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Freitag 17. September 1909
159. Jahrgang
Reöattion, trpebition und »ruderet: S^ulftrafie 7.
welchem dem tiefsten Bedauern Ausdruck I gebrochen. Auf dem gruben östlichen sMgcl und u» Zentrum an der Gesetzentwurf betreffend bie Fest- I der "Parteien kam es zu Infanterie- und Artilleriegefechten. ^er
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Deutsche Beschlüsse im niederöfterreichischen Landtag.
Mit drachdruck wurde im triederösterreichischcn Landtage wieder die Festlegung der deutschen Unterrichtssprache an den Volks- und Bürgerschulen gefordert und zur endlichen Erreichung dieses Zieles ein deutscher Bolksrat eingesetzt-
Wien, 16. Sept. Der niedcrösterreichische Landtag ist heute zusammengetreten und hat den Antrag der Christlich-Sozialen und des konservativen Großgrundbesitzes an-
politifcbc Tagesschau.
Das Vermögen des Herzogs von Memingen.
Um das Vermögen des Herzogs von Sachsen Meiningen ist erbitterter Streik entbrannt, der bei den je&igen Landtags-
Nv.218
Der Oleheaer A«ztt-er erscheint täglich, mißer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Oie-enerZamilitndlätter; zweimal wöd)entl.Ktd$: blatt sürdenllreirSiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monail. Landwirtschaftliche Zeitfragen Ferusprech - Anschlüsse: für die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger «ießeu.
Annahme von Anzeige»
bis oonMta^?'s"uhn lrotationrdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange.
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dem Schimmer des Nordlichtes auf Deck verbrachten. Nicht nur einen heldenhaften Forscher, sondern einen t ein fühligen, lieben Menschen haben wir in ihm kennen gelernt.
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Wahlkämpfen im meiningnd-en Herzogtum die Hauptrolle iw 1t. Die Sozialdemokratie hat eine Menge Forderungen in ihr Wahlprogramm ausgenommen und als Antwort auf die Frage, wie denn die Kosten dafür aufgebracht werden sollen, die Verkürzung der Einnahmen des Herzogs durch Abänderung des Domänenabkommens verlangt.
Das herzogliche Domäne.ieigentum war lange Zeit hindurch der Gegenstand eines lebhafteit Streites zwischen Fürst uno Volk
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nach durch Fragen aus ihm herauslocken. Noch dachte bei dieser ersten Begegnung niemand daran, daß dem schlichten Manne in der blauen Bluse ein Empfang in Kopenhagen bevorstehe, wie er kaum einem König zuteil wurde. Auf Wunsch des Inspektors Daugaard-Zenfen hielt jeder von uns Wissenschaftlern an den Menden einen Vortrag über seine Reiseergebnisse. Ein unvergeßlicher Mend warS, als Cook uns gegen zwei Stunden lang in englischer Sprache ein zusammenfassendes Bild von seiner Nordpolfahrt entwarf. Das war sein erster Vortrag, und uns war es vergönnt, dem schlichten Manne das erste Hurra zuzurufen. Hatte sich in einigen aus unserer Gesellschaft ein gewisses Mißtrauen geregt, so mußte dieses während der vielen, im engen Kreise mit ihm verlebten Tage vollständig verschwinden. Cooks Leistungen und Entbehrungen waren zweifellos ganz außerordentlich und man muß sich nur wundern, daß er auf der Rückreise vom Pol nicht ver hungert ist. Wir haben das Manuskript zu dem Buche gesehen, in dem alle Einzelerlebnisse geschildert sind. Nichc die eigentliche Polsahrt war das Schlimmste, sondern die Rückreise nach Zones-Sound, die dortige Ueberwinterung und Nahrungsbeschaffung. Noch schlimmer war der Rück- im Frühling 1909 von Jones-Sound nach Anoarrot, südlichsten Wohnsitz der Polar-Eskimos. Unvergeßlich uns die Wende, die wir, mit Cook plaudernd, unter
Look auf öer Rückkehr vom Nordpol.
