Ausgabe 
20.10.1909 Zweites Blatt
 
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Mittwoch 20. Oktober 1909

159. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 246

Erscheint Kyllch mit Ausnahme beS Sonntags.

Eeneral-Anzeiger für Cberheffen

Wir Kinder dachten uns nicht viel dabei. I der betreffenden Aerzte vorgelegt werden. Jedoch bleiben die unser schöner Schimmel, ein Vollblutpferd Dereinbarrmgen über das Arztfystem von der Nachprupmg durch

456 des Ent

von 1000 Mark wird wie folgt verteilt:

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** Für die Sitzung der Stadtverordneten

Betrag Entwurf

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der Briefumschläge ergab als Verfasser: 35 £>. Seeger, Gießen, 22 Emil Kroll, Gießen,

25 Architekt Hans Meyer, Gießen.

Die Entwürfe sind von Donnerstag, 21., bis einschließ- Sonntag, 24. d. Mts., von 11 bis 1 Uhr im Turmhalls Brand ausgestellt.

gelauert haben. 1 ... ..._____ ...-

Wir freuten uns, daß unser schöner Schimmel, ein Vollblutpferd aus der Zucht des Grasen Münster, so rasch gelaufen war, daß die bösen Hannoveraner unseren Vater nicht erwischten, und daß

neuerbaute Dohnbü Vanbe, ttm-M 6ii je Natt 30OT.J otbet nefatft

, Angebote unter » icnener Amei^er»

RotattonSdruck und Verlag der Brühl'fchen Unwersitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Di»Siebener ZamtlienblStter" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kretsblatt für de» Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schul- straße 7. Expedltton und Verlag: 5L

Redaktton:e-^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGreßen.

Die Oeffnung Nr.

Zmn Grundnngstag des Nattonalvereivs.

Beim Festmahl am letzten Sonntag hielt Gouverneur a. D. v Bennigsen als Vertreter der Familie v. Bennigsen eine Rede, in der er interessante! persönliche Rückblicke ver­wob. Er sagte u. a.:

Mich persönlich verknüpfen lebhaft-- (5riimcnmgai aus meiner Linder?,eit irnb auch aus späteren.Jahren mit dem RationaLverein. Uns Lindern blieb es nicht verborgen, daß die Akten des Vereins, für ben uuftr Vater arbeitete und reiste, und den Die böse Regierung nicht haben wollte, im Kleider schranke im Schlafzimmer der Mutter versteckt wurden. Tort waren sie sicher, wie mein Vater meinte, weil der hannoversche Beamte viel zu höflich und anständig sei, um bei einer Haus­suchung gleich in das Zimmer der gnädigen Frau einz-udringeu. Als dann im Jahre 66 mein Vater für seine ideale grvßdeutiche Politik, die in iLm Bestrebungen des Nntionalvereins gipfelte, zmn Lersehmien ward, als er, vielleicht der treueste Hannove­raner, den es je gegeben hat, von seinen Gegnern zum hannover­schen Landesverräter abgestempelt war, da wurde uns Kindern einmal erzählt, heute har euer Vater schnell statt zum Lindener Tor durch ein anderes Tor aus Hannover hinausfahren muffen, tueä ihm bi,e Leute mit Sens en und Mistgabeln ans-

issen-Liadei ,g den A- Cüobertt Wirt Pd.F-aux.

5 AZM hscräumiges eioszii® JflöJSfiSj

unser Kutscher, der alte Stins, so gut gefahren hatte. Aber meine Mutter hat in jener Zeit doch schwere Sorge ansg?standen, wenn mein Vater auch die vielen Drohbriefe und Todesurteile, die er erhielt, nickst ihr, sondern dem Papierkorb anvertraute. Als ich dann in späteren Jahren als Landrat einmal aus meinem Bureau in Peine saß und, wie das einem preußischen Landrat so zuweilen zu gehen pflegt, nichts Rechtes zu tun hatte, verfiel ich auf die Idee, die alten Geheimakten zu studieren, und dabei stieß ich zu meinem größten Erstaunen auf einen vergilbten Aktenstoß mit der lapidaren Aufschrift:Gegen die Umtriebe des von Bennig- en". In dem Umschlag fand ich in einer Liste sein säuber­lich verzeichnet die Namen der Besitzer der schönsten Hildesheimer Bauernhöfe. Da standen sie, die Grote Dettmer, Meier, Hansen, Zieseniß, deren Altvordern auf dem vererbten Hofe schon ge­sessen hatten, als der Bauernkrieg unser deutsches Vaterland durchtobte. Diese ftiernacfigen Vertreter des niedersächsischen Bauernstandes hatten im Borriesschen Sinn die Frechheit gehabt, ür eist Ehrengeschenk sür Rudolf von Bennigsen, m dem sie ihren neuen Götz von Berlichingen verehrten, Beüräge zu stiften, unb dafür hatten sie in der schwarzen Liste des berüchtigten hannover- schen Polizeiministrrs Aufnahme gefunden.

