Viertes Blatt
Samstag 11. Dezember 1909
159. Jahrgang
trlchem, täglich mti Ausnahme des Sonntag».
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SeneM-Anzeiger für Oberhesjen
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R. B. Darmstadt, 9. Dez. Vor dem Schwurgericht stand heute der auZ Neu-Isenburg stammende, bisher unbestrafte Wirt Ernst Luft, der zuletzt in Rostdorf auf der Neumüble eine Wirtschaft betrieben hat, wegen vorsätzlicher Brand-- st i f t v. n g und Betrugs zum Nachteil der „Deutsctzn Phönix", JmmobilierwersichcrungSgesellschaft in Frankfurt a. M. Der Än- geklagte ist geständig, weil er sich in bedrückter Lage befunden habe, hi der Nacht zum 27. September sein Anwesen in Brand« gesteckt und dadurch die Versicherungsgesellschaft um 1180 Mk. betrogen zu haben. Sein Anwesen war sehr belastet und er besäst keine Mittel, um die am 1. Oktober fälligen Zinsen von 600 Ml zu bezahlen. Durch die Auszahlung der Feuewersicherungssumme war die Zinsenzahlung ihm möglich. Ter Angeklagte wurde zu 2 Jahren 1 Monat Gefängnis, sowie dreijährigem Ehrverlust verurteilt.
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>er Weidengasse hat sich die Vorlage des Kaufbriefes ver- Ggert, wesi.alb die Verkäufer das Kousaeld erst einige Ze t »ch der Inbesitznahme des Geländer durch die Stadt erhielten. Nie von ter Witwe Voat nachgrsuchte Ersetzung der deshalb von Mr zu viel bezahlten Zinsen wird gegen einige Stimmen ab. Miehnt, da die Stadt kein Verschulden an der Verzögerung hat l;ib im Falle einer Bewilligung ähnliche Ansinnen nicht aus-
In der Wagengasse befindet sich ein dem vermann Euler phöriger Geländestreiferi, der im Grundouch auf den Namen 3er cztabt. eingeschrieben ist. ?Jlan stimmt der lleberschreibung Luf den Namen des Besitzers zu. Ter Stadt entstehen dadurch Tine Kosten.
Von den Gust. WittMann Eheleuten wird an der M<w- Turgcr Strass ein Stück Straßenland zum Preise von 5 Mk. frlr den Quadratmeter erworben.
In der Ltephansmar? wird ein Grundstücksaustausch mit den Christoph S chmidt II. Ehckleuten genehmigt. Die Stad I tritt an Sci.midt 857 Quadratmeter ab, während sie 469 Quadrat, rteter erhält. Für die mehr abgegebenen 388 Quadratmeter er- ftia. sie für den Quadratmeter 15 Mk.
Proic'sor Tr. Leutert tritt dar Stadt an der Rothohl T3C1 Quadratmeter Straßenland zum Selbstkostenpreis von 11,40 Mk. für den Quadratmeter ab.
Beim Anlauf ton Straßenland von Louis Vogt Erben
Leiben würden.
Tie Stadtvv. vuhn, Löber und Trotz waren für die Vew.lllguiig des Gesuchs eingetreten.
üür Straß enbauteu sind in diesem Jahr 400 000 Mk. rifgsnend.t worden. Bei der Ausführung der Arbeiten haben i:d) teilweise Mehrarbeiten erforderlich genradjt," die durch Er- Marnisse Lei anderen Straßen gedeckt werden konnten. Tie Ver- Hnnmlung ist mit diesen Kreditverschiebungen einverstanden.
Stadtv Wallenfels macht darauf auimerksam, daß manche Stillten recht schlecht ausgefühct worden sind, so die Umpslasterung
der Walltorstraste nördlich des Asterwems und in der Anlage vor tem Besitztum deS Derrn Denninghoff.
Der Vorsitzende bemertt dazu, eine Aitzahl der Arbeiten sei noch nicht abgenommen und dementsprechend auch die Zahlung dafür noch nicht erfolgt: z. B. sei die Pflasterung des gesamten SeiterSwegeS beanstandet.
Stadtv. Ä a b e n i ch t fragt an, ob die Straßenkehrmaschine auch für die Reinigung der Chausseen verwendet wird.
Der Vorsitzende bestätigt dies. Allerdings sei die Mw schine sehr leicht und erfordere viele Reparaturen. Im nächsten Voranschlag werde jedenfalls die Beschaffung einer schwereren Maschine vorgesehen.
_Stabtv. Grünewald fragt, wann das Viadukt an der Neustadt erweitert werde.
Ter Vorsitzende antwortet, die Sache sei in Ordnung.
