Ausgabe 
22.1.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 18

Zweites Blatt

La 9. Jahrgang

Erscheint täglich mti Ausnahme deS Sonmags.

General-Anzeiger für Gberhrffrn

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von Deisvielen belegte er die Bebanvtilng der vrennischen Regier ! ab KU der Angelegenheit des Geheimen Legationsrats ung, daß in den polnischen Gewerkichauen v o l n i s ch e P o l i t i k |Anfang Oktober vorigen Jahres erhielt er durch - ____ _____v ,_____... S.r mAhiimihiA.n '''i >(. Iliillin hfl l> V ' ° .

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Das Haus hatte sich immer mehr geleert, neben wenigen Mit­gliedern anderer Parteien bildeten nur Sozialdemokraten und Polen zn nie ist die Corona. Tie Bänke der Konservativen ivaren während des größten Teiles der Sitzung bis au* den leigen Platz leer; diele Krakiion hatte vermutlich ivlchllgeren Rat zu pflegen. Zum Abend ivar der Reichslagssaal für den koloniaipolitischen Porirag des Herrn Dernburg verjagt und mem fürchtete schon, daß cs heute bei Den beiden Znterpellationsreden fein Bewenden haben müsse. Um */a5 Uhr kam dann doch der Staatssekretär noch zum Wort und auch er sprach anderthalb Stunden. Tas Material, dos ihm in den Weihnachtsierieii und auch hernach noch bis in die letzten tage von Polen und Soztaldemolralen und auch von sreisinnigen Abgeordneten übergeben >var, in einem dicken Aktenstoß vor il)m. Aber er Halle noch weiteres Material und dieses war, jo- iveit es die A n t w o r t der p o l n i s ch e n I n l e r p e l l a t i o n g a l t, v o n v e r li i ch t e n d e r W u ch l. Er führte den unwiber- leglichen Beiveis, baß die polnischeBerrsiLvereniigung' sich em- fügt ui den geschlossenen Kreis der g r o ß o o l n »s ch e n Organi­sation und ihrer Aspiralioiien seit dem Jahre 1894, wo der

ein Schreiben aus Stuttgart Kenntnis von der Anschul­digung gegen Geheimrat Hamann, daß dieser vor fünf Jahren einen Meineid begangen habe. Er habe sofort den Beschuldigten befragt, und dieser habe die Aufklärung ge­geben, daß man versuche, durch Inszenierung eines Skan­dals in einer Ehescheidungssache Ansprüche zu erreidjcit, die auf zuvilrechtlichem Wege zu erreichen nickst möglich seien. Er habe den Bricfjcyreiber dahin beschieden, die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren eingeleitet. Er habe den preußischen Justizminister ersucht, ihn über das Ergebnis der Untersuchung auf dem Laufenden zu halten. Als dann die Broschüre erschien, in der der angegriffene Beamte der Verlegung der Amtspflicht beschuldigt wurde, hat sowohl das Auswärtige Amt wie Geheimrat Hamann Strafantrag gestellt, iuib die Broschüre wurde beschlagnahmt. Die Beschlagnahme wurde daun durch Gerichtsbeschluß lvieder ausgehoben mit der Begründung, die Broschüre stelle keine strafbare Handlung dar, da sie nicht für die Oesfentlichleit bestimmt sei. Geheimrat Hamann habe die Aufhebung dieses Gerichtsbeschlusses verlangt und für den Fall, daß diesem Anträge nicht ftattgegeben iverde, die Diszipliuaruntersuchung gegen sich beantragt. Danach sei seitens der Behörde iuib seitens des beschuldigten Beamten alles geschehen, um eine gerichtliche Aujllärung herbei­zuführen. Im übrigen wurde die Sitzung der Budget- kommission durch vertrauliche Mitteilungen über die Sallan* frage und über Ääarolko ausgesutlt.

Bänken red)i6 und links vom Zentrum.

