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General-Anzeiger für Cberheffen
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Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls • Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
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Die „Sietzener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen 5ctt- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
DerAbfchlutzderzrankfurterLuftfchiffahrt-Aurftellung
(Von unserrn Korrespondenten.)
Frankfurt, 16. Okt.
für die Physik, die Meteorologie, die Motoren- und Propellertechnik, die Chemie, die eigentliche Aeronautik und Aviatik — das läßt sich heute noch nicht übersehen. Kenner sind aber auch in dieser Hinsicht sehr befriedigt. Mir per- sönlksch scheint es, als ob sich u. a. ein wertvoller Erfolg besonders für das unstarre System, das der Parseval-Ballon vertritt, ergeben habe. Die rückhaltlose Begeisterung für Zeppelin uitd das starre System, gegen die sich natürlich nichts einwenden läßt, hatten das unstarre System unverdient in den Hintergrund gedrängt. Durch die mehr als 40 Fahrten, die der Parseoal 2 im Lauf der Jia, deren piöce de resiftance das Luftschiff „P. 3" war, gemacht hat, ist die ungerechte Beurteilung aufgehoben worden, und man beginnt zu erkennen, daß dieses System durchaus nichts Ueberwundenes ist, sondern daß es seine Berechtigung neben dem starren System besitzt und daß ihm noch große Ausgaben zugewiesen sind. Mit der großen süddeutschen Fernfahrt krönt der Parseval mit seinem unermüdlichen Führer Stelling seine längst nicht genug anerkannte Tätigkeit. Ohne die Jla aber hatte jeder, der Parseval, noch auch die verwandten Systeme Clouth und Rechtenberg, ein Feld für Experimente so großen Stiles gefunden. Für die fruchtbare Weiterentwickelung der Mokorluftschifsahrt also hat die Jla ein weites Feld geschaffen.
Noch größer aber scheint mir — |o sehr diese Anschauung auch vielleicht im ersten Augenblick den Widerspruch vieler herausfordcrn wird — der Nutzen, den dte Aviatik von der Jla ziehen wird. Sie gilt ja im Allgemeinen als das Stiefkind der Jla, und die Dorwürfe über ihre Vernachlässigung waren unter allen Vorwürfen die heißesten. Aber nachoem nun endlich die Hindernisse überwunden waren und die Fliegerwoche einen so erfreulichen Abschluß gebracht hat, ist in den Frankfurter aeronautischen Kreisen das bis dahin schlummernde Interesse für Die Aviatik umso lebhafter erwacht. Wer die Verhältnisse kennt, wird nut mir der Ansicht sein, daß, angestachelt durch die Jla, jetzt ein sehr lebhafter aviatstcher Wettstreit in Frankfurt sich regen und zweifellos bald praktisch sich betätigen wird. Bestellt sind, wie ich verraten kann, schon verschiedentlich von Privaten Flugapparate, und be- bereits ist auch ein spezieller Verein sür den neuen Sport in der (Gründung begriffen. — Auch daß ein großes Interesse für die Gesa) ich re der Aeronautit erwacht ist, soll unter den Leroiensten der Jia nicht vergessen sein. Der Wert und Nutzen der Jla soll und kann also erst spater beurteilt werden, wenn die Saat aufgegangen ist, die sie auSgestreut hat. Das sollten ftch die nrllller, die Miß- Berlin, sowie Geheimrat Neisser aus Breslau berufen.
Dr. G. Z.
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Deutsches Reich.
Der König von Sachsen traf am Montag zum Besuche des Großherzogs von Mecklenburg-L>ck)werrn in Schwerin ein. Zum Gmpfange waren e^chwnen Der Grotz- herzog, sowie die Herzöge Paul Friedrich und Adolf ryrred- llch mit Gefolge. Nach herzlicher BegruMng undVo r- ltellung des beiderseitigen Gefolges fahren die rZurftluh- 'Ctt% ^Ojachsischen Konservativen, Geheimrat
Nehnert, wurde zum Mitglied der Ersten sächsischen Kammer ernannt
Aus Ess en-Ruhr berichtet man: Der Vorstand der vier Bergarbeiterorganisationen beschloß m einer Konferenz einstimmig, an den Aba)envorftand eine Angabe zu richten, in der die Aufhebung der Beschlüfse letresfend die Einführung des Zwan g s arb erts nach- iveises gefordert wird. Gleick)zeilig soll in Anbetracht Der ernsten Lage eine Eingaoe an das Königliche Ober- beraamt, und eine zweite an den Minister sur Handel und Äeiverbe gerichtet werden, in denen diese um ihre Vermittelung angerufen werden sollen.
