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27.
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Deutsches Reich.
Der Kaiser nahm am Mittwoch nachmittag im Königs. Schlosse den Vortrag des Reichskanzlers von Bet h mann-Hollweg entgegen. ,
Ans Straßburg wird gemeldet: In der Gemernde- ratssitzung am Mittwoch wurde u. a. das Abkommen wegen eines Verkaufsrechtes von 1/4 Millionen Quadratmetern Bauland bei Neuhof an die gemeinnützige Baugenossenschaft zur Errichtun g einer Gartenvorstadt mit zu-
der ganzen Sitzung an. _
Wien, 20. Oft. In der heutigen Sitzung des Herren- Hauses dankte der Präsident Fürst zu Windifch-Grätz nach der Vorstellung des wiederernannten Präsidiums durch den Ministerpräsidenten für die Ernennung und erinnerte sodann an den glänzenden Verlauf der Tiroler Jahrhundertfeier, bei der ebenso wie am Tage des Eintritts des Monarchen m das 80. Lebensjahr die Gefühle tief eingewurzelter unauslöschlicher Liebe und Treue der getarnten Bevölkerung Oesterreichs für den Kaiser und das Herrscherhaus in glänzender Weise zum Ausdruck gekommen seien. Nach einem Hoch aus den Kaiser schloß der Präsident dre <Ätzung. Nächste Sitzung morgen.
Ofen pest, 20. Oft. Das ungarische Telegr. Korr. Bureau meldet aus Wien: In dem heutigen ungarischen Ministerrate, der eine halbe Stunde dauerte, forderte der K 0 n i g in einleitenden Worten die Minister auf, ihre Anschauungen über die Lösung der Krise darzulegen:, wobei er betonte, es sei wünschenswert, die Koalition aufrecht zu erhalten, «ue Minister legten daraus ihre Anschauungen dar und betonten, eine verfassungsmäßige Lösung sei nur möglich, wenn entweder die Mehrheit 'oder die Minderheit des ungarischen Abgeordnetenhauies mit der Bildung des Kabinetts betraut werde. Wenn auch die Aufrechterhaltung der Koalition! ausgeschlossen erscheine, würden sie dock) in dieser Rickstung ihre Bemühungen svctsei-en und dem Könige hierüber berichten. Der König erklärte hierauf wiederholt, er wünsche eine verfassungsmäßige Lösung der Krise und ersuchte bv? Manisch, chimn Entschl'll abzuwurtev. und dahm zu wirken, daß die schwierige Lage Nicht durch unvorhergeiehcne Umstände noch mehr erschwert werde. Die Minister reisten heute nachmittag nach Ofenpest ab. Bor dem Kronrat hatte dec Komg den Grafen Andrassy und sodann den ungarischen Vcmisterprcsti- denten empfangen.
DieReise der Zaren.
Odessa, 20. -Oft deute vormittag um 10 Uhr 30 Min. traf die Kaiserjacht „Standart" hier ein. Auf der Landungsstelle und dem Wege bis zum kaiserlichen Zuge wurde der Kaiser von den Militär- und Zivilbehörden, den ausländischen Konsuln, der Schuljugend und verschiedenen Deputattonen begrüßt. Um 11 Uhr fuhr der Kaiser ab.
