Ausgabe 
13.11.1909 Drittes Blatt
 
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Samstag 13 November 1909

Drittes Blatt

1S9. Jahrgang

Nr. 267

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vom Rechnungshof in Potsdam.

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Schülerinnen stattfindet, so hatte die Großherzogin auch Ge­legenheit, einen Teil der gufünftigen Hebammen des Landes rmnen zu lernen. Die Deutsche Vereinigung für Säuglings-

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Augusta-Viktoria-HauS, Cbarlottenburg bei Berlin, Mollwitz- straße) kurz anzugeben: 1) Name der Stadt, 2) Oct der Fürsorgestelle, 3) Zeit der Sprechstunde, 4) Name des be» handelnden Arztes. Tas Ergebnis dieser Enquete soll in einer Tabelle zusamniengeflellt und m der Zeitschrift für SäugltngSschutz veröffentlicht werden.

Religion Smissenschaftliche Vorträge. Eine Einrichtling, die gewiß in den weitesten Kreisen der hiesigen Kathol. Gemeinde lebhaft begrüßt wird, sind die reliq t onSw issen- ichaftlichen Vorträge, die von bekannten auswärtigen Rednern allmonatlich einmal in der katholischen Pfarrkirche (Ltebigslraße) gehalten werden sollen. Am nächsten Montag, abends Punkt 8l/2 Uhr, findet der erste dieser Vorträge statt. Herr Dr. Lön artz-Frankfurt spricht überdie Voraus­setzungen deS Glaubens*. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn gleich bei dem ersten Vortrag ein recht zahlreicher Be­such, besonders seitens der Männer und Jünglinge, fr-nfcigcS Einverständnis mit dieser höchst zeitgemäßen Einrichtung be­kunden würde.

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Gießen, 13. diovember 1909.

SäuglingSfürsocge. Von der hessischen Zentrale für SäuglmgS- und Mutterschutz wird unS geschrieben: Die Großherzogin hat bei ihrem Aufenthalt in Mainz außer den sonstigen auf dem Gebiete des Säuglings- und Mutter- ichutzes tätigen Stellen auch die Hebamine n - Le h r a nsta lt ii Mainz besucht. Da gerade eben ein Kursus für Hebammen-

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seiner Mitte erfaßt hat. Es sei bemerkt, daß das Bohrlochs in seinem Ende nur noch 14 Zentimeter lichte Weite hatte.

x Homburg v. d. H., 11. Nov. Der 150. Geburts» tag Schillers wurde" heute vom Kurhaustheater fest­lich begangen. Am Nachmittag gabs eine Volks- und Schülervorstellung von .^Wilhelm Dell", abends wurdeKo- balc und Liebe" aufgeführt. Beide Vorstellungen fanden vor ausverkauftem Lause statt. Gestern mittag läuteten zum Gedächtnis des Dichters die Glocken der Stadt. Die älteste hiesige Frau, die Witwe Maaß, ist im Mter von 93 Jahren gestorben. Die G r o ß f ü r st t n Wladimir von Rußland besuchte gestern das benach­barte SanatoriumHohe Mark", wo ihre Schwester, die Großherzogin von Oldenburg, gegenwärtig zur Kur weilt.

Lehmann, kommen Sie schnell nach Hanse)!! Der kleine Hans ist bös erkältet und die anädine Frau ist in «roher Angst. Na, gehen Sie nur, ich komme gleich nach. Aber warten Sie nehmen Sie doch in der Apotheke oder Drogerie aroei Schachteln Sodener Mineral-Pastillen mit, aber nur Laus achte, hören Sie? Wenns nur eine Erkältung ist, dann bringen mir sie mit den Pastillen bis morgen weg, und rst's mehr, dann können die Sodener auch nur gut tun, bis der Doktor kommt. Die Schachtel kostet 85 Pfennig. (ss®/u