Stadtv. 55? inn wünscht Pflasterung des bei Regenwetter letzt sehr schlechten Fußwegs zwischen der Treppe und der Brücke über die oberhessische Bahn.
Ter Vorsitzende gibt eine entgegenkommende Antwort.
Zu dem O r t s b a u p l a n für daS Gebiet zwischen Frankfurter Straße, Main-Wefer-Bahn und Veterinäranstalt wird eine Ortssatzung beschlossen, wonach die Straße längs der Main- Weser-Bahn nicht bebaut .verden darf.
Verschiedenes.
Tie Versammlung hat früher grundsätzlich ihr Einverständnis erklärt, daß sie für die Einfriedigung des Garnison-LazaretteS an der Ost-Anlage einen Beitrag gibt, der den durch die Anlage einer Juttermauer gegenüber einer gewöhnlichen Mauer entstehenden Mehrkosteir entspricht. Nach den nunmehr vorliegenden Plänen entstehen, wie das Hochbauamt berechnet hat, 610 Mk. Mehrkosten, die die Versammlung bewilligt.
Bei dec maschinellen Einrichtung der Schweineschlachthalle schlägt die aussühcende Firma eine andere Ausführung der Spreizanlage vor und erbietet sich, falls sich diese Anlage nickt bewahrt, auf ihre Kosten die jetzt vorgesehene Art ein- zurickten. Ta die Sachverständigen das vorgeichlagene neue System, das noch nirgends verwendet ist, für gut halten, stimmt die Versammlung dem zu
Stadtv. Lobet tritt für möglichste Hebertragung der Arbeiten an einheimische Geschäftsleute ein. Tie Masten für die elektrische Straßenbahn hätten z. B. ganz gut von hiesigen Ge- icha.tsleulen geliefert werden können.
Ter Vorsitzende bvmeeft dazu, wegen der Kürze der Zeit hätte die Mastenlieferung an auswärtige Firmen vergeben .-veeben müssen, da sonst die Bahn nicht rechtzeitig hätte in Betrieb genommen werden können. Bet späteren Lieferungen würden die hiesigen Geschäftsleute herangezogen werden.
Tie Schorn st einfegermeister sind beim Ministerium um Aenderung deS seit 1875 bestehenden Preisregulativs für die Reinigung der Schornsteine vorstellig geworden. Sie wünschen, daß der PxeiS für Kamine, die mehrere Stockwerke durchziehen, lür das 1. Stockwerk von 10 auf 15 Pfg. erhöht wird, ferner für Zentralheizungskamine dieselben Preise wie für Dampf- maschinen-Schornsteine (12 Pfg. für den Meter), für die Reinigung von Schornstein-Aussagen 5 Pfg. und für den Met.r Älufsatzrohr 10 Pfg. Tie Stadt ist vom Ministerium aufgefordert worden, sich hierzu gutachtlich zu äußern. Die Versammlung hält eine Preiserhöhung nicht «forderlich, eher würde sie für eine Ermäßigung eintraten. . w _y
Von der Firma Dem u. Co. hegt eine Beichwerde wegen Arbeitsvergebungen vor, die nach längeren Ausführungen des V o r s i tz e n d e n und einer sich an.chli ßenden Bcsvrechung, an der dieStadtvv Krumm,Lober,Gcünewald,E.chenaucr Öaubach, Petri unb Winn lief) oeteüigen, für gegenitandlos erklärt wird. L ,
Die Rechnungsabschlüsse des Gas- und WaiierwerkS, sowie des Elektrizitätswerks für 1908 werden genehmigt. (Wir haben das Ergebnis derselben vor einigen Tagen bereits i mitgeteilt.) .
Folgende Gesuche um Erlaubnis zum Schankwirt- s ch a s t s b e t r i e b werden b film ortet: von Will)elm P f e j t für ' Ost-Anlage 9, von Georg Guth für Ludwigstraße 55 uno von Robert Meuser für Nord-Anlade 1.
Stadtv. Krumm fragt, ob Maßnahmen zur Beschäftigung Arbeitsloser für den kommenden Winter getroffen seien. _______
Ter Vorsitzende erwidert, bis jetzt habe man hierzu^nock keine Veranlassung gehabt. Erforderlichenfalls werde die Stadt Notstandsarbeiten anordnen.
Stadtv. Löber möchte hierzu Wegoerbesserungen in der Schwarzlach vorgeschlagen haben.
Stadtv. Krumm gibt weiter Kenntnis davon, daß einige Leute gerne das Gelände hinter dem Schlachthaus links bet Lahn zu kleinen Gartenanlaaeu der Stadt abpachten würden.