Meine verehrten Damen und Herren, die Art der twlitischen Kämpfe ist eine andere geworden. Wer sich jetzt mit Politik be- schäftigt, setzt sich keiner gewerbsmäßigen Verfolgung mehr aus wie in jener Zeit des schlimmsten polüisck-en Tiefstandes in Deutsch­land, zu dessen Beseitigung der Nationalverein in jedenfalls l>ervorragender Weise mit beigetragen hat. Aber auf der anderen Seite ist auch der politische Idealismus geschwunden. An der Stelle des früheren politischen Idealismus treffen wir jetzt nur zu häufig aus eine abstoßend wirkende aufdringliche Interessenvertretung, die den nackten Egoismus zur Grundlage hat. Dieser twlitische Marasmus, geben wir chn ruhig zu, denn er schadet unserer' Partei am meisten, ist nur einem Gebiet der deutschen Politik nützlich geworden, der Kvlonialpolittk. Die Blockpolitik ging in die Brüche, um mit ultra-montanen Machi­nationen und konservativem Unverstand dem deutschen Volke eine Finanzreform aufzunötigen, die jedenfalls an Unzulänglichkeit unb Verkehrtheit nicht ihresgleichen findet. Aber dieser betrübende historische Vorgang hat doch unserer Partei nach meiner Ansicht e t w a s N ü tz l i ch e s gebracht. Er hat die d e u t s ch e n B a u e r n, die unter dem Deckmantel des Bundes der Landwirte in die Ge­folgschaft des altpreußischen Konservatismus, der seit seinem Be- stehen der natürliche Feind der deutschen Bauern gewesen ist mtb bleiben wird, geraten waren, wieder zur Selbstbesinnung gebracht.

Ich bin mir ganz sicher, im Sinne meines Vaters zu sprechen, wenn ich Sie gerade heute bitte, diese neue Bewegung unseres Bauernstandes mit allen Mitteln zu stützen und zu fördern."

*

Die Ostmarkenpolitik und ihre agrarpolitische Bedeutung.

Der Briefwechsel zwischen deut Aba. Dr. Boehme fand bent Führer oes Bundes der Landwirte, Frhrn. v. Wang.en h eim, der sich auch auf die Stellung des Bundes der Landwirte und des neuen Bauernbundes zur Ansiedlungspolitik im Osten bezog, wird noch erinnerlich jein. Heute finden wir in derNeuen Badischen Landes- zeituna" einen Aufsatz von Prof. Biermer in Meßen, über den Liberalismus und die Polenfrage, der gleich-

ben Beirat ausgeschlossen. 7) Der abgeänberte § wurses, welck;er zu verhüten hat, daß die WirksamteU der Lchuns- kammer unb des ärztlichen Beirates durch Bereinigungen und Verabredungen bezw. durch die ärztlichen Ehrengerichte lahm­gelegt werde, soll bestehen bleiben.

In der Begründung zu den Abänderungsvorschlägen wird in schärfster Weise der vorn Leipziacr Verband geplante kassenärztliche Generalftreikmigbillitzt und der Be­friedigung darüber Ausdruck gegeben, daß dieses den Aerzte- stand kompromittierende Kampfesmittel allem Anscheine nach von der weit überwiegenden Majorität der deutsck)en Aerzte abgelehnt würde.

KennwortWasserkopf" erhält einen Preis von 400 Mark,

KennwortHessenkunst" einen Preis von 300 Mark,

Kennwort ,70 000 Mark" einen Preis von 300 Mark.