lieber den Nordpolentdecker Dr. Cook als Passagier auf „Hans Egede" plaudert der schweizerische Forscher Dr. Arnold Heim, der soeben von einer Grünlandreise zuruckgekehrt ist. in der „Neuen Zürcher Zeitung": „Meine wissenschaftlichen Untersuchungen in Nordgronland waren erledigt", so schreibt er. „Ich hatte mich an die Expedition meiner Kollegen Dr. de Quervain, Dr. Stolberg und Dr. Bäbler angeschlossen, die eben vom Inlandeis zuruckge- Icmmen waren, und wir reisten noch zusammen an den großen Karajak-Eisstrom. Da traf in der abgelegeneil Fjordbuch Akuliarusersuak unerwartet der bestellte Bote von Umanak ein mit der Nachricht, der Dampfer „tzan-> Egede" sei tn Umanak eingetroffen, und wir mußten in vier Tagen wieder dort zurück sein. Wir fahren Mit aufgespann- iem Segel gegen Mittag zwischen Eisbergen hindurch den Fjord hinaus, gerudert von Eskimo-Mannem und grauem Das bunt gekleidete Eskimo-Völklein ist immer fröhlich und mit dem Geringsten zufrieden so bafe einem jeber Einzelne lieb werben muß. Am Abend des 12. August ist ^ferafaf erreicht. Am folgenden Tage geht die Ruderfahrt wieder weiter westwärts. Genau um Mitternacht erscheint der erste Stern am Himmel - der Herbst ist gekommen. Am folgenden Morgen treffen wir in Umanak ein, wo Egede" verankert liegt. Am August morgens 9 Uhr verläßt der Dampfer seinen nördlichsten -^dungvplgtz Uma- rak, und nach zweitägiger Fahrt ist Egede_>minde erreicht, tvo Dr. Cook auf die Heimreise wartet. Schon^vor einem Monat war die Kunde in Nugsuak eingetragen, datz d Nordpol durch Cook erreicht sei. xa von diesem ^anöe nur wenige Schiffe nach Europa gehen, blieb ihmt cp -
Nideres übrig, als in Egedesmnide auf „Hans Cgebe Parten. In dieser Zeit wurde das Manuskript zu seinem Juch „The North-Pole reached" fertig.
Am 19. August führte uns ein Ruderboot vom veranker- :en Dampfer an Land. Wir g'ngen zuerst ^cr bie kahlen Äneisfelseu hinauf zu bem gelbbraun angestrichenen 5- liaus, bem einzigen Gasthaus Grönlanbs, um b . . ' oolfahrer zu begrüßen. Gleich zeigt uns Nena 8 'eine Karte und erzählt seine Erlebnisse. -Woh l z Stunden hören wir gespannt zu, rund um den risch gruppiert. Alle Fragen werden au) freundlichste We.se 'geantwortet. Bald sehen wir, daß der einfach auSsehende Rann mit der lederbraunen Gesichtshaut audi u . Wesen einfach und durchaus zuverlässig ist. <sei.ne g B Leistungen und Entbehrungen Ginnen wir erst naa)
Das Nachspiel zu den perstschen wirren.
Die englische Politik zeigt sich auch in Persien den russischen Bemühungen nachgiebig. Bekanntlich waren in Täbris so wirre Zustände entstanden, daß die Russen Anlaß nahmen, die Grenze zu überschreiten und in der so schwer heimgesuchten Stadt einzurücken. Die englischen Staatsmänner würgten ihr Mißtrauen hinunter, und im eng lischen Parlament spielten sich damals ungefähr dieselben Vorgänge ab, die sich gestern wiederholten. Man erklärt vom Regiernngstische beklommen, daß die Russen ver trauenswürdig seien. Daß diese indessen in Persien eignen Zielen zustreben, wird ein einsichtsvoller Staatsmann sich wohl selbst sagen.
London, 16. Sept. In der heutigen Sitzung des Unterhauses fragte Dil lon (Nationalist) den Staats Zekretär des Aeußeren Grey, ob er Mitteilung machen könne über das Datum der Zurückziehung der russischen Truppen aus Nord-Persien und ob die russischen Truppen in Kasmin Vorbereitungen träfen, um den Winter dort zu verbringen Grey erwiderte: Ich kann zu den früher gegebenen Antworten nichts hinzufügen. Ich hoffe, daß Persien auf bem Wege zu einem besseren Zustande der Dinge ist, als unter dem verflossenen Regime, aber so lange, als die Dinge sich im Uebergangsstadium beftnden, ist es schwer, bestimmte Mitteilungen darüber zu macken, ob und wann die dortigen Truppen zurückgezogen werden. Auf die weitere Frage D i l l o n s, ob der Staatssekretär irgendwelchen Grund zu der Annahme habe, daß die Russen auch nur im entferntesten die Absicht haben, das nördliche Persien zu räumen, entgegnete Grey: Ich bin der Meinung, daß die Geschichte dieser Ereignisse mich sogar nach der Ansicht Dillons zu sagen berechtigt, daß die Mttteilungen, die die Russen selbst über ihre Politik machten, durchaus Glauben verdienen.
