Erstes Blatt
159* Jahrgang
Dienstag 20, April 1909
mit
General-Anzeiger für Oberheffen
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Bezugspreis: monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.30; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig.
Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" K. Neurath; fiir „Stadt u. Land" und „Gerichts-
rlhnTrVCÄ$Cr" Zirku2-Rella,nezettels vollbracht, von dessen Proqra.nmnlnnmern
B ° s > »mnnn Ä« ™ ÄÄ. b«tnut emetteuie Sliitcn» folgen laßen : Speriure; Pram-
Wassermann vom Lessmg-Theater, dev in geradezu meisterhafter Weile die hohe Scl)ule ritt, und Thiclschcr als Clown Grolle Heiterkeit erregte die Darstellung der Siegesallec durch bekannte erste Künstler in weißem Tvikot. Das Fest wird neben dem künstlerischen Erfolg auch ein glänzendes finanzielles Er- gebnts aufzuweisen haben. Ter Reingewinn wird 30000 Mk weit übersteigen. Der Abend wird wiederholt werden, und zwar zugunsten der Artistenloge. Auf diese Weise wollen die Schau- »Vieler ihren Dank für das hervorragende Entgegenkommen des Kommtssionsrates Busch bekunden, der den Raum und den ganzen Apparat des Zirkus ohne jeden Entschädigungsanspruch zur Verfügung -gestellt hatte.
Staatsangehörigen zu wahren, haben beide Mächte nicht die Absicht, eine Politik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten Persiens zu verfolgen. In der Erkenntnis der wachsenden Gefahr der augenblicklichen Lage dringen Großbrirannien und Rußland ernstlich in den Schah, sich zur Verfassung zurückzuwenden. Sie weisen darauf hin, daß solange kern neues Modschlis einberufen ist, keine der beiden Regierungen in der Lage sei, den Schah zu unterstützen oder ihm finanziellen Beistand zu leisten. Die Instruktionen an die Gesandten, dem Schah Vorstellungen machen, sind telegraphisch nach Teheran abgegangen.
U. -An# brwlleo
Deutsches Resch.
Der Reichskanzler ist gestern abend von Venedig in Berlin wieder eingetroffen. Rach einer Meldung jder „Perseveranza" steht der Reichskanzler Fürst v. Bülow im Begriff, ein großes, an seine Villa della Rose in Rom angrenzendes Terrain und einen Häuscrkomplex anzukaufcn, um seinen Grundbesitz zu vergrößern.
Der neue deutsche Gesandte in Belgrad von Reichenau überreichte geftern in feierlicher Audienz dem Könige von Serbien sein Beglaubigungsschreiben.
— Zum 150. Geburtstage Ifflands veranstaltete ant Sonntag die Berliner Gesellschaft für Theatergefchichtc eine Festsitzung im Königlichen Schauspielhause, mit 'dessen Geschichte der große Tote auf das innigite verknüpft ist. Ter Raum war mit Blattpflanzen und der Büste Ifflands geschmückt. Ter Vor fitzende Geheimerat Prof. Dir. Ludwig Geiger eröffnete die Feier. Er wies auf Ifflands Bedeutung als Schauspieler, Bühnenleiter und Dichter hin. Rach einigen Liedern sprach Tr. Stümke
„Zffland und das Berliner Königl. Nationaltheater."
f t Dl , .. . i" e hervorragende „DHu ckleistuu g" hat eine
Es herrichte ausgelassene • Reklamedruckerei in Heerdt nm Rhein mit der Herstellung eines
Zur Lage in Persien.