Am Sonntag schließt die vielgenannte, vielgerühmte und noch mehr gescholtene Frankfurter Internationale Luft- Ichiffahrt-Ausstellung. Da ist es natürlich, wenn der Blick sich noch einmal rückwärts wendet und dort kritische Umschau hält, dann aber auch suchend und ahnend in die Zukunft schweift, um vielleicht jetzt schon festzustellen, was. etwa an Frucht auf gehen wird aus der Saat, die in diesen Sommermonaten ausgestreut ist.
Leicht ist diese Aufgabe nicht. Leicht wäre es, in den Chor der Kritiken mit einzufallen, der schon eigentlich mehr ein Chor der öffentlichen Ankläger ist. Das Heer ler Fehler, die von der Leitung der Ausstellung gemacht Morden sllid, die Fülle der Mängel, die diese Ausftellung Lufgewiesen hat— der absoluten Mängel und insbesondere 4er Mängel, die sich Herausstellen, wenn man die Verheißungen und die Taten vergleicht — die Schwächen der Organisation, durch die so viele leicht zu vermeidende, ost völlig unverständliche Mißgriffe im Einzelnen gemacht worden find —, all diese Dinge liegen heute so klar zu Tage, daß es vergebene Liebesmühe wäre, sie zu leugnen. Wer in einem der Ausschüsse mitgearbeitet hat, weiß auch genau, wo die Fehler liegen und wer die Hauptschuldigen sind, die ja auch zum Tell die Konsequenzen des chnen schließlich entgegengebrachten Mißtrauens gezogen haben. Er weiß «aber auch, welche große, hingebungsvolle Arbeit vollständig ehrenamtlich geleiftet ist, welche Opfer an Zeit und Geld von freiwilligen Mitarbeitern gebracht sind, und welche unendliche Fülle von Arbeit in Den letzten Monaten der Borarbeitszeit geleistet worden ist. Daß die Vorbcreitungs- zcit nur ein paar Monate betrug, daß der Gegenstand so völlig neu war, daß unter den leitenden Männern sehr viel guter Wllle, aber zu wenig Erfahrung in der Aus- itellungspraxis vorhanden war, darin liegen, außer an
** Mehr Wasser von Queckborn her in unsere Stadt zu leiten ist schon seit Jahren das Bestreben der Stadtverwaltung. Man will nicht in Verlegenheit kommen und arbeitet vorsorglich daran, unser Wasserwerk leistungsfähiger zu machen. Bald wird auf dem Seltersberg, als ein Wahrzeichen des neuen Gießens, ein hochragenoer Wasser- turm erstehen und schon richtet man sich im Werke selbst darauf ein. Im Maschinenhaus, das 1903/04 durch einen | Anbau vergrößert wuroe, wird zu den drei Pumpmaschinen Imit einer gesamten Leistung von 83 Sekundenliter eine wei-
Der durch seine interessanten Fahrten nach England bekannte Ballon Ziegler stand kurz vor dem Jubiläum seiner hundertsten Fahrt, die am 17. ds. mit dem Schluß «der „Jla" gefeiert werden sollte. Am 14. Oktober machte er seine 97. Fahrt. Das Wetter war außerordentlich ungünstig, doch entschloß ich mich, der Einladung zur Fahrt Folge zu (elften, da für den Meteorologen auch das schlechte Wetter, von nicht geringem Interesse ist. Der Himmel war trüb und regnerisch, als sich der Ballon um 3 Uhr nachmittags mit dem Führer und zwei Mitfahrenden von dem Ballonplatz der Jla erhob. Er ging bis etwa 300 Meter in die Höhe und flog mit schwachem Westwind gegen Osten über die Stadt, die wie eine naturgetreue Reliefkarte sich unter uns ausbreitete. Don Zeit zu Zeit verhüllten Nebelfetzen einen Teil der Aussicht. Schon nach wenigen Minuten Fahrt fing der durch den Nebel feucht und schwer gewordene Ballon an langsam zu fallen, so daß mehrere Säcke Ballast geopfert werden mußten. Daraus stieg er wieder und ging auf 800 Meter Höhe, sodaß die Stadt dem Blick enl,chwand und der Ballon inmitten der Wolken schwebte. Wir halten auf eine Abnahme der Wollen in der Höhe gerechnet, aber sonderbarerweise nahm plötzlich deren Dichte zu, und der Ballon schwamm in einem Meer von grauem schwerem Nebel. Tie Dunkelheit nahm stetig zu, was unmöglich allein auf die ziemlich hellen Regenwolken, die wir von unten gesehen