Rom, 20. Okt. Der Zar wird, der „Tribuna" zu- folge, über Posen, Frankfurt a. M, Lyon und Modane reisen. Da er inkognito reist, wird ihm weder von den deutschen noch von den französischen Behörden ein Empfang bereitet. Er kommt am 23. Okt. in Italien an, wo ihn der russische Botschafter erwartet. Auf deni Bahnhof in Raeeonigi wird der Komg, der Ministerpräsident und der Minister des Aeußern ihn empfangen. Am 24. Oktober findet Jagd statt mit nachfolgen-
Bei dem Wiederzusantmmtritt des Abgeordnetenhauses sind Sitzungssaal und Galerie überfüllt. Der Ministerpräsident und die Minister werden von den Tschechisch-Radikalen mit Lärm und Abzugsrufen empfangen. Der Ministerpräsident erklärte die Session tüt eröffnet und forderte den Abgeordneten Funke aus, als Alterspräsident den Vorsitz zu übernehmen. Der Abgeordnete Funke wurde von den meisten Abgeordneten mit lebhaftem Beifall empfangen. Während die Tschechisch-Radikalen den Lärm fortsetzten, hielt Alterspräsident Funke eine mit Beifall aufgenommene Eröffnungsrede, in der er die Abgeordneten begrüßte und an das aus dem allgemeinen Wahl- redjtc hervorgegäugene Haus den Appell richtete, seine Aufgaben voll und gan-i zu erfüllen. Die Rede klang in ein begeistert auv genommenes Hoch auf den Kaiser Franz Josef aus. Unter andauerndem Lärm leistete hierauf der neugewähltc Abgeordnete Graf Skarbek die Angelobung. Nach der Mitteilung von der Mmidatsniederlegung des Abgeordneten Dorfmann und Srb protestierte der Abgeordnete Wolf gegen den Beschluß der heutigen Obmänner-Konferenz, die Präsidentenwahl am Freitag vorzunehmen, was verfassungswidrig sei, und eine Nachgiebig ft tt- gegen die slawische Union bedeute. Ter Altersprch ident erklärte hierauf mit Rücksicht auf vielfach geäußerte Wünsche und um den Abgeordneten Gelegenheit zu geben, sich über die Wahl der Präsidenten schlüssig zu werden, die Sitzung auf 48 Stunden für unterbrochen. Die Präsidentenwahl findet am Freitag um elf Uhr statt. Der Lärm der Tschechisch-Radikalen dauerte während
Vorläufig allerdings will man sich mit einer ener- ischen Opposition gegen die Regierung und einer ebenso nergischen Obstruktion im Reichsrat begnügen. Daß diese , ic gesetzgeberische Tätigkeit des Reichsrats lahmlegt, kann icht zweifelhaft sein, aber es ist nicht anzunehmen, daß M.intt das Ministerium Bienerth gestürzt wird. Einmal izaden die Polen den slawischen Brüdern eine deutliche Ab- ]Vge erteilt, und sodann hat das Ministerium Bienerthi >iicht nur die Krone, sondern in dieser Frage auch, sämt- !-he deutsche Parteien geschlossen hinter sich.
In Anbetracht dieser Verhältnisse iuäre es aufs freu» d'gste zu begrüßen, wenn es wenigstens gelänge, die un- a a r il ch e Mi ni st e r kr is e beizulegen und dadurch die ^:setzgeberische Arbeit des ungarischen Reichstags möglich pi machen. Bekanntlich liegen die Schwierigkeiten dieser . rage darin, daß das jetzige, nur noch vegetierende Köa- l itwusministerium Wekerle wegen der zu ihm gehörigen ? wssuthschen Un-abhängigteitspartei nicht in der Lage ist, bett Pakt mit der Krone vom Frühjahr 1906 zu erfüllen, - so nach Erledigung des Ausgleichs die Wahlreform nach österreichischem Muster innerhalb zweier Jahre durchzu- i chren und ebenjo lauge die nationalen militärischen For- teirungen zurückzustellen. Die Kvssuthpartei. und namentlick) 1 -r linker Flügel, machen hier Schwierigkeiten, indem sie einmal die Erfüllung dieses Pakts von der Lösung der Bank- ! age im Sinne einer Trennung von Oesterreich abhängig machen, dann aber auch an einem die magyarischen Sonder- i itereffen verewigenden Pluralwahlrecht festhalten wollen 'nid die Forderung der ungarischen Armeesprache nicht von teer Tagesordnung verschwinden lassen.
lieber den Verlauf des gestrigen Tages erhalten wir folgende Berichte:
Die Selbstverwaltung in Ruhland.
Petersburg, 20. Okt. Ministerpräsident Stolypin eröffnete heute die Session des Rates für Fragen der ^0 e l bst - Verwaltung. In der Rede, die der Ministerpräsident hierbei hielt, führte er aus, daß für die neun westlichen Gouvernements Semstwvs in derselben Form geplant werden, wie solche in benl östlichen Gouvernements bereits eingesührt seren Den Semstwvs in hen westlichen Gouvernements werde nicht das standrfche Prinzip zugrunde gelegt, denn die Regierung befürckste nicht nur, daß das russische Element, wo es sich in der Minderheit befindet, unterdrückt werde, sondern halte es auch für gewagt, den freien Wettbewerb zwischen Russen und den anderen Nationalitäten! da zuzulassen, wo eine wirtschaftlich schwache Majorität von Russen einer wirtschaftlich stärkeren Minorität stichtrustiicher Nationalität gegenübersteht. Daher werde beabsichtigt, die ru)lv> sche Minorität in den Semstwvs der Gouvernements Wilna und Kiew, in sechs Kreisen des Gouvernements Grodnow und drei Kreisen des Gouvernements Witebsk zu verstärken. Ferner werde beabsichtigt, gesetzlich festzulegen, in welchem Maße sich die wirtschaftlich starke Polengruppe in jenen Gouvernements an der Selbstverwaltung beteiligen bürfc.