Jin zweuen, aber sehr viel kleineren Teil seines Doitrages ging Herr v. Bell,mann-Hollweg auf den anderen Teil der Be- jchwcrden em, den nichlpolnijchen. Hier hot sich in den Akten Dec freisinnigen F r a k t i o n s g c in e i n s ch a i l^ B e - j ch w e r d e m a t e r i a l angeiammeli, und hier klang die Stimme des Staalsf-krelärs doch eiwoS resigniert. Freilich, mich von den freisinnigen Banken ivuide ihm jiiijeliunmi, olS er nad) (Xroueruih, der einzelnen Beschwerde-auppen dos Hous zum Zeugen aiüriei, da» er lüt seine Person, und der üonzler, den er hier zu oemeten hol, ehrlich und nachdiüttlich olles getan babc,~ um für eine Ans- 'üljrung des BereinsgcsetzeS m dem liberalen Sinne, in dem dies comolS bei der Beioiung zugesogt, zu soigen. Und and) die Vanöesregienm .en, die für die Ansnirirnng der Gesetzesbestiinmungen un einzelnen zu. soigen hoben, nahm er gegen |eöen Borivuri in Schlitz. Aber auch heute ninnie er enischuidigenb daran' hm- ivelsen, dog bei der kurzen Zeil seil Jnkraliireieu des Gesetzes Irrtümer und Beisehen von unieien Beoinien DOifommen können, und man hülle das Gesicht, dog er die slooisreaMicheu Schranken innerlich bebaneue, die ihn daran hindeneu, auch au' die iveiieren ciaöien der Exelmive beftimmcnbeii und (onuollieieiiben Einfluß ui nehmen. Und hierüber ivird morgen in der Besprechung bei Interpellation ivohl noch einiges gejagt werden.__________________

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Deutschland und Frankreich.

Eine Meldung, die der politischen Phantasie den denk­bar weitesten Spielraum läßt, veröffentlicht das Madrider AbendblattAtundo" nach einer angeblich authentischen Information aus Berlin. Hiernach verzichte Deutschland zn gunsten der Freiheit des französischen Vorgehens irr Marokko dort auf jede aktive Politik. Die Basis des fran­zösisch-deutschen Uebercintommens bildeten wirtschaft­liche Zugeständnisse in Marokko an Deutsch­land. Das Auswärtige Amt habe die Presse für den Ver­söhnungsplan gewonnen und die Einstellung der; gegenseitigen Polemik bestimmt.

LGGSEGGNSEDGGGGGDGG» Man lese den Gießener Anzeiger grotzte und reichhaltigste Tageszeitung Gberhesjens.

Auflage über MW Expl.

5llle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts-« stelle des Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf dertz Gießener Anzeiger entgegen.

Freitag?2. Januar 1909

a . Rotationsdruck und Verlag bet VrühNchen

1 ilnioersilols - Buch- und StembrudcrcL

R. Lange, Gießen.

Redaktion, ErvodiNon und T ruderet: Schul* ftrafee 7. ErpediNon und Verlag: e=8»? 5L Redaktion:e^>112. Tel.-AdruAnzeigerGießen»

getrieben wird, heraus sogar ans der roaimwitzigen Ausfassung, daß die rote westfälische Erde polnisches Land sei. Den Sozioldemo- traten führte er Zeugnisse von den maßgebenden Männern der sozialdernokrotiichen Arbeiterbewegung vor: Artikel der Bergarbeiter- zeilung und Erklärungen des Abg. Huä, und dem Zentrum, dos die Interpellation der Polen mit unterzeichnet hol, las er Stellen vor ans Berichten der chrisllicl'en Gewerkschaslsjekreläre und haue einen Sch.vurzeugen tu dem Abg. GtesbeilS. Ltill und betreten daS Zentrum do, als der Staatssekretär em Zitat noch dem andern ans dieser polnischen, angebhd) jo unpolitischen Gewerk- sdia'lspresie uorlrug, worin die polnischen Arbeiter a u getorderl werden, aus den Zenlrumsgewerk- ichoften onszutreten und den .deutschen Feind­in i l B e r o d) l u n g z u behandeln, und nicht b u r d) G e - brand) deutscher Worte einen Benot an b e r heiligen polnischen Sache zu begehen. Um so lauter Hangen die Hört I Hönl-Rufe von den konservativen und liberalen