hatten, zurückzusüyren war. Die Finsternis wurde schließlich so dicht, daß man kaum zwei Schritte weit sehen konnte.' Nach einer Viertelstunde, innerhalb deren eine Orientierung natürlich unmöglich war, hörte man plötzlich ein starkes Rauschen, das von oben und aus einer bestimmten Richtung zu kommen schien. Da wurde uns klar, daß das Geräusch von in der Nähe niederstürzenden Regenmafsen herrührte und daß der Ballon nur in eine Regenböe geraten sein konnte. Nach wenigen Augenblicken, in denen sich das Rauschen verstärkte und näher kam, hatte die Böe den Ballon überholt und unser Apparat zeigte an, daß wir in der Sekunde fast vier Meter abwärts fielen. Wir stürzten zu dreien auf die Sandsäcke und entleerten in fieberhafter Eile einen nach dem andern. Der ursprüngliche Ballast bestand aus 16 Säcken, die unter normalen Verhältnissen für eine Fahrt von mindestens fünf Stunden ausgereicht hätten. Innerhalb weniger Augenblicke waren die letzten zehrt Saae entleert, aber der Ballon fiel weiter. Noch ein Moment und wir traten aus der Wolkendecke, um die unangenehme Entdeckung zu machen, daß der Ballon sich noch über den letzten Häusern von Frankfurt befand und direkt auf den Main zuflog. Wir näherten uns rasch dem Boden, ohne daß die Ballastabgabe den Fall merklich zu bremsen schien. Die Lage war überaus kritisch. Der Ballon fiel, von der Regenböe erfaßt, "schräg zur Erde. Aüch" ohne ein 'Instrument sahen wir jetzt, daß es rapid abwärts ging, denn die Häuser und Straßen kamen mit unheimlicher Schnelligkeit entgegen, und der Main wurde immer breiter. Nach wenigen Mo-
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Bescheidenheit dämpfen müssen und man hätte nicht den Besuchern das gute Geld aus der Tasche, ziehen dürfen, ohne ihnen hinreichende Gegenleistungen zu bieten. Wenn man den Dingen auf den Gründ geht, wird man als letzte Ursache ost winzig kleine Ungeschicklichkeiten finden, die darin wurzeln, daß an der betreffenden Stelle eine für den Verkehr mit der Öffentlichkeit nicht geeignete Persönlichkeit stand. Der Hauptmangel aber war, daß es an einer überragenden Persönlichkeit fehlte, in deren kräftiger Hand alle Fächer des großen Organismus zufammenge- lausen und durch deren starken Willen sie alle einhelllich gelenkt worden wären.
Aber lassen wir diese kritischen Betrachtungen, die sich noch well ausspinnen ließen, und suchen wir uns klar zu machen, was an positiven Leistungen die Jla aufzuweisen hat. Ich meine, da muß auch der verbissenste Gegner eingestehen, daß diese Ausstellung im vollen Sinne des Wortes einen Markstein in der Geschichte der Lullwissenschaft und der Luftschiffahrt bedeutet. Sie hat sicheren Grund gelegt, auf dem weiter gebaut werden kann und weiter gebaut werden wird. Sie hat die große Aufgabe in Angriff genommen und, man darf sagen, gelöst, den neuen großen Kulturgedanken der Unterjochung des Luftmeeres so populär und allgemein zu madjen, daß fortan die Unternehmungslust nicht mehr mit dem schwersten Hindernis des Fortschritts, der stumpfen Gleichgülllgkeit und Passivität der großen Menge, zu kämpfen haben wird. Gewiß, das ist nicht das Verdienst Der Jla allein. Aber ohne sie wäre die Beschäftigung mit den Problemen der Aeronautik und Aviatik, der Einblick in die nächsten Aufgaben dieser neuen Disziplinen und das Verständnis für ihr Wesen niemals so schnell Allgemeingut geworden, wie es heute der Fall ist. Man versuche sich einmal ein paar Slonate zurück- z uv ersetzen, wie fern damals vielen Tausenden die Anschauung in aeronautischen Dingen lag und wie unklar die Vorstellungen von den grundlegenden Fragen, der Aerostatik und Aerodynamik waren! Und ist es nicht schließlich auch ein Gewinn, wenn heute so viele um Die Mängel Der Jla — schimpfen können! ? Das heißt Doch (mag auch viel Unverstand und Nach schwanen bei Diesen Krillkern vorhanden sein), im Großen und Ganzen ist das Verständnis für das Thema in Der Tat gewachsen. Tas sind nun freilich Erfolge, Die sich nicht greifbar fassen lassen. Aber jeDer Un- beicngene muß zugeben, ohne Die Jla, d. h. ohne Das schnelle Zugreifen und aufopferungsvolle Handeln einer Anzahl sozial ge|innter Frankfurter Bürger wäre Diese, im Jnieresse Des Kulturforcscyrilles hochersreuliche Wllkung nicht eingetreten. Was an tatsächlichen Fort|chritten für Die einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen gewonnen ich
