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16.6.1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.

Der neue hansabund.

Don Professor Dr. jur. et phil. M. Biermer.

Die Zirkusse fangen an, wieder eine ähnliche Rolle im Nation zu spielen, wie im alten Byzanz. Am 18. März 1893 wurde derBund der Landwirte" in Berlin gegründet und hat seither alljährlich im Zirkus Busch agrarische Heerschauen abgehalten. Die innerpolitische Lage Deutschlands ist seit jener Gründung vomBund der Landwirte" vollständig beherrscht gewesen. Der Ueb-ermut dev Agrarier hatte schließlich keine Grenzen mehr, aber trotzdem bedurfte es voller sechzehn Jahre, bis endlich nach dem bekannten Hegelschen Entwicklungsgesetz von Thesis und Antithesis eine kräftige Gegenagitation Matz griff. Däs ist in diesen Tagen geschehen. Handel und Industrie haben im Zirkus Schumann nach stürmischen Verhand­lungen, die nicht weniger dramatisch als die im Zirkus Busch verliefen, einenHansabund" ins Leben ge­rufen. Da haben wir den Kampf zweier unversöhnlicher wirtschaftspolitischer Weltanschauungen. Aber es fragt sich, welche von ihnen den Sieg davon trägt. Für den nüchternen Beurteiler ist das Ende keineswegs' ganz klar. Nur schwache Regierungen erlauben solche Massenuimpfe, und es geigt sich gegenwärtig besonders drastisch, daß das allgemeine gleiche Wahlrecht, für das so viele in unbegreiflichem Doktrinaris­mus schwärmen, keine Panazee des kulturellen Fortschritts sein wird. Im Reichstage, dessen Zusammensetzung ja auf dem freiesten Wahlrecht der Welt beruht, haben wir Zustände erlebt, die jeden Patrioten mit Schmerz erfüllen müssen. Der kampfmüdo Kanzler wäre ihnen, gegenüber machtlos ge­blieben, wenn nicht das Oberhaus des Reichs, der Bundesrat, mit seinen frischen und energischen Kräften der Präsidial­macht nochmals das Rückgrat gestärkt hatte. Ob der neue Hansabund", der, ebenso wie derBund der Landwirte", von reinen Jnteressentengruvpen geleitet wird, nach derselben Richtung hin wirken wird, ist mehr als fraglich. DerBund der Landwirte" hatte ein verhältnismäßig einfaches Programm. Er wollte den Agrarzoll erhöhen und hat dies durchgesetzt. Dann hat er neue selbstsüchtige Kraftproben versucht. Sie mußten aber mißlingen, so­bald sich die Nation auf sich selbst besann. Eine -solche nationale Gewissenserforschung hat ja auch lder"Hansabund" im Auge. Er wird sie aber nicht er* reichen, wenn die Nichtinteressenten kraftlos mit der geball­ten Faust in der Tasche beiseite stehen. Denn die elende ^nteressentenwirtschaft, unter der wir leiden, kann nicht > durch andere Interessenten, sondern durch Nicht-

? interessierte, die nicht für ihren eigenen Geld-,

ldeutel arbeiten, in Schach gehalten, werden. Man tausche sich nicht über die Stoßkraft der neuen

acntragrarrschen Bewegung. Sie erscheint nur momentan als «inheitlich und wird bei der ersten besten Gelegenheit wieder «useinanderfallen. DerHansabund" ist zwar einig in seiner gewissen Kampfstimmung. Das genügt aber für den Mlturellen Fortschritt lange nicht. Ein solcher Fortschritt Mßt sich nur durch eine weise und kräftige Regierung, die