Von Uniuhen in Nvrdpcrsien hat man seit einiger Zeit nur wenig gehört, so daß man annchnven konnte, ein längeres Verbleiben der russische Truppen auf persischem Boden sei nicht rnehr notioenbig. Anscheinend um die Anwesenheit der Russen in ^lordpersicn zu rechtfertigen, verbreitet die halbamtliche Petersburger Telegraphen-Agentur nun folgende Trahtmeldung:
Tiflis, 16. Sept. Aus Belassuwar wirb von der per fischen Grenze das Erscheinen zahlreicher persischer Räuberbanden gemeldet. Der Brigadekonrmandeur der Grenzwache telegraphierte <m den Bezirkschef, daß 4000 Alarier vier Werst vom Berg rvachposten sich gelagert hätten und die russischen Posten Au überfallen drohten. Gleichzeüig trafen beunruhigende । Berichte von der Baku-Administration ein. Infolgedessen erteilte i- der zeitweilige Truppi: tvminaudeur bent Sgljan-?Vgiiacni den ! Beseh!, den Grenzivack-posteii ausreichende Mannschaft zur llnter- I stützung zu senden. Nach 'Mitteilung friedlicher Handeltreibenden f unterhalten persische Revolutionäre Beziehungen zu 9Lomaden stammen und versuchen, diese zu Stäube roten auf russischem Gebiet
— Berliner Theaterbricf. „Pariser Witwen" Aus Berlin wird uns geschrieben: Als Uraufführung, früher als die Pariser es sehen durften, brachte uns das Tria- non-Theater ein französisches Lustspiel in drei Akten von Andre Sylvane und Fabrice Harre, in deutscher Bearbeitung von Max Schönau. Es führt den ver heißungsvollen Titel „Pariser Witwen": aber es hält nicht, was dieser Anklang an andere berühmte Witwen auf der Bühne verspricht. Die Pariser Witwe ist gar leine Witwe: sie ist nur die verlassene Geliebte eines nach fröhlicher Jugend völlig „korrekt" gewordenen Staatsanwalts. Um den Sckein der Ehrbarkeit in der Nachbarschaft zu bewahren, auf den sie während des Zusammenlebens mit dem Geliebten so sorglich geadftet, weiß sie feinen anderen Ausweg, als nach seinem Fortgänge die Mar zu erfinden, daß er nach Amerika gereist und dort verunglückt sei, und ihrer Umgebung die Traaödie der trauernden Wiiwe vorzuspielen.
nähme aussproclien. „
Würzburg, 16. Sept. Prinz Ludwig von Bauern, welcher l-eutr früh 5 Uhr in bas Manövergelände fuhr und nachmittags um 1 Uhr hierher zurückkehrte, gab abends 7 Uhr eine kleine Hoftafel, zu welcher der Rekt"r der Universität U'ib Vertreter der protestantischen und israelitischen Geistlichkett geladen waren. Abends 8 Uhr begann im Hotel „Russischer Hof" eine kaiserliche Abendtafel mit 65 Gedecken. ZTie Prinzen Alphöns und Georg von Bayern, Erzherzog Franz Salvator, die Groß Herzoge von Hessen und Mecklenburg-Schwerin der Herzog-Regent von Braunschweig, die Fürsten von Hohmzollern und von Thurn und Taxis waren hierzu geladen. Prinz Friedrich Leopoll) von Preußen präsidierte der Tafel.
Ein Unfall des Zeppelin III.
Leider ist das Luftschiff „3. III." heute wieder von einem Unfall getroffen worden. Wir erhielten folgenden Draht-- bericht:
Adelsheim, 17. Sept. „Z. III." wollte heute morgen 6 Uhr bei Merchingen an der badischWürttemberg ischcn Grenze landen. Nachdem der Ballon einigen Ballast ausgeworsen Halle, flieg er. wieder in die Höhe und wurde gegen den südlich gclcg nm Wald getrieben. Der Ballon erlitt einige Beschädigungen. Er konnte wegen des das ganze Manövergelände bedeckenden bichtar svx-bel6 ntar weiter beobachtet werd.n. An der Unfallsvelle wurden orei Aluminiuniroh c geiunoen
Kanonendonner hallt von den Bergen wider.
Mergentheim, 16. Sept. Da das rote 14. Korps >ich nach Osten an die bisherigen roten Streitkräfte herangezogen hatte, mußte Blau eine Stellung auf bem rechten lauberujer einnehmen. Blau braucht aber wegen feiner rückwärtigen Verbindungen nicht in Sorge zu sein, ba der im Osten liegende nenttalc »Staat mit dem Verhandlungen im Gange waren, sich für Mau erklärt hat. „Groß II." manövrierte auch heute. Die Beobachtungen waren durch Nebel erschwert Der BaUon landete glatt um 4 Uhr.