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menten fiel der Ballon schräg auf einen Neubau am Ost- Hasen zu und aller Berechnung nach mußte Der Korb wider eine neuaufgeführte Mauer schlagen. In diesem kritischen Augenblick fing Die Abgabe des gesamten Ballastes endlich zu wirken an, Der Fall verringerte sich etwas, sodaß wir in 50 Meter Höhe über dem Neubau hinweg kamen. Jenseits aber lag der Main und vor ihm eine schmale freie Uferstrecke. Tiese Situation benutzte der Führer, um rasch das Ventil zu ziehen und Den Ballon zur Landung zu zwingen. Mer Der Ballon fiel nur wenig und eille in u „ . ...
einem spitzen Winkel auf den Main los. Ihn noch zuImit einer gesamten Leistung von 83 Sekundenliter eine wei-
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Überfliegen war unmöglich. Da Der Balsast verbraucht war; zudem erhoben sich am jenfeitigen Ufer die Fabriksastote von Offenbach, die eine neue große Gefahr bedeuteten. Es blieb nichts übrig, als den Ballon rasch ganz aufzureißen, um noch hart vor Dem Main landen zu können. Ties alles spielte sich in einem Mgenblicke ab. Der Ballon -iel mit aufgerissener Reißbahn auf das freie Flußuser zu mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Meter in Der Sekunde. Jeder hing sich an die Taue, um dem Anprall o gut als möglich zu begegnen. In dem Moment schlug der Korb hart auf. Da ich mich unglücklicherweise auf der Schleis seit e befand, wurde ich dabei aus Dem Korb geschleudert und kam unter ihn zu liegen, so daß er über mich weg schleifte unD mich von den Tauen loSriß. wodurch kamen Die andern Mllfahrendcn in die größte Gefahr, denn der entlastete Ballon schnellte nun noch einmal etwa 50 Meter in die Höhe, um mit noch stärkerem Anprall direkt vor dem Alain herunterzustürzen. Als ich mich aufgerafft hatte, sah ich den Ballon gerade im Main unkersinlen, während Der Korb nur wenige Schritte entfernt am Ufer umgestürzt lag unD Darunter wie in einem Käsig Die beiden Mitfahrenden. Außer geringen Verletzungen war alles gut abgelaufen, nur die Apparate waren bei dem Sturze beschädigt worden. So kurz die Fahrt gernefen war, war sie Doa) von großem wissenschaftlichem Interesse. Die Natur hatte mit dem Ballon gewissermaßen ein Experiment gemacht und gezeigt, welch heftige turbulente Luftbewegungen sich in einer Böe abspielen. Der Ballon war auf Der Vorderseite in die bekannte schwarze Vöenwolke geraten, daher die ägyptische Finsternis zu Beginn der Fahrt; dann hatte die eigentliche Böe ihn überholt. Dies war in dem Augenblick geschehen, als das Rauschen der Regenmassen einsetzte. Der herabstürzende Regen beschwerte Den Ballon und trug so zu seinem Sinken bei. Aber dies hätte nicht ausgereicht, um den raschen Fall zu bewirken. Die Hauptursache ist vielmehr in dem lallen Luslstrom zu suchen, Der auf der.Rückseite jeder Böe herabstürzt. Er hatte sicher eine vertikale Geschwindigkeit von 5—6 Meter pro Sekunde, wenn man bedenkt, daß die Entlastung von zehn Sack Ballast, zusammen 150 Kg., den Fall nicht zu hemmen vermochte. Ein Glück war es, daß nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, noch ein vierter Passagier mitgefahren war, denn dann wäre der Ballon schon vorher mit voller Geschwindigkeit mitten in der Stadt herabgestürzt.