dre Legislative in festen Händen hält, erreichen. Ein Hin- und Herpendeln zwischen den beidenBünden" mit ver­waschenen Kompromissen und einer rückgratslosen Taktik fuhrt dagegen niemals zum Ziel. Wir haben eben ""icht zu wenig Parlamentarismus, sondern viel zu vrel. Wir können die vielgepriesenen englischen Vor­bilder nicht nachahmen, ohne die dortige erstaunliche politische Reife. Die politische Reffe, die Selbständigkeit und Bercrntwortlichfeit der Parlamentarier werden aber durch ein allzu demokratisches Wahlrecht geradezu ge­mordet. Die politische Intelligenz, die geistige Aristokratie der Nation, das uninteressierte und aufopfernde Handeln der geborenen Führer des Volkes von Denkern liegen heute vollständig brach. Die gebildete Minorität, die auszugleichen und zu versöhnen berufen ist, ist heutzutage mundtot gemacht. Dem Streber- und Demagogentum stehen dagegen alle Wege offen. Denn die staatsmännisch und selbstlos national gerichteten Bevölkerungsgruppen stehen schwachmütig, ver­bittert und nörgelnd zur Seite. Wirtschaftspolitische Nullen, advokatorische Sachwalter der Interessenten, Politiker, die ihre dürftige Nation a l-ökonomis che Weisheit aus Volksversammlungen geschöpft haben, sind in unserer grobmateriellen Zeit Trumpf. Will man das ändern, so gründe man keinenBund für Handel und! Industrie", der doch nicht geschlossen vorgehen kann, sondern ernenDeutschen Nationalverein" mit dem Wahlspruch der Hohenzollern, im Wappen:Suum cuiqne! Man schließe sich wieder enaer um die Standarte des Kaisers, des vornehmsten Trägers der Nationalidee. Wie einseitig und kurzsichtig die Anklagen in den trüben Novembertagen des vorigen Jahres waren, lernt mancher erst jetzt in der Krisis der Gegenwart mit Bitterkeit erkennen. Das deutsche Volk hat seither keinen Führer mehr. Steuerlos ist das Reichsschiff ein Opfer übermächtiger Strömungen. Es fehlt ein fester Kurs und der harte Willen, einen weiten Kurs zu nehmen, es fehlt ein Otto v. Bismarck. Aber der Geist des gewaltigen Mannes ist doch noch überall rege. An sein historisches Wirken und Walten muß man anknüpfen, wenn man die verdammte Jnteressentenwirffchcfft, die sich immer unge­berdiger breit macht, sich vom Leibe schaffen will. Nkht in demHansabund" und seinem neuen Schlachtruf liegt das Heil, sondern in dem Ruf: Zurück zu Bismarck!

Politische Tagesscharr.

Der Kaiser und der Hansabund. _

Der Kaiser bringt dem neu gegründeten Hansabund das größte Interesse entgegen. Schon vor. 8 Tagen- war er davon in Kenntnis gesetzt worden, daß Handel, Gewerbe und Industrie sich geschlossen auf die Seite der Regierung stellen und zu diesem Zweck in Berlin eine große Kund­gebung veranstalten wollten. Der Kaiser hat darauf be­fohlen, ihn über die einzelnen Phasen dieser Kundgebung auf dem Laufenden zu halten. lieber den Verlauf der großen Versammlung im Zirkus Schumann wurde dem Kaffer nach seiner Anordnung noch.am Samstag Mitteilung gemacht und am Sonntag vormittag ein ausführlicher Be­richt erstattet. Der Kaiser ließ sich zur persönlichen In­formation auch die Berichte der Presse vorlegen.