■Ein doppelt kritischer Tag für Gesterreich-Angarn.
Der gestrige Mittwoch war für Oesterreich-Ungarn ein doppelt ttittscher Tag. Nicht nur, weil der österreichische ieichsrat zusammentrat, wo die Slawische Union dem Ministerium Bienerth an den Kragen gehen will, sondern . mch weil gleichzeittg unter dem Vorsitz des Kaisers selbst . hic feierliche Sitzung der ungarischen Minister stattfand, ,ei der die ungarische Krise zur Erledigung gebracht werden 'öllte.
Den letzten Grund für die Feindschaft der, Slawen .wgen das Ministerium Bienerth bildet bekanntlich neben i m fortdauernden deutsch-böhmischen Gegensätzen seine Stellungnahme zu den Sprachgesetzen, welche die Land- aqe von Ob er öfter reich, Salzburg und Vorarlberg kürzlich .'ilgenommen haben, und in denen der alleinige Gebrauch i cr deutschen Sprache in den Landtagen, Landesausschussen jtb Gemeinden festgelegt wurde, um der slawischen Er- -'berungslust ein Ziel zu setzen. Wohl haben diese Gesetze vjyH nicht die Sanktion der Krone erhalten, aber man weist enau, daß Baron Bienerth für diese sorgen wird, wie er .a leider hinsichtlich der vom Niederösterreichischen Landern wiederholt angenommenen Lex Kolisko-Axmann an- .»ijctiienb nicht zu tun gedenkt. Statt aber zu berucksich- ,iqen, daß es sich bei Oberösterreich, Salzburg und Wor- - lberg wirklich um rein deutsche Gebiete handelt, in denen isgefamt nur 3000 Tschechen wohnen, schreien die Nach- r-ommen der Hussiten über die Festlegung des tatsächlichen ustandes Zetermordio, ja, sie entblöden sich nicht, dem djaron Bienerth das Schicksal des Statthalters von Gasten, des Grafen Potocki, also den Tod durch die Hand nes Fanatikers, in Aussicht zu stellen für den Fall, daß er >,s seinem Standpunkt verharrt und nicht gutwillig mit in em Ministerium abdankt.
doch auch einmal .Kinder waren.) Schiller aus der Buhne spielen, d. h. feine Figuren erleben und sie einheitlich durchführen, so daß der Zuschauer mi Parkett das Theater vergißt, das ist — meine ich — für uns die herrlichst^ aber auch schwierigste Aufgabe, die bis jetzt bedingungslos noch von keinem gelöst worden ist. Die definitive L-stung dieses Problems bedeutet mir den Gipfel der Schauspielkunst.
Von anderen namhaften Bichneukünstlern haben sich Sigwart Friedmann, Ernst von "Possart, Arthur Vollmer, Max Pohl, Oscar Sauer, Paul Wiecke, Paul Wegener, «z-erdmand Gregori u.a m. zum Teil ausführlich über ihre künstlerische Stellung zu Schiller ausgesprochen, von iveiblichen Berühmtheiten, Franziska Ellmenreich, Nuscha Butze, Marie Convad-Ramlo, Roia Bertens, Louise Dumont, Else Lehmam und andere. Hedwig Wangel, die jetzt viel Genannte, schrieb just um dieselbe Zeit, da sie dev Bühne auf immer entsagen zu wollen erklärte:
Notwendic- sind Millers Gestalten inte allen. Entoehrlich dem, der Weisheit har. Sym. uhisch die edle, durchgestttgte Form. Fremdartig ist mchts an ihnen — es smd Meist chcn.