Die(Siebener $amiIienbl5tterM werden dem Anzeiger' viermal roödieiulid) beigelegt, bad Kretsblatt für öen Kreis Gletzrn" zweimal wöchentlich. DteLandwirlschafll'.chr« Seit» fragen0 erscheinen monatlich zweimal.

haffer gewesen, und das verzeihen die Tyrannen nicht. Er hat immer vorwärts und aufwärts gestrebt, und barum das höhere Recht denen gegenüber gehabt, die ihn haben herunter- ziehen wollen. Und darum iii er einsam geworden. Er hat die bitteren Kelche des Lebens als Medizin genommen und es als seine Psticht angesehen, alles zu leiden nur nicht Erniedrigung und Unfreiheit. Er hat die Menschen nie ge- haßt, aber er ist bange vor ihnen gewesen schon in der Jugend.

Als im Jahre 1882 StrindbergS NovellenbandSchwe- dische Schicksale und Abenteuer* erjchien, hieß eS aus dem Umschlag dcS ersten Hcfles, es sei die Absicht deS Verfassers, in kleinen romantischen Erzählungen Schilderungen aus der Sitten- uud Entwicklungsgeschichte des VatcilandeS zu geben, die in chronologischer Ordnung schließlich ein zusammen- hängendes Ganzes bilden sollten. Strmdberg hatte sich also eine ähnliche Aufgabe gestellt, wie etwa Gustav Freytag in seinen .Ahnens und wie Freytag von seinen .Bildern aus der deutschen Vergangenheit^ zu seinem Romanzyllus kam, so Strindberg von seiner Kulturgeschichte »Das schwedische Volk' zu diesem Novellenkreis. Die erste Reihe der No­vellen fällt in die sozialistische Epoche Strindbergs, mitten zwischen deren negativen Pol,5)a8 rote Zimmer* (1879), und deren positiven Pol, dieSchweizer Novellen« (1885), bis der sozialistische Strindberg sich schließlich in den tnbi* viduallstischen des herrlichen Romans »Am offenen Meer' verwandelt. Dazwischen entstand eine ganze Reihe ehrlicher Bekenntnisschriften, so die bereits erwähnte .Beichte eines Toren', Inferno" und .Legenden'; die alle beweisen, daß Strind- bergs Pessimismus in seinem tiefsten menschlichen Wesen be- schlossen liegt und letzten Endes die Frucht einer verdüsterten Kindheit ist, deren erste Eindrücke Furcht und Hunger waien. .Die Erziehung', erzählt er,bestand aus Zausen, Schelten und Gehorchen. Das Leben nahm das Kmd mit Pflichten, nichts als Pflichten, mit keinen Rechten in Eiupfang. Die Wünsche aller durften sich gellend machen, die deS Kindes wurden unterdrückt. ES konnte nichts anfasien, ohne ein Unrecht zu tun, nirgends stehen, ohne im Wege zu sein, fern Wort sprechen, ohne zu stören. Schließlich wagte es nicht mehr, sich zu rühren; seine höchste Pflicht und seine hüchjte Lugend war, still auf einem Stuhl zu sitzen und ruhig zn sein.' Als junger Bolksschullehrer in Stockholm litt er un- jZgl'ich unter der Pedanterie eines altmodischen Schnldnll- iystemS und fühlte sich viel eher als der heimliche Ver- bündele seiner Schüler, denn als ihr Ziichtmeister. Ent­sagungen aller Act brachten in ihm schon früh die bittersüße Frucht des Zweifels, des Mißtrauens zur Reife; Leiden machten feinen Blick groß, Tränen wuschen ihn klar. Und

August Zttindbrrg.