Die 15. Hauptversammlung des Vereins deutscher Zeitungsverleger wurde am Dienstag vormittag durch den Vorsitzenden Dr.- necko-Hannover in München eröffnet. Namens der bayerischen! Staatsregierung begrüßte Ministerialrat Meine! die Versamm­lung und führte bialfrai.' u. a. aus: Von der Bedeutung der Presse ist unser ganzes Kulturleben durchdrungen. So unmöglich cS heute ist, sich die Presse mit ihrem weütragenden Einstuß aus unserem öffentlichen Leben wegzudenken, so wenig könnte eine moderne Regierung in unserer raschlebigen Zeit, in welcher Ge- fefee und Anordnungen stets Gefahr laufen, zu toten Buchstaben und modernden Papieren zu werden, ihre Aufgabe in vollem Maße erfüllen, wenn sie die Mitwirkung der Presse entbehren müßte. Die bayerische Staatsregierung ist sich wohl bewußt, was 'sie in dieser Richtung der Presse verdankt. Sie fühlt eben« deshalb auch das lebhafte Bedürfnis, in enger Fühlung und in guten Beziehungen mit ihr zu bleiben. Als Basis für eine solche vertrauensvolle Beziehung erscheine der Regierung die gegen- fertige Unabhängigkeit, Achtung und die Gewißheit, daß für die Preste wie für die Regierung bei aller Verschiedenheit des Weges doch das Ziel ein gemeinsames sein soll. Nämlich dieSalus publica *, die Forderung des gemeinen Wohles. Daß die deutsche Presse es als ihre Pflicht erachte, dieses Ziel stets vor Augen zu haben, dafür werde der Beweis erbracht durch den hohen Ernst, mit welchem Misere Zeitungswelt die ihr gesetzten Aufgaben zu losen bemüht sei und durch den Idealismus, mit welchem die Verleger aller unvermeidlichen wirtschaftlichen Mühsale und der vielen materiellen Opfer ungeachtet die Güter ihrer zielbewußten politischen Ueberzeugung und ihrer ehrlichen nationalen Gesin- nüng hochhalten. Nachdem der Boffitzende Dr. Jänecke für die nnt lebhaftestem Beifall aufgenommenen Begrüßungsworte des Regierungsvertreters seinen herzlichsten Dank ausgesprochen hatte, entbot Reichsrat Kuehles im Namen der Stadt den Will­kommgruß. Dr. Georg Dirth-München begrüßte die Versamm­lung rm Namen des Münchener Journalisten- und Schriftsteller- vereins und der Pensionsanstalt deuffcher Journalisten und Schrift­steller. Er betonte die Wichtigkeit der am Samstag geführten Verhandlungen zur Schaffung eines Normalvertrages »wischen den Verlegern und 'Redakteuren. Dr. Jänecke wies so- daitn cmf die Wichtigkeit der Organisation der Verleger und auf die Erfolge hin, die der Verein deuffcher Zeitungsverleger, der letzt 15 Jahre lang besteht, errungen habe. Darauf trat man m ine eigentliche Tagung ein und verhandelte über die Ab­änderungen einiger Bestimmungen der Statuten, über die Jn- seratensteuer und über die von dem Vereiii der Zeitungsverleger bekämpfte Abvnnentenversicherung. Damr naljrtt die Bersamm- &ntfl einen Vortrag von Dr. Giesen (Frankfurter Zeitung") über dre dem Reichstage vorliegenden Gesetzentwürfe zur Straf- prozeßordnung und zum Strafgesetzbuche entgegen, der zur An­nahme einer Resolution führte. In der Resolution wurde die Tatsache begrüßt, daß in der neuen Strafgesetznovellc Bestim- mamgen getroffen werden, die den Zeugniszwang etwas mildern: ie bedauert jedoch die Fortdauer des 'sträfrechllichen, besonders disziplinaren Zeugniszwanges und fordert seine vollständige Aufhebung; sie fordert ferner Kautelen gegen die unnötige Ver- hangung der Untersuchungshaft, die am besten gänzlich beseitigt werden sollte und empfiehlt die Beseitigung des fliegenden Ge­richtsstandes und die reichsgesetzliche Regelung des Strafvoll- i'Uges. Als Ort der nächsten Hauptveffammlung wurde Kassel! bestimmt.

*

Der Senioreukonvent des Reichstages trat heute im Verlaufe der Plenarsitzung zu einer kurzen Besprechung zusammen. Auf der Tagesordnung der Mitt- tvochsltzung stehen die neuen Steuervorlagen. Die Sitzung ist erst auf 2 Uhr anberaumt, um den Fraktionen Ge-

Gretzenev Stadttheater.

Die Dollarpriuzesfin.

Dperette in drei Aufzügen von A. M. Willner und F. Grün b äum. Musik von Leo Fall.