Mehr von der humoristischen Seite nimmt Else Lehmann vom Berliner Lessingtheater die Fl rge, wenn sie aus der Geschichte ihrer Bühnenlaufbahn vlaud- t: . . f
Ich habe in Berlin, zumal bet Br ahm, nie schiller aesptett Ich lMte aber auch schon vorher fein Glück mit ihm. Das mag folgende Episode aus den Anfängen meiner Laufbahn beweisen. Ich war s. Zt. in Metz engagiert Der dortige Direktor hatte die Verpflichtung, allmonatlich einmal eine klassische Vorstellung zu geben, die, da klassische Stücke damals nicht viel Publikum fanden, gewöhnlich bis zum letzten des Monats aufgeschoben wurde. Nun brannte die damalige Liebhaberin eines Tages durch. Wir halfen ihr ah' redlich dabei, ich am meisten. Was sich daun aber schrecklich an nur rächte. Senn tags daraus stürzte der Direkter zu mir mit der Mitteilung, iw müsse den zwecken Tag darauf die Lauste ui Kabale und Liebe" spielen. Das regte mich gerade nicht weiter auf, denn ich dachte: Rolle ist Rolle — ich spielte nun aber damals Gnmdnawe mit ,Hängezöpfchen", und so fiel denn auch die Rolle bei mir aus. Wenn ich mich recht erinnere, tritt Louise zuerst mit folgenden Worten auf die Szene: „Guten Morgen, lieber Vater" — ich aber faßte die Sache eiten „naw" auf und begrüßte den Musiker NLiller mck folgenden „herzig" gesprochenen Worten: „Guten Tag, lieber Papa"!! Doch foll
Schiller und die Schauspieler.
In bem nächstens erscheinenden ersten Novemberheft des „Lite- carifd}en Echos" hat sich eine große Anzahl bekannter Schauspieler darüber geäußert, üt welchem Verhältnis sie als Schauspielkünsller i-u Schiller stehen, was sie ihm verdanken und welche besonderen 'Aufgaben sie als Darsteller Schillerscher Gestalten zu lösen fanden. Dus den uns mitgeteilten Antworten, zu denen Julius Bab ein ■immentierenbe§ Vor- und Nachwort geschrieben hat, geben wir vorläufig einige der bemerkenswertesten hier wieder Der Aelteste großen deutschen Menschendarsteller, Bernhard Baumeister nt Wien, läßt sich vernehmen:
„Als ich, ein blutjunger Bursch', vor 60 und einigen Jahren, bat dramatischen Wanderstab ergriff, da war Friedrich schiller mein einziger Leitstern. Ach, was hab ich den unMcklichen Dichter damals malträtiert! Mer an ihn habe ich mich geklammert, an ihm bin ich gewachsen, er war mem bramah|d>er Lehrmeister, er1 hat mich zum brauchbaren deupcheii schauspieler erzogen. Noch Heute, wo ich ein alter, alter Greis, erhebe ich mich begeisterungsvoll an feinen herrlichen Dichtungen jedes Wort ein tönendes .Erz. Es ist für muh ein Ehrenabend noch jetzt, wenn ich mit meinen 82 Jahren im Äteije meiner jimgen Kollegen in einem Schillerstück, so gut ich es eben noch fann, mit irken darf . . Ja, unser Schiller, der Stolz des deutschen Boltes! Sagt alles nur in allem: wir werden nimmer seines- gteidjen sehen."
Als Vertreter der nächsten Altersklasse äußert sich ^»|ef
,/^chillers Dramen hcklte ich für das W-B-C des jungen ernsten Schauspielers; und wenn er die hohe schule Shakespeare, Goethe, Kleist und Ibsen absolviert hat, dann fann und soll er ihm mit reifer Kunst vergelten, was er als .In lang er von ihm -profitierte. Er wird in diesen Jugendbruuneu ine Scbaiy zurücktauck-eu. Wehe der Nachkommenschaft, die ihn mut."
Aus den Aeußerungen der jüngeren Generatton seien ivenig- siiens die Worte Albert Basserman’ns, des melummjrbencn Zharakterspieters, angeführt: ,
„Schiller betla mieten und feine Verse schan 1 pre chen taten jedes Kind. (Von krittfcher Seite wird oft behauptet, oatz die itad> einer neuen Ausdrucks form heiß ringenden ecbauipteler es nicht können. Seltsam! Warum sollten sie nicht, da )ie
dem Empfang im Schlvst. Am seiden Tag Galadiner, an dem außer den Mitgliedern der Königlichen Familie die Spitzen der Behörden teilnehmen werden. Am 25. Okt. nnrd wiederum Jrgd abgehalten ober ein Automobilausflug in die Umgegend gemacht. Die Abreise des Zaren ist auf den Abend des 25. Okt. festgesetzt.