Zum 60. Geburtstage de§ Dichters, am 22. Januar 1909.

In Strindberg hat das Verhältnis zwischen Mann und Weib in der Gegenwart seinen klassischen Dichter gefunden. Er kommt als Rechtsanwalt des Mannes und Ankläger des modernen Weibes, der ,neuen Ehe' der Frauenbewegung, und wohl nie hat eS einen besseren Ankläger und Kläger ge­geben als ihn. Denn dieser Dichter stammt, wie Julius Hart einmal recht treffend sagte, aus den infernalischen Reichen, wo man nur von einer Natur der Vernichtungen weiß. Aber die köpfe der Hydra, die er abschlägt, finb immer wieder da; das Weib, das er erwürgt, lebt in ihm selber. In seiner tiefsten Natur wohnt ein Weib, und wenn er uns die große psychologische Wahrheit sagt, daß wir alle Bastarde sind, jeder Mann em Weib und Mann und jedes Weib em Mann und Weib, dann wißen wir, daß sie bei ihm zu ziemlich gleichen Teilen gemischt sind, so gleich gemischt, daß keine Liebe mehr zwischen ihnen aufkommen kann. In diesem Punkte gibt es für ihn keinen Zweifel: das Weib ist eine Teufelin, und keine Farbe ist ihm zu stark, zu grell, sie in ihrer ganzen Nacktheit darznstellen. Er haßt das Weib, weil es seiner Liebe nicht würdig war, und sein Haß ist echt, seine Rache ist wahr. Dieser anlifeministische Standpunkt, wie ja auch Weininger ihn vertrat, hat dem Dichter nicht nur die Feindschaft der Frauen zugezogen, auch die Manner stimmen ihm nie gern und mit voller Ueberzeugung zu, weil ihr sexueller Egoismus sie das Weib immer lieber so sehen läßt, wie sie eS haben wollen, wie sie es lieben wollen.

DaS Geschlechtsproblem hat Strindberg in vielen No- oeHen und Dramen erörtert. Sie sind wie die .Beichte eines Toren' echt menschliche Dokumente.Der Stern der Ehe­tragödie ist vielleicht der, daß seine Erotik, eben un Begriffe, sich zu individualisieren, mit der .höchsten Steigerung ihrer seelisch-nervösen Aktivität eine kongeniale weibliche Erotik an- zog, einen EroS, dessen Seelenhunger so gewaltsam ist, dav er alle Bande der ftonoention tückisch durchfeilt.' (Eßroein). Der flammende Haß, der an seinen Werken nutgearbeitet hat, ist nur der Revers eines gefährlich-großen LiebesbedursntsseS, denn in Strindberg, mit so heftigem Ruck er sich auch ans der Niederung mißglückten Lebensglückes aus seine einsame Geisteshöhe zurückschwang, stecken hundert kleine liebens­würdige Züge; mit einem Wort: er herrscht, wie er m seinem reifen autobiographischen RufeEinsam" sagt, über seine Seele, in allen Fällen nämlich, in denen man ein Recht zu herrschen hat. Er ist nie Tyrann gewesen, sondern hat sich nur nicht tyrannisieren lassen wollen, und das leiden die tyrannischen Vlenschen nicht; dagegen ist er immer Tyrannen-

mdem er so die verborgenen Fäden sah, von denen die Puppen des Welttheaters bewegt werden, erkannte er die ÜnmÖglichkeit, den Siompromtsien der Gesellschaft recht zu geben; sein heiligstes Gesetz war die nie verklingende Stimme der starken brausenden Natur.