Giessen-

Heriuano Stetig :»5r; ia5***t

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Ausland.

Im weiteren Verlause der Sitzung des englischen Unter» Hauses wurde mit der Beratung der Fistanzbill im Be­richtsstadium begonnen. Von der Regienmg waren 250 neue Vorschläge zu dem Entwurf gestellt, deren Beratung voraussicht­lich mindestens zwei Wochen in Anspruch nehmen wird. Kemer der Berbesserungsanträge trifft "jedoch wesentliche Bestimmungen der Bill, so datz diese eventuell dem Oberhaus int großen und ganzen in der gegenwärtigen Form zugeben wird

Ist Rußland hat der Senat aus formellen Gründen die Veröffentlichung der von der Duma ausgearbeiteten Ge- schäftsvrdnung verweigert.

Aus Melilla wird gemeldet: Ter KreuzerEmpe- rador Carlos V." unb der Tor pedvbvo tszer stö rer Osabo" bombardierten gestern die Ortschaften zwi- schen Cap Regro und Cap Abdame. Auf spanischer Seite wurden 19 Mann, bei den Marokkanern mehr als 300 Mann außer Gefecht gesetzt.

Wie in der Pforte nahefteheiiden Kreisen verlautet, beab­sichtigt die Regierung über Ierus al e m den Bela gernng s- zustand zu verhängen, um eine weitere Ausdehnung des Schul- und Kirchenstreites zwischen den Griechen, Orthodoxen und den Arabern zu verhindern. Der EvkaMinister wird in kurzem die Reise durch eine große Zahl anatolischer Provinzen antreten, um die Lage der Evkafgüter zu studieren. Man glaubt, der Minister beabsichtige, insbesondere die Sttmmung der Bevölkerung gegen­über der Frage einer etwaigen Auflassung eines Teiles der Evkasgüter zu ftubierai.

Line Mahnung der deutschen Regierung.

Es war gemeldet worden, daß auch Angehörige der Berliner Gruppe des Goethebundes für eine ^errer- Kundaebung zu haben wären. Wir wurden eine derartige üundgcbung nicht für eine Förderung des Goethebnndes halten, der sich von politischen Angelegenheiten in fernem eigenen Interesse doch fern halten fönte. öon

dcm Hauptblättern der Konservativen und des Zentrum^ haben auch die freikonservativePoff, ferner das Zentral­organ der Nationalliberalen, dieNattonalzeitnng , «L andere liberale Blätter gegen- dte .Ferrer- epidemie" Einspruch erhoben. Aach $e e =

gierung läßt ht der amtlichenNordd. All gern. Ztg folgende Warnung zu verbreiten:

Zunächst wird bei solchem Verhalten der Umstand völlig außer Acht gelassen, daß der Ausländer mir in den seltensten Fallen in her Lage ist, die verwickelten, oft von kaum wahrnehmbaren Reg. un gen und Strömungen beeinflußten Geschehnisse meinem fremden 2aiibc sicher zu beurteilen. Es gehört dazu nicht nur ein laug- jähriges Studium der betreffenden Verhältnisse an Ort unb Stelle, sondern auch eine ununterbrochene Fühlung nut all den unendlich oielen Faktoren, aus denen sich das öffentliche Leben cmeS modernen Staates als Produkt ergibt. Unangebracht aber ist es, das Für und Wider mit einer Entschiedenheit und Parteilichkeit zu vertreten, als handele es sich um die Unterstützung der eigenen Partei und um Bekämpfung von Gegnern im X-'anbe. Ob beftimmte Maß­nahmen den Bedürfnissen einer fremden Nation entsprechen oder nicht, kann eben nur die betreffende Nation entscheiden. Bei diesem Anlaß mag darauf hingewiesen werden, daß sich- «ne Anzahl üenttcher Blatter auch wegen der ylnrrchtung des spanischen Re­volutionärs Ferrer in eine Glühhitze hmemgefchneben Haben, die ihnen jede Fähigkeit zu einem sachlichen Urteil ' ti u b t. Es ist dies um so verwunderlicher, als feinem der Ur­heber leidenschaftlicher Angriffe gegen die spanifche Regierung das Material zugänglich ist, auf Grund dessen die Verurteilung erfolgte. Die spanische Regierung glaubt, ausreichende Beweise für die Schuld fkerrers in Händen zu haben, und hat deshalb daS Gesetz walten lassen, mit dem nach der Anklage Ferrer in Konflikt geraten ist. Von hier aus ist nicht zu übersehen, auf welche Beweise sich das Urteil stutzte. Schon au§ diesem Grunde sollte man die. Partei­nahme vermeiden, die übrigens einen besonders eigentümlichen trindruck macht, ivenn die ossenkundigen Schandtaten der Anarchisten, bic in Barcelona ungezählte unschuldige Opfer gefordert haben, oon Der ihnen doch in jedem Falle gebührenden Brandmarkung frei