Rom, 20. Ott. Tie „Tribun a" tritt scharf in einem Artikel der Auffassung der dreibundfeindlichen Blätter entgegen, als ob in der Verschiebung des Besuches des ReichStanzlers v. Bethmann-Hollwea in Rom Mangel an Rücksicht gegen Italien liege. Das Blatt eriimert daran, daß v. Bethmann-Hollweg gleich nach seiner Ernennung zum Reichskanzler dem Ministerpräsidenten Tittoni in einem sehr herzlichen Briefe den Wunsch ausgesprochen habe, sobald als möglich nach Rom zu tommen, um dem Könige seine Aufwartung zu machen und den Ministerpräsidenten Tittoni persönlich kennen zu lernen. Dieser habe darauf geantwortet, der König sei von Rom abwesend und würde erst gegen Mitte November dorthin zurückkehren. Er teile den gemeinsamen Wunsch des ftanfr- lers und Tittonis, daß der Besuch in Rom stattfinde. Mit Rücksicht auf die beginnenden parlamentarischen Arbeiten auf oer einen Seite und dem gemeinsam gehegten Wunsche, daß der Besuck) in Rom stattfinde, auf der anderen Seite, habe sich jedoch eine Verschiebung notwendig gemacht. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Italien seien ausgezeichnet, getragen von der größten 5)erzlichkeit und der gegenseitigen Hochachtung. t
Rom, 20. Okt. Die „Tribuna" schreibt: Verschiedene Blätter berichteten, daß ein französisches Geschwader während des Aufenthalts des Kaisers von Ru ß - land nach Italien kommen werde. Diese Meldung, fügt die „Tribuna" hinzu, entbehrt der Begründung; damtt entfallen alle daran geknüpften Kommentare. Das französische Geschwader, dessen Ankunft in Neapel schon lange angetündigt ist, wird erst nach der Wreise des Kaisers von Rußland dort eintreffen. .
Rom, 20. Ott. Das französische Geschwader wird am 26. Oktober in Neapel eintreffen.
ick, schließlich ganz anständig gtzstorbeii sein . . Aber eme gewisse Unfähigkeit, klassisch zu kommen, lag doch wohl sckwn damals in mir. Uted ich habe auch nie mehr den zechten Anschluß an Sclstller gefunden--leider, leider!"
Mit wenigen AusnalMen lassen sich im übrigen die meisten Ausführungen in die wenigen Worte Hermann Nistens zw- fammenfaffen: „Ohne Schiller keine Schauspwlkunit! Selbst Oscar Sauer, der feine Menschenspieler, der so viele Gestalten Ibsens und Hauotmanns als Erster in ^Deutschland gespielt hat, bekennt zum Schlüsse seiner Antwort: ,^Zch möchte die.16 Jahre, in denen ich voll Freude und mit Begeisterung ichlllersche Rollen gespielt habe, um feinen Preis misten." ‘O. Ä.
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— Zwei unbekannte, verschollene Stücke N e st r 0 y s, die noch niemals gedruckt und in keiner Nestroy- Ausgabe zu finden sind, wurden, wie wir der Wiener „Neuen Freien Presse" entnehmen, in diesen Tagen durch einen Zufall aufgestöbert. Das erste Stück ist eine Jugendarbeit Nestroys, überhaupt seine erste dramattsche Arbeit, und wurde unter dem Tckel „TerZettelträgerPapp" am 15. Dezember 1827 zum erstenmal in Graz aufgeführt. Es ist ein Einatter, der allerdings nicht viel Beifall fand und schon nach drei Aufführungen vom Spielplan verschwand. Die zweite Arbeit, eine dreiaktige satirische Posse, führt den Tckel „Moppels Abenteuer im Viertel unter dem Wienerwald und in Marokko", deren Erstausführung am 5. Mai 1837 stattfand. Das Manuskript stammt aus dem Nachlaß des Wiener Literarhistorikers Karajan. Dort hat sie türZlich Herr Dr. Fritz Bruckner entdeckt, der die beiden Stücke demnächst herausgeben wird.
— Eine interessante hannoversche Theatererinnerung wird im „Hann. Cour." aufgefrischt. Sie ttrüpft an die aus Anlaß der 50 jährigen Wiederkehr des Todestages Louis Spohrs, des bekannten Musikers, im dortigen Königl. Theater für den 22. d. M angesetzte New- aufführung der ,^Jessonda" an und bezieht sich aus einen Theaterstandal, der aber nicht gegen das Werk oder ein Mitglied des Opernensembles, sondern gegen den Dirigenten gerichtet war. Dieser Dirigent war Hans von
Nr. 247 Erstes Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 21. Oktober 1909
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