fol­gendes, wobei wir die Zahlen des Jahres 1907 in Klammern betrugen: Die Zahl der bedeutendsten Streiks betrug 1307 <2266) Diejenige der durch Streiks völlig zum Stillstände gebrachten Be' triebe 1184 3604 , die Zahl der von Streiks getroffenen Betriebe überhaupt 4817 13 092) und die der gleichzeitig Streikenden 67 993 (192 430;. Die Zahl der Aussperrungenbetrugt181 7246? &er »twi Aussperrungen betroffenen Betriebe 1729 (5287), der durch Aussperrungen zu völligem Stillstand gebrachten betriebe 42b (1277), der gleichzeitig Ausgesperrten 44 461 (81 167). Wie nod) diesen Zahlen sowohl Streiks als auch Aussperrungen erheb­lich abgenommen haben, so ist zugleich ein ganz bedeutender Rückgang in den Erfolgen der Streiks und eine b e deutende Zunahme in den Erfolgen der Aus-

fvird:Was ihr in der Aufwallung über das Massenunglück freiwillig gab, das gebührt von Rechts wegen jedem, also auch dem, der nid't mit Massen seiner Kameraden, sondern allein für sich sein Leben einbüßte !" dann wird man sich über die Folgen un­zweckmäßiger Wohltätigkeit klar werden. Das sind 'kerne Hirn- gespinnste, sondern Tatsachen. Bald nach dem Unglück ist in Ber § arbeiterversckminlungen schon auf diese Jnkonseguenz hin- gewiesen norden. Man l-at verlangt, es solle nicht nur bei Massennnglücken, sondern auch bei jeden! Einzelunfall eine öffenb liche Hilfsaktion eingeleitet werden, denn die Lage der Hinter-- bliebenen sei in beiden Fällen die gleiche.

Run, vielleicht sind die Leistungen der Unfallversicherung nicht genügend- Darüber dürfte es doch keinen Zweifel mehr geben, das die deutsche Unfallfürsorge eine ganz außerordentlich günstige ist. In den Reichstagsverl.andlungen hätte eine Kritik sich sict erlich breit gemacht, wenn ein einigermaßen stichhaltiger Anlaß Vorgelegen hätte. Aber tatsächlich sind die Hinterbliebenen von Arbeitern, die bei einem Unfall ihr Leben einbüßen, bisher eben unendlich viel besser gestellt, als alle anderen Arbeiterwitwen und -Waisen, weis sie die einzigen sind, die überhaupt etwas; bekommen und weil sie audi unabhängig von eigener Arbeits- i sähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit durch die Unfallrenten ver­hältnismäßig günstig versorgt sind. Sehen wir die Zahlen der Radbod-Renten darauf an. Ich nehme mit Absicht die zweifellos einen ungünstigeren Eindruck hervorrufenden Durchschnittszahlen*):

*) In den Zeitungen wurde als Beispiel eine Witwe mit drei Kindern angeführt, die eine gesetzliche Rente von 1024 Mk. erhält und aus der Spende jährlich noch 375 Mk., zusammen also 1399 Mk. beziehen soll.

Die bis zunr 7. Dezember 1908 festgestellten Renten betrugen für 231 Witw. 60 904,13 M. Jahresr., also im Dnrchschn. 263,60 M. für 596 Kind. 129758,87 M. Jahresr., also im Durchschn. 216,30 M

Für jeden Getöteten sind außerdem 107 Mk. Sterbegeld I 36536 Mk. für 341 Getötete gezahlt.