Dem Reuterschen Bureau zufolge sind die Einzelheiten des gemeinsamen c n g l i s ch - r u s s i s ch e n P r o g r a m m s bezüglich Persiens nunmehr in Petersburg zwischen dem englischen Botschafter und dem Minister des Auswärtigen Zswolsky festgelegt worden. Der Text des Memorandums wurde nach London zur Genehmigung durch Sir Edward Grey gesandt. Das Schriftstück ist ziemlich lang und laßt sich im einzelnen über die Schritte aus, die von beiden Regierungen bei der Erteilung von Ratschlägen au den Schah unternommen werden sollen. Während'sie sich das Recht Vorbehalten, die Interessen und die Sicherheit ihrer
volmspringer. Mit. Rudolfi; Parjortsreiteiin. Fräulein Helene • Parterre Springer Herrn Herrn B. D. Garten; Voltige aüa Richard Reck Alt; TodteSsall-Lawinensturz; PaUitäy (soll jeben- fo((s Pas be deux heißen); Pantomine. Hierzu schreibt das Fach- blatt ,,-ler ZeUungsoerlag": „Die Reklainebruckerci verfügt allem Anschein nach über eine eigene Hausorthoqraphie, die nach vhone- tijcheil Gesehen aufgebant ivorden ist. Vielleicht schafft sieh bie Firma gelegentlich bie neueste Ausgabe bes Duden an, bann >vird iie erfennen, daß ihre Hausorthographie eine eingehende Revision sehr nötig hat."
AusLanH.
Die österreichisch-ungarische Banktrennung. Gestern nachmittag begannen in Wien die Beratungen der österreichischen und der ungarischen Regierimg über die Bankfrage.
Tittoni bleibt. In Bezug auf bie widersprechenden Mel-
Ans LL8ed Land.
Gießen, 20. April 1909.
"Pfarr Personalien. S. K. H. der Groß Herzog haben die evangelische Pfarrstelle zu Partenheim dem Pfarrer Lic. Hch. Linck 511 Nieder-Moos übertragen.
** Untersuchungsamt für Infektionskrankheit e n. S. K. H. der Groß Herzog haben den ersten Assistenzarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Gießen Dr. Eduard Bötticher zum Leiter des Untersuchungsamtes für Infektionskrankheiten zu Gießen ernannt.
** Schulwesen. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Oberlehrer an dem Herbstgymnasium zu Mainz
— Eine Deuts che Vereinigung für Krüppel- fursorge" ist am' 14. ds. Mts. in Berlin gegründet worden Namhafte Vertreter der Orthopädie, Chirurgie, der Lehrersck-aft Geistlichkeit, verschiedener Regierungen, mehrerer Bundesstaaten' Mwßer Gemeinden und selbst des Auslandes (England, Belgien, Nullland, Oesterreich) haben daran teilgenommen. Der Vorsitzende des vorbereitenden Ausschusses, Geh. Ober-Medizinalrat Dr. Dietrich, gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Krüppel- füriorge. Ministerialdirektor F ö r st e r stellte die bisher bewiesene Unterstützung des prenßisck)<m Kultusministeriums in Aussicht — lieber den „Umfang der Krüppelfürsosrge" erstattete Dr Bie- I als ki, Berlin, Bericht, in dem er für jede Million Einwohner em Kruppelheim mit 200 Betten forderte. Dann könnte wenigstens der fünfte Teil versorgt werden. Nur durch die Zusammenfassung aller beteiligten Faktoren .Aerzte, Lehrer, Geistliche, ^taat, Gemeinden usw. könne das Krüpveleleud verringert werden Dre Vereinigung will die Hauptstelle hierfür bilden. Sie will un wesentlichen theoretisch und aufklärend wirken durch Abhaltung von Kongressen, die Herausgabe 'einer Zeitschrift und Unterhaltung einer Geschäftsstelle (Berlin, Fontanepromenade 10).
ciNPsiehlt. aaia-Drogi ^ar* Seibel. S^nkfarterstr
ider „Ideal“
düngen über Tittonis Stellung kann, wie die „Franks. Ztg." er fährt, versichert werden, daß die Krise gelöst
Tittoni zum Bleiben zu bestimmen, indem er ihm versicherte, daß er auch die Parlamentsmehrheit für sich
Venedig konnte Tittoni daher mitteilen, daß sein Rücktritt nicht erfolge.