ImInferno* offenbart sich Strindbergs LebenZprinzip; sein faustischer Zwiespalt, aufs stärkste; nirgends sind Liebe und Haß so scharf aufeinandergeplatzt rote hier, selbst die kleinen Zufälligkeiten des Alltages werfen hier gigantische Schatten. Strindberg wurde sich auf diesem Gipfel seiner Entwicklung deutlich bewußt,daß sein persönliches geistiges Streben und sein Zwiespalt auch Streben und Zwiespalt seiner Zeit war, in der Liebe und Haß, Nlechamsmus und Okkul­tismus, höchst Triviales und Sublimiertestes sich genau so hart stoßen, wie in seiner aufgewühlten Seele'.

Der zum Teil genialen SatireSchwarze Fahnen' ließ Strindberg vor kurzem die drei Teile desBlauen Buches' folgen, dessen Aphorismen und Betrachtungen den Höhepunkt seines dichterischen Schaffens kennzeichnen. (Wir gaben in Nr. 165 der Familieublätter eine Probe daraus. D. Red.) Als Fünfundfünfziger schrieb Strindberg dann seine ersten 'Märchen; mitten auS dem täglichen Leben geholt, zeugen auch sie von dem ungeheuer reichen Innenleben des Verfassers, der hier plötzlich allen Pessimismus überwunden zu haben icheint.?llles, was ich jetzt noch schreibe, wird die Synthese meines Lebens', sagte Strindberg im Jahre 1903, als er an die Abfassung der Rlärchen ging. Das Märchen ist ihm das Symbol der Versöhnung geworden; es gleicht alle Gegensätze aus und vereinigt den Revolutionär Strindberg mit dem Utopisten, den Nationalisten nut dem Mystiker, den Satiriker mit dem Jdyllendichter, den Weiberhaffer mit dem Frauenlob, den Skeptiker mit dem Gläubigen.

Im Herbst 1907 eröffnete Strindberg in Stockholm fein Intimes Theater", das sich die Aufgabe stellte, die kleinen dramatischen Werke seines Direktors, z. B. feine Kammerspiele, so viel wie möglich zur Aufführung zn bringen, während er 1908 sein neues historisches DramaDer letzte Ritter' dem Dramatischen Theater in Stockholm einreichte.

Eine tiefdurchdachte psychologische Arbeit über Strindberg hat Hermann Eßwern geschrieben. Ich habe es hier nur als meine Aufgabe betrachtet, daran zu erinnern, was Strind­berg uns bedeutet. Vielleicht führt dieses Niemento den Einen oder Andern zu Eßwems trefflichem Buche und weiter zur Lektüre der Werke Strindbergs, die jetzt in einer meuter* haften Uebersetzung von Emil Schering un Verlage von Georg Müller m München erschienen sind. F. D.

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Z n bet S i e ii e r k o ni rn i j j i o n des Reichstages wurde ein Auliag des Zentrums angenommen, den Gesetzenlwur' über den Zwischenhandel des Reiches m u bräunt- mein einer S u b k o m m i s s i o n zu übetroeiien unter Ablehnung ccs § 1 der Vorlage und mit dem Zusatz, eine wesentliche Herab- jetzimg der Kontingenlsspannung von 20 Mark m Erwägung zu ziehen.

Die AuSschmüdungskom Mission deS Reichs, tages bai niu acht gegen zwei Stimmen nad) langer Debatte befailofien, daß die Iankjchen Bilder nicht wieder in den Reich-tagssitzungssaal gebracht werden sollen. Im übrigen ist Die Frage, ob und wo an anderer Stelle im Reichstage die Bilder angebracht weiden sollen, und welche Berhandlungen mit Pro essor Zank gepflogen werden sollen, bis zum 23. d. M. vertagt worden.

Die sächsische Z w e i t e Wammer hat gestern das Diäte ngesetz angenommen, wonach die Mitglieder des Land­tages iur e ne Sitzungsperiode des Landtages eine Pauschalsumme von 30U0 Mark erhallen. __________________________

öi umeriieai ftni, weidti ,l an einer

Vernaramlanf

t Lametag, den ZS. gar. ds V Udr, im oberen Laa/ verberge zur Heiuuu sm t, leilMehmn.