Auf jede Witwe kommen durchschnittlich mehr als 2 Kinder. Das zunächst bis zur Erreichung der Erwerbsfähigkeit der Kinder sich ergebende, unbedingt gesicherte, durch keinerlei Avbeitswsig-

feü und dergl. in Frage gestellte Einkommen der Familie be- lauit nd) also, WMN man eine Witwen- und zwei Kinderie-iten. zummmenrecl net, auf 695 Mk Die Höhe dieser Summe ist nidjt Caton abhängig, ob die Frau arbeitet oder nicht. Die F-rau hat die Möglichkeit, durch Arbeit hinzuzuverdienen. Als Vergleichs- mapltab kann man am beiten wohl die Höhe der ortsüblichen, weiblichen Tagelöhne in den Städten des Regierungsbezirks Münster heranzichen: der höchste Stand war 2, Mk., Der niedrigste 1,15 Mt., also bei 300 Arbeitstagen ein jährlicher Vev- drenlt von 600 bis 345 Mk. zu erzielen. Wenn mir bei der Arberterversicherung stets den Grundsatz festhalten müssen, daß das arbeitslose Verjicherungsrenteneinkommen nie hoher sein darf, als ein durckichnittliches Arbeitseinkommen, so streifen diese ungünstig geredjnetcn Fälle also sd,on die grundsätzliche Linie.

Falsen wir aber nun die aus den Spenden hinzuttetenden Bezüge ins Auge. Zunächst sahen es die Beteiligten als selbst- oeritändlid) an, daß die Spenden bar verteilt würden. Rod) immer stellen mand>c von ihnen das Verlangen in Versammlungen ........ Zur Verfügung stehen 1900 000 Mk. In

Die Vorgänge auf dem Gebiete der öffentlichen Wohltätigkeit gclegenthdr des erschütternden Radbod-Masscnunglücks geben An- lafe äuin Nachdenken. Tas Unglück hat 342 Opfer an Toten,, hXrn'fn1 mm usnr Öinterlnnen unb Petitionen, oul xntmgung

k^?orcn Geschick m der Oefient- Betracht kommen etwa 950 Personen - außer den oben ange^ J Mitgeruhl envecken mußte und datz die rührten J-rauen und Kindern noch einige Eltern Verunglückter, i?Hcbem brtlhen 5 andererseits sowie die zum Teil noch IN Krankenhausoehandlung befindlichen

%rrüe vnh r~rfnrL ^9h {öSÜUer nachdachte, den Eindruck der Verletzten. Aur den Kopf kämen also 2000 Mk. Und wenn wir sotiawol^st^i^ nächsten wieder den von uns gebildeten Normalfall der W,twe mit zwei ^lgen ^ Unghicte hegen m go* Achtungen: Kindern nehmen, würde-ihnen ein Kapital von 6000 Mk. zu E Rur nach mehr Bergarbelterschutz erscholl ungeftum aus lallen. An sich würde nun volkswirtschaftlich sicherlich Der Ge- " Bergarbeiter; in den parlamentarischen Verhand- danke ganz berechtigt sein, Ä WMLe Wu?ch fteT s.chl?knnpn^^k^brglsch nach Ließen sick> unmittelbare Ver- setzen, daß man sic den Empfängern aus'häudigte und ihnen damit Sff V -Bestimmungen bisher nicht nach- ermöglichte, sich ein Haus zu kaufen, ein Geschäft zu beginnen

weilen, so blieb doch vu .Murmcr harnten aur mögliche Ver- oder irgendwie sonst eine neue wirtschaftliche (Sintern Harars bessemngen und Fortschritte der gesetzlichen und polizeilichen An- zu bauen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht groß daß bi-fc >Die7nL'^.^? dem ist hier nicht weiter nachzugehen. Summen wirklich für solche Zwecke daüe^ TnS 2BofrititinSit Tnl9ernJ»CV«, Anregung der olfentlichen I würden. Handelt es sich d.'ch um geschäftlich unerfahrene Frauen, nin^ ^!!^E^. '^A..^"nprlnzenpaar sammelte selbst, und jungu Die mit solchen Summen n cht umzugehen gewohnt sind und bald

menschlich schöner Zug von der Menfchenfreunde siildoii würden, die, durch die Aussicht aus sichere ?. »en Oprerw.lligkiit der Kronprinzesnn, die einen Schmuck Beute angelockt, sich liebevoll ihrer annehmen uild ihnen mit um besten der -Sammlung verkaufte. Das Ergebnis dieser Samm- Ratschlägen zur Hand gehen würden, bis E nur der Ant S ÄÄ"0 30r Sil SBeftfalen Hl- brr Frau, fonbern auch brr b-n Ld°nr Srig^ Aaleil E