Diese Fahrt war ein schöner Beweis, in Kne hohem Grade die Luftschiffahrt von den Witterungsverhältnissen abhängig ist. Auch einem Motorluftschiff wird es inmitten einer Böe nicht vil besser ergehen wie einem Freiballon, Demi es ist diesen turbulenten Lustbewegungen nicht gewachsen und pill seiner dynamischen Kraft Dagegen fast machtlos. ___________'
Aus jptaöt und Land.
Gießen, 19. Oktober 1909.
itellungspraxis vorhanden war, Iber allzugroßen Aengftlichkeit „
Hauptgründe für das Zurückbleiben Der Taten hinter •ben Absichten. Es ist auch kein Geheimnis, Daß man sich den Aufgaben Der P reffe gegenüber 'von einer merkwürdigen Blindheit gezeigt hat, fo Laß diese endlich mit Grund bisweilen Die Geduld verlieren mußte, besonders als man absolut nicht einsehen sollte, daß es nicht anginge, großmacherische Annoncen m Die Well zu schicken und nicht zu hallen, was man dort versprach. Ta ß inan an experimentellen Vorführungen rerhällnismäßig so wenig bieten konnte, das hätten Die Lesucher vielleicht nicht einmal so übet genommen, aber man hätte bei Zellen die Erwartungen mit geziemender
Ausland.
Professor Wahrmund eröffnete am Montag in der Universität Prag vor etwa 200 Hörern sein Kolleg über >as System des Kllchenrechts.
Der König von Dänemark nahm am Montag das Ab schied Sg esuch des Landesverteidigungsininisters 'Lhristensen an und übertrug Dem PräsiDenten des Muisterrates, Grafen Holstein, die interimistische Leitung Des Landesverteidigimgsministeriums. •
Aus Saloniki meldet man: Die tür kische Flo 11e verläßt heute, Dienstag, Saloniki und segelt nach Kvn-- itantinopel ab. Bet den Dardanellen sollen vorher Hebungen vorgenommen werden. Es verlautet, Tjavid Pascha habe den Befehl erhalten, die unterbrochenen Opc- rationen gegen die rebellischen Albaner wieder aufzunehmen.
Aus San Francisco wlld gemeldet: Der Major Don San Francisco wird der deutschen Regierung Die Dankbarkeit Der Bevölkerung San Franciscos wegen Der Anwesenheit Der „Arcona" bei Der Feller Der WieDerbe r st e l l u n g Der StaD t zum AusDruck bringen. Die £ffixiere unD Die Mannschaft DeS Schiffes sinD willkommene Mste bei Der Feier. Auch Der Deutschen Presse sendet Der Major Den AusDruck Der Dankbaren Gefühle.
DIU dem Ballon Ziegler in einer Regendöe.
Von W. P e p p l e r - Frankfurt a.
Es sind schon so viele Beschreibungen von Ballonfahrten durch Die Tageszeitungen" Mangen,' daß ntäri schwerlich etwas neues bringen bann. Welche Gefühle man im Ballon hat, wie sich Die ErDe aus Der Vogelperspektive ausnimmt, das ist alles schon unzählige Male gut und schlecht behanDell worDen. Die Fahrt mit Dem Ziegler zeichnete sich nicht Durch große Tauer und Weite oder durch große erreichte Höhen aus. Im Gegenteil könnte sie Anspruch auf den Rekord Der kürzesten Fahrdauer unD Der geringsten Entfernung vom Aufstiegsort erheben, Denn es ist bezeichnend. Daß die ganze Fahrt sich im Zeitraum einer Stunde ab spielte, und daß die Mitfahrenden zu Fuß nach. Hause gingen. Was Die Fahrt interessant macht, ist rielmeyr Die Tatsache, daß sich in ihr alle Die Gefahren zusammenDrängten, Die Dem Luftschiffer Drohen, unD Daß sie bei abnormen Wllterungsverhällnissen erfolgte.
Nr. 243 Zweites Blatt IZN.Jahrgang Dienstag 19-Oktober 1909
Erich-,nl ISgllch mil Ausnahme des SonnIagS.