Der Pap st und die französischen Pilger. Beim gestrigen Empfang der katholischen Pilger Frankreichs in der Peterskirche, bei dem ihnen enthusiastische Huldigungen bargebracht wurden, hielt der Papst eine Ansprache, in der er den Pilgern für ihre Treue und Anhänglichkeit dankte, auf die Tugenden der Jungfrau von Orleans hinwies und sagte: Religion und Vaterland seien immer identisch, Vaterland und Katholiken hätten immer dieselben Interessen. Die Katholiken seien die einzigen aufrichtigen Freunde des Vaterlandes, das diese immer am besten verteidigt hätten. Als der Papst beim Verlassen der Kirche die französische Nationalflagge eines Vereins erblickte, küßte er sie zweimal, was die Pilger trotz eines Verbotes mit stürmischem Beifall begleiteten.
Ein altslawischer Kongreß ist gestern in St. Petersburg eröffnet worden. Die Sitzungen finden teilweise unter Ausschluß der Oefsentlichkeit statt, weil verschiedene Fragen delikater Natur erörtert werden sollen und ein Bekanntwerden der inner- slawischen Gegensätze unerwünscht ist. Anscheinend stehen sich zwei Gruppen gegenüber, welche die konservative allslawophile Richtung und den demokratischen Nenslawismus vertreten. — In der heutigen geheimen Nachmittagssitzung ermahnte Lamanski alle Förderer des Slawentums zur Einigkeit.
Annahme von Anzeigen
bis »ornühagT 9mui)e^ Kofätiottsätut! und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Such- UN- Zteindruckerei R. Sange.
Tttessses Feuilleton.
— 2. KammermusikfestDarmstadt. Unter dem Pro- l Ktorat des Großherzogs wird auch in diesem Jahre wieder ein Kammerwusikfest stattfinden und zwar am 7., 8. und 9. Juni. Der erste Abend wird Werke von Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Schumann und Brahms bringen, der zweite, zu vem Saink-Saens seine Mitwirkung zugesagt hat, nur Werke Keses Tondichters. Der dritte Abend soll Ur- und Erstaufführungen von Reger, Scott, Hans Herrmann und Paul Juan vor- i behalten bleiben.' Außer den vorstehenden Komponisten wirken fach mit: die Damen Kwast-Hodapp und Cahnbletz-Hinken und i be Herren v. Warlich und Hegar. Mit Fräulein Philippi-Basel . 1 nd Verhandlungen int Gange. Die Darmstädter Künstlerschaft »nird durch die Kammermusikvereinigung, also die Herren Hofrat Haan, Hofkonzertmeister Havemann, Bornemann, Delp und | 'Bnbreae vertreten sein.
— Das Erbe Messels. Die Stadt Berlin hat sich ; l’wn vor längerer Zeit inoffiziell bereit erklärt, dem Stadtbaurat 1 Öo f f m a n n bie Erlaubnis zur Ausführung der staatlichen Bauten : <Bff der Museumsinsel zu erteilen. Die Ueberuahme des Erbes Messels durch seinen Schwager Hoffmann wird jedoch noch die Stadtverordnetenversammlung beschäftigen, da bet Magistrat g laubt, einen für die kommunale Bautätigkeit so schwerwiegenden
RcOoftion, Expedition nn» Druckerei: Schulstratze 7.
I mi Hg tauft man alle 201- Farben 'M und in Del oeriebro Pinsel, LciniH lineum etc. m OK Tmania-Droserie arl Mbel surtnTtt.N,?kLck-Ä'
Die Revolution in der Türkei.
Abdankung des Sultans Abdul Hamid.