> t bte.tonwaitflnadnre ».U» ichlrunden Warr. TaS VarmunbsckastSjirricht würbe zudem die Z^itralhilfskomitee unter Vor Auszahlung der den Kindern gehörigen Anteile kaum AiHancn j ß des Oberpraiidenten. Wie üblich, wurde der Reinertrag von! Würde das Geld auch nur an die Frauen bar ausaezabA io imlrfr kften^fCi,tCrc§ schwerlich als Notpfennig aufgespart, sondern in vielen Fällen kleine Galnu' s-llerorts lamen große nnd alsbald verbraucht werden nach dem alten Erfahrungsgesetz: Wie

7^0 Oavcn,^nynachlen stand vor di-r Ture und die MildtcUigkett I gewonnen, \o zerronnen. Zudem würde die ciaentfirfip Nnrn-

» UNI? VClrflflcCl 111 (IpfifllT'ia (1111 AP n I o» {7 ( (' t -y v , wemi dies Geld verb^raucht^ist^die

ß! > a/ben. Das Ergebnis der Sammlungen, ersten zwei, drei Jahre lebte man ganz behaglich- zur Rente

Mt .ÄCfl tTöfo,?ltee rund 1600000 fonnnt das Geld aus der Spende. Sobald das Geld verbraucht

außergewöhnliches Ergebnis bei einem ganz ist, würde die an sich ausreichende, eine volle Sicherung gewährend- außer gewöhnlich idiwereil Ungludsfallc Soweit ist also alles Rente aber nicht als solche anerkannt, sondern b ic e ins i qe b f cib eiJbe APtifhrhpUUs7ti Hllse war schnell und umrassend bereit. <20 Empfindung würde die jein:es ist weniger geworden wir müssen tätige b2iefc Vfinbm^Teutschland doch noch werk- uns einschräntin.7 ES wäre damit also die llnzufriedenhrü qe- t fn Sna Airlo ... uoeckt, deren Entstehung man doch möglichst verhindern wollte,

ln 9C1, ^-NHItättgkelt so oft das gute Herz mit I als man dem großen persönlichen Schmerze Der Betroffenen in bau Verstand-durchg-ht, so auch stnr. Nicht di-Art der Organi- reicher SDlilbtitigföt Traft brinaen wollte ^tronmen m

ist unv^zuglick) ausgezahlt Worten: dazu hat diel werden sollen, so lange die Unfallrenten laufen. So wird Zeche die Beerrigungskosten übernommen; außerdem sind von l wenigstens der überraschende Goldregen verhindert und eine reael- s°«°° Mp zur Ve-stimmg mäßige Verteilung und 7ineSTSS ÄtaR gestellt. ^La. hritzt das. ~a» heißt zunächst, datz der, Arbeit-! reicht. Zudem sind ja solche Rentenansprüche im Falle des B«-- 2i-K(iSnl >lr HCplirC,C^ 1^q ^rpslichtniigen hinaus sofort mit I dürfnisses ähnlich einer LebenSver'ick erungspolize der Bele'ihuna erheblichen Mitteln zur Linderung augeublickticher Not ringe- fähig und können als Unterlage rür die Beschaiinnn einea ^l^a 1 t?er einen Millionenschaden ver dienen, wenp' die Witwe sich damit eine Eristenz gründen will

tzt. 'Dns aber erinnert ferner Daran, daß Deutschland und Deren 'Grundlage oertrauenswürd?g ÄeL

f fein mbPn 95C? ld>: -.-9C}L9.cf[c Fürsorge größten -Stils ^0 scheint durch diese Einführung Der Vers ich ovu ngsäedänkens r Blunden Ereignisse besitzt, Die auch in Diesem rvalle l fii Die Wohltatigkeitspraxis wenigstens einigermaßen wieder ant