Zeppelin III im Manöver.
Frankfurt a. M., 16. Sept. Heute nacht 2 Uhr 27 Min. hat das Luftschiff „Z. HI." seine speziell militärischen 3tixddt dienende Fernfahrt nach dem Manövergeläude bei Mergentl-eim angetreten. In den Gondeln befanden sich außer den Bedienungsmannschaften u. a. Gras Zeppelin s en., der Kommandierende des 18. Armeewrps, (sienoral der Infanterie v. Eichhorn, Howie der Inspekteur des 18. Armeekorps Oberst 'Ilse. Ter Abfahrt wohnten wegen der vorgerückten Stunde und da die Zeu des Ausstiegs nicht genau belännt war, nur wenige Zuschauer lei. Das Lustschiff flog in östlicher Richtung, von Scheinwerfern he- teucht't, davon, und war alsbald im Dunkel der Nacht verschwunden. Das Wetter ist kühl. Es weht ein leichter Wind.
Mergentheim, 16. Sept. Der Kaiser ließ dem ge,tern durch einen Sturz vom Pferde schwer verletzten und ins .Hospital zu Tauberbischvfsheim verbrachten bayerischen General Gresch durch den Generaladjutonten von Plessen seine herzliche Teil-
Als aber der korrekte Staatsanwalt davon hört, daß |ie sich weiterhin seinen Namen beilegt, läßt er ihr bas feierlich verbieten, unb nun steht bie trauernbe Witwe, will sie ihr Geheimnis vor ihrer Umgebung nicht offenbart fehen, plötzlich vor ber Notwenbigteit, zu heiraten, um so einen andern Namen mit allem Rechte zu erwerben. Zur Verlobung mit einem jungen Mann, den hilfsbereite Nachbarn ber eleganten „jungen Witwe" um ihres Gelbes willen gern aufbrängen wollen, reift sie mit biefem in ein monbänes Bab; hier trifft sie natürlich mit bem ehemaligen Geliebten, bem inzwischen verheirateten Staatsanwalt, zusammen, unb nun ergibt sich jene tolle Reihe von Verwechslungen unb Verwirrungen, jenes luftige Spiel von ertappten Sündern, denen alle Schliche unb Ausflüchte nichts helfen, kurz jene kaleidosko- vische Folge von komischsten Situationen, ohne bk ein mo- berner Pariser Schwank — beim bas Stück als,Lustspiel zu bezeichnen, liegt keine Veranlassung vor — nun einmal nicht zu denken ist. Unb ebensowenig fehlen bie zahlreichen Pikanterien, für bie bas Ganze eben nur ber Unterbau sein soll. Aber bas Stück ist witzloser als bie üblichen seines Genres. Der erste Att ist unenblich in bie Breite gezogen, es bauert lange, ehe bk ganze künstlerische Konstruktion der Fabel aufgeführt ist, und nur im zweiten Akt entfaltet sich in den komischen Situationen eine stärkere Wirkung. So war auch ber Ersolg nicht groß, unb er wäre wohl ganz ausgeblieben, trenn nickst bas flotte Spiel interessiert hätte. Vor allem schuf Haus Funkermann in ber Gestalt eines „Bureauchefs im Ministerium" eine amüsante Charakterfigur. K.
— Für ben Neubau bes Duisburger Theaters hat, wie zu Beginn ber letzten Sitzung ber Stadtverorb- neten Oberbürgermeister Lahr mitgeteilt hat, der Geh. Kom- merzienrat Weber von Duisbükg 40000Mk. gestiftet. Damtt ist ber Fhearerbaufonbs auf nahezu eine Mllion Mark angewachsen.
München, 16. Sept. Der neunte internationale kun st historische Kongreß unter dem Protektorat des Prinzen Rupprecht von Bayern wurde heute abend mit einer Reihe Begrüßungsansprachen eröffnet. Ministerialrat Dr. Winterstei n entbot den Gruß des Kultusministeriums, Stadtrat Kerschensteiner ben Willkommen grüß ber Stadt München. Zahlreiche ausländische Universttäten, Akademien und Vtuseen, sowie das ttalienische Unterrichtsministerium' ließen durch Vertreter ihre Teilnahme be- tunben. Die eigentlichen Verhandlungen beginnen morgen. Sonntag ist Empfang durch den Prinzen Rupprecht in Amalienburg hn Nymphenburger Schloßpark.