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ssottLische Tagesschau.

Bruhn unb die Reichspartei.

Der Reichstagsabg. Bruhn, bei dem, wie wir gestern »meldeten, Haussuchungen vorgenommen worden sind, ist -ml Reichstage kein gern gesehener Gast mehr. Die antt- lemitischeStaatsbürgerzeitung" schrieb:

Es sei hier ausdrücklich festgestellt, daß Abgeord­neter Bruhn nicht derWirtsck)aftl-ichen Bereinigung", noch einer in dieser Fraktion vertretenen Parteigruppe an gehört. Als Hospitant der Reformpartei gehört er der Fraktionsgemeinschaft der Reichspartei (fretkonser- vatib) und der Reformpartei an."

Hierzu, bemerkt dieP o ft" ablehnend:

Die Zuzählung des Herrn Abg. Bruhn tzur Fraktions- gemeinschaft der Reichspartei beruht auf einer völligen Unkenntnis der parlamentarischen Ver­hältnisse. Der Abg. Bruhn gehört zur Reformpartei. Diese durchaus selbständige Partei hat mit der Reichs­partei ein Abkommen dahin getroffen, daß für die Kvm- miffionswahlen, die nach der Stimmenzahl der Parteien erfolgen, die Stimmen der Reformpartei der Reichspartei zugeMlt werden. Die Reichspartei überläßt hierfür zu­weilen eilt Kommisfionsmandat der Reformpartei. Es handelt sich also um eine rein äußerliche Abmachung, die in keiner Weife irgendwie als Fraktionsgemeinschaft be­zeichnet werden kann. Die Reiä)spartei hat auf die Haltung der Reformpartei und ihrer Mglieder nicht den mindesten Einfluß und demnach auch nicht die ge­ringste Verantwortung für sie. Soviel wir wissen, läßt sich der dänische Abgeordnete bei den Freisinnigen mit­zählen, die Lothringer bei den NattonaNibera.en nie­mand wird vernünftigerweise aus dieser äußerlichen Be­ziehung einen inneren Zusammenhang konstruieren wollen."

Deutsches Reich.

Ter Kaiser nahm Dienstag vormittag im Neuen Schloß den Vorttag des Cl-ess des Militärkabinetts, des Generals der Jnsantcri« Frhrn. v. Lhncker, entgegen. Großherzogin Luise von Baden ist mittags, vom Neuen Palais fomnumb, in Berlin eingetrossen unb hat im Königlichen schloß Wohnung genommen. , Ä

Aus Ludwigslust wird gemeldet: Ter König von Sachsen traf Dienstag nachmittag mit dem Großherzog ein und stattete der Großlierzogin Alexandra einen Besuch ab. Nach­dem sie bei der Großherzogin ben Tee eingenommen hatten, be­gaben sich der Wuig unb der Großherzvg zum Bahn ho s, von wo nach herzlicher Verabschiebung bie Abreise bes Königs von Sachten erfolgte.

Zur Frage ber Reichsversi chsrung so r bnung hat bet 23. orbentHdie Berufsgenossenschaftstag in Stutt­gart folgende Entschließung angenommen: _ .