S-.au -mb throu Zweck -nüllt bat. Es ist bach fi-ma-tt. was burch di- V-rkmüun^ uMT alLchlrum merklvi.rDrg, Daß der Bau unserer Arbeiterversicherung, den wir l rn der Oefsentlichleir aeickad n ife Wn-r mn. n ra r ung mir dem jährlichen Aufwande von einer halben Milliarde be \ Eit hoÄ nSt ?orübeSn la en nht

^rltungssLhige Organe geschaffen haben, gegen welche amrenden wo wir vorn Auslande bewunderte i,,.d ?rt

Die Geschädigten einen klaren Rechtsanspruch haben auf dauernde dichte zweckmäßige Efirrick Lngen zur kV

Unterstützung." Tie große Erschütterung ber öffentlichen Meinung fffi TefeS? unfeßiSft?nfffnriAtSiÄnTSS ")? & durch solchen Unsall sollte gerade Die Größe der vor'orgenDen Ein-leeret für welche sie bestimmt sind in intiereä

Utugek-brt: W-lck- Gebauten müssen ,a bm Steifen ________________________________

Hntterbllebenen, m Den Kreisen Der Bergarbeiter, schließlich aller ----------

Arbeiter durcki diese überschwänglich reiche Mildtätigkeit wach- yOlltSfCbC

gerufen werden? Wer nnlt es ihnen mrdenken, menn sie Der Der Rund der

Ansicht werden, daß die Unsallfürsorge noch nicht genügend ans- L . . T led)Nlsch-industriellen Beamten

gebildet sei? Wenn aber Den milDtätigen Herzen Dann die Rech ! öcr. ^L?n vl r b e 11 s ka m m e r v 0r l ag e und ihrer Be- nung präsentiert merben wird, menn die Arbeitersdwst erklären1 r,rtnhf,mrt 1M1 -------

fiperr u ng en zu verzeichnen, denn es hatten nach ber amtlichen! Statistik 682 (963) Streiks keinen Erfolg, Dagegen 114 (112 'Aus­sperrungen vollen Erfolg. Gegenüber Dem Rückgang Der Zahl dieser Bewegungen bedeutet dies ganz wesentlick) größere Prozent­sätze. Die Streiks im Jahre 1908 stehen ihrer Zahl nach etwas über dem Durchschnitt der Jahre 18991903, Die Zahl ber Streikenden ist etwas geringer als im Jahre 1907. Die Zahl der Aussperrungen ist größer als 1906 und geringer als 1905, Die Zahl Der Ausgesperrten ist um etwa 9000 größer als im Jahre 1903.

Frauen gegen den Arbeiterinnenschntz.

In Norwegen hatte Das Sozialkomitee als Schutzbeftimmungen für Die Arbeiterinnen vorgeschlagen: Verbot der Arbeit während seckss, bzw. vier Wochen nadj Der Entbindung. Verbot der unter­irdischen Frauenarbeit in Bergwerken und Gruben und Verbot der Frauennachtarbeit für die Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Dagegen hat nun, wie DieSüDwestdeutsche Korresp." ans guter Quelle erfährt. DerNationalrat Der norwegischen ö-rauen" an Das Storthing Das dringende Ersuchen gerichtet, dia Entscheidung über die besonderen Schntzbestimmungen für Fabrik- arbeiterinnen solange auszufetzen, bis die anzustellenden weib­lichen ^abrikinspektoren in Norwegen selbst die nötigen Erfahrungen gesammelt haben, und bis die Frauen als Stortlfingwähler ihren Einfluß auf die Entsck)eidung geltend machen könnten. Sachlid) begründen diese Frauen ihren Widerstand Damit, Daß Das Verbot Der Nackstarbeit nnD untcrirDifdien Grubenarbeit Die Frauenallzu­sehr in ihrer Erwerbsmöglichkeit beschränken" würde. Sonack) können also auch Wohltaten zur Plage werden, wenn sie aufge­zwungen ersdieinen. Das ist übrigens derselbe Vorgang, der im vergangenen Jahre vom britischen Gewerksckiaflskongreß gemeldet wurde. Dort handelte es sick; um Maßregeln zum Schutze der Frauen in ungesunden Betrieben und um Verbot der Frauen­arbeit in der Metallpoliererei und -Dreherei. Tas Verbot wurde ledoch auf Veranlassung der Frauendelegierten abgelehnt.