Gegenüber dem auffälligen Tiefftand der dramatischen Dichtung der Gegenwart ist das ungemein kräftige Empor- bölühen der musikalischen Buhuenwerke geradezu veMüffend, lunb wenn auch viele dieser neuen Tondichtungen ohne tieferen Eindruck wieder verschwinden, so stehen sie an Sßert sütvohl als auch an Masse doch weit über den dramatischen Neuerscheinungen des letzten Jahres. Ueberhaupt hat das Drama mit der einzigen Ausnahme des rührseligenAlt- Oetbefijerg" kaum jemals einen so starken Erfolg gehabt tone z.B.Die luftige Witwe" mit ihren fmgbären Weisen und bie ungleich höher zu wertendeDollar- Por inz ess in" mit ihren süßen, schmeichelnden Klängen, böie doll tausend kleiner Teufelchen steckt, und ihrem herzlich sichten und oft geschmacklosen Text, der allerdings nicht immer des Witzes entbehrt. Man wäre versucht, das alte Wort zu gebrauchen von den guten Witzen, die nicht neu,! mrd den neuen, dre nicht gut sind, aber das wäre doch üb^er- tmeben, denn es sind doch ein paar recht lustige Scherze dorrin. Ich kenne das dem Text zu Grunde liegende Lustz- Mel gleichen Namens von Gotti-Trotha zwar nicht, aver es muß schon ein sehr starkes Stück sein, denn somst hätten sich wohl nicht vierDichtet mit dem Stoffe avgequält. Lieber Gott, vierDichter" haben sich die Mrger wund geschrieben und nur das erreicht.» Ein Glück, daß die Musik nur von einem ist, und erfreulicher­weise von einem, der etwas kann. Es ist nicht auszudenken, toras daraus geworden wäre, wenn sich auch da vier Ber- saisser abgeplagt hatten. Eigentlich sind es sogar sechs, boinn auch die beiden Herren Dichter von derlustigen Witwe" sind nicht ganz unbeteiligt; ein Teilchen ihrer Wdanken ist auch auf dieDollarprinzessin" übergegangen. S beiden ist es ein schönes, mit allen Vorzügen ihres ^schlechtes reichlich gesegnetes Weib, das nur den einen hat, reich zu sein. Die Herren Verfasser derDollar- pmnzessin hatten dabei aber einenausgezeichneten" Ein- [arit: die Dollarprinzessin ist noch viel reicher als die lustige Mllve, so reich, daß sich ihr Vater seine Zigarren mit Lausend-Dollarscheinen" anzündet. Das ist doch noch eine 3®ee Aber das Geld macht auf Fredy ebensowenig Ein­blick wie auf Danilo, obschon beide im Grunde recht arme ümftl sind und keinen Pfennig zu viel haben. Nun ist ifar einegroße" Verschiedenheit: Danilo wird gleich über» Mt, Fredy verdient erst noch rasch eine Million und kriegt jtann fein süßes Weibchen. Nebenher gehen noch eine Rechel

mehr oder minder witziger Handlungen, die sich aber doch alle zu einer immerhin recht lustigen und fröh­lichen Geschichte zusammenreihen, an der man schon einmal Gefallen finden kann. Den Erfolg aVer bewirkt einzig und allein die Musik, bie zwar nicht immer goHA originell, aber von einer flüssigen und schmeichelnden Melodrk ist. Der hübsche, klangvolle Kuß in dem Ringel­reihen hat ja sogar schon seinen Weg zum Seiet» rasten gemacht. Auch gestern hatte das reizende Lied vor dem nahezu ausverkauften Hause einen solch stürmischen SJetfall, daß es ebenso wie seine unter ähnlichem Text wiederkehrende Wiederholung noch einmal gesungen werden mußte. Ueberhaupt fand dre gefällige und geschmackvolle Darstellung eine dankbare und freigebige Zuhörerschaft, die auch bei offener Bühne lebhaften Beifall spendete.