Der Vorsitzende gibt eine entgegenkommende Antwort.
Weiter wünscht Stadtv. Krumm zu wissen, ob es richtig fei, daß bei der Straßenbahn nur Leute als .Hilfsarbeiter eingestellt würden, die beim Militär gedient hätten.
Nach einer Mitteilung des Oberbürgermeisters ist dies nicht der Fall.
Stadtv. Troß will Mißstände beim Billettverkauf des Stadtv theaters abgestellt wissen.
Ter Vorsitzende ersucht ihn, die Sache der Kommission des Tl)eaterbauvereins als der zuständigen Stelle zu unterbreiten.
Stadtv. Troß bemängelt, daß städtisckte Arbeiter gezwungen sind, ihr Mittagessen im freien cinzunehmen. Er regt Schaffung geeigneter Unterkunstsräume an. Damit die stödtiicktzm Arbeiter es aus diesem Gebiet nicht schlechter hätten als bei privaten Unternehmern beschäftigte Leute.
Nach Mitteilung des Vorsitzenden sind einige Unter* kunftsräume für Arbeiter vorhanden.
Stadw. Krumm regt für Arbeiter an entfernt von ihren Wohnungen liegenden Arbeitsstätten eine entsprechende Verlängerung der Mittagspause an, damit sie ihr Essen in der Familie entnehmen können.
Ter Vorsitzende sagt Erhebungen zu, ob dies durchführbar ist.
i hätte ihn nicht gemacht, toenn er gemuht hätte, daß die me Rügfuoer der Versammlung der Genossenschaft angehören, 'trösten iinti Grundltiicksangeleqenheiten.
^6 5Q pf ois 58 p|' 3i8 58 pt; bis 0 p|‘ bis 9 Pf o’daten, Möbeln,
-deren Kinder nicht so gedeihe^ wie sie es wünschen, sollteo euren ♦ W* *7 Der such mit Scottö Emulsion wachen. Sie werden keine Mühe hoben, den Kleinen da- Prövarcü zu geben, denn gerade Kindern sagt der süße ®e» schmock außerordentlich zu.
Diele zarte Äinbti haben sich durch
liessen, iUHttNOr . ----- tafcj !* &£cr —
' Sitzung -er Stadtverordneten.
Gießen, 9. Tez.
(Schluß.)
Ai'ftosnng der Omnibus-Gesellschaft.
Infolge der (Eröffnung der elektrischen Straßenbahn, hat die Omnibusgesellsckast ihre Licniidation beschlossen. Tie Stadt ist bei dec Gesellschaft mit 13 000 Mk. beteiligt, nämlich mit 4000 Mark Anteil als Genosse unb mit Anlehen von 4000 unb 5000 Mark, wegen derer sie ebenfalls als Genosse zu beharrdeln ist, also trimm Vorrang genießt. Tie Versammlung stimmt der Liqui- dation zu.
Der Vorsitzende spricht gleichzeitig der Genossenschaft und ihren Leitern den herzlichsten Tank der Stadtverwaltung aus, daß sie 15 Jahre hindurch ein dringendes Verkehrsbedürfnis befriedigt unb damit der Straßenbahn die Wege gewiesen hat. Vor allem dankt er dem Justizrat Grünewald, der von Anfang an bis heule an der Spitze des Aufsichtsrats gestanden hat, den liegen Vorstandsmitgliedern Helfrich, Friedberger und Sch'.vieder, sowie ben inzwischen gestorbenen früheren Vorstandsmitgliedern siirch unb Hanau.
Stadtv. Grünewald dankt für diese Anerkennung, möchte aber den Dank auf sämtliche Mitglieder der Genossenschaft über- tragen wissen. Gleichzeitig dankt er für die der Gesellschaft stets gemälzte Unterstützung.
Stadtv. Tr. Ebel schtteßt sich diesem Tank am und regt an, daß ;um Ausdruck des Tankes die Stadt auf ihren Anteil an der Liquidation zugunsten der übrigen Genossen verzichten solle.
Veig. Georgi hält dies nicht für disiütabel, da fast alle Ztadtveiordnete Mitglieder der Gesellschaft seien.
Stadtv. Tr. Biermer hält es für ausgeschlossen, daß nach ber Städteordnung der Verzicht auf einen der Stadt zustehenden Betrag genehm gl werden könne.
Stadtv. Wallenfels ist der Ansicht, daß die Genossen tiefen Verzicht auch nicht annehmen würden, und der V o r - iitzende m int, die Aufsichtsbehörde werde den Verzicht wohl kann genehmigen, wenn er auch beschlossen werde.
Stadw. Tr. Ebel zieht feinen Vorschlag zurück und erklärt.
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