Ter Vorstand.

Stimmungsbild aus dem Reichstage.

Berlin, 21. Januar.

Die Handhabung deS VeremSgesetzeS.

Wieder Hai ein Hebeiiebenöcr aus aller großer Zeit die Augen geschlossen, das letzte Mitglied des konNituierenden Reid)Stages neben Bebel. Zu Beginn der heutigen Sitzung widmete der Präsi­dent dem balnngegangeneit Alterspräsidenten des Reichtages «Ürafen Hompesch einen bewegten Nachruf; nach Beendigung bei Sitzung veransiallete die Zenirumsfraknon, deren langjähriger Borsitzender er gciueien war, in ihiem Fraftionszirnmer eine irauciieier. Tie Erinnerung an große uaxlanuntarüd)e Zeiten und ihre großen Manner roufle nad). Wahrend der beroenJNeöen, Oie in den ersten vier Sttmden der füniemljalbfiüubigeir Sitzung gel allen wurden, wie anders find die Ze>ten geworden, wie anders zum Teil ihre Mäniier! Auf der TageSordimng standen die I n t e r p e 11 a 11 o ii e n der S o z i a l d e in o k r a t e n u n d der Bolen über bie Handhabung des Vereins» gesetzes, die nach den Erklärungen des Herrn v. Bethinann- Hollweg im Dezember vorigen Jahres füglich hätten als erledigt gellen rönnen. Er hatte damals die Beschwerdeparteien auf- gefordert, ihm ihr Aiaterial zu übeimiiteln unb sie balz» von dieser Ausjoi derung Gebrauch gemacht; em Ma'-rial von 10U fallen. Tiese Hetakombe ivurde von den beiden Interpellanten heute auch von der Tribüne deS Re»d)Stages herab der Oesfentlid)leit geoufeit. Ter Wortsiihrer dec Sozialdemokraieti war der Abg. Brey. In id)läinger Monotonie registrierte er die einzelnen Jalle^ einen hinter dem andern unb einen rote den anderen; polizeiliche Lchika- nierung unb Belästigung von Arbeitervereinen und Geiverkichaits- oecsammlniigen, bie mit dem Geiste und dem Wortlaute des BeremsgeietzeS nicht im Einklang ständen, unb neben den Maß­nahmen uub Beriügungen bei" Behörden btldc'en Urteile der Ge- cid)te bis hinauf zum r)ieid,sgerld)l den Gegenstand seii»»r so?- sihlverden, Begrisssbeitimnumgeii, bic der ge>oerljchastlid)e" Idtiguiifl oon Organen der Arbeiterbewegung einen pol"'sch->n LharaUer aiupiaglen. Es war sehr bemerkensivert, daß der Ber- treter ber jozialdenrokratischen ßratuon es oblehnte, den Staats­sekretär für die e angebliche Berletzung des Ve'emsgejetzes trgend- ivie veraniivorllich zu machen; er äußerte un Gegenteil m aus- drüdilchen Worten volle Achtlmg vor den veriasjungs- und ges-tz- mäßigen Ausiatzungeii und Absichten des Herrn v. Beihmann öoUiueg. T i e unteren Organe bei den Landesbehord-n ^andesbehorden waren für ihn die Schuldigen. Ten besonders polniichen Teil der Beschwerben, bie Handhabung des Sprachen- Paragraphen, streifte Herr Brey nur kurz, er überließ das dem pveiten Interpellanten. Tiefer servierte, gleichfalls <n zwei­stündiger Rede, dieselben Beschwerden in polnischer Lance.

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-------.-l «xV.u_____stand aesbern der Etat des Auswärtigen Anrts zur Ver.- Es Äku^°s d«S H°utkg°.>Jn!^ Mit $utien6enll)anbhui0. Der Staatssekretär v. Schoen gab eine Erktärung

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las, den 21 Januar M uachwlktags 3 h llhr.

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