ÖanöcL

Buderus'sche Eise n w e r f e. In der Alcksichtsrats- sttzung am Dienstag wurde der Rechnllngsabschluß für 1908 uor- qelegt. Der Robgewiiin stellt sieh auf Mk. 2 443 997,75 (im Vor- labre Mk. 2 993 691,75). 91 ad) Absdireibuiigen in Höhe von Mk. 1 309 848,95 (Mk. 1 300 985,30), Zliweisluig zur Eiileilerungs- Rlicklage in Höhe von Mk. 300 000, (Alk. 400 OüC,-), lufamincn Nlk. 1 609 848,95 <Mk. 1 700'585,30), verbleibt ein Reingelviiin von 'Bif. 834 148.80 (Alk. 1 292 706,45), zu welchem der Vortrag aus dem Vorjahre von Mk. 170 342,80 (Alk. 43307,34) tritt. Es wurde beschlossen, Der am 19. April d. I. in Frankfurt a. 9)1. slattfiudeudeu Hauptversammlung folgende Oiewimwerweiidung vorzuschlage,r: Zuweisung zur gesetzlichen Rücklage Nlt. 41 707,44 (Mk. 64 635,32), 6 (8) Proz. Dtvidende auf Alk. 10 500 000 Alk. Aktienkapital Mk. 630 000, (Alk. 840000,-), vertragliche und satzungsmcitzige Vergütung an ^Aiiisichlsrat, Vorstand und Beamte Alk. 88 814,38 (Alk. 161 035,67), Belohmmgen an Beamte imd für gemeimiützige Zwecke Alk. 30 000, (Alk. 40 000,), Belohttungen an Arbeiter Ulf. 40 000, (Alk. 60 000,), Vortrag auf neue Rechnung Alk. 173 939.78 (Alk. 170 342,80). 3

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Freitag den 19. März, nachmittags 5 Uhr: Versammlung des Gemeinde-Frau en ver eins der Al a r k u s g e m e i n d e.

Irraelitische Keligionsgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag Den 20. März 1909:

Vorabend 6.15 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr. S chriflerkläruug.

Sabbatausgaiig 7.25 Uhr.

Israelitische Keligionsgesellschaft.

Gottesdienst.

©abbatfeier am 20. März 1909:

Freitag abend 6.10 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

9lachmiltags 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 7.25 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6 45 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Nur die echte Scotts Emulsion, keine Nachahmung!

Der Weltruf von Scotts Emulsion bürgt für die Güte des Präparates, und die mit ihm erzielten Erfolge sind unbestritten. Billigere, vielfach minderwertige Nachahmungen von Scotts Emulsion hat es von jeher gegeben und neue Lauchen immer wieder auf.

«Es hieße aber am verkehrten Ende sparen, wenn man anstelle des altbeivährten Originalprä­parates solche Nachahmungen kaufen wollte, denn nur der Er- folg entscheidet, und diesen hat die echte Scotts Emulsion auf- l^D-riah^ zuweisen. Darum Vorsicht beim Einkauf. Man bestehe darauf, die echte Scotts Emulsion mit unserer bekannten Fischerschutz- marke zu erhalten und lasse sich keine Nach­ahmungen aufreden!