, - Dbit gestern mittag laufen in Konstarckinopel Gerüchte um, daß Sultan Abdill Hamid abgedankt habe. Es heißt, bie Truppen batten an den ^ultan ein Ultimatum geschickt, abzudanken. 'Der ^ultan habe sich an die französische und an die englische Botschaft nm Schutz gciranbt. Die Jacht des Sultans soll unter Dampf ,v.ir Reise bereit liegen. Nach Schluß der gestrigen Sitzung der Kammer berieten die Minister über die Lage, um bie weitere Regterungsrähigkeit des Sultans zu prüfen und vom Scheik ül e™ Gutachten hierüber zu erwirken. Der jungtürkische Abg. ntazt Bep soll an den Thronfolger Prinzen Reschid Ef- sen di telegraphiert haben, sich bereit zu halten. Prinz Reschid Eftendt soll sich z. Zt. bei den Führern der Jungtürken aufhalten ; feit Donnerstag ist der Prinz aus seinem Paläste verschwunden. Nach einer anderen Meldung wurde Reschid Ef- t_endi bereits in Saloniki als Sultan ausgerufen. Saloniki gei als provisorischer Sitz der Negierung in Aussicht genommen Der frühere Kommandeur des Gardekorps ist dort eingetroffen Im Gegensatz zu der Nachvicht von der Angst des L-ultmrs Abdul Hamid wird berichtet, dev Sultan bewahre eine überlegene Ruhe.
Der Vormarsch der jungtürkischen Truppen.
Die gegen Konstantinopel vorrückenden Salonikiev und Adria- iwpeler Truppen haben den strengen Befehl erhalten, die Bevölkerung, besonders die Christen und die Fremden gut zu behandeln, ine zeigen ratsächlich gute Manneszucht. Die Zivilisten, die >mt der Vorhut der Truppen zusammenkamen, wurden gebeten, bie hiesige Bevölkerung dahin zu beruhigen, daß sie absolut nichts zu befürchten habe. Der Einmarsch der Adrianopeler Truppen soll, um die Mohammedaner nicht zu erregen und um Zusammen- ilöße zu vermeiden, nicht über Stambul erfolgen.
Die 1000 Mann starke Avantgarde mit drei Batterien und cinem Detachement Kavallerie war gestern nacht auf der Chaussee wn Kütschük-Tschekmedje vorgerückt und hat die Höhen von Tand- vascha und Ramis Tschiflik oberhalb von Ejub am Gott^nen Hom besetzt. Es beherrscht von dort den größten Teil von, Konstantinopel. 'Zer Widerstand wird wesentlich von der Haltung des dritter? ^Ägerbatasilons aMjängcn. Es ist dasjenige Bataillon, welches am Dienstag das Signal zur Erhebung gab. Auf einen Beschluß ins Oberkommandos in Tschataldscha -soll dasselbe aufgerieben werden. Es ist daher anzunehmen, daß es zum Kampfe entschlossen 11t und andere Bataillone der Besatzung des Yildiz Kiosk mit- irtfjt.
Die Konzentration des 2. und 3. Armeekorps funktioniert gleich einer Präzisionsmaschine. Daß die Armee vor Tschatald^ scha über genügend Lebensmittel verfügt, geht daraus hervor, daß zwei Waggons Ochsen bulgarischer Provenienz ungehindert ty-erber duvchgelassen wurden. Die Tatsache, daß das 2. Armeekorps lAdrianopel) sich dem ''.Narsche nach Konstantinopel pu- ^eschlossen hat, hat nach der Franks. Ztg. in jungttirkischeu Kreisen tzchr beruhigt. Auch das 4. zt'orps (Hauptguartier Ersinghiau im tltlicn-en Kleinasien, erklärte sich bereit, den Marsch gegen die »auptstadt anzutreten. Nur die Haltung der Truppen des fünften "vrps lDamaskus) flößt Bedenken ein. Jedoch sind Maßualstneu getroffen, um den Vorstoß desselben, falls er erfolgen sollte, oufzuhalten. Die Flotte der Dardanellen und die vor Smyrna ü.cgenden Kriegsschiffe versicherten dem Komitee ihre Treue.
Die Bahngesellschäft Saloniki-Konstantinopel wurde veranlaßt, 16eitere Maschinen und weiteres Personal zu besorgen, um den durch die Truppentransporte entstehenden Anforderungen zu genügen. Der Mali von Saloniki teilte dem Großwesir mit, daß r. seine Befehle nicht mehr anerkenne und die Beziehungen ab- breche. - Das Komitee fordert die Auslieferung der Hauptleiter brr Konstantinopeler Bewegung. Die von Konstantinopel genächteten jungtürkischen Deputierten Nazim Bey und Gran Bey Herren von Smyrna in Saloniki angekommen. Sie klärten dieMenge über die Sage in der Hauptstadt auf und erhoben schwere Anklagen Segen die dortigen Machthaber. Tas Komitee müßte seine Äuf- ®ibe bis zu Ende führen. Tie Menge antwortete zustimmend.