Die Aufführung, die von Richard Hel sing gut vor- bereitet war und sicher geleitet wurde, war durchaus lobens­wert und verdient uneingeschränkte Anerkennung. Der Erfolg ist umso höher anzuschlagen, als in letzter Stunde zwei einschneidende Veränderungen vorgenommen werden mußten. Der erkrankte Dirigent wurde durch Weinack ersetzt, und an Stelle des ebenfalls unpäßlich gewordenen Frl. Gabrella trat Frl. Brill front Kurtheater in Bad <sm3. Während Weinack nicht immer ganz sicher zu sein schien und einige Schwankungen nicht vermeiden konnte, lleß Brrll als Daisy keineswegs die Aushelferin erkennen. Ihr hübsches Stimmchen klang recht nett, und ihr an* mutiges Spiel trug in Gemeinschaft mit dem tüchtigen Willy Schwind als Hans nicht unweseEch zu dem außer­ordentlichen Erfolg des Ringelreihen und damit der Auf­führung bei. Bruno Hildebrandt schien etwas unpäß­lich, bot aber in Gesang und Spiel die beste Leistunq Ebenfalls recht ansprechend war Fränze Großkopf als Dollarprinzessin, deren Sjimme besonders in der Mittel­lage von großem Reize ist und das Lied von der Dollar- Prinzessin mit vielem Erfolge sang. Von unseren ein­heimischen Künstlern ist Richard Helsing als Couder zuerst zu nennen, der den alten verliebten Kohlenkönia recht lustig darstellte, dann Paul Urban als Dick und Edgar Pauly als Tom, die beide in köstlicher Maske erschienen. Lore Scholz als Olga war entzückend in ihrer Ipritdelnden Lebhaftigkeit und Ada Pauly in ihrer drasti­schen Rolle als Wirtschafterin. Der Chor und das Or­chester waren im allgemeinen recht gut, wenn auch die Musik nicht iftimer in fester Verbindung mit der Bühne war, was aber durch den Dirigentenwechsel hinreichend ent­schuldigt ist. Im ganzen aber muß die Vorstellung als sehr gut bezeichnet werden. Der Theaterzettel irrte, sich mt Schluß um eine volle Stunde. g

Der arme Lukas.

(Der neue Roman derGießener Familienblätter".)

Wir haben in unseren am Montag ausgegebenen Fa- rn 111 e n b l a t t e r n mit Klara V i e b i g s außerordentlich packend geschriebener Novelle Brennende Liebe ae- schlossen und beginnen heute mitWilhelmHolzamers unseres fror knapp zwei Jahren gestorbenen Landsmannes^ M"em Roman: Der arme Lukas, der unseren Lesern sicherlich gefallen wird.

K uns mit dem Abdruck dieses Rornanes, auch

der kürzlich beendete Spätingh o f von K. v. d. Eider ^? ^ndere, feit Anfang dieses Jahres veröffentlichte gehörte dazu, auf die Seite der wenigen deutschen Zeitungen, °te. m Aer.Romanbeilage nur hervorragende, wertvolle und «ich literarisch bedeutsame Werke unserer besten deutschen Erzähler bringen. Gründe verschiedener Art standen der Verwirklichung dieser Absichten seither entgegen, 6uten Ende gekommen sind und tragen. In dieser Hoffnung haben Anzahl von Werken unserer hervor- ragenbften deutschen Schriftsteller, wie Alfred Bock, Wil- helm Holzamer, Georg Freiherr v. Ompteda, Rudolf

Dre big u. a. erworben und geben unseren Famrlienblattern damit ein Gepräge und einen Wert, wie ch" lcrum eine zweite deutsche Tageszeitung aufzuweisen hat.

Holzamer fft der bedeutendsten einer unter den sogenannten Heimatdichtern, d. h. den Dichtern fXf? f r<?en ba§ Leben einer allgemeinen Land­schaft geben, sondern eines be, ond eren Land striches der chnen in semeni ganzen Wesen vertraut ist. Holzamer Misch-n Lben^ Olderer rheinhessischer Art uSb rhem- Sjer ? kommt dabei ein starkes Eigenes hinzu. Seine Menschen sind alle schwer geprüft von Leid und Sorm» Er" großes Weh gehl: durch alleine Werk^aber das n ^KMnersfrusesder Zeit noch nicht so übermächtig geworden m seinen Leidensjahren, da er fern in Paris weilte und fem Tagesschr/ftstellerLn^nmu^

- r- hastige Menschen sind es, bie ba leiden und rinaen unö sie sind stark in ihrer Schwäche und wollen etwas und haben einen Mut und eine Kraft. Der arme Lukas ist eine ganz hemliche Gestalt, mit Liebe Und Verständnis gemeistert Neben ihm treten die anderen nur wenig he!vor Ü ist so.seme Art, nur einen einzigen Menschen den ^"^er der ^dee, denHelden" darzustellen, ihn aber form* UsenjO Äm? ieben sanken bloßzu.

S>iefe Eigenart tritt uns auch in seinem zweiten sroßen