Der Berufsgenossenschaststag stellt mit Besrwbigung feit, daß bie von Seiten ber anderen Versicherungsträger der großen wirtschaftlichen Verbände für Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Industrie, von Vertretern der Wissenschaft unb von Sozial- Politikern an dem Entwurf einer Reichsversichcrungsordnuns geübte Krittk eine weitgehende Uebereinftimmung mit denjenigen Grundsätzen aufweist, die der außerordentliche Berufsgenosien- schaftstag vom 26. Mai 1909 in seiner damals einstimmig an­genommenen Erklärung nicdergelegt hat. Er gibt nunmehr ber Erwartung Ausdruck, daß bie Reichsregierung ben genannten Gesetzentwurf unter Berücksichtigung dieser Stellungnahme einer gründlichen Umarbeitung unterziehen wird, insbesondere m der Richtung, daß die Selbstverwaltung der Berufsgenossenschaften in vollem Umfange gesichert bleibt unb von einem neuen kost­spieligen Beamtenapparat Abstanb genommen wird.

Versammlung am Donnerstag, 21. Oktober, nachm. 4 Uhr, wurde folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Mit­teilungen. 2. Gemeindesteuergesetz. 3. Schutzstreifen bei der JrrenMistalt. 4. Lagerhalle von Geilfuß an der Westanlage. 5. Belassung von Fenstern im 5>ause Rodheimerstraße 38. 6. Errickstmng eines Schornsteins Bahnhofstraße 22. 7. Er­weiterung der Eifenbahn-Werkstatt bei dem Lokomotiv- jchuppen. 8. Geschäftshaus für H. W. Rinn an der Mar­burger Straße. 9. Einfriedigung des Garnisonlazaretts an der Ostanlage. 10. Bebauungsplan für die Schwarzlach. 11. Enteignung von Gelände für die Weserstraße. 12. Be­willigung eines Zuschusses für die Veränderung der Ein­fahrt Marburger Straße 29. 13. Befestigung der Hamm- straße. 14. Ueberlaffung der Eiswiesen an den Eis­verein. 15. Beschaffung eines Kessels und einer Maschine für das Pumpwerk in Queckborn. 16. Zuschuß für die Alicefchule. 17. Kosten für den Besuch des Parseval-Luft-

Berlin, 20. Ott. Der Vorstand des Goethe- dun des trat gestern abend zu einer Sitzung zusammen, 'N der Sudermann, Fulda, Maar, Engel und andere er- chienen waren und vereinbarte eine Kündgebung in Sachen 7yerrer. Von seiten derspanischenBotfchaften wurde, jo meldet das Wolffiche Bureau, vormittags in cour- loisievollster Wei je interveniert. Danach scheint also die Versammlung ins Wasser zu fallen. Abends fand eine von Frauen einberufene Versammlung statt. Nach «Schluß der Versammlung kam es in der Kdpenicker- und L^rselskraße zu mehrfachen Zusammenstößen zwischen der Polizei und dem Publikum. Eine Abteilung be­rittener Sck)ntzleute mußte mehrfach in das Publikum hinein­retten, dasHoch Ferrer!" undNieder mit den Pfaffen!" schrie. Die 40 jährige Schneiderin Parmmcrrenka wurde um» geritten und anscheinend innerlich verleht. 14 Personen iDOiriyen verhaftet.

Aus Stafct und Land.

Gießen, 20. Oktober 1909.

Der Wettbewerb für den neuen Wafserturm.

Bei dem von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen zu einem Wassicturm sind 35 Entwürfe eingegangen. Das Preisgericht, das am 19. d. Mts. tagte, hat folgende Entscheidung getroffen:

Da eine in jeder Beziehung befriedigende Losung unter den eingereichten Entwürfen sich nicht findet, konnte der 1. Preis keinem Entwurf zuerkannt werden und der verfüg-

Programm

len.

Schachpartie, nem Souper, ttlerin. ppe.

i'is.

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ibrevetiedonnelM»!

eferences, [ \'.-Renaud, Wilsons

für 300 M. M ,c Anzarfunsibei v: ,ahL von 15 M m:

järk an IT. SlM .

