Ausgabe 
19.6.1909 Drittes Blatt
 
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Nr. 141

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Urbeitsmorft in Hessen u Hessen-Nassau im Mai 1909.

r«.^Crc^r^£§7nar^ff9e blieb im Berichtsmonat hinter den ge-> stellten Erwartungen zuruck. Besonders im Baugewerbe will ein

Umschwuira nicht etntrelen. Die Bautätigkeit in den Ltadten Frankmn ajüt., Mainz und Wiesbaden ist Verhältnis- 1 nur in Darmstadt war eine lebhaftere Nachfrage

nach Maurerir zu verzeichnet. Günstrger dagegen steht das Bau- gewerbe aur dem Platten Lande. Zahlreiche Neubauten sürd in

J^eiicn -r. lez und Eorbach Unb in Ober liessen in Angriff genommen, so dap hier nicht nur hinreichende Arbeitsgelegenheit vorhanden war, sondern es bisweilen sogar nicht sofort glückte, genngende Arbeitskräfte heranzuziehc.n. In den Sckncfergruben und Stembruchen des Amtes G-lodenbach, die noch bis vor inrzem voll m Tätigkeit ivaren, sind eine größere Anzahl' Arbeiter in- folge -Puingcl an Aufträgen entlassen worden. Auch ivird aus verschiedenen Decken der P-rovinz Hessen-Nassau und des Groh- Herzogtums Lessen darüber geklagt, dast für die sogen. Westfalen- »iMer m geringerem Abaße auswärtige Arbeit im Rheinland, Sregerland usw. mit Rücksicht darauf zu beschaffen ist, dass die größeren HüttMzeckien infolge der noch immer anhaltende>l Un- gnitft der wirtschaftlichen Loge in verhältnismäßig geringem Maße Uku- nnd Neubautcn onrnehmen lassen Die Arbeitsgelegenheu sur^Metallarbeiter und verwandte Berufe war noch wie vor knapp. Arbeiterentlassungen, ttxntn auch in geringem Umfange, kamen bet einigen größeren Maschinenfabriken von Frankfurt a. M., Darmstadt und, Hanau vor. Für Heizungsmonteure, Dreher und Maschinenschlosser war es in vielen Fassen unmöglich, passende Arbeitsgelegenheck nachznweisen Günstig lag der Arbeitsrnarki für das Beklerdungsgetverbe. Die Nachfrage nach Schuhmachern Schneidern, Sattlern und Tapezierern hielt in Mainz, Darm- vnd Kassel unverändert an. Durch die vor Bfingsren eingeloufenen Nackchestellungen auf Frühjahrsartikel rrr der BortefQnllebranche und Lederwarenfabrikation war es mög- nch, un Berichtsmonat in Offenbach a. M. und Fechenheim zahl­reiche Neucinstcllungen vornehmen zu können: aber ttotz dieses Umstandes ut nach wie vor ein geringes Ueberangebot von Ar­beitskräften vorhanden. In der Holzindustrie war der Geschäfts­gang tm allgemeinen schleppend, lebhafter dagegen in der Möbel- warenmbrikation und ,m Schreinergewerbc, wie aus Frankfurt und Worms gemeldet wird. In mehreren Spezialfabriken für die BrEret-^ndustrie in Frankfurt a. M., Darmstadt und Hanau a. M. war hie Arbeitsgelegenheit im Berichtsmonat derart gering, daß teilweise Arbeiterentlassungen (m einer Fabrik zu Hanau bis zu 30 Mann» stattfanden. Bei den Malern und Weißbindern, d-re bis zu Beginn des Monats noch gut beschäftigt waren, flaute dre Arbeitsgelegenheit nicht nur in den Großstädten, sondern auch auf dem platten Lande nach Fertigstellung der Renovierung^- arbeiten usw. erheblich ab. Die Geschäftslage im Buchdrucker­gewerbe ließ im assgem einen, wie uns aus Frankfurt a. Ak, Darmstadt, Mainz und Kassel gemeldet 'wird, zu wünschen übrig. Dre flaue Saison macht sich bereits stark bemerkbar und selbst in denjenigen Druckereien, die von der allgemeinen Koniunktur nur wenig berührt werden, haben- Entlastungen stattgefunden. Die Zahl der kondittonslosen Drucker ist in Frankfurt a. M., Mainz und Darmstadt im Steigen begriffen. Der landwirtschaft liche Ärbeitsmarkt war im allgemeinen zufriedenstellend. Großes Angebot von Industriearbeitern, die gern in der Landwirtschaft I

Mill. Mark mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Dem Metallbestand sind wesentlich weniger Bel "

Vorjahre: diesmal 36.69 Mill., im tüULjuytc uu.c < yjem. xue steuerfreie Notenreserve hat sich weiter von 201.17 Mill. Mark auf 282.32 Mill. Mark erhöht, während im vorigen Jahre eine Steigerung von 144.66 Mill. Mark auf 264.13 Mckl. Mark erfolgte.

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Lhemmtz-Kappel, Zwickauerstr. 199 L, 8. August 1907.