öcad1 einer Privacmeldung von gestern abend hat sich der lLormarsch der Truppen zur Einschließung Konstantinopels prompt vollzogen. Die äußerste Spitze befand sich um 4 Uhr nachmittags
PolstiHche CQgcs-Lhttrr.
Die Unabhängigkeit Bulgariens.
Troß der gegenwärtigen Wirren in der Türkei ist gestern in Konstantinopel die Anerkennung der Unabhängigkeit Bulgariens durch Unterzeichnung des türkisch-bulgarischen Protokolls vollzogen worden. In dem gestern nachmittag von Liaptschew und Nifaat Pascha in Gegenwart der Botschafter Englands, Rußlands und Frankreichs ttnterzeichneten türkisch-bulgarischen Protokolle über die Anerkennung der Unabhängigkeit Bulgariens findet die Frage der Entschädigung der Orientbahn noch keine Erledigung. Diese bleibt vielmehr einer besonderen Regelung Vorbehalten. Liaptschew bleibt zum Zwecke von Verhandlungen über diese Frage in Konstantinopel. In St. Petersburg haben zur selbeic Zeit, gestern vormittag, der Minister des Aeußern Iswolsky und als Vertreter der bulgarischen Regierung die Minister Papricow und Sallabaschew das Protoioll des russisch-bulgarischen Abkommens über die Liquidierung der bulgarisch-türkischen Geldangelegenheit unterzeichnet. Der Inhalt des Abkommens unterliegt noch der endgültigen Besttmmung der russischen und bulgarischen Regierung.
in Tatawla, eine Stunde von der Stadt. Die Ankunft der Truppen bei dem Pildiz wird bei Tagesanbruch erwartet.
Der „Köln. Ztg." wird aus Uesküb unterm 18. d. M. telegraphiert : Das Vertrauen zum Sultan ist in allen Kreisen, auch bei den Albaniern, erloschen. Die herworragendsten Führer derselben: Seladin Aga, Ismail Schau, Jsset und Ali aus Diahowa sind sämtlich zu einer Beratung zu- sammengetreten im 'Verein mit dem Komitee für Einheit und Freiheit, dessen Boraehen sie billigen. Heute abenb hier einge- tvoffene Depeschen Mahmud Schefkens, daß seine Truppen die Linien der Forts von Tschadaldscha Überschritten haben, erweckten freubige Begeisterung. Volk und Militär sind in bester Stimmung. Alles billigt das Vorgehen der Jungtürken in dem Gedanken, daß ein Abwarten die Rückkehr des früheren Regimentes mich sich gezogen hätte. Albanien ist völlig ruhig. Nachrichten über dortige Aufstände sind unwahr; auch hier herrscht völlige Ruhe.
Ermordung des Fürsten von Samos.
Die Morgenblätter melden aus Wien: Blättermeldungen zufolge wurde Fürst Kopassis von Samos ermordet.
Deutsche Vorfichtsmallnahmen.
Nach "dem Beispiele der übrigen Machte hat nun auch das Deutsche Reich Kriegsschiffe in die türkischen Gewässer entsandt. Tie Turbinenkreuzer „Stettin" und „Lübeck" erhielten Befehl, nach dem Mittelmeer und zwar zunächst nach Korfu zu gehen. Eine Entsendung des Panzerkreuzers „Gneisenau" und des Kreuzers „Berlin", wie das von einzelnen Blättern gemeldet mar, ist nicht beabsichtigt.
Zur Lage in Klernafien.
Tier englische Konsul hat in Smyrna Truppen landen lassen, um Verfolgungen der Christen in den Bezirken von Adana und Zarse zu verhindenr. Ter amerikanische Konsul konnte nicht mehr von Mersina nach Adana Vordringen und man ist ohne Nachricht aus letzterer Stadt. In der Umgebung von Alexandrette sind zahlreiche armenische Farmen zerstört worden.