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itL Angebote unter 1 iggernb erbeten.

falls für eine gesunde b äuerliche Mittelstands­politik ein tritt. Prof. Biermer behandelt die Frage zugleich in einem neuen Lichte, indem er u. a. schreibt:

Richtig ist, daß der Grotzbetrieb nur mit fr ent ben Ar- beitskr aften reittabel gemacht werden kann und es für die Nationalitätenfrage ziemlich gleichgültig ist, ob der Gutsherr unb fein Inspektor beutfch ober polnisch sind.. Würde man sämtliche Rittergutsbesitzer polnischer Nationalität durch deutsche ersetzen, so würde man für den Germanisationspvozeß immer noch sehr wenig gewonnen haben. Die Führung der Polen in Stadt und Land ginge bann vom Adel an bie Geistlichkeit, an Abvokattn unb Aerzte, bie schon heute bie Hauptrolle spielen, unb denen in erster Linie bie Kräftigung des polnischen Mittel­standes zu verdanken ist, über. Daß selbst der kräfttgste Ritter­gutsbesitzerstand nicht imstande ist, feine Arbeiter zu germani­sieren, sieht man ja <an den russischen Ostseepvovinzen. Tas haben die Negierung und die Ansieblungskommission längst eingesehen, dcshÄb kaufen sie ebenso gut deutsche wie polnische Rittergüter auf und richten sie für deutsche Bauern und Arbeiter ein. Fast vier Fünftel des Areals, das die Ansiedlungskomurission bisher erworben hat, stammt aus deutscher Hand, während auf den polnischen Besitz nur ein Fünftel kommt. Die innere Koloni­sation, die neuerdings in Posen unb Weftpreußen betrieben wirb, ist also nichts anderes als bäuerliche Mittelstandspolitik geworben unb rückt bem Großgrunbbesitz als Be triebsform auf ber ganzen Linie zu Leibe. Die neuere preußische Politik, bie jetzt wieder in den bewährten Bahnen Friedrichs des Großen zu wandeln entschlossen ist und die agrarpolitischen Vor­schläge von führenden Nationalökonomen wie Sering unb Schmoller akzeptiert hat, ist nichts weniger als konservativ. Sie ist fort­schrittlich im besten Sinne des Worts und kann allein mit der Zett wirklichen Erfolg versprechen. Man sollte im ganzen liberalen Lager die prtrußffchc Ostmarienpolittk unter dem einzig richtigen agrarpolitischenGesichtsPunkte betrachten, bann käme man zu einem ganz anderen Urteile als bisher. Auch darf nicht übersehen werden, daß mit bem Germanifierungsprvzeß inbirett cm Protestantisrungsprozeß tierbimben ist, und das bedeutet gerade in den polnisch sprechenden Landes teilen einen weiteren wertvollen Kulturfortschritt."

Die Aerzte und die Reichsversicherungsordnung.

Wie vor einigen Wochen der Leipziger Verband, so hat jetzt auch derReichsverband deutscher Aerzte" an den Bundesrat, den Reichstag, die Bundesregierungen und das Neichsamt des Jimern eine Denkschrift zn dem Entwürfe einer Reichsversichernngsordnnng eingerricht, die im wesent­lichen folgende Forderungen fteltt:

1. 'DorReichsverband" lehnt die sogenannte freie Arzt­wahl als Zwangsarztstzstem ab, will vielmehr die Regelung des Arztsystems der freien Vereinbarung zwischen ben beteiligten Aerz- ten und Krankenkassen überlassen. 2. Den Kassen soll es frei» gestellt werden, mit einzelnen Aerzten oder mit Aerzteorgani- fationen die Vertragsbedingungen zu vereinbaren. 3. Der Schicds- «usfchuß soll für Angelegenhetten des kassenärztlichen Dienstes ganz in Wegfall kommen. 4. Die Schiedekammer für ärztliche Ängelegenhrtten soll unter einem unparteiischen Vorsitzenden eine ftreng parttätifche Zusammonsctzurig erhalten. 5. Tie Schieds­sprüche ber Schiedskammern für ärztliche Angelegenhetten sollen, soweit Vereinbarmigen für die Folgezeit in Frage stehen, niemals bie Wirkung rechtskräftiger gerichtlicher Urteile haben. 6. Für jedes Oberverjicherungsamt soll ein ärztlicher Beirat gebildet werden, ber von ben Aerzten im Bezirke des Oberversicherungs- cnntes durch direkte und geheime Wahl gewählt wird. Tiefem ärztlichen Beiräte müsfen die EMwürfc zu den Verträgen und I yi den Arztordnunsen zur Prüfung und Genehmigung fettens

enKopfedtuppen' ,en HaaransM oÜ3ieredeir.3aar.1 Jsvci das Beste