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Bohrmeister Bruns, in Firma Trabert u. Cie.-Fulda, fol­gende Zuschrift: Zur Ergänzung der in Fhrern gestrigen Blatte gebrack)ten Mitteilung aus Krofdorf über das Er­gebnis der Bohrungen nach Wasser im hiesigen Staatswalde auf die Angabe des durch seine erfolgreiche Suche nach Wasser und in neuester Zeit auch mit Erfolg vorgenommenen Suche nach Erdöl (Petroleum'! im Bczirl Lüneburg mittelst der Wünschelrute bekannten Landrats von Bülow-Bothkamp ist folgendes zu bemerken: Die Gemeinde Krofdorf ljatte im Widerspruch mit einem großen Teil ihrer Bewohner die von mir im Distrikt Kreuzschläge ausgeführte Bohrung in einer Tiefe von 25 Meter einstellen lassen, da der auf Veranlassung einiger Weniger zugezogene .Herr Professor Kayser das Unternehmen als aussichtslos be­zeichnete und erklärte, jeder Pfennig sei nutzlos ausgegeben, da die Gesteinsart kein Wasser führen könne, man vielleicht auf 200 Meter Tiefe Mineralwasser finden würde. Der in meiner und in Gegenwart anderer Herren einige Wochen später wieder an £rt und Stelle anwesende Herr von Bülow erklärte nach wie vor das Vorhandensein des von ihm angesagten Wassers. Ich habe daraufhin im Auf­trage und auf Kosten des §errn von Bülow-Bothkamp die Wetterbohrung vorgenommen und auf 38 Meter Tiefe eine reichlich wasserführendeSchicht 6 rbohrt, was das von mir angestellte 12 stündige Pumpen ergab. Ernige zufällig anwesende Gemeinderatsmitglieder haben sich von dem Vorhandensein einer reichlichen Wassermenge überzeugt. Somit und in besonderer Berücksichtigung der Tatsache, daß Herr Landrat von Bülow die

ausdrücklich auf kein bestimmtes, jedoch größeres Wasser- quantum festgelegt hatte, hatte die Bohrung nicht mit einem vollen Vttßerfolg" sondern mit einem Erfolgim Rahmen der Ansage gen big t. Nicht die Menge des Wassers, sondern der hohe Gehalt des Wassers an Eisen, worüber ein amt­liches chemisches Gutachten vorliegt, war der Grund der I Einstellung der Bohrung. Herr von Bülow be- schiftz bittet alle in einer Säu glingsfürsorgestelle merkte, und ich stimme mit ihm darin überein, daß das tätigen Aerzte, auf einer Postkarte (Adresse: Kaiserin |Bohrloch die erschlossene Wasserader nicht richtig und in

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Daß der Rechnungshof in Potsdam von der seit Jahren «ui der Kieler Reichswerft getriebenen Mißwirtschast gar nchts bernertt hat, gehört zu den vielen Rätseln, die der ieqenroürtig in Kiel geführte Prozeß dem Baterlandsfreund Qt'fgibt. In derKöln. Zta." macht nun ein anscheineitd Eingeweihter den Vcrsuck), dieses Rätsel zu lösen. Er mißt et bisherigen umständlichen und ganz unkaufmännischen Zuchhaltung aus den Werften ein gutes Teil der Schuld -m ben Mißständen bei. Das Schreibwerk in den Werften st nach seiner Angabe so umfangreich, daß eine einzige jon ihnen dem Rechnungshof in einem Jahre nicht weniger üs 24 000 Kilogramm Rechnungen und Belege aller Art dngereidyt hat? Daß aber das Schreibwerk einen solchen «eradezu ungeheuerlichen Umfang genommen hat, sei nach Ansicht von Kennern die Folge der verwickelten und bis ins kleinlichste gehenden Methoden des Rechnungshofes.

An diesen Methoden ist seinerzeit auch gelegentlich der Anklagen über die Mißwirtschaft in der Kolonialverwaltung tcharfe Äfcitif geübt worden. Wie weit sie indessen berechtigt bar und ob etwa inzwischen im Geschäftsbetriebe des obersten Rechnungshofes Reformen stattgesunden haben, darüber ist in der Oeffentlichkett nichts bekannt geworden. Es würde nun sehr ungerecht fein, wollte man auf vage Beschul­digungen hin ohne weiteres den Stab über eine lang be- wahrte und in der ganzen Welt hohen Ansehens sich erfreuende Einrichtung brechen. .Kaum zu bezweifeln ist aber immerhin, daß es allerlei Möglichkeiten gibt, den sirengen Säckelmeiftern in Potsdam ein Schnippchen zu schlagen. So wurde, wie imDag" zu lesen ist, vor ein paar Jahrzehnten einmal ein neues wissenschaftliches Institut eingerichtet. Wie üblich hatte man für die Zimmer der höheren Beamten kleine Waschtische angeschafft und über ihnen einfache Toilettenspiegel befestigt. Die letztere An­schaffung fand aber nicht die Billigung der kontrollierenden Behörden. Es entstand in dem Institut Verlegenheit, wie man sich helfen und wer schließlich die Kosten der Anschaffung tragen solle. Da fand sich ein kundiger Bureaubeamter als Reifer. Die Spiegel wurden behalten und ihre Kosten in der nächsten Abrechnung wieder aufgeführt. Aber statt mit ihrem ehrlichen beutfdjen Namen waren sie diesmal an- geblid) als Katoptrons bezeichnet. Auf Griechisch war inan in Potsdam nicht eingerichtet. Die Kosten für die geheimnisvollen Instrumente wurden diesmal ohne Anstand bewilligt.

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