Gießener AnzeigerW v e Ä < volit'schen Teil: August
General-Anzeiger für Oberhessen WM
legung ber deutschen Unterrichtssprache an ben öffentlichen Volks- unb Bürgerschulen bisher zur Sanktion noch nicht unterbreitet worden ist und das Präsidium des Landtages aufgefordert wird, bei den beteiligten Mitgliedern der Regierung in dieser Angelegenheit vorstellig zu werden. Gegen den Antrag sttmmten die Sozialdemokraten, welche die Kompetenz des Landtages in dieser Angelegenheit bestritten. Die Landtagsmehrheit beschloß, zur Wahrung der Interessen ber Deutschen in Nieberösterreich aus ben beutsch-bürgerlichen Parteien bes Landtages in Verbindung mit Reichsratsabgeorbneten einen Deutschen Volksrat in Nieder-iOesterreich einzusetzen.
Die Uaisermanöver.
Im Zentruni und auf seinem linken Flügel war Blau gestern nicht so glücklich, wie auf bem Ostflügel:
Mergentheim, 16. Sept. Zm Tal der Erffa und aus bem angrenzenden Berge zioischen Harbheim und Bretzingen ging du 2 7. Division (blaui vor dem 20. Korps (rot) zurück. Hier wurden blaue Truppenteile außer Gefecht gesetzt. Der Kaiser war heute früh mit dem Erzherzog Thronfolger von Mergentheim über Tauberbischofsheim zu der Höhe nordwestlich Dienstadt gefahren, wo die Pferde bestiegen wurden. Ter Kaiser verfolgte im nebligen sNorgengrauen das überraschende Vorgehen der bayerischen zweiten Divisron (blau) gegen die Vor truppen der bayerischen 5. Division (rot) bei Eiersheim. Als sich hier das Gefecht zuungunsten von Rot entschieden hatte, ritt der Kaiser in die Gegend nordwestlich 'von Königshofen, wo die bayerisch 12. Infanterie-Brigade, zuderdaS Regiment des Kaisers gehört, einem von drei Seiten umsassenden An oon Blau ausgesetzt war. Hierbei wurde, wie schon ge meldet, durch schiedsrichterlichen Spruch die Brigade außer Gefecht gesetzt. Der Kaiser ließ die Regimentsmusi 1 die Spitze des 6. Re giments nehmen und führte es unter den Klängen von Militär mä '.Wn persönlich aus seiner Gefechtsstellung zurück. Das Regiment, n"lä)es seit gestern fast ununterbrochen im Kampfe gestanden hatte, auch nrährond der Nacht in unmittelbarer Berührung mit dem Gegner geblieben war, machte einen überaus frischen Eindruck. Hierauf ritt der Kaiser zum Standpimkt der Manöverlcitung auf die Höhe nordwestlich von Schweinberg und verfolgte das weitere siegreickie Vorgehen des rechten Flügels von Blau. Gegen Mittag trat hier infolge der starken Erschöpfung der Angriffsttuppen eine gewisse Gefechtspau'c ein, während weiter südlich lebhaft gekämpft wurde. Heute früh begrüßte der Kaiser die auf dem Gesechtsselb anwesenden deutschen und österreichischen Fürstlichkeiten und ferne sonstigen Manövergäste. Um 3 Uhr nachmittags kehrte Kaiser Wilhelm mit dem österreichisch-ungarischen Thronfolger nach Mer- gentbeint zurück. _
Hardheim, 16. ::ept.' Der Angriff. bc« Mauen Armee nmrbc mit vesonderem Nachdruck auf ihrem rechten Flügel fortgefetzt, den sie durck cm KavallericLorpS verstärkte. 9bt ging mit dem 3. und 20. Korps zunächst in westlicher Richtung zurück, während daS 14. Korps auf Alt heim marschierte. Auf dem ost lichen Flügel von 9ivt, 5. Division, wurden zwei ^Bataillone des 14. Regiments außer Gefecht gesetzt, so daß, da die ö. Ti Vision schon gestern eine Brigade verloren hatte, die 5. Division nur noch aus einem Regiment besteht. Bei der 6. Division Rot wurde dic ganze 12. Brigade außer Gefecht gesetzt, dabei das bäuerische Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm, König von Preußen", so daß die 6. Division nur noch eine Brigade bat. Das Wetter ist gut. Der Kaiser, in der Uniform der wurttemo.wg^r Dragoner, begleitete den Angriff von Blau. Sämtliche iürltl'.ch-? Akanövcrgäste und die fremben Offiziere befanden sich im Gelände. — Der ftan'er war noch in der Dunkelet von Mergentheim aus-