Eättschluß nicht allein fassen zu .sollen. Tie magisttatsofsiziöse fr»rrespondenz meldet hierüber: „Geheimerat Dr. Ludwig Hoff- tnann hat beim Magistrat den Antrag gestellt, ihm zu gestatten, ine nach den Plänen seines kürzlich verstorbenen Schwagers, des Baumeisters Alfted Messel auszuführenden königlichen Museums- buzuten bis zur Fertigstellung zu leiten." Mit Rücksirht auf den hvhen künstlerischen Wert dieser Bauten für die Reichshauptstadt uud auf den Umstand, daß Geheimerat Hoffmann mit den Intentionen des Künstlers wie kein anderer vertraut ist, hat der Magistrat Wnlin geglaubt, ausnahmsweise seine Zustimmung zur Uebev- netyme dieses auch die städtische Verwaltung ehrenden Auftvages geben zu können. Tie Stadtverordnetenversammlung wird in einer besonderen Vo r l a g e ersucht werden, diesem Beschluß des Magistrats beizutreten.
Nr. 91/ Jf
Ter Sietzetrer Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SießenrrFamilienblötter; zwennalwöchentl.itteis- blatt fiir Öen Kreis (Stefccn (Dienstag und Freitag); ziveimal nionatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112. Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
?1nzetger Gießen.
— Berliner Bühnenkünstler im Zirkus. Sams- ltm abend ging die Vorstellung Berliner Bü l>n en künst ler rnr Zirkus B u sch zugurrsten der PensionSkasse der deutschen I -^^I^nossenschaft vor einem glänzenden Zuschauerpublikiim von , d_00 Personen vor sich. ^Voiit Hof waren Prinz August Wilhelm über: mÄst Gemahlin und die Söhne des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen mit ihrer Mutter anwesend. ~ " - - - -
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft ^-rank Wedekind hat einen neuen Einakter, betitelt „Der Stein der Weisen", eine Geisterbeschwörung, vollendet. Der Eiiratter schildert den Tod des Alchimisten Basilius ValeMinus und behandelt das Problem der mittelalterlichen Mysttk. — Das E hamisso - H äuschen an der Friedrichstraße in Berlin, in dem Ehamisso vom Jahre 1822 bis zu seinem Tode wohnte, ist niedergerissen worden. Ein Fabrikgebäude wird an seiner Stelle errichtet werben. — Zum Jubiläum der lln ioerfität Xetpitg bereitet die dortige königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe eine Gabe von ungewöhnlicher, künstlerischer und literarischer Bedeuttmg vor. Goethes „Winckelmann"
Medianformat mit dem Aufgebot der stocktentwickelten Buchtechnik der Gegenwart ui einer mustergültigen Ausgabe dar- geboteii werden. Mit der Redaktion und der Ueberwachnng der Textgestaltung wurde Prof. Dr. Wittowstst beauftragt — Ludwig ©angbofer soll sich in seinem schwäbischen Heimalsort Walden dauernd niederzulasten gedenken. - Ein neuer Roman von "<?\e S^burt der Venus" wird noch im Laufe dieses Monats tm Cotta,chen Verlag erscheinen. Das Werk ist ein Kunstlerroman. — Em neuartiges Balladenbuch von Frida 'ören 50. Geburtstag feiert, cr= Jfnnin „KI n d e r b a l l a d e ii" in den nächsten
"J’ Verlage von Fritz Eckardt in Leipzig. - Der in gebotene abet seit mehr als einem Menschenalter in V e r o n a ansässige Kunstmaler Richard L o tz e bat sich in ^m/ortigen ..Atelier vergiftet. Der allgemein geachtete « n? rt ^in.flbe,ü der Akademie der bildenden Künste von Sw J'? n1' raxu y?n schwerem Siechtum heiingesilcht. Die d s D®£h9c^®l bltnbung bat ihn m den Tod getrieben. ~ deutsche Rontgengesellschast hiett am Sonntag Jena *^ren 51 Kongreß unter Vorsitz von Professor Krause-
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