Mit besonderer Freude teilen wir Ihnen heute mit, daß unser nunmehr 11 Monate altes Töchterchen Elfttede sich durch den standlgen Gebrauch von Scotts (xmulfion geradezu prächtig enlwickell hat. Aus dem früher so schwächlicheit Kurde ist ein rundes, frisches Mädchen geworden, das keinen Augenblick mehr ruhig sitzen kann und auch bereits Gehversuche anstellt. Die Zähnchen, wovon dre Kieme schon 6 hat, brachen durch, ohne chr Wohlbefinden un geringsten Maße zu stören."

Beschäfttgung suchten, wird besonders aus dem Großherzogtum Desien von den Arbettsnachweisen Mainz, Darmstadt usw. ge­meldet, ohne daß es jedoch gelang, allen Arbecksuchenden genehme Stellen nachzuweisen. In den Weinbergen des Rheingaues war zeitweise größere Arbeitsgelegenheit vorhanden, besonders für das Nachsetzen der vorjährigen Felder, die zum größten Teil während des Wtnttrs emgegangen loaren, wurden auf kurze Zeit gefchulte Arbertskräfte «zesucht. Das starke Ueberangebot von ungelernten Arbeitern hielt in Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaden und Kassel unverändert an. Der Mangel auf dem weiblichen Dienstboten- mcnkt ist im leichten Schwinden begriffen, in Darmstadt hielt sich z. B. Angebot und Nachfrage ungefähr die Wage. Der Passanten- verkehr war bei fast allen öffentlichen Arbeftsnachweisen als auch ber den Herbergen zur Heimat ttotz der günstigen Jahreszeit un- verarwert lebhaft. Im Berichtsmonat wurdet: von ben Organen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes, soweit Meldungen von den kommunalen bezw. Kreisarbeitsnachweisen Vorlagen, 3472 Stellen vermittelt (gegen 9249 im Vormonat), darunter - Bingen 2, Homberg (Bez. Kassel) 2, Wildungen 2, Darmstadt "Herberge zur Heimat) 3, Oberlohnstein 4, Eschwege 6, Kreuz- nao) (H. z. H.) 7, Fulda 13, Kreuznach 14, Marburg 16, Fechen­heim a. M. 18, Herborn 18, Weckburg 20, Worms (H. z. H.) 20, Wiesbaden (H. z. H.) 21, Wetzlar 22, Hanau a.-M. 32, Gießen (Ö. z. H.) 58, Frankfurt a. M. (H. z. H.) 93, Giesten 111, Mainz 119, Friedberg L H. 150, Limbürg <l L. 158, Offenbach a. M. 230, Worms 298, Darmstadt 318, Mainz 606t Kassel 769, Wies- baden 1368 und Frankfurt a. M 3974.__

Wandern und Reisen, Setzer und Sommerfrischen.

Berninabahn (St. Moritz-Tirano). Das Inter­nationale öffentliche Berkehrsbnreau, Berlin, schreibt ckns: Im Sommer 1909 sind die Strecken TiranoPvschiavo süd- seits und PontresirmBerninahaus nordseits des Passes in Betrieb gesetzt worden. Gegenwärtig sind die Bauar- beiten in vollem Gang, und der Tunnelbau in der Jnn- schlucht geht seiner Vollendung entgegen, so daß bis zum Beginn der Sommersaison die ganze Strecke St. Moritz- Berninahosp-iz betriebsfertig sein wird. Im Verlaus des Sommers sollen noch die Stücke HospizAlp Grün und PoschiavoCavaalia hinzukommen. Die letzte und schwie­rigste Strecke, CavagliaGrün, mit einem senkrechten Höhenunterschied von 500 Meter, erfordert verschiedene Kunstbauten. Sie wird voraussichtlich bis zum Sommer 1910, mit ihr also die ganze Linie, die das Engadin mit dem Beltlin verbindet, eröffnet werden.____________

Handel ttnö Verkehr.

Reichsbank-Ausweis. Die Versteifung der Geld­verhältnisse am offenen Markt Hal insofern auch auf die Gestaltung des Ausweises der Reichsbank eingewirkt, als sich in der zweiten Juni-Woche der Rückfluß langsamer vollzog, als in der gleichen Boriahrszeit. Der Wechselbestand hat nur um 4.36 Mill. Mark aßgenommen, gegen 31.18 Mill. Mark im Vorjahre. Der Lom­bardbestand hat sich um 7.34 Millionen Mark erhöht. Von den Reichsschatzrcheinen wurden weitere 10.04 Mill. Mark zurückgezahlt. Insgesamt belaufen sich btc Anlagen der Bank in Wechseln, Lom­bard und Effetten gegenwärtig auf rund 1169 Mill., das ist 154

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(gez-, ssoj. Linhardt und Frau.

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Besaß mit 11 Monaten 6 Zähnchen

nnd macht- Gehversuche,

Wenn solches von einem kleinen, eher zarten als kräftigen Mädchen gesagt wird, fragt man unwillkürlich, wie das wohl möglich war? Der nachstehende Brief wird darüber am besten Auffchluß geben:

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Drittes 159. Jahrgang Samstag 19. Juni 1908

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